[0001] Die Erfindung betrifft einen Obergurtquerschnitt für ein Kranteleskopteil. Insbesondere
betrifft sie einen Obergurtquerschnitt für Teleskopteile eines Fahrzeugkrans.
[0002] Teleskopierbare Kranausleger werden im Betrieb einer Belastung ausgesetzt, welche
im Obergurt, das heißt etwa in der oberen Hälfte des Teleskopteilquerschnittes, in
einer Zugspannung resultieren. Ferner können durch Seitenkräfte (Wind) und außermittige
Belastungen auch horizontale Biegungen und Torsionen auftreten.
[0003] Bevor man damit begann, der Querschnittsform des Obergurtes größere Bedeutung beizumessen,
wurden meist halbkastenförmige Obergurtprofile bzw. Obergurtquerschnitte verwendet,
wie einer beispielsweise in der
DE 196 24 312 A1 beschrieben ist. Formangepasste Obergurtquerschnitte sind dann später beschrieben
worden, beispielsweise in der
DE 200 04 016 U1 und in der
EP 1 321 425 A1. Letztere Obergurtquerschnitte wiesen ein zentrales, flaches Querschnittselement
und weitere nach außen gekrümmte und flache Querschnittselemente auf.
[0004] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Obergurtquerschnitt für ein
Kranteleskopteil bereitzustellen, welcher ein optimiertes Verhältnis von Tragfähigkeit
und Einfachheit in der Herstellung bietet.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Obergurtquerschnitt für ein Kranteleskopteil
gemäß dem Anspruch 1 gelöst. Die Unteransprüche definieren bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung.
[0006] Erfindungsgemäß wird ein Obergurtquerschnitt für ein Kranteleskopteil zur Verfügung
gestellt, bei dem auf jeder Querschnittsseite an das zentrale, flache Querschnittselement
die folgenden Elemente anschließen:
- ein erstes nach außen gekrümmtes Querschnittselement;
- ein zweites flaches Querschnittselement;
- ein zweites nach außen gekrümmtes Querschnittselement; und
- ein drittes flaches Querschnittselement.
[0007] Während das zentrale, flache Querschnittselement sich zu beiden Seiten der Vertikallängsebene
des Kranteleskopteils erstreckt, sind die oben genannten anderen Querschnittselemente
jeweils beidseitig von dieser Ebene vorhanden. Die Verwendung eines solchen Querschnittsaufbaus
stellt nun eine Optimierung dar, und zwar einerseits hinsichtlich der Festigkeit,
die eine solche Querschnittsform zur Verfügung stellt und andererseits hinsichtlich
des Herstellungsverfahrens. Die Kosten für die Formgebung eines Teleskopteils, welches
natürlich mit dem erfindungsgemäßen Obergurtquerschnitt ebenfalls ein Teil der vorliegenden
Erfindung ist, bilden einen wesentlichen Anteil der Gesamtherstellungskosten und sind
schon deshalb möglichst gering zu halten. Mit anderen Worten sollte eine weitgehend
einfache Herstellung ermöglicht werden. Andererseits sollte der Querschnitt aufgrund
seiner Form möglichst gut die entstehenden Belastungen aufnehmen können, und beides
ist bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der Fall. Durch die Verwendung der nach
außen gekrümmten und flachen Querschnittselemente in der erfindungsgemäßen Anzahl
werden einerseits eine Anzahl von Abbiegungen geschaffen, welche wie idealisierte
Beulsteifen wirken. Dies ist für den Wippenspitzenbetrieb aber auch bei vorgespannten
und/oder abgespannten Auslegersystemen von großem Vorteil, und die Notwendigkeit,
separate Beulsteifen vorzusehen wird minimiert bzw. gänzlich eliminiert.
[0008] Insbesondere wirkt sich die Bereitstellung der erfindungsgemäßen Anzahl und Form
von Querschnittselementen dahingehend aus, dass in den seitlichen Querschnittsteilen
Abbiegungen vorhanden sind, so dass die seitlichen Einzelbeulflächen stärker begrenzt
und das Gesamtbeulfeld ausgesteift wird, und zwar anders als beispielsweise bei den
relativ großen bzw. langen Einzelbeulflächen, die z. B. gemäß der
DE 200 04 016 U1 bereit gestellt werden sollen. Insbesondere die seitliche Beulsicherheit wird damit
erhöht.
[0009] Andererseits ergibt sich eine deutlich preiswertere Fertigungsmöglichkeit. Die nach
außen gekrümmten Querschnittselemente lassen sich so gestalten, dass sie mit einem
einzigen Werkzeug und in einem Kantgang eingebracht werden können, wodurch sich im
gesamten Obergurt (Oberschale) insgesamt vier Abbiegungen bzw. Krümmungen ergeben.
Hieraus folgt eine leichtere Herstellbarkeit als bei der Bereitstellung ausgedehnter
und aneinander anschließender gekrümmter Elemente, wie sie beispielsweise aus der
EP 1 321 425 A1 bekannt ist. Die flachen (oder geradflächig bzw. geradlinig verlaufenden) Querschnittselemente
bieten die Möglichkeit, das Kantwerkzeug sehr genau zu positionieren und gewährleisten
somit eine hohe Prozesssicherheit.
[0010] Damit schafft die vorliegende Erfindung eine optimale Synthese zwischen Fertigungs-
und Festigkeitsoptimierung.
[0011] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung verläuft das dritte flache Querschnittselement
parallel zur Vertikallängsebene des Kranteleskopteils und bildet den unteren Abschluss
des Obergurtes. Mit anderen Worten verläuft der Querschnitt durch diese Anordnung
an seinem unteren Ende wieder gerade nach unten und kann damit gut in einen entsprechend
verlaufenden Untergurtanschluss übergehen, was auch eine optimierte Krafteinleitung
an dieser Verbindungsstelle schafft. Vorzugsweise bildet der Obergurtquerschnitt im
wesentlichen die gesamte obere Hälfte des Teleskopteilquerschnittes, d.h. der untere
Abschluss befindet sich im wesentlichen auf Höhe der vertilalen Querschnittsmitte.
Dadurch wird die Verbindungsstelle (Schweißlinie) in die bei angehängter Last spannungsneutrale
Zone zwischen Zug- und Druckspannungszone (oben/unten) gebracht.
[0012] Vorteilhafterweise verläuft mindestens einer, insbesondere alle Übergänge zwischen
den flachen Querschnittselementen und den nach außen gekrümmten Querschnittselementen
tangential. Hierdurch werden Spannungsspitzen an den Übergängen vermieden.
[0013] Bezüglich ihrer Länge und ihrer Krümmung können die Querschnittselemente mindestens
einer, aber auch mehreren der folgenden Bedingungen genügen:
- das erste nach außen gekrümmte Querschnittselement ist länger als das zweite nach
außen gekrümmte Querschnittselement.
- das zentrale, flache Querschnittselement ist länger als das zweite flache Querschnittselement
(das zentrale, flache Querschnittselement kann im Rahmen der vorliegenden Nomenklatur
auch als das "erste flache Querschnittselement" angesehen werden).
- das zweite flache Querschnittselement ist länger als das dritte flache Querschnittselement.
- das erste nach außen gekrümmte Querschnittselement ist stärker nach außen gekrümmt
als das zweite nach außen gekrümmte Querschnittselement.
[0014] Die Längenverhältnisse und die Krümmungsverhältnisse können je nach Einzelfall auch
umgekehrt sein oder gleiche Längen und Krümmungen können für die Elemente vorgesehen
werden. Bei kleineren Auslegerteilen ist beispielsweise das zweite flache Querschnittselement
nicht länger als das dritte flache Querschnittselement. Die Querschnittselemente können
genau in der oben eingangs angegebenen Reihenfolge vom zentralen oberen Element weg
nach außen hin angeordnet sein. Ferner ist es erfindungsgemäß vorteilhaft, wenn die
Querschnittselemente so angeordnet sind, dass flache und gekrümmte Elemente sich abwechseln.
[0015] "Krümmung" oder "Biegung" bedeuten hier allmähliche, kurven- oder bogenförmige Übergänge
im Gegensatz zu Knickkanten oder winkeligen Übergängen (mit und ohne Schweißnähte).
[0016] Die Erfindung wird im Weiteren anhand einer Ausführungsform näher erläutert. Sie
kann alle hierin aufgeführten Merkmale einzeln oder in jedweder Kombination aufweisen.
Die Figur zeigt einen Querschnitt eines Kranteleskopteils, insbesondere für einen
Fahrzeugkran. Solch ein Teleskopausleger besteht meist aus einem Basisteil und mehreren
Teleskopschüssen, und gemäß der Erfindung können das Basisteil und/oder die Teleskopschüsse
die erfindungsgemäße Querschnittsform aufweisen. In der Figur ist der Teleskopteilquerschnitt
insgesamt mit dem Bezugszeichen 10 versehen und er weist einen Obergurt 11 (Oberschale)
und einen Untergurt 12 (Unterschale) auf, die an der mit 13 gekennzeichneten Stelle
miteinander verbunden, insbesondere verschweißt sind.
[0017] Der Obergurt 11 weist gemäß der Erfindung fünf flache Querschnittselemente und vier
nach außen gekrümmte Querschnittselemente auf. Ebenfalls erfindungsgemäß wechseln
sich die flachen Elemente mit den nach außen Elementen ab.
[0018] Oben und zentral weist der Obergurt 11 ein flaches Element 1 auf, welches sich im
vorliegenden Fall beidseitig symmetrisch zur Vertikallängsebene 14 erstreckt und insgesamt
das längste flache Querschnittselement bildet.
[0019] Unmittelbar an das Querschnittselement 1 schließen sich beidseitig nach außen gekrümmte
Querschnittselemente 2 an, auf welche wiederum die zweiten flachen Querschnittselemente
3 folgen. Auf die zweiten flachen Querschnittselemente 3 folgen zweite nach außen
gekrümmte Querschnittselemente 4, die dann jeweils wieder in dritte flache Querschnittselemente
5 übergehen, wobei letztere dann auch den unteren und äußeren Abschluss des Obergurtes
bilden. Am unteren Rand der flachen Querschnittselemente erfolgt die Verbindung 13
mit dem Untergurt 12.
[0020] Die gekrümmten Querschnittselemente 2 und 4 werden vorzugsweise so gestaltet, dass
sie mit einem Werkzeug und in jeweils einem Kantgang eingebracht werden können. Der
Obergurt 11 erhält dann insgesamt vier Kantungen (Krümmungen bzw. Biegungen). Eine
genaue Positionierung des Kantwerkzeugs ist während der Herstellung durch die geraden
bzw. flachen Abschnitte 1, 3 und 5 möglich, was die Prozesssicherheit erhöht.
[0021] Bei der Fertigung der Auslegerschalen für das Basisteil und/oder die Teleskopschüsse
eines Auslegers werden die Radien der gekrümmten Querschnittselemente 2 und 4 vorzugsweise
so gestaltet, dass sie mit einem Werkzeug und mit jeweils einem Kantgang eingebracht
werden können. Somit wird ein Werkzeugwechsel während der Fertigung der Obergurtschalen
überflüssig. Die Radien werden so gewählt, dass die unterschiedlichen Materialeigenschaften,
Blechdicken und Kantwinkel berücksichtigt werden (daher sind auch andere Krümmungsverhältnisse
als oben angegeben möglich, auch umgekehrte). Die Übergänge erfolgen soweit als möglich
tangential, um Spannungsspitzen zu vermeiden.
[0022] Die gekrümmten Abschnitte bzw. die Abbiegungen im Gesamtquerschnitt wirken als Beulsteifen,
die geraden Abschnitte erleichtern die Fertigung und insgesamt wird damit erfindungsgemäß
eine zwischen diesen Parametern optimierte Querschnittsform zur Verfügung gestellt.
1. Obergurtquerschnitt für ein Kranteleskopteil mit einem zentralen, flachen Querschnittselement
(1) und mit weiteren nach außen gekrümmten und flachen Querschnittselementen (2-5),
dadurch gekennzeichnet, dass auf jeder Querschnittsseite an das zentrale, flache Querschnittselement anschließen:
- ein erstes nach außen gekrümmtes Querschnittselement (2);
- ein zweites flaches Querschnittselement (3);
- ein zweites nach außen gekrümmtes Querschnittselement (4); und
- ein drittes flaches Querschnittselement (5).
2. Obergurtquerschnitt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das dritte flache Querschnittselement (5) parallel zur Vertikallängsebene des Kranteleskopteils
verläuft und den unteren Abschluss des Obergurtes (11) bildet.
3. Obergurtquerschnitt nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass er im wesentlichen die gesamte obere Hälfte des Teleskopteilquerschnittes bildet.
4. Obergurtquerschnitt nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer, insbesondere alle Übergänge zwischen den flachen Querschnittselementen
(1, 3, 5) und den nach außen gekrümmten Querschnittselementen (2, 4) tangential verläuft.
5. Obergurtquerschnitt nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste nach außen gekrümmte Querschnittselement (2) länger ist als das zweite
nach außen gekrümmte Querschnittselement (4).
6. Obergurtquerschnitt nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zentrale flache Querschnittselement (1) länger ist als das zweite flache Querschnittselement
(3).
7. Obergurtquerschnitt nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite flache Querschnittselement (3) länger ist als das dritte flache Querschnittselement
(5).
8. Obergurtquerschnitt nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zentrale flache Querschnittselement (1) gleich lang oder kürzer ist als das zweite
flache Querschnittselement (3).
9. Obergurtquerschnitt nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite flache Querschnittselement (3) gleich lang oder kürzer ist als das dritte
flache Querschnittselement (5).
10. Obergurtquerschnitt nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das erste nach außen gekrümmte Querschnittselement (2) stärker nach außen gekrümmt
ist als das zweite nach außen gekrümmte Querschnittselement (4).
11. Obergurtquerschnitt nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittselemente (2-5) in der im Anspruch 1 angegebenen Reihenfolge vom zentralen
oberen Element weg nach außen hin angeordnet sind.
12. Obergurtquerschnitt nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittselemente (2-5) so angeordnet sind, dass flache und gekrümmte Elemente
sich abwechseln.