(19)
(11) EP 1 743 536 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.01.2007  Patentblatt  2007/03

(21) Anmeldenummer: 05015169.5

(22) Anmeldetag:  13.07.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A41D 27/24(2006.01)
A43B 7/12(2006.01)
A43B 9/02(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(71) Anmelder: Sympatex Technologies GmbH
42103 Wuppertal (DE)

(72) Erfinder:
  • Pavelescu, Liviu-Mihai
    41460 Neuss (DE)
  • Keidel, Karsten Friedrich
    42289 Wuppertal (DE)
  • Raith, Paul Edmund
    42781 Haan (DE)

(74) Vertreter: Muth, Arno et al
CPW GmbH Kasinostrasse 19-21
42103 Wuppertal
42103 Wuppertal (DE)

   


(54) Verfahren zur Herstellung wasserdichte Nähte


(57) Verfahren zur Herstellung von wasserdichten Nähten von Kleidungsteilen, bei dem zwischen die zu verbindenden Kleidungsteile ein Band im Bereich der vorgesehenen Naht gelegt wird und danach die Kleidungsteile miteinander vernäht werden, dadurch gekennzeichnet, dass ein Band ausgewählt wird, welches beidseitig mit einer bei Raumtemperatur klebrigen Schicht versehen ist, wodurch die zu verbindenden Kleidungsteile vor dem Vernähen über das Band fixiert werden. Bevorzugt wird ein Band ausgewählt, welches aus einem bei Hitze schmelzbarem Material besteht, und das Band nach dem Vernähen erschmolzen, um die durch die Naht entstandenen Öffnungen abzudichten.
Das Verfahren findet auch Anwendung auf Schuhe, bei denen das untere Außenschaftende, das untere Innenschaftende und die Brandsohle miteinander vernäht werden.


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von wasserdichten Nähten an Kleidungsteilen, bei welchem zwischen die zu verbindenden Kleidungsteile ein Band im Bereich der vorgesehenen Naht gelegt wird und danach die Kleidungsteile miteinander vernäht werden.

[0002] Ein derartiges Verfahren ist beispielsweise aus EP 0 791 674 bekannt. Es wird dort ausgeführt, dass es eine übliche Arbeitsweise insbesondere bei wasserdichter und wasserdampfdurchlässiger Bekleidung ist, nach dem Vernähen der Kleidungsteile die entstandene Naht durch ein bei Hitze schmelzendes Klebeband abzudecken. In der Regel wird dies durch Aufbügeln des Klebebandes erreicht, wobei durch die Hitze des Bügeleisens der Kleber schmilzt und sich mit den beiden über die Naht verbundenen Kleidungsteilen verbindet und dabei die durch das Nähen entstandenen Öffnungen abdichtet.

[0003] Gemäß EP 0 791 674 wird nun vorgeschlagen, zwischen die zu verbindenden Kleidungsteile in dem für die Naht vorgesehenen Bereich ein Band zu legen, welches nach dem Vernähen der Kleidungsteile und des Bandes durch Erhitzen zum Schmelzen gebracht wird, wodurch die durch die Naht entstandenen Öffnungen abgedichtet werden.

[0004] Beide beschriebenen Verfahren führen zu dichten Nähten. Sie sind jedoch mit vielen Arbeitsschritten verbunden. Um die Teile, die mit einer Naht zu verbinden sind, zu fixieren, werden in der Regel zur Fixierung Klammern oder sogenannte Heftnähte angebracht, die nach dem Erzeugen der eigentlichen Naht wieder entfernt werden müssen.

[0005] Insofern ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung die Herstellung von wasserdichten Nähten weiter zu vereinfachen.

[0006] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird bei einem Verfahren gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass ein Band ausgewählt wird, welches beidseitig mit einer bei Raumtemperatur klebrigen Schicht versehen ist, wodurch die zu verbindenden Kleidungsteile vor dem Vernähen über das Band fixiert werden.

[0007] Im Sinne der vorliegenden Erfindung umfasst der Begriff Kleidung nicht nur Kleidungsstücke wie Jacken, Hosen, Kleider, Anzüge und ähnliches sondern auch Kopfbedeckungen, Handschuhe und Schuhe, also alle Stücke, die den menschlichen Körper bedecken. Kleidungsteile sind hierbei die zugeschnittenen Teile, die miteinander verbunden, die fertige Kleidung bitden.

[0008] In einfachen Fällen, insbesondere wenn das verwendete Band aus elastischem Material besteht, ist eine nachfolgende Hitzebehandlung zum Schmelzen des Bandes gar nicht erforderlich, weil sich das Band sehr eng um das Nahtmaterial legt und somit bereits eine dichte Naht erreicht wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn als Nahtmaterial ein Monofilamentfaden eingesetzt wird.

[0009] Dadurch dass ein Band ausgewählt wird, welches beidseitig mit einer bei Raumtemperatur klebrigen Schicht versehen ist, können die miteinander zu verbindenden Kleidungsteile in sehr einfacher Weise aufeinander fixiert werden, wobei es aber nicht mehr erforderlich ist, nach Erzeugung der Naht die Fixierung zu entfernen.

[0010] Bevorzugt wird ein Band ausgewählt, welches aus einem bei Hitze schmelzendem Material besteht. Nach dem Vernähen wird das Band zumindest im Bereich der Naht zum Schmelzen gebracht, wodurch die durch die Naht entstandenen Öffnungen abgedichtet werden. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die Nähte nach ihrer Herstellung bei einer zum Schmelzen des Bandes geeigneten Temperatur gebügelt werden.

[0011] Insbesondere, wenn bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Hitze über Hochfrequenz erzeugt wird, ist es möglich, sehr gezielt die Stellen des Bandes zum Schmelzen zu bringen, die zur Abdichtung der durch die Naht entstandenen Öffnungen notwendig sind.

[0012] Insbesondere bei Schuhen ist das erfindungsgemäße Verfahren zum Abdichten von Nähten besonders wirtschaftlich. Bei Schuhen, welche einen Außenschaft mit einem unteren Ende, einen Futterschaft mit einem unteren Ende, eine Brandsohle mit einer umlaufenden Kante und eine Sohle aufweisen, wobei das untere Ende des Außenschaftes, das untere Ende des Innenschaftes und die Außenkante der Brandsohle miteinander vernäht werden, zeichnet sich das erfindungsgemäße Verfahren dadurch aus, dass mit dem Band das untere Ende des Außenschaftes mit dem unteren Ende des Innenschaftes verbunden wird, bevor Außenschaft, Innenschaft und Brandsohle miteinander vernäht werden.

[0013] Auch bei dieser Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens hat es sich bestens bewährt, wenn ein Band ausgewählt wird, welches aus einem bei Hitze schmelzendem Material besteht. Nach Vernähen des Außenschaftes, des Futterschaftes und der Brandsohle, wird auf die Naht Hitze aufgebracht, wonach das Band schmilzt und die von der Naht erzeugten Öffnungen abdichtet.

[0014] Dies gelingt in besonders einfacher Weise bei Schuhen mit angespritzter Sohle, weil in der Regel die Hitze der Schmelze, die nach dem Anspritzen das Sohlenmaterial bildet, ausreicht, um das zwischen Außenschaft und Futterschaft angeordnete und mit eingenähte Band zum Schmelzen zu bringen, wodurch die durch die Naht entstandenen Öffnungen abgedichtet werden.

[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren gelingt vorzüglich bei Schuhen, die zwischen Außenschaft und Futter eine wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Funktionsschicht aufweisen, die in der Regel mit dem Futter ein Laminat bildet. In diesem Falle wird bei dem erfindungemäßen Verfahren das Band zwischen die Außenschicht und die Funktionsschicht eingebracht, wodurch der die Funktionsschicht enthaltende Futterschaft mit dem Außenschaft bereits vor dem Vernähen fixiert ist.


Ansprüche

1. Verfahren zur Herstellung von wasserdichten Nähten von Kleidungsteilen, bei dem zwischen die zu verbindenden Kleidungsteile ein Band im Bereich der vorgesehenen Naht gelegt wird und danach die Kleidungsteile mit einander vernäht werden, dadurch gekennzeichnet, dass ein Band ausgewählt wird, welches beidseitig mit einer bei Raumtemperatur klebrigen Schicht versehen ist, wodurch die zu verbindenden Kleidungsteile vor dem Vernähen über das Band fixiert werden.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Band ausgewählt wird, welches aus einem bei Hitze schmelzendem Material besteht, und dass nach dem Vernähen das Band zumindest im Bereich der Naht zum Schmelzen gebracht wird, wodurch die durch die Naht entstandenen Öffnungen abgedichtet werden.
 
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hitze über Hochfrequenz erzeugt wird.
 
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3 zum Abdichten der Nähte bei Schuhen, welche einen Außenschaft mit einem unteren Ende, einen Futterschaft mit einem unteren Ende, eine Brandsohle mit einer umlaufenden Kante und eine Sohle aufweisen, wobei das untere Ende des Außenschaftes, das untere Ende des Innenschaftes und die Außenkante der Brandsohle miteinander vernäht werden, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Band das untere Ende des Außenschaftes mit dem unteren Ende des Innenschaftes verbunden wird, bevor Außenschaft, Innenschaft und Brandsohle miteinander vernäht werden.
 





Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente