(57) Verfahren zur Herstellung von wasserdichten Nähten von Kleidungsteilen, bei dem zwischen
die zu verbindenden Kleidungsteile ein Band im Bereich der vorgesehenen Naht gelegt
wird und danach die Kleidungsteile miteinander vernäht werden, dadurch gekennzeichnet,
dass ein Band ausgewählt wird, welches beidseitig mit einer bei Raumtemperatur klebrigen
Schicht versehen ist, wodurch die zu verbindenden Kleidungsteile vor dem Vernähen
über das Band fixiert werden. Bevorzugt wird ein Band ausgewählt, welches aus einem
bei Hitze schmelzbarem Material besteht, und das Band nach dem Vernähen erschmolzen,
um die durch die Naht entstandenen Öffnungen abzudichten.
Das Verfahren findet auch Anwendung auf Schuhe, bei denen das untere Außenschaftende,
das untere Innenschaftende und die Brandsohle miteinander vernäht werden.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von wasserdichten Nähten an
Kleidungsteilen, bei welchem zwischen die zu verbindenden Kleidungsteile ein Band
im Bereich der vorgesehenen Naht gelegt wird und danach die Kleidungsteile miteinander
vernäht werden.
[0002] Ein derartiges Verfahren ist beispielsweise aus
EP 0 791 674 bekannt. Es wird dort ausgeführt, dass es eine übliche Arbeitsweise insbesondere
bei wasserdichter und wasserdampfdurchlässiger Bekleidung ist, nach dem Vernähen der
Kleidungsteile die entstandene Naht durch ein bei Hitze schmelzendes Klebeband abzudecken.
In der Regel wird dies durch Aufbügeln des Klebebandes erreicht, wobei durch die Hitze
des Bügeleisens der Kleber schmilzt und sich mit den beiden über die Naht verbundenen
Kleidungsteilen verbindet und dabei die durch das Nähen entstandenen Öffnungen abdichtet.
[0003] Gemäß
EP 0 791 674 wird nun vorgeschlagen, zwischen die zu verbindenden Kleidungsteile in dem für die
Naht vorgesehenen Bereich ein Band zu legen, welches nach dem Vernähen der Kleidungsteile
und des Bandes durch Erhitzen zum Schmelzen gebracht wird, wodurch die durch die Naht
entstandenen Öffnungen abgedichtet werden.
[0004] Beide beschriebenen Verfahren führen zu dichten Nähten. Sie sind jedoch mit vielen
Arbeitsschritten verbunden. Um die Teile, die mit einer Naht zu verbinden sind, zu
fixieren, werden in der Regel zur Fixierung Klammern oder sogenannte Heftnähte angebracht,
die nach dem Erzeugen der eigentlichen Naht wieder entfernt werden müssen.
[0005] Insofern ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung die Herstellung von wasserdichten
Nähten weiter zu vereinfachen.
[0006] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird bei einem Verfahren gemäß Oberbegriff des Anspruchs
1 dadurch gelöst, dass ein Band ausgewählt wird, welches beidseitig mit einer bei
Raumtemperatur klebrigen Schicht versehen ist, wodurch die zu verbindenden Kleidungsteile
vor dem Vernähen über das Band fixiert werden.
[0007] Im Sinne der vorliegenden Erfindung umfasst der Begriff Kleidung nicht nur Kleidungsstücke
wie Jacken, Hosen, Kleider, Anzüge und ähnliches sondern auch Kopfbedeckungen, Handschuhe
und Schuhe, also alle Stücke, die den menschlichen Körper bedecken. Kleidungsteile
sind hierbei die zugeschnittenen Teile, die miteinander verbunden, die fertige Kleidung
bitden.
[0008] In einfachen Fällen, insbesondere wenn das verwendete Band aus elastischem Material
besteht, ist eine nachfolgende Hitzebehandlung zum Schmelzen des Bandes gar nicht
erforderlich, weil sich das Band sehr eng um das Nahtmaterial legt und somit bereits
eine dichte Naht erreicht wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn als Nahtmaterial
ein Monofilamentfaden eingesetzt wird.
[0009] Dadurch dass ein Band ausgewählt wird, welches beidseitig mit einer bei Raumtemperatur
klebrigen Schicht versehen ist, können die miteinander zu verbindenden Kleidungsteile
in sehr einfacher Weise aufeinander fixiert werden, wobei es aber nicht mehr erforderlich
ist, nach Erzeugung der Naht die Fixierung zu entfernen.
[0010] Bevorzugt wird ein Band ausgewählt, welches aus einem bei Hitze schmelzendem Material
besteht. Nach dem Vernähen wird das Band zumindest im Bereich der Naht zum Schmelzen
gebracht, wodurch die durch die Naht entstandenen Öffnungen abgedichtet werden. Dies
kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die Nähte nach ihrer Herstellung
bei einer zum Schmelzen des Bandes geeigneten Temperatur gebügelt werden.
[0011] Insbesondere, wenn bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Hitze über Hochfrequenz
erzeugt wird, ist es möglich, sehr gezielt die Stellen des Bandes zum Schmelzen zu
bringen, die zur Abdichtung der durch die Naht entstandenen Öffnungen notwendig sind.
[0012] Insbesondere bei Schuhen ist das erfindungsgemäße Verfahren zum Abdichten von Nähten
besonders wirtschaftlich. Bei Schuhen, welche einen Außenschaft mit einem unteren
Ende, einen Futterschaft mit einem unteren Ende, eine Brandsohle mit einer umlaufenden
Kante und eine Sohle aufweisen, wobei das untere Ende des Außenschaftes, das untere
Ende des Innenschaftes und die Außenkante der Brandsohle miteinander vernäht werden,
zeichnet sich das erfindungsgemäße Verfahren dadurch aus, dass mit dem Band das untere
Ende des Außenschaftes mit dem unteren Ende des Innenschaftes verbunden wird, bevor
Außenschaft, Innenschaft und Brandsohle miteinander vernäht werden.
[0013] Auch bei dieser Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens hat es sich bestens
bewährt, wenn ein Band ausgewählt wird, welches aus einem bei Hitze schmelzendem Material
besteht. Nach Vernähen des Außenschaftes, des Futterschaftes und der Brandsohle, wird
auf die Naht Hitze aufgebracht, wonach das Band schmilzt und die von der Naht erzeugten
Öffnungen abdichtet.
[0014] Dies gelingt in besonders einfacher Weise bei Schuhen mit angespritzter Sohle, weil
in der Regel die Hitze der Schmelze, die nach dem Anspritzen das Sohlenmaterial bildet,
ausreicht, um das zwischen Außenschaft und Futterschaft angeordnete und mit eingenähte
Band zum Schmelzen zu bringen, wodurch die durch die Naht entstandenen Öffnungen abgedichtet
werden.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren gelingt vorzüglich bei Schuhen, die zwischen Außenschaft
und Futter eine wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Funktionsschicht aufweisen,
die in der Regel mit dem Futter ein Laminat bildet. In diesem Falle wird bei dem erfindungemäßen
Verfahren das Band zwischen die Außenschicht und die Funktionsschicht eingebracht,
wodurch der die Funktionsschicht enthaltende Futterschaft mit dem Außenschaft bereits
vor dem Vernähen fixiert ist.
1. Verfahren zur Herstellung von wasserdichten Nähten von Kleidungsteilen, bei dem zwischen
die zu verbindenden Kleidungsteile ein Band im Bereich der vorgesehenen Naht gelegt
wird und danach die Kleidungsteile mit einander vernäht werden, dadurch gekennzeichnet, dass ein Band ausgewählt wird, welches beidseitig mit einer bei Raumtemperatur klebrigen
Schicht versehen ist, wodurch die zu verbindenden Kleidungsteile vor dem Vernähen
über das Band fixiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Band ausgewählt wird, welches aus einem bei Hitze schmelzendem Material besteht,
und dass nach dem Vernähen das Band zumindest im Bereich der Naht zum Schmelzen gebracht
wird, wodurch die durch die Naht entstandenen Öffnungen abgedichtet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hitze über Hochfrequenz erzeugt wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3 zum Abdichten der Nähte bei
Schuhen, welche einen Außenschaft mit einem unteren Ende, einen Futterschaft mit einem
unteren Ende, eine Brandsohle mit einer umlaufenden Kante und eine Sohle aufweisen,
wobei das untere Ende des Außenschaftes, das untere Ende des Innenschaftes und die
Außenkante der Brandsohle miteinander vernäht werden, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Band das untere Ende des Außenschaftes mit dem unteren Ende des Innenschaftes
verbunden wird, bevor Außenschaft, Innenschaft und Brandsohle miteinander vernäht
werden.