[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Lieferung der für jede Phase des Strickvorgangs
gerade erforderlichen Fadenmenge an einen Fadenführer einer Strickmaschine und zum
Aufnehmen einer Fadenmenge, die einen zwischen einer Fadenspule und dem Fadenführer
angeordneten Fournisseur als Mittel zur Speicherung einer Fadenmenge und Mittel zur
Fadenförderung zum Fadenführer und von diesem weg aufweist.
[0002] Auf modernen Flachstrickmaschinen werden vielfach Gestrickstücke hergestellt, deren
Teile, z. B. Ärmel, Brustteil und Rückenteil, alle in einem einzigen Strickprozess
gebildet und miteinander verbunden werden, sodass anschließend nur noch wenige Versäuberungsarbeiten
zur Fertigstellung des Gestrickstücks durchgeführt werden müssen.
[0003] Insbesondere bei der Herstellung solcher Gestrickstücke ist es erforderlich, dass
alle Artikel, die in einer bestimmten Konfektionsgröße gefertigt werden, in allen
Bereichen gleich groß sind. Dies ist nur möglich, wenn alle Bereiche dieser Artikel
wie Ärmel, Brust- und Rückenteil mit der gleichen Maschengröße gestrickt werden. Die
Maschengröße hängt neben der Kuliertiefe auch von der Fadenmenge und der daraus resultierenden
Fadenspannung ab.
[0004] In der
EP-Patentanmeldung 04008159.8 ist eine Vorrichtung beschrieben, mit der es möglich ist, in jeder Phase des Maschenbildungsprozesses
die tatsächlich aktuell benötigte Fadenmenge zu liefern sowie eine Fadenmenge aufzunehmen,
die beispielsweise bei der Umkehr des Fadenführers zur Spule hin entsteht.
[0005] Die bekannte Vorrichtung besitzt einen Fournisseur mit einem Wickelring, durch den
ein Faden von einer Fadenspule abgezogen und auf den Wickelkörper des Fournisseurs
aufgewickelt wird. An der Unterseite des Fournisseurs ist an einem rotierbaren Wickelarm
eine in vertikaler Richtung unbewegliche Fadenöse angeordnet, die die für den aktuellen
Strickprozess von der Maschinensteuerung ermittelte Fadenmenge vom Wickelkörper abwickelt.
Je nach vorhandener Anzahl der Wicklungen auf dem Wickelkörper ist der Abstand zwischen
der Fadenöse und der letzten Fadenwicklung auf den Wickelkörper unterschiedlich. Dies
kann zu Unterschieden zwischen der errechneten und der tatsächlich gelieferten Fadenmenge
und daher zu Fadenspannungsänderungen führen.
[0006] Auch beim Aufwickeln von Faden auf den Wickelkörper durch den Wickelarm können je
nach aufzuwickelnder Fadenmenge von der Fadenöse mehrere Fadenwicklungen übereinander
gelegt werden, wobei die äußeren Fadenwicklungen einen größeren Durchmesser aufweisen
als die innen liegenden. Dies kann ebenfalls zu Unterschieden zwischen der errechneten
und tatsächlich gelieferten Fadenmenge und daher zu Fadenspannungsänderungen führen.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die bekannte Vorrichtung
dahingehend zu verbessern, dass die tatsächlich gelieferte Fadenmenge von der auf
dem Wickelkörper aufgewickelten Fadenmenge unabhängig ist.
[0008] Die Aufgabe wird mit einer Vorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass die Mittel zur Fadenförderung und ein Wickelkörper des Fournisseurs
in Längsrichtung des Wickelkörpers relativ zueinander beweglich angeordnet sind.
[0009] Durch die bewegliche Anordnung der Mittel zur Fadenförderung in Längsrichtung des
Wickelkörpers bzw. die bewegliche Anordnung des Wickelkörpers in Bezug auf die Mittel
zur Fadenförderung können die Mittel zur Fadenförderung entsprechend dem aktuellen
Wickelzustand des Wickelkörpers lagegenau positioniert werden der, d. h. immer auf
Höhe der letzten Fadenwicklung auf dem Wickelkörper. Dadurch lassen sich die oben
beschriebenen Schwankungen in der Fadenmenge und daraus resultierend der Fadenspannung
vermeiden.
[0010] Bei einer bevorzugten Ausführungsform kann auf den Wickelkörper eine von der Fadenspule
abgezogene Fadenmenge aufgewickelt und von den Mitteln zur Fadenförderung an den Fadenführer
abgegeben und der durch die Fadenführerbewegung auf die Vorrichtung zu nicht benötigte
Faden wieder aufgenommen werden.
[0011] Die Mittel zur Fadenförderung können eine Fadenöse umfassen, die in beiden Rotationsrichtungen
in einer Kreisbewegung um den Wickelkörper bewegbar ist, wobei mindestens die Fadenöse
in Längsrichtung des Wickelkörpers relativ zu diesem beweglich angeordnet ist. Durch
die Fadenöse läuft der Faden unmittelbar nachdem er den Wickelkörper verlassen hat
bzw. unmittelbar bevor er auf den Wickelkörper aufgewickelt wird. Deshalb ist es wichtig,
dass die Fadenöse stets so angeordnet ist, dass keine Veränderungen der Fadenmenge
entstehen.
[0012] Vorzugsweise kann die Fadenöse gleichzeitig in Längsrichtung des Wickelkörpers und
in einer Kreisbewegung um den Wickelkörper oder nur in Längsrichtung des Wickelkörpers
oder nur in einer Kreisbewegung um den Wickelkörper bewegbar sein. Je nach Fadenmenge,
die auf- oder abzuwickeln ist, und je nach Wickelzustand des Wickelkörpers lässt sich
die Fadenöse so bewegen, dass die Fadenmenge konstant bleibt.
[0013] Zum Aufwickeln von Faden auf den Wickelkörper kann vorzugsweise die Geschwindigkeit
der Kreisbewegung und der Bewegung in Längsrichtung des Wickelkörpers so aufeinander
abstimmbar sein, dass eng nebeneinander liegende Fadenwicklungen auf dem Wickelkörper
gebildet werden. Dadurch weist jede Fadenwicklung den gleichen Durchmesser auf, und
das Speichervermögen des Wickelkörpers kann optimal ausgenutzt werden.
[0014] Zum Abwickeln von Faden vom Wickelkörper kann die Fadenöse jeweils zu der gerade
abzuwickelnden Fadenwicklung entlang des Wickelkörpers bewegbar sein, sodass die Fadenabwicklung
mit exakt vorgegebener Fadenmenge erfolgt.
[0015] Neben der Relativbewegung zwischen Wickelkörper und den Mitteln zur Fadenförderung
kann außerdem die Ausgestaltung des Wickelkörpers zum Konstanthalten der Fadenspannung
herangezogen werden. So kann bei einer bevorzugten Ausführungsform der Wickelkörper
einen ersten Bereich aufweisen, auf den Faden von einem Wickelring des Fournisseurs
aufwickelbar ist, von dem aber kein Faden von den Mitteln zur Fadenförderung abgewickelt
werden kann und an dem sich ein zweiter Bereich anschließt, von dem Faden von den
Mitteln zur Fadenförderung abgewickelt und auf dem von diesen Mitteln Faden aufgewickelt
werden kann. Der erste Bereich garantiert, dass auf dem Wickelkörper immer eine vorgegebene
Anzahl von Fadenwicklungen vorhanden sind. Würde sämtlicher Faden vom Wickelkörper
abgewickelt werden, so würde der Faden direkt von der Fadenspule zu den Mitteln zur
Fadenförderung verlaufen und somit keine dosierte Fadenmenge mehr dem Strickprozess
zugeführt werden können.
[0016] Zur Sicherstellung, dass die Mittel zur Fadenförderung nicht vom ersten Bereich Faden
auf- oder abwickeln, kann der Weg der Mittel zur Fadenförderung in Längsrichtung des
Wickelkörpers von vornherein begrenzt sein.
[0017] An den zweiten Bereich kann sich außerdem ein dritter Bereich anschließen, auf denen
von den Mitteln zur Fadenförderung Faden auf-und abwickelbar ist, wenn der zweite
Bereich vollständig mit Faden belegt ist. Der dritte Bereich fungiert somit als Puffer
für den zweiten Bereich.
[0018] Zweckmäßigerweise kann eine Einrichtung zur Bestimmung der Fadenmenge vorgesehen
sein, die mit dem Antrieb der Mittel zur Fadenförderung gekoppelt ist. Mit dieser
Einrichtung können relevante Daten für das Auf- und Abwickeln des Fadens von einer
Maschinensteuerungseinheit empfangen, unter Berücksichtigung des Wickelzustands des
Wickelkörpers und der relativen Lage der Mittel zur Fadenförderung zum Wickelkörper
aufbereitet und an den Antrieb der Mittel zur Fadenförderung zu dessen Ansteuerung
übermittelt werden.
[0019] Im Folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
anhand der Zeichnung näher beschrieben.
[0020] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung während des Förderns
von Faden zu einem Fadenführer;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung der Vorrichtung aus Fig. 1 beim Aufnehmen von Faden.
[0021] Die Vorrichtung 1 zur Lieferung der für jede Phase des Strickvorgangs gerade erforderlichen
Fadenmenge an einen Fadenführer 11 und zum Aufnehmen einer Fadenmenge weist einen
Fournisseur 2 auf, der zwischen einer Fadenspule 10 und dem Fadenführer 11 angeordnet
ist. Außerdem sind Mittel 3 zur Fadenförderung an den Fadenführer 11 vorgesehen. Die
Mittel zur Fadenförderung 3 sind mit dem Fournisseur 2 durch eine Halterung 4 verbunden.
In der Halterung 4 ist eine schematisch dargestellte Verstelleinrichtung 40 vorgesehen.
Mit ihrer Hilfe können die Mittel 3 in Längsrichtung eines Wickelkörpers 25 des Fournisseurs
2 verstellt werden. Die Mittel zur Fadenförderung 3 weisen eine Fadenöse 33 auf, die
an einem Arm 32 angeordnet ist. Der Arm 32 ist mithilfe eines Elektromotors 31 rotierbar.
Dadurch kann die Fadenöse 33 Kreisbewegungen in beiden Richtungen um den Wickelkörper
25 ausführen und damit Faden auf den Wickelkörper 25 aufwickeln und von ihm abwickeln.
Durch die Verstelleinrichtung 40 lässt sich die Fadenöse 33 außerdem linear entlang
des Wickelkörpers 25 in Pfeilrichtung U und D des Doppelpfeils 34 bewegen.
[0022] Der Fournisseur 2 weist einen Wickelkörper 25, einen Wickelring 22 sowie einen Elektromotor
21 auf. Der Wickelkörper 25 ist in Längsrichtung in die Bereiche A, B und C aufgeteilt.
Die Verstelleinrichtung 40 ist so eingestellt, dass sich die Fadenöse 33 nur innerhalb
der Bereiche B und C bewegen kann. Mit dem Elektromotor 21 wird der Wickelring 22
mit einer Öse 24 in Richtung des Pfeils 23 angetrieben, wodurch Faden 100 von der
Fadenspule 10 abgezogen und ab dem Bereich A auf den starren, zylindrischen Wickelkörper
25 aufgewickelt wird. Diese Fadenwicklungen werden durch nicht dargestellte Mittel
als eng nebeneinander liegende Fadenwicklungen 26 über den Bereich A auf den Bereich
B weiter geschoben. Der Elektromotor 21 wird so angesteuert, dass sich ständig eine
vorgegebene Anzahl von Fadenwicklungen 26 auf den Bereichen A und B des Wickelkörpers
25 befindet. Dadurch können Spannungen im Faden, die beim Wickeln der Fadenspule 10
entstanden sein können, ausgeglichen werden. Der Bereich C dient als Puffer, wenn
der Bereich B vollständig mit Fadenwicklungen 26 belegt ist.
[0023] Die Verstelleinrichtung 40 kann beispielsweise eine Zahnstange 46 aufweisen, die
über ein Ritzel 42 durch einen Elektromotor 41 verstellt wird. Dadurch kann die Fadenöse
33 der Mittel zur Fadenförderung 3 entlang des Wickelkörpers 25 in den Bereichen B
und C bewegt werden. Die Verstelleinrichtung 40 weist außerdem Sensoren 43, 44, 45
auf, wobei der Sensor 43 das untere Ende des Bereichs C, der Sensor 44 das untere
Ende des Bereichs B und der Sensor 45 das obere Ende des Bereichs B detektiert.
[0024] Beim Auf- oder Abwickeln einer für den aktuellen Strickprozess errechneten Fadenmenge
kann die Fadenöse 33 über den Arm 32 durch die Verstelleinrichtung 40 gleichzeitig
in Richtung des Doppelpfeil 34 verstellt werden, während sie Kreisbewegungen um den
Wickelkörper 25 ausführt. Die Geschwindigkeit der Linearbewegungen entlang dem Doppelpfeil
34 hängt dabei von der Winkelgeschwindigkeit der Fadenöse 33 ab. Damit wird gewährleistet,
dass die Position der Fadenöse 33 in Bezug auf den Wickelkörper 25 der Position der
gerade ab- oder aufgewickelten Fadenwicklungen 26 auf den Wickelkörper 25 entspricht
und die Lage der einzelnen Fadenwicklungen 26 beim Ab- oder Aufwickeln auf den Wickelkörper
25 genau definiert ist.
[0025] Erreicht die Fadenöse 33 die Grenze zum Bereich A, wird ihre Vertikalbewegung gestoppt.
Gleichzeitig wird durch den Wickelring 22 wieder eine vorgegebene Fadenmenge von der
Fadenspule 10 abgezogen und auf den Wickelkörper 25 aufgewickelt. Wird während dieses
Aufwickelns von Faden durch den Wickelring 22 dem Fadenführer 11 kein Faden zugeführt,
so führt die Fadenöse 33 keine Kreisbewegung aus und wird nur durch die Verstelleinrichtung
40 in Richtung D des Doppelpfeils 34 in Abhängigkeit von der Aufwickelgeschwindigkeit
des Wickelrings 22 linear verstellt. Wird dagegen während des Aufwickeln von Faden
durch den Wickelring 22 dem Fadenführer 11 für den aktuellen Strickprozess ein Faden
zugeführt, so führt die Fadenöse 33 Kreisbewegungen mit der entsprechenden Geschwindigkeit
zum Abwickeln von Faden aus und wird gleichzeitig durch die Verstelleinrichtung 40
in Richtung des Doppelpfeils 34 verstellt. Die Richtung der Kreisbewegungen und Linearbewegungen
der Fadenöse 33 hängt davon ab, ob sie Faden auf den Wickelkörper 25 ab- oder aufwickelt
und ob der Wickelring 22 Wicklungen auf den Wickelkörper 25 aufbringt, während die
Fadenöse 33 dem Fadenführer 11 Faden zuführt.
[0026] Falls die Wickelgeschwindigkeit des Wickelrings 22 größer als die Abwickelgeschwindigkeit
der Fadenöse 33 ist, so bewegt sich die Fadenöse 33 in Richtung D des Doppelpfeils
34. Im umgekehrten Fall bewegt sich die Fadenöse in Richtung U des Doppelpfeils 34.
Das Ab- und Aufwickeln einer für den aktuellen Strickprozess benötigten Fadenmenge
und das erneute Aufwickeln einer größeren, zuvor abgewickelten Fadenmenge auf den
Wickelkörper 25 durch die Fadenöse 33 kann an jeder beliebigen Position der Fadenöse
33 zum Wickelkörper 25 innerhalb des Bereichs B erfolgen. Falls der gesamte Bereich
B bereits mit Fadenwicklungen 26 gefüllt ist und bereits abgewickelter Faden wieder
aufgewickelt werden soll, also der Fall, der in Fig. 2 gezeigt ist, so steht der Bereich
C als Puffer zur Verfügung. Er kann eine Fadenmenge aufnehmen, die der Breite des
Nadelraums der Strickmaschine entspricht. Während des Ab- oder Aufwickelns von Faden
im Bereich C wird das Aufwickeln von Faden durch den Wickelring 22 mindestens solange
unterbrochen, bis im Bereich C keine Fadenwicklungen 26 mehr vorhanden sind.
[0027] Zur Steuerung der oben beschriebenen Vorgänge ist eine Steuereinheit 6 vorgesehen.
Die Steuereinheit 6 berechnet die für das Bewegen der Verstelleinrichtung 40 durch
den Elektromotor 41 benötigten Daten. Sie erhält dazu von einer Steuereinheit 7 über
eine Datenleitung D2 Angaben über die Drehzahl und die Drehrichtung des Elektromotors
31 der Mittel zur Fadenförderung 3 beim Ab- oder Aufwickeln von Faden mittels der
Fadenöse 33. Die Steuereinheit 7 wiederum erhält von einer Maschinensteuerungseinheit
8 die für das Ab- und Aufwickeln des Fadens benötigten, errechneten Daten über eine
Datenleitung D1. Anschließend steuert die Steuereinheit 7 den Elektromotor 31 über
eine Steuersignalleitung D3 entsprechend dieser Daten an.
[0028] Eine Steuereinheit 27 des Elektromotors 21 des Fournisseurs 2 liefert über eine Datenleitung
D6 Angaben darüber, ob der Elektromotor 21 aktiv ist oder nicht. Die Sensoren 43,
44 und 45 liefern über eine Datenleitung D4 Informationen über das Erreichen bestimmter
Positionen durch die Verstelleinrichtung 40 an die Steuereinheit 6. Nach Verarbeitung
dieser Daten werden über eine Steuerleitung D5 entsprechende Drehzahl- und Drehrichtungsinformationen
an den Elektromotor 41 der Verstellvorrichtung 40 übermittelt.
[0029] Die in den Fig. 1 und 2 gezeigte Vorrichtung 1 weist Mittel zur Fadenförderung 3
auf, die entlang dem feststehenden Wickelkörper 25 bewegbar sind. Die Erfindung lässt
sich jedoch auch verwirklichen, wenn die Mittel zur Fadenförderung 3 feststehen und
sich der Wickelkörper 25 in Richtung seiner Längsachse bewegt.
[0030] In Fig. 1 ist der Weg dargestellt, den der Faden 100, 100', 100" von der Fadenspule
10 bis zu seiner Verarbeitung durch die hier nicht dargestellten Stricknadeln im Nadelraum
NR zurücklegt.
[0031] Der Faden 100 weist durch Unregelmäßigkeiten beim Wickeln der Fadenspule 10 unterschiedliche
Spannungen aus. Er wird über eine Umlenkrolle U1, einen Fadenbruchsensor 15 und eine
zweite Umlenkrolle U2 durch eine Hohlachse des Fournisseurs 2 geführt und mithilfe
des Wickelrings 22 zuerst auf den Bereich A des Wickelkörpers 25 aufgewickelt, damit
die unterschiedlichen Spannungen des Fadens 100 ausgeglichen werden. Die vom Wickelring
22 erzeugten Fadenwicklungen 26 werden durch hier nicht näher dargestellte Transporteinrichtungen
in Längsrichtung des Wickelkörpers 25 nach unten bewegt. Das Aufwickeln durch den
Wickelring 22 wird solange fortgesetzt, bis eine vorbestimmte Anzahl an Fadenwicklungen
26 auch in den Bereich B des Wickelkörpers 25 gelangen. Diese Fadenwicklungen 26 werden
bei Bedarf entsprechend dem Strickprogramm durch die Fadenöse 33 abgewickelt.
[0032] Der durch die Fadenöse 33 abgewickelte Faden gelangt über eine Umlenkrolle U3, eine
Hohlwelle der Mittel zur Fadenförderung 3, den Fadenbruchsensor 15 und Umlenkrollen
U4 und U5 zum Fadenführer 11, der den Faden 100' zu den Nadeln des gerade gefertigten
Gestricks im Nadelraum NR führt. Im dargestellten Beispiel bewegte sich der Fadenführer
11 in Richtung des Pfeils X von der Vorrichtung 1 weg und befindet sich jetzt in seiner
entferntesten Positionen zur Vorrichtung 1. Durch eine schematisch dargestellte Schneideinrichtung
12 wird der von Fadenführer 11 den Nadeln des Nadelraums NR zugeführte Faden abgeschnitten
und im Fadenführer 11 durch eine nicht dargestellte Vorrichtung geklemmt. Der so von
der Fadenzufuhr zu den Nadeln im Nadelraum NR getrennte Fadenführer kann jetzt an
jede beliebige Stelle im Nadelraum NR verschoben werden und den sich dort befindenden
Nadeln Faden zuführen.
[0033] Im in Fig. 1 gezeigten Beispiel wurden alle Fadenwicklungen 26 im Bereich B abgewickelt,
ohne dass der Wickelring 22 neue Fadenwicklungen 26 auf den Wickelkörper 25 aufgewickelt
hat. Dadurch befindet sich die Fadenöse 33 in ihrer obersten Positionen des Bereichs
B. Es müssen nun vor Beginn der nächsten Fadenlieferung an Nadeln im Nadelraum NR
durch den Wickelring 22 mindestens so viele neue Fadenwicklungen 26 auf den Wickelkörper
25 aufgewickelt werden, dass die Fadenöse 33 ohne Unterbrechung die von der Maschinensteuereinheit
8 errechnete Fadenmenge für den aktuellen Strickprozess liefern kann.
[0034] Fig. 2 zeigt beispielhaft das Aufwickeln einer größeren, zuvor abgewickelten Fadenmenge
auf den Wickelkörper 25. Die Fadenmenge entspricht dabei der Breite des Nadelraums
NR.
[0035] Der Fadenführer, dessen Faden abgeschnitten wurde und geklemmt ist (Fig. 1), wurde
im gezeigten Beispiel in Richtung des Pfeils X' zur Vorrichtung 1 hin verschoben und
befindet sich nun in seiner nächstmöglichen Position zu dieser. Er könnte aber auch
entsprechend der gewünschten Form, Farbe und dergleichen des zu bildenden Gestrickstücks
an jede andere beliebige Position im Nadelraum NR verschoben werden. Der durch dieses
Verschieben des Fadenführers 11 auf die Vorrichtung 1 zu überschüssige Faden 100"
wurde durch die Fadenöse 33 und die Verstelleinrichtung 40 lagegenau auf den Wickelkörper
25 aufgewickelt.
[0036] Im dargestellten Beispiel hat der Wickelring 22 bereits so viele Fadenwicklungen
26 auf den Wickelkörper 25 aufgewickelt, dass dessen Bereich B bis zum Übergang zum
Bereich C mit Fadenwicklungen 26 gefüllt ist. Dadurch hat die Fadenöse 33 auch im
Bereich C, der als Puffer dient, Faden aufgewickelt. Die Fadenöse 33 wurde dabei mit
dem Arm 32 während des Aufwickelns in Richtung D des Doppelpfeils 34 bewegt und befindet
sich jetzt am äußersten Ende des Bereichs C. Es wird nun solange kein Faden mehr durch
den Wickelring 22 auf den Wickelkörper 25 aufgewickelt, bis der Fadenführer 11 dem
Nadelraum NR wieder Faden zuführt und Fadenwicklungen 26 auch im Bereich B des Wickelkörpers
25 durch die Fadenöse 33 abgewickelt werden.
[0037] Zu Beginn einer erneuten Fadenzufuhr zu den Nadeln im Nadelraum NR wird das abgeschnittene
Fadenende einer schematisch dargestellten Klemmeinrichtung 13 zugeführt. Diese weist
einen definierten Abstand Z zur ersten Nadel, der Faden zugeführt werden soll, auf.
Der so geklemmte Faden kann sicher in den Haken der ersten Nadel, der Faden zugeführt
werden soll, eingelegt werden. Im dargestellten Beispiel ist dies die erste Nadel
im Nadelraum NR, die sich in der nächstmöglichen Position zur Vorrichtung 1 befindet.
Der Beginn der erneuten Fadenzufuhr durch den Fadenführer 11 kann aber auch an jeder
anderen Position im Nadelraum NR erfolgen.
1. Vorrichtung zur Lieferung der für jede Phase des Strickvorgangs gerade erforderlichen
Fadenmenge an einen Fadenführer (11) einer Strickmaschine und zum Aufnehmen einer
Fadenmenge, die einen zwischen einer Fadenspule (10) und dem Fadenführer (11) angeordneten
Fournisseur (2) als Mittel zur Speicherung einer Fadenmenge und Mittel zur Fadenförderung
zum Fadenführer und von diesem weg aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Fadenförderung und ein Wickelkörper (25) des Fournisseurs (2) in Längsrichtung
des Wickelkörpers (2) relativ zueinander beweglich angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf den Wickelkörper (25) eine von der Fadenspule (10) abgezogene Fadenmenge (100)
aufgewickelt und von den Mitteln zur Fadenförderung an den Fadenführer (11) abgegeben
und der durch die Fadenführerbewegung auf die Vorrichtung zu nicht benötigte Faden
wieder aufgenommen werden kann.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Fadenförderung eine Fadenöse (33) umfassen, die in beiden Rotationsrichtungen
in einer Kreisbewegung um den Wickelkörper (25) bewegbar ist, wobei mindestens die
Fadenöse (33) in Längsrichtung des Wickelkörpers (25) relativ zu diesem beweglich
angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenöse (33) gleichzeitig in Längsrichtung des Wickelkörpers (25) und in einer
Kreisbewegung um den Wickelkörper (25) oder nur in Längsrichtung des Wickelkörpers
(25) oder nur in einer Kreisbewegung um den Wickelkörper (25) bewegbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass zum Aufwickeln von Faden auf den Wickelkörper (25) die Geschwindigkeit der Kreisbewegung
und der Bewegung in Längsrichtung des Wickelkörpers (25) der Fadenöse (33) so aufeinander
abstimmbar sind, dass nebeneinander liegende Fadenwicklungen auf dem Wickelkörper
(25) gebildet werden.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zum Abwickeln von Faden vom Wickelkörper (25) die Fadenöse (33) jeweils zu der gerade
abzuwickelnden Fadenwicklung entlang des Wickelkörpers (25) bewegbar ist, sodass die
Fadenabwicklung mit exakt vorgegebener Fadenmenge erfolgt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Wickelkörper (25) einen ersten Bereich (A) aufweist, auf den Faden von einem
Wickelring des Fournisseurs (2) aufwickelbar ist, von dem aber kein Faden von den
Mitteln zur Fadenförderung abgewickelt werden kann und an den sich ein zweiter Bereich
(B) anschließt, von dem Faden von den Mitteln zur Fadenförderung abgewickelt und auf
den von diesen Mitteln Faden aufgewickelt werden kann.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erreichen der Grenze zwischen dem zweiten und ersten Bereich (B, A) der Antrieb
der Mittel zur Fadenförderung während der Bewegung in Längsrichtung des Wickelkörpers
(25) der Antrieb der Mittel zur Fadenförderung abschaltbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich an den zweiten Bereich (B) ein dritter Bereich (C) anschließt, auf den von den
Mitteln zur Fadenförderung Faden auf- und abwickelbar ist, wenn der zweite Bereich
(B) vollständig mit Faden belegt ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Einrichtung (6) zur Bestimmung der Fadenmenge vorgesehen ist, die mit dem Antrieb
der Mittel zur Fadenförderung gekoppelt ist.