| (19) |
 |
|
(11) |
EP 1 739 631 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
24.10.2012 Patentblatt 2012/43 |
| (22) |
Anmeldetag: 24.06.2005 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
|
| (54) |
Modularer elektromechanischer Schliesszylinder
Modular cylinder lock
Serrure cylindrique modulaire
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
DE FR GB IT NL |
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
03.01.2007 Patentblatt 2007/01 |
| (73) |
Patentinhaber: ASSA ABLOY AB |
|
107 23 Stockholm (SE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Lange, Volker
25451 Quickborn (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Grosfillier, Philippe |
|
ANDRE ROLAND SA
Chemin des Charmettes 9
P.O. Box 5107 1002 Lausanne 1002 Lausanne (CH) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 1 174 572 DE-A1- 19 851 308 US-A- 4 901 545
|
EP-A- 1 256 671 DE-C1- 10 225 368 US-A1- 2004 040 355
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder mit einem Schließzylindergehäuse, in
dem einseitig oder beidseitig eine mittels eines Knaufs drehbare Knaufwelle drehbar
gelagert ist, und mit wenigstens einem elektromechanisch arbeitenden Kupplungsmittel,
das aufgrund eines Berechtigungssignals ein Schließelement drehfest mit der Knaufwelle
verbindet oder die Knaufwelle freigibt, um ein Schloss zu betätigen, welches Berechtigungssignal
durch eine Auswerteelektronik aufgrund einer Eingabe oder eines Eingabesignals erzeugt
wird.
[0002] Der einseitig betätigbare Schließzylinder kann als Halbzylinder ausgebildet sein.
Bei einem beidseitig betätigbaren Schließzylinder kann ein Schließkern oder eine Knaufwelle
rein mechanisch stets mit dem Schließelement verbunden oder verbindbar sein. Dabei
kann ein rein mechanisch arbeitender Knauf mit einem elektromechanischem arbeitenden
Schließkern in einem Schließzylinder kombiniert werden und umgekehrt.
[0003] Derartige Schließzylinder sind allgemein bekannt. Häufig ist die Anordnung so getroffen,
dass das Eingabesignal mittels einer Antenne erfasst wird, die einen Transponder in
einem Schlüssel, einem Chip oder einem ähnlichen Token, der von der Zutritt begehrenden
Person getragen wird, anregt. Das empfangene Eingangssignal enthält den Zugangscode,
der von der Auswerteelektronik ausgewertet wird. Im Falle einer Zugangsberechtigung
wird ein Berechtigungssignal erzeugt, das ein elektromechanisches Kupplungsmittel
ansteuert. Das Kupplungsmittel bewirkt eine drehfeste Verbindung zwischen dem Schließelement,
beispielsweise einer Schließnase, und dem Knauf oder Schlüssel beziehungsweise gibt
die Knaufwelle oder den Schließkern frei. Ein Betätigen des Schlosses oder eines Schalters
oder dergleichen ist dann mit dem Schließzylinder möglich.
[0004] Die
DE 199 30 054 A1 beschreibt einen elektromechanischen Schließzylinder, der von der einen Seite mit
einem Schlüssel und von der anderen Seite mit einem Knauf betätigbar ist. Im Einzelnen
ist die Anordnung so getroffen, dass der Schlüssel einen Transponder trägt, dessen
Signal über eine Antenne am Schließzylindergehäuse empfangen und durch eine Auswertelektronik
im Knauf ausgewertet wird. Die
DE 198 51 308 C2 offenbart einen Schließzylinder, der beidseitig von einem Knauf betätigbar ist. Die
Auswerteelektronik und die Antenne zum Empfangen eines drahtlos übersendeten Signals
sind in dem Knauf auf der Innenseite der Tür angeordnet. Aus der
EP 1 256 671 A2 ist es bekannt, die Auswertelektronik in einer Rosette anzuordnen. Die
EP 1 174 572 A2 beschreibt einen Schließzylinder mit einer drahtlosen Übertragung eines Signals.
Hier sind die Antenne und die Steuerelektronik in getrennten Bauteilen des Schließzylinders
angeordnet. Die Steuerelektronik arbeitet stets mit derselben Lesetechnologie. Ein
Wechsel oder eine Veränderung nur der Lesetechnologie ist nicht ohne weiteres möglich.
[0005] Allen bekannten Ausführungen von elektromechanischen Schließzylindern ist gemeinsam,
dass insbesondere die Auswerteelektronik, die Antenne und das Kupplungsmittel bezüglich
des Datenflusses und der zu übertragenden Signale eine Einheit bilden, die nicht voneinander
getrennt werden können. Dies bedeutet, dass für verschiedene Lesesystem oder Erfassungssysteme
oder unterschiedliche Datenübertragungstechniken zwischen Token und Schließzylinder
mit unterschiedlichen Sensoren und/oder Frequenzen und/oder Reichweiten, stets ein
vollständiger Schließzylinder mit an das Erfassungssystem angepasster Auswerteelektronik
hergestellt und bereitgehalten werden muss. Entsprechendes gilt für andere Arten der
Eingabe, beispielsweise das Vorsehen eines biometrischen Sensors, einer Tastatur oder
eines einfachen Tastschalters bei Innenknäufen. Auch hier muss je nach Wahl der gewünschten
Betätigungsfreigabe ein kompletter Schließzylinder mit entsprechend angepasster Auswertelektronik
bereitgehalten werden. Ändert sich die Technologie der Eingabe oder Erfassung des
Zugangscodes muss vor allem die Auswertelektronik an diese angepasst werden. Es ist
offensichtlich, dass hierfür ein hoher Herstellungs-, Entwicklungs- und Lageraufwand
erforderlich ist.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schließzylinder der eingangs geschilderten
Art so auszubilden, dass eine flexible Herstellung und Konfektion eines Schließzylinders
möglich ist.
[0007] Die Aufgabe wird bei einem durch wenigstens einen Knauf betätigbaren Schließzylinder
gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass wenigstens eine Leseeinheit mit einer Empfangseinheit
zum Empfangen des Eingabesignals vorhanden ist, dass die Leseeinheit mit der Empfangseinheit
in wenigstens einem Knauf angeordnet ist, der elektrisch und mechanisch lösbar mit
der Knaufwelle verbunden ist, dass die Leseeinheit aus dem Eingabesignal ein von der
Auswerteelektronik auswertbares Zugangssignal erzeugt, und dass die Auswerteelektronik
räumlich getrennt von der Leseeinheit und der Empfangseinheit in der Knaufwelle angeordnet
ist.
[0008] Dabei kann zudem vorgesehen werden, dass die Energiequelle zur Versorgung der Auswertelektronik
oder der Leseeinheit(en) ebenfalls in der Rosette angeordnet ist. Eine Rosette bietet
ausreichend Raum für eine Vielzahl von elektronischen Komponenten. Insbesondere ist
es möglich, die Rosette gut gegen äußere Witterungseinflüsse zu schützen oder leistungsstarke
Energiequellen hoher Kapazität und Lebensdauer, wie Batterien, einzusetzen. Dann kann
ein derart ausgestatteter Schließzylinder auch im Außenbereich oder für Türen benutzt
werden, die häufig frequentiert werden.
[0009] Die Auswertelektronik ist in der Knaufwelle angeordnet. Dies ist durch die Miniaturisierung
der elektronischen Bauelemente ohne weiteres möglich. Dann kann es günstig sein, wenn
die Energiequelle zur Versorgung der Auswertelektronik und/oder der Leseeinheit(en)
ebenfalls in einem Knauf angeordnet ist. Damit wird erreicht, dass alle elektrischen
Elemente auf einem Bauteil sitzen. Es bedarf keiner Datenübertragung zwischen gegeneinander
beweglichen Teilen, so dass die Betriebssicherheit erhöht wird.
[0010] Sofern die Leseeinheit mit einem in den Schließkern passenden Schlüssel zusammenwirkt,
wird das Eingabesignal häufig von dem Schlüssel zur Leseeinheit übertragen werden.
Wenn die Leseeinheit im Knauf angeordnet ist, wird das Eingabesignal häufig von einem
Token, wie Schlüsselanhänger oder Chipkarte übertragen werden.
[0011] Die Abtrennung der Leseeinheit von der Auswerteeinheit hat den Vorteil, dass stets
die gleiche Auswerteelektronik verwendet werden kann. Vorzugsweise wird durch die
Leseeinheit ein standardisiertes Zugangssignal erzeugt. Es kann aber auch vorgesehen
werden, dass die Auswerteelektronik zur Auswertung verschiedener Zugangssignale programmierbar
ist. Die die Auswerteelektronik umfassende Baugruppe und auch das Schließzylindergehäuse
mit dem Kupplungsmittel können unabhängig von der Art der Erzeugung und Erfassung
des Eingabesignals stets gleich bleiben. Ein Austausch technisch an die Umgebungsbedingungen
angepasster und optimierter Datenübertragungssysteme oder ein Wechsel zu anderen Eingabearten
ist ohne weiteres möglich.
[0012] Der Knauf oder das Bauteil, der beziehungsweise das die Leseeinheit trägt wird dazu
demontiert und die erforderlichen Signalleitungen für das Zugangssignal und die Leitungen
für die Stromversorgung der Leseeinheit, soweit erforderlich, werden getrennt. Ein
Knauf oder ein Bauteil mit einer anderen Leseeinheit wird in umgekehrter Reihenfolge
wieder eingesetzt. Es ist in diesem Zusammenhang günstig und insbesondere auch selbstverständlich,
dass das von der Leseeinheit generierte Zugangssignal nicht ohne weiteres zum Berechtigungssignal
führt. Es muss vielmehr vermieden werden, dass beispielsweise durch die Montage eines
Knaufs von einem ersten Schließzylinder an einen anderen Schließzylinder nunmehr auch
dieser zu öffnen wäre.
[0013] Dazu kann vorgesehen werden, dass die Leseeinheit mit dem Zugangscode einen Identifikationscode
überträgt. Auch kann vorgesehen werden, dass ein Identifikationscode bei der Installation
einer Leseeinheit übertragen werden muss oder von der Auswertelektronik abgerufen
werden muss. Durch den Identifikationscode wird die Leseeinheit einer bestimmten Auswerteelektronik
und somit einem bestimmten Schließzylinder eindeutig zugeordnet. Erst wenn Identifikationscode
einerseits und Zugangssignal andererseits stimmen, wird das Berechtigungssignal erzeugt.
Damit wird ein einfaches Austauschen der Leseeinheiten zum unautorisierten Betätigen
von Schlössern verhindert.
[0014] Die Art der Leseeinheit und die des gegebenenfalls vorhandenen Sensors oder der Antenne
können demnach beliebig sein. So kann die Leseeinheit eine Antenne zum Erfassen eines
drahtlos übermittelten Eingabesignals aufweisen. Vorzugweise ist die Antenne Bestandteil
eines Transpondersystems und dient zum Anregen des passiven Transponders in dem Token.
[0015] Auch ist es möglich, dass die Leseeinheit einen biometrischen Sensor zum Abtasten
wenigstens eines biometrischen Merkmals aufweist. Die Leseeinheit kann auch wenigstens
einen elektrischen Kontakt aufweisen, über den das Eingabesignal übertragen wird.
Der elektrische Kontakt kann beispielsweise ein Berührungssensor sein. Weiterhin kann
die Leseeinheit eine Tastatur umfassen, über die die Eingabe erfolgt. Das hierbei
jeweils erzeugte Zugangssignal weist stets einen Datensatz mit einem Zugangscode auf,
der von der Auswerteelektronik ausgewertet werden kann und als zulässig oder nicht
erkannt wird.
[0016] Schließlich ist es möglich, dass die Leseeinheit ein Tastschalter ist. Auch hier
kann durch das Betätigen des Taster ein Zugangssignal und eventuell ein Identifikationscode
mit einem Datensatz erzeugt werden, der zu einer Freigabe nur dann führt, wenn dieser
Datensatz in der Auswerteelektronik als zulässig abgelegt ist. Ein Missbrauch durch
einfaches Austauschen von Knäufen, bei denen eine codierte Eingabe oder das Empfangen
von codierten Signalen erforderlich ist, mit einem Knauf, der einen Tastschalter trägt,
ist daher nicht möglich.
[0017] In jedem Fall ist es zweckmäßig, wenn in der Leseeinheit eine Vorverarbeitung des
empfangenen Eingabesignals erfolgt. Insbesondere kann eine Aufbereitung der biometrischen
Merkmale in auswertbare Datensätze erfolgen. Es kann damit ein Zugangssignal erzeugt
werden, dass in der Auswertelektronik unmittelbar zur Erzeugung des Berechtigungssignals
ausgewertet werden kann. Die Auswerteelektronik kann dann auf die Zugangskontrolle
abgestimmt sein, während in der Leseeinheit eine Aufbereitung der eingelesenen Daten
durchgeführt wird. Hier wird der Vorteil der Trennung dieser Baugruppen besonders
deutlich.
[0018] Vorzugsweise sind der Schließzylinder und dessen Bestandteile modulartig aufgebaut.
Es kann vorgesehen werden, dass das Schließzylindergehäuse zur Aufnahme einer Knaufwelle
oder eines Schließkerns ein- oder doppelseitig ausgebildet ist. Auch kann es zweckmäßig
sein, wenn das Schließzylindergehäuse beidseitig Raum für die Montage des Einbauteils
bietet. Damit wird erreicht, dass der Grundkörper stets gleichartig gefertigt werden
kann. Unterschiedliche Einbaulängen können durch an sich bekannte Distanzstücke oder
Zwischenstücke zwischen den sich gegenüberliegenden Aufnahmen für Schließkern oder
Knaufwelle hergestellt werden.
[0019] Sofern auf der einen oder anderen Seite kein Bauteil mit der Leseinheit im Schließzylindergehäuse
montiert zu werden braucht, da dort beispielsweise ein Knauf oder ein rein mechanischer
Schließkern vorgesehen ist, kann eine Blindkappe vorgesehen werden, die den Raum verschließt.
Damit sind für eine Vielzahl von Schließzylindern das Gehäuse und die Auswerteelektronik
gleich. Der Herstellungsaufwand und auch die Lagerhaltung werden vereinfacht. Vor
allem ist es nicht erforderlich, bei einem Wechsel der Eingabeart die gesamte Auswerteelektronik
zu verändern. Die Anpassung erfolgt in der Leseeinheit.
[0020] Die Leseeinheit und die Auswertelektronik werden durch eine netzunabhängige Energiequelle
mit Energie versorgt. Sofern Datensignale oder Energieströme zwischen gegeneinander
beweglichen Baugruppen zu übertragen sind, eignen sich Schleifringkontakte. Die Schleifringe
liegen vorzugsweise im Inneren des Schließzylindergehäuses, so dass die Kontaktflächen
von außen nicht zugänglich sind oder beispielsweise bei einem Wechsel des Knaufs nicht
freiliegen. Die Signal- und Datenübertragung kann über eine weitere Leitung erfolgen,
die ebenfalls ein Schleifringkontakt zwischen den gegeneinander drehbaren Baugruppen
umfasst. Auch hier wird der Vorteil der Erfindung deutlich. Es ist nicht mehr erforderlich,
ein empfindliches Antennensignal im Schließzylinder bis zur Auswerteelektronik zu
übertragen, was mit Blick auf die Abschirmung Probleme bereitet. Vielmehr kann das
Signal durch die Leseeinheit beispielsweise in ein digitales Signal umgewandelt und/oder
verstärkt werden. Damit wird eine einfachere, bessere und sicherere Datenübertragung
möglich.
[0021] Es kann zweckmäßig sein, wenn die Leseeinheit im Knauf durch eine separate Energiequelle
in demselben oder dem gegenüber liegenden Knauf mit Energie versorgt wird. Es kann
auch vorgesehen werden, dass die Leseeinheit im lösbaren Bauteil durch eine separate
Energiequelle im Schießzylindergehäuse und/oder im Bauteil mit Energie versorgt wird.
Die Energiequelle kann dann auf die Leseeinheit abgestimmt werden. Auch kann Energiequelle
für die Auswerteelektronik entsprechend kleiner ausgebildet sein. Durch diese Verteilung
der Baugruppen und Energiequellen kann der beengte Raum in solchen Schließzylindern
besser ausgenutzt werden.
[0022] Das Ausführungsbeispiel wird im Folgenden anhand der schematischen Zeichnung näher
erläutert, deren einzige Figur einen Doppelknaufzylinder mit Knaufwellen für verschiedene
Knäufe zeigt.
[0023] Der in der Zeichnung dargestellte Schließzylinder 11 ist als so genannter Doppelknaufzylinder
ausgebildet, der von beiden Seiten 12, 13 mit einem Knauf bedient werden kann. Es
ist eine Knaufwelle 14 im Schließzylindergehäuse drehbar gelagert, auf der eine Schließnase
15 drehbar gelagert ist. Es ist ein lediglich schematisch gezeigtes Kupplungsmittel
16 vorhanden, dass eine drehfeste Verbindung zwischen Schließnase und Knaufwelle bewirkt,
wenn es durch ein Berechtigungssignal angesteuert wird. Die Stromversorgungsleitungen
und die Logikeinheit zum Ansteuern des Kupplungsmittels sind in der Zeichnung nicht
dargestellt. Das Kupplungsmittel kann beispielsweise ein Elektromotor mit Exzentergetriebe,
ein elektromagnetischer Antrieb oder ein Drehmagnet sein.
[0024] Zu Erzeugung des Berechtigungssignals ist eine Auswertelektronik 17 vorhanden, die
in einer Rosette 18 angeordnet ist, die auf einer Seite 12 des Schließzylinders montiert
ist. Die Auswertelektronik steht in elektrischer Verbindung mit einer Energiequelle
19 und dem Kupplungsmittel 16.
[0025] Die Auswerteelektronik wirkt mit einer Leseeinheit zusammen, die mit einem Sensor
in einem Knauf untergebracht ist. Im Einzelnen ist die Anordnung so getroffen, dass
die Auswerteelektronik eine Signalübertragungsverbindung 21 aufweist, die sich über
Schleifringkontakte bis zu den Wellenenden 22, 23 erstreckt. Die Energiequelle 19
umfasst Versorgungsleitungen 24 die sich über Schleifringkontakte ebenfalls bis zu
den Wellenenden erstrecken.
[0026] In der Zeichnung sind zwei verschiedene Knäufe 25, 26 gezeigt, die jeweils auf eines
der Wellenenden 22, 23 passen. Der Knauf 25 umfasst eine Leseeinheit 27 mit einer
Antenne 28 eines Transpondersystems. Der Knauf 26 umfasst eine Leseeinheit 29 mit
einem biometrischen Sensor 30. Beide Leseeinheiten sind so ausgebildet, dass aus den
erfassten Eingangssignalen, nämlich Funksignal einerseits, biometrische Daten andererseits,
stets ein Zugangssignal erzeugt wird, das ein Zugangscode enthält, der von der Auswerteelektronik
17 ausgewertet werden kann.
[0027] Die Knäufe 25, 26 weisen jeweils eine Nabe 31 auf, die auf die Wellenenden 22, 23
passt und über die die Knäufe drehfest mit der Knaufwelle verbunden werden können.
Eine axiale Befestigung gegen Abziehen während des normalen Gebrauchs ist auch vorgesehen.
Die elektrischen Anschlüsse 32 im Knauf sind korrespondierend zu der Signalübertragungsverbindung
21 und den Versorgungsleitungen 24 ausgebildet. Damit kann jeder Knauf 25, 26 beliebig
auf dem Doppelknaufzylinder platziert werden.
[0028] Es kann vorgesehen werden, dass in einem Knauf zusätzlich oder alternativ eine Kommunikationseinheit
angeordnet ist, die mit der Auswertelektronik in Verbindung steht. Über die Kommunikationseinheit
kann der Schließzylinder beispielsweise programmiert werden oder mit einem Netzwerk
in Verbindung stehen. Die Kommunikationseinheit kann dazu eine beliebig ausgebildete
Schnittstelle und insbesondere eine Funk- oder Infrarotschnittstelle aufweisen. Auch
kann eine drahtgebundene Schnittstelle oder ein Kontaktstecker vorgesehen werden.
Auch die Kommunikationseinheit kann wie die Leseeinheit über einen Identifikationscode
einer bestimmten Auswerteelektronik zugeordnet sein.
[0029] Bei einem Schließzylinder mit Schließkern ist anstelle der Knaufwelle ein mit einem
Schlüssel betätigbarer Schließkern vorgesehen. Hier kann die Leseeinheit beispielsweise
mit einer Antenne für das Auslesen eines Transponders im Schlüssel in einem Bauteil
33 im vorderen Stirnbereich des Schließzylinders angeordnet sein. Dies ist in der
Zeichnung mit gestrichelten Linien dargestellt. Die Signalverbindung und die Energieversorgung
erfolg über Leitungen im feststehenden Gehäuseteil. Grundsätzlich kann ein Schließzylindergehäuse
sowohl für Schlüsselbetätigung als auch für Knaufbetätigung ausgebildet sein. Die
Schleifringe für die Knaufwelle können dann im vorderen Bereich angeordnet werden,
in dem andernfalls das Bauteil für die Leseeinheit für den Transponder des Schlüssels
sitzt. Dort sind sie für die Montage gut zugänglich und können durch eine entsprechend
ausgebildete Blindkappe verdeckt werden.
[0030] Es wird hiermit ein modular aufgebauter Schließzylinder bereitgestellt, der nahezu
beliebig erweiterbar und ausrüstbar ist. Es ist lediglich erforderlich, den Knauf
mit der Leseeinheit und dem Sensor entsprechend der gewünschten Eingabeart des Zugangscodes
zu entwickeln und mit entsprechenden mechanischen und elektronischen Schnittstellen
zu versehen. Dann kann jeder Knauf auf jedes Schließzylindergehäuse bei gleicher Auswertelektronik
montiert werden.
1. Schliesszylinder mit einem Schliesszylindergehäuse, in dem einseitig oder beidseitig
eine mittels eines Knaufs (25, 26) drehbare Knaufwelle (14) drehbar gelagert ist,
und mit wenigstens einem elektromechanisch arbeitenden Kupplungsmittel (16), das aufgrund
eines Berechtigungssignals ein Schliesselement drehfest mit der Knaufwelle (14) verbindet
oder die Knaufwelle (14) freigibt, um ein Schloss zu betätigen, welches Berechtigungssignal
durch eine Auswerteelektronik (17) aufgrund eines Eingabesignals erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Leseeinheit (27, 29) mit einer Empfangseinheit zum Empfangen des
Eingabesignals vorhanden ist, dass die Leseeinheit (27,29) mit der Empfangseinheit
in wenigstens einem Knauf (25,26) angeordnet ist, der elektrisch und mechanisch lösbar
mit der Knaufwelle (14) verbunden ist, dass die Leseeinheit (27,29) aus dem Eingabesignal
ein von der Auswerteelektronik (17) auswertbares Zugangsignal erzeugt, dass die Auswerteelektronik
(17) in der Knaufwelle (14) und räumlich getrennt von der Leseeinheit (27,29) und
der Empfangseinheit angeordnet ist.
2. Schliesszylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinheit eine Antenne (28) zum Erfassen eines drahtlos übermittelten Eingabesignals
aufweist.
3. Schliesszylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinheit einen biometrischen Sensor (30) zum Abtasten wenigstens eines
biometrischen Merkmals aufweist.
4. Schliesszylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinheit ein Tastschalter ist.
5. Schliesszylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinheit wenigstens einen elektrischen Kontakt aufweist, über den das
Eingabesignal übertragen wird.
6. Schliesszylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Empfangseinheit eine Tastatur aufweist, über die die Eingabe erfolgt.
7. Schliesszylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Leseeinheit durch einen Identifikationscode der Auswerteelektronik zugeordnet
ist.
8. Schliesszylinder nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Identifikationscode mit dem Zugangssignal zur Auswerteelektronik übertragen wird
oder von der Auswertelektronik abgefragt wird.
9. Schliesszylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Schliesszylindergehäuse zur Aufnahme einer Knaufwelle oder eines Schliesskerns
ein- oder doppelseitig ausgebildet ist.
10. Schliesszylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Schliesszylindergehäuse beidseitig Raum für die Montage des Einbauteils (33)
bietet.
11. Schliesszylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Leseeinheit im Knauf durch eine separate Energiequelle in demselben oder dem
gegenüber liegenden Knauf mit Energie versorgt wird.
12. Schliesszylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Leseeinheit im lösbaren Bauteil durch eine separate Energiequelle im Schiesszylindergehäuse
und/oder im Bauteil mit Energie versorgt wird.
13. Schliesszylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiequelle zur Versorgung der Auswertelektronik und/oder der Leseeinheit(en)
in einem Knauf angeordnet ist.
14. Schliesszylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiequelle zur Versorgung der Auswertelektronik und/oder der Leseeinheit(en)
in einer Rosette angeordnet ist.
1. Lock cylinder with a lock cylinder housing in which a knob shaft (14), which can be
rotated by means of a knob (25, 26), is rotatably mounted on one side or both sides,
and with at least one electromechanically operating coupling means (16) which, based
on an authorization signal, rotationally fixedly connects a lock element to the knob
shaft (14) or releases the knob shaft (14), in order to actuate a lock, which authorization
signal is produced by evaluation electronics (17) based on an input signal, characterized in that at least one reading unit (27, 29) with a receiving unit for receiving the input
signal is present, in that the reading unit (27, 29) with the receiving unit is arranged in at least one knob
(25, 26) which is connected to the knob shaft (14) in an electrically and mechanically
releasable manner, in that the reading unit (27, 29) produces from the input signal an access signal which can
be evaluated by the evaluation electronics (17), and in that the evaluation electronics (17) is arranged in the knob shaft (14) and with spatial
separation from the reading unit (27, 29) and the receiving unit.
2. Lock cylinder according to Claim 1, characterized in that the receiving unit has an antenna (28) for detecting a wirelessly transmitted input
signal.
3. Lock cylinder according to Claim 1, characterized in that the receiving unit has a biometric sensor (30) for scanning at least one biometric
feature.
4. Lock cylinder according to Claim 1, characterized in that the receiving unit is a push-button.
5. Lock cylinder according to Claim 1, characterized in that the receiving unit has at least one electrical contact via which the input signal
is transmitted.
6. Lock cylinder according to Claim 1, characterized in that the receiving unit has a keypad via which the input takes place.
7. Lock cylinder according to one of Claims 1 to 6, characterized in that the reading unit is assigned to the evaluation electronics by an identification code.
8. Lock cylinder according to Claim 7, characterized in that the identification code is transmitted with the access signal to the evaluation electronics
or queried by the evaluation electronics.
9. Lock cylinder according to one of Claims 1 to 8, characterized in that the lock cylinder housing is designed to be one- or double-sided to accommodate a
knob shaft or a lock core.
10. Lock cylinder according to one of Claims 1 to 9, characterized in that the lock cylinder housing offers space on both sides for the mounting of the installation
part (33).
11. Lock cylinder according to one of Claims 1 to 10, characterized in that the reading unit in the knob is supplied with power by a separate power supply in
the same or the opposite knob.
12. Lock cylinder according to one of Claims 1 to 11, characterized in that the reading unit in the releasable component is supplied with power by a separate
power source in the lock cylinder housing and/or in the component.
13. Lock cylinder according to one of Claims 1 to 12, characterized in that the power source for supplying the evaluation electronics and/or the reading unit(s)
is arranged in a knob.
14. Lock cylinder according to one of Claims 1 to 12, characterized in that the power source for supplying the evaluation electronics and/or the reading unit(s)
is arranged in a rosette.
1. Serrure cylindrique avec un corps de serrure cylindrique, dans lequel un arbre de
bouton (14) pouvant tourner au moyen d'un bouton (25, 26) est supporté de façon rotative
sur un côté ou sur les deux côtés, et avec au moins un moyen de couplage (16) opérant
de façon électromécanique, qui relie, sur la base d'un signal d'autorisation, un élément
de fermeture de façon calée en rotation à l'arbre de bouton (14) ou qui libère l'arbre
de bouton (14), afin d'actionner une serrure, signal d'autorisation qui est produit
par une électronique d'évaluation (17) sur la base d'un signal d'entrée, caractérisée en ce qu'il se trouve au moins une unité de lecture (27, 29) avec une unité de réception destinée
à recevoir le signal d'entrée, en ce que l'unité de lecture (27, 29) avec l'unité de réception est disposée dans au moins
un bouton (25, 26), qui est relié électriquement ou mécaniquement de façon séparable
à l'arbre de bouton (14), en ce que l'unité de lecture (27, 29) produit à partir du signal d'entrée un signal d'accès
évaluable par l'électronique d'évaluation (17), en ce que l'électronique d'évaluation (17) est disposée dans l'arbre de bouton (14) et est
spatialement séparée de l'unité de lecture (27, 29) et de l'unité de réception.
2. Serrure cylindrique selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'unité de réception présente une antenne (28) destinée à recevoir un signal d'entrée
transmis sans fil.
3. Serrure cylindrique selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'unité de réception comporte un détecteur biométrique (30) destiné à lire au moins
une caractéristique biométrique.
4. Serrure cylindrique selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'unité de réception est une touche à effleurement.
5. Serrure cylindrique selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'unité de réception présente au moins un contact électrique, par lequel le signal
d'entrée est transmis.
6. Serrure cylindrique selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'unité de réception présente un clavier, qui permet d'effectuer l'entrée.
7. Serrure cylindrique selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que l'unité de lecture est associée à l'électronique d'évaluation par un code d'identification.
8. Serrure cylindrique selon la revendication 7, caractérisée en ce que le code d'identification est transmis à l'électronique d'évaluation avec le signal
d'accès ou est demandé par l'électronique d'évaluation.
9. Serrure cylindrique selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisée en ce que le corps de serrure cylindrique est configuré à un côté ou à deux côtés pour recevoir
un arbre de bouton ou un noyau de serrure.
10. Serrure cylindrique selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisée en ce que le corps de serrure cylindrique offre sur les deux côtés de la place pour le montage
de la partie à intégrer (33).
11. Serrure cylindrique selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisée en ce que l'unité de lecture dans le bouton est alimentée en énergie par une source d'énergie
séparée dans le bouton lui-même ou dans le bouton opposé.
12. Serrure cylindrique selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, caractérisée en ce que l'unité de lecture dans le composant séparable est alimentée en énergie par une source
d'énergie séparée dans le corps de serrure cylindrique et/ou dans le composant.
13. Serrure cylindrique selon l'une quelconque des revendications 1 à 12, caractérisée en ce que la source d'énergie destinée à l'alimentation de l'électronique d'évaluation et/ou
de la/des unité(s) de lecture est disposée dans un bouton.
14. Serrure cylindrique selon l'une quelconque des revendications 1 à 12, caractérisée en ce que la source d'énergie destinée à l'alimentation de l'électronique d'évaluation et/ou
de la/des unité(s) de lecture est disposée dans une rosette.

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente