Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Zylinderkopfhaube für einen Zylinderkopf einer
Brennkraftmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Stand der Technik
[0002] Bekannte Zylinderkopfhauben werden auf den Zylinderkopf einer Brennkraftmaschine
aufgesetzt und mithilfe von Befestigungsschrauben am Zylinderkopf gesichert. Die Befestigungsschrauben
werden üblicherweise durch an der Zylinderkopfhaube angeformte Befestigungsaugen geführt
und mit dem darunter liegenden Zylinderkopf verliersicher verschraubt. Für einen strömungsdichten
Abschluss ist eine umlaufende Dichtung in den Auflagebereich zwischen Zylinderkopfhaube
und Zylinderkopf eingesetzt, die durch den Bereich der Befestigungsaugen an der Zylinderkopfhaube
geführt ist und von den Befestigungsschrauben in Befestigungsrichtung angedrückt wird-Die
Dichtheit zwischen Zylinderkopfhaube und Zylinderkopf wird bei dieser bekannten Lösung
durch das Verpressen des Dichtungselementes in Richtung der von den Schrauben erzeugten
Befestigungskraft gewährleistet. Die Wirkrichtung der Dichtkraft, welche von dem Dichtungselement
übertragen wird, stimmt mit der Wirkrichturig der Befestigungskraft, welche von den
Befestigungsschrauben erzeugt wird, überein.
[0003] Aufgrund der Verpressung des Dichtungselementes in Richtung der Befestigungskraft
ergeben sich hohe Rückstellkräfte, welche von dem zusammengedrückten Dichtungselement
auf die Zylinderkopfhaube übertragen werden und insbesondere bei höheren Temperaturen
zum Relaxieren der üblicherweise aus Kunststoff hergestellten Zylinderkopfhaube führen
können. Um eine derartige Relaxation, welche zu einer Leckage führen kann, zu verhindern,
ist es erforderlich, den Anpressdruck von Zylinderkopfhaube auf den Zylinderkopf zu
verringern, was jedoch die Gefahr birgt, dass auch die Dichtheit abnimmt.
[0004] Zwar kann die Relaxation durch eine erhöhte Anzahl von Befestigungsschrauben verringert
werden, weil hierdurch eine annähernd gleichmäßige Flächenerpressung erzielt wird.
Außerdem kann auch eine verbesserte Versteifung der Zylinderkopfhaube durch zusätzliche
Rippen herbeigeführt werden. Beide Maßnahmen sind aber mit einer Erhöhung des Gewichtes
der Zylinderkopfhaube und mit zusätzlichen Kosten verbunden.
[0005] Zu berücksichtigen ist schließlich, dass aufgrund der unterschiedlichen Längenausdehnungskoeffizienten
der Kunststoffzylinderkopfhaube und des üblicherweise aus Aluminium hergestellten
Zylinderkopfes die Dichtung auch Schiebe- und Scherkräften unterworfen ist, welche
die Dichtung zusätzlich beanspruchen.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit einfachen Maßnahmen eine Zylinderkopfhaube
an einem Zylinderkopf zu sichern und über eine lange Betriebszeit eine ausreichende
hohe Dichtheit zu gewährleisten.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1
gelöst.
[0008] Der wesentliche Vorteil der Erfindung liegt darin, dass die Dichtung derart gestaltet
ist, dass ein Unterdruck die Abdichtung zwischen Zylinderkopf und Zylinderkopfhaube
unterstützt. Dazu ist wenigstens zu einer Seite hin, das heißt zur Seite des Zylinderkopfes
oder der Zylinderkopfhaube eine umlaufende Unterdruckkammer innerhalb des Dichtungselements
vorgesehen. Sobald Unterdruck angelegt wird, erfolgt ein Ansaugen des Dichtungselements
an dem zugehörigen Bauelement. Damit wird eine zuverlässige Abdichtung gewährleistet.
Bei einer Brennkraftmaschine kann der Unterdruck von einer externen Unterdruckquelle
erzeugt werden. Im Automobilbau ist es üblich Unterdruck anhand des Ansaugunterdruckes
zu erzeugen, bereitzustellen bzw. zu speichern. Dieser Unterdruck, der während des
Betriebs der Brennkraftmaschine zur Verfügung steht, kann für dieses Dichtprinzip
genutzt werden. Sofern die Brennkraftmaschine nicht in Betrieb ist und der Unterdruck
abfällt wird sich auch in der Unterdruckkammer des Dichtungselements der Unterdruck
abschwächen. Da in diesem Fall jedoch weiterhin eine Kontaktierung zwischen Zylinderkopf
und Zylinderkopfhaube gewährleistet ist, ist dies nicht von Nachteil.
[0009] Weiterbildungsgemäß weist das Dichtungselement wenigstens eine lippenförmige Profildichtung
auf, zur Abdichtung der Unterdruckkammer. Dieses Dichtprinzips arbeitet äußerst zuverlässig
und kann auch kleine Unebenheiten ausgleichen.
[0010] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist ein Fixierelement zur Fixierung
der Zylinderkopfhaube am Zylinderkopf vorgesehen. Sollte der Unterdruck während des
Stillstands der Brennkraftmaschine nicht oder nur in geringem Maße vorhanden sein,
sorgt das Fixierelement für eine zuverlässige Positionierung der Zylinderkopfhaube
auf dem Zylinderkopf. Zur Aufnahme des Dichtungselements ist am Zylinderkopf oder
an der Zylinderkopfhaube ein Steg vorgesehen, der zumindest teilweise in die Unterdruckkammer
des Dichtungselements eingreift. Durch eine entsprechende Formgebung des Stegs und
der Unterdruckkammer bildet dieser eine Verliersicherung, so dass eine Montage der
Zylinderkopfhaube ohne großen Aufwand erfolgen kann.
[0011] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Unterdruckkammer derart
gestaltet, dass sich der Unterdruck sowohl auf die Zylinderkopfhaube als auch auf
den Zylinderkopf auswirkt. Damit entfällt eine unlösbare Fixierung des Dichtungselements
an einem der Bauteile. Es genügt lediglich ein Fixieren beispielsweise über den beschriebenen
Steg.
[0012] Diese und weitere Merkmale von bevorzugten Weiterbildungen der Erfindung gehen außer
aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung und den Zeichnungen hervor, wobei die
einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder zu mehreren in Form von Unterkombinationen
bei der Ausführungsform der Erfindung und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und
vorteilhafte sowie für sich schutzfähige Ausführungen darstellen können, für die hier
Schutz beansprucht wird.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigt
[0014] Figur 1 ein Dichtkonzept in einer Schnittdarstellung,
[0015] Figur 2 eine Zylinderkopfhaube in einer Draufsicht,
[0016] Figur 3 ein Dichtungselement in einer alternativen Variante in einer Detaildarstellung
und
[0017] Figur 3a eine vergrößerte Darstellung Ausschnitt X der Figur 3.
Ausführungsform(en) der Erfindung
[0018] Das Dichtkonzept gemäß Figur 1 zeigt einen Zylinderkopf 10, der an seiner nach oben
gewandten Fläche 11 im Wesentlichen eben gestaltet ist. Auf dieser Fläche liegt mittelbar
eine Zylinderkopfhaube 12 auf. Diese Zylinderkopfhaube 12 dient zum Abdichten des
Ventiltriebs bzw. der gesamten am Zylinderkopf an seiner Oberseite angeordneten Steuerungselemente.
Die Zylinderkopfhaube 12 ist mit einem umlaufenden Befestigungsrand 13 versehen, der
ebenfalls eine umlaufende Nut 14 besitzt. In dieser Nut 14 ist ein umlaufendes Dichtungselement
15 vorgesehen. Das Dichtungselement 15 weist einen Steg 15a auf, der sich in die Nut
14 erstreckt, außerdem weist es eine umlaufende Unterdruckkammer 16 auf. Diese Unterdruckkammer
wird begrenzt durch zwei Dichtlippen 17, 18 die ebenfalls umlaufen und damit die Kammer
zu der Fläche 11 des Zylinderkopfs 10 abschließen. Das Dichtungselement 15 ist beispielsweise
am Befestigungsrand 13 der Zylinderkopfhaube 12 eingeklebt, es besteht auch die Möglichkeit,
sofern die Zylinderkopfhaube 12 aus einem thermoplastischen Kunststoff besteht, dieses
Dichtungselement im Zweikomponentenspritzgießverfahren unmittelbar an die Zylinderkopfhaube
mit einem thermoplastischen Elastomer anzuspritzen. Die Unterdruckkammer ist mit einem
hier nicht dargestellten Unterdruckerzeuger verbunden. Sobald der Unterdruck innerhalb
der Kammer anliegt, ist die Zylinderkopfhaube 12 auf dem Zylinderkopf 10 fixiert.
Es genügt wenn der Unterdruck im Bereich von 0,1-0,5 bar liegt. Aufgrund der gesamten
wirksamen Fläche die von der Unterdruckkammer überdeckt wird, stellt sich eine hohe
Befestigungskraft zur Befestigung der Zylinderkopfhaube ein.
[0019] Figur 2 zeigt eine Zylinderkopfhaube 12 in der Draufsicht und zwar von der Seite
des Zylinderkopfs her gesehen. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Das Dichtungselement 15, welches hier umlaufend dargestellt ist, liegt in der entsprechenden
Nut 14 der Zylinderkopfhaube 12. Es ist ersichtlich, dass beliebige Dichtungs- Verlaufsformen
mit dem Dichtungselement gestaltet werden können. Da der Unterdruck gleichmäßig entlang
des gesamten Dichtungsprofils angreift, besteht nicht die Gefahr, dass durch eine
unterschiedliche Anpressdruckverteilung sich die Zylinderkopfhaube wölbt und damit
Leckstellen entstehen.
[0020] Figur 3 zeigt die in Figur 2 dargestellte Zylinderkopfhaube 12 in einer Schnittdarstellung
mit dem Dichtungselement 15. Dieses Dichtungselement ist in dem vergrößerten Ausschnitt
X als Figur 3a nochmals deutlich zu sehen. Es handelt sich hier um eine Vakuumdichtung
mit der Unterdruckkammer 20, die über längs des Dichtungsverlaufs angeordnete Öffnungen
21 zu dem Zylinderkopf 10 hin offen ist. Die Vakuumdichtung weist auch hier, dem Zylinderkopf
zugewandte Lippen 25 auf. Ferner ist die Unterdruckkammer 20 nach oben hin offen und
bildet damit einen umlaufenden Schlitz, in welchen ein umlaufender Steg 23 der Zylinderkopfhaube
12 eingeschoben werden kann. Rechtsseitig des Stegs 23 sind Durchbrüche 24 vorhanden
die einen rechteckigen Querschnitt aufweisen. An diesen Durchbrüchen rastet über eine
an dem Dichtungselement 15 angeformte Rastnase 26 das Dichtungselement 15 in der Zylinderkopfhaube
12, so dass eine Montagesicherung gewährleistet ist.
1. Zylinderkopfhaube für einen Zylinderkopf einer Brennkraftmaschine mit einem Dichtungselement
zwischen Zylinderkopfhaube und Zylinderkopf, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungselement einem Dichtungsbereich zugeordnet ist und eine Unterdruckkammer
aufweist und diese Unterdruckkammer zu wenigstens einer Seite hin offen ist und an
dieser wenigstens einen Seite eine Fläche des Zylinderkopfes oder der Zylinderkopfhaube
zugewandt ist.
2. Zylinderkopfhaube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungselement wenigstens eine lippenförmige Profildichtung zur Abdichtung
der Unterdruckkammer an der zugeordneten Abdichtfläche aufweist.
3. Zylinderkopfhaube nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Fixierungselement zur Fixierung der Zylinderkopfhaube am Zylinderkopf
vorgesehen ist.
4. Zylinderkopfhaube nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungselement an einem der Bauteil Zylinderkopf oder Zylinderkopfhaube gehalten
ist und mit der Unterdruckkammer an dem jeweils anderen Bauteil anliegt.
5. Zylinderkopfhaube nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Aufnahme des Dichtungselementes diese einen umlaufenden Steg aufweist, der zumindest
teilweise in die Unterdruckkammer des Dichtungselementes eingreift.
6. Zylinderkopfhaube nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterdruckkammer sowohl zu dem Steg hin als auch zu der Dichtfläche am Zylinderkopf
offen ist.