[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Sicherungslasttrennschalter mit einem Kontaktelement,
an das eine Kontaktdruckfeder zum Drücken des Kontaktelements an mindestens einen
entsprechenden Gegenkontakt angreift, und das von einem Einschalt- in einen Ausschaltzustand
und umgekehrt schaltbar ist, einem Sicherungseinsatz, der in den Sicherungslastschalter
einschiebbar ist, einem länglichen Fußkontaktelement, mit dessen Mittelbereich der
Sicherungseinsatz im eingeschobenen Zustand und mit dessen erstem Ende das Kontaktelement
kontaktierbar ist, und einer Fußkontaktfeder, die an dem zweiten Ende des länglichen
Fußkontaktelements angreift.
[0002] Die elektrische Kontaktierung, beispielsweise eines in einen D0-Sicherungslasttrennschalter
eingesetzten Sicherungseinsatzes bzw. Schmelzeinsatzes muss zur Vermeidung unzulässig
hoher Erwärmung mit ausreichend hoher Kontaktkraft erfolgen. Dies wird durch eine
Feder erreicht, die einen Fußkontakt an eine Endkappe des Sicherungseinsatzes drückt.
[0003] Die für ausreichende Kontaktierung erforderliche Kraft wird bei Geräten mit Schraubkappe
üblicherweise durch eine Feder erreicht, die direkt in Verlängerung der Längsachse
des Sicherungseinsatzes unter dem Fußkontakt liegt und durch das Einschrauben der
Schraubkappe gespannt wird. Einen ähnlichen Sicherungslasttrennschalter zeigt die
Patentschrift
DE 26 18 360 C3, bei dem jedoch der Fußkontakt gleichzeitig als Hebel zur Verstärkung der Federkraft
verwendet wird.
[0004] Bei Geräten mit Einschubtechnik, d. h. bei Geräten, bei denen der Sicherungseinsatz
beispielsweise mit Hilfe einer Schublade eingeschoben wird, wird die Fußkontaktfeder
durch das Einschieben der mit dem Einsatz bestückten Schublade in das Schaltgerät
vorgespannt. Dabei ist die Fußkontaktfeder direkt in Verlängerung der Längsachse des
Sicherungseinsatzes unter dem Fußkontakt oder auch zur Erreichung einer Hebelwirkung
an der dem Drehpunkt des Fußkontakts gegenüberliegenden Seite angeordnet. Ein derartiger
Sicherungslasttrennschalter ist beispielsweise aus der Patentschrift
EP 1 019 929 B1 bekannt.
[0005] Eine andere Ausführungsform eines solchen Geräts ist in den FIG 1 und 2 dargestellt.
In FIG 1 ist der Sicherungseinsatz SE noch nicht vollständig eingeschoben, wohingegen
er in FIG 2 in seiner Endposition gezeigt ist. Der in FIG 1 wiedergegebene Sicherungslasttrennschalter
besitzt einen bezogen auf die Zeichnung vertikal verschiebbaren Brückenkontakt BK,
mit dem der Strompfad unterbrochen werden kann. Dieser Strompfad verläuft von einer
linken Anschlussklemme AK1 über einen Kontakt K1, den Brückenkontakt BK, einen Fußkontakt
FK, den Sicherungseinsatz SE und eine Leiterbahn LB zu einer rechten Anschlussklemme
AK2. In FIG 1 ist der Sicherungslasttrennschalter geöffnet und befindet sich daher
in einem Ausschaltzustand. Dies ist daran zu erkennen, dass der Brückenkontakt BK
nicht mit dem Kontakt K1 und dem Fußkontakt FK in Verbindung steht. Um diesen Zustand
zu erreichen, drückt ein Hebelmechanismus HM den Brückenkontakt BK gegen die Kraft
einer Kontaktdruckfeder KF nach unten.
[0006] Der Sicherungseinsatz SE wird mit Hilfe einer Schublade SL in den Sicherungslasttrennschalter
gedrückt. Zur Kontaktierung der unteren Endkappe des Sicherungseinsatzes SE (in den
FIG durch die Schublade SL verdeckt) dient der Fußkontakt FK. Dieser wird durch eine
Fußkontaktfeder FF, die an einem Kontaktende angreift, gegen die Endkappe des Sicherungseinsatzes
SE gedrückt, wobei er an einem Drehpunkt D am anderen Kontaktende drehbar gelagert
ist.
[0007] In dem in FIG 1 dargestellten Zustand wird auf den Sicherungseinsatz SE durch den
Fußkontakt FK noch keine Kontaktkraft ausgeübt, weshalb der Fußkontakt FK am Ende
der Fußkontaktfeder FF an einem Anschlag A anschlägt. Dabei befindet sich die Fußkontaktfeder
FF in einem leicht vorgespannten Zustand.
[0008] In FIG 2 ist die Schublade SL mit dem Sicherungseinsatz SE vollständig in ihre Endposition
eindrückt, so dass der Sicherungseinsatz SE die Leiterbahn LB kontaktiert. Gleichzeitig
drückt der Sicherungseinsatz SE den Fußkontakt FK etwas nach unten, so dass der Fußkontakt
FK von dem Anschlag A abrückt und die Fußkontaktfeder FF gespannt wird. Hierbei dreht
sich der Fußkontakt FK um den Drehpunkt D.
[0009] Nachteilig an der in den FIG 1 und 2 vorgestellten Ausführungsform ist, dass die
auf den Sicherungseinsatz SE wirkende, erforderliche Kraft beim Eindrücken in den
Schalter direkt in Höhe und Weg ohne Übersetzung durch den Daumen oder Finger aufgebracht
werden muss.
[0010] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, das Einschieben eines
Sicherungseinsatzes in den Sicherungslastrennschalter zu vereinfachen.
[0011] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch einen Sicherungslasttrennschalter
mit einem Kontaktelement, an das eine Kontaktdruckfeder zum Drücken des Kontaktelements
an mindestens einen entsprechenden Gegenkontakt angreift, und das von einem Einschalt-
in einen Ausschaltzustand und umgekehrt schaltbar ist, einem Sicherungseinsatz, der
in den Sicherungslastschalter einschiebbar ist, einem länglichen Fußkontaktaktelement,
mit dessen Mittelbereich der Sicherungseinsatz im eingeschobenen Zustand und mit dessen
erstem Ende das Kontaktelement kontaktierbar ist, und einer Fußkontaktfeder, die an
dem zweiten Ende des länglichen Fußkontaktelements angreift, wobei das Fußkontaktelement
im eingeschobenen Zustand des Sicherungseinsatzes an diesem schwenkbar gelagert ist,
so dass die Fußkontaktfeder im Einschaltzustand des Kontaktelements mit Hilfe der
Kontaktdruckfeder über das als Hebel dienende Fußkontaktelement gespannt ist.
[0012] In vorteilhafter Weise kann durch die erfindungsgemäße Lösung der Sicherungseinsatz
mit relativ geringem Kraftaufwand eingeschoben werden, weil die für die Kontaktierung
erforderliche Kraft durch eine mit großem Übersetzungsverhältnis vorgespannte Feder
aufgebaut werden kann.
[0013] Vorzugsweise ist das erste Ende des Fußkontaktelements in einer Kulisse derart geführt,
dass es in der Bewegungsrichtung des Kontaktelements (z. B. Brückenkontakt) durch
dieses von einer ersten Anschlagposition in eine von der ersten mindestens 1 mm entfernte
zweite Anschlagposition bewegbar ist. Diese Bewegung des ersten Endes des Fußkontaktelements
ermöglicht ein Einschieben des Sicherungselements mit sehr geringem Kraftaufwand.
Das Fußkontaktelement dreht sich dabei um sein zweites Ende.
[0014] Im eingesetzten Zustand des Sicherungseinsatzes kann sich das Fußkontaktelement um
die Endkappe des Sicherungseinsatzes drehen, wodurch die Kontaktdruckfeder die Fußkontaktfeder
spannt. Die Hebelarmlängen oder Federkonstanten können so gewählt werden, dass die
Kontaktkraft, die die Kontaktdruckfeder auf das Kontaktelement bzw. den Kontaktbügel
ausübt, kaum beeinflusst wird.
[0015] Der Sicherungseinsatz kann eine Zylindersicherung sein. Insbesondere ist der erfindungsgemäße
Sicherungslasttrennschalter vorteilhaft für D-Sicherungen einsetzbar, da dort entsprechend
hohe Kontaktkräfte erforderlich sind.
[0016] Ferner kann der Sicherungslasttrennschalter, wie oben bereits angedeutet, eine Schublade
zum Einführen und Entnehmen des Sicherungseinsatzes in den/aus dem Sicherungslasttrennschalter
aufweisen, wodurch sich der Sicherungseinsatz in den Sicherungslasttrennschalter einfacherer
und sicherer einschieben lässt.
[0017] Die vorliegende Erfindung ist anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert,
in denen zeigen:
- FIG 1
- einen Sicherungslasttrennschalter im Ausschaltzustand mit nicht vollständig eingesetztem
Sicherungseinsatz gemäß dem Stand der Technik;
- FIG 2
- den Sicherungslasttrennschalter von FIG 1 mit vollständig eingesetztem Sicherungseinsatz;
- FIG 3
- einen erfindungsgemäßen Sicherungslasttrennschalter im ausgeschalteten Zustand mit
vollständig eingesetztem Sicherungseinsatz; und
- FIG 4
- den Sicherungslasttrennschalter von FIG 3 mit vollständig eingesetztem Sicherungseinsatz
im eingeschalteten Zustand.
[0018] Das nachfolgend näher geschilderte Ausführungsbeispiel stellt eine bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung dar.
[0019] Der in FIG 3 wiedergegebene erfindungsgemäße Sicherungslasttrennschalter besitzt
im Wesentlichen den gleichen Aufbau wie der in den FIG 1 und 2 dargestellte Sicherungslasttrennschalter
gemäß dem Stand der Technik. Der in FIG 3 dargestellte Zustand, bei dem der Sicherungseinsatz
vollständig in den Schalter eingedrückt ist, entspricht im Wesentlichen dem Zustand
von FIG 2. In FIG 3 ist jedoch zu erkennen, dass sich das erste Ende E1 des Fußkontakts
FK, das den Brückenkontakt BK im eingeschalten Zustand des Sicherungslasttrennschalter
berührt, von der Kulisse K weg nach unten bewegt wurde. Eine derartige Bewegung ist
in der Ausführungsform von FIG 2 nicht möglich.
[0020] Dadurch, dass sich das erste Ende E1 beim Einschieben des Sicherungseinsatzes SE
bzw. der Schublade SL nach untern bewegen kann, bleibt das zweite Ende E2 des Fußkontakts
FK am Anschlag A. Beim Eindrücken des Sicherungseinsatzes SE ergibt sich somit eine
Drehbewegung des Fußkontakts FK um sein Ende E2. Das Eindrücken des Sicherungseinsatzes
SE erfordert somit eine äußerst geringe Kraft, nämlich lediglich die, die sich untersetzt
durch die Hebellänge vom Sicherungseinsatz SE zum Ende E2 zu der Hebellänge von der
Fußkontaktfeder FF zu dem Ende E2 ergibt.
[0021] Nach dem vollständigen Eindrücken des Sicherungseinsatzes SE in den Sicherungslasttrennschalter
kann sich der Federkontakt FK nunmehr um die Endkappe des Sicherungseinsatzes drehen.
Ein entsprechender Drehpunkt D' ist in FIG 4 in etwa angedeutet.
[0022] Wird der Sicherungslasttrennschalter nun durch den Hebelmechanismus HM in den eingeschalteten
Zustand gebracht, d. h. der Brückenkontakt BK bewegt sich getrieben durch die Kraft
der Kontaktdruckfeder KF nach oben, so drückt die Kontaktbrücke BK auch das Ende E1
des Fußkontakts FK nach oben gegen die Kulisse K. Der Fußkontakt FK dreht sich dabei
um den Drehpunkt D' und das Ende E2 des Fußkontakts FK drückt die Fußkontaktfeder
FF ein, so dass sich das Ende E2 von dem Anschlag A entfernt.
[0023] Die Drehbewegung des Fußkontakts FK wird ausschließlich durch die Kontaktdruckfeder
KF, die sehr stark ausgelegt ist, erzwungen. Die Fußkontaktfeder FF wird ohne weiteres
eingedrückt, da die Kontaktdruckfeder KF wesentlich stärker als die Fußkontaktfeder
FF ist und die beiden Hebelarme D'-E1 und D'-E2 im Wesentlichen gleich groß sind.
[0024] In vorteilhafter Weise muss der Nutzer zum Aufbringen der Kontaktkraft für den Sicherungseinsatz
SE damit lediglich den Sicherungslasttrennschalter einschalten, d. h. den Hebel umlegen,
so dass der Stromkreis geschlossen wird. Dabei wird dann automatisch die für die Kontaktdruckkraft
des Sicherungseinsatzes zuständige Fußkontaktfeder FF gespannt, und der Nutzer muss
diese Kraft nicht selbst aufbringen.
1. Sicherungslasttrennschalter mit
- einem Kontaktelement (BK), an das eine Kontaktdruckfeder (KF) zum Drücken des Kontaktelements
(BK) an mindestens einen entsprechenden Gegenkontakt (K1, FK) angreift, und das von
einem Einschalt- in einen Ausschaltzustand und umgekehrt schaltbar ist,
- einem Sicherungseinsatz (SE), der in den Sicherungslastschalter einschiebbar ist,
- einem länglichen Fußkontaktaktelement (FK), mit dessen Mittelbereich der Sicherungseinsatz
(SE) im eingeschobenen Zustand und mit dessen erstem Ende (E1) das Kontaktelement
(BK) kontaktierbar ist, und
- einer Fußkontaktfeder (FF), die an dem zweiten Ende (E2) des länglichen Fußkontaktelements
(FK) angreift,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Fußkontaktelement (FK) im eingeschobenen Zustand des Sicherungseinsatzes (SE)
an diesem schwenkbar gelagert ist, so dass
- die Fußkontaktfeder (FF) im Einschaltzustand des Kontaktelements (BK) mit Hilfe
der Kontaktdruckfeder (KF) über das als Hebel dienende Fußkontaktelement (FK) gespannt
ist.
2. Sicherungslasttrennschalter nach Anspruch 1, wobei das erste Ende (E1) des Fußkontaktelements
(FK) in einer Kulisse (K) derart geführt ist, dass es in der Bewegungsrichtung des
Kontaktelements (BK) durch dieses von einer ersten Anschlagposition in eine zweite
von der ersten mindestens 1 mm entfernte zweite Anschlagposition bewegbar ist.
3. Sicherungslasttrennschalter nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Hebelarmlänge von dem
Drehpunkt, um den das Fußkontaktelement schwenkbar ist, zu dem ersten Ende des Fußkontaktelements
(FK) in etwa gleich groß wie die Hebelarmlänge vom Drehpunkt zu dem zweiten Ende des
Fußkontaktelements (FK) ist.
4. Sicherungslasttrennschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Sicherungseinsatz
(SE) eine Zylindersicherung ist.
5. Sicherungslasttrennschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, in den D-Sicherungen
einsetzbar sind.
6. Sicherungslasttrennschalter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, der eine Schublade
(SL) zum Einführen und Entnehmen des Sicherungseinsatzes (SE) in den/aus dem Sicherungslasttrennschalter
aufweist.