[0001] Die Erfindung betrifft eine Kleberauftragsstation nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Kleberauftragsstationen werden in verschiedenen industriellen Bereichen, so z.B.
in der Automobilindustrie oder der Holz und Papier verarbeitenden Industriezweigen
verwendet.
[0003] Aus [1],
WO 02/058951, ist ein Verfahren zur Installation einer Scheibe in einer Öffnung eines Fahrzeugs,
insbesondere eines Eisenbahnwagens, bekannt. Gemäss diesem Verfahren wird das zu installierende
Fenster vorpositioniert, so dass zwischen dem Rand der Scheibe und dem Rand der abzuschliessenden
Fahrzeugöffnung ein Spalt gleichen Durchmessers verbleibt der anschliessend anhand
einer Kleberauftragsstation verschlossen wird.
[0005] Aus [3],
EP 1 156 931 B1, ist eine Kleberauftragsstation bekannt, die dem Binden von gestapelten Druckerzeugnissen
mittels eines fliessfähigen oder verflüssigbaren Klebstoffes dient. Diese Kleberauftragsstation
enthält einen Auftragskopf mit einer für den Transfer der Druckerzeugnisse dienenden
Gleitfläche, die beidseits je eine Anschlag für die Führung der Druckerzeugnisse und
eine sich über die ganze Breite der Gleitfläche erstreckende Schlitzdüse aufweist,
aus der der in einem als Druckkammer ausgebildeten Klebstoffspeicher enthaltene Klebstoff
mittels Druckzufuhr austreten kann. Die Schlitzdüse weist einen Austrittsschlitz und
eine in einer Bohrung des Auftragskopfs geführte, mit einem Diagonalschlitz versehene
Dosierwelle auf, mittels der der Austrittsschlitz geöffnet oder verschlossen wird.
Während des Betriebs der Kleberauftragsstation wird jeweils die Rückenseite von gestapelten
Druckerzeugnissen über die mit der Schlitzdüse versehene Gleitfläche gezogen, so dass
der aus dem Austrittsschlitz austretende Klebstoff wohldosiert in die Rückenzone des
Stapels eindringen und die Druckerzeugnisse einseitig miteinander verbinden kann.
[0006] Aus [4],
EP 1 243 345 A2, ist ein Leimbecken für eine Kantenleimmaschine bekannt. Das Leimbecken umfasst einen
Leimkopf, dessen Innenraum über einen durch Längsseitenwände begrenzten Austrittsschlitz
nach aussen mündet, und eine außerhalb des Leimkopfs vor dem Austrittsschlitz angeordnete
Auftragswalze, wobei zwischen der Auftragswalze und den Längsseitenwänden des Austrittsschlitzes
ein drehbarer Dosierstab angeordnet ist.
[0007] Bei all diesen industriellen Anwendungen wird ein Klebstoff mit den entsprechend
erforderlichen physikalischen Eigenschaften gewählt. Klebstoffe und deren Eigenschaften
sind beispielsweise in [5],
Dubbel, Taschenbuch für den Maschinenbau, 17. Auflage, Springer Verlag, Berlin 1990,
Seiten G23 und G24 oder in [5],
Frank Kreith, CRC Handbook of Mechanical Engineering, CRC Press, Boca Raton 1998,
Kapitel 12.3, Seiten 12-34 bis 12-43 beschrieben.
[0008] Nebst den physikalischen Eigenschaften sind bei den oben beschriebenen Anwendungen
jedoch auch die ästhetischen Eigenschaften der Klebstoffe von Bedeutung. Um einen
Farbkontrast zu angrenzenden Objekten zu unterdrücken oder gezielt herbeizuführen,
wurden die Klebstoffe bisher in den gewünschten Farben zur Verfügung gestellt. Bei
der Verwendung mehrer Klebstofffarben ergibt sich jedoch ein höherer Aufwand zur Beschaffung
und Lagerung der verschiedenfarbigen Klebstoffe. Ebenso resultiert ein hoher Aufwand
zur Umstellung der Kleberauftragstation zwischen verschiedenfarbigen Klebstoffen.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Kleberauftragstation
zu schaffen, mittels der die beschriebenen Probleme vermieden werden.
[0010] Diese Aufgabe wird mit einer Kleberauftragstation gelöst, welche die in Anspruch
1 angegebenen Merkmale aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in
weiteren Ansprüchen angegeben.
[0011] Die Kleberauftragstation, die insbesondere zum Binden von gestapelten Produkten,
für den Einsatz in Kantenleimmaschinen, oder für die Montage von Elementen im Fahrzeugbau
vorgesehen ist, umfasst ein der Abgabe eines Klebstoffs dienendes Kopfelement, das
eine Klebstoffkammer mit einer Austrittsöffnung aufweist, durch die der Klebstoff
aus der Klebstoffkammer austreten kann. Erfindungsgemäss ist die Klebstoffkammer mit
wenigstens einem der Zufuhr eines Farbstoffs dienenden Eintrittskanal versehen, durch
den der Farbstoff in die Klebstoffkammer einführbar ist und vermischt mit dem Klebstoff
aus der Austrittsöffnung austreten kann.
[0012] Die erfindungsgemässe Kleberauftragstation erlaubt die Verarbeitung von Klebstoffen
gemäss konventionellen Verfahren und, sofern Farbstoffe eingesetzt werden, mit minimalem
zusätzlichen Aufwand. Die Lagerung und Verwendung von Klebstoffen unterschiedlicher
Farbe entfällt. Ferner reduziert sich der Wartungsaufwand, da die Farbstoffe punktuell
nahe der Austrittsöffnung in das Kopfelement eingeführt werden. Der Wechsel von einer
ersten zu einer zweiten Farbe kann daher rasch und mit geringem Aufwand durchgeführt
werden. Anhand der Zufuhr von zwei oder mehreren Stoffen mit verschiedener Farbe können
durch subtraktive Farbmischung weitere Farben erzeugt werden. In der subtraktiven
Farbmischung werden die CMY-Farben Cyan (C), Magenta (M) und Yellow (Y) gemischt.
Vorzugsweise wird daher das CMYK-Modell verwendet, das zusätzlich schwarz (K) umfasst.
[0013] Im Automobilbau kann ein Roboter daher rasch von einer ersten auf eine zweite Farbe
umgestellt werden, so dass sequentiell, von Fahrzeug zu Fahrzeug die Farbe gewechselt
werden kann. Dazu wird beispielsweise genügend Klebstoff der alten Farbe ausgestossen,
so dass die Farbqualität der neuen Farbmischung gewährleistet ist. Bei Robotersystem
mit optischer Kontrolle (siehe [2]) kann die Neueinstellung der Farbmischung optisch
kontrolliert werden.
[0014] Zur Zu- und Abschaltung oder zur Dosierung der Zufuhr der Farbstoffe erfolgt vorzugsweise
automatisch mittels Steuerelementen, wie Ventilen, und einer Steuereinheit, so dass
der Anwender völlig entlastet ist und lediglich für die Kontrolle genügender Farbstoffreserven
besorgt sein muss.
[0015] Zur Verbindung des Farbstoffs mit dem Klebstoff sind nun zwei verschiedene Verfahren
vorteilhaft anwendbar. Einerseits kann der Farbstoff anhand eines dynamischen oder
eines statischen Mischers homogen mit dem Klebstoff vermischt werden. Andererseits
ist es möglich, den Farbstoff, vorzugsweise nahe der Austrittsöffnung laminar auf
den Klebstoff aufzutragen, wodurch eine optimale Wirkung erzielt und der Wartungsaufwand
auf ein Minimum reduziert wird, da nur eine kleine Zone der Klebstoffkammer für den
Farbauftrag benutzt wird. Ferner ist bei diesem Verfahren auch die Umschaltung der
Farben innerhalb von Sekunden möglich.
[0016] Sofern ein dynamische Mischer oder ein statische Mischer verwendet wird, wird dieser
vorzugsweise mittels eines Verschlusselements gehalten, das zusammen mit der Mischvorrichtung
entfernt werden kann. Insbesondere bei der Verwendung einer Mischvorrichtung werden
die Farbstoffe, gegebenenfalls mittels Injektionsnadeln, vorzugsweise in die Eintrittsöffnungen
der Mischvorrichtung oder in eine Mischzone eingeführt, wodurch eine optimale Wirkung
der Mischvorrichtung erreicht wird.
[0017] Das mit der Klebstoffkammer versehene Kopfelement dient vorzugsweise als Auftragskopf
mittelbar oder unmittelbar der Abgabe des Klebstoffs an ein zu bearbeitendes Objekt.
Möglich ist jedoch auch, dass der Auftragskopf dem Kopfelement nachgeschaltet ist.
[0018] Die erfindungsgemässe Kleberauftragstation kann konventionell und in den bisher üblichen
Abmessungen aufgebaut werden. Das Kopfelement kann mit Schlitzöffnungen versehen sein,
die mittels Dosierwellen abschliessbar sind. Möglich ist auch der Auftrag auf eine
Auftragswalze, mittels der der Klebstoff an die zu bearbeitenden Objekte abgegeben
wird. Ist die Erfindung mit Doppelwalzensystemen einsetzbar, bei denen der Klebstoff
in den Walzenspalt eingeführt wird, durch den auch zu bearbeitende Produkte oder Produktteile,
beispielsweise zu verbindende Schichten eines Laminats, gegebenenfalls Textilschichten,
geführt werden.
[0019] Auch die Zufuhr des Klebstoffs und dessen Förderung innerhalb der Klebstoffkammer
kann in konventioneller Weise beispielsweise mittels lokalen oder externen Druckaggregaten
erfolgen. Vorzugsweise werden volumetrische Systeme verwendet, bei denen dosierte
Volumina von Farb- und Klebstoffe zugeführt werden. D.h. einem Volumen X eines Klebstoffs
wird ein Volumen Y eines Farbstoffs zugesetzt. Dabei sind praktisch alle bisher verwendeten
Klebstoffe, wie Kaltklebstoffe, Zwei- oder Mehrkomponentenkleber, Warmkleber z.B.
im Temperaturbereich 40°C-100°C oder Heisskleber im Temperaturbereich 100°C-250°C
einsetzbar. Besonders vorteilhaft sind Hot-Melt Anlagen einsetzbar, mittels derer
thermoplastische Klebstoffe verflüssigt werden. Die Farbstoffe werden passend zu den
Klebstoffen gewählt, beispielsweise auf gleicher Basis hergestellt.
[0020] Von der Kleberauftragstation kann ein Mischprodukt oder Laminat flächig z.B. aus
einer Schlitzdüse abgegeben werden. Möglich ist natürlich auch die Abgabe des Mischprodukts
oder Laminats in Form einer Rundraupe, die z.B. von einer Spritzdüse abgegeben wird.
Bei der Abgabe eines Farbstoff-Klebstoff-Laminats wird der Farbstoff vorzugsweise
linienförmig oder punktuell über Längsschlitze oder Ringschlitze bzw. entsprechend
punktierte Linien an den Klebstoffstrom abgegeben.
[0021] Bedarfsweise ist das Kopfelement auch mit einem oder mehreren Heizelementen versehen.
[0022] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt
in Schnittdarstellung:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäss Kleberauftragstation 100, der drei verschiedene Farbstoffe aus
Behälter 3A, 3B und 3C zuführbar sind;
- Fig. 2
- die Kleberauftragstation 100 von Figur 1 mit einem dynamischen Mischer 6, mittels
dessen die Farbstoffe und der Klebstoff vermischt wird;
- Fig. 3
- eine Kleberauftragstation 100, bei der die Farbstoffe laminar auf den Klebstoffstrom
aufgetragen werden;
- Fig. 5
- die Kleberauftragstation 100 von Figur 2 mit einer Auftragswalze 14; und
- Fig. 6
- eine Kleberauftragstation 100, die mit einem statischen Mischer versehen ist.
[0023] Figur 1 zeigt eine Kleberauftragsstation 100, die dem Binden von gestapelten Druckerzeugnissen
mittels eines fliessfähigen oder verflüssigbaren Klebstoffes 2 dient. Die Kleberauftragsstation
100 enthält einen Kopfelement 1 mit einer für den Transfer der Druckerzeugnisse 4
dienenden Gleitfläche 17 eine sich über die ganze Breite der Gleitfläche 17 erstreckende
Schlitzdüse aufweist, aus der der in einer Klebstoffkammer, die als Druckkammer und
Klebstoffspeicher ausgestaltet ist, enthaltene Klebstoff mittels Druckzufuhr austreten
kann. Die Schlitzdüse weist einen Austrittsschlitz 16 und eine in einer Bohrung des
Kopfelements 1 geführte, mit einem Diagonalschlitz versehene Dosierwelle 12 auf, mittels
der der Austrittsschlitz 16 geöffnet oder verschlossen wird. Der Druck in der Klebstoffkammer
wird mittels eines Kolbens 150 erzeugt, der in einer der Klebstoffkammer 11 vorgelagerten
Vorkammer 110 bewegt wird (siehe [3]). Während des Betriebs der Kleberauftragsstation
wird jeweils die Rückenseite von gestapelten Druckerzeugnissen über die Gleitfläche
17 gezogen, so dass der aus dem Austrittsschlitz 16 austretende Klebstoff wohldosiert
in die Rückenzone des Stapels eindringen und die Druckerzeugnisse 4 einseitig miteinander
verbinden kann.
[0024] Die Bearbeitung von gestapelten Druckerzeugnissen mit einer Vorrichtung dieser Art
ist in [3] beschrieben.
[0025] Um den Rücken des gefertigten Druckerzeugnisses 4, farblich an dessen Front- und
Rückseite anzupassen, werden Farbstoffe 20A, 20B, 20C erfindungsgemäss aus Behältern
3A, 3B, 3C über Leitungen 130A, ..., 130C zum Kopfelement 1 übertragen und weiter
durch darin vorgesehene Eintrittskanäle 13A, 13B, 13C in die Klebstoffkammer 11 eingeführt,
wodurch der Klebstoff 2 eingefärbt wird. Um eine bessere Verteilung der zugeführten
Farbstoffe 20A, 20B, 20C zu erzielen, kann für jeden Farbstoff 20A, 20B, 20C ein Kanalsystem
vorgesehen werden (siehe 13B). Wie dies mit Bezug zu Figur 3 nachstehend noch näher
erläutert wird.
[0026] Um eine gute Durchmischung des Klebstoffs 2 und des oder der Farbstoffe 20A, 20B,
20C zu erzielen, können nun statische oder dynamische Mischvorrichtungen eingesetzt
werden, wie sie nachstehend beispielsweise beschrieben sind.
[0027] In Figur 2 ist die Kleberauftragsstation 100 mit einem dynamischen Mischer 6 versehen,
der eine Antriebseinheit 62, vorzugsweise ein Elektromotor, aufweist, durch die mittels
einer Antriebswelle 61 ein Rotor 60 angetrieben wird. Der in Form einer Förderschraube
ausgestaltete Rotor 60, ist axial zur Klebstoffkammer 11 ausgerichtet und fördert
den in die Klebstoffkammer 11 eintretenden Klebstoff 2 somit axial durch die Klebstoffkammer
11. Als Folge resultiert ein Rückfluss des Klebstoffes 2 entlang den Wänden der Klebstoffkammer
11 wo die eintretenden Farbstoffe 20A, 20B, 20C erfasst und mit dem Klebstoff 2 vermischt
werden. Nach dem Öffnen der Dosierwelle 12 (in verschlossener Stellung gezeigt), tritt
daher ein weitgehend homogen gefärbter Klebstoff 2 durch die Austrittsöffnung 16 aus
der Klebstoffkammer 11 aus.
[0028] Zur einfachen Entnahme und Reinigung des Mischers 6, ist dieser mittels eines Verschlusselements
18 mit dem Kopfelement 1 verbunden, beispielsweise verschraubt. D.h., das Verschlusselement
18 ist mit einem Aussengewinde versehen, das in eine entsprechende Öffnung im Kopfelement
1 eingeschraubt werden kann.
[0029] Figur 3 zeigt eine besonders interessante Lösung, der der Gedanke zugrunde liegt,
dass der Farbstoff 20A; ... nur auf der Oberfläche des Klebstoffs 2 seinen eigentlichen
Zweck erfüllt. Bei dieser Ausgestaltung ist die Klebstoffkammer 11 im Kopfelement
1 derart ausgestaltet, dass eine laminare Strömung des Klebstoffs im Bereich der Austrittsöffnung
16 erzielt wird. Die Eintrittskanäle 13A, 13B sind an der Innenseite der Klebstoffkammer
11 derart, beispielsweise schlitzförmig, ausgestaltet, dass der Klebstoffstrom 2 zumindest
einseitig mit einer Farbstoffschicht 20 bedeckt wird. Eine Verwirbelung des Klebstoffs
2 wird vermieden, so dass ein Klebstoff-Farbstoff-Laminat 2-20 aus der Austrittsöffnung
16 austritt und auf das zu bearbeitende Objekt 4 aufgetragen werden kann, wobei natürlich
darauf zu achten ist, dass die Klebstoffschicht 2 dem zu bearbeitenden Objekt 4 zugewandt
ist. Die Dosierwelle 12 ist hier in geöffneter Stellung gezeigt. Der Diagonalschlitz
160 ist deltaförmig ausgestaltet und an den Abschluss der Klebstoffkammer 11 angepasst,
so dass das Klebstoff-Farbstoff-Laminat 2-20 die Dosierwelle 12 laminar bzw. unverwirbelt
durchlaufen kann.
[0030] Diese Ausgestaltung des Kopfelements 1, das in einer vorzugsweisen Ausgestaltung
in zwei Teile 1A, 1B zerlegt werden kann, weist besondere Vorteile auf. Einerseits
reduziert sich das Volumen der benötigten Farbstoffe 20A, 20B, 20C. Andererseits resultiert
eine optimale Sättigung der aufgetragenen Farbe. Ferner ist eine enorm rasche Umstellung
der Farbe möglich, wobei sogar Farbmuster realisiert werden können. Aufgrund der Beschichtung
des Klebstoffs können die einzelnen Schichten zudem freier gewählt werden. Die Farbwahl
des Klebstoffs 2 ist unkritischer. Ferner resultieren bei einem Farbwechsel nur minimale
Übergangsverluste. Zudem, insbesondere bei der zweiteiligen Ausgestaltung des Kopfelements
1, kann die Klebstoffkammer 11 einfacher gereinigt werden.
[0031] Figur 4 zeigt die Kleberauftragstation 100 von Figur 6 mit einem Walzensystem 14',
14'', bei dem der Klebstoff in den dadurch gebildeten Walzenspalt 140 eingeführt wird,
durch den auch zu bearbeitende Produkte oder Produktteile, beispielsweise zu verbindende
Schichten eines Laminats, gegebenenfalls Textilschichten, geführt werden.
[0032] Figur 5 zeigt die Kleberauftragstation 100 von Figur 2 mit nur einer Auftragswalze
14. Dadurch wird gezeigt, dass die erfindungsgemässe Lösung bei bekannten Kleberauftragsstationen,
wie sie beispielsweise in [3] und [4] gezeigt sind, mit geringem Aufwand einsetzbar
sind.
[0033] Figur 6 zeigt eine Kleberauftragstation 100, dessen zylindrisches Kopfelement 1 mit
einem statischen Mischer 6' versehen ist, der in die axial im Kopfelement 1 angeordnete
Klebstoffkammer 11 eingeführt wurde und an der Austrittsseite durch ein Verschlusselement
18 bzw. einen Innenflansch gehalten ist. Statische Mischer sind beispielsweise in
[5],
WO 02/32562 A1, beschrieben. Der Klebstoff 2 wird von einer Hot-Melt-Anlage mittels einer Leitung
91 zugeführt. Das Kopfelement 1 ist eingangsseitig mit einem Schulterring 19 versehen,
in den Eintrittskanäle 13A, 13B eingelassen sind. Auf dem Schulterring 19 sitzen mit
einer Steuereinheit 8 verbundene Ventile 81A, 81B mittels derer die Zufuhr der Farbstoffe
20A, 20B gesteuert wird. Von den Ventilen 81A, 81B sind Injektionsnadeln 1300A, 1300B
durch die Eintrittskanäle 13A, 13B ins Zentrum der Klebstoffkammer 11 bzw. in eine
bevorzugte Mischzone oder zu Eintrittsöffnungen des statischen Mischers 6' geführt.
Sofern der Klebstoff 2 ein Warm- oder Heisskleber ist, ist das Kopfelement vorzugsweise
mit wenigstens einem Heizelement versehen.
[0034] Die Ventile 81A, 81B werden von der Steuervorrichtung 8 individuell betätigt so dass
die Farbstoffe 20A, 20B wahlweise in den gewünschten Mengen zugeführt werden. Sofern
eine volumetrische Zufuhr der Komponenten 2, 20 vorgesehen ist, werden beispielsweise
entsprechende Kolben-/Zylindersysteme 150 entsprechend gesteuert. Sofern der Klebstoff
2 ein Warm- oder Heisskleber ist, ist das Kopfelement 1 vorzugsweise mit wenigstens
einem Heizelement 7 versehen, welches vorzugsweise von der Steuervorrichtung 8 aktivierbar
ist.
[0035] Vorzugsweise wird auch bei den in den Figuren 1-5 gezeigten Kleberauftragstationen
100 die Zufuhr des Klebstoffs 2 und/oder der Farbstoffe 20A, 20B, ... mittels der
Steuereinheit 8, Ventile 81A, ... und/oder Kolbensystemen gesteuert.
1. Kleberauftragstation (100), insbesondere zum Binden von gestapelten Produkten, für
Kantenleimmaschinen oder für die Montage von Elementen im Fahrzeugbau, mit einem der
Abgabe eines Klebstoffs (2) dienenden Kopfelement (1), das eine Klebstoffkammer (11)
mit einer Austrittsöffnung (16) aufweist, durch die der Klebstoff (2) aus der Klebstoffkammer
(11) austreten kann, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebstoffkammer (11) wenigstens einen der Zufuhr eines Farbstoffs (20A; 20B;
...) dienenden Eintrittskanal (13A; 13B; ...) aufweist, durch die der Farbstoff (20A;
20B; ...) in die Klebstoffkammer (11) einführbar ist und vermischt mit dem Klebstoff
(2) aus der Austrittsöffnung (16) austreten kann.
2. Kleberauftragstation (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zufuhr des Farbstoffs (20A; 20B; ...) mittels Steuerelementen (81A; 81B; ...),
wie Ventilen, und einer Steuereinheit (8) steuerbar, vorzugsweise dosierbar ist.
3. Kleberauftragstation (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Klebstoffkammer (11) oder anschliessend an die Klebstoffkammer (11) ein vorzugsweise
mit einem Rotor versehener dynamischer Mischer (6) oder ein statischer Mischer (6')
vorgesehen ist und/oder dass in der Klebstoffkammer (11) vorzugsweise in unmittelbarer
Nähe der Austrittsöffnung (16) eine oder mehrere, gegebenenfalls schlitzförmige Eintrittsöffnungen
für jeden Farbstoff (20A; 20B; ...) oder für jeden Eintrittskanal (13A; 13B; ...)
vorgesehen sind, so dass eine laminare Farbbeschichtung des zur Austrittsöffnung (16)
geführten Stromes des Klebstoffs (2) erfolgt.
4. Kleberauftragstation (100) nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfelement (1) ein Verschlusselement (18) aufweist, durch das der dynamische
Mischer (6) oder der statische Mischer (6') in der Klebstoffkammer (11) gehalten und
nach dessen Lösen der der dynamische Mischer (6) oder der statische Mischer (6') aus
der Klebstoffkammer (11) entfernbar ist.
5. Kleberauftragstation (100) nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Behälter (3A; 3B; ...) mit dem Farbstoff (20A; 20B; ...) über eine Zufuhrleitung
(13A; 13B; ...) mit dem Eintrittskanal (13A; 13B; ...) verbunden ist und/oder dass
durch den Eintrittskanal (13A; 13B; ...) eine Injektionsnadel (1300A; 1300B; ...)
in die Mischzone in der Klebstoffkammer (11), gegebenenfalls zu einer Eintrittsöffnung
des dynamischen oder statischen Mischers (6, 6') geführt ist.
6. Kleberauftragstation (100) nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfelement (1) als Auftragskopf, mittelbar oder unmittelbar der Abgabe des Klebstoffs
(2) an ein zu bearbeitendes Objekt (4) dient oder dass der Auftragskopf dem Kopfelement
(1) nachgeschaltet ist.
7. Kleberauftragstation (100) nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsöffnung (16) eine Schlitzöffnung ist, die vorzugsweise mittel einer
Dosierwelle (12) abschliessbar ist, und/oder dass die Austrittsöffnung (16) an eine
Auftragswalze (14) anschliesst, die den aus der Austrittsöffnung (16) austretenden
Klebstoff (2) erfasst und an das zu bearbeitende Objekt (4) abgibt, oder dass der
aus der Austrittsöffnung (16) austretende gefärbte Klebstoff (2-20) in den Walzenspalt
(140) eines Walzensystems (14', 14") einführbar ist.
8. Kleberauftragstation (100) nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebstoff (2) und der wenigstens eine Farbstoff (20A; 20B; ...) mittels Druck
in die Klebstoffkammer (11) einführbar sind, wozu vorzugsweise ein lokales oder externes
Druckaggregat ((150), gegebenenfalls eine über eine Leitung (91) mit dem Kopfelement
(1) verbindbares Zufuhrsystem, wie eine Hot-Melt-Anlage (9) vorgesehen ist.
9. Kleberauftragstation (100) nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, dass die Zufuhr von wenigstens zwei Farbstoffen (20A, 20B, ...) derart steuerbar ist,
dass gewünschte Farbmischungen einstellbar sind, wozu in der Steuereinheit (8) vorzugsweise
ein entsprechendes Steuerprogramm vorgesehen ist, wobei vorzugsweise die Farben des
CMYK-Modell verwendet werden.
10. Kleberauftragstation (100) nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch gekennzeichnet, dass von der Austrittsöffnung (16) des Kopfelements (1) das Mischprodukt (2-20) oder Laminat
(2-20) flächig und/oder in Form einer Rundraupe abgebbar ist, wobei der wenigstens
eine Farbstoff (20) linienförmig oder punktuell über Längsschlitze oder Ringschlitze
bzw. entsprechend punktierte Linien an den Klebstoffstrom (2) abgebbar ist.