[0001] Die Erfindung betrifft ein Schaltmodul zwischen einem Stellwerk und einem LED-Signalgeber.
Stand der Technik
[0002] In Bahnsignalen sollen Signalgeber mit LEDs eingesetzt werden, um die Verfügbarkeit
der Bahnsignale zu erhöhen und die Wartungskosten zu reduzieren. Hierbei soll der
LED-Signalgeber wie eine Glühlampe mit einem Glühfaden angeschaltet werden.
[0003] Bei bestehenden Stellwerken werden zur Erreichung einer hohen Verfügbarkeit Glühlampen
mit zwei Fäden eingesetzt. Im ausfallfreien Zustand übernimmt der Hauptfaden die Funktion.
Bei defekten Hauptfaden wird durch die Stellwerksschaltung auf den Nebenfaden umgeschaltet,
der bis zum Austausch der Glühlampe die Funktion des Hauptfadens übernimmt.
[0004] Beim Einsatz von LED Signalgebern in vorhandenen Stellwerken soll deren Innenanlage
nicht umgebaut werden. Es ist deshalb notwendig, die Haupt/Nebenfadenanschaltung der
Glühlampe an die "Einfadenanschaltung" des LED-Signalgebers zu adaptieren.
[0005] Da das Stellwerk die Funktion des Nebenfadens von Zeit zu Zeit überprüft, muss für
das Stellwerk die Funktion des Nebenfadens simuliert werden. Hierzu ist es bekannt,
den Nebenfaden durch einen Widerstand nachzubilden, welcher die Funktion eines Verbrauchers
übernimmt, sodass bei einer stellwerkseitigen Strommessung die korrekte Funktion des
Nebenfadens festgestellt wird.
[0006] Nachteilig an dieser Lösung ist es, dass bei einem Defekt des Hauptfadens der LED-Signalgeber
vollständig ausfällt, im Stellwerk aber lediglich "Haupfaden defekt" als Störungsmeldung
angezeigt wird. Diese Fehlermeldung muss dann in "Signal dunkel" uminterpretiert werden
und hat somit eine hohe Bedeutung für die Sicherheit. Eine solche hohe Sicherheitsrelevanz
dieser Störungsmeldung wird als nicht erlaubte Änderung der Innenanlage betrachtet
und ist nicht akzeptabel.
Aufgabe der Erfindung
[0007] Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Schaltmodul zwischen einem Stellwerk und einem
LED-Signalgeber bereitzustellen, welches einen sicheren Betrieb des LED-Signalgebers
am Hauptfaden und Nebenfaden des Stellwerks ermöglicht.
Gegenstand der Erfindung
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Schaltmodul mit: einem Relais
mit zwei Schaltzuständen, einem stellwerkseitigen Nebenfadeneingang, der nur im ersten
Schaltzustand des Relais mit einem Eingang am LED-Signalgeber verbunden ist, und einem
stellwerkseitigen Hauptfadeneingang, der nur im zweiten Schaltzustand des Relais mit
dem Eingang am LED-Signalgeber verbunden ist, wobei nur im zweiten Schaltzustand des
Relais der Nebenfadeneingang über einen Widerstand mit einem stellwerkseitigen Rückleitereingang
in Verbindung steht.
[0009] Durch die Verwendung eines Relais mit zwei Schaltzuständen wird sichergestellt, dass
sowohl bei Hauptfadenbetrieb als auch bei Nebenfadenbetrieb der LED-Signalgeber vom
Stellwerk ausreichend mit Energie versorgt werden kann. Bei einer Versorgung des LED-Signalgebers
mit Energie über den Hauptfaden wird außerdem für das Stellwerk das Vorhandensein
des Nebenfadens durch den Widerstand nachgebildet.
[0010] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist das Relais durch eine am Hauptfadeneingang
angelegte Spannung vom ersten Schaltzustand in den zweiten Schaltzustand umschaltbar.
Beim Einschalten des LED-Signalgebers wird am Hauptfadeneingang durch das Stellwerk
eine Spannung angelegt, welche zum Umschalten des Relais vom ersten in den zweiten
Schaltzustand genutzt werden kann. Der LED-Signalgeber wird während eines fehlerfreien
Betriebs im zweiten Schaltzustand des Relais betrieben. Tritt eine Fehlfunktion im
Schaltmodul auf und wird der LED-Signalgeber nicht mehr mit Energie versorgt, detektiert
das Stellwerk, dass zwischen Rückleitereingang und Hauptfadeneingang kein Stromfluss
vorhanden ist und schaltet in den Nebenfadenbetrieb, wodurch das Relais in den ersten
Schaltzustand umgeschaltet wird. Der-LED-Signalgeber wird dann über den Nebenleitereingang
mit Energie versorgt und leuchtet weiter. Das Stellwerk gibt als Fehlermeldung "Hauptfaden
defekt" aus. Bauelementefehler im Schaltmodul führen daher nicht zu einem dunklen
LED-Signalgeber, sondern offenbaren sich als Störungsmeldung "Hauptfaden defekt" oder
"Nebenfaden defekt" am Stellwerk.
[0011] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist zwischen dem Hauptfadeneingang und dem
Relais ein Gleichrichter angeordnet. Das Stellwerk liefert eine Wechselspannung, welche
durch den Gleichrichter in eine Gleichspannung zur Schaltung des Relais umgewandelt
wird.
[0012] In einer vorteilhaften Weiterbildung dieser Ausführungsform ist gleichstromseitig
ein Glättungskondensator angeordnet. Der Glättungskondensator dient zum Glätten der
gleichgerichteten Wechselspannung.
[0013] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Relais in einem Strombegrenzer
angeordnet. Hierdurch kann sichergestellt werden, dass durch das Relais sowohl bei
Tagspannung als auch bei ca. 33 % geringerer Nachtspannung ein konstanter Strom fließt.
[0014] Bei einer weiteren, besonders bevorzugten Ausführungsform weist das Relais eine Zwangsführung
auf, wodurch ein sicherer Betrieb auch beim Verschweißen von Relaiskontakten sichergestellt
werden kann.
[0015] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das Relais einen ersten Kontakt
zur Herstellung der Verbindung zwischen dem Hauptfadeneingang und dem Eingang des
LED-Signalgebers auf, zu dem vorzugsweise ein zweiter Kontakt parallel geschaltet
ist. Durch die Parallelschaltung der Kontakte wird die Zuverlässigkeit beim Schließen
der Verbindungen erhöht.
[0016] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das Relais einen dritten Kontakt zur
Herstellung der Verbindung zwischen dem Nebenfadeneingang und dem Eingang des LED-Signalgebers
auf, zu dem vorzugsweise ein vierter Kontakt parallel geschaltet ist. Auch in diesem
Fall wird die Zuverlässigkeit beim Schließen der Verbindungen durch die Parallelschaltung
der Kontakte erhöht.
[0017] Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform weist das Relais einen fünften
Kontakt zum Verbinden des Nebenfadeneingangs mit dem Rückleitereingang auf, zu dem
vorzugsweise ein sechster Kontakt in Reihe geschaltet ist. Durch die Reihenschaltung
wird beim Verschweißen eines der beiden Kontakte durch den anderen Kontakt ein Öffnen
der Verbindung erreicht, was zur Funktionssicherheit beiträgt.
[0018] Bei einer weiteren Ausführungsform steht der Rückleitereingang mit einem weiteren
Eingang am LED-Signalgeber in Verbindung, sodass Stellwerk und LED-Signalgeber an
eine gemeinsame Rückleitung angeschlossen werden können.
[0019] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche
Einzelheiten zeigen, und aus den Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln
für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer Variante der Erfindung
verwirklicht sein.
Zeichnung
[0020] Ein Ausführungsbeispiel ist in der schematischen Zeichnung dargestellt und wird in
der nachfolgenden Beschreibung erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schaltmoduls in einem ersten Schaltzustand
eines Relais, und
- Fig. 2
- das Schaltmodul von Fig. 1 in einem zweiten Schaltzustand des Relais.
[0021] Fig. 1 zeigt ein Schaltmodul
1, welches zwischen einem nicht bildlich dargestellten Stellwerk und einem ebenfalls
nicht bildlich dargestellten LED-Signalgeber angeordnet ist. Stellwerkseitig weist
das Schaltmodul 1 einen Hauptfadeneingang
HF und einen Nebenfadeneingang
NF auf. An die Klemme des Hauptfadeneingangs HF und eines stellwerkseitigen Rückleitereingangs
RL werden die vom Stellwerk kommen Leitungen des beim Signalbildwechsel zuerst einzuschaltenden
Lampenfadens angeschaltet. An die Klemme des Nebenfadeneingangs NF und des Rückleiters
RL wird der beim Signalbildwechsel als zweiter einzuschaltender Lampenfaden angeschaltet.
[0022] Der Hauptfadeneingang HF und der Nebenfadeneingang NF können in Abhängigkeit vom
Schaltzustand eines Relais
H mit einem Eingang La des LED-Signalgebers in Kontakt gebracht werden. Das Relais
H weist für diese Kontaktherstellung vier zwangsgeführte Kontakte
H1 bis
H4 auf. Der erste und zweite Kontakt H1, H2 sind parallel geschaltet und zwischen dem
Hauptfadeneingang HF und dem Eingang La des LED-Signalgebers angeordnet. Durch die
Parallelschaltung der zwei Kontakte H1, H2 wird erreicht, dass die Kontaktzuverlässigkeit
beim Schließen erhöht wird. Der dritte und vierte Kontakt H3, H4 sind ebenfalls parallel
geschaltet und zwischen dem Nebenfadeneingang NF und dem Eingang La des LED-Signalgebers
angeordnet. Ein fünfter und sechster zwangsgeführter Kontakt
H5,
H6 des Relais H dienen zur Verbindung des Nebenfadeneingangs NF und des Rückleitereingangs
RL über einen Widerstand
R3. Der fünfte und sechste Kontakt H5, H6 sind in Reihe geschaltet, um beim Verschweißen
eines von beiden ein Öffnen zu erreichen. Durch das Relais H hat das Schaltmodul 1
eine von der Häufigkeit der Betätigungen abhängige Lebensdauer und sollte nach 10
Jahren zusammen mit dem LED-Signalgeber getauscht werden.
[0023] Das Relais H kann von einem ersten Schaltzustand in einen zweiten Schaltzustand umgeschaltet
werden, indem zwischen dem Rückleitereingang RL und dem Hauptfadeneingang NL eine
Wechselspannung angelegt wird. Diese Wechselspannung wird in einem Grätz-Gleichrichter
GI in eine Gleichspannung für das Relais H umgewandelt. Ein gleichstromseitig angebrachter
Glättungskondensator C1 dient zur Glättung der Spannung. Das Relais H ist außerdem
in einem Strombegrenzer angeordnet, welcher durch einen Transistor
V1, drei Dioden
V2 bis
V4, sowie zwei Widerstände
R1 und
R2 gebildet wird. Der Strombegrenzer stellt sicher, dass sowohl bei Tagspannung als
auch bei um ca. 33 % geringerer Nachtspannung derselbe Strom durch das Relais H fließt.
[0024] Das Schaltmodul 1 wird wie folgt betrieben:
[0025] Der in Fig. 1 gezeigte Schaltzustand des Relais H des Schaltmoduls 1 wird beim Einschalten
des LED-Signalgebers eingenommen. Vom Stellwerk wird zur Aktivierung des LED-Signalgebers
eine Wechselspannung zwischen dem Hauptfadeneingang HF und dem Rückleitereingang RL,
welcher mit einem weiteren Eingang Lb des LED-Signalgebers verbunden ist, angelegt.
In diesem Schaltzustand des Relais H sind der erste und zweite Kontakt H1, H2 geöffnet,
sodass der Hauptfadeneingang HF nicht mit dem Eingang La des LED-Signalgebers in Verbindung
steht und die angelegte Spannung direkt an dem Gleichrichter Gl abfällt, welcher sie
in eine Gleichspannung für das Relais H umwandelt, die ein Umschalten (Anziehen) des
Relais H in den zweiten, in
Fig. 2 gezeigten Schaltzustand bewirkt.
[0026] In dem zweiten Schaltzustand des Relais H sind die Kontakte H1, H2, H5, H6 geschlossen
und die Kontakte H3 und H4 offen. Der LED-Signalgeber wird vom Hauptfadeneingang HF
über den ersten und zweiten Kontakt H1, H2 am Eingang La mit Spannung versorgt. Wird
jetzt zu Prüfzwecken an den Nebenfadeneingang NF eine Spannung angelegt, fließt dessen
Strom über den fünften und sechsten Kontakt H5, H6 durch den Widerstand R3 und an
den Rückleiter RL zurück. Die Nebenfadenprüfung ist damit erfolgreich.
[0027] Ziehen aufgrund von Relaisfehlern der erste und zweite Kontakt H1, H2 nicht an, fließt
kein Lampenstrom zwischen Hauptfadeneingang HF und Rückleiter RL. In der Stellwerksschaltung
wird daher auf den Nebenfadeneingang NF umgeschaltet, d.h. an diesen wird eine Spannung
angelegt und das Relais H schaltet in den ersten, in Fig. 1 gezeigten Schaltzustand
zurück. In diesem Schaltzustand des Relais H wird über den dritten und vierten Kontakt
H3, H4 der LED-Signalgeber über den Eingang La gespeist. Der LED-Signalgeber leuchtet
und es wird eine Störungsmeldung "Hauptfaden defekt" erzeugt und der LED-Signalgeber
im Nebenfadenbetrieb weiterbetrieben.
[0028] Fällt das Relais H aufgrund eines verklebten Kontaktes nicht ab, bleibt dieser eine
Kontakt geschlossen und alle anderen öffnen (wegen der Zwangsführung der Kontakte).
Zusammen mit der Stellwerkschaltung offenbart sich der Fehler als Störungsmeldung,
sodass auch in diesem Fall ein sicherer Betrieb gewährleistet ist.
[0029] Durch das hier beschriebene Zusatz-Schaltmodul 1, welches nur bei Bedarf eingesetzt
wird, kann der LED-Signalgeber an vorhandene Stellwerke angepasst werden. Dadurch
entfallen im LED-Signalgeber Bauteile, die bei einer integrierten HF/NF Anschaltung
notwendig wären. Da größere Stückzahlen in neuen Stellwerken zu erwarten sind, wo
der LED-Signalgeber nur wie eine Einfadenlampe angeschaltet wird, führt dies zu einem
Kostenvorteil.
[0030] Das Zusatzmodul kann außerdem an beliebiger Stelle im Signal montiert werden. Die
an dem Ersatzwiderstand R3 anfallende Verlustleistung fällt dadurch nicht im LED-Signalgeber
selbst an, welcher thermisch kritisch ist.
[0031] Gegebenenfalls kann das Schaltmodul 1 jedoch auch in den LED-Signalgeber integriert
werden.
1. Schaltmodul zwischen einem Stellwerk und einem LED-Signalgeber mit:
einem Relais (H) mit zwei Schaltzuständen,
einem stellwerkseitigen Nebenfadeneingang (NF), der nur im ersten Schaltzustand des
Relais (H) mit einem Eingang (La) am LED-Signalgeber verbunden ist, und
einem stellwerkseitigen Hauptfadeneingang (HF), der nur im zweiten Schaltzustand des
Relais (H) mit dem Eingang (La) am LED-Signalgeber verbunden ist, wobei nur im zweiten
Schaltzustand des Relais (H) der Nebenfadeneingang (NF) über einen Widerstand (R3)
mit einem stellwerkseitigen Rückleitereingang (RL) in Verbindung steht.
2. Schaltmodul nach Anspruch 1, bei dem das Relais (H) durch eine am Hauptfadeneingang
(HF) angelegte Spannung vom ersten Schaltzustand in den zweiten Schaltzustand umschaltbar
ist.
3. Schaltmodul nach Anspruch 1, bei dem zwischen dem Hauptfadeneingang (HF) und dem Relais
(H) ein Gleichrichter (GI) angeordnet ist.
4. Schaltmodul nach Anspruch 3, bei dem gleichstromseitig ein Glättungskondensator (C1)
angeordnet ist.
5. Schaltmodul nach Anspruch 1, bei dem das Relais (H) in einem Strombegrenzer (V1 bis
V4, R1, R2) angeordnet ist.
6. Schaltmodul nach Anspruch 1, bei dem das Relais (H) eine Zwangsführung aufweist.
7. Schaltmodul nach Anspruch 1, bei dem das Relais (H) einen ersten Kontakt (H1) zur
Herstellung der Verbindung zwischen dem Hauptfadeneingang (HL) und dem Eingang (La)
des LED-Signalgebers aufweist, zu dem vorzugsweise ein zweiter Kontakt (H2) parallel
geschaltet ist.
8. Schaltmodul nach Anspruch 1, bei dem das Relais (H) einen dritten Kontakt (H3) zur
Herstellung der Verbindung zwischen dem Nebenfadeneingang (NL) und dem Eingang (La)
des LED-Signalgebers aufweist, zu dem vorzugsweise ein vierter Kontakt (H4) parallel
geschaltet ist.
9. Schaltmodul nach Anspruch 1, bei dem das Relais (H) einen fünften Kontakt (H5) zum
Verbinden des Nebenfadeneingangs (NL) mit dem Rückleitereingang (RL) aufweist, zu
dem vorzugsweise ein sechster Kontakt (H6) in Reihe geschaltet ist.
10. Schaltmodul nach Anspruch 1, bei dem der Rückleitereingang (RL) mit einem weiteren
Eingang (Lb) am LED-Signalgeber in Verbindung steht.