| (19) |
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(11) |
EP 1 743 121 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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20.08.2008 Patentblatt 2008/34 |
| (22) |
Anmeldetag: 04.05.2005 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE2005/000850 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2005/108864 (17.11.2005 Gazette 2005/46) |
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| (54) |
DAMPFERZEUGER UND VERFAHREN ZUM BETREIBEN EINES DAMPFERZEUGERS
BOILER AND METHOD FOR OPERATING A BOILER
CHAUDIERE ET SON MODE DE FONCTIONNEMENT
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI
SK TR |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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BA HR LV YU |
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Priorität: |
05.05.2004 DE 102004022514
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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17.01.2007 Patentblatt 2007/03 |
| (73) |
Patentinhaber: Hitachi Power Europe GmbH |
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47059 Duisburg (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- QUENDERS, Hans-Joachim
52399 Hökerum (SE)
- TIAN, Yugui
46149 Oberhausen (DE)
- EHMANN, Martin
47495 Rheinberg (DE)
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| (74) |
Vertreter: Viering, Jentschura & Partner |
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Centroallee 263 46047 Oberhausen 46047 Oberhausen (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A-98/16779 US-B1- 6 237 513
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US-A- 5 020 454 US-B1- 6 318 277
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Dampferzeuger und ein Verfahren zum Betreiben eines
Dampferzeugers.
[0002] An Dampferzeugern mit Linear- oder Tangentialfeuerung bilden sich Rauchgasströmungen
aus, die zusätzlich zu den axial ausgerichteten Strömungskomponenten radial ausgerichtete
Strömungskomponenten aufweisen. Diese radial ausgerichteten Strömungskomponenten können
sowohl durch unterschiedliche Druckverhältnisse im Feuerraum als auch durch gegenseitige
Beeinflussung der Strömungspfade gegenüberliegender Brenner unter gleichzeitiger Einwirkung
der Zirkulationsgebiete im Feuerraum verursacht werden und bewirken einen mehr oder
weniger großer Rauchgasstrom mit z.T. noch reaktionsfähigen Brennstoffprodukten in
Richtung der Kesselseitenwände.
[0003] Infolgedessen bilden sich Sauerstoffmangelgebiete, die sich aufgrund der geometrischen
Verhältnisse bevorzugt auf der Mitte der Kesselwände ausbreiten, bedingt durch Druckunterschiede
jedoch häufig auch ihre Position verändern können, und langfristig zu einer Materialschädigung
aufgrund von Rohrwandkorrosion führen. Das Phänomen der Ausbildung solcher Sauerstoffmangelgebiete
wird nachfolgend anhand der schematischen Darstellungen in
Fig.10 und
Fig.11 erläutert.
[0004] Fig.10 zeigt schematisch einen mittels Linear- oder Boxerfeuerung betriebenen Feuerraum
1 eines Dampferzeugers , welcher durch eine Vorderwand 2, eine Rückwand 3 und Seitenwände
4 und 5 begrenzt wird, in Seitenansicht
(Fig.10a) bzw. in Schnittansicht entlang der Linie A-A
(Fig.10b). An der Vorderwand 2 und der Rückwand 3 ist einander gegenüberliegend jeweils eine
Mehrzahl von Brennern (symbolisiert durch die Pfeile 6 bzw. 7) auf gleicher Höhe in
einer oder mehreren übereinanderliegenden Brennerebenen angeordnet. Die durch Linien
8 symbolisierten Brennerströme treffen bei dieser Anordnung in der Feuerraummitte
so aufeinander, dass sich eine resultierende Strömung in Richtung der Seitenwänden
4 und 5 ausbildet, wodurch an den gestrichelt dargestellten Bereichen 9 und 10 Sauerstoffmangelgebiete
entstehen.
[0005] Eine quantitative Darstellung der oben beschriebenen Verhältnisse bei Ausbildung
von Sauerstoffmangelgebieten in einem mittels Linear- oder Boxerfeuerung betriebenen
Feuerraum ist in
Fig.11 gegeben, wobei Bereiche unterschiedlicher Sauerstoffkonzentrationen im Feuerraum
jeweils mit verschiedenen Grauwerten dargestellt werden; die in der Abbildung links
gezeigte Skala gibt zu jedem Grauwert den zugehörigen Sauerstoff-Massenanteil an.
[0006] Fig.12 zeigt schematisch einen mittels Ecken- oder Tangentialfeuerung betriebenen Feuerraum
11 eines Dampferzeugers, welcher durch eine Vorderwand 12, eine Rückwand 13 und Seitenwände
14 und 15 begrenzt wird, in Seitenansicht
(Fig.12a) bzw. in Schnittansicht entlang der Linie B-B
(Fig.12b). In den vier Eckbereichen des Kesselkörpers ist auf gleicher Höhe in einer oder mehreren
übereinander liegenden Brennerebenen eine Mehrzahl von Brennern (symbolisiert durch
die Pfeile 16-19) zu einer Eckenfeuerung angeordnet. Die durch Linien 20 symbolisierten
Brennerströme werden durch den stetig steigenden Füllungsgrad im Feuerraum 11 vor
allem in den höhergelegenen Bereichen an die Vorderwand 12, die Rückwand 13 und die
Seitenwände 14 und 15 gedrückt, wodurch an den gestrichelt dargestellten Bereichen
21-24 Sauerstoffmangelgebiete entstehen.
[0007] Zur Vermeidung von Sauerstoffmangelgebieten und damit zum Schutz vor Korrosionsangriffen
ist es bekannt, Wandluftdüsen in Brennergruppen zu integrieren (z.B. bei Tangentialfeuerungen),
über die ein Luftteilstrom, abgelenkt von der Brennerströmungsachse, in Richtung Feuerraumwand
geleitet wird. Ferner ist es bekannt, Seitenluftdüsen neben wandnahen Brennern zu
installieren, über die ein Luftstrom mit hoher Geschwindigkeit parallel zur Brennerströmungsachse
in den Feuerraum in unmittelbarer Wandnähe eingeblasen wird. Diese Maßnahmen haben
jedoch den Nachteil, dass zum einen durch die hohe Ausströmungsgeschwindigkeit des
aus den Seitenluftdüsen zugeführten Luftstromes neue Wirbel gebildet werden, die sauerstoffarmes
Rauchgas an die Kesselwände leiten, und zum anderen häufig die Eindringtiefe dieser
Luftströmungen in die zähere Rauchgasströmung unzureichend ist, so dass eine Sauerstoffanreicherung
in den gefährdeten Kesselbereichen nicht erreicht werden kann, was in zahlreichen
Versuchen mit Variation der Seiten- und Brennerluftmengen an verschiedenen Kesselanlagen
und in numerischen Simulationsmodellen nachvollzogen wurde.
[0008] Beispielhaft sind in
Fig.13 die berechneten Modellierungsergebnisse für ein Sauerstoffkonzentrationsfeld bei
einer Anordnung mit neben den Brennern 30 angeordneten Seitenluftdüsen 31 gezeigt.
Bereiche unterschiedlicher Sauerstoffkonzentrationen im Feuerraum sind jeweils mit
verschiedenen Grauwerten dargestellt, wobei die in der Abbildung links gezeigte Skala
zu jedem Grauwert den zugehörigen Sauerstoff-Massenanteil angibt. Wie aus der Modellierung
ersichtlich, wird keine wirksame Sauerstoffanreicherung in dem zu schützenden Seitenwandbereich
32 erreicht. Ein stärkerer Transport in den zu schützenden Seitenwandbereich 32 kann
nur unter Einsatz großer Luftmengen erfolgen, was sowohl aus wirtschaftlicher als
auch aus wärme- und emissionstechnischer Sicht nachteilig bzw. nicht vertretbar ist.
[0009] Aus
WO 98/16779 ist es bekannt, zum Korrosionsschutz der Feuerraumseitenwände in einem Dampferzeuger
Wandluftdüsen in den gefährdeten Feuerraumseitenwänden anzubringen. Diese Wandluftdüsen
werden in einer oder mehreren horizontalen Reihen oder in einer bogenförmigen Geometrie
über die gesamte Wandbreite angeordnet, um mittels der in die Wandluftdüsen eingespeisten
Wandluft und unter Ausnutzung vertikaler Strömungskomponenten in der Feuerraumströmung
eine Korrosionsschutzschicht auf den Seitenwänden auszubilden.
[0010] Auch diese Maßnahmen haben jedoch den Nachteil, dass sich über die Höhe des Brennergürtels
weiterhin Sauerstoffmangelgebiete zwischen den ggf. mehreren horizontalen Düsenreihen
ausbilden. Dies ist aus der in
Fig.14 gegebenen Darstellung von Modellierungsergebnissen ersichtlich, wobei die in der
Abbildung links gezeigte Skala wiederum zu jedem Grauwert den zugehörigen Sauerstoff-Massenanteil
angibt. Die Brenner sind in dieser Darstellung mit dem Bezugszeichen 40, die horizontalen
Düsenreihen mit 41 bezeichnet. Wie aus den Modellierungsergebnissen ersichtlich, bildet
sich zwischen den horizontalen Düsenreihen 41 ein Sauerstoffmangelgebiet 42 aus. Auch
bei einer solchen Anordnung sind somit die Seitenwände weiterhin einer Beschädigung
infolge Korrosion ausgesetzt.
[0011] Zusammenfassend werden gemäß den bekannten Ansätzen zur Schaffung eines Korrosionsschutzes
Wandluftdüsen entweder als Seitenluftdüsen neben den Brennern oder in die Brennergruppen
integriert (z.B. bei Tangentialfeuerungen) oder in einer oder mehreren, im wesentlichen
horizontalen Reihen auf den (nicht mit Brennern bestückten) Seitenwänden angeordnet.
Ein Korrosionsschutz ist bei diesen Anordnungen entweder unzureichend oder nur mit
aus wirtschaftlicher sowie wärme-und emissionstechnischer Sicht nicht vertretbarem
Wandluftmengenbedarf realisierbar.
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Dampferzeuger und ein Verfahren
zum Betreiben eines Dampferzeugers zu schaffen, mittels derer eine Beschädigung der
Kesselwand insbesondere durch Korrosion wirksam verhindert wird.
[0013] Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
[0014] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betreiben eines Dampferzeugers, bei welchem ein
durch Kesselwände begrenzter Feuerraum mittels Brennstoff-Verbrennung unter Ausbildung
eines Rauchgasstromes mit einer Mehrzahl von Brennern gefeuert wird, weist folgende
Schritte auf:
- Bestimmen der Strömungsgeschwindigkeitscharakteristik einer in Bezug auf den Feuerraumboden
horizontalen. Feuerraumgrundströmung:
- Ermitteln eines Quellenbereichs der horizontalen Feuerraumwandströmung an wenigstens
einer nicht mit Brennern bestückten Kesselwand; und
- Einspeisen eines Isoliergases im Quellenbereich der horizontalen Feuerraumwandströmung,
so dass durch horizontale Ausbreitung des Isoliergases mittels der Feuerraumgrundströmung
eine die jeweilige Kesselwand vom Rauchgasstrom isolierende Isoliergasschicht erzeugt
wird.
[0015] Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass bei der Befeuerung
eines Dampferzeugers die in Bezug auf den Feuerraumboden horizontale Strömungskomponente,
vor allem im Brennergürtelbereich, gegenüber der vertikalen Komponente dominiert.
Durch die erfindungsgemäße Zufuhr des Isoliergases (z.B. der Wandluft) im Quellenbereich
dieser horizontalen Komponente der Feuerraumgrundströmung an der Feuerraumwand wird
diese Strömung effektiv zur Verteilung des Isoliergases entlang der zu schützenden
Feuerraumwand genutzt, so dass der Entstehung von Sauerstoffmangelgebieten und damit
einer Korrosion wirksam vorgebeugt wird.
[0016] Unter dem Begriff "Isoliergasschicht" ist im Sinne der Erfindung eine Gasschicht
zu verstehen, welche relativ zu dem Rauchgasstrom einen so geringen Eintrittsimpulsstrom
in den Feuerraum aufweist, dass eine Vermischung der Isoliergasschicht mit dem Rauchgas
infolge der fehlenden Mischenergie in der Isoliergasschicht gar nicht oder jedenfalls
so stark verzögert auftritt, dass gegenüber dem in unmittelbarer Nähe zum Kesselwandbereich
befindlichen Rauchgasstrom eine der Beeinflussung der kesselwandbereichsnahen Atmosphäre
entgegenwirkende, den Kesselwandbereich also in diesem Sinne gegen den Rauchgasstrom
"isolierende" Schutzschicht gebildet wird.
[0017] Unter dem Begriff "Quellenbereich" ist im Sinne der Erfindung ein Bereich zu verstehen,
von dem aus die betreffende Wandströmung bzw. deren horizontale Komponente ausgeht
und in dem die resultierende Strömungsgeschwindigkeit im wesentlichen Null beträgt.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt das Einspeisen des Isoliergases über
eine in wenigstens einer Feuerraumwand vorgesehene Gaszufuhrdüsenanordnung, welche
in einer Mehrzahl von einander benachbarten, in Bezug auf den Feuerraumboden horizontalen
Ebenen jeweils genau eine Gaszufuhrzone aufweist, die im Quellenbereich der dieser
Ebene zugeordneten zugehörigen horizontalen Komponente der Feuerraumwandströmung angeordnet
ist.
[0019] Der Feuerraum kann eine symmetrische Brenneranordnung aufweisen, und die Gaszufuhrdüsen
können in einer entlang der vertikalen Mittellinie der betreffenden Feuerraumwand
verlaufenden, in Bezug auf den Feuerraumboden vertikalen Linie angeordnet sein.
[0020] Vorzugsweise erstreckt sich die Gaszufuhrdüsenanordnung im wesentlichen über die
Brennergürtelhöhe des Feuerraums.
[0021] Gemäß einer anderen Ausführungsform weist der Feuerraum zwischen gegenüberliegenden
Kesselwänden eine Zwischenwand auf, und die im Quellenbereich der Feuerraumwandströmung
angeordneten Gaszufuhrdüsen sind in der Zwischenwand vorgesehen.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt das Einspeisen des Isoliergases über
einen an wenigstens einer Feuerraumwand vorgesehenen, sich im wesentlichen über der
Brennergürtelhöhe mehr oder weniger durchgängig erstreckenden, in Bezug auf den Feuerraumboden
vertikalen Gaszufuhrschlitz.
[0023] Als Isoliergas wird vorzugsweise Luft verwendet, die aus der Verbrennungsgasversorgung
des Feuerraums zugeführt wird.
[0024] Der Volumenanteil der als Isoliergas verwendeten Luft beträgt vorzugsweise maximal
10 %, noch bevorzugter maximal 5 %, von der zur Umsetzung des Brennstoffs benötigten
Gesamtluftmenge.
[0025] Als Isoliergas kann auch ein oxidierendes Gas oder ein inertes Gas verwendet werden.
[0026] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird der Isoliergasstrom in einzelnen Kesselwandsektoren
unabhängig erzeugt, so dass etwaigen in den Kesselwandsektoren aufgrund der geometrischen
Verhältnisse und der sich einstellenden Druckunterschiede unterschiedlich starken
Rauchgasströmungen je nach den im betreffenden Sektor vorliegenden Bedingungen durch
eine ortsabhängige Variation des Isoliergasstroms Rechnung getragen werden kann.
[0027] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist der Dampferzeuger Analysemittel zur
Ermittlung von Volumenanteilen von Rauchgaskomponenten in der benachbart zur Kesselwand
vorliegenden Gasatmosphäre und eine Regeleinrichtung zum Regeln des Isoliergasstromes
in Abhängigkeit von den ermittelten Volumenanteilen auf. Die hierbei ermittelten Rauchgaskomponenten
umfassen vorzugsweise Sauerstoff und Kohlenmonoxid, können jedoch je nach Anforderungen
auch weitere Rauchgaskomponenten, insbesondere HCl und/oder H
2S umfassen.
[0028] Die Ermittlung von Volumenanteilen der Rauchgaskomponenten und/oder das Regeln des
Isoliergasstromes ist hierbei vorzugsweise in einzelnen Kesselwandsektoren unabhängig
voneinander durchführbar.
[0029] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Ermittlung von Volumenanteilen der
Rauchgaskomponenten und/oder das Regeln des Isoliergasstromes in unabhängigen Meßzyklen
wiederholt durchführbar. Auf diese Weise kann einer zeitlichen Variation der an der
Kesselwandoberfläche bzw. in den einzelnen Kesselwandsektoren jeweils vorliegenden
Bedingungen durch entsprechende Regelung des Isoliergasstromes Rechnung getragen werden,
wodurch der erfindungsgemäß erreichte Schutz gegen eine Beschädigung der Kesselwand
durch Korrosion noch verbessert wird.
[0030] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird der Isoliergasstrom aus der Verbrennungsgasversorgung
des Feuerraums zugeführt, die somit eine doppelte Funktionalität aufweist.
[0031] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Gaszufuhreinrichtung in jedem Kesselwandsektor
eine Gaszufuhreinheit (z.B. Luftkasten) zum Einleiten von Isoliergas an die Kesselwandoberfläche
in den Feuerraum auf.
[0032] Vorzugsweise sind hierbei die einer Kesselwand zugeordneten Gaszufuhreinheiten jeweils
an eine separat an die Verbrennungsgasversorgung gekoppelte Hauptleitung angeschlossen.
Vorzugsweise weist hierbei jede Hauptleitung ein Regelorgan zur Gasdurchflussregelung
auf, so dass eine selektive Beaufschlagung der einzelnen Kesselwände über die zugehörige
Hauptleitung erfolgen kann.
[0033] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist außerdem jede Gaszufuhreinheit über ein
Absperrorgan mit der zugeordneten Hauptleitung selektiv koppelbar, so dass auch eine
selektive Beaufschlagung der einzelnen Kesselwandsektoren erfolgen kann.
[0034] Hierbei werden vorzugsweise das Regelorgan der jeweiligen Hauptleitung und/oder das
Absperrorgan des jeweiligen Luftkastens in Abhängigkeit von den ermittelten Volumenanteilen
von Rauchgaskomponenten in der benachbart zur Kesselwand vorliegenden Gasatmosphäre
angesteuert.
[0035] Hierbei können die Brenner insbesondere sowohl zu einer Linearfeuerung als auch zu
einer Tangentialfeuerung des Feuerraums angeordnet sein.
[0036] Ein Dampferzeuger gemäß der vorliegenden Erfindung weist auf:
- einen durch Kesselwände begrenzten Feuerraum;
- eine Mehrzahl von Brennern zur Feuerung des Feuerraums mittels Brennstoff-Verbrennung
unter Ausbildung eines Rauchgasstromes; und
- eine Gaszufuhreinrichtung zum Einspeisen eines Isoliergases; wobei die Gaszufuhreinrichtung
im Quellenbereich einer horizontalen Feuerraumwandströmung an wenigstens einer Kesselwand
derart angeordnet ist, dass durch horizontale Ausbreitung des eingespeisten Isoliergases
mittels der Feuerraumgrundströmung eine die jeweilige Kesselwand vom Rauchgasstrom
isolierende Isoliergasschicht erzeugbar ist.
[0037] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung und den
Unteransprüchen zu entnehmen.
[0038] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in den beigefügten Abbildungen dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0039] Es zeigen:
- Figur 1
- in einem Horizontalschnitt eines Feuerraumes ein erfindungsgemäß berechnetes Geschwindigkeitsvektor-feld
für horizontale Feuerraumströmungen;
- Figur 2
- zusätzlich zur Darstellung aus Figur 1 (unterer Teil) ein erfindungsgemäß berechnetes
Sauerstoffkonzentrationsfeld (oberer Teil);
- Figur 3
- eine schematische perspektivische Teilansicht eines Feuerraumes mit einer im Seitenwandbereich
angeordneten vertikalen Düsenreihe gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung, wobei die berechnete Sauerstoffkonzentration (Massenanteile) dargestellt
ist;
- Figur 4
- in einem Horizontalschnitt des Feuerraumes gemäß der Ausführungsform aus Figur 3 ein
berechnetes Sauerstoffkonzentrationsfeld (oben) und ein Geschwindigkeitsvektorfeld
(unten);
- Figur 5
- eine schematische Seitenansicht im Schnitt eines Feuerraumes zur Darstellung einer
Düsenanordnung gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung;
- Figur 6
- eine schematische Seitenansicht im Schnitt eines Feuerraumes zur Darstellung einer
Düsenanordnung gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung;
- Figur 7
- eine Prinzipskizze in Seitenansicht zur Darstellung des erfindungsgemäßen Systems
gemäß einer bevorzugten Ausführungsform für einen Kessel mit Boxerfeuerung;
- Figur 8
- eine zu Figur 7 entsprechende Schnittansicht entlang der Linie A-A;
- Figur 9
- eine vergrößerte Prinzipskizze in Seitenansicht eines Details aus Figur 7-8 zur Erläuterung
der Funktionsweise des erfindungsgemäßen Systems gemäß der bevorzugten Ausführungsform
aus Figur 7-8;
- Figur 10
- eine schematische Darstellung des Aufbaus eines Feuerraumes mit Boxer- oder Linearfeuerung
in einem Dampferzeuger gemäß dem Stand der Technik in Seitenansicht (Figur 4a) bzw.
im Schnitt entlang der Linie A-A (Figur 4b); und
- Figur 11
- eine Darstellung der berechneten Sauerstoffkonzentration im Wandbereich eines Feuerraums
ohne Wandluftzuführung gemäß dem Stand der Technik;
- Figur 12
- eine schematische Darstellung des Aufbaus eines Feuerraumes mit Ecken- oder Tangentialfeuerung
in einem Dampferzeuger gemäß dem Stand der Technik in Seitenansicht (Figur 5a) bzw.
im Schnitt entlang der Linie A-A (Figur 5b).
- Figur 13
- in einem Horizontalschnitt eines Feuerraumes ein berechnetes Sauerstoffkonzentrationsfeld
(oben) sowie ein Geschwindigkeitsvektorfeld (unten) für eine Düsenanordnung gemäß
dem Stand der Technik; und
- Figur 14
- eine schematische perspektivische Teilansicht eines Feuerraumes mit Darstellung des
berechneten Sauerstoffkonzentrationsfeldes für eine weitere Düsenanordnung gemäß dem
Stand der Technik.
[0040] Gemäß der Erfindung werden zur Verteilung eines Isoliergasstromes in den zu schützenden
Feuerraumwandbereich Strömungsverhältnisse ausgenutzt, die dadurch charakterisiert
sind, dass entlang der zu schützenden Seitenwände des Feuerraumes eine horizontale
Grundströmung besteht. Für diese in Bezug auf den Feuerraumboden horizontale Grundströmung
existiert an den Seitenwänden ein "Quellenbereich", von dem ausgehend die horizontale
Ausbreitung der Strömung in Richtung der Feuerraumecken erfolgt. Diese Situation ist
in
Fig.1 dargestellt, in welcher im horizontalen Schnitt durch einen Feuerraum die Feuerraumströmungen
anhand berechneter Geschwindigkeitsvektoren angegeben sind. Unterschiedliche Beträge
der Strömungsgeschwindigkeit sind jeweils mit verschiedenen Grauwerten dargestellt,
wobei die in der Abbildung links gezeigte Skala zu jedem Grauwert den zugehörigen
Betrag der Strömungsgeschwindigkeit (in Einheiten von m/s) angibt. Die Brenner sind
in dieser Darstellung mit dem Bezugszeichen 50 und der Quellenbereich der horizontalen
Komponente der Grundströmung ist mit 51 bzw. 52 bezeichnet. Die horizontale Komponente
der Grundströmung ist durch die Pfeile 53 symbolisiert.
[0041] In
Fig.2 (oberer Teil) ist zusätzlich die Ausbildung eines Sauerstoffmangelgebiets dargestellt,
sofern in der Ausgangssituation gemäß
Fig.1 keinerlei Schutzmaßnahmen getroffen werden.
[0042] Aus der in
Fig.1 dargestellten Simulation läßt sich erfindungsgemäß unmittelbar im Bereich jeder (nicht
mit Brennern 50 bestückten) Seitenwand des Feuerraums ein Quellenbereich 51, 52 der
horizontalen Grundströmung an der jeweiligen Seitenwand bestimmen, von dem aus die
horizontale Strömung (gemäß
Fig.1 nach links und nach rechts entlang der eingezeichneten Pfeile) ausgeht und in dem
die resultierende Strömungsgeschwindigkeit im wesentlichen Null beträgt. Genauer ist
jeder in Bezug auf den Feuerraumboden horizontalen Ebene ein solcher Quellpunkt (als
Ausgangspunkt der in dieser Ebene vorliegenden horizontalen Strömungskomponente) zugeordnet,
wobei sämtliche Quellpunkte aus unterschiedlichen horizontalen Ebenen den Quellenbereich
für die horizontale Grundströmung an der betreffenden Seitenwand bilden.
[0043] Die den Quellenbereich bildenden Quellpunkte bilden somit eine sich in vertikaler
Richtung (insbesondere über den sog. Brennergürtel) erstreckende Anordnung, die letztlich
von den spezifischen Gegebenheiten (Feuerraumgeometrie, Anordnung von Seiten- sowie
etwaigen Zwischenwänden, Brenneranordnung, Brennerbetrieb etc.) abhängig ist und die
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zunächst bestimmt wird.
[0044] Die erfindungsgemäße Detektion des Quellenbereichs einer horizontalen Grundströmung
kann entweder gemäß
Fig.1 und
Fig.2 mittels Simulation, z.B. mittels numerischer CFD-Modellierung (CFD= "Computational
Fluiddynamics") der Strömungsverhältnisse im Feuerraum anhand von Kenngrößen der verwendeten
Brenner, Abmessungen etc., oder auch experimentell (über eine entsprechende im Feuerraumwandbereich
angeordnete Sensorik) erfolgen.
[0045] Nachdem erfindungsgemäß wie oben beschrieben der Quellenbereich der horizontalen
Grundströmung bestimmt wurde, wird in jeder Seitenwand des Feuerraumes eine Düsenanordnung
so vorgesehen, dass sich die Wandluftdüsen jeweils in dem wie oben ermittelten Quellenbereich
befinden. So sind etwa in dem in
Fig.3 gezeigten Ausführungsbeispiel mit einer symmetrischen Ausgestaltung des Feuerraumes
die Wandluftdüsen in einer entlang der vertikalen Mittellinie der (nicht mit Brennern
60 bestückten) Seitenwand verlaufenden, vertikalen Düsenreihe 61 angeordnet. Die Düsenreihe
61 erstreckt sich hierbei vorzugsweise wenigstens über die Brennergürtelhöhe.
[0046] In
Fig.4 sind das sich bei der erfindungsgemäßen Düsenanordnung aus
Fig.3 ergebende Sauerstoffkonzentrationsfeld (obere Darstellung) sowie die sich ausbildenden
Strömungsverhältnisse (untere Darstellung) veranschaulicht. Aus diesen mittels Simulation
erhaltenen Charakteristika der Sauerstoffkonzentration und der Strömungsgeschwindigkeitsvektoren
wird deutlich, dass durch die erfindungsgemäße Injektion von Luft im Quellenbereich
62, 63 der horizontalen Wandströmung eine effektive Ausbreitung der Isolierluft entlang
der zu schützenden Seitenwände erfolgt, wobei die horizontale Wandströmung im Feuerraum
als Transportmedium genutzt wird.
[0047] Wie aus
Fig.5 und
6 ersichtlich, kommen erfindungsgemäß je nach Geometrie des Feuerraumes und Anordnung
der Seitenwände bzw. etwaiger Zwischenwände unterschiedliche konstruktive Ausgestaltungen
der Wandluftdüsen zum Einsatz. Insbesondere zeigt
Fig.5 eine Düsenanordnung an einer inneren Doppel-Mittelwand 71, welche den Feuerraum in
2 Teilkammern mit gleicher Brennerbestückung 70 unterteilt. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel
werden Paare von Schlitzdüsen 72 in ebenfalls vertikaler Anordnung, jedoch mit Schlitzen
72 links und rechts einer nicht zugänglichen Verbindungsebene der Doppelwand vorgesehen,
wobei die Schlitzdüsen über im Freiraum der Doppel-Mittelwand verlaufende, schematisch
dargestellte, horizontale Zuleitungen mit Luft bzw. Isoliergas versorgt werden.
[0048] An den äußeren Feuerraumwänden kann beispielsweise auch die einfachere, in
Fig.6 dargestellte Anordnung gewählt werden, wobei eine Mehrzahl in einer vertikalen Reihe
angeordneter Wandluftdüsen 81 über eine sich entlang der Feuerraumwand vertikal erstreckende
Zuleitung 81 mit Luft bzw. Isoliergas versorgt werden.
[0049] Der Abstand und die Öffnungsgröße der Wandluftdüsen in der erfindungsgemäßen vertikalen
Düsenanordnung kann in Abhängigkeit von den statischen Verhältnissen geeignet gewählt
werden. Hierbei wird in der Regel die Isoliergasschutzschicht um so effektiver erzeugt,
je enger der Abstand benachbarter Wandluftdüsen ist, d.h. je effektiver die betreffende
Wandoberfläche im Quellenbereich der horizontalen Wandströmung mit Isoliergas beaufschlagt
wird. Grundsätzlich sollte bei der Auslegung der vertikalen Düsenanordnung somit -
je nach den konkreten Anordnungs- und Konstruktionsmöglichkeiten - das Ideal eines
durchgängigen vertikalen Schlitzes im Quellenbereich der horizontalen Wandströmung
so weit wie möglich angestrebt werden.
[0050] Nachfolgend wird eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung erläutert, bei der
der Isoliergasstrom in einzelnen Kesselwandsektoren unabhängig voneinander und in
Abhängigkeit von den dort aktuell vorliegenden Bedingungen geregelt werden kann.
[0051] Die erfindungsgemäße Düsenanordnung erfolgt nicht notwendigerweise entlang einer
geraden vertikalen Linie, da die Anordnung im Quellenbereich der horizontalen Wandströmung
je nach den konkreten Strömungsverhältnissen auch eine nichtlineare Anordnung ergeben
kann, bei der in vertikaler Richtung benachbarte Düsen gegeneinander horizontal versetzt
sind, um jeweils die vorhandene horizontale Wandströmung optimal auszunutzen.
[0052] Fig.7 und
Fig.8 zeigen eine Prinzipskizze zur Darstellung des Aufbaus und der Funktionsweise eines
erfindungsgemäßen Dampferzeugers mit Boxerfeuerung gemäß einer bevorzugten Ausführungsform,
und zwar gemäß
Fig.7 in Seitenansicht und gemäß
Fig.8 in Schnittansicht (entlang der Linie A-A aus
Fig.7).
[0053] Gemäß
Fig.7 wird ein Feuerraum 100 eines Dampferzeugers durch eine Kesselwand mit einer Vorderwand
101, einer Rückwand 102 und Seitenwänden 103 und 104 begrenzt. An der Vorderwand 101
und der Rückwand 102 ist jeweils eine Mehrzahl von Brennern auf gleicher Höhe, paarweise
einander gegenüberliegend sowie in mehreren (gemäß dem Ausführungsbeispiel drei) übereinanderliegenden
Brennerebenen zu einer Linear- oder Boxerfeuerung angeordnet, wobei die Brenner durch
die Pfeile 105 bzw. 106 symbolisiert sind. Die durch Linien 107 symbolisierten Brennerströme
treffen in der Feuerraummitte so aufeinander, dass sich eine resultierende Strömung
in Richtung der Seitenwände 103 und 104 ausbildet, wodurch ohne entsprechende Gegenmaßnahmen
an den gestrichelt dargestellten Bereichen 108 und 109 Sauerstoffmangelgebiete an
den Seitenwänden 103 und 104 entstehen.
[0054] Der erfindungsgemäße Dampferzeuger gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel weist
ferner mehrere (gemäß dem Ausführungsbeispiel sechs) Luftkästen 109-114 auf, wobei
jeder Luftkasten 109-114 jeweils einem Kesselwandbereich-Sektor zugeordnet ist. Mittels
jedes Luftkastens wird die Isolierluft wie oben erläutert im zuvor bestimmten Quellenbereich
der horizontalen Komponente der Feuerraumströmung zugeführt.
[0055] Die an einer Seitenwand 103 bzw. 104 angeordneten Luftkästen 109-114 gemäß der dargestellten
bevorzugten Ausführungsform sind jeweils über eine zugehörige Einzelleitung 115-120
an eine gemeinsame Hauptleitung 121 bzw. 122 angeschlossen, wobei jede Hauptleitung
121 bzw. 122 jeweils eine gesamte Kesselseitenwand 103 bzw. 104 mit Luft versorgt.
Die Hauptleitungen 121 und 122 sind gemeinsam an eine Verbrennungsgasversorgung 123
angeschlossen, durch welche somit sowohl die Luftkästen 109-114 als auch die Brenner
mit Luft versorgt werden. Der jeweilige Luftstrom ist mittels entlang der Leitungen
eingezeichneter gestrichelter Linien dargestellt.
[0056] Jede der Einzelleitungen 115-120 weist ein Absperrorgan 124 auf, mit dem bei Bedarf
die Luftversorgung des betreffenden Luftkastens zu- oder abgeschaltet werden kann.
Ferner weist jede Hauptleitung 121 bzw. 122 ein Regelorgan 125 zum Regeln der durch
die betreffende Hauptleitung hindurchströmenden Luftmenge auf, welche wiederum durch
eine dem Regelorgan 125 vor- oder nachgeschaltete Meßvorrichtung 126 quantitativ bestimmt
wird.
[0057] Jeder der Luftkästen 109-114 weist eine Mehrzahl von (gemäß dem Ausführungsbeispiel
jeweils acht) Gasentnahmestellen 127 auf, wobei jede Gasentnahmestelle 127 über jeweils
eine Messleitung 128 an einen Messstellenumschalter 129 angeschlossen ist. Von dem
Messstellenumschalter 129 gelangt das entnommene Gas zu einem Analysator 130, der
das Gas aus dem wandnahen Bereich des Feuerraums 100 über den oben beschriebenen Weg
ansaugt und die Zusammensetzung der betreffenden Kesselwandbereich-Atmosphäre analysiert.
Der Analysator 130 ist vorzugsweise für die Bestimmung der Volumenanteile an Sauerstoff
(O
2) und Kohlenmonoxid (CO) ausgelegt, kann jedoch außerdem je nach Bedarf auch zur Bestimmung
der Volumenanteile weiterer Rauchgasbestandteile wie HCl oder H
2S geeignet sein.
[0058] Die betreffenden innerhalb eines Durchlaufes (Messzyklus) gemessenen Volumenanteile
(insbesondere Sauerstoff- und Kohlenmonoxidanteile) der betreffenden Kesselwandbereich-Atmosphäre
werden in einer Auswerteeinheit 131 gespeichert und mit vorgegebenen Sollwerten verglichen,
woraufhin die Auswerteeinheit 131 ein entsprechendes Ausgangssignal ausgibt, gemäß
welchem das Absperrorgan 124 in der Einzelleitung 115-120, welche dem betreffenden
Luftkasten 108-114 zugeordnet ist, angesteuert wird. Hierbei wird vorzugsweise das
betreffende Absperrorgan zur Erhöhung des Isoliergaszustroms zu dem jeweiligen Luftkasten
109-114 angesteuert, wenn der ermittelte Sauerstoff-Volumenanteil abnimmt oder wenn
der ermittelte Volumenanteil an Kohlenmonoxid (oder HCl oder H
2S) zunimmt.
[0059] Gleichzeitig wird, wie aus
Fig.9 ersichtlich ist, das Ausgangssignal der Auswerteeinheit 131 an einen Sollwertsteller
132 geleitet, welcher den Sollwert für die Regelung (mittels Regelorgan 125 und Meßvorrichtung
126) der durch die betreffende Hauptleitung 121 bzw. 122 strömenden Luftmenge bereitstellt.
In dem Sollwertsteller 132 erfolgt auf Basis des Ausgangssignals der Auswerteeinheit
131 und des Stellungssignal des Absperrorgans 124 eine Neuberechnung des Luftsollwertes
für die gesamte Kesselseitenwand. Der Luftmengensollwert wird mit der in der Messvorrichtung
126 gemessenen Luftmenge verglichen, und der Durchfluss in der betreffende Hauptleitung
121 bzw. 122 wird mit Hilfe eines Reglers 133 über das Regelorgan 125 eingestellt,
und zwar derart, dass der Durchfluss zu der betreffenden Kesselwand erhöht wird, wenn
der für diese gesamte Kesselwand ermittelte Sauerstoff-Volumenanteil abnimmt oder
wenn der für diese gesamte Kesselwand ermittelte Volumenanteil an Kohlenmonoxid (oder
HCl oder H
2S) zunimmt.
[0060] Nach Abschluss eines Messdurchlaufes innerhalb eines Kesselwandbereich-Sektors werden
die gespeicherten Messwerte gelöscht und der Zyklus aus ortsabhängiger Messung der
Kesselwandbereich-Atmosphäre an aufeinanderfolgenden Meßstellen 127, entsprechender
Ansteuerung von Absperrorganen 124 in den zu den einzelnen Luftkästen 109-114 führenden
Einzelleitungen 115-120, Neuberechnung von Luftsollwerten für die gesamte Kesselwand
und entsprechende Ansteuerung des Regelorgans 125 in der betreffenden Hauptleitung
121 bzw. 122 beginnt erneut.
[0061] Im Betrieb des erfindungsgemäßen Dampferzeugers tritt die aus der Verbrennungsgasversorgung
über die Hauptleitungen und die Einzelleitungen in die Luftkästen einströmende Luft
etwa im Bereich der Kesselwandmitte an mehreren vertikal im Quellenbereich der horizontalen
Komponente der Feuerraumwandströmung angeordneten Stellen (nicht dargestellt) mit
sehr niedriger Geschwindigkeit in den Feuerraum ein und breitet sich unter Ausnutzung
der Feuerraumgrundströmung im wesentlichen teppichförmig im rohrwandnahen Gebiet unter
Ausbildung einer Isoliergasschicht aus. Diese Ausbreitung vollzieht sich mit einer
im Vergleich zu dem Rauchgassstrom so geringen Strömungsgeschwindigkeit, dass eine
Vermischung mit dem Rauchgas infolge der fehlenden Mischenergie in der Gasschicht
wenn überhaupt nur stark verzögert auftritt. Die so in unmittelbarer Nähe zum Kesselwandbereich
gebildete sauerstoffreiche Luftisolierschicht verhindert auf diese Weise eine Entstehung
von Sauerstoffmangelgebieten in den betreffenden gefährdeten. Bereichen 108 und 109.
[0062] Gemäß der oben beschriebenen bevorzugten Ausführungsform kann eine gezielte Regelung
der im Kesselwandbereich ausgebildeten Gasschutzschicht, und zwar sowohl für eine
gesamte den Feuerraum begrenzende Seitenwand 103 bzw. 104 (mittels Regelung der Luftströmung
durch die Hauptleitung 121 bzw. 122) als auch der Luftversorgung für einzelne Sektoren
(über die betreffenden Absperrorgane 124) erfolgen, wobei die betreffenden Sollwerte
für die Regelung in unabhängigen Meßzyklen auf Basis einer wiederholten ortsabhängigen
Messung der Kesselwandbereich-Atmosphäre neu festgesetzt werden. Auf diese Weise kann
einer zeitlichen und räumlichen Variation der Strömungsverhältnisse im Feuerraum und
einer hierdurch bedingten Variation der Sauerstoffmangelgebiete durch entsprechende
Regelung der erfindungsgemäß ausgebildeten Gasschutzschicht Rechnung getragen werden.
[0063] Wenngleich somit die beschriebene selektive Regelung vorteilhaft ist, ist sie zur
Verwirklichung der Erfindung nicht unbedingt notwendig. Insbesondere kann auch unter
Weglassung der o.g. Meß- und Regelvorrichtungen eine konstante Luftzufuhr, und zwar
entweder für eine gesamte Kesselwand oder auch mit in den Kesselwandbereich-Sektoren
unterschiedlichen Zufuhrraten erfolgen.
[0064] Die bei dem erfindungsgemäßen System verwendeten Luftkästen müssen nicht über Haupt-
bzw. Einzelleitungen gemeinsam an die Verbrennungsgasversorgung angeschlossen sein.
Alternativ (jedoch weniger bevorzugt) kann auch eine Versorgung der Luftkästen aus
einer separaten Luftzufuhr vorgesehen sein. Des weiteren ist die Anzahl der Luftkästen
beliebig, wobei insbesondere auch nur ein Luftkasten pro Feuerraumwand vorgesehen
sein kann.
[0065] Ferner ist die Erfindung nicht auf die Zufuhr von Luft für die Isoliergasschicht
beschränkt. Grundsätzlich kann auch ein anderes zum Korrosionsschutz geeignetes, inertes
oder oxidierendes Gasgemisch verwendet werden.
[0066] Wenngleich die Erfindung am Beispiel eines Dampferzeugers mit Boxerfeuerung erläutert
wurde, ist sie ebenso auch auf einen Dampferzeuger mit Tangentialfeuerung anwendbar.
Bezugszeichenliste
[0067]
- 1
- Feuerraum
- 2
- Vorderwand
- 3
- Rückwand
- 4
- Seitenwand
- 5
- "
- 6
- Pfeil (Brenner)
- 7
- "
- 8
- Linien (Brennerströme)
- 9
- Sauerstoffmangelgebiet
- 10
- "
- 11
- Feuerraum
- 12.
- Vorderwand
- 13
- Rückwand
- 14
- Seitenwand
- 15
- "
- 16
- Pfeil (Brenner)
- 17
- "
- 18
- "
- 19
- "
- 20
- Linien (Brennerströme)
- 21
- Sauerstoffmangelgebiet
- 22
- "
- 23
- "
- 24
- "
- 30
- Brenner
- 31
- Seitenluftdüsen
- 32
- Seitenwandbereich
- 40
- Brenner
- 41
- horizontale Düsenreihe
- 42
- Sauerstoffmangelgebiet
- 50
- Brenner
- 51
- Quellenbereich
- 52
- Quellenbereich
- 53
- Pfeile (Grundströmung)
- 60
- Brenner
- 61
- vertikale Düsenreihe
- 62
- Quellenbereich
- 63
- Quellenbereich
- 70
- Brenner
- 71
- Mittelwand
- 72
- Schlitze
- 80
- Brenner
- 81
- Wandluftdüsen
- 100
- Feuerraum
- 101
- Vorderwand
- 102
- Rückwand
- 103
- Seitenwand
- 104
- Seitenwand
- 105
- Pfeil (Brenner)
- 106
- "
- 107
- Linien (Brennerströme)
- 108
- Sauerstoffmangelgebiet
- 109
- Luftkasten
- 110
- "
- 111
- "
- 112
- "
- 113
- "
- 114
- "
- 115
- Einzelleitung
- 116
- "
- 117
- "
- 118
- "
- 119
- "
- 120
- "
- 121
- Hauptleitung
- 122
- Hauptleitung
- 123
- Verbrennungsgasversorgung
- 124
- Absperrorgan
- 125
- Regelorgan
- 126
- Meßvorrichtung
- 127
- Gasentnahmestellen
- 128
- Messleitung
- 129
- Messstellenumschalter
- 130
- Analysator
- 131
- Auswerteeinheit
- 132
- Sollwertsteller
- 133
- Regler
1. Verfahren zum Betreiben eines Dampferzeugers, bei welchem ein durch Kesselwände (101-104)
begrenzter Feuerraum (100) mittels Brennstoff-Verbrennung unter Ausbildung eines Rauchgasstromes
(107) mit einer Mehrzahl von Brennern (105, 106) gefeuert wird, wobei das Verfahren
folgende Schritte aufweist:
• Bestimmen der Strömungsgeschwindigkeitscharakteristik einer in Bezug auf den Feuerraumboden
horizontalen Feuerraumgrundströmung;
• Ermitteln eines Quellenbereichs der horizontalen Feuerraumwandströmung an wenigstens
einer Kesselwand (103, 104); und
• Einspeisen eines Isoliergases im Quellenbereich der horizontalen Feuerraumwandströmung,
so dass durch horizontale Ausbreitung des Isoliergases mittels der Feuerraumgrundströmung
eine die jeweilige Kesselwand (103, 104) vom Rauchgasstrom (107) isolierende Isoliergasschicht
erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Einspeisen des Isoliergases über eine an wenigstens
einer Feuerraumwand vorgesehene Gaszufuhrdüsenanordnung erfolgt, welche in einer Mehrzahl
von einander benachbarten, in Bezug auf den Feuerraumboden horizontalen Ebenen jeweils
genau eine Gaszufuhrzone aufweist, die im Quellenbereich der dieser Ebene zugeordneten
zugehörigen horizontalen Komponente der Feuerraumwandströmung angeordnet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die Gaszufuhrdüsen in einer entlang der vertikalen
Mittellinie der betreffenden Feuerraumwand verlaufenden, in Bezug auf den Feuerraumboden
vertikalen Linie angeordnet sind.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, wobei sich die Gaszufuhrdüsenanordnung im wesentlichen
über die Brennergürtelhöhe des Feuerraums erstreckt.
5. Verfahren nach Anspruch 2, wobei der Feuerraum durch eine Mittelwand geteilt ist,
und wobei die im Quellenbereich der Feuerraumwandströmung angeordneten Gaszufuhrdüsen
in der Zwischenwand vorgesehen sind.
6. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Einspeisen des Isoliergases über einen an wenigstens
einer Feuerraumwand vorgesehenen, sich im wesentlichen.über der Brennergürtelhöhe
durchgängig erstreckenden, in Bezug auf den Feuerraumboden vertikalen Gaszufuhrschlitz
erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei als Isoliergas Luft verwendet
wird, die aus der Verbrennungsgasversorgung des Feuerraums zugeführt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei der Volumenanteil der als Isoliergas verwendeten
Luft zu der zur Umsetzung des Brennstoffs benötigten Gesamtluftmenge maximal 10 %,
vorzugsweise maximal 5 % beträgt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei als Isoliergas ein oxidierendes
Gas verwendet wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei als Isoliergas ein inertes
Gas verwendet wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Isoliergasstrom in einzelnen
Kesselwandsektoren unabhängig erzeugt wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner mit den Schritten:
- Ermitteln von Volumenanteilen von Rauchgaskomponenten in der benachbart zu wenigstens
einer Kesselwand vorliegenden Gasatmosphäre; und
- Regeln des Isoliergasstromes in Abhängigkeit von den ermittelten Volumenanteilen
von Rauchgaskomponenten.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei die Ermittlung von Volumenanteilen der Rauchgaskomponenten
und/oder das Regeln des Isoliergasstromes in einzelnen Kesselwandsektoren unabhängig
voneinander durchgeführt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei die Ermittlung von Volumenanteilen der Rauchgaskomponenten
und/oder das Regeln des Isoliergasstromes in einer Mehrzahl von Meßzyklen wiederholt
durchgeführt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, wobei die Rauchgaskomponenten Sauerstoff
(O2) und Kohlenmonoxid (CO) umfassen.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 15, wobei die Rauchgaskomponenten ferner
HCl und/oder H2S umfassen.
17. Dampferzeuger, mit
• einem durch Kesselwände (101-104) begrenzten Feuerraum (100)
• einer Mehrzahl von Brennern (105, 106) zur Feuerung des Feuerraums (100) mittels
Brennstoff-Verbrennung unter Ausbildung eines Rauchgasstromes (107); und
• einer Gaszufuhreinrichtung zum Einspeisen eines Isoliergases; wobei die Gaszufuhreinrichtung
im Quellenbereich einer horizontalen Feuerraumwandströmung an wenigstens einer Kesselwand
(103, 104) derart angeordnet ist, dass durch horizontale Ausbreitung des eingespeisten
Isoliergases mittels der Feuerraumwandströmung eine die jeweilige Kesselwand (103,
104) vom Rauchgasstrom (107) isolierende Isoliergasschicht erzeugbar ist.
18. Dampferzeuger nach Anspruch 17, wobei die Gaszufuhreinrichtung eine an wenigstens
einer Feuerraumwand vorgesehene Gaszufuhrdüsenanordnung aufweist, welche in einer
Mehrzahl von einander benachbarten, in Bezug auf den Feuerraumboden horizontalen Ebenen
jeweils genau eine Gaszufuhrzone aufweist, die im Quellenbereich der dieser Ebene
zugeordneten zugehörigen horizontalen Komponente der Feuerraumwandströmung angeordnet
ist.
19. Dampferzeuger nach Anspruch 18, wobei die Gaszufuhrdüsen in einer entlang der vertikalen
Mittellinie der betreffenden Feuerraumwand verlaufenden, in Bezug auf den Feuerraumboden
vertikalen Linie angeordnet sind.
20. Dampferzeuger nach Anspruch 18 oder 19, wobei sich die Gaszufuhrdüsenanordnung wenigstens
über die Brennergürtelhöhe des Feuerraums erstreckt.
21. Dampferzeuger nach Anspruch 18, wobei der Feuerraum durch eine Mittelwand geteilt
ist, und wobei die im Quellenbereich der Feuerraumwandströmung angeordneten Gaszufuhrdüsen
in der Zwischenwand vorgesehen sind.
22. Dampferzeuger nach Anspruch 17, wobei die Gaszufuhreinrichtung einen an wenigstens
einer Feuerraumwand vorgesehenen, sich im wesentlichen über der Brennergürtelhöhe
durchgängig erstreckenden, in Bezug auf den Feuerraumboden vertikalen Gaszufuhrschlitz
aufweist.
23. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 17 bis 22, wobei die Gaszufuhreinrichtung in
jedem Kesselwandsektor eine Gaszufuhreinheit (109-114) zum Einleiten von Isoliergas
an die Kesselwandoberfläche in den Feuerraum (100) aufweist.
24. Dampferzeuger nach Anspruch 23, wobei die einer Kesselwand (103;104) zugeordneten
Gaszufuhreinheiten (109-111;112-114) jeweils an eine separat an die Verbrennungsgasversorgung
(123) gekoppelte Hauptleitung (121,122) angeschlossen sind.
25. Dampferzeuger nach Anspruch 24, wobei jede Hauptleitung (121,122) ein Regelorgan (125)
zur Gasdurchflussregelung aufweist.
26. Dampferzeuger nach Anspruch 24 oder 25, wobei jede Gaszufuhreinheit (109-114) über
ein Absperrorgan (124) mit der zugeordneten Hauptleitung (121,122) selektiv koppelbar
ist.
27. Dampferzeuger nach Anspruch 25 oder 26, wobei das Regelorgan (125) und/oder das Absperrorgan
(124) in Abhängigkeit von den ermittelten Volumenanteilen von Rauchgaskomponenten
in der benachbart zur Kesselwand vorliegenden Gasatmosphäre angesteuert werden.
28. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 17 bis 27, wobei die Brenner (105,106) zu einer
Linearfeuerung des Feuerraums (100) angeordnet sind.
29. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 17 bis 27, wobei die Brenner zu einer Tangentialfeuerung
des Feuerraums angeordnet sind.
1. Method for operating a vapour generator, wherein a combustion chamber (100) which
is defined by boiler walls (101-104) is fired by means of fuel combustion with a plurality
of burners (105, 106), with a stream of flue gas (107) being formed, the method involving
the following steps:
. determining the flow rate characteristic of a combustion chamber flow in the lower
portion which is horizontal with respect to the combustion chamber floor;
. establishing a source region of the horizontal combustion chamber flow at the wall
at least at one boiler wall (103, 104); and
. introducing an insulating gas in the source region of the horizontal combustion
chamber flow at the wall so that, by means of horizontal expansion of the insulating
gas using the combustion chamber flow in the lower portion, a layer of insulating
gas is produced which insulates the respective boiler wall (103, 104) from the stream
of flue gas (107).
2. Method according to claim 1, wherein the introduction of the insulating gas is carried
out by means of a gas supply nozzle arrangement which is provided on at least one
combustion chamber wall and which has in each case, in a plurality of mutually adjacent
planes which are horizontal with respect to the combustion chamber floor, precisely
one gas supply zone which is arranged in the source region of the associated horizontal
component of the combustion chamber wall flow associated with this plane.
3. Method according to claim 2, wherein the gas supply nozzles are arranged in a line
which extends along the vertical centre line of the relevant combustion chamber wall
and which is vertical with respect to the combustion chamber floor.
4. Method according to claim 2 or 3, wherein the gas supply nozzle arrangement extends
substantially along the burner waist height of the combustion chamber.
5. Method according to claim 2, wherein the combustion chamber is divided by means of
a central wall, and the gas supply nozzles which are arranged in the source region
of the combustion chamber wall flow being provided in the intermediate wall.
6. Method according to claim 1, wherein the introduction of the insulating gas is carried
out via a gas supply slot which is provided on at least one combustion chamber wall
and which extends in a substantially continuous manner along the burner waist height,
and which is vertical with respect to the combustion chamber floor.
7. Method according to any one of the preceding claims, wherein air which is supplied
from the combustion gas supply of the combustion chamber is used as an insulating
gas.
8. Method according to claim 7, wherein the volume proportion of the air used as an insulating
gas relative to the total quantity of air required to convert the fuel is a maximum
of 10%, preferably a maximum of 5%.
9. Method according to any one of the preceding claims, wherein an oxidising gas is used
as an insulating gas.
10. Method according to any one of the preceding claims, wherein an inert gas is used
as an insulating gas.
11. Method according to any one of the preceding claims, wherein the insulating gas stream
is produced independently in individual boiler wall sectors.
12. Method according to any one of the preceding claims, further involving the steps of:
- establishing volume proportions of flue gas components in the gas atmosphere adjacent
to at least one boiler wall; and
- adjusting the flow of insulating gas in accordance with the established volume proportions
of flue gas components.
13. Method according to claim 12, wherein the establishment of volume proportions of the
flue gas components and/or the adjustment of the flow of insulating gas is/are carried
out independently of each other in individual boiler wall sectors.
14. Method according to claim 13, wherein the establishment of volume proportions of the
flue gas components and/or the adjustment of the flow of insulating gas is/are carried
out repeatedly in a plurality of measuring cycles.
15. Method according to any one of claims 12 to 14, wherein the flue gas components comprise
oxygen (O2) and carbon monoxide (CO).
16. Method according to any one of claims 12 to 15, wherein the flue gas components further
comprise HCl and/or H2S.
17. Vapour generator, having
. a combustion chamber (100) which is defined by boiler walls (101-104)
. a plurality of burners (105, 106) for firing the combustion chamber (100) by means
of fuel combustion, with a stream of flue gas (107) being formed; and
. a gas supply device for introducing an insulating gas; the gas supply device being
arranged in the source region of a horizontal combustion chamber flow at the wall
on at least one boiler wall (103, 104) in such a manner that, by means of horizontal
expansion of the insulating gas introduced by means of the combustion chamber stream
at the wall, a layer of insulating gas can be produced which insulates the respective
boiler wall (103, 104) from the stream of flue gas (107).
18. Vapour generator according to claim 17, wherein the gas supply device has a gas supply
nozzle arrangement which is provided on at least one combustion chamber wall and which
has in each case, in a plurality of mutually adjacent planes which are horizontal
with respect to the combustion chamber floor, precisely one gas supply zone which
is arranged in the source region of the associated horizontal component of the combustion
chamber wall flow associated with this plane.
19. Vapour generator according to claim 18, wherein the gas supply nozzles are arranged
in a line which extends along the vertical centre line of the relevant combustion
chamber wall and which is vertical with respect to the combustion chamber floor.
20. Vapour generator according to claim 18 or 19, wherein the gas supply nozzle arrangement
extends at least along the burner waist height of the combustion chamber.
21. Vapour generator according to claim 18, wherein the combustion chamber is divided
by means of a central wall, and the gas supply nozzles which are arranged in the source
region of the combustion chamber stream at the wall are provided in the intermediate
wall.
22. Vapour generator according to claim 17, wherein the gas supply device has a gas supply
slot which is provided on at least one combustion chamber wall and which extends substantially
continuously along the burner waist height, and which is vertical with respect to
the combustion chamber floor.
23. Vapour generator according to any one of claims 17 to 22, wherein the gas supply device
has, in each boiler wall sector, a gas supply unit (109-114) for introducing insulating
gas onto the boiler wall surface in the combustion chamber (100).
24. Vapour generator according to claim 23, wherein the gas supply units (109-111; 112-114)
which are associated with a boiler wall (103; 104) are each connected to a main line
(121, 122) which is separately coupled to the combustion gas supply (123).
25. Vapour generator according to claim 24, wherein each main line (121, 122) has an adjustment
member (125) for adjusting the throughflow of gas.
26. Vapour generator according to claim 24 or 25, wherein each gas supply unit (109-114)
can be selectively coupled to the associated main line (121, 122) by means of a blocking
member (124).
27. Vapour generator according to claim 25 or 26, wherein the adjustment member (125)
and/or the blocking member (124) is/are controlled in accordance with the established
volume proportions of flue gas components in the gas atmosphere adjacent to the boiler
wall.
28. Vapour generator according to any one of claims 17 to 27, wherein the burners (105,
106) are arranged so as to provide linear firing of the combustion chamber (100).
29. Vapour generator according to any one of claims 17 to 27, wherein the burners are
arranged so as to provide tangential firing of the combustion chamber.
1. Procédé de fonctionnement d'un générateur de vapeur, dans lequel un foyer (100), délimité
par des parois de chaudière (101 à 104), est chauffé par combustion de combustible
en formant un courant de gaz de fumée (107) avec une pluralité de brûleurs (105, 106),
le procédé présentant les étapes suivantes :
• la détermination de la caractéristique de vitesse d'écoulement d'un courant de base
du foyer qui est horizontal par rapport au fond du foyer ;
• l'établissement d'une zone source du courant de paroi du foyer horizontal sur au
moins une paroi de chaudière (103, 104) ; et
• l'injection d'un gaz isolant dans la zone source du courant de paroi du foyer horizontal
de manière à générer, par dispersion horizontale du gaz isolant au moyen du courant
de base du foyer, une couche de gaz isolant qui isole la paroi de chaudière respective
(103, 104) du courant de gaz de fumée (107).
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel l'injection du gaz isolant se fait par
le biais d'un aménagement de tuyères d'alimentation en gaz qui est prévu sur au moins
une paroi du foyer et qui présente, dans une pluralité de plans mutuellement adjacents
et horizontaux par rapport au fond du foyer, respectivement juste une zone d'alimentation
en gaz, qui est aménagée dans la zone source du composant horizontal correspondant,
affecté à ce plan, du courant de paroi de foyer.
3. Procédé selon la revendication 2, dans lequel les tuyères d'alimentation en gaz sont
aménagées sur une ligne verticale par rapport au fond du foyer et s'étendant le long
de la bissectrice verticale de la paroi de foyer concernée.
4. Procédé selon la revendication 2 ou 3, dans lequel l'aménagement de tuyères d'alimentation
en gaz s'étend sensiblement sur la hauteur de la ceinture de brûleurs du foyer.
5. Procédé selon la revendication 2, dans lequel le foyer est divisé par une paroi centrale
et dans lequel les tuyères d'alimentation en gaz, aménagées dans la zone source du
courant de paroi du foyer, sont prévues dans la paroi intermédiaire.
6. Procédé selon la revendication 1, dans lequel l'injection du gaz isolant s'effectue
par le biais d'une fente d'alimentation en gaz verticale par rapport au fond du foyer,
prévue sur au moins une paroi du foyer et s'étendant sensiblement en continu sur la
hauteur de la ceinture de brûleurs.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel on utilise
comme gaz isolant de l'air qui est acheminé de l'alimentation en gaz de combustion
du foyer.
8. Procédé selon la revendication 7, dans lequel la fraction volumique de l'air utilisé
comme gaz isolant, est, par rapport à la quantité d'air total nécessaire pour la conversion
du combustible, au maximum de 10 %, de préférence au maximum de 5 %.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel on utilise
un gaz oxydant comme gaz isolant.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel on utilise
un gaz inerte comme gaz isolant.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le courant
de gaz isolant est généré indépendamment dans des secteurs individuels de la paroi
du foyer.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant en outre
les étapes suivantes :
- la détermination de fractions volumiques de composants de gaz de fumée dans l'atmosphère
gazeuse, qui est adjacente à au moins une paroi du foyer ; et
- le réglage du courant de gaz isolant en fonction des fractions volumiques déterminées
des composants de gaz de fumée.
13. Procédé selon la revendication 12, dans lequel on réalise la détermination de fractions
volumiques des composants de gaz et/ou le réglage du courant de gaz isolant dans des
secteurs individuels de la paroi de foyer de manière mutuellement indépendante.
14. Procédé selon la revendication 13, dans lequel on réalise de manière récurrente la
détermination de fractions volumiques des composants de gaz de fumée et/ou le réglage
du courant de gaz isolant dans une pluralité de cycles de mesure.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 12 à 14, dans lequel les composants
de gaz de fumée comprennent l'oxygène (O2) et le monoxyde de carbone (CO).
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications 12 à 15, dans lequel les composants
de gaz de fumée comprennent en outre HCl et/ou H2S.
17. Générateur de vapeur, comprenant
• un foyer (100) délimité par des parois de chaudière (101 à 104),
• une pluralité de brûleurs (105, 106) pour le chauffage du foyer (100) par combustion
de combustible, tout en formant un courant de gaz de fumée (107) ; et
• un dispositif d'alimentation en gaz pour l'injection d'un gaz isolant; dans lequel
le dispositif d'alimentation en gaz est aménagé dans la zone source d'un courant de
paroi de foyer horizontal sur au moins une paroi de foyer (103, 104) de manière à
pouvoir générer, par dispersion horizontale du gaz isolant injecté au moyen du courant
de paroi du foyer, une couche de gaz isolant qui isole la paroi de chaudière respective
(103, 104) du courant de gaz de fumée (107).
18. Générateur de vapeur selon la revendication 17, dans lequel le dispositif d'alimentation
en gaz présente un aménagement de tuyères d'alimentation en gaz qui est prévu sur
au moins une paroi du foyer et qui présente, dans une pluralité de plans mutuellement
adjacents et horizontaux par rapport au fond du foyer, respectivement juste une zone
d'alimentation en gaz, qui est aménagée dans la zone source du composant horizontal
correspondant, affecté à ce plan, du courant de paroi du foyer.
19. Générateur de vapeur selon la revendication 18, dans lequel les tuyères d'alimentation
en gaz sont aménagées sur une ligne verticale par rapport au fond du foyer et s'étendant
le long de la bissectrice verticale de la paroi du foyer concernée.
20. Générateur de vapeur selon la revendication 18 ou 19, dans lequel l'aménagement de
tuyères d'alimentation en gaz s'étend au moins sur la hauteur de la ceinture de brûleurs
du foyer.
21. Générateur de vapeur selon la revendication 18, dans lequel le foyer est divisé par
une paroi centrale et dans lequel les tuyères d'alimentation en gaz, aménagées dans
la zone source de l'écoulement de paroi de foyer, sont prévues dans la paroi intermédiaire.
22. Générateur de vapeur selon la revendication 17, dans lequel le dispositif d'alimentation
en gaz présente une fente d'alimentation en gaz verticale par rapport au fond de foyer,
prévue sur au moins une paroi de foyer et s'étendant sensiblement en continu sur la
hauteur de la ceinture de brûleurs.
23. Générateur de vapeur selon l'une quelconque des revendications 17 à 22, dans lequel
le dispositif d'alimentation en gaz présente, dans chaque secteur de paroi de chaudière,
une unité d'alimentation en gaz (109 à 114) destinée à l'introduction de gaz isolant
sur la surface de paroi de chaudière dans le foyer (100).
24. Générateur de vapeur selon la revendication 23, dans lequel les unités d'alimentation
en gaz (109 à 111 ; 112 à 114) affectées à une paroi de chaudière (103; 104) sont
respectivement raccordées à une conduite principale (121, 122), qui est couplée séparément
à l'alimentation en gaz de combustion (123).
25. Générateur de vapeur selon la revendication 24, dans lequel chaque conduite principale
(121,122) présente un organe de réglage (125) destiné au réglage du débit de gaz.
26. Générateur de vapeur selon la revendication 24 ou 25, dans lequel chaque unité d'alimentation
en gaz (109 à 114) peut être couplée sélectivement à la conduite principale affectée
(121, 122) par le biais d'un organe d'obturation (124).
27. Générateur de vapeur selon la revendication 25 ou 26, dans lequel l'organe de réglage
(125) et/ou l'organe d'obturation (124) est/sont commandés en fonction des fractions
volumiques déterminées des composants de gaz de fumée dans l'atmosphère gazeuse qui
est adjacente à la paroi de chaudière.
28. Générateur de vapeur selon l'une quelconque des revendications 17 à 27, dans lequel
les brûleurs (105, 106) sont aménagés pour un chauffage linéaire du foyer (100).
29. Générateur de vapeur selon l'une quelconque des revendications 17 à 27, dans lequel
les brûleurs sont aménagés pour un chauffage tangentiel du foyer.
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