TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Strömungsführung in Rohrbündel-Wärmeaustauschern
zur thermischen Behandlung von Suspensionen, die stückige und/oder langfaserige Bestandteile
beinhalten, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Anordnung zur Durchführung
des Verfahrens nach dem Oberbegriff des Nebenanspruchs 2.
STAND DER TECHNIK
[0002] Es ist bekannt, jeweils zwei benachbarte, im Wesentlichen parallel angeordnete, in
Reihe geschaltete Rohrbündel von Rohrbündel-Wärmeaustauschern, wie sie beispielsweise
aus der
DE 94 03 913 U1 bekannt sind, jeweils über 180 Grad-Rohrbogen miteinander zu verbinden (siehe auch
WO 2004/051 174 A1; WO 2004/083 761 A1). In den dort gewählten Darstellungen sind die in Frage kommenden Verbindungsbogen
jeweils nur zur Hälfte dargestellt.
[0003] Den bekannten Rohrbündel-Wärmeaustauschern ist gemeinsam, dass die in den Innenrohren
des jeweiligen Rohrbündels vereinzelten Teilströmungen des Innenkanals am Austritt
der Rohrträgerplatte vereinigt werden und dieser zusammengeführte Gesamtstrom gemeinsam
über den angeschlossenen Verbindungsbogen dem benachbarten Rohrbündel zugeführt wird.
Dort wird im Eintrittsbereich des Rohrbündels dieser Gesamtstrom wieder in den dort
angeströmten Innenrohren in Teilströme vereinzelt.
[0004] Falls es sich bei dem in dem Rohrbündel-Wärmeaustauscher thermisch zu behandelnde
Produkt um solches mit faserigen Beimengungen, beispielsweise Säften mit Fruchtfleisch,
handelt, so kann es an den Eintrittsöffnungen der Innenrohre der Rohrträgerplatte
zu Ablagerungen kommen. Die Behandlung bei relativ hohen Temperaturen begünstig die
Agglomeration von Fasern und die Bildung von Pulpe. Diese lagern sich bevorzugt an
den Stegen zwischen den mehrfach parallel angeordneten Innenrohren und an den quer
zur Strömungsrichtung orientierten Flächen der Rohrträgerplatte ab und können dort
zu Verstopfungen führen. Abhilfe schaffen hier Maßnahmen, wie sie in der vorgenannten
WO 20041083 761 A1 im kritischen Anströmbereich der jeweiligen Rohrträgerplatte vorgesehen sind. Es
wird u.a. vorgeschlagen, dass im Anströmbereich der jeweiligen Rohrträgerplatte und
konzentrisch zu dieser ein Verdrängerkörper angeordnet ist, der die Strömung zum durch
die Innenrohre gebildeten Innenkanal axialsymmetrisch teilt und dabei derart strömungsmechanisch
beeinflusst, dass die vorstehend erwähnten unerwünschten Ablagerungen weitestgehend
vermieden oder abgetragen werden.
[0005] Es hat sich jedoch gezeigt, dass die bekannten Maßnahmen zur Verhinderung von Ablagerungen
im Anströmbereich der Rohträgerplatte dann nicht mehr voll befriedigen können, wenn
es sich bei dem thermisch zu behandelnden Produkt um Suspensionen handelt, die stückige
und/oder langfaserige Bestandteile beinhalten, wobei die Faserlängen bis zu 100 mm
reichen können. Diesbezügliche Suspensionen liegen beispielsweise im Rahmen von Verfahren
zur Energiegewinnung durch Biofermentation vor. Hier wird einem Fermentationstank
(Fermenter), in dem die Biofermentation stattfindet, eine Suspension fortlaufend zugeführt,
wobei beispielsweise diese Suspension im Wesentlichen aus Mais und Gülle oder aus
Ganzpflanzensilage (GPS) und Gülle oder aus Grassilage und Gülle besteht. Die Fermentationsreaktion
liefert sog. Biogas, welches zum größeren Teil aus Methan besteht und einem (einer)
mit einem Generator zur Stromerzeugung gekoppelten Gaskolbenmotor (Gasturbine) zugeführt
wird. Im dispersen System Mais/Gülle bzw. GPS/Gülle bzw. Grassilage/Gülle bildet jeweils
die Gülle im Wesentlichen die kontinuierliche Phase, während die disperse Phase durch
den Mais oder die anderen vorg. stückigen Bestandteile und ggf. weitere stückige Bestandteile,
wie beispielsweise stückige Lebensmittel und deren Abfallprodukte sowie andere langfaserige
Bestandteile gebildet wird.
[0006] Die vorstehend erwähnte Biofermentation im Fermenter bedarf einer bestimmten optimalen
Reaktionstemperatur (Fermentationstemperatur). Die fortlaufende Zufuhr von Suspension,
bestehend im Wesentlichen aus den vorstehend aufgezählten zu fermentierenden Produkten,
bedeutet jedoch eine Störung der Reaktion im Fermenter, die sich zwangsläufig aus
zufuhrbedingten Temperatur- und Konzentrationsänderungen ergibt und dann besonders
signifikant ausfällt, wenn beispielsweise in der kalten Jahreszeit die zuzuführende
Suspension nicht hinreichend auf die Fermentationstemperatur im Fermenter vorgewärmt
wird oder werden kann. Um diese Wärmezufuhr sicherzustellen, wurde beispielsweise
versucht, den Fermentationstank intern zu beheizen. Hierzu ist im Innern des Fermenters
eine Heizvorrichtung angeordnet. Diese kann bei einer zylinderförmigen Ausgestaltung
des Fermentes als Heizwand ausgebildet sein, welche dann bevorzugt aufgeständert auf
dem Boden des Fermenters angeordnet ist
(DE 202 18 022U1). Eine andere Ausführungsform sieht diesbezüglich vor, an der Innenwand des Fermenters
Heiztaschen anzuordnen.
[0007] Es wurde weiterhin versucht, die zuzuführende Suspension, im Wesentlichen bestehend
aus den zu fermentierenden Produkten, durch Erwärmung außerhalb des Fermenters in
einem Rohrbündel-Wärmeaustauscher der vorstehend beschriebenen Art vorzuwärmen und
dann im hinreichend erwärmten Zustand dem Fermentationstank zuzuführen. Es zeigte
sich bei dieser "externen" Erwärmung, dass die in Rede stehende Suspension im Rohrbündel-Wärmeaustauscher
zu Verstopfungen führen und dort auch eine Entmischung erfahren konnte.
[0008] Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die bislang bekannten Maßnahmen und
Vorgehensweisen bei der Biofermentation zur Gewinnung von Biogas nicht dazu geeignet
sind, die Fermentationstemperatur im Fermenter auch bei Zufuhr von neuer Suspension
konstant zu halten. Bei Beheizung der zu fermentierenden Produkte innerhalb des Fermenters
im Rahmen einer sog." internen" Beheizung zeigt sich eine sehr schlechte oder unzureichende
Wärmeübertragung in die zu fermentierenden Produkte mit der Folge lokaler Temperaturunterschiede
im Fermenter. Hieraus resultiert eine Verlangsamung des Fermentationsprozesses und
eine damit einhergehende Verminderung der Ausbeute an Biogas. Die sog. "externe" Beheizung
der zuzuführenden Suspension, der zu fermentierenden Produkte, innerhalb eines Rohrbündel-Wärmeaustauschers
der bekannten Art ist insofern problematisch, als die stückigen und/oder langfaserigen
Bestandteile des dispersen Systems zu Verstopfungen und Entmischungen im Rohrbündel-Wärmeaustauscher
führen können, wobei als Folge dieser Störungen sich wiederum lokale Temperaturunterschiede
ergeben, aus denen eine Verlangsamung des Fermentationsprozesses und eine damit einhergehende
Verminderung der Ausbeute an Biogas resultieren.
[0009] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren der gattungsgemäßen Art
und eine Anordnung zu seiner Durchführung zu schaffen, mit denen die Verstopfungsanfälligkeit
des Rohrbündel-Wärmeaustauschers weitestgehend beseitigt wird.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0010] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrens ist durch die Merkmale des Nebenanspruchs
2 gekennzeichnet. Vorteilhafte Ausführungsformen der vorgeschlagenen Anordnung sind
Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Der grundlegende erfinderische Verfahrensgedanke beinhaltet drei Lösungsansätze.
Ein erster Lösungsansatz sieht vor, dass der Gesamtstrom einer stückigen und/oder
faserigen Suspension vor Eintritt in den Rohrbündel-Wärmeaustauscher in eine Anzahl
Teilströme vereinzelt wird. Gemäß einem zweiten Lösungsansatz erfolgt die Generierung
der Teilströme jeweils mit einem Abstand, der mindestens so groß ist wie die größte
Länge der faserigen Bestandteile der Suspension. Durch diese Maßnahmen wird erreicht,
dass die längsten faserigen Bestandteile sich nicht gleichzeitig in zwei Vereinzelungsstellen
hinein erstrecken können. Würde man nämlich eine derartige Überbrückung durch lange
Fasern zulassen, dann liefe man Gefahr, dass diese "Brückenbildungen" durch die nachfolgende
Strömung und Anströmung der Suspension nicht mehr aufgelöst werden können. Es kommt
dann in diesen Bereichen bevorzugt zu weiteren diesbezüglichen Anlagerungen mit dem
Ergebnis, dass die Vereinzelungsstellen schließlich vollständig von langfaserigen
Bestandteilen und im Zusammenwirken mit anderen stückigen Beimengungen vollständig
verstopft werden.
[0012] Ein dritter Lösungsansatz besteht darin, dass die vereinzelten Teilströme, jeweils
voneinander separiert, durch den gesamten Rohrbündel-Wärmeaustauscher geführt werden.
Es handelt sich bei dem erfindungsgemäßen Vorschlag diesbezüglich somit jeweils um
eine Einzelumlenkung des Teilstroms, in Strömungsrichtung gesehen, vor und hinter
dem jeweiligen Innenrohr. Bei bekannten Rohrbündel-Wärmeaustauschern werden demgegenüber
die Teilströme aller parallel geschalteten Innenrohre eines Rohrbündels zunächst vereinigt
und der sich ergebende Gesamtstrom wird anschließend umgelenkt und dem nächsten Rohrbündel
als Gesamtstrom zugeführt. Die Vereinzelung des Gesamtstromes in eine der Anzahl der
Innenrohre entsprechende Anzahl Teilströme erfolgt dann bekanntlich durch die als
Verteiler fungierende Rohrträgerplatte.
[0013] Die vorgeschlagene Anordnung ist gleichfalls durch drei grundlegende Lösungsansätze
gekennzeichnet ist. Der erste Lösungsansatz besteht darin, dass, in Strömungsrichtung
gesehen, dem ersten Rohrbündel eine Einlauf- und Verteilervorrichtung mit einem Verteilerkörper
vorgeordnet ist, der innenseits einen Verteilerraum ausbildet. Der zweite Lösungsgedanke
beinhaltet, dass der Verteilerraum mit jedem Innenrohr des ersten Rohrbündels über
jeweils ein Verteilerrohr aus einer Gruppe Verteilerrohre separat verbunden ist, wobei
der Abstand benachbarter Verteilerrohre mindestens so groß ist, wie die größte Länge
der faserigen Bestandteile. Gemäß einem dritten Lösungsansatz ist jedes Innenrohr
eines Rohrbündels mit einem zugeordneten Innenrohr des nachfolgenden Rohrbündels über
einen Verbindungsbogen aus einer Gruppe Verbindungsbogen der Verbindungsarmatur separat
verbunden.
[0014] Im Verteilerraum wird die Vereinzelung in die jeweiligen Teilströme der Innenrohre
vorgenommen, die bei Rohrbündel-Wärmeaustauschern nach dem Stand der Technik erst
im Bereich der Rohträgerplatte des ersten Rohrbündels vorgesehen ist. Durch die Bemessung
der Abstände benachbarter, aus dem Verteilerraum ausmündender Verteilerrohre wird
die sog. "Brückenbildung" durch langfaserige Bestandteile weitestgehend vermieden
und durch die separate Verbindung jedes einzelnen Innenrohres des ersten Rohrbündels
mit dem Verteilerraum über jeweils ein Verteilerrohr aus einer Gruppe Verteilerrohre
ist eine eindeutige Beschickung jedes dieser Innenrohre sichergestellt, wodurch der
bei Rohrbündel-Wärmeaustauschern nach dem Stand der Technik kritische Anströmbereich
der Rohrträgerplatte des ersten Rohrbündels eliminiert ist. Würde man nämlich eine
derartige Überbrückung durch lange Fasern zulassen, dann liefe man Gefahr, dass diese
"Brückenbildungen" durch die nachfolgende Strömung und Anströmung der Suspension nicht
mehr aufgelöst werden können. Es kommt dann in diesen Bereichen bevorzugt zu weiteren
diesbezüglichen Anlagerungen mit dem Ergebnis, dass die Verzweigungsstellen schließlich
vollständig von langfaserigen Bestandteilen und im Zusammenwirken mit anderen stückigen
Beimengungen vollständig verstopft werden.
[0015] Das Prinzip der durchgängigen Separierung der die einander zugeordneten Innenrohre
passierenden Teilströme verhindert die sich immer wiederholende Bildung kritischer
Anströmbereiche der Rohrträgerplatte bei Rohrbündel-Wärmeaustauschern nach dem Stand
der Technik. Es handelt sich bei dem erfindungsgemäßen Vorschlag somit um eine Einzelumlenkung
des das jeweilige Innenrohr durchströmenden Teilstroms, während bei bekannten Rohrbündel-Wärmeaustauschern
die Teilströme aller parallel geschalteten Innenrohre zunächst vereinigt werden und
der sich ergebende Gesamtstrom anschließend umgelenkt und dem nächsten Rohrbündel
zugeführt wird.
[0016] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Anordnung gemäß der Erfindung sieht weiterhin
vor, dass der jeweilige Teilstrom durch die Innenrohre vom Verteilerraum bis zum Eintritt
in eine von allen Innenrohren des letzten Rohrbündels gespeiste Auslauf- und Sammelvorrichtung
gleichwertige oder annähernd gleichwertige Strömungswiderstände zu überwinden hat.
Die diesbezügliche Ausbildung aller Teilströmungswege stellt eine gleichmäßige Durchströmung
aller parallel geschalteten Bereiche des Rohrbündel-Wärmeaustauschers und gleichmäßige
thermische Behandlung dieser parallelen Teilströme sicher. Es wird erreicht, dass
die auf dem Weg durch den gesamten Rohrbündel-Wärmeaustauscher getrennt voneinander
geführten Teilströme der miteinander verbundenen Innenrohre gleiche Verweilzeit im
Rohrbündel-Wärmeaustauscher erfahren und somit einheitlich thermisch behandelt werden.
Voreilende oder nacheilende Teilströme mit unterschiedlichen Austrittstemperaturen
und Feststoffkonzentrationen werden somit vermieden.
[0017] Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausführung der Anordnung ist vorgesehen, dass an
die Einlauf- und Verteilervorrichtung ein erster Rohrbündel-Wärmeaustauscher und ein
zweiter Rohrbündel-Wärmeaustauscher parallel angeschlossen sind. Durch diese Anordnung
ist es möglich, dass eine einzige Einlauf- und Verteilervorrichtung zwei identische
Rohrbündel-Wärmeaustauscher versorgen kann.
[0018] In diesem Zusammenhang ist weiterhin vorgesehen, dass die Innenrohre des jeweils
letzten Rohrbündels in eine Auslauf- und Sammelvorrichtung mit einem Sammelkörper
einmünden, der innenseits einen Sammelraum ausbildet. Diese Ausgestaltung bezieht
sich sowohl auf eine Anordnung mit einem einzigen Rohrbündel-Wärmeaustauscher als
auch auf eine solche, bei der zwei Rohrbündel-Wärmeaustauscher parallel geschaltet
sind.
[0019] Die Ausgestaltung der Auslauf- und Sammelvorrichtung gestaltet sich gemäß einem weiteren
Vorschlag dann besonders einfach, wenn der Sammelkörper als langgestreckter Hohlzylinder
ausgebildet ist. Um eine Homogenisierung der in der Auslauf- und Sammelvorrichtung
vereinigten Teilströme sämtlicher parallel geführter Teilströme der Innenrohre einerseits
sicherzustellen, soweit dies angesichts der erfindungsgemäßen Anordnung überhaupt
noch notwendig ist, und ein unerwünschtes Leerlaufen des Rohrbündel-Wärmeaustauschers
andererseits zu verhindern, welches zu einem Anbrennen der an der Innenfläche der
Innenrohre anhaftenden Restsuspension führen kann, sieht ein weiterer Vorschlag vor,
dass der Sammelkörper im Bereich der Verbindungsarmaturen auf einer Seite des Rohrbündel-Wärmeaustauschers
zunächst im Wesentlichen vertikal aufsteigend und anschließend im Wesentlichen vertikal
absteigend verlegt ist. Die Auslauf- und Sammelvorrichtung fungiert in diesem Falle
zum einen als sog. Strömungsrohr, dessen notwendige Länge durch die vorgeschlagene
Verlegung raumsparend zu installieren ist, und zum anderen als Syphon zur Verhinderung
eines unerwünschten Leerlaufens des Rohrbündel-Wärmeaustauschers.
[0020] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der Verteilerkörper, wie dies weiterhin
vorgesehen ist, als langgestreckter Hohlzylinder mit einem Innendurchmesser D ausgebildet
ist, wenn weiterhin die aus dem Verteilerkörper ausmündende Gruppe Verteilerrohre
im Bereich ihrer Abzweigrohrstutzen in dessen Längsrichtung angeordnet ist und wenn
die Verteilerrohre innerhalb ihrer Gruppe jeweils einen axialen Abstand a voneinander
aufweisen, der gleich oder größer ist als der Innendurchmesser D. Letzterer wird dabei
zweckmäßig etwa so groß wie die größte Länge der faserigen Bestandteile der Suspension
ausgeführt. Durch die vorgenannte Bemessung des Verteilerkörpers werden günstige Bedingungen
dafür geschaffen, dass lange Fasern sich nicht über den Zwischenbereich zwischen zwei
Verteilerrohre im Sinne einer sog. "Brückenbildung" legen können.
[0021] Verläuft, wie dies eine weitere Ausführungsform der Anordnung gemäß der Erfindung
vorsieht, die Längsachse des Verteilerkörpers parallel zu dem Rohrbündel-Wärmeaustauscher
und ist die Gruppe Verteilerrohre im Bereich ihrer Abzweigrohrstutzen in einer Meridianebene
des Verteilerkörpers angeordnet, wobei letztere senkrecht auf einer Anordnungsebene
des Rohrbündel-Wärmeaustauschers steht, dann bietet der Verteilerkörper Platz für
eine zweite Gruppe Verteilerrohre, die im Bedarfsfall einen zweiten Rohrbündel-Wärmeaustauscher
versorgen kann.
[0022] Eine absolut identische Verrohrung zwischen dem jeweils ersten Rohrbündel der beiden
Rohrbündel-Wärmeaustauscher und dem Verteilerkörper wird dabei gemäß einem weiteren
Vorschlag dadurch erreicht, dass die zweite Gruppe Verteilerrohre der ersten Gruppe
Verteilerrohre am Verteilerkörper diametral gegenüber liegend angeordnet ist.
[0023] Durch die vorg. Maßnahmen am Verteilerkörper wird bereits eine gleichmäßige Beschickung
der Innenrohre des jeweils an den Verteilerraum angeschlossenen ersten Rohrbündels
sichergestellt.
[0024] Weist jedes Verteilerrohr im Bereich seines am Verteilerkörper ausmündenden Abzweigrohrstutzens,
wie dies auch vorgesehen ist, eine Absperreinrichtung auf, dann lässt sich jedes Innenrohr,
einzeln und unabhängig von den anderen, wahlweise absperren. Diese Absperrmöglichkeit
erlaubt die Durchspülung bzw. das Freispülen jedes einzelnen Innenrohres, falls dies
notwendig sein sollte. Diese Absperreinrichtung kann unabhängig von den anderen entweder
manuell oder ferngesteuert wahlweise betätigt werden. Die Betätigung wird zweckmäßig
in Abhängigkeit von einem für die Durchströmung des Innenrohres signifikanten Druck
der Suspension gesteuert. Zur Messung dieses Druckes ist an jedem Verteilerrohr, in
Strömungsrichtung gesehen, hinter der jeweiligen Absperreinrichtung ein Anschluss
für eine Druckmesseinrichtung vorgesehen. Durch die vorstehende Konfiguration lässt
sich jedes einzelne Innenrohr im Bedarfsfall gezielt separat frei- bzw. durchspülen,
während alle anderen Innenrohre abgesperrt sind. Es lässt sich somit die Notwendigkeit
einer Durchspülung oder des Freispülens im Falle eine Verstopfung automatisch erfassen
und, bei geeigneter gerätetechnischer Ausstattung, automatisieren. Ein verstopftes
Innenrohr führt an einer geeigneten Messstelle zu einem Druckanstieg, der entweder
eine Alarmmeldung generiert oder ein automatisches Freispülen des verstopften Innenrohres
veranlasst, während alle anderen Innenrohre bzw. Teilströme im Zuge dieses Freispülens
abgesperrt bzw. unterbrochen werden.
[0025] Unabhängig davon, ob die sich an den Verzweigungsstellen aus dem Verteilerraum abzweigenden
Innenrohre absperrbar oder abgesperrt sind, ergibt die vorg. Durchströmung des Verteilerraumes
eine Querströmung an diesen Verzweigungsstellen, mit der dort ggf. abgelagerte Fasern
beseitigt werden können. In Verbindung mit der oben beschriebenen Auswahl der Innenrohre
zum Zwecke ihrer gezielten Durchspülung sind somit alle verstopfungsanfälligen Bereiche
des erfindungsgemäßen Rohrbündel-Wärmeaustauschers einer Behandlung zugänglich.
[0026] Der Verteilerkörper weist, wie dies eine andere Ausführungsform vorsieht, an seinem
seiner Anströmseite abgewandten Ende einen mittels einer Absperreinrichtung absperrbaren
Spülanschluss auf. Dadurch kann der Verteilerkörper in seiner Längsrichtung durchspült
werden und die dadurch generierte Querströmung erlaubt ein Freispülen der aus dem
Verteilerkörper ausmündenden, zu den jeweiligen Innenrohren führenden Abzweigrohrstutzen,
wodurch die dort ggf. abgelagerten Fasern wirksam entfernt und über den Spülanschluss
ausgetragen werden.
[0027] Die Absperreinrichtung ist dabei zweckmäßig manuell oder ferngesteuert zu betätigen,
sodass die letztgenannte Variante in Verbindung mit der vorg. Druckmessung eine weitestgehende
Automatisierung des Durch- bzw. Freispülvorganges ermöglicht.
[0028] Um im Bereich der Verbindungsarmaturen gleiche Strömungsbedingungen für alle Teilströme
in den Innenrohren zu erreichen, sieht eine weitere Ausführungsform der Anordnung
gemäß der Erfindung vor, dass die Verbindungsarmatur ein Anordnungsmuster der Innenrohre
in den beiden jeweils dicht zu verbindenden Rohrträgerplatten benachbarter Rohrbündel
komplementär in ihrem Anschlussflansch abbildet, dass die Verbindungsarmaturen die
Strömungsverbindung zwischen den jeweiligen Innenrohren an den Enden zweier benachbarter
Rohrbündel einerseits und an den nachfolgenden Enden der benachbarten Rohrbündel andererseits
derart herstellen, und dass der jeweilige Strömungsweg durch die jeweiligen beiden
Verbindungsarmaturen zwischen den benachbarten Rohrbündeln in der Summe stets den
gleichen Strömungswiderstand aufweist. Diese Maßnahme stellt sicher, dass unabhängig
von der Anzahl der in Reihe geschalteten, parallel angeordneten Rohrbündel allein
die Umlenkung von einem zum andern Rohrbündel derart ausgestaltet ist, dass in jedem
diesbezüglichen Teilbereich des Rohrbündel-Wärmeaustauschers gleichwertige Strömungswiderstände
vorliegen und somit über die Innenrohre der jeweils zu betrachtenden Rohrbündel gleiche
Strömungsverhältnisse und somit gleiche Verweilzeiten vorliegen.
[0029] Eine besonders zweckmäßige diesbezügliche Anordnung wird weiterhin dadurch erreicht,
dass eine Anzahl von vier bis sieben, vorzugsweise vier, Innenrohre in einem Rohrbündel
vorgesehen sind.
[0030] Bei einer bevorzugten Anzahl von vier Innenrohren im Rohrbündel ergibt sich eine
besonders einfache Ausgestaltung der Verbindungsarmatur, wenn diese Innenrohre, wie
dies ein weiterer Vorschlag vorsieht, auf einem gemeinsamen Teilkreisdurchmesser derart
gleichmäßig verteilt angeordnet sind, dass zwei benachbarte Rohrbündel mit nur zwei
unterschiedlichen Verbindungsbogen verbunden sind, wobei zwei lange, gleiche Verbindungsbogen
den vier außen liegenden Innenrohren und zwei kurze, gleiche Verbindungsbogen den
vier innen liegenden Innenrohren zugeordnet sind. Dies bedeutet, dass, bezogen auf
einen Teilstrom innerhalb miteinander verbundener Innenrohre, einem langen Verbindungsbogen
einerseits ein kurzer Verbindungsbogen andererseits folgt und dass dieses Anordnungsmuster
sich über die nachfolgenden miteinander verbundenen Rohrbündel stetig fortsetzt.
[0031] Die erfindungsgemäße Anordnung zur Strömungsführung in Rohrbündel-Wärmeaustauschern
ist nicht nur geeignet, die zu fermentierenden Produkte außerhalb des Fermenters besonders
wirksam zu beheizen, um eine hinreichende Fermentationstemperatur sicherzustellen,
sondern sie ist auch im Gegensatz zu "internen" und "externen" Heizvorrichtungen nach
dem Stand der Technik besonders gut geeignet, um beispielsweise die zu fermentierenden
Produkte im Fermenter vor Überhitzung zu schützen. Eine derartige "externe" Kühlung
der zu fermentierenden Produkte ist beispielsweise dann angezeigt, wenn im Sommer
über mehrere Wochen eine Außentemperatur ϑ
a > 25 °C herrscht, sodass im Fermenter ohne Kühlung eine optimale Fermentationstemperatur
von ca. ϑ
F = 37 °C nicht einzuhalten ist. Die zu fermentierenden Produkte werden in diesem Falle
dem Fermenter im Teilstrom entnommen und im Kreislauf über den erfindungsgemäßen Rohrbündel-Wärmeaustauscher
geführt, wobei als Wärmeträgermedium (Kühlmedium) vorzugsweise Brunnenwasser zur Anwendung
kommt. Eine Überhitzung des Fermenters hat vergleichbare Auswirkungen auf den Fermentationsprozess,
wie eine unzureichende Erwärmung der zu fermentierenden Produkte.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Ausgehend vom Stand der Technik zeigt
[0032]
- Figur 1
- einen Mittelschnitt durch ein sog. Rohrbündel als modularer Teil eines ggf. aus einer
Vielzahl solcher Rohrbündel bestehenden Rohrbündel-Wärmeaustauschers, wobei auf jeder
Seite ein kreisförmiger Verbindungsbogen angeordnet ist.
[0033] Diese bekannte Ausführungsform wird nachfolgend einleitend erläutert.
[0034] Ein Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung ist in den weiteren Figuren der Zeichnung
dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Es zeigen
- Figur 2
- in perspektivischer Darstellung zwei parallel angeordnete Rohrbündel-Wärmeaustauscher,
die, in Strömungsrichtung des zu behandelnden Produktes gesehen, am Eintritt ihres
jeweils ersten Rohrbündels mit einer erfindungsgemäßen Einlauf- und Verteilervorrichtung,
an den Enden benachbarter, strömungsmäßig in Reihe geschalteter Rohrbündel jeweils
mit einer erfindungsgemäßen Verbindungsarmatur und, in Strömungsrichtung gesehen,
hinter ihrem jeweils letzten Rohrbündel mit einer erfindungsgemäßen Auslauf- und Sammelvorrichtung
ausgestattet sind;
- Figur 3a
- in der Ansicht die Rohrbündel-Wärmeaustauscher in Verbindung mit den erfindungsgemäßen
Anordnungen gemäß Figur 2;
- Figur 3b
- in der Draufsicht die Rohrbündel-Wärmeaustauscher gemäß Figur 3a;
- Figur 3c
- in der Seitenansicht die beiden Rohrbündel-Wärmeaustauscher gemäß den Figuren 3a und 3b;
- Figur 4
- in perspektivischer Darstellung die Einlauf- und Verteilervorrichtung, wie sie in
den Figuren 2 bis 3c dargestellt ist;
- Figur 4a
- in perspektivischer Darstellung die Einlauf- und Verteilervorrichtung gemäß Figur 4 in einer modifizierten Ausführungsform;
- Figur 5a
- in perspektivischer Darstellung die Verbindungsarmatur, die in den Figuren 2 bis 3c jeweils in Verbindung mit den zugeordneten Rohrbündeln gezeigt ist und
- Figur 5b
- die Verbindungsarmatur gemäß Figur 5a in einer dort mit "Z" gekennzeichneten Blickrichtung, wobei die jeweils zugeordnete
Rohrträgerplatte des zu verbindenden Rohrbündels strichpunktiert angedeutet ist.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
[0035] Ein in der Regel aus einer Vielzahl von Rohrbündeln 100.1 bis 100.n zusammengesetzter
Rohrbündel-Wärmeaustauscher 100 nach dem Stand der Technik, wobei mit 100.i ein beliebiges
Rohrbündel bezeichnet wird (
Figur 1; siehe auch
DE-U-94 03 913), besteht in seinem mittleren Teil aus einem einen Außenkanal 200* begrenzenden Außenmantel
200 mit einem, bezogen auf die Darstellungslage, linksseitig angeordneten festlagerseitigen
Außenmantelflansch 200a und einem rechtsseitig angeordneten loslagerseitigen Außenmantelflansch
200b. An dem letzteren schließt sich ein von einem ersten Gehäuse 400.1 begrenzter
erster Querkanal 400a* mit einem ersten Anschlussstutzen 400a und an den festlagerseitigen
Außenmantelflansch 200a schließt sich ein von einem zweiten Gehäuse 400.2 begrenzter
zweiter Querkanal 400b* mit einem zweiten Anschlussstutzen 400b an. Eine Anzahl von
sich achsparallel zum Außenmantel 200 durch den Außenkanal 200* erstreckenden, gemeinsam
einen Innenkanal 300* bildenden Innenrohre 300, beginnend mit vier und danach auch
bis neunzehn ansteigend und ggf. auch mehr an der Zahl, sind endseitig jeweils in
einer festlagerseitigen Rohrträgerplatte 700 bzw. einer loslagerseitigen Rohrträgerplatte
800 (beide auch als Rohrspiegelplatte bezeichnet) abgestützt und an ihrem Rohraußendurchmesser
in dieser verschweißt, wobei diese Gesamtanordnung über eine nicht näher bezeichnete
Öffnung am zweiten Gehäuse 400.2 in den Außenmantel 200 eingeführt und über einen
festlagerseitigen Austauscherflansch 500 mit dem zweiten Gehäuse 400.2 unter Zwischenschaltung
von jeweils einer Flachdichtung 900 zusammengespannt ist (Festlager 500, 700, 400.2).
[0036] Die beiden Gehäuse 400.1, 400.2 sind gegenüber dem jeweils benachbarten Außenmantelflansch
200b, 200a ebenfalls mit einer Flachdichtung 900 abgedichtet, wobei das rechtsseitig
angeordnete erste Gehäuse 400.1 in Verbindung mit dem Außenmantel 200 über einen loslagerseitigen
Austauscherflansch 600 unter Zwischenschaltung eines O-Ringes 910 gegen das linksseitig
angeordnete Festlager 500, 700, 400.2 gepresst wird. Die loslagerseitige Rohrträgerplatte
800 greift durch eine nicht näher bezeichnete Bohrung im loslagerseitigen Austauscherflansch
600 hindurch und findet gegenüber letzterem ihre Abdichtung mittels des dynamisch
beanspruchten O-Ringes 910, der darüber hinaus das erste Gehäuse 400.1 statisch gegen
den loslagerseitigen Austauscherflansch 600 abdichtet. Letzterer und die loslagerseitige
Rohrträgerplatte 800 bilden ein sog. Loslager 600, 800, welches die Längenänderungen
der in der loslagerseitigen Rohrträgerplatte 800 eingeschweißten Innenrohre 300 infolge
Temperaturänderung in beiden axialen Richtungen zulässt.
[0037] Abhängig von der Anordnung des jeweiligen Rohrbündels 100.1 bis 100.n im Rohrbündel-Wärmeaustauscher
100 und seiner jeweiligen Beschaltung können die Innenrohre 300, bezogen auf die Darstellungslage,
entweder von links nach rechts oder umgekehrt von einem Produkt P durchströmt werden,
wobei die mittlere Strömungsgeschwindigkeit im Innenrohr 300 und damit im Innenkanal
200* mit v gekennzeichnet ist. Die querschnittsmäßige Auslegung erfolgt in der Regel
derart, dass diese mittlere Strömungsgeschwindigkeit v auch in einem Verbindungsbogen
1000 vorliegt, der einerseits mit dem festlagerseitigen Austauscherflansch 500 und
andererseits mittelbar mit einem mit der loslagerseitigen Rohrträgerplatte 800 fest
verbundenen loslagerseitigen Anschlussstutzen 800d verbunden ist. Mit den beiden in
der Zeichnung nur jeweils zur Hälfte dargestellten Verbindungsbogen 1000 (sog. 180
Grad-Rohrbogen) wird das in Rede stehende Rohrbündel 100.i mit dem jeweils benachbarten
Rohrbündel 1 00.i-1 bzw. 100.i+1 in Reihe geschaltet. Daher bildet einmal der festlagerseitige
Austauscherflansch 500 einen Eintritt E für das Produkt P und der loslagerseitige
Anschlussstutzen 800d beherbergt einen dazugehörenden Austritt A; beim jeweils benachbarten
Rohrbündel 100.i-1 bzw. 100.i+1 kehren sich diese Ein- und Austrittsverhältnisse jeweils
entsprechend um.
[0038] Der festlagerseitige Austauscherflansch 500 weist eine erste Anschlussöffnung 500a
auf, die einem Nenndurchmesser DN und damit einem Nenndurchtrittsquerschnitt A
0 des dort angeschlossenen Verbindungsbogens 1000 entspricht und die in der Regel so
bemessen ist, dass dort die der mittleren Strömungsgeschwindigkeit v im Innenrohr
300 bzw. Innenkanal 300* entsprechende Strömungsgeschwindigkeit vorliegt. In gleicher
Weise ist auch eine zweite Anschlussöffnung 800a in dem loslagerseitigen Anschlussstutzen
800d bemessen, wobei sich die jeweilige Anschlussöffnung 500a bzw. 800a auf einen
jeweils erweiterten Durchtrittsquerschnitt 500c bzw. 800c im Bereich zur benachbarten
Rohrträgerplatte 700 bzw. 800 durch einen konischen Übergang 500b bzw. 800b erweitert.
Der erweiterte Durchtrittsquerschnitt 500c bzw. 800c ist dabei im Wesentlichen zylindrisch
und mit einem Durchmesser ausgeführt, der in der Regel ein bis zwei Nennweiten größer
als der Nenndurchmesser DN des Verbindungsbogens 1000 (Nenndurchtrittsquerschnitt
A
o des Verbindungsbogens) und demnach entsprechend größer als der Gesamtdurchtrittsquerschnitt
aller in den festlagerseitigen Austauscherflansch 500 eintretenden Innenrohre 300
mit einem jeweiligen Rohrinnendurchmesser D
i dimensioniert ist.
[0039] In Abhängigkeit von der Richtung der Strömungsgeschwindigkeit v im Innenrohr 300
bzw. lnnenkanal 300* strömt das zu behandelnde Produkt P entweder über die erste Anschlussöffnung
500a oder die zweite Anschlussöffnung 800a dem Rohrbündel 100.1 bis 100.n zu, sodass
entweder die festlagerseitige Rohrträgerplatte 700 oder die loslagerseitige Rohrträgerplatte
800 angeströmt wird. Da in jedem Falle ein Wärmeaustausch zwischen Produkt P in den
Innenrohren 300 bzw. den Innenkanälen 300* und einem Wärmeträgermedium M im Außenmantel
200 bzw. in den Außenkanälen 200* im Gegenstrom zu erfolgen hat, strömt dieses Wärmeträgermedium
M entweder dem ersten Anschlussstutzen 400a oder aber dem zweiten Anschlussstutzen
400b mit einer mittleren Strömungsgeschwindigkeit im Außenmantel c zu.
[0040] Ein erster Rohrbündel-Wärmeaustauscher 101 (
Figur 2 und
Figuren 3a, 3b, 3c) besteht aus einer Anzahl n in Reihe geschalteter, parallel angeordneter Rohrbündel
101.1 bis 101.n, wobei im Ausführungsbeispiel n = 8 Rohrbündel 101.i (i = 1 bis 8)
vorgesehen sind. Parallel zum ersten Rohrbündel-Wärmeaustauscher 101 ist ein zweiter
Rohrbündel-Wärmeaustauscher 102 vorgesehen, der gleichfalls aus einer Anzahl n in
Reihe geschalteter, parallel angeordneter Rohrbündel 102.1 bis 102.n (i = 1 bis 8)
besteht, wobei beide die Gesamtanordnung 100 bilden. Beide Rohrbündel-Wärmeaustauscher
101 und 102 sind nach der Erfindung gemeinsam an eine Einlauf- und Verteilervorrichtung
10 angeschlossen, die aus einem Verteilerkörper 10.3 besteht, der sich eingangsseitig
in einen ersten konischen Übergangskörper 10.4 mit einem ersten Anschlussflansch 10.5
fortsetzt (
Figuren 4, 4a). Der Verteilerkörper 10.3 ist vorzugsweise als langgestreckter Hohlzylinder mit
einem Innendurchmesser D ausgeführt, der innenseits einen Verteilerraum V ausbildet.
Dieser ist mit jedem Innenrohr 300, 300* (siehe
Figur 1) des jeweils ersten Rohrbündels 101.1, 102.1
(Figur 2) über jeweils ein Verteilerrohr 10.1.1 bis 10.1.4 (10.1.i) aus einer ersten Gruppe
Verteilerrohre 10.1 und über jeweils ein Verteilerrohr 10.2.1 bis 10.2.4 (10.2.i)
aus einer zweiten Gruppe Verteilerrohre 10.2 separat verbunden, wobei ein axialer
Abstand a benachbarter Verteilerrohre mindestens so groß ist, wie die größte Länge
der faserigen Bestandteile (
Figur 4). Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, den axialen Abstand a gleich oder größer
als den Innendurchmesser D auszuführen, wobei die Bemessung des Innendurchmessers
D unter Berücksichtigung des durchzusetzenden Volumenstroms der Suspension P die gewünschte
mittlere Strömungsgeschwindigkeit c eines jeweiligen Teilstroms P(T) im jeweiligen
Innenrohr zulassen muss.
[0041] Eine thermisch zu behandelnde Suspension P tritt über den ersten Anschlussflansch
10.5 in Verbindung mit dem ersten konischen Übergangskörper 10.4 in die Einlauf- und
Verteilervorrichtung 10 ein (Gesamtstrom der Suspension am Eintritt P(E)), wo sie,
in Strömungsrichtung gesehen, am Anfang des Verteilerkörpers 10.3 über ein Schauglas
10.7 visuell zu beobachten ist (
Figuren 2, 4). Innerhalb des Verteilerraumes V des Verteilerkörpers 10.3 verzweigt sich der Gesamtstrom
der Suspension P(E) in die jeweiligen Verteilerrohre 10.1.1 bis 10.1.4 einerseits
und in die Verteilerrohre 10.2.1 bis 10.2.4 andererseits. Derart vereinzelte Teilströme
P(T) der Suspension P(E) gelangen über einen an den Enden der jeweiligen Verteilerrohre
10.1.1 bis 10.1.4 und 10.2.1 bis 10.2.4 angeordneten zweiten Anschlussflansch 10.6
zum jeweils ersten Rohrbündel 101.1 und 102.1 (
Figur 2 und
Figuren 3a, 3b, 3c, 4). Die Verbindung im Bereich des zweiten Anschlussflansches 10.6 ist derart ausgebildet,
dass hier eine dichte Verbindung mit dem jeweils korrespondierenden Innenrohr des
ersten Rohrbündels 101.1, 102.1 gegeben ist. Zur Spülung des Verteilerraumes V befindet
sich, in Strömungsrichtung gesehen, am Ende des Verteilerkörpers 10.3 eine über einen
Antrieb 11 a steuerbare Absperreinrichtung 11, beispielsweise ein Kugelhahn, wobei
die Absperreinrichtung 11 an ihrer dem Verteilerkörper 10.3 abgewandten Seite einen
Spülanschluss 11 b aufweist (
Figuren 4, 4a).
[0042] Die Längsachse des Verteilerkörpers 10.3 (
Figuren 2, 4) verläuft parallel zu dem Rohrbündel-Wärmeaustauscher 101 und somit auch zu dem parallel
zu diesem angeordneten Rohrbündel-Wärmeaustauscher 102. Die erste Gruppe Verteilerrohre
10.1 ist in einer Meridianebene des Verteilerkörpers 10.3 angeordnet, wobei letztere
senkrecht auf einer Anordnungsebene AE des ersten Rohrbündel-Wärmeaustauschers 101
steht (
Figur 3c). Die zweite Gruppe Verteilerrohre 10.2 ist der ersten Gruppe 10.1 diametral gegenüber
liegend angeordnet. Durch diese symmetrische Anordnung herrschen im Einlauf- und Verteilerbereich
der beiden Rohrbündel-Wärmeaustauscher 101, 102 identische Strömungsverhältnisse.
[0043] Zum Zwecke einer gezielten Durchspülung der Verteilerrohre 10.1.i, 10.2.i jeder Gruppe
Verteilerrohre 10.1, 10.2 und der damit jeweils verbundenen Innenrohre 300 wird die
in
Figur 4 dargestellte Einlauf- und Verteilervorrichtung 10 modifiziert. Diese modifizierte
Einlauf- und Verteilervorrichtung 10* zeigt
Figur 4a. Dort weist jedes Verteilerrohr 10.1.i,10.2.i im Bereich seines am Verteilerkörper
10.3 ausmündenden Abzweigrohrstutzens eine Absperreinrichtung 10.8.i bzw. 10.9.i (10.8.1,
10.8.2, 10.8.3, 10.8.4; 10.9.1, 10.9.2, 10.9.3, 10.9.4) auf, wobei die an erster Stelle
genannten eine erste Gruppe Absperreinrichtungen 10.8 und die an zweiter Stelle genannten
eine zweite Gruppe Absperreinrichtungen 10.9 bilden. Jede dieser Absperreinrichtungen
10.8.i, 10.9.i ist unabhängig von den anderen entweder manuell oder ferngesteuert
wahlweise betätigbar. Um feststellen zu können, ob ein Verteilerrohr 10.1.i, 10.2.i
und/oder das damit jeweils verbundene Innenrohr 300 durch Ablagerungen in seinem Strömungsdurchgang
beeinträchtigt ist, ist an jedem Verteilerrohr 10.1.i, 10.2.i, in Strömungsrichtung
gesehen, hinter der jeweiligen Absperreinrichtung 10.8.i, 10.9.i ein Anschluss für
eine Druckmesseinrichtung 10.10 vorgesehen ist. Verstopfungen führen an der Messstelle
zu einer leicht messbaren, signifikanten Druckänderung, mit der wenigstens eine Alarmmeldung
oder aber eine gezielte Durchspülung und Freispülung der in Frage kommenden Verteilerrohre
10.1.i, 10.2.i (beispielsweise Spülung/Reinigung R1 des ersten Verteilerrohres 10.1.1
in der ersten Gruppe Verteilerrohre 10.1) in Verbindung mit den zugeordneten Innenrohren
300 und/oder eine Durchspülung des Verteilerkörpers 10.3 (Spülung/Reinigung R) generiert
werden kann.
[0044] Jedes Innenrohr 300, 300* (siehe hierzu
Figur 1) eines Rohrbündels (beispielhaft sei hier das Rohrbündel 101.i herausgegriffen; siehe
Figur 2 und
Figuren 3a, 3b, 3c) ist mit einem zugeordneten Innenrohr 300, 300* des nachfolgenden Rohrbündels 101.i+1
über einen Verbindungsbogen 20.1.i aus einer Gruppe Verbindungsbogen 20.1 einer Verbindungsarmatur
20 separat verbunden (siehe auch
Figuren 5a und
5b). Die Verbindung erfolgt über einen die beiden Rohrträgerplatten 700 bzw. 800 überbrückenden
Anschlussflansch 20.5.
[0045] Eine Anzahl N = 4 Innenrohre ist, wie dies in
Figur 5a dargestellt ist, auf einem gemeinsamen Teilkreisdurchmesser gleichmäßig verteilt
angeordnet, wobei die Anordnung so gewählt ist, dass zwei benachbarte Rohrbündel 101.i,
101.i+1 mit nur zwei unterschiedlich langen Verbindungsbogen verbunden sind. Dabei
sind zwei lange, gleiche Verbindungsbogen 20.1.1 und 20.1.2 den vier außen liegenden
Innenrohren zugeordnet (s. auch Verbindungsbogen 20.1.1 am rechtsseitigen Ende der
Rohrbündel 101.i, 101.i+1). Zwei kurze, gleiche Verbindungsbogen 20.1.3 und 20.1.4
sind den vier innen liegenden Innenrohren zugeordnet.
[0046] Die Teilströme P(T) der beiden außen liegenden Innenrohre der benachbarten Rohrbündel
101.i und 101.i+1
(Figuren 2 und
3a) nehmen in der Umlenkarmatur 20, wie vorstehend dargestellt, den langen Strömungsweg
L
l (s. auch
Figur 5b). Bei der nachfolgenden Umlenkung dieser Teilströme P(T) am linksseitigen Ende der
benachbarten Rohrbündel 101.i+1 und 101.i+2 werden die beiden außen liegenden Innenrohre
des Rohrbündels 101.i+1 in Bezug auf das Rohrbündel 101.i+2 gleichsam zu innen liegenden
Innenrohren, die mit den gleichfalls innen liegenden Innenrohren des Rohrbündels 101.i+2
über zwei kurze, gleiche Verbindungsbogen 20.1.3 und 20.1.4 verbunden sind. Die Teilströme
P(T) der beiden innen liegenden Innenrohre der benachbarten Rohrbündel 101.i+1 und
101.i+2 (
Figuren 2 und
3a) nehmen in der Umlenkarmatur 20 nunmehr den kurzen Strömungsweg L
k (s. auch
Figur 5b). Dadurch wird der erfindungsgemäße Lösungsansatz verwirklicht, dass der Teilstrom
P(T) in der Umlenkung vom Innenrohr 300, 300* des Rohrbündels 101.i zum zugeordneten
Innenrohr 300, 300* des nachfolgenden Rohrbündels 100.i+1 einerseits und von dort
zum zugeordneten Innenrohr 300, 300* des wiederum nachfolgenden Rohrbündels 100.i+2
andererseits in der Summe stets gleichwertige oder annähernd gleichwertige Strömungswiderstände
zu überwinden hat.
[0047] Die Innenrohre 300, 300* des, in Strömungsrichtung gesehen, jeweils letzten Rohrbündels
101.n und 102.n münden über einen ersten Sammelbogen 30.2 bzw. einen zweiten Sammelbogen
30.3 in einen Sammelkörper 30.1 einer Auslauf- und Sammelvorrichtung 30 ein (Verbindung
über dritten Anschlussflansch 30.4). Der Sammelkörper 30.1 ist vorzugsweise als lang
gestreckter Hohlkörper ausgebildet und begrenzt innenseits einen Sammelraum S. Dem
Sammelkörper 30.1 schließt sich ein zweiter konischer Übergangskörper 30.5 und ein
vierter Anschlussflansch 30.6 an. Die Auslauf- und Sammelvorrichtung 30 ist raumsparend
im Bereich der Verbindungsarmaturen 20 auf einer Seite der Rohrbündel-Wärmeaustauscher
101, 102 zunächst im Wesentlichen vertikal aufsteigend und anschließend im Wesentlichen
vertikal absteigend verlegt, wodurch ein Leerlaufen des Rohrbündel-Wärmeaustauschers
101, 102 und damit ein Anbrennen von Restsuspension verhindert wird. Neben dieser
Syphonwirkung homogenisiert sie eine aus den letzten Rohrbündeln 101.n und 102.n austretende
Suspension P(A) hinsichtlich Temperatur und Feststoffkonzentration, falls dies angesichts
der erfindungsgemäßen Anordnung überhaupt noch erforderlich ist.
[0048] Der Wärmeaustausch zwischen der mit der mittleren Strömungsgeschwindigkeit v in den
Innenrohren 300 bzw. den Innenkanälen 300* strömenden Suspension P (Teilströme P(T))
und einem im Außenmantel 200 bzw. in den Außenkanälen 200* strömenden Wärmeträgermedium
M erfolgt im Gegenstrom. Dabei strömt das Wärmeträgermedium M(E), beispielsweise Heißwasser
oder, im Falle eine Kühlung der zu fermentierenden Produkte, Kühlwasser dem n-ten
Rohrbündel 101.n einerseits über den ersten Anschlussstutzen 400a mit der mittleren
Strömungsgeschwindigkeit c im Außenmantel zu (Figur 2). Es verlässt das Rohrbündel
101.n andererseits über den zweiten Anschlussstutzen 400b, der mit dem ersten Anschlussstutzen
400a des benachbarten Rohrbündels 101.n-1 auf kurzem Weg verbunden ist. Schließlich
verlässt das Wärmeträgermedium M(A) mit der mittleren Strömungsgeschwindigkeit c im
Außenmantel das erste Rohrbündel 101.1 über den zweiten Anschlussstutzen 400b.
BEZUGSZEICHENLISTE DER VERWENDETEN ABKÜRZUNGEN
Figur 1 (Stand der Technik)
[0049]
- 100
- Rohrbündel-Wärmeaustauscher
- 100.1, 100.2, ..., 100.i, ... ..., 100.n
- Rohrbündel; i = 1 bis n
- 100.i
- i-tes Rohrbündel
- 200
- Außenmantel
- 200*
- Außenkanal
- 200a
- festlagerseitiger Außenmantelflansch
- 200b
- loslagerseitiger Außenmantelflansch
- 300
- Innenrohr
- 300*
- Innenkanal
- 400.1
- erstes Gehäuse
- 400a
- erster Anschlussstutzen
- 400a*
- erster Querkanal
- 400.2
- zweites Gehäuse
- 400b
- zweiter Anschlussstutzen
- 400b*
- zweiter Querkanal
- 500
- festlagerseitiger Austauscherflansch
- 500a
- erste Anschlussöffnung
- 500b
- erster konischer Übergang
- 500c
- erster erweiterter Durchtrittsquerschnitt
- 600
- loslagerseitiger Austauscherflansch
- 700
- festlagerseitige Rohrträgerplatte (Rohrspiegelplatte)
- 800
- loslagerseitige Rohrträgerplatte (Rohrspiegelplatte)
- 800a
- zweite Anschlussöffnung
- 800b
- zweiter konischer Übergang
- 800c
- zweiter erweiterter Durchtrittsquerschnitt
- 800d
- loslagerseitiger Anschlussstutzen
- 900
- Flachdichtung
- 910
- O-Ring
- 1000
- Verbindungsbogen
- c
- mittlere Strömungsgeschwindigkeit im Außenmantel
- n
- Anzahl der Rohrbündel 100.i
- v
- mittlere Strömungsgeschwindigkeit im Innenrohr
- A
- Austritt
- Ao
- Nenndurchtrittsquerschnitt des Verbindungsbogens
- Di
- Rohrinnendurchmesser (Innenrohr 300)
- DN
- Nenndurchmesser des Verbindungsbogens (Ao = DN2π/4)
- E
- Eintritt
- P
- Produkt/Suspension (temperaturbehandelte Seite)
- M
- Wärmeträgermedium, allgemein
Figuren 2, 3a, 3b, 3c, 4, 4a, 5a, 5b
[0050]
- 101
- erster Rohrbündel-Wärmeaustauscher
- 102
- zweiter Rohrbündel-Wärmeaustauscher
- 101.1, 101.2, ..., 101.i, ... ..., 101.n
- erstes bis n-tes Rohrbündel des ersten Rohrbündel-Wärmeaustauschers 101; i = 1 bis
n
- 102.1, 102.2, ..., 102.i, ... ..., 102.n
- erstes bis n-tes Rohrbündel des zweiten Rohrbündel-Wärmeaustauschers 102; i = 1 bis
n
- 101.i
- i-tes Rohrbündel des ersten Rohrbündel-Wärmeaustauschers 101
- 101.i+1
- dem Rohrbündel 101.i nachgeschaltetes Rohrbündel
- 100.i+2
- dem Rohrbündel 100.i+1 nachgeschaltetes Rohrbündel
- 101.i-1
- dem Rohrbündel 101.i vorgeschaltetes Rohrbündel
- 102.i
- i-tes Rohrbündel des zweiten Rohrbündel-Wärmeaustauschers 102
- 102.i+1
- dem Rohrbündel 102.i vorgeschaltetes Rohrbündel
- 102.i-1
- dem Rohrbündel 102.i vorgeschaltetes Rohrbündel
- 10
- Einlauf- und Verteilervorrichtung
- 10*
- modifizierte Einlauf- und Verteilervorrichtung
- 10.1
- erste Gruppe Verteilerrohre
- 10.1.1
- erstes Verteilerrohr der ersten Gruppe
- 10.1.2
- zweites Verteilerrohr der ersten Gruppe
- 10.1.3
- drittes Verteilerrohr der ersten Gruppe
- 10.1.4
- viertes Verteilerrohr der ersten Gruppe
- 10.1.i
- Verteilerrohr der ersten Gruppe, allgemein
- 10.2
- zweite Gruppe Verteilerrohre
- 10.2.1
- erstes Verteilerrohr der zweiten Gruppe
- 10.2.2
- zweites Verteilerrohr der zweiten Gruppe
- 10.2.3
- drittes Verteilerrohr der zweiten Gruppe
- 10.2.4
- viertes Verteilerrohr der zweiten Gruppe
- 10.2.i
- Verteilerrohr der zweiten Gruppe, allgemein
- 10.3
- Verteilerkörper
- 10.4
- erster konischer Übergangskörper
- 10.5
- erster Anschlussflansch
- 10.6
- zweiter Anschlussflansch
- 10.7
- Schauglas
- 10.8
- erste Gruppe Absperreinrichtungen
- 10.8.1
- erste Absperreinrichtung der ersten Gruppe
- 10.8.2
- zweite Absperreinrichtung der ersten Gruppe
- 10.8.3
- dritte Absperreinrichtung der ersten Gruppe
- 10.8.4
- vierte Absperreinrichtung der ersten Gruppe
- 10.8.i
- Absperreinrichtung der ersten Gruppe, allgemein
- 10.9
- zweite Gruppe Absperreinrichtungen
- 10.9.1
- erste Absperreinrichtung der zweiten Gruppe
- 10.9.2
- zweite Absperreinrichtung der zweiten Gruppe
- 10.9.3
- dritte Absperreinrichtung der zweiten Gruppe
- 10.9.4
- vierte Absperreinrichtung der zweiten Gruppe
- 10.9.i
- Absperreinrichtung der zweiten Gruppe, allgemein
- 10.10
- Anschluss für Druckmesseinrichtung
- 11
- Absperreinrichtung (z.B. Kugelhahn)
- 11a
- Antrieb
- 11 b
- Spülanschluss
- 20
- Verbindungsarmatur
- 20.1
- Gruppe Verbindungsbogen
- 20.1.1
- erster, langer Verbindungsbogen
- 20.1.2
- zweiter, langer Verbindungsbogen
- 20.1.3
- erster, kurzer Verbindungsbogen
- 20.1.4
- zweiter, kurzer Verbindungsbogen
- 20.1.i
- Verbindungsbogen, allgemein
- 20.5
- Anschlussflansch
- 30
- Auslauf- und Sammelvorrichtung
- 30.1
- Sammelkörper
- 30.2
- erster Sammelbogen
- 30.3
- zweiter Sammelbogen
- 30.4
- dritter Anschlussflansch
- 30.5
- zweiter konischer Übergangskörper
- 30.6
- vierter Anschlussflansch
- a
- axialer Abstand der Verteilerrohre
- AE
- Anordnungsebene des (ersten) Rohrbündel-Wärmeaustauschers 100 (101)
- D
- Innendurchmesser des Verteilerkörpers (Verteilerrohr)
- Ll
- langer Strömungsweg in der Umlenkarmatur
- Lk
- kurzer Strömungsweg in der Umlenkarmatur
- P
- Suspension (z.B. Biomasse)
- P(A)
- Gesamtstrom der Suspension nach Austritt
- P(E)
- Gesamtstrom der Suspension vor Eintritt
- P(T)
- Teilstrom der Suspension
- M(A)
- Wärmeträgermedium, Austritt (z.B. Wasser)
- M(E)
- Wärmeträgermedium, Eintritt (z.B. Wasser)
- N
- Anzahl der Innenrohre 300 eines Rohrbündels 100.i, 102.i
- R
- Spülung/Reinigung des Verteilerkörpers 10.3
- R1
- Spülung/Reinigung des ersten Verteilerrohres 10.1.1 der ersten Gruppe
- S
- Sammelraum
- V
- Verteilerraum
1. Verfahren zur Strömungsführung in Rohrbündel-Wärmeaustauschern (100; 101, 102) zur
thermischen Behandlung von Suspensionen (P), die stückige und/oder langfaserige Bestandteile
beinhalten, wobei der Rohrbündel-Wärmeaustauscher (100; 101, 102) aus mehreren gleichen,
in Reihe geschalteten, im Wesentlichen parallel angeordneten Rohrbündeln (100.1, 100.2,
, 100.i, ..., 100.n; 101.1, 101.2, , 101.i, ..., 101.n und 102.1, 102.2, , 102.i,
..., 102.n) besteht, jedes Rohrbündel einen von einem Außenmantel (200) umgebenen
Außenkanal (200*) für ein Wärmeträgermedium (M) und eine Anzahl von sich achsparallel
zum Außenmantel (200) durch den Außenkanal (200*) erstreckenden, gemeinsam einen Innenkanal
(300*) bildenden, endseitig jeweils in einer Rohrträgerplatte (700, 800) abgestützten,
jeweils von einem Teilstrom P(T) durchströmten Innenrohren (300) aufweist und benachbarte
Rohrbündel über eine die Strömungsführung in den Innenrohren (300; 300*) sicherstellende
Strömungsverbindung miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
• dass der Gesamtstrom der Suspension (P) vor Eintritt in den Rohrbündel-Wärmeaustauscher
(100; 101, 102) in eine Anzahl Teilströme (P(T)) vereinzelt wird,
• dass die Generierung der Teilströme (P(T)) jeweils mit einem Abstand erfolgt, der mindestens
so groß ist wie die größte Länge der faserigen Bestandteile der Suspension (P), und
• dass die vereinzelten Teilströme (P(T)), jeweils voneinander separiert, durch den gesamten
Rohrbündel-Wärmeaustauscher (100; 101, 102) geführt werden.
2. Anordnung zur Strömungsführung in Rohrbündel-Wärmeaustauschern (100; 101, 102) zur
thermischen Behandlung von Suspensionen (P), die stückige und/oder langfaserige Bestandteile
beinhalten, wobei der Rohrbündel-Wärmeaustauscher (100; 101, 102) aus mehreren gleichen,
in Reihe geschalteten, im Wesentlichen parallel angeordneten Rohrbündeln (100.1, 100.2,
, 100.i, ..., 100.n; 101.1, 101.2, , 101.i, ..., 101.n und 102.1, 102.2, , 102.i,
..., 102.n) besteht, jedes Rohrbündel einen von einem Außenmantel (200) umgebenen
Außenkanal (200*) für ein Wärmeträgermedium (M) und eine Anzahl von sich achsparallel
zum Außenmantel (200) durch den Außenkanal (200*) erstreckenden, gemeinsam einen Innenkanal
(300*) bildenden, endseitig jeweils in einer Rohrträgerplatte (700, 800) abgestützten,
jeweils von einem Teilstrom P(T) durchströmten Innenrohren (300) aufweist und benachbarte
Rohrbündel über eine die Strömungsführung in den Innenrohren (300; 300*) sicherstellende
Verbindungsarmatur (20) miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
• dass, in Strömungsrichtung gesehen, dem ersten Rohrbündel (100.1; 101.1, 102.1) eine Einlauf-
und Verteilervorrichtung (10) mit einem Verteilerkörper (10.3) vorgeordnet ist, der
innenseits einen Verteilerraum (V) ausbildet,
• dass der Verteilerraum (V) mit jedem Innenrohr (300; 300*) des ersten Rohrbündels (100.1;
101.1, 102.1) über jeweils ein Verteilerrohr (10.1.i; 10.1.i, 10.2.i) aus einer Gruppe
Verteilerrohre (10.1; 10.1, 10.2) separat verbunden ist, wobei der Abstand benachbarter
Verteilerrohre mindestens so groß ist, wie die größte Länge der faserigen Bestandteile,
und
• dass jedes Innenrohr (300; 300*) eines Rohrbündels (100.i; 1 01.i, 102.i) mit einem zugeordneten
Innenrohr (300; 300*) des nachfolgenden Rohrbündels (1 00.i+1; 101.i+1, 102.i+1) über
einen Verbindungsbogen (20.1.i) aus einer Gruppe Verbindungsbogen (20.1) der Verbindungsarmatur
(20) separat verbunden ist.
3. Anordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der jeweilige Teilstrom P(T) durch die Innenrohre (300; 300*) vom Verteilerraum (V)
bis zum Eintritt in eine von allen Innenrohren (300; 300*) des letzten Rohrbündels
(100.n; 101.n, 102.n) gespeiste Auslauf- und Sammelvorrichtung (30) gleichwertige
oder annähernd gleichwertige Strömungswiderstände zu überwinden hat.
4. Anordnung nach Anspruch 2 oder3,
dadurch gekennzeichnet,
dass an die Einlauf- und Verteilervorrichtung (10) ein erster Rohrbündel-Wärmeaustauscher
(101) und ein zweiter Rohrbündel-Wärmeaustauscher (102) parallel angeschlossen sind.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Verteilerkörper (10.3) als langgestreckter Hohlzylinder mit einem Innendurchmesser
(D) ausgebildet ist, dass die aus dem Verteilerkörper (10.3) ausmündende(n) Gruppe(n)
Verteilerrohre (10.1; 10.1, 10.2) im Bereich ihrer Abzweigrohrstutzen jeweils in dessen
Längsrichtung angeordnet ist (sind) und die Verteilerrohre (10.1.i; 10.1.i, 10.2.i)
innerhalb ihrer Gruppe jeweils einen axialen Abstand (a) voneinander aufweisen, der
gleich oder größer ist als der Innendurchmesser (D) (a ≥ D).
6. Anordnung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Längsachse des Verteilerkörpers (10.3) parallel zu dem (den) Rohrbündel-Wärmeaustauschern
(100; 101, 102) verläuft, und dass die (erste) Gruppe Verteilerrohre (10.1) in einer
Meridianebene des Verteilerkörpers (10.3) angeordnet ist, wobei letztere senkrecht
auf einer Anordnungsebene (AE) des (ersten) Rohrbündel-Wärmeaustauschers (100; 101)
steht.
7. Anordnung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zweite Gruppe Verteilerrohre (10.2) der ersten Gruppe Verteilerrohre (10.1) diametral
gegenüber liegend angeordnet ist.
8. Anordnung nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass jedes Verteilerrohr (10.1.i; 10.1.i, 10.2.i) im Bereich seines am Verteilerkörper
(10.3) ausmündenden Abzweigrohrstutzens eine Absperreinrichtung (10.8.i; 10.8.i, 10.9.i)
aufweist.
9. Anordnung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Absperreinrichtung (10.8.i; 10.8.i, 10.9.i) unabhängig von den anderen entweder
manuell oder ferngesteuert wahlweise betätigt ist.
10. Anordnung nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass an jedem Verteilerrohr (10.1.i; 10.1.i, 10.2.i), in Strömungsrichtung gesehen, hinter
der jeweiligen Absperreinrichtung (10.8.i; 10.8.i, 10.9.i) ein Anschluss für eine
Druckmesseinrichtung (10.10) vorgesehen ist.
11. Anordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Verteilerkörper (10.3) an seinem seiner Anströmseite abgewandten Ende einen mittels
einer Absperreinrichtung (11) absperrbaren Spülanschluss (11 b) aufweist.
12. Anordnung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Absperreinrichtung (11) entweder manuell oder ferngesteuert betätigt ist.
13. Anordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungsarmatur (20) ein Anordnungsmuster der Innenrohre in den beiden jeweils
dicht zu verbindenden Rohrträgerplatten (700 oder 800) benachbarter Rohrbündel komplementär
in ihrem Anschlussflansch (20.5) abbildet, und dass die Verbindungsarmaturen (20)
die Strömungsverbindung zwischen den jeweiligen Innenrohren (300; 300*) an den Enden
zweier benachbarter Rohrbündel (100.i-1, 100.i; 101.i-1, 101.i und 102.i-1, 102.i)
einerseits und an den nachfolgenden Enden der benachbarten Rohrbündel (100.i, 100.i+1;
101.i, 101.i+1 und 102.i, 102.i+1) andererseits derart herstellen, dass der jeweilige
Strömungsweg durch die jeweiligen beiden Verbindungsarmaturen (20) zwischen den benachbarten
Rohrbündeln in der Summe stets den gleichen Strömungswiderstand aufweist.
14. Anordnung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Anzahl N = 4 bis N = 7, vorzugsweise N = 4, Innenrohre (300; 300*) in einem
Rohrbündel (100.i; 101.i, 102.i) vorgesehen sind.
15. Anordnung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Anzahl N = 4 Innenrohre (300; 300*) auf einem gemeinsamen Teilkreisdurchmesser
derart gleichmäßig verteilt angeordnet ist, dass zwei benachbarte Rohrbündel mit nur
zwei unterschiedlich langen Verbindungsbogen (20.1.1, 20.1.2 und 20.1.3, 20.1.4) verbunden
sind, wobei zwei lange, gleiche Verbindungsbogen (20.1.1, 20.1.2) den vier außen liegenden
Innenrohren (300; 300*) und zwei kurze, gleiche Verbindungsbogen (20.1.3, 20.1.4)
den vier innen liegenden Innenrohren (300; 300*) zugeordnet sind.
16. Anordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Innenrohre (300; 300*) des jeweils letzten Rohrbündels (100.n; 101.n, 102.n)
in eine Auslauf- und Sammelvorrichtung (30) mit einem Sammelkörper (30.1) einmünden,
der innenseits einen Sammelraum (S) ausbildet.
17. Anordnung nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sammelkörper (30.1) als langgestreckter Hohlzylinder ausgebildet ist.
18. Anordnung nach Anspruch 16 oder 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sammelkörper (30.1) im Bereich der Verbindungsarmaturen (20) auf einer Seite
des Rohrbündel-Wärmeaustauschers (100; 101, 102) zunächst im Wesentlichen vertikal
aufsteigend und anschließend im Wesentlichen vertikal absteigend verlegt ist.