[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abdichten einer Gebäudeöffnung, bestehend
aus einem aufblasbaren elastischen Kissen, das in die Gebäudeöffnung einsetzbar und
durch Aufblasen gegen die Wandung der Gebäudeöffnung spannbar ist, wobei das Kissen
eine der Gebäudeaußenseite zugewandte Außenwand, eine der Gebäudeinnenseite zugewandte
Innenwand und zumindest eine die Außenwand und die Innenwand verbindende Seitenwand
aufweist, und wobei die Außenwand und die Innenwand über eine Vielzahl von Abstandsstegen
verbunden und im aufgeblasenen Zustand in gegenseitigem Abstand gehalten sind.
[0002] In der Nähe eines Flusses oder eines anderen Gewässers besteht die Gefahr, dass der
Fluss beispielsweise in Folge starker Regenfälle über die Ufer tritt und die umliegenden
Gebiete überflutet. Wenn das Wasser und der darin mitgeführte Schlamm in ein Gebäude
eindringt, kann es zu erheblichen Beschädigungen des Gebäudes sowie von dessen Inventar
kommen. Seit langer Zeit versucht man deshalb, im Falle einer Überflutung das Gebäude
gegen das Eindringen von Wasser abzudichten. Üblicherweise werden zu diesem Zweck
Dämme aus Sandsäcken gebildet und die Gebäudeöffnungen werden zusätzlich mit Holzverschalungen
versehen. Diese Maßnahmen sind jedoch relativ zeitaufwändig und wenig effektiv.
[0003] Aus der
DE 197 35 773 A1 ist es bekannt, in eine abzudichtende Gebäudeöffnung ein aufblasbares Kissen einzusetzen.
Das Kissen spannt sich im aufgeblasenen Zustand gegen die Wandung der Gebäudeöffnung
und dichtet diese dadurch ab. Das Kissen weist eine der Gebäudeaußenseite zugewandte
Außenwand und eine der Gebäudeinnenseite zugewandte Innenwand auf, wobei die Außenwand
und die Innenwand über eine umlaufende Seitenwand miteinander verbunden sind. Beim
Aufblasen des Kissens mit einem Gas und insbesondere mit Luft wölbt sich die Seitenwand
radial nach außen und legt sich dadurch an die zugeordnete Wandung der Gebäudeöffnung
an. Gleichzeitig wölben sich jedoch die Außenwand zur Gebäudeaußenseite und die Innenwand
zur Gebäudeinnenseite. Dies führt zu einer Verformung des Kissens, die die Anlagekraft
der Seitenwand an der Wandung der Gebäudeöffnung vermindert und dadurch die Dichtwirkung
herabsetzt.
[0004] Aus der
DE-A 199 38 294 ist ein gattungsgemäßes aufblasbares Kissen bekannt, bei dem die Außenwand und die
Innenwand über mehrere stab- bzw. bandförmige Abstandsstege miteinander verbunden
sind, die mit der Außenwand und der Innenwand verschweißt sind. Die Abstandsstege
sollen die Verformungen bzw. Aufwölbungen beim Aufblasen verhindern, jedoch halten
die Schweißnähte einen derart großen Innendruck, wie er für die Abdichtung der Gebäudeöffnung
notwendig ist, in vielen Fällen nicht aus, so dass die Schweißverbindungen abreißen
und dann wieder die oben genannten Probleme auftreten.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Abdichten einer Gebäudeöffnung
der genannten Art zu schaffen, bei der eine die Dichtwirkung herabsetzende Verformung
der Außenwand und der Innenwand zuverlässig vermieden ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0007] Auch bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist vorgesehen, dass die Außenwand und
die Innenwand über eine Vielzahl von vorzugsweise band- oder fadenförmigen Abstandsstegen
verbunden und im aufgeblasenen Zustand in gegenseitigem Abstand gehalten sind. Die
Erfindung geht von der Grundüberlegung aus, dass die Verformungen der Außenwand und
der Innenwand beim Aufblasen des Kissens weitgehend vermieden werden müssen. Zu diesem
Zweck sind die Außenwand und die Innenwand über sehr viele Abstandsstege miteinander
verbunden. Die Abstandsstege können im Wesentlichen fadenförmig und somit druckschlaff
ausgebildet sein, wodurch es möglich ist, das Kissen im nicht-benutzten Zustand platzsparend
aufzubewahren. Nach dem Aufblasen des Kissens stehen die Abstandsstege unter einer
Zugspannung und halten die Außenwand und die Innenwand in gewünschter gegenseitiger
Ausrichtung. Insbesondere ist vorgesehen, dass die Außenwand und die Innenwand im
aufgeblasenen Zustand des Kissens im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
[0008] Um eine sichere Kraftübertragung zwischen den Wänden und den Abstandsstegen zu gewährleisten,
ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Außenwand und die Innenwand jeweils mehrlagig
aufgebaut sind. Dabei ist jeweils eine vorzugsweise der Innenseite des Kissens zugewandte
Gewebeschicht vorgesehen, in die die Abstandsstege eingewebt sind. Die Gewebeschicht
besteht vorzugsweise aus einem Kunststoff und insbesondere einem sehr reißfesten Material.
Vorzugsweise bestehen die Abstandsstege und die Gewebeschicht aus dem gleichen Material.
Die Gewebeschicht ist außenseitig mit einer Dichtschicht versehen, die dafür sorgt,
dass die Außenwand und die Innenwand sowohl flüssigkeitsdicht als auch gasdicht sind.
Die Dichtschicht, die vorzugsweise aus Polyurethan (PÜ), aus Polyvinylchlorid (PVC)
oder einer Mischung dieser beiden Materialien besteht, ist mit der Gewebeschicht vorzugsweise
verklebt, verschweißt oder so auf die Gewebeschicht aufgebracht, dass die Gewebeschicht
in die Dichtschicht eingebettet ist.
[0009] Die Anzahl der vorhandenen Abstandsstege ist relativ groß, wobei es sich als sinnvoll
herausgestellt hat, zumindest 1 Abstandssteg pro cm
2 und insbesondere mehr als 5 Abstandsstege pro cm
2 vorzusehen. Aufgrund der Vielzahl von Abstandsstegen sind die von jedem einzelnen
Abstandssteg aufzunehmenden Kräfte relativ gering, so dass es auch nur zu sehr geringen
Dehnungen der Abstandsstege infolge der Belastung kommt, wodurch die Außenwand und
die Innenwand in der gewünschten gegenseitigen Ausrichtung gehalten werden können.
[0010] Die Abstandsstege sind vorzugsweise über annähernd die gesamte Fläche der Außenwand
und der Innenwand vorgesehen. Dabei sollten die Abstandsstege in einem regelmäßigen
Raster angeordnet sein, wobei es sich als sinnvoll erwiesen hat, die Abstandsstege
in einem Muster aus einer Vielzahl parallel verlaufender Reihen anzuordnen.
[0011] Um auch örtliche Auswölbungen oder Verformungen der Außenwand oder der Innenwand
zuverlässig vermeiden zu können, sollte der gegenseitige Abstand der Abstandsstege
relativ gering sein. In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Abstandsstege einen gegenseitigen Abstand im Bereich von 2 mm bis 30 mm und insbesondere
im Bereich von 2 mm bis 15 mm und besonders bevorzugt im Bereich von 2 mm bis 5 mm
aufweisen. Die Abstandsstege sind so dicht angeordnet, dass auf einer Fläche von 10
cm
2 zumindest ein Abstandssteg und insbesondere zumindest 10 Abstandsstege angeordnet
sind.
[0012] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung ersichtlich. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen schematischen Schnitt durch eine abgedichtete Gebäudeöffnung;
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch das Kissen und
- Fig. 3
- das Anordnungsmuster der Abstandsstege.
[0013] In Fig. 1 ist schematisch eine Gebäudewandung 20 dargestellt, in der eine Gebäudeöffnung
21 vorgesehen ist, in die ein Fenster 22 eingesetzt ist. Das Fenster 22 umfasst einen
mit der Gebäudewandung 20 verbundenen Fensterrahmen 23, in dem eine Fensterscheibe
24 gehalten ist.
[0014] Auf der äußeren, der Gebäudeaußenseite A zugewandten Seite des Fensters 22 ist ein
Kissen 10 in die Gebäudeöffnung 21 eingesetzt, das mit einem Gas und insbesondere
Luft aufgeblasen und unter hohen Innendruck gesetzt werden kann. Das Kissen 10 umfasst
eine der Gebäudeaußenseite A zugewandte Außenwand 11 und eine der Gebäudeinnenseite
I zugewandte Innenwand 12, die im Wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind
und an ihren seitlichen Rändern über eine umlaufende Seitenwand 13 miteinander verbunden
sind. Im dargestellten Ausführungsbeispiel besitzt das Kissen somit eine im Wesentlichen
quaderförmige Ausgestaltung.
[0015] Wenn das Kissen 10 unter einen hohen Innendruck gesetzt wird, wird sich das Kissen
10 in alle Richtungen ausdehnen.
[0016] Aufgrund dieser Ausdehnung legt sich die Seitenwand 13 an die zugeordnete Innenwandung
21a bzw. 21b der Gebäudeöffnung 21 in dichtender Weise an. Die nach außen zur Gebäudeaußenseite
A gerichtete Verformung der Außenwand 11 sowie die nach innen zur Gebäudeinnenseite
I gerichtete Verformung der Innenwand 12 sind hingegen verhindert, indem die Außenwand
11 und die Innenwand 12 über eine Vielzahl von Abstandsstegen 14 verbunden sind (siehe
Fig. 2). Die Abstandsstege 14 verlaufen im aufgeblasenen Zustand des Kissens im Wesentlichen
senkrecht zur Außenwand 11 und zur Innenwand 12 und sind als zugfeste, jedoch druckschlaffe
Fäden oder Bänder ausgestaltet.
[0017] Wie Fig. 2 zeigt, ist sowohl die Außenwand 11 als auch die Innenwand 12 zweilagig
ausgebildet. Eine der Innenseite des Kissens 10 zugewandte Gewebeschicht 15, 16 besteht
aus einem zugfesten Kunststoff, wobei die Abstandsstege 14 in die Gewebeschicht 15
bzw. 16 eingewebt sind. Jede Gewebeschicht 15 bzw. 16 ist auf der Außenseite des Kissens
10 mit einer Dichtschicht 17 bzw. 18 versehen, die fest mit der Gewebeschicht 15 bzw.
16 verbunden ist. Aufgrund der Dichtschicht 17 bzw. 18, die aus Polyurethan (PU),
aus Polyvinylchlorid (PVC) oder einer Mischung dieser beiden Materialien bestehen
kann, ist das Kissen gas- und flüssigkeitsdicht.
[0018] Wie die Fig. 2 und 3 zeigen, sind die Abstandsstege in engem gegenseitigen Abstand
in einem regelmäßigen Raster angeordnet. Gemäß Fig. 3 sind die Abstandsstege 14 in
einem Raster aus einer Vielzahl parallel verlaufender Reihen angeordnet, wobei der
gegenseitige, vorzugsweise gleichbleibende Abstand der Abstandsstege ca. 2 mm bis
5 mm beträgt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein gegenseitiger Abstand von
ca. 4 mm vorgesehen. Auf diese Weise ist die Außenwand 11 mit der Innenwand 12 des
Kissens über eine Vielzahl von Abstandsstegen verbunden, die bei einem Kissen zur
Abdichtung einer üblichen Fensteröffnung größer 1000 sein kann. Aufgrund dieser großen
Anzahl von Abstandsstegen ist die Belastung jedes einzelnen Abstandssteges relativ
gering, so dass auch nur geringe Verformungen auftreten und die Außenwand 11 und die
Innenwand 12 auch bei einem hohen Innendruck des Kissens 10 im Wesentlichen parallel
gehalten werden können.
1. Vorrichtung zum Abdichten einer Gebäudeöffnung (21), bestehend aus einem aufblasbaren
elastischen Kissen (10), das in die Gebäudeöffnung (21) einsetzbar und durch Aufblasen
gegen die Wandungen (21a, 21b) der Gebäudeöffnung (21) spannbar ist, wobei das Kissen
(10) eine der Gebäudeaußenseite zugewandte Außenwand (11), eine der Gebäudeinnenseite
zugewandte Innenwand (12) und zumindest eine die Außenwand (11) mit der Innenwand
(12) verbindende Seitenwand (13) aufweist und wobei die Außenwand (11) und die Innenwand
(12) über eine Vielzahl von Abstandsstegen (14) verbunden und im aufgeblasenen Zustand
in gegenseitigem Abstand gehalten sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenwand (11) und die Innenwand (12) mehrlagig aufgebaut sind und zumindest
eine innere Gewebeschicht (15, 16), in die die Abstandsstege (14) eingewebt sind,
und eine äußere Dichtschicht (17, 18) aufweisen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewebeschicht (15, 16) der Innenseite des Kissens (10) zugewandt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtschicht (17, 18) aus Polyurethan (PU), aus Polyvinylchlorid (PVC) oder einer
Mischung dieser beiden Materialien besteht.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsstege (14) band- oder fadenförmig ausgebildet sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenwand (11) und die Innenwand (12) im aufgeblasenen Zustand im Wesentlichen
parallel zueinander gehalten sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsstege (14) in einem regelmäßigen Raster angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsstege (14) in einem Muster aus einer Vielzahl parallel verlaufender Reihen
angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsstege (14) einen gegenseitigen Abstand im Bereich von 2 mm bis 30 mm
und insbesondere im Bereich von 2 mm bis 15 mm aufweisen.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsstege (14) einen gegenseitigen Abstand im Bereich von 2 mm bis 5 mm aufweisen.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer Fläche von 10 cm2 zumindest ein Abstandssteg (14) und insbesondere zumindest 10 Abstandsstege (14)
angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer Fläche von 10 cm2 zumindest 20 Abstandsstege (14) angeordnet sind.