[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckmaschine, insbesondere eine Bogendruckmaschine,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine,
insbesondere einer Bogendruckmaschine, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 6.
[0002] Druckmaschinen verfügen über eine Vielzahl von Einrichtungen, die im Druckbetrieb,
Einrichtbetrieb oder Wartungsbetrieb der Druckmaschine angetrieben werden müssen.
Bei klassischen Konstellationen werden alle anzutreibenden Einrichtungen einer Druckmaschine
von einem sogenannten Hauptantrieb der Druckmaschine angetrieben. Alle anzutreibenden
Einrichtungen sind dann üblicherweise mechanisch über Getriebe oder Zahnriemen mit
dem Hauptantrieb verbunden.
[0003] Bei modernen Konzepten für Druckmaschinen sind zumindest einige der anzutreibenden
Einrichtungen einer Druckmaschine eigenmotorisch angetrieben. So ist es aus dem Stand
der Technik bereits bekannt, Formzylinder bzw. Plattenzylinder von Druckwerken der
Druckmaschine eigenmotorisch dadurch anzutreiben, dass jedem der Formzylinder ein
separater Antrieb zugeordnet ist, so dass die Formzylinder unabhängig vom Hauptantrieb
angetrieben werden können.
[0004] Eine Druckmaschine, deren Druckwerke eigenmotorisch angetriebene Formzylinder aufweisen,
ist aus der
EP 0 834 398 B1 bekannt, wobei nach diesem Stand der Technik vom Hauptantrieb angetriebene Gummizylinder
der Druckwerke und der jeweilige eigenmotorisch angetriebene Formzylinder jedes Druckwerks
über jeweils eine schaltbare Kupplung koppelbar bzw. entkoppelbar sind.
[0005] Um einen sicheren Betrieb einer Druckmaschine zu gewährleisten, müssen steuerungsseitig
für alle Gefährdungen, die durch Antriebe der Druckmaschine verursacht werden, Schutzmaßnahmen
implementiert werden. Dies gilt sowohl für den Hauptantrieb als auch für jeden unabhängig
vom Hauptantrieb antreibbaren Antrieb einer eigenmotorisch angetriebenen Einrichtung.
So ist üblicherweise nur dann ein sicherer Betrieb eines Antriebs zu gewährleisten,
wenn für denselben grundlegende Schutzmaßnahmen bzw. Sicherheitsvorgaben implementiert
sind, insbesondere Maßnahmen für ein sicheres Stillsetzen des Antriebs, Maßnahmen
gegen ein unerwartetes Anlaufen des Antriebs, Maßnahmen zur Einhaltung maximaler Geschwindigkeiten
des Antriebs, Maßnahmen zur Einhaltung maximaler Wege des Antriebs sowie Maßnahmen
zur Einhaltung einer korrekten Drehrichtung desselben. Die Implementierung all dieser
Schutzmaßnahmen für den Hauptantrieb sowie jeden vom Hauptantrieb unabhängig antreibbaren
Antrieb der eigenmotorisch angetriebenen Einrichtungen der Druckmaschine erfordert
steuerungsseitig einen hohen Aufwand. Dies ist insgesamt von Nachteil.
[0006] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde eine neuartige
Druckmaschine und ein Verfahren zum Betreiben derselben zu schaffen.
[0007] Dieses Problem wird durch eine Druckmaschine gemäß Anspruch 1 gelöst. Die erfindungsgemäße
Druckmaschine weist eine erste Steuerungseinrichtung auf, die unmittelbar bei Vorliegen
eines sicherheitsrelevanten Ereignisses einen Synchronbetrieb zwischen den von dem
oder jedem Hauptantrieb angetrieben Zylindern bzw. Walzen eines Druckwerks und dem
jeweiligen eigenmotorisch antreibbaren Formzylinder vorgibt, nämlich dadurch, dass
die erste Steuerungseinrichtung die oder jede schaltbare Kupplung zwischen dem Gummizylinder
und dem Formzylinder des jeweiligen Druckwerks schließt und den Antrieb des Formzylinders
momentenlos schaltet.
[0008] Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, dass eine erste Steuerungseinrichtung
unmittelbar bei Vorliegen eines sicherheitsrelevanten Ereignisses einen Synchronbetrieb
zwischen den vom Hauptantrieb angetriebenen Einrichtungen der Druckmaschine und dem
eigenmotorisch angetriebenen Formzylinder erzwingt. Der Synchronbetrieb wird dadurch
erzwungen, dass die erste Steuerungseinrichtung eine Kupplung, die im Druckbetrieb
der Druckmaschine geöffnet ist und den Formzylinder vom Hauptantrieb entkoppelt, schließt
und den Antrieb des Formzylinders momentenlos schaltet. Hierdurch wird erzielt, dass
alle Schutzmaßnahmen bzw. Sicherheitsvorgaben des Hauptantriebs auf den Antrieb der
jeweiligen eigenmotorisch angetriebenen Formzylinders steuerungsseitig vererbt werden.
Hierdurch lassen sich mit relativ geringem Aufwand steuerungsseitig für alle Gefährdungen
aller Antriebe der Druckmaschine Schutzmaßnahmen implementieren.
[0009] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist die erfindungsgemäße Druckmaschine
eine zweite Steuerungseinrichtung auf, die unabhängig von der ersten Steuerungseinrichtung
nach Ablauf einer definierten Zeitspanne nach Vorliegen des sicherheitsrelevanten
Ereignisses einen Synchronbetrieb zwischen den von dem oder jedem Hauptantrieb angetrieben
Zylindern bzw. Walzen eines Druckwerks und dem jeweiligen eigenmotorisch antreibbaren
Formzylinder dadurch vorgibt, dass die zweite Steuerungseinrichtung die oder jede
schaltbare Kupplung zwischen dem Gummizylinder und dem Formzylinder des jeweiligen
Druckwerks schließt und den Antrieb des Formzylinders momentenlos schaltet.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine ist in Anspruch
6 definiert.
[0011] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf
beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1:
- ein stark schematisiertes Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Druckmaschine;
- Fig. 2:
- ein stark schematisiertes Blockschaltbild einer weiteren erfindungsgemäßen Druckmaschine.
[0012] Nachfolgend wird die hier vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf Fig. 1 und 2
in größerem Detail beschrieben.
[0013] Fig. 1 zeigt ein stark schematisiertes Blockschaltbild der steuerungsseitigen Komponenten
einer erfindungsgemäßen Bogendruckmaschine, wobei die erfindungsgemäße Bogendruckmaschine
einen Hauptantrieb 10 umfasst, der in der Darstellung der Fig. 1 einen Gummizylinder
11 eines Druckwerks der Bogendruckmaschine antreibt. Ein Plattenzylinder bzw. Formzylinder
12 dieses Druckwerks ist von einem separaten Antrieb 13 antreibbar. Beim Formzylinder
12 handelt es sich demnach um eine eigenmotorisch angetriebene Einrichtung der Bogendruckmaschine.
[0014] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Bogendruckmaschine mehrere Hauptantriebe
umfassen kann. Des Weiteren umfasst die Bogendruckmaschine üblicherweise mehrere Druckwerke,
wobei jedes Druckwerk über einen eigenmotorisch angetriebenen Formzylinder verfügt.
Aus Gründen einer einfacheren Darstellung ist in Fig. 1 lediglich der Gummizylinder
11 sowie der Formzylinder 12 eines Druckwerks dargestellt, wobei der Gummizylinder
11 vom Hauptantrieb 10 und der Formzylinder 12 eigenmotorisch vom Antrieb 13 angetrieben
werden. Neben dem Gummizylinder 11 treibt der Hauptantrieb 10 üblicherweise auch in
nicht-dargestellte Druckzylinder sowie nicht-dargestellte Transferzylinder der Bogendruckmaschine
sowie in Fig. 1 nicht dargestellte Farbwerke der Druckwerke der Bogendruckmaschine
ein.
[0015] Wie Fig. 1 entnommen werden kann, ist zwischen dem Gummizylinder 11 und dem Plattenzylinder
12 des in Fig. 1 dargestellten Druckwerks eine Kupplung 14 angeordnet, wobei im Normaldruckbetrieb,
in welchem der Formzylinder 12 eigenmotorisch vom Antrieb 13 angetrieben wird, die
Kupplung 14 geöffnet ist, um so den Formzylinder 12 vom Hauptantrieb 10 bzw. vom Gummizylinder
11 zu entkoppeln.
[0016] Zur Implementierung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen für den eigenmotorisch angetriebenen
Formzylinder 12 des in Fig. 1 gezeigten Druckwerks wird im Sinne der hier vorliegenden
Erfindung vorgeschlagen, die Sicherheitsmaßnahmen des Hauptantriebs 10 steuerungsseitig
auf den eigenmotorisch angetriebenen Formzylinder 12 des jeweiligen Druckwerks dadurch
zu vererben, dass bei Vorliegen eines sicherheitsrelevanten Ereignisses ein Synchronbetrieb
zwischen dem vom Hauptantrieb 10 angetriebenen Gummizylinder 11 und dem vom Antrieb
13 eigenmotorisch antreibbaren Formzylinder 12 vorgegeben wird. Hierzu dient im Sinne
der hier vorliegenden Erfindung eine erste Steuerungseinrichtung 15, der als Eingangssignal
16 ein Signal zugeführt wird, welches Daten darüber enthält, ob ein sicherheitsrelevantes
Ereignis vorliegt oder nicht. Die erste Steuerungseinrichtung 15 gibt unmittelbar
bei Vorliegen eines sicherheitsrelevanten Ereignisses einen Synchronbetrieb zwischen
dem vom Hauptantrieb 10 angetriebenen Gummizylinder 11 und dem vom Antrieb 13 angetriebenen
Formzylinder 12 dadurch vor, dass die erste Steuerungseinrichtung 15 über ein erstes
Ausgangssignal 17 die Kupplung 14 zwischen Gummizylinder 11 und Formzylinder 12 schließt
und über ein zweites Ausgangssignal 18 den Antrieb 13 des Formzylinders 12 momentenlos
schaltet, in dem dieser z. B. stromlos bzw. energielos geschaltet wird. Durch das
Schließen der Kupplung 14 unmittelbar bei Vorliegen eines sicherheitsrelevanten Ereignisses
erzwingt demnach die erste Steuerungseinrichtung 15 unmittelbar bei Vorliegen eines
sicherheitsrelevanten Ereignisses den Synchronbetrieb zwischen dem Formzylinder 12
und dem vom Hauptantrieb 10 angetriebenen Gummizylinder 11. Hierdurch wird erzielt,
dass der Formzylinder 12 dem Hauptantrieb 10 folgt.
[0017] Wie Fig. 1 zeigt, wird das Signal 16, welches Daten über das Vorliegen oder nicht
Vorliegen eines sicherheitsrelevanten Ereignisses enthält, nicht nur der ersten Steuerungseinrichtung
15 als Eingangssignal zugeführt, sondern vielmehr weiterhin einer zweiten Steuerungseinrichtung
19. Es liegt dabei im Sinne der hier vorliegenden Erfindung, dass die zweite Steuerungseinrichtung
19 unabhängig von der ersten Steuerungseinrichtung 15 nach Ablauf einer definierten
Zeitspanne nach Vorliegen des sicherheitsrelevanten Ereignisses und demnach zeitversetzt
zu der bzw. zeitlich nach der ersten Steuerungseinrichtung 15 einen Synchronbetrieb
zwischen dem Formzylinder 12 und dem vom Hauptantrieb 10 angetriebenen Gummizylinder
11 vorgibt, nämlich wiederum dadurch, dass diesmal die zweite Steuerungseinrichtung
19 über entsprechende Ausgangssignale 20 die Kupplung 14 schließt sowie den Antrieb
13 des Formzylinders 12 momentenlos schaltet.
[0018] Es wird demnach über zwei unabhängig voneinander arbeitende Steuerungseinrichtungen
15 und 19 bei Vorliegen eines sicherheitsrelevanten Ereignisses ein Synchronbetrieb
zwischen dem Formzylinder 12 und dem vom Hauptantrieb 10 angetriebenen Gummizylinder
11 erzwungen. Die erste Steuerungseinrichtung 15 gibt dabei unmittelbar bei Vorliegen
eines sicherheitsrelevanten Ereignisses den Synchronbetrieb vor. Die zweite Steuerungseinrichtung
19 erzwingt den Synchronbetrieb erst nach Ablauf einer definierten Zeitspanne, die
vorzugsweise in der Größenordnung von einigen Sekunden liegt.
[0019] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der hier vorliegenden Erfindung liest die
zweite Steuerungsrichtung 19 während bzw. innerhalb der definierten Zeitspanne nach
Vorliegen des sicherheitsrelevanten Ereignisses zumindest das erste Ausgangssignal
17 der ersten Steuerungseinrichtung 15, welches der Ansteuerung der Kupplung 14 dient,
wobei die zweite Steuerungseinrichtung 19 auf Basis dieses gelesenen Signals den ordnungsgemäßen
Betrieb der ersten Steuerungseinrichtung überwacht. Stellt die zweite Steuerungseinrichtung
19 hierbei fest, dass die erste Steuerungseinrichtung 15 nicht ordnungsgemäß arbeitet,
so kann eine Fehlermeldung bzw. ein Warnhinweis generiert werden. Von der zweiten
Steuerungsrichtung kann zusätzlich auch das zweite Ausgangssignal 18 der ersten Steuerungseinrichtung
15 gelesen werden, um den ordnungsgemäßen Betrieb der ersten Steuerungseinrichtung
15 zu überwachen. Durch Vergleich des erzwungenen Synchronlaufs bei geschlossener
Kupplung 14 kann in der ersten Steuerungseinrichtung 15 der ordnungsgemäße Betrieb
der Kupplung 14 überwacht werden, wobei dann, wenn hierbei ein Fehler der Kupplung
14 festgestellt wird, wiederum ein Warnhinweis bzw. eine Fehlermeldung generiert werden
kann.
[0020] Fig. 2 zeigt eine bevorzugte Weiterbildung der steuerungsseitigen Komponenten gemäß
Fig. 1, wobei zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen für gleiche Baugruppen gleiche
Bezugsziffern verwendet werden. Nachfolgend wird nur auf die Details eingegangen,
durch die sich die Anordnung der Fig. 2 von der Anordnung der Fig. 1 unterscheidet.
[0021] So sind in der Anordnung der Fig. 2 zwischen dem vom Hauptantrieb 10 angetriebenen
Gummizylinder 11 und dem eigenmotorisch vom Antrieb 13 angetriebenen Formzylinder
12 zwei Kupplungen 21 und 22 angeordnet, wobei im Normaldruckbetrieb der Bogendruckmaschine
die Kupplung 21 geöffnet ist, um so den eigenmotorisch angetriebenen Formzylinder
12 vom Hauptantrieb 10 bzw. vom Gummizylinder 11 zu entkoppeln, und wobei die Kupplung
22 im Normaldruckbetrieb der Bogendruckmaschine geschlossen ist, um ein Farbwerk 23
an den Hauptantrieb 10 zu koppeln, sodass Zylinder bzw. Walzen des Farbwerks 23 über
den Hauptantrieb 10 angetrieben werden. Die Kupplung 21 der Anordnung der Fig. 2 entspricht
demnach der Kupplung 14 der Anordnung der Fig. 1, wobei die erste Steuerungseinrichtung
15 sowie die zweite Steuerungseinrichtung 19 wiederum bei Anliegen eines sicherheitsrelevanten
Ereignisses die Kupplung 21 schließen und den Antrieb 13 des Formzylinders 12 momentenlos
schalten, nämlich unabhängig sowie zeitlich versetzt zueinander. Bezüglich dieser
Details kann auf die Ausführungen zur Anordnung der Fig. 1 verwiesen werden. Die Sicherheitsmaßnahmen
des Hauptantriebs 10 können so auf den Antrieb 13 des eigenmotorisch angetriebenen
Formzylinders 12 steuerungsseitig vererbt werden.
[0022] Wie bereits erwähnt, ist im Normaldruckbetrieb der Bogendruckmaschine bei der Anordnung
der Fig. 2 die Kupplung 21 geöffnet und die Kupplung 22 geschlossen, sodass das Farbwerk
23 an den Hauptantrieb 10 gekoppelt und der Formzylinder 12 vom Hauptantrieb 10 entkoppelt
ist. Dann, wenn ein sicherheitsrelevantes Ereignis vorliegt, wird ein Synchronbetrieb
zwischen dem Formzylinder12 und dem vom Hauptantrieb 10 angetriebenen Gummizylinder
11 erzwungen, nämlich unter anderem dadurch, dass über Ausgangssignale 17, 20 der
Steuerungseinrichtung 15, 19 die Kupplung 21 zeitversetzt derart angesteuert wird,
dass dieselbe geschlossen wird.
[0023] Wird bei der Anordnung der Fig. 2 die Bogendruckmaschine z. B. zum Waschen des Farbwerks
23 bzw. zum Einlaufen von Druckfarbe in das Farbwerk 23 mit geschlossener Kupplung
21 und geöffneter Kupplung 22 betrieben, um so das Farbwerk 23 an den Antrieb 13 zu
koppeln und vom Hauptantrieb 10 zu entkoppeln, und ereignet sich während dieses Betriebszustands
ein sicherheitsrelevantes Ereignis, so liegt es im Sinne der Erfindung, dass die Steuerungseinrichtung
15 über ein drittes Ausgangssignal 24 die Kupplung 22 schließt, um so die eigenmotorisch
angetriebenen Einrichtungen der Bogendruckmaschine an den Hauptantrieb 10 zu koppeln.
Die zweite Steuerungseinrichtung 19 erzeugt auch hier zeitlich versetzt bzw. zeitlich
nach der ersten Steuerungseinrichtung 15 ein entsprechendes Ausgangssignal 20, um
den Synchronbetrieb zu erzwingen. Durch Lesen der Ausgangssignale 17 und/oder 18 und/oder
24 der ersten Steuerungseinrichtung 15 durch die zweite Steuerungseinrichtung 19 kann
auch im Ausführungsbeispiel der Fig. 2 ein ordnungsgemäßer Betrieb der ersten Steuerungseinrichtung
15 überwacht werden.
[0024] Als sicherheitsrelevantes Ereignis wird vorzugsweise überwacht, ob eine Schutzeinrichtung
an der Bogendruckmaschine offen und damit ein Gefahrbereich an derselben zugänglich
ist. Als sicherheitsrelevantes Ereignis kann jedoch auch jedes andere Signal ausgewertet
werden. So kann z. B. auch bei Ausfall einer Hilfsenergiequelle ein Synchronbetrieb,
wie oben beschrieben, erzwungen werden.
[0025] Fig. 1 und 2 zeigen die Erfindung aus Gründen einer einfacheren Darstellung für ein
Druckwerk einer Bogendruckmaschine. Bei mehreren Druckwerken verfügt jedes Druckwerk
über einen eigenmotorisch antreibbaren Formzylinder 12, dem jeweils ein Antrieb 13
zugeordnet ist. Es liegt dabei im Sinne der hier vorliegenden Erfindung, dass für
jeden eigenmotorisch angetriebenen Formzylinder 12 bzw. für jedes Druckwerk separat
bzw. individuell das Vorliegen mindestens eines sicherheitsrelevanten Ereignisses
überwacht wird. Bei Vorliegen eines sicherheitsrelevanten Ereignisses für mindestens
einen eigenmotorisch angetriebenen Formzylinder 12 geben dann, wie oben beschrieben,
die Steuerungseinrichtungen 15 und 19 einen Synchronbetrieb zwischen dem Hauptantrieb
10 und dem jeweiligen eigenmotorisch angetriebenen Formzylinder 12 bzw. dem Antrieb
13 derselben vor.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 10
- Hauptantrieb
- 11
- Gummizylinder
- 12
- Formzylinder
- 13
- Antrieb
- 14
- Kupplung
- 15
- erste Steuerungseinrichtung
- 16
- Eingangssignal
- 17
- erstes Ausgangssignal
- 18
- zweites Ausgangssignal
- 19
- zweite Steuerungseinrichtung
- 20
- Ausgangssignal
- 21
- Kupplung
- 22
- Kupplung
- 23
- Farbwerk
- 24
- drittes Ausgangssignal
1. Druckmaschine, insbesondere Bogendruckmaschine, mit mehreren Druckwerken, wobei jedes
Druckwerk einen Druckzylinder, einen Gummizylinder und Zylinder bzw. Walzen eines
Farbwerks aufweist, die von mindestens einem Hauptantrieb antreibbar sind, wobei jedes
Druckwerk weiterhin einen unabhängig von dem oder jedem Hauptantrieb eigenmotorisch
antreibbaren Formzylinder aufweist, dem ein separater Antrieb zugeordnet ist, und
wobei der Gummizylinder und der Formzylinder jedes Druckwerks über jeweils mindestens
eine schaltbare Kupplung koppelbar und entkoppelbar sind, gekennzeichnet durch eine erste Steuerungseinrichtung (15), die unmittelbar bei Vorliegen eines sicherheitsrelevanten
Ereignisses einen Synchronbetrieb zwischen den von dem oder jedem Hauptantrieb (10)
angetrieben Zylindern bzw. Walzen eines Druckwerks und dem jeweiligen eigenmotorisch
antreibbaren Formzylinder (12) dadurch vorgibt, dass die erste Steuerungseinrichtung (15) die oder jede schaltbare Kupplung
(14; 21) zwischen dem Gummizylinder (11) und dem Formzylinder (12) des jeweiligen
Druckwerks schließt und den Antrieb (13) des Formzylinders (12) momentenlos schaltet.
2. Druckmaschine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine zweite Steuerungseinrichtung (19), die unabhängig von der ersten Steuerungseinrichtung
(15) nach Ablauf einer definierten Zeitspanne nach Vorliegen des sicherheitsrelevanten
Ereignisses einen Synchronbetrieb zwischen den von dem oder jedem Hauptantrieb (10)
angetrieben Zylindern bzw. Walzen eines Druckwerks und dem jeweiligen eigenmotorisch
antreibbaren Formzylinder (12) dadurch vorgibt, dass die zweite Steuerungseinrichtung (19) die oder jede schaltbare Kupplung
(14; 21) zwischen dem Gummizylinder (11) und dem Formzylinder (12) des jeweiligen
Druckwerks schließt und den Antrieb (13) des Formzylinders (12) momentenlos schaltet.
3. Druckmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Steuerungseinrichtung (19) während bzw. innerhalb der definierten Zeitspanne
nach Vorliegen des sicherheitsrelevanten Ereignisses mindestens ein Steuerungssignal
(17) der ersten Steuerungseinrichtung (15) liest und auf Basis des oder jedes gelesenen
Steuerungssignals (17) den ordnungsgemäßen Betrieb der ersten Steuerungseinrichtung
(15) überwacht.
4. Druckmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Steuerungseinrichtung (15) und vorzugsweise die zweite Steuerungseinrichtung
(19) als sicherheitsrelevantes Ereignis überwacht, ob eine Schutzeinrichtung offen
und damit ein Gefahrbereich an der Druckmaschine zugänglich ist.
5. Druckmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Druckbetrieb der Druckmaschine der Formzylinder (12) jedes Druckwerks bei
einer geöffneter Kupplung (14; 21) vom Gummizylinder (11) entkoppelt und damit unabhängig
von Hauptantrieb (10) angetrieben ist, wobei die erste Steuerungseinrichtung (15)
und zeitlich versetzt die zweite Steuerungseinrichtung (19) dann, wenn ein sicherheitsrelevantes
Ereignis vorliegt, die geöffnete Kupplung (14; 21) zwischen dem Gummizylinder (11)
und dem Formzylinder (12) des jeweiligen Druckwerks schließt und den Antrieb (13)
des Formzylinders (12) momentenlos schaltet.
6. Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine, insbesondere einer Bogendruckmaschine,
mit mehreren Druckwerken, wobei jedes Druckwerk einen Druckzylinder, einen Gummizylinder
und Zylinder bzw. Walzen eines Farbwerks aufweist, die von mindestens einem Hauptantrieb
antreibbar sind, wobei jedes Druckwerk weiterhin einen unabhängig von dem oder jedem
Hauptantrieb eigenmotorisch antreibbaren Formzylinder aufweist, und wobei der Gummizylinder
und der Formzylinder jedes Druckwerks über jeweils mindestens eine schaltbare Kupplung
koppelbar und entkoppelbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass überwacht wird, ob ein sicherheitsrelevantes Ereignis vorliegt, wobei unmittelbar
bei Vorliegen eines sicherheitsrelevanten Ereignisses eine erste Steuerungseinrichtung
einen Synchronbetrieb zwischen den von dem oder jedem Hauptantrieb angetrieben Zylindern
bzw. Walzen eines Druckwerks und dem jeweiligen eigenmotorisch antreibbaren Formzylinder
dadurch vorgibt, dass die oder jede schaltbare Kupplung zwischen dem Gummizylinder
und dem Formzylinder des jeweiligen Druckwerks geschlossen und der Antrieb des Formzylinders
momentenlos geschaltet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass nach Ablauf einer definierten Zeitspanne nach Vorliegen des sicherheitsrelevanten
Ereignisses eine zweite Steuerungseinrichtung unabhängig von der ersten Steuerungseinrichtung
einen Synchronbetrieb zwischen den von dem oder jedem Hauptantrieb angetrieben Zylindern
bzw. Walzen eines Druckwerks und dem jeweiligen eigenmotorisch antreibbaren Formzylinder
dadurch vorgibt, dass die oder jede schaltbare Kupplung zwischen dem Gummizylinder
und dem Formzylinder des jeweiligen Druckwerks geschlossen und der Antrieb des Formzylinders
momentenlos geschaltet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass während bzw. innerhalb der definierten Zeitspanne nach Vorliegen des sicherheitsrelevanten
Ereignisses mindestens ein Steuerungssignal der ersten Steuerungseinrichtung von der
zweiten Steuerungseinrichtung gelesen wird, um den ordnungsgemäßen Betrieb der ersten
Steuerungseinrichtung zu überwachen.