(19) |
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(11) |
EP 1 742 234 A1 |
(12) |
EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
(43) |
Veröffentlichungstag: |
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10.01.2007 Patentblatt 2007/02 |
(22) |
Anmeldetag: 08.07.2005 |
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(51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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(84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL BA HR MK YU |
(71) |
Anmelder: Bruker BioSpin GmbH |
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76287 Rheinstetten (DE) |
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(72) |
Erfinder: |
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- Roth, Gerhard
76287 Rheinstetten (DE)
- Strobel, Marco
76227 Karlsruhe (DE)
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(74) |
Vertreter: Kohler Schmid Möbus |
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Patentanwälte
Ruppmannstrasse 27 70565 Stuttgart 70565 Stuttgart (DE) |
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Bemerkungen: |
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Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86 (2) EPÜ. |
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(54) |
Unterkühlte Horizontalkryostatanordnung |
(57) Eine Kryostatanordnung mit in einem Heliumtank (1) angeordneten Magnetspulensystem
(2) und einer horizontalen Raumtemperaturbohrung (3), die Zugang zu einem Untersuchungsvolumen
im Zentrum des Magnetspulensystems (2) ermöglicht, wobei der Heliumtank (1) unterkühltes
flüssiges Helium mit einer Temperatur von kleiner als 3,5K, insbesondere von ungefähr
2K, enthält, wobei die Kryostatanordnung auf ihrer Oberseite zum Einfüllen und Abdampfen
von Helium zumindest einen vertikalen Turmaufbau (4) aufweist, ist dadurch gekennzeichnet,
dass im Turmaufbau (4) ein Behälter (5) mit flüssigem Helium auf 4,2K angeordnet ist,
der durch eine thermische Barriere (7) vom Heliumtank (1) getrennt ist, und dass im
Heliumtank (1) eine Unterkühleinheit (9) vorgesehen ist. Es ergibt sich eine kompakte
Kryostatanordnung, mit welcher ein kontinuierlicher stabiler Langzeitbetrieb mit unterkühlter
Hochfeldmagnetspule erzielt werden kann.
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[0001] Die Erfindung betrifft eine Kryostatanordnung mit in einem Heliumtank angeordneten
Magnetspulensystem und einer horizontalen Raumtemperaturbohrung , die Zugang zu einem
Untersuchungsvolumen im Zentrum des Magnetspulensystems ermöglicht, wobei der Heliumtank
unterkühltes flüssiges Helium mit einer Temperatur von kleiner als 3,5K, insbesondere
von ungefähr 2K, enthält und wobei die Kryostatanordnung auf ihrer Oberseite zum Einfüllen
und Abdampfen von Helium zumindest einen vertikalen Turmaufbau aufweist.
[0002] Eine derartige Anordnung ist aus "Specification for an 11.74Tesla/310mm room temperature
bore magnet system" der Firma Magnex vom September 2001 bekannt.
[0003] Bei der aus "Specification for an 11.74Tesla/310mm room temperature bore magnet system"
bekannten horizontalen Kryostatanordnung ist ein einziger Heliumtank vorgesehen, an
dem zur Unterkühlung des darin befindlichen Heliums direkt abgepumpt wird. Durch die
daraus resultierende Reduzierung des Drucks innerhalb des Heliumtanks wird ein Abkühlen
des Heliums bewirkt. Das Nachfüllen des abgepumpten Heliums wird mit einem zweigeteilten
Helium-Einlassventil realisiert, das es ermöglicht, Helium direkt in den sich auf
Unterdruck befindlichen Heliumtank einzufüllen. Derartige Kryostatanordnungen mit
unterkühltem Helium werden benötigt, um hohe Magnetfelder zu erzeugen und die Effizienz
der Anordnung zu verbessern.
[0004] Ein Nachteil eines direkten Pumpens am Heliumtank besteht darin, dass der Heliumtank
permanent bei einem Unterdruck von ca. 30 mbar betrieben wird. Bei der beabsichtigten
kontinuierlichen Betriebsdauer solcher Systeme über viele Jahre hinweg stellt dieser
permanent vorhandene Unterdruck ein erhebliches Risiko für das System dar. Beim Vorhandensein
selbst kleinster Undichtigkeiten kann Luft in das System eindringen und dann im Heliumtank
Eis bilden (Wassereis, N
2-Eis, CO
2-Eis, usw.). Das Eis kann sich auf der Spule absetzen, deren Kühlung behindem und
so zum Quench führen.
[0005] Ein weiteres Risiko besteht darin, dass Helium in ein sich auf Unterdruck befindliches
System eingefüllt werden muss. Dabei muss Helium über ein Sicherheitsventil in den
Heliumtank eingelassen und gleichzeitig von 4.2 K auf die Betriebstemperatur von ungefähr
2 K abgekühlt werden. Handhabungsfehler können leicht zu einem Störfall mit Magnetquench
führen. Ein weiterer Nachteil ist, da die Magnetspule nur bei niedrigerer Temperatur
betrieben werden kann, dass ein Ersatz von fehlerhaften Komponenten, die die Dichtheit
des Systems gewährleisten (Ventile, Dichtringe, usw.), im Betrieb nur schwer möglich
ist.
[0006] Ein weiterer Nachteil ist, dass zum Laden und Entladen des Magneten die Stromzuführung
ebenfalls von außen in den Unterdruckbereich eingeführt werden muss, wodurch wiederum
leicht Handhabungsfehler mit schwerwiegenden Folgen entstehen können.
[0007] Anordnungen, die diese Nachteile vermeiden, sind aus
DE 40 39 332 A1 und
DE 40 39 365 A1 für Vertikalmagnete mit unterkühltem Helium bekannt, bei denen entlang der Achse
der Raumtemperaturbohrung zwei Heliumtanks übereinander angeordnet sind. Die Heliumtanks
stehen miteinander in Kontakt und sind durch eine thermische Barriere getrennt. In
einem solchen System befindet sich der obere Heliumtank bei 4.2 K auf Normaldruck,
wodurch die oben beschriebenen Nachteile bei Vertikalmagneten vermieden werden und
die Magnetspule befindet sich im unteren Tank in Helium bei ca. 2 K, das, da es über
schmale Spalte hydrostatisch mit dem oberen Tank verbunden ist, sich ebenfalls auf
Normaldruck befindet.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, eine horizontale Kryostatanordnung mit einem Magnetspulensystem
vorzuschlagen, die die oben beschriebenen Nachteile vermeidet und die dazu geeignet
ist, bei kompaktem Aufbau hohe Magnetfelder zu erzeugen, so dass ein kontinuierlicher
stabiler Langzeitbetrieb mit unterkühlter Hochfeldmagnetspule erzielt werden kann.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass im Turmaufbau ein Behälter
mit flüssigem Helium auf 4,2K angeordnet ist, der durch eine thermische Barriere vom
Heliumtank getrennt ist und dass im Heliumtank eine Untefkühleinheit vorgesehen ist.
[0010] Der im Turmaufbau befindliche Behälter beinhaltet auf 4,2K befindliches, flüssiges
Helium, welches bei Bedarf in den Heliumtank geleitet werden kann. Im Gegensatz zum
Stand der Technik findet hier kein direktes Abpumpen von Heliumgas über dem Heliumbad
zur Erzeugung eines Unterdrucks im Heliumtank statt. Stattdessen erfolgt eine Unterkühlung
des im Heliumtank befindlichen Heliums mittels einer Unterkühleinheit. Dabei kann
es sich beispielsweise um ein Joule Thomson Ventil handeln, welches durch eine Expansion
des Heliums eine Unterkühlung des Heliums im Heliumtank bewirkt.
[0011] Im Behälter des Turmaufbaus befindet sich flüssiges Helium bei einer Temperatur von
ca. 4,2K. Durch die thermische Barriere zwischen dem Heliumtank und dem Behälter im
Turm kann zwar prinzipiell ein Übergang der kryogenen Flüssigkeiten ermöglicht werden,
ein Wärmaustausch zwischen dem unterkühlten Helium mit dem Helium im Behälter und
somit auch die Verluste an unterkühltem Helium werden hierdurch jedoch minimiert.
[0012] Durch die geschilderte Bauform ist es möglich, die weiter oben beschriebenen Nachteile
eines direkten Pumpens am Heliumbad vollständig zu vermeiden. Die Integration des
Behälters in den Turmbereich macht dies möglich, so dass all die Vorteile, die bislang
ausschließlich für Kryostaten für Vertikalmagnete zur Verfügung standen, nun auch
für Horizontal-Magnete ermöglicht werden.
[0013] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kryostatanordnung sind
mindestens zwei Strahlungsschilde zwischen Heliumtank und Raumtemperaturbereich vorgesehen.
Die Kryostatanordnung kann dann als Hochleistungskryostat verwendet werden.
[0014] Um das System möglichst effizient zu gestalten ist es von Vorteil, wenn der Turmaufbau
domartig aufgebaut ist und an seiner Oberseite mindestens ein weiterer Turm angeordnet
ist, in dem das aus der Kryostatanordnung abdampfende Helium seine Enthalpie an die
in der Kryostatanordnung vorgesehenen Strahlungsschilde abgibt,
[0015] Vorzugsweise sind mindestens zwei, vorzugsweise drei ringförmig angeordnete weitere
Türme vorgesehen, wobei insbesondere Drosseln mit vorgegebenem Strömungsquerschnitt
zur gleichmäßigen Verteilung des abgepumpten Heliums auf die Türme vorgesehen sind.
[0016] Darüber hinaus können Strömungswächter, die die Flussmenge des abdampfenden Heliums
durch die weiteren Türme messen, und vorzugsweise eine Durchflussvorrichtung vorgesehen
sein, die die Flussmenge des abdampfenden Heliums durch die weiteren Türme automatisch
regelt.
[0017] Besonders vorteilhaft ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kryostatanordnung,
bei der in den weiteren Türmen ein Ringraumwärmetauscher in Form eines Hohlrohres
angeordnet ist, durch den das aus der Kryostatanordnung abdampfende und/oder abgepumpte
Helium nach außen geführt wird und an dessen Außenseite die Strahlungsschilde thermisch
leitend angekoppelt sind. Der Wärmeeintrag auf den Kryostaten wird auf diese Weise
minimiert, da durch den Ringwärmetauscher und das abgepumpte Helium das Schildsystem
besonders effektiv gekühlt wird.
[0018] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass ein Refrigerator,
insbesondere ein Pulsrohrkühler, zur Rückverflüssigung des Heliums in den Behälter
ragt. Das vom Heliumbad abdampfende Helium muss dann nicht mehr aus dem Behälter abgepumpt
und neues Helium wieder zugeführt werden, sondern kann ohne Heliumverluste innerhalb
des Behälters wieder verflüssigt werden. Der Behälter kann entsprechend klein ausgestaltet
werden, da der benötigte Vorrat an Helium wegen der geringeren Verluste kleiner ausfallen
kann.
[0019] Vorzugsweise ist der Refrigerator zweistufig und kühlt mindestens eines der Strahlungsschilde.
[0020] Ebenso ist es vorteilhaft, wenn das von der Unterkühleinheit abgepumpte Helium zumindest
eines der Strahlungsschilde kühlt.
[0021] Eine spezielle Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kryostatanordnung sieht vor,
dass über die Unterkühleinheit Helium aus dem Heliumtank oder dem Behälter entnommen
wird.
[0022] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Behälter zusätzlich mit einem externen Reservoir
mit gasförmigem Helium verbunden ist, und das Reservoir gegenüber dem Atmosphärendruck
vorzugsweise einen leichten Überdruck aufweist. Der Refrigerator kann dann Helium
aus dem Reservoir ansaugen, welches wieder in den Behälter verflüssigt wird und von
dort zur Unterkühlung in den Heliumtank weitergeleitet werden kann. Aufgrund des leichten
Überdrucks des Reservoirs gegenüber der Atmosphäre wird vermieden, dass Verunreinigungen
in den Behälter gelangen.
[0023] Vorzugsweise wird das über die Unterkühleinheit abgepumpte Helium in das Reservoir
gepumpt. Das Reservoir wird auf diese Weise ständig aufgefüllt. Somit kann die Kryostatanordnung
ein geschlossenes System bilden.
[0024] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist das externe Reservoir mit dem Refrigerator
verbunden, so dass zumindest ein Teil des Gases des Reservoirs vom Refrigerator direkt
zurückverflüssigt wird. Zusätzlich kann das Reservoir mit dem oberen Teil des Behälters
verbunden sein.
[0025] Es ist auch vorstellbar, dass das externe Reservoir ausschließlich mit dem Refrigerator
verbunden ist. Ebenso kann das Reservoir ausschließlich mit dem Behälter verbunden
sein.
[0026] Um einem zu starken Druckabfall z.B. aufgrund übermäßiger Verflüssigung des Heliums
durch den Pulsrohrkühler, im Behälter zu vermeiden, kann im Behälter ein Heizelement
vorgesehen sein. Mit diesem kann der Druck im Behälter geregelt werden.
[0027] Bei einer speziellen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kryostatanordnung bilden
der Heliumtank und der Behälter zusammen einen geteilten Tank, wobei der Heliumtank
mit dem unterkühlten flüssigen Helium unterhalb des Behälters angeordnet ist. Die
Teilung des Tanks erfolgt hierbei durch die thermische Barriere.
[0028] Vorzugsweise besteht die den Behälter vom Heliumtank trennende Barriere aus einem
Wärme schlecht leitenden Material, so dass ein Wärmeübergang vom Helium im Behälter
zum unterkühlten Helium im Heliumtank weitgehend vermieden wird.
[0029] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die thermische
Barriere aus mindestens zwei Platten besteht, die im Wesentlichen durch ein Vakuum
getrennt sind, und dass das die Platten trennende Vakuum vorzugsweise Teil eines einheitlichen
Vakuums innerhalb der Kryostatanordnung ist. Durch Vakuumisolation wird ein Wärmeaustausch
zwischen dem Behälter und dem Heliumtank besonders effektiv verhindert.
[0030] Im Falle eines Quenchs des Magnetspulensystems wird von dem Magnetspulensystem eine
große Menge an Energie in Form von Wärme an das unterkühlte Heliumbad abgegeben, so
dass sich das Helium im Heliumtank schlagartig aufwärmt und ausdehnt. Es ist daher
von Vorteil, wenn in der Barriere ein Überdruckventil vorgesehen ist, das bei Überschreiten
einer bestimmten Druckdifferenz zwischen dem Heliumtank und dem Behälter einen erhöhten
Druckausgleichsquerschnitt in der Barriere freigibt, und/oder dass in mindestens einer
nicht an den Heliumtank angrenzenden Wand des Behälters mindestens eine Berstscheibe
vorgesehen ist, die bei Überschreitung eines maximalen Drucks im Behälter einen großen
Querschnitt nach außerhalb der Kryostatanordnung öffnet.
[0031] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist zwischen dem Heliumtank und dem Behälter
ein eingeschränkter Strömungsquerschnitt, insbesondere ein Druckausgleichsspalt, vorzugsweise
ein Ringspalt, vorgesehen, durch den flüssiges Helium vom Behälter in den Heliumtank
strömen kann.
[0032] Bei einer besonders einfachen Ausführungsform besteht das Überdruckventil aus einem
vorzugsweise konischen Stopfen mit in den Behälter und den Heliumtank gerichteten
Wärmeaustauschflächen, der in einen ebenfalls vorzugsweise konischen, in Richtung
auf den Heliumtank sich verengenden Sitz in der Barriere eingesetzt ist. Der Stopfen
wird bei normalem Betrieb durch sein Gewicht in seiner Position gehalten, das so gewählt
ist, dass es der maximal zulässigen auf den Stopfen einwirkenden Druckkraft entspricht.
[0033] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die für die Aufladung einer supraleitenden Magnetspule
des Magnetspulensystems erforderlichen elektrischen Zuleitungen vor dem Eintritt in
den Heliumtank erst durch den Behälter geführt sind, und dass vorzugsweise Vorrichtungen
vorgesehen sind, die einen Kurzschlussbetrieb der Magnetspule ermöglichen, wobei die
elektrischen Zuleitungen zur Magnetspule nach dem Kurzschließen abgezogen werden.
Dadurch werden die Zuleitungen vor dem Eintritt in den Heliumtank mit dem unterkühlten
Helium durch das wärmere Helium im Behälter im Turmaufbau vorgekühlt und der Wärmeeintrag
über die Zuführungen reduziert.
[0034] Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kryostatanordnung sieht vor,
dass das Zentrum des Magnetspulensystems in radialer Richtung nicht mit dem Zentrum
der das Magnetspulensystem umgebenden Behälter übereinstimmt. Dadurch kann das magnetische
Zentrum näher an ein Behälterende gelegt werden, wodurch der Zugang zum magnetischen
Zentrum erleichtert wird.
[0035] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kryostatanordnung sieht
vor, dass das Zentrum des Magnetspulensystems und das Zentrum des Behälters in verschiedenen
Ebenen senkrecht zur Achse der Raumtemperaturbohrung angeordnet sind. Die Spulenlängsachse
fällt dann nicht mit der Behälterlängsachse zusammen. Dadurch wird es ermöglicht,
über der Magnetspule ein größeres Helium-Vorratsvolumen zur Verfügung zu stellen,
bei gleichzeitiger Beibehaltung der zylindrischen Bauform der verschiedenen Behälter.
Selbstverständlich müssen die Behälter nicht kreisförmig sein, sondern können auch
in anderen freien Formen ausgeführt werden.
[0036] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung.
Ebenso können die vorstehend genannten und die weiter aufgeführten Merkmale je für
sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung finden. Die gezeigten
und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen,
sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung der Erfindung.
[0037] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen schematischen Vertikalschnitt entlang der Achse der Raumtemperaturbohrung einer
erfindungsgemäßen Kryostatanordnung;
- Fig. 2
- einen schematischen Vertikalschnitt einer erfindungsgemäßen Kryostatanordnung mit
asymmetrisch angeordneten Magnetspulensystem;
- Fig. 3
- einen schematischen Vertikalschnitt einer erfindungsgemäßen Kryostatanordnung mit
asymmetrisch angeordneten Magnetspulensystem und Refrigerator ohne Stickstofftank;
[0038] Die Figuren zeigen verschiedene Ausführungsformen einer erfindungsgemäßen Kryostatanordnung.
Oberhalb eines Heliumtanks
1, in dem ein Magnetspulensystem
2 um eine horizontale Raumtemperaturbohrung
3 angeordnet ist, ist ein Turmaufbau
4 mit einem Behälter
5 vorgesehen, in dem sich Helium befindet. Der Behälter 5 ist
(Fig. 3) mit einem Refrigerator
6, vorzugsweise mit einem mehrstufigen Pulsrohrkühler ausgestattet, dessen kälteste
Kältestufe
10 das im Behälter 5 befindliche Helium verflüssigt. Im Behälter 5 des Turmaufbaus 4
befindet sich also bereits vorgekühltes, flüssiges Helium auf einer Temperatur von
ca. 4,2K. Im Falle eines Wärmeeintrags in den Behälter 5 kann das hierdurch verdampfende
Helium mittels des Refrigerators 6 wieder verflüssigt werden, so dass ein Abdampfen
von Helium aus dem Behälter 5 weitgehend vermieden werden kann. Daher ist es hier,
im Gegensatz zu den aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen, nicht notwendig,
eine große Menge an flüssigem Helium vorrätig zu halten, so dass der Behälter 5 relativ
klein dimensioniert sein kann.
[0039] Der Turmaufbau 4 mit dem Behälter 5 ist bezüglich der Achse der Raumtemperaturbohrung
3 radial außerhalb des Magnetspulensystems 2 angeordnet. Üblicherweise wird der Behälter
auch in axialer Richtung am Rand der Kryostatanordnung angeordnet, so dass ein einfacher
Zugang beispielsweise für Wartungsarbeiten möglich ist. Das Zentrum des Magnetspulensystems
und das Zentrum des Behälters 5 werden daher im Allgemeinen in verschiedenen Ebenen
senkrecht zur Achse der Raumtemperaturbohrung angeordnet sein. Ebenso werden die im
Allgemeinen zentrale Längsachse der Magnetspule und die zentrale Längsachse der verschiedenen
Behälter und Schilde nicht übereinstimmen, sondern radial versetzt sein.
[0040] Durch eine thermische Barriere
7 wird der Behälter 5 vom Heliumtank 1 getrennt. Das flüssige Helium kann bei Bedarf
über einen Ringspalt
8 vom Behälter 5 in den Heliumtank 1 überströmen, wo es mit Hilfe einer Unterkühleinheit
9 auf unter 3,5K weiter abgekühlt wird. Die Unterkühleinheit 9 kann als geschlossener
Kühlkreislauf mit einem separaten Kühlmittel realisiert sein, oder aber das für die
Unterkühlung zu expandierende Helium aus dem Heliumtank 1 oder dem Behälter abpumpen.
Um die Abmessungen der Kryostatanordnung möglichst klein zu halten, ist es vorteilhaft,
wenn der Behälter 5 von einem externen Reservoir (nicht dargestellt) gespeist wird.
[0041] Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung kann das von der
Unterkühleinheit 9 abgepumpte Helium dem Reservoir zugeführt werden. Der Druck im
Reservoir wird dadurch ansteigen. Gleichzeitig wird im Behälter 5 des Turmaufbaus
3 durch den Refrigerator 6 Helium verflüssigt, wodurch der Druck im Behälter 5 sinkt.
Ist das Reservoir mit dem Behälter 5 verbunden, wird durch den Druckunterschied zwischen
dem Reservoir und dem Behälter 5 Heliumgas vom Reservoir in den Behälter 5 gesaugt,
welches wiederum vom Refrigerator 6 verflüssigt wird. Es ergibt sich somit ein geschlossener
Kühlmittelkreislauf, der sicherstellt, dass die Verluste an Helium minimiert werden
und keine Verschmutzungen in das System gelangen.
[0042] Wird durch die Unterkühleinheit mehr Helium in das Reservoir gepumpt als vom Reservoir
in den Behälter 5 gelangt, kann es zu einem Überdruck innerhalb des Reservoirs kommen.
Es ist daher sinnvoll, das Reservoir mit einem Überdruckventil auszustatten. Andererseits
kann eine zu große Kühlleistung des Refrigerators 6 zu einem Druckabfall im Reservoir
führen. Dem kann entweder durch Drosseln des Refrigerators 6 oder durch Gegenheizen
des Heliums im Behälter 5 mittels eines im Behälter 5 angeordneten Heizelements entgegen
gewirkt werden.
[0043] Um die auf den Heliumtank 1 einfallende Strahlungsenergie zu reduzieren, sind bei
den Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Kryostatanordnungen aus Fig. 1 und 2 zwischen
dem Heliumtank 1 und einem Außenmantel
11 Strahlungsschilde
12a, 12b, 12c vorgesehen, wobei die Strahlungsschilde 12b und 12c durch das von der Unterkühleinheit
9 abgepumpte Helium gekühlt werden kann. Dazu sind an der Oberseite des Turmaufbaus
3 weitere Türme
14 vorgesehen, in denen Ringraumwärmetauscher
15 in Form von Hohlrohren angeordnet sind, durch die das aus dem Behälter 5 abdampfende
und das von der Unterkühleinheit 9 abgepumpte Helium nach außen geführt wird und an
deren Außenseiten die Strahlungsschilde 12b, 12c thermisch leitend angekoppelt sind.
Es ist jedoch auch möglich, zumindest eines der Strahlungsschilde 12b, 12c mit der
ersten Kältestufe
13 des Refrigerators 6 zu kontaktieren.
[0044] Das äußerste Strahlungsschild 12c ist, wie in
Fig. 1 und
Fig. 2 gezeigt, als Stickstofftank
16 zur Abschirmung gegen Wärmestrahlung ausgeführt. Der Stickstoff im Stickstofftank
16 kann zusätzlich von der ersten Kältestufe 13 des Refrigerators 6 gekühlt werden.
[0045] Die thermische Barriere 7, welche den Behälter 5 und den Heliumtank 1 trennt, umfasst
zwei Platten
17 aus einem thermisch schlecht leitenden Material. Der Raum zwischen den Platten 17
ist evakuiert, so dass ein Wärmeübertrag vom Behälter 5 in den Heliumtank 1 weitgehend
vermieden wird. In der thermische Barriere 7 ist ein Überdruckventil in Form eines
konischen Stopfens
18 vorgesehen, der im Falle eines Quenchs einen erhöhten Druckausgleichsquerschnitt
in der thermische Barriere 7 freigibt, so dass das sich ausdehnende Helium aus dem
Heliumtank 1 entweichen kann.
[0046] Die thermische Barriere 7 ist in den gezeigten Ausführungsformen so angebracht dass
der Behälter 5 genau mit dem Turmaufbau 3 abschließt. Es sind jedoch auch andere Anordnungen
möglich. Beispielsweise kann die thermische Barriere 7 radial weiter außen angeordnet
sein, so dass der Heliumtank 1 in den Turmaufbau 3 hinein ragt. Das Volumen des Heliumtanks
1 ist dann gegenüber dem in Fig. 1 gezeigten vergrößert. Es kann aber auch von Vorteil
sein, die thermische Barriere radial innerhalb des Turmaufbaus 3 vorzusehen, so dass
der Behälter 5 sich nur teilweise im Turmaufbau 3 befindet. Um die Abmaße der Kryostatanordnung
klein zu halten, ist es vorteilhaft, wenn das Magnetspulensystem 2 asymmetrisch bezüglich
des Außenmantels 11 und der Strahlungsschilde 12a, 12b, 12c der Kryostatanordnung
angeordnet ist.
[0047] Fig. 2 und Fig. 3 zeigen Kryostatanordnungen mit asymmetrisch angeordnetem Magnetspulensystem
2. Die thermische Barriere 7 ist hier jeweils an der Grenze des Turmaufbaus 3 angeordnet,
so dass das Magnetspulensystem 2 der Kryostatanordnung auch bezüglich des Heliumtanks
1 asymmetrisch angeordnet ist.
[0048] In Fig. 3 ist in der Kryostatanordnung zusätzlich ein Pulsrohrkühler vorgesehen,
dessen erste Stufe das äußerste Strahlungsschild kühlt, das hier nicht als Stickstofftank,
sondern nur als metallisches Strahlungsschild
19 ausgeführt ist.
[0049] Insgesamt ergibt sich eine kompakte Kryostatanordnung, mit der der für den Betrieb
eines Hochleistungskryostaten notwendige Haliumverbrauch minimiert werden kann.
Bezugszeichenliste
[0050]
- 1
- Heliumtank
- 2
- Magnetspulensystem
- 3
- Raumtemperaturbohrung
- 4
- Turmaufbau
- 5
- Behälter
- 6
- Refrigerator
- 7
- thermische Barriere
- 8
- Ringspalt
- 9
- Unterkühleinheit
- 10
- kälteste Kältestufe des Refrigerators
- 11
- Außenmantel
- 12a, b, c
- Strahlungsschild
- 13
- erste Kältestufe des Refrigerators
- 14
- weiterer Turm
- 15
- Ringwärmetauscher
- 16
- Stickstofftank
- 17
- Platte
- 18
- Stopfen
- 19
- metallisches Strahlungsschild
1. Kryostatanordnung mit in einem Heliumtank (1) angeordneten Magnetspulensystem (2)
und einer horizontalen Raumtemperaturbohrung (3), die Zugang zu einem Untersuchungsvolumen
im Zentrum des Magnetspulensystems (2) ermöglicht, wobei der Heliumtank (1) unterkühltes
flüssiges Helium mit einer Temperatur von kleiner als 3,5K, insbesondere von ungefähr
2K, enthält, wobei die Kryostatanordnung auf ihrer Oberseite zum Einfüllen und Abdampfen
von Helium zumindest einen vertikalen Turmaufbau (4) aufweist
dadurch gekennzeichnet,
dass im Turmaufbau (4) ein Behälter (5) mit flüssigem Helium auf 4,2K angeordnet ist,
der durch eine thermische Barriere (7) vom Heliumtank (1) getrennt ist und dass im
Heliumtank (1) eine Unterkühleinheit (9) vorgesehen ist.
2. Kryostatanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Strahlungsschilde (12a, 12b, 12c) zwischen Heliumtank und Raumtemperaturbereich
vorgesehen sind.
3. Kryostatanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Turmaufbau domartig aufgebaut ist und an seiner Oberseite mindestens ein weiterer
Turm (14) angeordnet ist, in dem das aus der Kryostatanordnung abdampfende Helium
seine Enthalpie an die in der Kryostatanordnung vorgesehenen Strahlungsschilde (12b,
12c) abgibt.
4. Kryostatanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei, vorzugsweise drei ringförmig angeordnete weitere Türme (14) vorgesehen
sind, und dass insbesondere Drosseln mit vorgegebenen Strömungsquerschnitt zur gleichmäßigen
Verteilung des abgepumpten Heliums auf die weiteren Türme (14) vorgesehen sind.
5. Kryostatanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass Strömungswächter vorgesehen sind, die die Flussmenge des abdampfenden Heliums durch
die weiteren Türme (14) messen, und dass vorzugsweise eine Durchfilussvorrichtung
vorgesehen ist, die die Flussmenge des abdampfenden Heliums durch die weiteren Türme
(14) automatisch regelt.
6. Kryostatanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in den weiteren Türmen (14) ein Ringraumwärmetauscher (15) in Form eines Hohlrohres
angeordnet ist, durch den das aus der Kryostatanordnung abdampfende und/oder abgepumpte
Helium nach außen geführt wird und an dessen Außenseite die Strahlungsschilde (12b,
12c) thermisch leitend angekoppelt sind.
7. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Refrigerator (6), insbesondere ein Pulsrohrkühler, zur Rückverflüssigung des
Heliums in den Behälter (5) ragt.
8. Kryostatanordnung nach Anspruch 7 und einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Refrigerator (6) zweistufig ist und mindestens eines der Strahlungsschilde (12a,
12b, 12c) kühlt.
9. Kryostatanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das von der Unterkühleinheit (9) abgepumpte Helium zumindest eines der Strahlungsschilde
(12a, 12b, 12c) kühlt.
10. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass über die Unterkühleinheit (9) Helium aus dem Heliumtank (1) oder dem Behälter (5)
entnommen wird.
11. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (5) mit einem externen Reservoir mit gasförmigen Helium verbunden ist,
und dass das Reservoir gegenüber dem Atmosphärendruck vorzugsweise einen leichten
Überdruck aufweist.
12. Kryostatanordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das über die Unterkühleinheit (9) abgepumpte Helium in das Reservoir gepumpt wird.
13. Kryostatanordnung nach Anspruch 12 dadurch gekennzeichnet, dass das externe Reservoir mit dem Refrigerator (6) verbunden ist.
14. Kryostatanordnung nach Anspruch 13 dadurch gekennzeichnet, dass das externe Reservoir ausschließlich mit dem Refrigerator (6) verbunden ist.
15. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Behälter (5) ein Heizelement vorgesehen ist.
16. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Heliumtank (1) und der Behälter (5) zusammen einen geteilten Tank bilden, wobei
der Heliumtank (1) mit dem unterkühlten flüssigen Helium unterhalb des Behälters (5)
angeordnet ist.
17. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die den Behälter (5) vom Heliumtank (1) trennende thermische Barriere (7) aus einem
Wärme schlecht leitenden Material besteht.
18. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die thermische Barriere (7) aus mindestens zwei Platten (17) besteht, die im Wesentlichen
durch ein Vakuum getrennt sind, und dass das die Platten (17) trennende Vakuum vorzugsweise
Teil eines einheitlichen Vakuums innerhalb der Kryostatanordnung ist.
19. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der thermischen Barriere (7) ein Überdruckventil vorgesehen ist, das bei Überschreiten
einer bestimmten Druckdifferenz zwischen dem Heliumtank (1) und dem Behälter (5) einen
erhöhten Druckausgleichsquerschnitt in der thermischen Barriere (7) freigibt, und/oder
dass in mindestens einer nicht an den Heliumtank (1) angrenzenden Wand des Behälters
(5) mindestens eine Berstscheibe vorgesehen ist, die bei Überschreitung eines maximalen
Drucks im Behälter (5) einen großen Querschnitt nach außerhalb der Kryostatanordnung
öffnet.
20. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Heliumtank und dem Behälter ein eingeschränkter Strömungsquerschnitt,
insbesondere ein Druckausgleichsspalt, vorzugsweise ein Ringspalt (8), vorgesehen
ist, durch den flüssiges Helium vom Behälter (5) in den Heliumtank (1) strömen kann.
21. Kryostatanordnung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Überdruckventil aus einem vorzugsweise konischen Stopfen (18) mit in den Behälter
(5) und den Heliumtank (1) gerichteten Wärmeaustauschflächen besteht, der in einen
ebenfalls vorzugsweise konischen, in Richtung auf den Heliumtank (1) sich verengenden
Sitz in der thermischen Barriere (7) eingesetzt ist.
22. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die für die Aufladung einer supraleitenden Magnetspule des Magnetspulensystems (2)
erforderlichen elektrischen Zuleitungen vor dem Eintritt in den Heliumtank (1) erst
durch den Behälter (5) geführt sind, und dass vorzugsweise Vorrichtungen vorgesehen
sind, die einen Kurzschlussbetrieb der Magnetspule ermöglichen, wobei die elektrischen
Zuleitungen zur Magnetspule nach dem Kurzschließen abgezogen werden.
23. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zentrum des Magnetspulensystems (2) in radialer Richtung nicht mit dem Zentrum
der das Magnetspulensystem (2) umgebenden Behälter (5) übereinstimmt.
24. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zentrum des Magnetspulensystems (2) und das Zentrum des Behälters (5) in verschiedenen
Ebenen senkrecht zur Achse der Raumtemperaturbohrung (3) angeordnet sind.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Kryostatanordnung mit in einem Heliumtank (1) angeordneten Magnetspulensystem (2)
und einer horizontalen Raumtemperaturbohrung (3), die Zugang zu einem Untersuchungsvolumen
im Zentrum des Magnetspulensystems (2) ermöglicht, wobei der Heliumtank (1) unterkühltes
flüssiges Helium mit einer Temperatur von kleiner als 3,5K, insbesondere von ungefähr
2K, enthält, wobei die Kryostatanordnung auf ihrer Oberseite zum Einfüllen und Abdampfen
von Helium zumindest einen vertikalen Turmaufbau (4) aufweist
dadurch gekennzeichnet,
dass im Turmaufbau (4) ein Behälter (5) mit flüssigem Helium auf 4,2K angeordnet ist,
der durch eine thermische Barriere (7) vom Heliumtank (1) getrennt ist und dass im
Heliumtank (1) eine Unterkühleinheit (9) vorgesehen ist.
2. Kryostatanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Strahlungsschilde (12a, 12b, 12c) zwischen Heliumtank und Raumtemperaturbereich
vorgesehen sind.
3. Kryostatanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Turmaufbau domartig aufgebaut ist und an seiner Oberseite mindestens ein weiterer
Turm (14) angeordnet ist, in dem das aus der Kryostatanordnung abdampfende Helium
seine Enthalpie an die in der Kryostatanordnung vorgesehenen Strahlungsschilde (12b,
12c) abgibt.
4. Kryostatanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei, vorzugsweise drei ringförmig angeordnete weitere Türme (14) vorgesehen
sind, und dass insbesondere Drosseln mit vorgegebenen Strömungsquerschnitt zur gleichmäßigen
Verteilung des abgepumpten Heliums auf die weiteren Türme (14) vorgesehen sind.
5. Kryostatanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass Strömungswächter vorgesehen sind, die die Flussmenge des abdampfenden Heliums durch
die weiteren Türme (14) messen, und dass vorzugsweise eine Durchflussvorrichtung vorgesehen
ist, die die Flussmenge des abdampfenden Heliums durch die weiteren Türme (14) automatisch
regelt.
6. Kryostatanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in den weiteren Türmen (14) ein Ringraumwärmetauscher (15) in Form eines Hohlrohres
angeordnet ist, durch den das aus der Kryostatanordnung abdampfende und/oder abgepumpte
Helium nach außen geführt wird und an dessen Außenseite die Strahlungsschilde (12b,
12c) thermisch leitend angekoppelt sind.
7. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Refrigerator (6), insbesondere ein Pulsrohrkühler, zur Rückverflüssigung des
Heliums in den Behälter (5) ragt.
8. Kryostatanordnung nach Anspruch 7 und einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Refrigerator (6) zweistufig ist und mindestens eines der Strahlungsschilde (12a,
12b, 12c) kühlt.
9. Kryostatanordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das von der Unterkühleinheit (9) abgepumpte flüssige Helium zumindest eines der Strahlungsschilde
(12a, 12b, 12c) kühlt.
10. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass über die Unterkühleinheit (9) Helium aus dem Heliumtank (1) oder dem Behälter (5)
entnommen wird.
11. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (5) mit einem externen Reservoir mit gasförmigen Helium verbunden ist,
und dass das Reservoir gegenüber dem Atmosphärendruck vorzugsweise einen leichten
Überdruck aufweist.
12. Kryostatanordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das über die Unterkühleinheit (9) abgepumpte flüssige Helium in das Reservoir gepumpt
wird.
13. Kryostatanordnung nach Anspruch 12 dadurch gekennzeichnet, dass das externe Reservoir mit dem Refrigerator (6) verbunden ist.
14. Kryostatanordnung nach Anspruch 13 dadurch gekennzeichnet, dass das externe Reservoir ausschließlich mit dem Refrigerator (6) verbunden ist.
15. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Behälter (5) ein Heizelement vorgesehen ist.
16. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Heliumtank (1) und der Behälter (5) zusammen einen geteilten Tank bilden, wobei
der Heliumtank (1) mit dem unterkühlten flüssigen Helium unterhalb des Behälters (5)
angeordnet ist.
17. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die den Behälter (5) vom Heliumtank (1) trennende thermische Barriere (7) aus einem
Wärme schlecht leitenden Material besteht.
18. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die thermische Barriere (7) aus mindestens zwei Platten (17) besteht, die im Wesentlichen
durch ein Vakuum getrennt sind, und dass das die Platten (17) trennende Vakuum vorzugsweise
Teil eines einheitlichen Vakuums innerhalb der Kryostatanordnung ist.
19. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der thermischen Barriere (7) ein Überdruckventil vorgesehen ist, das bei Überschreiten
einer bestimmten Druckdifferenz zwischen dem Heliumtank (1) und dem Behälter (5) einen
erhöhten Druckausgleichsquerschnitt in der thermischen Barriere (7) freigibt, und/oder
dass in mindestens einer nicht an den Heliumtank (1) angrenzenden Wand des Behälters
(5) mindestens eine Berstscheibe vorgesehen ist, die bei Überschreitung eines maximalen
Drucks im Behälter (5) einen großen Querschnitt nach außerhalb der Kryostatanordnung
öffnet.
20. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Heliumtank und dem Behälter ein eingeschränkter Strömungsquerschnitt,
insbesondere ein Druckausgleichsspalt, vorzugsweise ein Ringspalt (8), vorgesehen
ist, durch den flüssiges Helium vom Behälter (5) in den Heliumtank (1) strömen kann.
21. Kryostatanordnung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Überdruckventil aus einem vorzugsweise konischen Stopfen (18) mit in den Behälter
(5) und den Heliumtank (1) gerichteten Wärmeaustauschflächen besteht, der in einen
ebenfalls vorzugsweise konischen, in Richtung auf den Heliumtank (1) sich verengenden
Sitz in der thermischen Barriere (7) eingesetzt ist.
22. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die für die Aufladung einer supraleitenden Magnetspule des Magnetspulensystems (2)
erforderlichen elektrischen Zuleitungen vor dem Eintritt in den Heliumtank (1) erst
durch den Behälter (5) geführt sind, und dass vorzugsweise Vorrichtungen vorgesehen
sind, die einen Kurzschlussbetrieb der Magnetspule ermöglichen, wobei die elektrischen
Zuleitungen zur Magnetspule nach dem Kurzschließen abgezogen werden.
23. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zentrum des Magnetspulensystems (2) in radialer Richtung nicht mit dem Zentrum
der das Magnetspulensystem (2) umgebenden Behälter (5) übereinstimmt.
24. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zentrum des Magnetspulensystems (2) und das Zentrum des Behälters (5) in verschiedenen
Ebenen senkrecht zur Achse der Raumtemperaturbohrung (3) angeordnet sind.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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