[0001] Die Erfindung betrifft ein Sensorsystem für eine Einklemmschutzvorrichtung an einem
Fahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bekannte Sensorsysteme für Einklemmschutzvorrichtungen an Fahrzeugen, insbesondere
Kraftfahrzeugen, sind als Kontaktleisten, Ultraschallschranken oder Infrarotlichtschranken
ausgebildet, die als Sicherheitsvorrichtung mit der Einklemmschutzvorrichtung zusammenwirken,
beispielsweise um ein zwischen einem Fahrzeugteil, beispielsweise in Form einer sich
schließenden Fensterscheibe, und einem Karosserieabschnitt eingeklemmtes Objekt zu
erfassen, das Schließen der Fensterscheibe zu unterbinden und so eine Beschädigung
des Objektes, der Fensterscheibe oder des die Fensterscheibe bewegenden Fensterhebers
zu verhindern. Darüber hinaus kommen Tastsensoren, beispielsweise piezoelektrische
oder pyroelektrische Sensoren, als Sensoren für Einklemmschutzvorrichtungen zum Einsatz,
die als Drucksensoren bzw. Wärmefühler ausgelegt sind und auf ausgeübten Druck bzw.
Wärme reagieren.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Sensorsystem für eine Einklemmschutzvorrichtung
zur Überwachung einer Bewegung eines Fahrzeugteils zur Verfügung zu stellen, das ein
eingeklemmtes Objekt sicher erfasst und auf einfache und kostengünstige Weise herstellbar
ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Sensorsystem mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0005] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass der Sensor eines Sensorsystems schichtförmig
ausgebildet ist, auf das bewegte Fahrzeugteil, den Karosserieabschnitt und/oder das
weitere Fahrzeugteil aufgebracht und der Formgebung des bewegten Fahrzeugteils, des
Karosserieabschnitts und/oder des weiteren Fahrzeugteils angepasst ist.
[0006] Die erfindungsgemäße Lösung stellt somit ein Sensorsystem für eine Einklemmschutzvorrichtung
zur Überwachung der Bewegung eines Fahrzeugteils zur Verfügung, bei dem der Sensor
schichtförmig auf dem bewegten Fahrzeugteil selbst, dem Karosserieabschnitt eines
Kraftfahrzeugs oder dem weiteren Fahrzeugteil angeordnet und dabei so der Formgebung
seiner Umgebung angepasst ist, dass er von außen unauffällig und durch die schichtförmige
und formangepasste Aufbringung von außen nicht als gesondertes Bauteil zu erkennen
ist. Der Sensor ist so mit dem bewegten Fahrtzeugteil, dem Karosserieabschnitt oder
dem weiteren Fahrzeugteil verbunden, dass keine speziellen Befestigungsmittel, wie
beispielsweise Schraub- oder Steckverbindungen, Öffnungen, Vertiefungen, Einbuchtungen
oder dergleichen, erforderlich sind und der Montageaufwand zur Anbringung des Sensors
erheblich reduziert ist. Auf diese Weise wird ein Sensor geschaffen, der durch die
Art seiner Aufbringung sich in Bereiche des Fahrzeugs erstrecken kann, in denen das
Anbringen eines Sensors bisher schwierig oder gar unmöglich war.
[0007] Bevorzugt wird der Sensor durch eine schichtförmige Abscheidung auf dem bewegten
Fahrzeugteil, dem Karosserieabschnitt eines Kraftfahrzeugs oder dem weiteren Fahrzeugteil
erzeugt. Mittels der Abscheidung und unter Verwendung geeigneter Werkstoffe können
dünne Schichten geschaffen werden, die das bewegte Fahrzeugteil, den Karosserieabschnitt
oder das weitere Fahrzeugteil zumindest teilweise überdecken und sich bedingt durch
die Art der schichtförmigen Aufbringung der Formgebung der Oberfläche des bewegten
Fahrzeugteils, des Karosserieabschnitts oder des weiteren Fahrzeugteils anpassen und
mit dem Karosserieabschnitt oder dem Fahrzeugteil fest verbunden sind.
[0008] Der Sensor kann sowohl auf dem bewegten Fahrzeugteil, dem Karosserieabschnitt oder
dem weiteren Fahrzeugteil angeordnet sein. Das weitere Fahrzeugteil kann dabei in
anderer Funktion am Fahrzeug angebracht sein und zusätzlich als Trägermittel für den
Sensor dienen. Beispielsweise kann der Sensor auf ein das weitere Fahrzeugteil ausbildendes
Dichtelement oder auf ein Verkleidungselement, das der Karosserie zugeordnet ist,
abgeschieden sein. Durch die Aufbringung auf ein solches Fahrzeugteil kann die Handhabung
großer Karosserieteile zur Herstellung des Sensors entfallen, und der zur Aufbringung
des Sensors notwendige Prozess wird erleichtert. Das als Trägermittel dienende Fahrzeugteil
kann zusammen mit dem auf dem Fahrzeugteil angeordneten Sensor an der Karosserie befestigt
sein und je nach Art und Verwendung des Fahrzeugteils auf die Karosserie geklebt,
gesteckt, geschraubt oder auf andere Weise mit dem Fahrzeug verbunden sein.
[0009] Das Sensorsystem ist bevorzugt so ausgelegt, dass es bereits die Annäherung eines
Objektes an das bewegte Fahrzeugteil, den Karosserieabschnitt oder das weitere Fahrzeugteil
erkennt, um so ein mögliches Einklemmen des Objekts frühzeitig zu vermeiden. Zu diesem
Zweck kann der Sensor beispielsweise auf das bewegte Fahrzeugteil, den Karosserieabschnitt
oder das weitere Fahrzeugteil schichtförmig abgeschiedene Antennen aufweisen, die
Teil eines Sensorsystems sind und ein sich näherndes Objekt erfassen.
[0010] In einer Variante des Sensors erfasst der Sensor eine auf den Karosserieabschnitt
oder eines der Fahrzeugteile ausgeübte Druckkraft, die durch ein zwischen dem bewegten
Fahrzeugteil und dem Karosserieabschnitt oder dem weiteren Fahrzeugteil eingeklemmtes
Objekt verursacht sein kann. Bevorzugt ist zu diesem Zweck der Sensor des Sensorsystems
als piezoelektrischer Sensor ausgelegt, der schichtförmig auf das bewegte Fahrzeugteil,
den Karosserieabschnitt oder das weitere Fahrzeugteil aufgebracht ist und teilweise
überdeckt. Der piezoelektrische Sensor erfasst eine Druckkraft, die durch ein Objekt
auf den Sensor ausgeübt wird, setzt diese in ein elektrisches Signal um, das weitergeleitet
und ausgewertet werden kann, und zeigt somit das Objekt an.
[0011] Der piezoelektrische Sensor weist bevorzugt eine piezoelektrische Schicht und die
piezoelektrische Schicht zumindest teilweise überdeckende Elektroden auf, die durch
die Abscheidung geeigneter piezoelektrischer Werkstoffe auf dem bewegten Fahrzeugteil,
dem Karosserieabschnitt oder dem weiteren Fahrzeugteil erzeugt werden können. Über
der piezoelektrischen Schicht entsteht bei Ausübung einer Druckkraft senkrecht zur
Oberfläche der Schicht eine senkrecht zur Oberfläche gerichtete Spannung, die durch
Elektroden unterhalb und oberhalb der Schicht abgegriffen werden kann und eine Ladungsverschiebung
und somit ein elektrisches Signal induziert. Der piezoelektrische Sensor ist durch
mittels der Abscheidung erzeugte dünne Schichten ausgebildet, ist somit von außen
nahezu unsichtbar und stört die optische Gestaltung des Fahrzeugs nicht. Es sind also
keine gesonderten Maßnahmen zum Anbringen des Sensors am Fahrzeug oder an der Fahrzeugkarosserie
nötig und die Gestaltung und Auslegung der Karosserie muss nicht verändert werden.
[0012] Bei Verwendung eines Sensorsystems mit einem piezoelektrischen Sensor ist die piezoelektrische
Schicht des Sensors zumindest teilweise mit Elektroden aus einem leitfähigen Material
überdeckt. Da in der Regel die Karosserie aus einem Metall und somit aus einem leitfähigen
Material besteht, ist es denkbar, den Karosserieabschnitt als eine der Elektroden
des Sensors zu verwenden und die piezoelektrische Schicht direkt auf die leitfähige
Karosserie aufzubringen. In ähnlicher Weise kann auch, wenn der Sensor auf ein Fahrzeugteil
aufgebracht ist, das Fahrzeugteil, sofern dieses leitfähig ist, als Elektrode für
den Sensor dienen. Vorteil dieser Variante des Sensorsystems ist, dass Zuleitungen
für den Sensor teilweise entfallen können. Es ist auch denkbar, in einer weiteren
Variante den Sensor mittels einer isolierenden Schicht von dem Karosserieabschnitt
oder dem Fahrzeugteil galvanisch zu trennen und die piezoelektrische Schicht beidseitig
mit Elektroden zu versehen, so dass keine der Elektroden zwangsweise auf dem Massepotential
der Karosserie oder des Fahrzeugteils liegt.
[0013] Zusätzlich können auch die zur Kontaktierung des Sensors erforderlichen Zuleitungen
durch Aufbringen geeigneter leitfähiger Materialien auf dem Karosserieabschnitt oder
dem Fahrzeugteil hergestellt werden, um Kabel zu vermeiden und den Aufbau und die
Montage des Sensors und der Einklemmschutzvorrichtung zu vereinfachen.
[0014] Es ist denkbar, dass die für den Sensor benötigte elektronische Ansteuerungsschaltung
ebenfalls direkt auf dem bewegten Fahrzeugteil, dem Karosserieabschnitt oder dem weiteren
Fahrzeugteil durch Abscheidung geeigneter Materialien zusammen mit dem piezoelektrischen
Sensor hergestellt ist. Dadurch kann eine zusätzliche Vereinfachung des Aufbaus des
Sensors erreicht werden, es können kurze Leitungslängen zwischen dem piezoelektrischen
Sensor und der Ansteuerungsschaltung geschaffen und Störeinflüsse somit minimiert
werden.
[0015] Der Sensor des Sensorsystems kann auf oder unter einer Lackschicht oder unter Bauteilen,
wie zum Beispiel einer Dichtung, angeordnet sein. Durch eine den Sensor überdeckende
Lackschicht kann erreicht werden, dass der Sensor farblich der Umgebung angeglichen
ist, um so den piezoelektrischen Sensor von außen unsichtbar zu machen.
[0016] Darüber hinaus können Bauteile, wie zum Beispiel eine Dichtung, den Sensor ganz oder
teilweise überdeckend auf der Karosserie angeordnet werden, ohne dass der piezoelektrische
Sensor die Positionierung der Bauteile erschwert oder beeinflusst oder die Bauteile
dem piezoelektrischen Sensor in ihrer Bauform angepasst werden müssen.
[0017] Der Sensor des Sensorsystems kann zum einen großflächig einen Karosserieabschnitt
überdecken, um so in einem großen Bereich mittels eines einzelnen Sensors eine mögliche
Einklemmgefahr zu erfassen. Zum anderen können aber auch mehrere kleinflächige Sensoren
auf dem bewegten Fahrzeugteil, dem Karosserieabschnitt oder dem weiteren Fahrzeugteil
angeordnet sein, die räumlich versetzt sind und somit ein räumlich differenziertes
Signal empfangen. Mittels einer solchen Sensoranordnung kann die Position des Drucks
und somit des möglichen Einklemmens bestimmt werden, und abhängig von der erfassten
Position können unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden. Sind die Sensoren als
piezoelektrische Sensoren ausgelegt, so haben die kleinflächigen Sensoren den zusätzlichen
Vorteil, dass die parasitäre Kapazität eines Sensors, die durch die mit Elektroden
überdeckte piezoelektrische Schicht bedingt ist, klein gehalten werden kann.
[0018] In einer Variante ist das Sensorsystem Teil einer Einklemmschutzvorrichtung für eine
das bewegte Fahrzeugteil ausbildende Fensterscheibe in einer Kraftfahrzeugtür. Der
Sensor kann an einem den Karosserieabschnitt ausbildenden Türrahmen der Kraftfahrzeugtür
oder, für den Fall einer rahmenlosen Tür, an einem die Türöffnung umrandenden, feststehenden
Karosserieabschnitt der Fahrzeugkarosserie angeordnet sein. Der Sensor ist dabei der
sich schließenden Fensterscheibe zugewandt und in einem Bereich angebracht, der die
bewegte Fensterscheibe aufnimmt, so dass ein Objekt, das zwischen der Fensterscheibe
und dem Türrahmen bzw. dem Karosserieabschnitt an der Fahrzeugkarosserie beim Schließvorgang
der Fensterscheibe eingeklemmt wird, erfasst wird. Genauso ist denkbar, dass der Sensor
direkt auf der Fensterscheibe, bevorzugt im Bereich der oberen Scheibenkante, ausgebildet
ist.
[0019] Anhand der in den folgenden Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele soll der der
Erfindung zugrunde liegende Gedanke näher und weiter erläutert werden. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer Kraftfahrzeugtür mit einem großflächigen, am Türrahmen angebrachten
Sensor für eine Einklemmschutzvorrichtung;
- Figur 2
- eine Seitenansicht einer Kraftfahrzeugtür mit mehreren am Türrahmen angebrachten Sensoren;
- Figur 3
- eine Schnittansicht quer zum Türrahmen mit einem auf den Türrahmen aufgebrachten piezoelektrischen
Sensor und
- Figur 4
- eine Schnittansicht durch einen piezoelektrischen Sensor.
[0020] Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht einer Fahrzeugtür 2 mit einem einen Karosserieabschnitt
ausbildenden Türrahmen 21 zur Aufnahme einer das bewegte Fahrzeugteil ausbildenden
Fensterscheibe 3, an dem ein Sensor 1 angebracht ist, der den oberen Teil des Türrahmens
21 auf der der Fensterscheibe 3 zugewandten Seite teilweise überdeckt. Der Sensor
1 ist Teil eines Sensorsystems einer Einklemmschutzvorrichtung, die als Sicherheitsvorrichtung
beim Bewegen der Fensterscheibe 3 dient und das Schließen unterbindet, sobald ein
Objekt zwischen Fensterscheibe 3 und Türrahmen 21 erfasst wird und die Gefahr besteht,
dass das Objekt eingeklemmt wird. Der Sensor 1 ist dem sich schließenden Fenster 3
zugewandt am Türrahmen 21 angebracht und überdeckt den Türrahmen 21 insbesondere in
den Bereichen, in denen das Einklemmen eines Objektes möglich ist. Befindet sich beim
Schließen der Fensterscheibe 3 ein Objekt zwischen der Fensterscheibe 3 und dem Türrahmen
21 und wird zwischen diesen eingeklemmt, so übt, bei Verwendung eines druckempfindlichen
Sensors, das Objekt Druck auf den Sensor 1 aus, der Sensor 1 erzeugt ein Signal und
leitet dieses an eine Ansteuerschaltung der Einklemmschutzvorrichtung. Die Ansteuerschaltung
wertet dieses Signal aus und unterbindet den Schließvorgang der Fensterscheibe 3.
[0021] Der Sensor 1 ist auf den Türrahmen 21 aufgebracht und ist der Form des Türrahmens
21 vollständig angepasst, kann zusätzlich durch eine Lackschicht überdeckt sein und
ist somit von außen nicht sichtbar. Die Zuleitungen des Sensors 1 sind an von außen
nicht sichtbaren Stellen angebracht oder können durch Abscheidung von leitendem Material
ebenfalls auf dem Türrahmen 21 hergestellt sein.
[0022] Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht einer die Karosserie ausbildenden Fahrzeugtür 2 mit
mehreren Sensoren 1 a - 1 j, die räumlich versetzt an dem Türrahmen 21 angeordnet
sind und jeweils einen relativ kleinen Teilbereich des Türrahmens 21 überdecken. Die
Sensoren 1a ― 1 j sind über Zuleitungen mit der Ansteuerschaltung der Einklemmschutzvorrichtung
verbunden, die die Signale der einzelnen Sensoren 1a ― 1j auswertet und in Abhängigkeit
von den Signalen geeignete Maßnahmen einleitet. So ist es beispielsweise denkbar,
dass die Ansteuerschaltung den Schließvorgang in Abhängigkeit von der Position des
signalgebenden Sensors 1a - 1j früher oder später unterbindet oder verlangsamt. Eine
Anordnung gemäß Fig. 3 ist mit einem höheren Integrationsaufwand und einer aufwendigeren
Ansteuerschaltung verbunden, kann aber durch aufeinander folgende Abscheidungsschritte
geeigneter Werkstoffe und die automatisierte Aufbringung der Sensoren 1a - 1j zusammen
mit ihren Zuleitungen auf verhältnismäßig einfache, den Montageaufwand minimierende
Weise hergestellt werden.
[0023] Fig. 3 zeigt einen Querschnitt durch einen die Karosserie ausbildenden Türrahmen
21 mit einem auf den Türrahmen 21 aufgebrachten Sensor 1. Der Sensor 1 ist in Form
einer dünnen Schicht auf dem Türrahmen 21 angeordnet und wird teilweise von einem
Bauteil in Form einer Dichtung 4 zur Abdichtung der Fensterscheibe 3 in geschlossener
Position überdeckt. Der Sensor 1 ist mit dem Türrahmen 21 fest verbunden und konform
zu seiner Kontur und kann somit auch auf komplex geformten, geschwungenen Karosseriebereichen
hergestellt werden. Wird ein Objekt zwischen Fensterscheibe 3 und Türrahmen 21 eingeklemmt,
so wird, bei Verwendung eines druckempfindlichen Sensors, an einer Stelle oder in
einem Bereich des Türrahmens 21 Druck auf den Sensor 1 ausgeübt, ein Signal vom Sensor
1 erzeugt und der Verschließvorgang unterbrochen. Die Einklemmschutzvorrichtung kann
so ausgelegt sein, dass auch ein Objekt, das den Sensor 1 nur leicht berührt oder
sich dem Sensor nur annähert, den Schließvorgang der Fensterscheibe 3 unterbricht,
um so frühzeitig auf die Gefahr eines möglichen Einklemmens zu reagieren. Neben druckempfindlichen
Sensoren können zu diesem Zweck Tastsensoren oder abstandssensitive Sensoren, beispielsweise
Nahfeldradarsysteme verwendet werden, deren Antennen als Patch-Antennen wie in Fig.
3 dargestellt konform auf die Oberfläche des Türrahmens aufgebracht sind.
[0024] Bevorzugt ist der Sensor 1 als druckempfindlicher piezoelektrischer Sensor ausgelegt.
Fig. 4 zeigt eine Schnittansicht durch einen piezoelektrischen Sensor 1, der eine
piezoelektrische Schicht 11 und zwei Elektroden 12, 13 aufweist und als Drucksensor
in Form einer druckempfindlichen Schicht ausgebildet ist. Der piezoelektrische Sensor
1 ist auf die Karosserie 2 eines Fahrzeugs aufgebracht und mittels einer isolierenden
Schicht 14 von der Karosserie 2 getrennt.
[0025] Zur Herstellung des piezoelektrischen Sensors 1 können bekannte piezokeramische Werkstoffe
verwendet werden, die durch Abscheidung schichtförmig auf die Karosserie 2 aufgebracht
werden. Die piezoelektrische Schicht 11 ist dabei beidseitig zumindest teilweise mit
Elektroden 12, 13 überdeckt. Zur Aufbringung des Sensors wird zunächst auf einer isolierenden
Schicht 14 eine der Karosserie zugewandte Elektrode 13 erzeugt, auf der Elektrode
13 die piezoelektrische Schicht 11 abgeschieden und anschließend auf der piezoelektrischen
Schicht 11 die zweite Elektrode 12 hergestellt. Durch die schichtweise Herstellung
ist der piezoelektrische Sensor 1 in seiner Formgebung der Karosserie 2 angepasst,
ist mit der Karosserie 2 fest verbunden und überdeckt die Karosserie 2 uniform.
[0026] Da in der Regel die Karosserie 2 des Fahrzeugs aus Metall besteht, also leitfähig
ist, kann die untere Elektrode 13 durch die Karosserie 2 gebildet sein. Die isolierende
Schicht 14 und die der Karosserie zugewandte Elektrode 13 können dann entfallen, und
die piezoelektrische Schicht 11 liegt direkt auf der Karosserie 2 und ist mit dieser
verbunden. In diesem Fall befindet sich die durch die Karosserie 2 gebildete Elektrode
elektrisch auf einem Massepotential.
[0027] Um den piezoelektrischen Sensor 1 nach außen möglichst unauffällig zu gestalten,
kann er mit einer Lackschicht überzogen und dadurch auch farblich der Karosserie 2
angeglichen sein, ohne dass die Funktionstüchtigkeit des Sensors 1 beeinträchtigt
ist.
[0028] Bei Ausübung einer Druckkraft von außen, also von der der Karosserie 2 abgewandten
Seite auf den schichtförmigen piezoelektrischen Sensor 1 wird über der Schicht 11
eine Spannung erzeugt, die eine Ladungsverschiebung und somit ein Signal an den die
piezoelektrische Schicht 11 beidseitig bedeckenden Elektroden 12, 13 verursacht, das
von der Ansteuerschaltung der Einklemmschutzvorrichtung verarbeitet und ausgewertet
wird.
[0029] Andere Ausführungsformen, die von der Erfindung Gebrauch machen, sind denkbar. Neben
piezoelektrischen Sensorsystemen sind abstandssensitive Sensoren wie Nahfeldradarsysteme
denkbar, deren Antennen direkt auf die Karosserie oder ein Fahrzeugteil abgeschieden
werden. Darüber hinaus sind Einklemmschutzsysteme auch für andere Fahrzeugteile denkbar,
beispielsweise im Bereich einer Fahrzeugtür oder der Heckklappe zur Überwachung der
Türschließbewegung. Der Gedanke der Erfindung lässt sich auf eine Vielzahl von möglichen,
insbesondere ein Kraftfahrzeug betreffenden Anwendungen übertragen, bei denen schichtförmig
auf die Karosserie oder auf Fahrzeugteile aufgebrachte, der Oberflächenkontur des
Fahrzeugs angepasste Sensoren einsetzbar sind.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Piezoelektrischer Sensor
- 1a - 1j
- Piezoelektrische Sensoren
- 2
- Karosserie
- 3
- Fensterscheibe
- 4
- Dichtung
- 11
- Piezoelektrische Schicht
- 12
- Elektrode
- 13
- Elektrode
- 14
- Isolierende Schicht
- 21
- Türrahmen
1. Sensorsystem einer Einklemmschutzvorrichtung zur Überwachung einer Bewegung eines
Fahrzeugteils (3) mit einem Sensor (1, 1a - 1j) zum Erfassen eines zwischen dem bewegten
Fahrzeugteil (3), einem Karosserieabschnitt (2, 21) oder einem weiteren Fahrzeugteil
eingeklemmten Objektes, wobei der Sensor (1, 1a - 1j)
- schichtförmig ausgebildet ist,
- auf das bewegte Fahrzeugteil (3), den Karosserieabschnitt (2, 21) des Fahrzeugs
und/oder das weitere Fahrzeugteil (3) aufgebracht ist und
- der Formgebung des bewegten Fahrzeugteils (3), des Karosserieabschnitts (2, 21)
und/oder des weiteren Fahrzeugteils angepasst ist.
2. Sensorsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1a-1j) an das bewegte Fahrzeugteil (3), den Karosserieabschnitt (2,
21) des Fahrzeugs und/oder das weitere Fahrzeugteil formschlüssig angrenzt.
3. Sensorsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1a-1j) in seiner Formgebung mit dem bewegten Fahrzeugteil (3), dem
Karosserieabschnitt (2, 21) des Fahrzeugs und/oder dem weiteren Fahrzeugteil identisch
ist.
4. Sensorsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1a-1j) durch eine schichtförmige Abscheidung auf dem bewegten Fahrzeugteil
(3), dem Karosserieabschnitt (2, 21) des Fahrzeugs und/oder dem weiteren Fahrzeugteil
ausgebildet ist.
5. Sensorsystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1a-1j) auf das ein Trägermittel ausbildende weitere Fahrzeugteil schichtförmig
aufgebracht ist, wobei das weitere Fahrzeugteil in anderer Funktion an der Fahrzeugkarosserie
angebracht ist.
6. Sensorsystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermittel zusammen mit dem auf das Trägermittel aufgebrachten Sensor (1, 1
a - 1 j) am Fahrzeug befestigt ist.
7. Sensorsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1a - 1j) die Annäherung eines Objektes erfasst, um so ein mögliches
Einklemmen des Objekts zu erkennen.
8. Sensorsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1a - 1j) eine auf das bewegte Fahrzeugteil (3), den Karosserieabschnitt
(2, 21) oder das weitere Fahrzeugteil ausgeübte Berührung, insbesondere eine Druckkraft
erfasst.
9. Sensorsystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1a - 1j) eine Druckkraft, die durch ein zwischen dem bewegten Fahrzeugteil
(3) und dem Karosserieabschnitt (2, 21) oder dem weiteren Fahrzeugteil eingeklemmtes
Objekt ausgeübt wird, erfasst und in ein elektrisches Signal umsetzt.
10. Sensorsystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor als piezoelektrischer Sensor (1, 1a - 1 j) ausgebildet ist.
11. Sensorsystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1a - 1j) eine piezoelektrische Schicht (11) und mindestens eine die
piezoelektrische Schicht (11) zumindest teilweise überdeckende Elektrode (12, 13)
aufweist.
12. Sensorsystem nach einem der Ansprüche 10 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Karosserieabschnitt (2, 21) und/oder eines der Fahrzeugteile (3) eine weitere
Elektrode (12, 13) des Sensors (1, 1a - 1 j) darstellt und die piezoelektrische Schicht
(11) ohne eine Zwischenschicht direkt auf das bewegte Fahrzeugteil (3), den Karosserieabschnitt
(2, 21) und/oder das weitere Fahrzeugteil aufgebracht ist.
13. Sensorsystem nach einem der Ansprüche 10 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1a - 1j) auf eine isolierende Schicht (14) aufgebracht ist, die das
bewegte Fahrzeugteil (3), den Karosserieabschnitt (2, 21) und/oder das weitere Fahrzeugteil
überdeckt und den Sensor (1, 1a - 1j) galvanisch von dem bewegten Fahrzeugteil (3),
dem Karosserieabschnitt (2, 21) und/oder dem weiteren Fahrzeugteil trennt.
14. Sensorsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuleitungen des Sensors (1, 1a - 1j) durch die Abscheidung leitfähiger Materialien
auf dem bewegten Fahrzeugteil (3), dem Karosserieabschnitt (2, 21) und/oder dem weiteren
Fahrzeugteil hergestellt sind.
15. Sensorsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1a - 1j) zusammen mit einer elektronischen Ansteuerungsschaltung auf
dem bewegten Fahrzeugteil (3), dem Karosserieabschnitt (2, 21) und/oder dem weiteren
Fahrzeugteil hergestellt ist.
16. Sensorsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1 a - 1 j) auf oder unter einer Lackschicht oder unter Bauteilen (4)
angeordnet ist.
17. Sensorsystem nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1a - 1 j) durch die Lackschicht überdeckt ist und auf diese Weise
von außen unauffällig ist.
18. Sensorsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1) durch mehrere verteilte Sensoren (1a - 1j) ausgebildet ist, die zum
Erfassen eines eingeklemmten Objektes räumlich versetzt auf dem bewegten Fahrzeugteil
(3), dem Karosserieabschnitt (2, 21) und/oder dem weiteren Fahrzeugteil angeordnet
sind.
19. Sensorsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1a - 1j) als Teil einer Einklemmschutzvorrichtung für eine das bewegte
Fahrzeugteil ausbildende Fensterscheibe (3) auf einem den Karosserieabschnitt ausbildenden
Türrahmen (21) angeordnet ist, um ein zwischen dem Türrahmen (21) und der Fensterscheibe
(3) eingeklemmtes Objekt zu erfassen.
20. Sensorsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (1, 1a - 1j) als Teil einer Einklemmschutzvorrichtung für eine bewegte
Fensterscheibe (3) einer rahmenlosen Fahrzeugtür auf einem die Türöffnung umrandenden
Karosserieabschnitt angeordnet ist, um ein zwischen dem Karosserieabschnitt und der
Fensterscheibe (3) eingeklemmtes Objekt zu erfassen.