[0001] Die Erfindung betrifft ein Wasserfahrzeug, insbesondere Schiff oder Unterseeboot,
mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Mit den zum Steuern eines Schiffes oder eines Unterseebootes verwendeten Ruderanlagen
sind Richtungswechsel häufig mit verhältnismäßig großen Kurvenradien verbunden. Ferner
sind Fahrmanöver, die ein sensibles Manövrieren erfordern, zum Beispiel Anlegemanöver,
nur schwierig auszuführen.
[0003] Wasserfahrzeuge, die zum Manövrieren mit der oben genannten Ruderanlage oder auch
mit Manövrierpropellern ausgerüstet sind, stoßen auch dann an ihre Grenzen, wenn diese
Wasserfahrzeuge im Flachwasser oder in Gewässern mit einem oberflächennahen Pflanzenbewuchs
eingesetzt werden.
[0004] Aus
DE 87 16 316 U1 ist bekannt, Wasserstrahlantriebe als Steuerorgane zu verwenden. Dabei handelt es
sich im Wesentlichen um Axialpumpen, bei denen mittels verschwenkbarer Klappen am
Pumpenaustritt ein gerichteter Strahl erzeugt werden kann, der zum Steuern und/oder
Stoppen des Schiffes oder Wasserfahrzeugs eingesetzt wird. Wenn diese Wasserstrahlantriebe
als eine reine Manövrierhilfe benutzt werden und der eigentliche Antrieb des Schiffes
über eine von dem Wasserstrahlantrieb unabhängige Antriebsvorrichtung erfolgt, kann
die bei normalem Fahrbetrieb nicht eingeschaltete Manövrierhilfe die Fahreigenschaften
des Schiffes in unerwünschter Weise beeinflussen.
[0005] Dieser Effekt ist auch bei so genannten Bugstrahlrudern bekannt. Während bei Überwasserschiffen
durch diesen Effekt primär nur die Strömungsverhältnisse längs des Schiffsrumpfes
nachteilig beeinflusst werden, was jedoch so gering ist, dass die insoweit mehr aufzubringende
Antriebsleistung vernachlässigbar ist, bringt die dadurch erfolgte Strömungsbehinderung
eine nicht unerhebliche Geräuschentwicklung mit sich. Dies ist bei Überwasserschiffen
kein Problem, bei militärischen Unterseebooten, die jedoch nahezu ausschließlich über
ihre akustische Signatur geortet werden können, ein ganz wesentliches Problem, weshalb
Unterseeboote bisher mit solchen Manövrierhilfen auch nicht ausgestattet wurden.
[0006] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
Wasserfahrzeug, insbesondere Schiff oder Unterseeboot zu schaffen, welches verbesserte
Manövriereigenschaften aufweist, ohne das sonstige Fahrverhalten wesentlich zu verändern,
insbesondere ohne die akustische Signatur nachteilig zu beeinflussen.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Wasserfahrzeug mit den im Anspruch 1
angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich
aus den Unteransprüche, der nachfolgenden Beschreibung und der Zeichnung.
[0008] Das erfindungsgemäße Wasserfahrzeug, bei dem es sich insbesondere um ein Schiff oder
ein Unterseeboot handelt, weist eine gegenüber dem umgebenden Wasser begrenzende Außenhaut
auf. Es ist eine Manövriervorrichtung vorgesehen, die einen durch das Fahrzeug verlaufenden
wasserführenden Strömungskanal, Mittel zur Erzeugung einer Strömung durch den Strömungskanal
und mindestens eine Einlass- und mindestens eine Auslassöffnung des Strömungskanals
in der Außenhaut aufweist. Gemäß der Erfindung ist dabei mindestens die Auslassöffnung
verschließbar ausgebildet.
[0009] Das Wasserfahrzeug wird im normalen Fahrbetrieb von einem Antrieb angetrieben, der
von der Manövriervorrichtung unabhängig ist. Hierbei kann es sich beispielsweise um
einen Propellerantrieb handeln. Daneben kann das Wasserfahrzeug eine Steuervorrichtung,
beispielsweise eine Ruderanlage aufweisen, die ebenfalls unabhängig von der Manövriervorrichtung
ist. Die Manövriervorrichtung dient typischerweise zum Ausführen von Richtungsänderungen
auf engstem Raum oder ohne Fahrt. Dabei kann die Manövriervorrichtung bei eingeschaltetem
Hauptantrieb ggf. auch zur Unterstützung der Ruderanlage aber auch bei abgeschaltetem
Hauptantrieb oder ggf. als Hilfs- oder Notantrieb bzw. "Take Home"-Antrieb eingesetzt
werden. Bei Einsatz der Manövriervorrichtung wird Wasser an einer oder mehreren Einlassöffnungen
angesaugt, beschleunigt und anschließend an der Auslassöffnung wieder ausgelassen,
wobei der an der Auslassöffnung austretende Wasserstrahl einen Schub erzeugt, der
grundsätzlich beliebig gerichtet werden kann. Bei den Mitteln zum Erzeugen einer Strömung
kann es sich beispielsweise um dafür geeignete Pumpen, z.B. eine Axialpumpe im einfachsten
Fall um einen in dem Strömungskanal angeordneten Propeller handeln.
[0010] Während des normalen Betriebs des Wasserfahrzeugs, zum Beispiel bei Geradeausfahrt,
ist es meistens nicht erforderlich, die Manövriervorrichtung zu verwenden. Für diesen
Fall bietet die Erfindung vorteilhaft die Möglichkeit, mindestens die Auslassöffnung
zu verschließen. Hierdurch werden die hydrodynamischen Eigenschaften des Wasserfahrzeuges
gegenüber solchen Fahrzeugen, bei denen die Auslassöffnung nicht verschließbar ist,
erheblich verbessert. Ein weiterer Vorteil einer verschließbaren Auslassöffnung zeigt
sich insbesondere bei militärisch genutzten Unterseebooten. Bei diesen Unterseebooten
würde eine Öffnung in der Außenhaut zu einer unerwünschten Geräuschbildung führen.
Durch Verschließen mindestens der Auslassöffnung wird die Geräuschentwicklung vorteilhaft
verhindert, wodurch die Ortung eines solchen Unterseebootes erheblich erschwert wird.
[0011] In der Regel wird es zweckmäßig sein, sowohl Einlass als auch Auslassöffnungen verschließbar
auszubilden, zumindest dann, wenn sich diese in der Außenhaut des Unterseebootes befinden.
Es ist jedoch ggf. auch möglich zwischen Außenhaut und Druckkörper großflächig anzusaugen,
wenn dieser Bereich ohnehin wasserdurchströmt ist, dann kann es ausreichen, lediglich
die Auslassöffnung verschließbar auszubilden.
[0012] Die hydrodynamischen Eigenschaften und das Geräuschverhalten des Wasserfahrzeugs
werden noch einmal verbessert, wenn besonders vorteilhaft alle Einlass- und Auslassöffnungen
verschließbar ausgebildet sind, so dass die Außenhaut des Wasserfahrzeugs bei nicht
betriebener Manövriervorrichtung insoweit keine freie Öffnungen aufweist. So können
bei normaler Fahrt auch keine im Wasser treibende Gegenstände, beispielsweise Wasserpflanzen
in den Strömungskanal gelangen und diesen verstopfen.
[0013] Bevorzugt ist zum Verschließen der Auslassöffnung ein Verschlusskörper vorgesehen.
Dieser Verschlusskörper schließt in einer die Auslassöffnung verschließenden Stellung
vorzugsweise bündig mit der Außenhaut des Wasserfahrzeugs ab, um die Strömung längs
der Außenhaut des Wasserfahrzeugs nicht oder nicht spürbar zu beeinflussen und insbesondere
bei Unterseebooten keine Signatur zu erzeugen.
[0014] Aus dem gleichen Grund ist zum Verschließen der Einlassöffnung bzw. -öffnungen vorteilhaft
ebenfalls ein Verschlusskörper vorgesehen. Dieser Körper ist vorzugsweise plattenförmig
ausgebildet und ist in eine den Strömungskanal freigebende Stellung und eine den Strömungskanal
verschließende Stellung bewegbar. Bevorzugt ist dieser Körper schwenkbar angeordnet,
so dass er bei Betrieb der Manövriervorrichtung in eine Offenstellung geschwenkt werden
kann, in der er nahezu den gesamten Strömungsquerschnitt des Strömungskanals im Bereich
der Einlassöffnung bzw. -öffnungen freigibt und bei Nichtbetrieb der Manövriervorrichtung
in eine Stellung verschwenkt werden kann, in der er die Einlassöffnung bzw. -öffnungen
vollständig verschließt. Aus den oben genannten Gründen ist der plattenförmige Körper
in der den Strömungskanal verschließenden Stellung bevorzugt so angeordnet und ausgebildet,
dass er im Wesentlichen bündig mit der Außenhaut des Wasserfahrzeuges abschließt.
[0015] Vorteilhaft ist nahe der Auslassöffnung mindestens ein die Strömungsrichtung des
aus dem Strömungskanal ausströmenden Wassers beeinflussender Leitkörper angeordnet.
Dieser Leitkörper ist zweckmäßigerweise verstellbar ausgebildet. Der Leitkörper wird
vorteilhaft so angeordnet, dass mit ihm die Richtung des an der Auslassöffnung austretenden
Wasserstromes verändert werden kann. So ermöglicht es der Leitkörper, den von dem
austretenden Wasserstrom erzeugten Schub in die für eine gewünschte Richtungsänderung
des Wasserfahrzeugs erforderliche Richtung zu lenken.
[0016] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Wasserfahrzeugs
wird der Leitkörper von dem Verschlusskörper der Austrittsöffnung gebildet. Hierzu
ist der Verschlusskörper derart ausgebildet, dass der an der Auslassöffnung austretende
Wasserstrom in einer für das Manövrieren erforderlichen Weise gelenkt werden kann.
[0017] Vorteilhaft wird dies dadurch ermöglicht, dass der Verschlusskörper als Platte ausgebildet
ist. Diese Ausbildung ermöglicht es einerseits, dass die in der die Auslassöffnung
verschließenden Stellung dem umgebenden Wasser zugewandte Seite dieser Platte in einfacher
Weise der Kontur der Außenhaut angepasst werden kann und die dem Strömungskanal zugewande
Seite dieser Platte ebenso einfach eine große Ablenkfläche zum Umlenken des aus der
Auslassöffnung austretenden Wasserstroms zur Verfügung stellt. Die Platte kann beispielsweise
rund oder eckig ausgebildet sein.
[0018] Dementsprechend ist die Platte an der Auslassöffnung zum Verschließen dieser Auslassöffnung
in eine im Wesentlichen mit der Außenhaut bündig abschließenden Stellung bewegbar
und bei Betrieb der Manövriervorrichtung in eine von der Außenhaut beabstandete und/oder
schräg zur Außenhaut ausgerichtete Stellung bewegbar.
[0019] Zu diesem Zweck können prinzipiell alle dafür geeigneten Antriebe verwendet werden,
bevorzugt sind jedoch zumindest ein Linearantrieb oder vorzugsweise drei oder mehr
Linearantriebe zum Bewegen der Platte von einer die Auslassöffnung verschließenden
Stellung in die für eine Richtungsänderung des Wasserfahrzeugs erforderliche geöffnete
Stellung vorgesehen. Die Linearantriebe können beispielsweise von motorisch betriebenen
Gewindespindeln oder hydraulischen bzw. pneumatischen Hubzylindern, Teleskopzylindern
und ähnlichem gebildet werden. Die Linearantriebe sind zum einen innerhalb der Außenhaut
des Wasserfahrzeugs angelenkt, zum anderen an der Platte. Durch Ausfahren des Linearantriebs
wird die Platte in eine von der Außenhaut beabstandete Stellung und durch Einfahren
wieder zurück in eine die Auslassöffnung verschließende Stellung verfahren. Bevorzugt
sind die Linearantriebe gelenkig an der Platte befestigt, um so auch ein Schrägstellen
der Platte bezogen auf die Außenhaut des Wasserfahrzeuges zu ermöglichen. Die Platte
kann an einer Seite am Rand der Auslassöffnung angelenkt sein, so dass eine Betätigung
mit nur einem oder zwei Linearantrieben möglich ist. Vorzugsweise ist in diesem Fall
der gesamte Verschlusskörper drehbar zur Außenhaut ausgebildet, so dass die ausgeschwenkte
Platte eine Strömungslenkung in beliebiger Richtung ermöglicht. Zur Drehverstellung
des Verschlusskörpers können beispielsweise hydraulische, elektrische oder andere
geeignete Vorrichtungen vorgesehen sein. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
greifen drei hydraulisch betriebene Hubzylinder an der den Leitkörper bildenden Innenseite
der Platte an. Diese Anordnung ermöglicht es vorteilhaft, dass die Platte bezogen
auf die Außenhaut und die Auslassöffnung in beliebiger Winkelstellung und Richtung
ausgerichtet werden kann.
[0020] Bevorzugt ist bei dem erfindungsgemäßen Wasserfahrzeug die Auslassöffnung an der
Unterseite des Wasserfahrzeugs angeordnet. Bei Verwendung eines in beliebiger Winkelstellung
und Richtung stellbaren Verschlusskörpers erlaubt es diese Anordnung vorteilhaft,
dass das Wasserfahrzeug mit nur einer Auslassöffnung in praktisch jede Richtung gelenkt
werden kann. Die unterseitige Anordnung hat darüber hinaus den Vorteil, dass bei dieser
Anordnung die Manövriervorrichtung insbesondere auch dann unterstützend eingesetzt
werden kann, wenn das Wasserfahrzeug aufgesetzt hat. Hierbei wird insbesondere dem
Saugeffekt beim Aufsetzen auf Schlick entgegengewirkt. Bei Ausfall des Hauptantriebs
kann diese Manövriervorrichtung auch als Hilfsvortrieb bzw. "Take Home"-Antrieb benutzt
werden.
[0021] In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Wasserfahrzeugs ist an den
beiden Längsseiten des Wasserfahrzeugs an der Außenhaut jeweils zumindest eine mit
einer Platte verschließbare Auslassöffnung vorgesehen. Bei dieser Ausführungsform
ist es grundsätzlich nicht erforderlich Leitkörper zum Umlenken des aus der Auslassöffnung
austretenden Wasserstromes vorzusehen. Entsprechend ist es nicht erforderlich die
Platten als Umlenkplatten für den Wasserstrom zu auszubilden und anzuordnen. Sind
die Auslassöffnungen an beiden Längsseiten der Außenhaut vorgesehen, münden die Strömungskanäle
zweckmäßigerweise im Wesentlichen quer zu der jeweiligen Außenhaut. Dies ermöglicht
es, in dem nur ein Strömungskanal an einer Längsseite mit einem Wasserstrom beaufschlagt
wird, dass eine Schubkraft quer zur Längsachse des Wasserfahrzeuges ausgeübt wird,
die je nach Anordnung der Auslassöffnung eine Dreh- oder Querbewegung des Wasserfahrzeuges
verursacht.
[0022] Die Einlassöffnung des Strömungskanals ist vorzugsweise im Bereich der Vorderseite
und bei einem Überwasserfahrzeug unterhalb der Wasserlinie des Fahrzeugs angeordnet.
[0023] Handelt es sich bei dem Wasserfahrzeug um ein Unterseeboot, bei dem die Außenhaut
einen Druckkörper umschließt, ist der Strömungskanal besonders vorteilhaft zwar innerhalb
der Außenhaut aber außerhalb des Druckkörpers angeordnet. In diesem Fall ist der Strömungskanal
durch den Zwischenraum zwischen der Außenhaut und dem Druckkörper geführt. Dies hat
den Vorteil, dass der Druckkörper nicht von dem Strömungskanal durchbrochen werden
muss.
[0024] Entsprechend ist bei einem Unterseeboot der Linearantrieb zum Bewegen der Platte
außerhalb des Druckkörpers angeordnet. Auch hier muss der Druckkörper nicht von dem
Linearantrieb durchbrochen werden, so dass die Druckdichtigkeit des Druckkörpers hierdurch
nicht beeinflusst wird.
[0025] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- in schematischer Schnittsdarstellung einen Bugbereich eines erfindungsgemäßen Unterseebootes,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Schnittdarstellung der Auslassöffnung mit einem daran angeordneten
Verschlusskörper gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- den Verschlusskörper gemäß Fig.2 in einer Draufsicht aus Richtung des Strömungskanals
und
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsform einer Auslassöffnung mit darin angeordnetem Verschlusskörper
in Darstellung gemäß Fig. 2.
[0026] Das in Fig. 1 dargestellte Unterseeboot weist einen Druckkörper 2 auf, welcher von
einer Außenhaut 4 umgeben ist. In dem bugseitigen Freiraum zwischen der Außenhaut
4 und dem Druckkörper 2 ist ein Strömungskanal 6 angeordnet. Dieser Strömungskanal
6 weist eine Einlassöffnung 3 im Bereich des Bugs des Unterseeboots auf und mündet
an einer Auslassöffnung 11 im Bereich der Unterseite dieses Unterseebootes. Hierzu
ist der Strömungskanal 6 ausgehend von der Einlassöffnung 3 zunächst waagerecht in
Richtung der Längsachse zum Druckkörper 2 hingeführt, um vor diesem in einem Winkel
von etwa 90° in Richtung nach unten abzubiegen. In dem Bereich der Biegung des Strömungskanals
6 ist eine Antriebswelle 7 mit einem daran befestigten Propeller 9 zum Erzeugen einer
Strömung durch den Strömungskanal 6 angeordnet. Die Antriebswelle 7 wird von einem
in dem Druckkörper 2 des Unterseebootes angeordneten Motor 5 angetrieben. Der Antriebsmotor
5 kann jedoch auch außerhalb des Druckkörpers 2 liegen.
[0027] Die Einlassöffnung 3 am Bug des Unterseebootes wird durch einen Körper 8 in Form
einer schwenkbar angelenkten Platte 12 verschlossen. Auch an der Auslassöffnung 11
des Strömungskanals 6 ist ein Verschlusskörper 10 angeordnet. Der Körper 8 und der
Verschlusskörper 10 verschließen den Strömungskanal 6 zu beiden Seiten. Dabei schließen
die dem umgebenden Wasser zugewandten Seiten des Körpers 8 und des Verschlusskörpers
10 bündig mit der Außenhaut 4 des Unterseebootes ab.
[0028] Diese den Strömungskanal 6 verschließende Stellung des Körpers 8 sowie des Verschlusskörpers
10 ist dann vorgesehen, wenn sich das Unterseeboot im normalen Fahrbetrieb befindet
und die Manövriervorrichtung nicht eingesetzt wird. Indem der Körper 8 und der Verschlusskörper
10 bündig mit der Außenhaut 4 abschließen, beeinflussen die Einlass- und Auslassöffnung
3, 11 sowie die dort angeordneten Körper 8 und Verschlusskörper 10 nicht die hydrodynamischen
Eigenschaften des Unterseebootes und führen zu keiner nennenswerten Geräuschentwicklung.
[0029] Der Körper 8 ist mittels einer Gelenkanordnung 12 an der Außenhaut 4 des Unterseebootes
angelenkt. Die Gelenkanordnung 12 ermöglicht es, den Körper 8 von einer den Strömungskanal
6 verschließenden Stellung bei Nichtbetrieb der Manövriervorrichtung in eine den Strömungskanal
6 freigebende Stellung zu verschwenken, wenn die Manövriervorrichtung eingesetzt wird,
d.h., wenn der Kanal 6 durchströmt ist.
[0030] In ähnlicher Weise kann der Verschlusskörper 10 ausgehend von einer den Strömungskanal
6 verschließenden Stellung in eine diesen Strömungskanal 6 freigebende Stellung bewegt
werden. Dies wird aus den Fig. 2 und 3 deutlich. Die Figuren zeigen, dass der Verschlusskörper
10 als eine kreisförmige Platte ausgebildet ist, welche einen größeren Durchmesser
als der Strömungskanal 6 aufweist. Korrespondierend zu dem Durchmesser des Verschlusskörpers
10 ist der Strömungskanal 6 an der Auslassöffnung erweitert und bildet in der Außenhaut
4 einen ringförmigen Absatz mit einer parallel zu der Auslassöffnung angeordneten
Ringfläche 14.
[0031] An der Ringfläche 14 stützen sich 3 Linearantriebe 16 ab, deren ausfahrbare Enden
gelenkig an der dem Strömungskanal 6 zugewandten Seite des Verschlusskörpers 10 befestigt
sind. Die Linearantriebe 16 sind derart angeordnet, dass in deren eingefahrenem Zustand
die von dem Strömungskanal 6 abgewandte Seite des Verschlusskörpers 10 bündig mit
der Außenhaut 4 des Unterseebootes abschließt. Durch ungleichförmiges Ausfahren der
Linearantriebe 16, d.h., dass die Linearantriebe 16 nicht alle gleich weit ausgefahren
werden, kann der Verschlusskörper 10 in einem Winkelbereich von ungefähr 0° - 75°
in jede beliebige Winkelposition und Ausrichtung zur Außenhaut 4 bewegt werden. So
kann eine Schrägstellung des Verschlusskörpers 10 erreicht werden, die einen an der
Auslassöffnung des Strömungskanals 6 austretenden Wasserstrom so umlenkt, dass dieser
eine Schubkraft in einer Richtung quer zur Längsachse des Unterseebootes ausübt oder
auch in Längsrichtung oder beliebige Richtung dazwischen. Der Verschlusskörper 10
bildet somit in geöffneter Stellung eine Leiteinrichtung in Form einer Leitplatte.
[0032] Fig.4 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Verschlusskörpers 10', welcher ebenfalls
als eine kreisrunde Platte ausgebildet ist. Der Verschlusskörper 10' ist an seinem
Umfang an zwei diametral voneinander beabstandeten Punkten schwenkbar an der die Auslassöffnung
11 umgebenden Außenhaut 4 des Unterseebootes befestigt. Zur Verbesserung des Wirkungsgrades
erweitert sich der Strömungskanal 6 hin zu der Auslassöffnung 11. So weist der Strömungskanal
6 im Bereich der Auslassöffnung 11 eine dem Schwenkweg des Verschlusskörpers 10' angepasste
Form auf. Mittels eines in der Fig.4 nicht dargestellten Linearantriebs ist der Verschlusskörper
10' um eine durch die Befestigungspunkte verlaufende Achse 12 verschwenkbar und kann
in eine die Auslassöffnung verschließende Stellung und in eine die Auslassöffnung
freigebende Stellung verschwenkt werden. Je nach Anordnung und Ausrichtung der Öffnung
11 innerhalb der Außenhaut kann durch Schwenken der Platte 10 um die Achse 12 ebenfalls
eine Leitwirkung erzielt werden, allerdings stets nur in vorgegebener Richtung. Um
eine Strömungsleitung in beliebiger Richtung zu erzeugen, ist der Verschlusskörper
10' um die Kanalachse des Strömungskanals 6 drehbar zur Außenhaut 4 ausgebildet.
[0033] Bei den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen mündet der Kanal 6 an der
Einlassöffnung 3 und der Auslassöffnung 11 im Wesentlichen senkrecht zur Außenhaut
3, es versteht sich, dass je nach gewünschtem Strömungseffekt auch eine von dieser
senkrechten abweichende Ausrichtung erfolgen kann.
[0034] Statt einer Einlassöffnung 8 können auch mehrere Einlassöffnungen vorgesehen sein.
Wenn mehrere Auslassöffnungen vorgesehen sind, ist zweckmäßigerweise innerhalb des
Strömungskanals 6 eine Umschaltvorrichtung vorgesehen, um wahlweise den einen oder
den anderen Ausströmkanal mit der Strömung zu beaufschlagen.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 2
- Druckkörper
- 3
- Einlassöffnung
- 4
- Außenhaut
- 5
- Motor
- 6
- Strömungskanal
- 7
- Antriebswelle
- 8
- Körper
- 9
- Propeller
- 10, 10'
- Verschlusskörper
- 11
- Auslassöffnung
- 12
- Achse
- 14
- Ringfläche
- 16
- Linearantrieb
1. Wasserfahrzeug, insbesondere Schiff oder Unterseeboot, mit einer gegenüber dem umgebenden
Wasser begrenzenden Außenhaut (4), mit einer Manövriervorrichtung, die einen durch
das Fahrzeug verlaufenden wasserführenden Strömungskanal (6), Mittel (5, 7, 9) zur
Erzeugung einer Strömung durch den Strömungskanal (6) und mindestens eine Einlass-
und mindestens eine Auslassöffnung (3, 11) des Strömungskanals (6) in der Außenhaut
(4) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die Auslassöffnung (11) verschließbar ausgebildet ist.
2. Wasserfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass alle Einlass- und Auslassöffnungen (3, 11) verschließbar ausgebildet sind.
3. Wasserfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Verschließen der Auslassöffnung (11)ein Verschlusskörper (10, 10') vorgesehen
ist, welcher in einer verschließenden Stellung bündig mit der Außenhaut (4) abschließt.
4. Wasserfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Verschließen der Einlassöffnung (3) ein plattenförmiger Körper (8) vorgesehen
ist, der in eine den Strömungskanal (6) freigebende Stellung und in eine den Strömungskanal
(6) verschließende Stellung bewegbar ist.
5. Wasserfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nahe der Auslassöffnung (11) mindestens ein die Strömungsrichtung des aus dem Strömungskanal
(6) ausströmenden Wassers beeinflussender verstellbarer Leitkörper (10, 10') angeordnet
ist.
6. Wasserfahrzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Leitkörper (10, 10') von dem Verschlusskörper (10, 10') gebildet wird.
7. Wasserfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlusskörper (10, 10') als eine Platte ausgebildet ist.
8. Wasserfahrzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte (10, 10') an der Auslassöffnung in eine im Wesentlichen mit der Außenhaut
(4) bündig abschließende Stellung und in eine von der Außenhaut (4) beabstandete und/oder
schräg zur Außenhaut (4) ausgerichtete Stellung bewegbar ist.
9. Wasserfahrzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zum Bewegen der Platte (10, 10') zumindest ein Linearantrieb (16), vorzugsweise drei
oder mehr Linearantriebe (16) vorgesehen sind.
10. Wasserfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslassöffnung (11) an der Unterseite des Wasserfahrzeugs angeordnet ist.
11. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte (10, 10') schwenkbar ist und mindestens ein Linearantrieb (16) zum Schwenken
der Platte (10, 10') vorgesehen ist.
12. Wasserfahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlassöffnung (3) im Bereich der Vorderseite und vorzugsweise unterhalb der
Wasserlinie des Fahrzeugs angeordnet ist.
13. Wasserfahrzeug, nämlich Unterseeboot, nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei
die Außenhaut (4) einen Druckkörper (2) umschließt, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungskanal (6) außerhalb des Druckkörpers (2) angeordnet ist.
14. Wasserfahrzeug nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Linearantrieb (16) zum Bewegen der Platte (10, 10') außerhalb des Druckkörpers
(2) angeordnet ist.