[0001] Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder mit einem Schließzylindergehäuse, in
dem einseitig oder beidseitig eine mittels eines Knaufs drehbare Knaufwelle drehbar
gelagert ist, und mit wenigstens einem elektromechanisch arbeitenden Kupplungsmittel,
das aufgrund eines Berechtigungssignals ein Schließelement drehfest mit der Knaufwelle
verbindet und/oder die Knaufwelle freigibt, um ein Schloss zu betätigen, welches Berechtigungssignal
durch eine Auswerteelektronik aufgrund einer Eingabe oder eines Eingabesignals erzeugt
wird. Alternativ kann das Schließelement des Schließzylinders einseitig oder beidseitig
durch einen mittels eines Schlüssels drehbaren Schließkern betätigt werden. Auch betrifft
die Erfindung einen Schließzylinder, der auf der einen Seite mit einem Knauf und von
der anderen Seite mit einem Schlüssel betätigbar ist.
[0002] Der einseitig betätigbare Schließzylinder kann als Halbzylinder ausgebildet sein.
Bei einem beidseitig betätigbaren Schließzylinder kann ein Schließkern oder eine Knaufwelle
rein mechanisch stets mit dem Schließelement verbunden oder verbindbar sein. Dabei
kann ein rein mechanisch arbeitender Knauf mit einem elektromechanischem arbeitenden
Schließkern in einem Schließzylinder kombiniert werden und umgekehrt.
[0003] Derartige Schließzylinder sind allgemein bekannt. Häufig ist die Anordnung so getroffen,
dass das Eingabesignal mittel einer Antenne erfasst wird, die einen Transponder in
einem Schlüssel, einem Chip oder einem ähnlichen Token, der von der Zutritt begehrenden
Person getragen wird, anregt. Das empfangene Eingangssignal enthält den Zugangscode,
der von der Auswerteelektronik ausgewertet wird. Im Falle einer Zugangsberechtigung
wird ein Berechtigungssignal erzeugt, das ein elektromechanisches Kupplungsmittel
ansteuert. Das Kupplungsmittel bewirkt eine drehfeste Verbindung zwischen dem Schließelement,
beispielsweise einer Schließnase, und dem Knauf oder Schlüssel beziehungsweise gibt
die Knaufwelle oder den Schließkern frei. Ein Betätigen des Schlosses oder eines Schalters
oder dergleichen ist dann mit dem Schließzylinder möglich.
[0004] Die
DE 199 30 054 A1 beschreibt einen elektromechanischen Schließzylinder, der von der einen Seite mit
einem Schlüssel und von der anderen Seite mit einem Knauf betätigbar ist. Im Einzelnen
ist die Anordnung so getroffen, dass der Schlüssel einen Transponder trägt, dessen
Signal über eine Antenne am Schließzylindergehäuse empfangen und durch eine Auswertelektronik
im Knauf ausgewertet wird. Die
DE 198 51 308 C2 offenbart einen Schließzylinder, der beidseitig von einem Knauf betätigbar ist. Die
Auswerteelektronik und die Antenne zum Empfangen eines drahtlos übersendeten Signals
sind in dem Knauf auf der Innenseite der Tür angeordnet. Aus der
EP 1 256 671 A2 ist es bekannt, die Auswertelektronik in einer Rosette anzuordnen.
[0005] Allen bekannten Ausführungen von elektromechanischen Schließzylindern ist gemeinsam,
dass insbesondere die Auswerteelektronik, die Antenne und das Kupplungsmittel bezüglich
des Datenflusses und der zu übertragenden Signale eine Einheit bilden, die nicht voneinander
getrennt werden können. Dies bedeutet, dass für verschiedene Lesesystem oder Erfassungssysteme
oder unterschiedliche Datenübertragungstechniken zwischen Token und Schließzylinder
mit unterschiedlichen Sensoren und/oder Frequenzen und/oder Reichweiten, stets ein
vollständiger Schließzylinder mit an das Erfassungssystem angepasster Auswerteelektronik
hergestellt und bereitgehalten werden muss. Entsprechendes gilt für andere Arten der
Eingabe, beispielsweise das Vorsehen eines biometrischen Sensors, einer Tastatur oder
eines einfachen Tastschalters bei Innenknäufen. Auch hier muss je nach Wahl der gewünschten
Betätigungsfreigabe ein kompletter Schließzylinder mit entsprechend angepasster Auswertelektronik
bereitgehalten werden. Ändert sich die Technologie der Eingabe oder Erfassung des
Zugangscodes muss vor allem die Auswertelektronik an diese angepasst werden. Es ist
offensichtlich, dass hierfür ein hoher Herstellungs-, Entwicklungs- und Lageraufwand
erforderlich ist.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schließzylinder der eingangs geschilderten
Art so auszubilden, dass eine flexible Herstellung und Konfektion eines Schließzylinders
möglich ist.
[0007] Die Aufgabe wird bei einem durch wenigstens einen Knauf betätigbaren Schließzylinder
gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass wenigstens eine Leseeinheit mit einer Eingabeeinheit
zum Erfassen der Eingabe und/oder einer Empfangseinheit zum Empfangen des Eingabesignals
vorhanden ist, dass die Leseeinheit mit der Eingabe- und/oder Empfangseinheit räumlich
getrennt von der Auswerteelektronik in wenigstens einem Knauf angeordnet ist, dass
der Knauf elektrisch und mechanisch lösbar mit der Knaufwelle verbunden ist, und dass
die Leseeinheit aus der Eingabe oder dem Eingabesignal ein von der Auswerteelektronik
auswertbares Zugangssignal erzeugt.
[0008] Bei einem durch wenigstens einen Schlüssel betätigbaren Schließzylinder ist zur Lösung
der Aufgabe vorgesehen, dass wenigstens eine Leseeinheit mit einer Eingabeeinheit
zum Erfassen der Eingabe und/oder einer Empfangseinheit zum Empfangen des Eingabesignals
vorhanden ist, dass die Leseeinheit mit der Eingabe- und/oder Empfangseinheit räumlich
getrennt von der Auswerteelektronik in einem Bauteil angeordnet ist, das elektrisch
und mechanisch lösbar in oder an dem Zylindergehäuse montiert ist, und dass die Leseeinheit
aus der Eingabe oder dem Eingabesignal ein von der Auswerteelektronik auswertbares
Zugangssignal erzeugt.
[0009] Bei einem Schließzylinder der von der einen Seite durch einen Knauf und von der anderen
Seite durch einen Schlüssel betätigbar ist, wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass
eine erste und eine zweite Leseeinheit jeweils mit einer Eingabeeinheit zum Erfassen
der Eingabe und/oder einer Empfangseinheit zum Empfangen des Eingabesignals vorhanden
sind, dass die erste Leseeinheit mit der Eingabe- und/oder Empfangseinheit räumlich
getrennt von der Auswerteelektronik im Knauf angeordnet ist, der elektrisch und mechanisch
lösbar mit der Knaufwelle verbunden ist, dass die zweite Leseeinheit mit der Eingabe-
oder Empfangseinheit räumlich getrennt von der Auswerteelektronik in einem Bauteil
angeordnet ist, das elektrisch und mechanisch lösbar in oder an dem Zylindergehäuse
montierbar ist, und dass die Leseeinheiten jeweils aus der Eingabe oder dem Eingabesignal
ein von der Auswerteelektronik auswertbares Zugangssignal erzeugen.
[0010] Sofern die Leseeinheit mit einem in den Schließkern passenden Schlüssel zusammenwirkt,
wird das Eingabesignal häufig von dem Schlüssel zur Leseeinheit übertragen werden.
Wenn die Leseeinheit im Knauf angeordnet ist, wird das Eingabesignal häufig von einem
Token, wie Schlüsselanhänger oder Chipkarte übertragen werden.
[0011] Die Abtrennung der Leseeinheit von der Auswerteeinheit hat den Vorteil, dass stets
die gleiche Auswerteelektronik verwendet werden kann. Vorzugsweise wird durch die
Leseeinheit ein standardisiertes Zugangssignal erzeugt. Es kann aber auch vorgesehen
werden, dass die Auswerteelektronik zur Auswertung verschiedener Zugangssignale programmierbar
ist. Die die Auswerteelektronik umfassende Baugruppe und auch das Schließzylindergehäuse
mit dem Kupplungsmittel können unabhängig von der Art der Erzeugung und Erfassung
des Eingabesignals stets gleich bleiben. Ein Austausch technisch an die Umgebungsbedingungen
angepasster und optimierter Datenübertragungssysteme oder ein Wechsel zu anderen Eingabearten
ist ohne weiteres möglich.
[0012] Der Knauf oder das Bauteil, der beziehungsweise das die Leseeinheit trägt wird dazu
demontiert und die erforderlichen Signalleitungen für das Zugangssignal und die Leitungen
für die Stromversorgung der Leseeinheit, soweit erforderlich, werden getrennt. Ein
Knauf oder ein Bauteil mit einer anderen Leseeinheit wird in umgekehrter Reihenfolge
wieder eingesetzt. Es ist in diesem Zusammenhang günstig und insbesondere auch selbstverständlich,
dass das von der Leseeinheit generierte Zugangssignal nicht ohne weiteres zum Berechtigungssignal
führt. Es muss vielmehr vermieden werden, dass beispielsweise durch die Montage eines
Knaufs von einem ersten Schließzylinder an einen anderen Schließzylinder nunmehr auch
dieser zu öffnen wäre.
[0013] Dazu kann vorgesehen werden, dass die Leseeinheit mit dem Zugangscode einen Identifikationscode
überträgt. Auch kann vorgesehen werden, dass ein Identifikationscode bei der Installation
einer Leseeinheit übertragen werden muss oder von der Auswertelektronik abgerufen
werden muss. Durch den Identifikationscode wird die Leseeinheit einer bestimmten Auswerteelektronik
und somit einem bestimmten Schließzylinder eindeutig zugeordnet. Erst wenn Identifikationscode
einerseits und Zugangssignal andererseits stimmen, wird das Berechtigungssignal erzeugt.
Damit wird ein einfaches Austauschen der Leseeinheiten zum unautorisierten Betätigen
von Schlössern verhindert.
[0014] Die Art der Leseeinheit und die des gegebenenfalls vorhandenen Sensors oder der Antenne
können demnach beliebig sein. So kann die Leseeinheit eine Antenne zum Erfassen eines
drahtlos übermittelten Eingabesignals aufweisen. Vorzugweise ist die Antenne Bestandteil
eines Transpondersystems und dient zum Anregen des passiven Transponders in dem Token.
[0015] Auch ist es möglich, dass die Leseeinheit einen biometrischen Sensor zum Abtasten
wenigstens eines biometrischen Merkmals aufweist. Die Leseeinheit kann auch wenigstens
einen elektrischen Kontakt aufweisen, über den das Eingabesignal übertragen wird.
Der elektrische Kontakt kann beispielsweise ein Berührungssensor sein. Weiterhin kann
die Leseeinheit eine Tastatur umfassen, über die die Eingabe erfolgt. Das hierbei
jeweils erzeugte Zugangssignal weist stets einen Datensatz mit einem Zugangscode auf,
der von der Auswerteelektronik ausgewertet werden kann und als zulässig oder nicht
erkannt wird.
[0016] Schließlich ist es möglich, dass die Leseeinheit ein Tastschalter ist. Auch hier
kann durch das Betätigen des Taster ein Zugangssignal und eventuell ein Identifikationscode
mit einem Datensatz erzeugt werden, der zu einer Freigabe nur dann führt, wenn dieser
Datensatz in der Auswerteelektronik als zulässig abgelegt ist. Ein Missbrauch durch
einfaches Austauschen von Knäufen, bei denen eine codierte Eingabe oder das Empfangen
von codierten Signalen erforderlich ist, mit einem Knauf, der einen Tastschalter trägt,
ist daher nicht möglich.
[0017] In jedem Fall ist es zweckmäßig, wenn in der Leseeinheit eine Vorverarbeitung des
empfangenen Eingabesignals oder der Eingabe erfolgt. Insbesondere kann eine Aufbereitung
der biometrischen Merkmale in auswertbare Datensätze erfolgen. Es kann damit ein Zugangssignal
erzeugt werden, dass in der Auswertelektronik unmittelbar zur Erzeugung des Berechtigungssignals
ausgewertet werden kann. Die Auswerteelektronik kann dann auf die Zugangskontrolle
abgestimmt sein, während in der Leseeinheit eine Aufbereitung der eingelesenen Daten
durchgeführt wird. Hier wird der Vorteil der Trennung dieser Baugruppen besonders
deutlich.
[0018] Vorzugsweise sind der Schließzylinder und dessen Bestandteile modulartig aufgebaut.
Es kann vorgesehen werden, dass das Schließzylindergehäuse zur Aufnahme einer Knaufwelle
oder eines Schließkerns ein- oder doppelseitig ausgebildet ist. Auch kann es zweckmäßig
sein, wenn das Schließzylindergehäuse beidseitig Raum für die Montage des Einbauteils
bietet. Damit wird erreicht, dass der Grundkörper stets gleichartig gefertigt werden
kann. Unterschiedliche Einbaulängen können durch an sich bekannte Distanzstücke oder
Zwischenstücke zwischen den sich gegenüberliegenden Aufnahmen für Schließkern oder
Knaufwelle hergestellt werden.
[0019] Sofern auf der einen oder anderen Seite kein Bauteil mit der Leseinheit im Schließzylindergehäuse
montiert zu werden braucht, da dort beispielsweise ein Knauf oder ein rein mechanischer
Schließkern vorgesehen ist, kann eine Blindkappe vorgesehen werden, die den Raum verschließt.
Damit sind für eine Vielzahl von Schließzylindern das Gehäuse und die Auswerteelektronik
gleich. Der Herstellungsaufwand und auch die Lagerhaltung werden vereinfacht. Vor
allem ist es nicht erforderlich, bei einem Wechsel der Eingabeart die gesamte Auswerteelektronik
zu verändern. Die Anpassung erfolgt in der Leseeinheit.
[0020] Die Leseeinheit und die Auswertelektronik werden durch eine netzunabhängige Energiequelle
mit Energie versorgt. Sofern Datensignale oder Energieströme zwischen gegeneinander
beweglichen Baugruppen zu übertragen sind, eignen sich Schleifringkontakte. Die Schleifringe
liegen vorzugsweise im Inneren des Schließzylindergehäuses, so dass die Kontaktflächen
von außen nicht zugänglich sind oder beispielsweise bei einem Wechsel des Knaufs nicht
freiliegen. Die Signal- und Datenübertragung kann über eine weitere Leitung erfolgen,
die ebenfalls ein Schleifringkontakt zwischen den gegeneinander drehbaren Baugruppen
umfasst. Auch hier wird der Vorteil der Erfindung deutlich. Es ist nicht mehr erforderlich,
ein empfindliches Antennensignal im Schließzylinder bis zur Auswerteelektronik zu
übertragen, was mit Blick auf die Abschirmung Probleme bereitet. Vielmehr kann das
Signal durch die Leseeinheit beispielsweise in ein digitales Signal umgewandelt und/oder
verstärkt werden. Damit wird eine einfachere, bessere und sicherere Datenübertragung
möglich.
[0021] Es kann zweckmäßig sein, wenn die Leseeinheit im Knauf durch eine separate Energiequelle
in demselben oder dem gegenüber liegenden Knauf mit Energie versorgt wird. Es kann
auch vorgesehen werden, dass die Leseeinheit im lösbaren Bauteil durch eine separate
Energiequelle im Schießzylindergehäuse und/oder im Bauteil mit Energie versorgt wird.
Die Energiequelle kann dann auf die Leseeinheit abgestimmt werden. Auch kann Energiequelle
für die Auswerteelektronik entsprechend kleiner ausgebildet sein. Durch diese Verteilung
der Baugruppen und Energiequellen kann der beengte Raum in solchen Schließzylindern
besser ausgenutzt werden.
[0022] Wo die Auswerteelektronik im oder am Schließzylinder untergebracht wird, ist grundsätzlich
beliebig. Es kann vorgesehen werden, dass die Auswertelektronik im Schließzylindergehäuse
angeordnet ist. Günstig kann es aber auch sein, wenn die Auswertelektronik in wenigstens
einer Rosette angeordnet ist, die auf einer Seite des Schließzylinders angeordnet
ist. Dabei kann zudem vorgesehen werden, dass die Energiequelle zur Versorgung der
Auswertelektronik und/oder der Leseeinheit(en) ebenfalls in der Rosette angeordnet
ist. Eine Rosette bietet ausreichend Raum für eine Vielzahl von elektronischen Komponenten.
Insbesondere ist es möglich, die Rosette gut gegen äußere Witterungseinflüsse zu schützen
oder leistungsstarke Energiequellen hoher Kapazität und Lebensdauer, wie Batterien,
einzusetzen. Dann kann ein derart ausgestatteter Schließzylinder auch im Außenbereich
oder für Türen benutzt werden, die häufig frequentiert werden.
[0023] Die Auswertelektronik kann auch in der Knaufwelle angeordnet sein. Dies ist durch
die Miniaturisierung der elektronischen Bauelemente ohne weiteres möglich. Dann kann
es günstig sein, wenn die Energiequelle zur Versorgung der Auswertelektronik und/oder
der Leseeinheit(en) ebenfalls in einem Knauf angeordnet ist. Damit wird erreicht,
dass alle elektrischen Elemente auf einem Bauteil sitzen. Es bedarf keiner Datenübertragung
zwischen gegeneinander beweglichen Teilen, so dass die Betriebssicherheit erhöht wird.
[0024] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der schematischen Zeichnung näher erläutert,
deren einzige Figur einen Doppelknaufzylinder mit Knaufwellen für verschiedene Knäufe
zeigt.
[0025] Der in der Zeichnung dargestellte Schließzylinder 11 ist als so genannter Doppelknaufzylinder
ausgebildet, der von beiden Seiten 12, 13 mit einem Knauf bedient werden kann. Es
ist eine Knaufwelle 14 im Schließzylindergehäuse drehbar gelagert, auf der eine Schließnase
15 drehbar gelagert ist. Es ist ein lediglich schematisch gezeigtes Kupplungsmittel
16 vorhanden, dass eine drehfeste Verbindung zwischen Schließnase und Knaufwelle bewirkt,
wenn es durch ein Berechtigungssignal angesteuert wird. Die Stromversorgungsleitungen
und die Logikeinheit zum Ansteuern des Kupplungsmittels sind in der Zeichnung nicht
dargestellt. Das Kupplungsmittel kann beispielsweise ein Elektromotor mit Exzentergetriebe,
ein elektromagnetischer Antrieb oder ein Drehmagnet sein.
[0026] Zu Erzeugung des Berechtigungssignals ist eine Auswertelektronik 17 vorhanden, die
in einer Rosette 18 angeordnet ist, die auf einer Seite 12 des Schließzylinders montiert
ist. Die Auswertelektronik steht in elektrischer Verbindung mit einer Energiequelle
19 und dem Kupplungsmittel 16.
[0027] Die Auswerteelektronik wirkt mit einer Leseeinheit zusammen, die mit einem Sensor
in einem Knauf untergebracht ist. Im Einzelnen ist die Anordnung so getroffen, dass
die Auswerteelektronik eine Signalübertragungsverbindung 21 aufweist, die sich über
Schleifringkontakte bis zu den Wellenenden 22, 23 erstreckt. Die Energiequelle 19
umfasst Versorgungsleitungen 24 die sich über Schleifringkontakte ebenfalls bis zu
den Wellenenden erstrecken.
[0028] In der Zeichnung sind zwei verschiedene Knäufe 25, 26 gezeigt, die jeweils auf eines
der Wellenenden 22, 23 passen. Der Knauf 25 umfasst eine Leseeinheit 27 mit einer
Antenne 28 eines Transpondersystems. Der Knauf 26 umfasst eine Leseeinheit 29 mit
einem biometrischen Sensor 30. Beide Leseeinheiten sind so ausgebildet, dass aus den
erfassten Eingangssignalen, nämlich Funksignal einerseits, biometrische Daten andererseits,
stets ein Zugangssignal erzeugt wird, das ein Zugangscode enthält, der von der Auswerteelektronik
17 ausgewertet werden kann.
[0029] Die Knäufe 25, 26 weisen jeweils eine Nabe 31 auf, die auf die Wellenenden 22, 23
passt und über die die Knäufe drehfest mit der Knaufwelle verbunden werden können.
Eine axiale Befestigung gegen Abziehen während des normalen Gebrauchs ist auch vorgesehen.
Die elektrischen Anschlüsse 32 im Knauf sind korrespondierend zu der Signalübertragungsverbindung
21 und den Versorgungsleitungen 24 ausgebildet. Damit kann jeder Knauf 25, 26 beliebig
auf dem Doppelknaufzylinder platziert werden.
[0030] Es kann vorgesehen werden, dass in einem Knauf zusätzlich oder alternativ eine Kommunikationseinheit
angeordnet ist, die mit der Auswertelektronik in Verbindung steht. Über die Kommunikationseinheit
kann der Schließzylinder beispielsweise programmiert werden oder mit einem Netzwerk
in Verbindung stehen. Die Kommunikationseinheit kann dazu eine beliebig ausgebildete
Schnittstelle und insbesondere eine Funk- oder Infrarotschnittstelle aufweisen. Auch
kann eine drahtgebundene Schnittstelle oder ein Kontaktstecker vorgesehen werden.
Auch die Kommunikationseinheit kann wie die Leseeinheit über einen Identifikationscode
einer bestimmten Auswerteelektronik zugeordnet sein.
[0031] Bei einem Schließzylinder mit Schließkern ist anstelle der Knaufwelle ein mit einem
Schlüssel betätigbarer Schließkern vorgesehen. Hier kann die Leseeinheit beispielsweise
mit einer Antenne für das Auslesen eines Transponders im Schlüssel in einem Bauteil
33 im vorderen Stirnbereich des Schließzylinders angeordnet sein. Dies ist in der
Zeichnung mit gestrichelten Linien dargestellt. Die Signalverbindung und die Energieversorgung
erfolg über Leitungen im feststehenden Gehäuseteil. Grundsätzlich kann ein Schließzylindergehäuse
sowohl für Schlüsselbetätigung als auch für Knaufbetätigung ausgebildet sein. Die
Schleifringe für die Knaufwelle können dann im vorderen Bereich angeordnet werden,
in dem andernfalls das Bauteil für die Leseeinheit für den Transponder des Schlüssels
sitzt. Dort sind sie für die Montage gut zugänglich und können durch eine entsprechend
ausgebildete Blindkappe verdeckt werden.
[0032] Es wird hiermit ein modular aufgebauter Schließzylinder bereitgestellt, der nahezu
beliebig erweiterbar und ausrüstbar ist. Es ist lediglich erforderlich, den Knauf
mit der Leseeinheit und dem Sensor entsprechend der gewünschten Eingabeart des Zugangscodes
zu entwickeln und mit entsprechenden mechanischen und elektronischen Schnittstellen
zu versehen. Dann kann jeder Knauf auf jedes Schließzylindergehäuse bei gleicher Auswertelektronik
montiert werden.
1. Schließzylinder mit einem Schließzylindergehäuse, in dem einseitig oder beidseitig
eine mittels eines Knaufs (25, 26) drehbare Knaufwelle (14) drehbar gelagert ist,
und mit wenigstens einem elektromechanisch arbeitenden Kupplungsmittel (16), das aufgrund
eines Berechtigungssignals ein Schließelement drehfest mit der Knaufwelle verbindet
und/oder die Knaufwelle freigibt, um ein Schloss zu betätigen, welches Berechtigungssignal
durch eine Auswerteelektronik (17) aufgrund einer Eingabe oder eines Eingabesignals
erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Leseeinheit (27, 29) mit einer Eingabeeinheit zum Erfassen der Eingabe
und/oder einer Empfangseinheit zum Empfangen des Eingabesignals vorhanden ist, dass
die Leseeinheit mit der Eingabe- und/oder Empfangseinheit räumlich getrennt von der
Auswerteelektronik in wenigstens einem Knauf angeordnet ist, dass der Knauf elektrisch
und mechanisch lösbar mit der Knaufwelle (14) verbunden ist, und dass die Leseeinheit
aus der Eingabe oder dem Eingabesignal ein von der Auswerteelektronik auswertbares
Zugangssignal erzeugt.
2. Schließzylinder mit einem Schließzylindergehäuse, in dem einseitig oder beidseitig
ein mittels eines Schlüssels drehbarer Schließkern drehbar gelagert ist, und mit wenigstens
einem elektromechanisch arbeitenden Kupplungsmittel, das aufgrund eines Berechtigungssignals
ein Schließelement drehfest mit dem Schließkern verbindet und/oder den Schließkern
entriegelt, um ein Schloss zu betätigen, welches Berechtigungssignal durch eine Auswerteelektronik
aufgrund eines Eingabesignals erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Leseeinheit mit einer Eingabeeinheit zum Erfassen der Eingabe und/oder
einer Empfangseinheit zum Empfangen des Eingabesignals vorhanden ist, dass die Leseeinheit
mit der Eingabe- und/oder Empfangseinheit räumlich getrennt von der Auswerteelektronik
in einem Bauteil angeordnet ist, das elektrisch und mechanisch lösbar in oder an dem
Zylindergehäuse montiert ist, und dass die Leseeinheit aus der Eingabe oder dem Eingabesignal
ein von der Auswerteelektronik auswertbares Zugangssignal erzeugt.
3. Schließzylinder mit einem Schließzylindergehäuse, in dem auf der einen Seite eine
mittels eines Knaufs drehbare Knaufwelle und auf der anderen Seite ein mittels eines
Schlüssels drehbarer Schließkern drehbar gelagert ist, und mit wenigstens einem elektromechanisch
arbeitenden Kupplungsmittel, das aufgrund eines Berechtigungssignals ein Schließelement
drehfest mit der Knaufwelle und/oder dem Schließkern verbindet und/oder die Knaufwelle
und/oder den Schließkern entriegelt, um ein Schloss zu betätigen, welches Berechtigungssignal
durch eine Auswerteelektronik aufgrund einer Eingabe oder eines Eingabesignals erzeugt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste und eine zweite Leseeinheit jeweils mit einer Eingabeeinheit zum Erfassen
der Eingabe und/oder einer Empfangseinheit zum Empfangen des Eingabesignals vorhanden
sind, dass die erste Leseeinheit mit der Eingabe- und/oder Empfangseinheit räumlich
getrennt von der Auswerteelektronik im Knauf angeordnet ist, der elektrisch und mechanisch
lösbar mit der Knaufwelle verbunden ist, dass die zweite Leseeinheit mit der eingabe-
oder Empfangseinheit räumlich getrennt von der Auswerteelektronik in einem Bauteil
angeordnet ist, das elektrisch und mechanisch lösbar in oder an dem Zylindergehäuse
montierbar ist, und dass die Leseeinheiten jeweils aus der Eingabe oder dem Eingabesignal
ein von der Auswerteelektronik auswertbares Zugangssignal erzeugen.
4. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinheit eine Antenne (28) zum Erfassen eines drahtlos übermittelten Eingabesignals
aufweist.
5. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabeeinheit (29) einen biometrischen Sensor (30) zum Abtasten wenigstens eines
biometrischen Merkmals aufweist.
6. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabeeinheit ein Tastschalter ist.
7. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabeeinheit wenigstens einen elektrischen Kontakt aufweist, über den das Eingabesignal
übertragen wird.
8. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabeeinheit eine Tastatur aufweist, über die die Eingabe erfolgt.
9. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Leseeinheit durch einen Identifikationscode der Auswerteelektronik zugeordnet
ist.
10. Schließzylinder nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Identifikationscode mit dem Zugangssignal zur Auswerteelektronik übertragen wird
oder von der Auswertelektronik abgefragt wird.
11. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließzylindergehäuse zur Aufnahme einer Knaufwelle oder eines Schließkerns
ein- oder doppelseitig ausgebildet ist.
12. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließzylindergehäuse beidseitig Raum für die Montage des Einbauteils (33) bietet.
13. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Leseeinheit im Knauf durch eine separate Energiequelle in demselben oder dem
gegenüber liegenden Knauf mit Energie versorgt wird.
14. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 2 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Leseeinheit im lösbaren Bauteil durch eine separate Energiequelle im Schießzylindergehäuse
und/oder im Bauteil mit Energie versorgt wird.
15. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswertelektronik im Schließzylindergehäuse angeordnet ist.
16. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswertelektronik in der Knaufwelle angeordnet ist.
17. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiequelle zur Versorgung der Auswertelektronik und/oder der Leseeinheit(en)
in einem Knauf angeordnet ist.
18. Schließzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswertelektronik in wenigstens einer Rosette angeordnet ist, die auf einer Seite
des Schließzylinders angeordnet ist.
19. Schließzylinder nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiequelle zur Versorgung der Auswertelektronik und/oder der Leseeinheit(en)
in der Rosette angeordnet ist.