[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Formkörpern, insbesondere
Platten, mit den Merkmalen des Oberbegriffs des unabhängigen Patentanspruchs 1. Weiterhin
bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung für die Herstellung von Formkörpern,
insbesondere Platten, mit den Merkmalen des Oberbegriffs des unabhängigen Patentanspruchs
2. Die Vorrichtung ist zur Durchführung des Verfahrens vorgesehen.
STAND DER TECHNIK
[0002] Bei der Herstellung von Faserplatten, beispielsweise so genannten mitteldichten Faserplatten
(MDF-Platten) ist es bekannt, die Holzfasern in einem Blasgang, der sich zwischen
einem Refiner, in welchem die Holzfasern feucht, d.h. unter Zusatz von Wasser, aufgeschlossen
werden, und einem Trockner, in dem die Feuchtigkeit der Holzfasern für das sich anschließende
Verpressen zu den Holzfaserplatten eingestellt wird, mit einem Bindemittel zu beleimen.
Typischerweise wird das Bindemittel auf die in einem im Wesentlichen aus Wasserdampf
bestehenden Gasstrom durch den Blasgang geförderten Holzfasern aufgesprüht.
[0003] Aus
Xing, Cheng, et al., "Measurement of urea-formaldehyde resin distribution as a function
of MDF fiber size by laser scanning microscopy" in "Wood Science an Technology", Springer-Verlag
GmbH, Band 37, Nr. 6, April 2004, Seiten 495-507 ist es bekannt, dass bei Verfahren und in Vorrichtungen der eingangs beschriebenen
Art auch im Fall eines im Vergleich zur industriellen Herstellung von MDF-Platten
relativ hohen Bindemittelanteils bezogen auf die Holzfasern das Bindemittel nur eine
kleine Teilfläche der Oberfläche der Holzfasern bedeckt. Die mittels eines theoretischen
Modells der Beleimung berechnete, bei demselben Bindemittelanteil zu erwartende Bedeckung
der Oberfläche der Holzfasern liegt hingegen signifikant höher. Diese deutet darauf
hin, dass das Bindemittel bei der tatsächlichen Beleimung noch nicht optimal verteilt
and damit noch nicht optimal ausgenutzt wird.
[0004] Aus der
DE 24 38 818 A1 ist eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Beleimen von Fasern bekannt. Diese besteht
aus einem horizontal angeordneten zylindrischen Mischbehälter, der an einem Ende einen
Mischgutzulauftrichter und am anderen Ende einen Mischgutauslauftrichter aufweis und
in dem koaxial eine drehantreibbare Mischwerkwelle angeordnet ist, die mit Mischwerkzeugen
besetzt ist. Die Mischwerkwelle ist weiterhin mit davon abstehenden Leimschleuderrohren
versehen, die mit ihren Auslauföffnungen in den sich um die Mischwerkwelle ausbildenden
Mischgutring eintauchen. Der Mischbehälter mit seinem Mischgutzulauftrichter und seinem
Mischgutauslauftrichter ist in eine Lufttransportleitung für die zu beleimenden Fasern
geschaltet. Durch die Lufttransportleitung werden die zu beleimenden Fasern von einem
vorgeschalteten Druckgebläse und einem nachgeschalteten Sauggebläse durch den Mischbehälter
geblasen. Die bekannte Vorrichtung ist zum Trockenbeleimen von Holzfasern für die
Holzfaserplattenherstellung vorgesehen. Es handelt sich um eine vergleichsweise aufwändige
Vorrichtung, die dem Trockner am Ende des an einen Refiner anschließenden Blasgangs
als zusätzliche Beleimungsstation nachzuschalten ist.
[0005] Aus der
EP 0 744 259 B1 ist eine Klebevorrichtung für Faserplattenherstellungsanlagen bekannt, bei der die
Fasern in einem Luftstrom zu einem Zylindermantel geformt und von der Achse des Zylindermantels
her mit dem Bindemittel besprüht werden. Dabei kann stromab des Aufsprühens des Bindemittels
eine Mischeinrichtung vorgesehen sein, die eine koaxial zu der Achse des Zylindermantels
angeordnete drehantreibbare Welle mit radialen Schaufeln aufweist. In dieser Ausführungsform
ist die bekannte Klebevorrichtung zum Einsatz im Anschluss an einen Trockner für die
Fasern, in dem ihre Feuchtigkeit eingestellt wird, vorgesehen.
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Bindemittelausnutzung bei einem Verfahren
und einer Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art zu verbessern.
LÖSUNG
[0007] Die Aufgabe der Erfindung wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 2 gelöst. Bevorzugte
Ausführungsform des Verfahrens und der Vorrichtung sind in den abhängigen Patentansprüchen
3 bis 10 beschrieben.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0008] Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass die Holzfasern, die bei einem Verfahren
oder einer Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art durch den Blasgang gefördert
werden, ohne geeignete Zusatzmaßnahmen noch keine homogene Verteilung aufweisen. Aus
Aufnahmen von Holzfasern in einem Blasgang mit einer Hochgeschwindigkeitskamera, die
aus anderen Gründen entstanden, wurde ersehen, dass die Verteilung von Holzfasern
in einem von einem Refiner kommenden Blasgang neben vollständig vereinzelten Holzfasern
auch Agglomerate von Holzfasern aufweist. Diese Agglomerate werden sich beim Beleimen
der Holzfasern anders verhalten als vollständig vereinzelte Holzfasern, da beispielsweise
das in den Blasgang gesprühte Bindemittel im Wesentlichen nur die Oberfläche der Agglomerate,
aber nicht der Holzfasern innerhalb der Agglomerate erreichen wird. Hieraus wurde
abgeleitet, dass die bestehenden mathematischen Modelle für die Beleimung von Holzfasern
in einem Blasgang daran leiden werden, dass sie von einer homogenen Verteilung der
Holzfasern in dem Blasgang ausgehen, die tatsächlich nicht gegeben ist. Da gleichzeitig
der aus den Modellen unter der Annahme einer homogenen Verteilung der Holzfasern abgeleitete
Anteil der beleimten Oberfläche der Holzfasern größer ist, als er mit bisherigen Verfahren
und Vorrichtungen der eingangs beschriebenen Art erreicht wird, wird hier vorgeschlagen,
die Verteilung der Holzfasern in dem Gasstrom durch den Blasgang zu homogenisieren.
Konkret wird hierfür ein aktiv angetriebenes, insbesondere ein rotierendes Werkzeug
vorgeschlagen. Statische Werkzeuge sind zwar zur Homogenisierung der Verteilung der
Holzfasern in dem Gasstrom durch einen Blasgang grundsätzlich auch denkbar, doch ist
es hiermit entweder schwierig, den Gasstrom über den gesamten Querschnitt des Blasgangs
zu erfassen oder schwierig ein Aufbauen von Holzfasern und damit ein Verstopfen des
Blasgangs sicher auszuschließen. Bei einem aktiv angetriebenen, insbesondere einem
rotierenden Werkzeug hingegen kann bei geeigneter Anordnung durch die an dem Werkzeug
auftretenden Relativkräfte dafür Sorge getragen werden, dass sich Holzfasern, welche
sich vorübergehend an das Werkzeug anlegen, von diesem wieder abgeschleudert werden.
Grundsätzlich ist es die gewünschte Funktion des aktiv angetriebenen Werkzeugs, Agglomerate
von Holzfasern, die mit dem Gasstrom durch den Blasgang gefördert werden, zu zerschlagen
und auf diese Weise zu einer Homogenisierung der Verteilung der Holzfasern im Sinne
einer Erhöhung des Anteils der vollständig vereinzelten Holzfasern beizutragen. Hierfür
sind insbesondere schnell rotierende Werkzeuge geeignet.
[0009] Bei einem solchen rotierenden Werkzeug kann es vorgesehen sein, dass das Werkzeug
um eine Drehachse rotiert, die in der Förderrichtung der Holzfasern durch den Blasgang
verläuft oder mit dieser einen Winkel bis zu 45° einschließt. Das Werkzeug rotiert
entsprechend in einer Ebene oder, wenn es sich nicht radial von seiner Drehachse weg
erstreckt, in einer Fläche, die sich senkrecht bzw. quer zu der Förderrichtung der
Holzfasern durch den Blasgang erstreckt.
[0010] Es kann sinnvoll sein, nicht nur ein, sondern mehrere rotierende Werkzeuge vorzusehen.
Diese können um parallel zueinander verlaufende Drehachsen, was den Fall einer koaxialen
Anordnung einschließt, rotieren. Zwingend ist dies jedoch nicht.
[0011] Im Falle mehrerer rotierender Werkzeuge können diese in der Förderrichtung der Holzfasern
durch den Blasgang und/oder senkrecht dazu versetzt zueinander angeordnet sein. Bei
einem seitlichen Versatz der rotierenden Werkzeuge kann eine Abdeckung des gesamten
oder eines wesentlichen Teils des Querschnitts des Blasgangs mit den rotierenden Werkzeugen
erreicht werden, ohne dass ein einzelnes rotierendes Werkzeug den Querschnitt des
Blasgangs im Wesentlichen allein erfasst. So kann der Abstand jedes rotierenden Werkzeugs
zu den Wandungen des Blasgangs zumindest über den wesentlichen Teil seines Umfangs
erhöht werden, was die Gefahr eines Verstopfens des Blasgangs mit Holzfasern weiter
reduziert. Bei mehreren in der Förderrichtung der Holzfaser hintereinander angeordneten
rotierenden Werkzeugen kann die Wahrscheinlichkeit, dass ein Faseragglomerat, das
mit dem Gasstrom durch den Blasgang gefördert wird, durch eines der Werkzeuge getroffen
und damit aufgelöst wird, vervielfacht werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass
der Gasstrom durch einen Blasgang und damit die von ihm mitgeführten Holzfasern eine
sehr hohe Geschwindigkeit aufweisen können. Der Abstand der Werkzeuge in der Förderrichtung
ist möglichst so abzustimmen, dass jedes der Werkzeuge andere Teilvolumina des Gasstroms
durch den Blasgang erfasst.
[0012] Bezüglich der konkreten Ausbildung kann jedes rotierende Werkzeug einen oder mehrere
um seine Drehachse umlaufende Schlag- oder Schneidarme aufweisen. Die Schlag- oder
Schneidarme können so gekrümmt sein, dass ein leichtes Abgleiten der in ungewollter
Weise an den Schlag- oder Schneidarmen anhaftenden Holzfasern in radialer Richtung
erleichtert wird. Die Schlagarme müssen nicht starr sein, sondern können beispielsweise
auch aus Drahtabschnitten bestehen.
[0013] Die hohe Geschwindigkeit des Gasstroms durch einen Blasgang wurde bereits angesprochen.
Hierauf abgestimmt sollte die Umdrehungsgeschwindigkeit des rotierenden Werkzeugs
ebenfalls hoch sein. Geeigneter Weise läuft das rotierende Werkzeug mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit
von mindestens 1000 Umdrehungen pro Minute um seine Drehachse um.
[0014] Alternativ oder zusätzlich zu der hohen Geschwindigkeit des mindestens einen angetriebenen
Werkzeugs kann auch die Geschwindigkeit des Gasstroms in dem Bereich des Werkzeugs
gezielt herabgesetzt werden, indem der freie Querschnitt des Blasgangs in diesem Bereich
lokal aufgeweitet wird.
[0015] Bevorzugt ist es, wenn die Verteilung der Holzfasern mit dem rotierenden Werkzeug
vor ihrer Beleimung in dem Blasgang homogenisiert wird, so dass das Bindemittel anschließend
auf zu einem größeren Anteil vollständig vereinzelte Holzfasern aufgesprüht werden
kann. Das Einsparungspotenzial der vorliegenden Erfindung in Bezug auf das Bindemittel
ist dabei ganz erheblich. Bereits dann, wenn ein wesentlicher Anteil der vom Refiner
kommenden Faseragglomerate aufgelöst wird, können bis zu etwa 10 % des Bindemittels
eingespart werden, selbst wenn keine vollständig homogene Verteilung der Holzfasern
in dem Gasstrom durch den Blasgang erreicht wird.
[0016] Grundsätzlich ist es auch denkbar, die Ausnutzung des Bindemittels dadurch zu verbessern,
dass die Verteilung der Holzfasern in dem Gasstrom nach ihrer Beleimung mit dem mindestens
einen aktiv angetriebenen Werkzeug homogenisiert wird. In diesem Fall mag zwar die
prozentuale Bedeckung der Oberfläche der Holzfaser durch die Homogenisierung ihrer
Verteilung nicht wesentlich ansteigen, aber die Verteilung der beleimten Holzfasern
in dem Gasstrom und damit die Verteilung des Bindemittels in dem hieraus geformten
Formkörper wird dennoch verbessert.
[0017] Um eine Antriebswelle für das rotierende Werkzeug durch die Wandung des Blasgangs
hindurchzuführen und um gleichzeitig das Werkzeug in der Wandung des Blasgangs zu
lagern, ohne den Gasstrom durch den Blasgang allzu sehr zu behindern, kann eine in
Richtung der Drehachse des rotierenden Werkzeugs verlaufende Antriebswelle im Bereich
einer Krümmung des Blasgangs durch die Wandung des Blasgang hindurchtreten. Wenn die
Verteilung der Holzfaser in dem Gasstrom durch beim Durchlaufen der Krümmung des Blasgangs
auftretende Fliehkräfte auf den Außenradius der Krümmung konzentriert werden sollte,
so kann dieser ungewollten Abweichung von einer homogenen Verteilung der Holzfasern
über den freien Querschnitt des Blasgangs z.B. durch in dem Blasgang anzuordnende
Leitbleche für die Holzfasern entgegengewirkt werden.
[0018] Alternativ kann eine in Richtung der Drehachse des rotierenden Werkzeugs verlaufende
Antriebswelle auch in einem geraden Bereich des Blasgangs schräg durch die Wandung
des Blasgangs hindurch verlaufen.
[0019] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen
und der gesamten Beschreibung. Weitere Merkmale sind den Zeichnungen - insbesondere
den dargestellten Geometrien und den relativen Abmessungen mehrerer Bauteile zueinander
sowie deren relativer Anordnung und Wirkverbindung - zu entnehmen. Die Kombination
von Merkmalen unterschiedlicher Ausführungsformen der Erfindung oder von Merkmalen
unterschiedlicher Patentansprüche abweichend von den gewählten Rückbeziehungen ist
ebenfalls möglich und wird hiermit angeregt. Dies betrifft auch solche Merkmale, die
in separaten Zeichnungsfiguren dargestellt sind oder bei deren Beschreibung genannt
werden. Diese Merkmale können auch mit Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche
kombiniert werden.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0020] Im Folgenden wird die Erfindung anhand in den Figuren dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispielen
weiter erläutert und beschrieben.
- Fig. 1
- zeigt einen Blasgangs einer Vorrichtung für die Herstellung von Holzfaserplatten mit
im Bereich einer Krümmung des Blasgangs in dessen Wandung gelagerten rotierenden Werkzeugen
zur Homogenisierung der Verteilung von Holzfasern in einem durch den Blasgang geführten
Gasstrom.
- Fig. 2
- zeigt eines der rotierenden Werkzeuge gemäß Fig. 1 betrachtet in Richtung seiner Drehachse.
- Fig. 3
- zeigt eine alternative Ausführungsform des Werkzeugs gemäß Fig. 2.
- Fig. 4
- zeigt eine Anordnung von mehreren senkrecht zu einer Förderrichtung von Holzfasern
durch einen Blasgang versetzt angeordneten rotierenden Werkzeugen betrachtet in der
Förderrichtung.
- Fig. 5
- zeigt einen Blasgangs einer Vorrichtung für die Herstellung von Holzfaserplatten mit
in einem geraden Bereich des Blasgangs in dessen Wandung gelagerten rotierenden Werkzeugen
zur Homogenisierung der Verteilung von Holzfasern in einem durch den Blasgang geführten
Gasstrom.
- Fig. 6
- zeigt eine Draufsicht auf die Werkzeuge gemäß Fig. 5 in Richtung der Mittelachse des
Blasgangs; und
- Fig. 7
- zeigt eines der Werkzeuge gemäß den Fig. 4 und 5 im stillstehenden Zustand.
FIGURENBESCHREIBUNG
[0021]
Fig. 1 zeigt einen Blasgang 1 einer Vorrichtung zur Herstellung von Holzfaserplatten im
Bereich einer Krümmung 2 des Blasgangs 1. Der Blasgang 1 beginnt an einem Refiner
3, in dem Holzfasern feucht aufgeschlossen werden, die mit einem im Wesentlichen aus
Wasserdampf bestehenden Gasstrom 4 durch den Blasgang 1 gefördert werden; und der
Blasgang 1 erstreckt sich durch eine Beleimungsstation 5, in der die Holzfasern, welche
hier nicht wiedergegeben sind, mit einem Bindemittel beleimt werden, bis zu einem
hier ebenfalls nicht wiedergegebenen Trockner. Anschließend werden die beleimten und
in dem Trockner in ihrer Feuchtigkeit eingestellten Holzfasern zu einer Matte geformt
und anschließend unter Einwirkung erhöhter Temperatur zu einer Holzfaserplatte verpresst,
wobei das Bindemittel ausgehärtet wird. Um die Ausnutzung des Bindemittels für die
Bindung zwischen den Holzfasern in der auf diese Weise hergestellten Holzfaserplatte
zu verbessern, ist vorgesehen, die Verteilung der Holzfasern in dem Gasstrom 4 mit
hier drei in der Förderrichtung der Holzfasern durch den Blasgang 1 hintereinander
liegenden rotierenden Werkzeugen 6 zu homogenisieren. Die Werkzeuge 6 bestehen jeweils
aus drei Schlagarmen 7, die mit hoher Geschwindigkeit um eine Drehachse 8 umlaufen
und bei ihrem Auftreffen auf Agglomerate von Holzfasern diese Agglomerate in einzelne
Holzfasern zerschlagen, um die in den Agglomeraten enthaltenen Holzfasern zu vereinzeln.
Die Drehachsen 8 der drei Werkzeuge 6 fallen hier zusammen, da alle Werkzeuge 6 auf
einer gemeinsamen Antriebswelle 9 angeordnet sind. Die Antriebswelle 9 erstreckt sich
von dem Bereich, in dem sie die Werkzeuge 6 trägt und auf der Mittelachse des Blasgangs
1 verläuft, geradlinig zu einem Drehlager 10 in der Wandung 11 des Blasgangs 1 im
Bereich der Krümmung 2. Jenseits des Drehlagers 10, das gegenüber dem Innenraum des
Blasgangs 1 abgedichtet ist, ist ein in seiner Drehzahl einstellbarer Elektromotor
12 für den Drehantrieb der Antriebswelle 9 vorgesehen. Der Elektromotor 12 wird typischerweise
so eingestellt, dass die Werkzeuge 6 mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von mindestens
1000 Umdrehungen pro Minute um die Drehachse 8 umlaufen. Die konkrete Umdrehungsgeschwindigkeit
der Werkzeuge 6 ist so einzustellen, dass die Homogenität der Verteilung der Holzfasern
in dem Gasstrom 4 in Bezug auf die Ausnutzung des eingesetzten Bindemittels für die
Herstellung der Holzfaserplatten optimiert ist. Grundsätzlich ist eine hohe Umdrehungsgeschwindigkeit
der rotierenden Werkzeuge 6 vorteilhaft, um möglichst viele der von dem Refiner 3
kommenden Agglomerate von Holfasern mit den Schlagarmen 7 zu zerschlagen, dass heißt
aufzulösen. Als weitere Maßnahme, um möglicht viele dieser Agglomerate zu erfassen,
ist in Figur 1 angedeutet, dass der freie Querschnitt des Blasgangs 1 in dem Bereich
der Werkzeuge 6 gegenüber den sich beiderseits in und entgegen der Förderrichtung
der Holzfasern anschließenden Bereichen aufgeweitet ist. Hieraus resultiert bei gleichem
Volumenstrom eine Reduktion der tatsächlichen Geschwindigkeit des Gasstroms 4 und
der von diesem mitgeführten Holzfasern. So erfassen die Schlagarme 7 der rotierenden
Werkzeuge bei gleicher Umdrehungsgeschwindigkeit einen höheren Volumenanteil des Gasstroms
und damit die darin befindlichen Agglomerate. Mit gestrichelten Linien ist in Fig.
1 angedeutet, dass der Gasstrom 4' durch den Blasgang 1 auch in der entgegen gesetzten
Richtung in Bezug auf die Anordnung der Werkzeuge 6, der Antriebswelle 9 und der Durchführung
10 verlaufen könnte.
Fig. 2 zeigt eines der Werkzeuge 6 mit Blickrichtung auf seine Drehachse 8, die hier mit
der Mittelachse des Blasgangs 1 und der Förderrichtung der Holzfasern durch den Blasgang
1 zusammenfällt. Zu sehen ist, dass das Werkzeug 6 drei Schlagarme 7 aufweist, die
sich von der Drehachse 8 in radialer Richtung weg erstrecken. Die einzelnen Schlagarme
7 reichen nicht bis an die Wandung 11 des Blasgangs 1, damit sich von den Schlagarmen
7 nach außen weg geschleuderte Holzfasern nicht so zwischen der Wandung 11 und den
Schlagarmen 7 aufbauen können, dass der Blasgang 1 verstopft wird.
Fig. 3 zeigt eine alternative Ausführungsform des Werkzeugs 6. Hier sind die Schlagarme
7 nach hinten gekrümmt, so dass an ihren Vorderkanten anhaftende Holzfasern noch leichter
nach außen abgleiten können. Außerdem sind hier vier Schlagarme 7 vorgesehen. Die
Anzahl der Schlagarme 7 kann auch größer oder kleiner sein. Außerdem können statt
Schlagarmen 7, die für ein Zerteilen von Agglomeraten aus Holzfasern im Wesentlichen
durch Impulsübertragung vorgesehen sind, auch Schneidarme zur Ausbildung der Werkzeuge
6 verwendet werden, die über scharf angeschliffene Vorderkanten verfügen.
Fig. 4 skizziert, wie mit mehreren seitlich zu der Förderrichtung der Holzfasern durch den
Blasgang 1 zueinander versetzten Werkzeugen 6, die jeweils um eine zu der Mittelachse
des Blasgangs 1 parallele Drehachse 8 umlaufen, der Querschnitt des Blasgangs 1 im
Wesentlichen abgedeckt werden kann, auch wenn jedes einzelne Werkzeug 6 nur einen
Teilquerschnitt erfasst. Dies gilt bereits, wenn, wie in Fig. 4 dargestellt ist, nur
drei rotierende Werkzeuge 6 verwendet werden. Die Erfassung des Querschnitts des Blasgangs
1 durch die Werkzeuge 6 kann durch Erhöhung ihrer Anzahl bei weiterhin gleichmäßiger
Verteilung über den Querschnitt weiter verbessert werden. Jedes der Werkzeuge 6 weist
bis auf einen kleinen Bereich, in dem es der Wandung 11 des Blasgangs 1 nahe kommt,
einen großen Abstand der Wandung 11 auf, so dass die Gefahr des Zusetzens des Blasgangs
1 durch an den Werkzeugen 6 oder der Wandung 11 vorübergehend anhaftende Holzfasern
weiter reduziert ist.
[0022] Bei der Ausführungsform der Vorrichtung zur Herstellung von Holzfaserplatten, die
in
Fig. 5 skizziert ist, sind die rotierenden Werkzeuge 6 nicht im Bereich einer Krümmung des
Blasgangs 1 sondern in einem geraden Bereich des Blasgangs 1 vorgesehen. Dabei treten
die in Richtung der Drehachsen 8 der Werkzeuge 6 verlaufenden Antriebswellen 9 schräg
durch die Wandung 11 des Blasgangs 1 hindurch und sind dort in den Drehlagern 10 gelagert.
Überdies weist jedes der Werkzeuge 6 gemäß Fig. 5 einen eigenen Elektromotor 12 zum
Antrieb auf, obwohl die beiden Antriebswellen 9 auch getrieblich miteinander gekoppelt
sein könnten.
[0023] Fig. 6 skizziert, wie mit den beiden rotierenden Werkzeugen 6, deren Projektionsflächen
in Richtung der Mittelachse des Blasgangs 1 eliptisch sind, der freie Querschnitt
des Blasgangs 1 im Wesentlichen erfasst wird. Durch eine größere Anzahl von in der
Haupterstreckungsrichtung des Blasgangs 1 verteilten Werkzeugen 6 könnte gezielt auch
eine mehrfache Überdeckung des Querschnitts des Blasgangs 1 hervorgerufen werden.
Auch der Blasgang 1 gemäß den Fig. 5 und 6 kann in Bezug auf die Ausrichtung der Werkzeuge
6 und ihrer Antriebswellen 9 in beiden Richtungen durchströmt werden, die bei der
Gasströmung 4' mit gestrichelten Linien angedeutet ist.
[0024] Die Schlagarme 7 bei dem Werkzeug 6 müssen nicht starr sein. So können sie beispielsweise
gelenkig mit der Antriebswelle 8 verbunden sein, wobei sie sich beim Umlaufen um die
Drehachse 8 durch die auftretenden Fliehkräfte radial zu dieser ausrichten.
Fig. 7 deutet an, dass die Schlagarme 7 auch aus Drahtabschnitten 13 bestehen können, die
in sich verformbar sind. Aber auch diese Drahtabschnitte werden durch die bei rotierendem
Werkzeug 6 auftretenden Fliehkräfte radial zu der Drehachse 8 gestreckt.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0025]
- 1
- Blasgang
- 2
- Krümmung
- 3
- Refiner
- 4
- Gasstrom
- 5
- Beleimungsstation
- 6
- rotierendes Werkzeug
- 7
- Schlagarm
- 8
- Drehachse
- 9
- Antriebswelle
- 10
- Drehlager
- 11
- Wandung
- 12
- Elektromotor
- 13
- Drahtabschnitt
1. Verfahren zur Herstellung von Formkörpern, insbesondere Platten, aus Holzfasern, wobei
die Holzfasern in einem Gasstrom durch einen Blasgang gefördert und in dem Blasgang
beleimt werden, wobei sich der Blasgang zwischen einem Refiner, in dem die Holzfasern
feucht aufgeschlossen werden, und einem Trockner, in dem die Feuchtigkeit der Holzfasern
für ein sich anschließendes Verpressen der beleimten Holzfasern eingestellt wird,
erstreckt, dadurch gekennzeichnet, dass die Verteilung der Holzfasern in dem Gasstrom (4) mit mindestens einem aktiv angetriebenen
Werkzeug (6) homogenisiert wird.
2. Vorrichtung für die Herstellung von Formkörpern, insbesondere Platten, aus Holzfasern,
mit einem Blasgang, durch den die Holzfasern in einem Gasstrom hindurchgefördert und
in dem die Holzfasern beleimt werden, wobei sich der Blasgang zwischen einem Refiner,
in dem die Holzfasern feucht aufgeschlossen werden, und einem Trockner, in dem die
Feuchtigkeit der Holzfasern für ein sich anschließendes Verpressen der beleimten Holzfasern
eingestellt wird, erstreckt, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Blasgang (1) eine Homogenisiereinrichtung für die Verteilung der Holzfasern
in dem Gasstrom (4) vorgesehen ist, die mindestens ein aktiv angetriebenes Werkzeug
(6) aufweist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens ein aktiv angetriebenes Werkzeug ein um eine Drehachse (8) rotierendes
Werkzeug (6) ist.
4. Verfahren oder Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Werkzeug (6) um eine Drehachse (8) rotiert, die in der Förderrichtung
der Holzfasern durch den Blasgang (1) verläuft.
5. Verfahren oder Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere rotierende Werkzeuge (6) vorgesehen sind, die um parallel zueinander verlaufende
Drehachsen (8) rotieren.
6. Verfahren oder Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die rotierenden Werkzeuge (6) in der Förderrichtung der Holzfasern durch den Blasgang
(1) und/oder senkrecht dazu versetzt zueinander angeordnet sind.
7. Verfahren oder Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das rotierende Werkzeug (6) um seine Drehachse (8) umlaufende Schlag- oder Schneidarme
aufweist.
8. Verfahren oder Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das rotierende Werkzeug (6) mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von mindestens 1000
U/min um seine Drehachse (8) umläuft.
9. Verfahren oder Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Gasstroms (4) im Bereich des mindestens einen aktiv angetriebenen
Werkzeugs (6) aufgeweitet wird.
10. Verfahren oder Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verteilung der Holzfasern mit dem aktiv angetriebenen Werkzeug (6) vor ihrer
Beleimung in dem Blasgang (1) homogenisiert wird.