[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Beeinflussung von Sonnenschutzeinrichtungen
an Gebäudefassaden, Fenstern, Türen und dergleichen, durch mechanische veränderung
mittels einer Verstellanordnung der von Abschattungselementen freigegebenen Durchtrittsöffnungen
für Sonnenlicht, insbesondere zur Verstellung der Lamellen an Jalousien mit einer
steuerbaren Antriebseinrichtung.
[0002] Derartige Anordnungen sind in vielfältigen Ausführungsformen aus dem Stand der Technik
bekannt und dienen dazu, im wesentlichen in Abhängigkeit von der Sonneneinstrahlung
eine Abschattung hinsichtlich des in die Innenräume des Gebäudes eindringenden Sonnenlichtes
vorzunehmen, so daß eine übermäßige Aufheizung der Räume gerade in den Sommermonaten
möglichst vermieden wird.
[0003] Die Beeinflussung dieser Sonnenschutzeinrichtungen erfolgt entweder manuell oder
aber beispielsweise elektromotorisch angetrieben, wobei die manuelle Verstellung in
der Regel keine optimalen Verhältnisse schafft, zumal oftmals eine kontinuierliche
Nachregelung erforderlich ist.
[0004] Die elektromotorische Nachregelung erfordert demgegenüber entsprechende Sensoren,
die in Abhängigkeit des Einfallwinkels der Sonne, ihrer Intensität und weiterer Parameter
eine entsprechende Regelung für den elektromotorischen Antrieb erforderlich macht.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, hierfür eine einfachere, insbesondere auch
möglichst wartungsfreie Antriebseinrichtung vorzuschlagen.
[0006] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß die Antriebseinrichtung
von einem sogenannten Wachsmotor gebildet ist, bei welchem die unter dem Einfluß der
einwirkenden Temperatur auftretende Volumenänderung eines Expansionsmediums auf ein
Stellglied wirkt, das mit der Verstellanordnung der Sonnenschutzeinrichtung in Verbindung
steht.
[0007] Der durch die Erfindung erreichte Vorteil besteht zunächst im wesentlichen darin,
daß die Beeinflussung der Sonnenschutzeinrichtung unmittelbar durch den Einfluß der
sonneneinstrahlung erfolgen kann, da die von der sonne abgegebene Energie direkt zur
Verstellung des Stellgliedes des Wachsmotors dienen kann. Hieraus ergibt sich eine
besonders einfache und insbesondere auch wartungsfreie Anordnung, die zudem keinerlei
zusätzlicher Sensoren oder ähnlicher Meßeinrichtungen bedarf.
[0008] In besonders einfacher und daher bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,
daß der Wachsmotor von einer Kolben-Zylinderanordnung gebildet ist, wobei das Expansionsmedium
im Zylinder angeordnet und das Stellglied am Kolben angeschlossen ist. Durch entsprechende
Gestaltung, insbesondere durch geeignete Wahl des Durchmessers des Zylinders kann
die geforderte Stellkraft vorgewählt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit,
durch entsprechende Volumenvergrößerung im Zylinder den maximal möglichen Verstellweg
des Kolbens zu beeinflussen.
[0009] Weiter empfiehlt es sich, daß der Wachsmotor in einem von der Einstellung der Sonnenschutzeinrichtung
abhängigen Maße der Sonneneinstrahlung und damit einer Temperaturbeeinflussung ausgesetzt
ist.
[0010] Um eine darüber hinausgehende Beeinflussung möglich zu machen - um Beispiel im Winterhalbjahr,
wenn die Außentemperaturen erheblich niedriger liegen - kann der Wachsmotor mit einer
vorzugsweise elektrisch arbeitenden Heizeinrichtung versehen sein. Dadurch wird auch
eine Verstellung der Sonnenschutzeinrichtung möglich, wenn die Temperaturen für eine
selbsttätige Verstellung nicht ausreichend sind.
[0011] Weiter empfiehlt es sich im Rahmen der Erfindung, daß die Verstellanordnung von einem
Zylinderteil gebildet ist, das eine Führungskulisse in Form einer schraubenförmig
verlaufenden Nut aufweist, in die ein bezüglich der Gebäudefassade feststehender stellgriff
greift, wobei das Zylinderteil drehfest mit einer Lamelle der Sonnenschutzeinrichtung
verbunden ist. Durch das von dem Wachsmotor hervorgerufene axiale Verstellspiel des
Zylinderteils wird damit über die schraubenförmig verlaufende Kulisse eine Drehbewegung
der Lamelle erreicht.
[0012] Hierbei empfiehlt es sich weiter, daß das Zylinderteil zur drehfesten Verbindung
mit der Lamelle eine axial in der Mantelfläche verlaufende Führungsnut aufweist, in
die ein an der Lamelle angeschlossener Führungsstift greift.
[0013] Weiter besteht in alternativer Ausgestaltung der Erfindung die Möglichkeit, daß das
Zylinderteil und das Stellglied miteinander verschraubt oder aber einstückig ausgebildet
sind.
[0014] Ferner hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn der Stellstift und/oder der
Führungsstift als radialer Vorsprung in einer das Zylinderteil aufnehmenden Bohrung
einer Anschlußplatte ausgebildet sind.
[0015] Schließlich besteht im Rahmen der Erfindung noch die Möglichkeit, daß entweder für
jede Lamelle ein eigener Wachsmotor vorgesehen ist oder.aber mehrere Lamellen über
Stellelemente gemeinsam von einem Wachsmotor angetrieben werden.
[0016] Im folgenden wird die Erfindung an einem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel
näher erläutert; es zeigen:
- Fig. 1
- eine nur teilweise wiedergegebene Sonnenschutzeinrichtung mit einer Lamelle in perspektivischer
Darstellung und im Schnitt wiedergegeben,
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung der Lamelle gemäß Figur 1 in geringfügig modifizierter Ausgestaltung,
- Fig. 3
- in den Teilfiguren a bis f Einzelansichten der Teile gemäß Figur 2.
[0017] Die in der Zeichnung nur teilweise wiedergegebene Sonnenschutzeinrichtung ist vorgesehen
für Gebäudefassaden, Fenster, Türen und dergleichen und besteht aus mehreren an einem
Rahmen 1 angeordneten Lamellen 2, von denen der Einfachheit wegen nur eine wiedergegeben
ist. Diese Lamellen 2 lassen sich in üblicher Weise um ihre Längsachse verdrehen,
wodurch die Größe der Durchtrittsöffnungen für Sonnenlicht und somit die Wärmeeinstrahlung
beeinflußt werden kann.
[0018] Wie sich insbesondere aus den Figuren 1 und 2 ersehen läßt, besteht die Antriebseinrichtung
aus einem sogenannten Wachsmotor 3, der von einer Kolben-Zylinderanordnung gebildet
ist. Im zylinder 4 ist ein Expansionsmedium angeordnet, durch das unter dem Einfluß
der auf den Wachsmotor 3 einwirkenden Temperatur eine Volumenänderung hervorgerufen
wird, die auf den Kolben 5 einwirkt. Am Kolben 5 wiederum ist ein Stellglied 6 angeordnet,
das mit der im einzelnen noch zu beschreibenden Verstellanordnung der Sonnenschutzeinrichtung
in Verbindung steht.
[0019] Um eine selbsttätige und im übrigen wartungsfreie Verstellung der Sonnenschutzeinrichtung
zu ermöglichen, kann der Wachsmotor 3 so angeordnet sein, daß er entsprechend der
Einstellung der Sonnenschutzeinrichtung in unterschiedlichem Maße der von der Sonneneinstrahlung
hervorgerufenen Temperaturbeeinflussung ausgesetzt ist, wodurch sich eine selbsttätige
Regelung einstellen kann.
[0020] Diese Regelung hat darüber hinaus den Vorteil, daß sie nicht nur kontinuierlich,
sondern darüber hinaus auch gedämpft erfolgt, so daß für die im Inneren des Gebäude
tätigen Personen keine abrupten Helligkeitsänderungen bei Nachregelung der Sonnenschutzeinrichtung
auftreten.
[0021] Um beispielsweise auch bei niedrigen Außentemperaturen, also im Winter, eine entsprechende
Lichtregelung vornehmen zu können, kann der Wachsmotor 3 auch in in der Zeichnung
nicht näher dargestellter Weise mit einer vorzugsweise elektrisch arbeitenden Heizeinrichtung
versehen sein, die zum Beispiel aus einer um den Wachsmotor 3 herumgewickelten Heizwicklung
bestehen kann. Auf diese Weise kann auch unter diesen Umständen eine Regelung erfolgen.
[0022] Um bei sinkender Temperatur die Rückstellung des Stellgliedes 6 sicherzustellen,
kann vorsorglich das Stellglied 6 des Wachsmotors 3 mit einer Rückstellfeder 7 versehen
sein.
[0023] Wie sich insbesondere aus der Figur 2 ersehen läßt, ist die Verstellanordung von
einem Zylinderteil 8 gebildet, das eine Führungskulisse 9 in Form einer schraubenförmig
verlaufenden Nut aufweist. In diese Nut greift ein bezüglich der Gebäudefassade bzw.
des Rahmens 1 feststehender Stellstift 10, wobei das Zylinderteil 8 selbst drehfest
mit der Lamelle 2 der Sonenschutzeinrichtung verbunden ist. Da das Zylinderteil 8
gleichwohl axial beweglich sein muß, ist das Zylinderteil 8 zur drehfesten Verbindung
mit der Lamelle 2 mit einer axial in der Mantelfläche verlaufenden Führungsnut 11
versehen, in die ein an der Lamelle 2 angeschlossener Führungsstift 12 greift.
[0024] Wie sich weiter aus der Figur 2 ergibt, sind das Zylinderteil a und das Stellglied
6 miteinander verschraubt. Es besteht jedoch ebenso die Möglichkeit, daß diese beiden
Teile einstückig miteinander ausgebildet sind.
[0025] Der Stellstift 10 und der Führungsstift 12 sind jeweils als radialer Vorsprung in
einer das Zylinderteil 8 aufnehmenden Bohrung 13 einer Anschlußplatte 14 ausgebildet,
wie sich dies insbesondere aus der Figur 3d ergibt.
[0026] Gemäß der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsform ist für jede Lamelle 2
ein Wachsmotor 3 vorgesehen. Es besteht jedoch ebenso die Möglichkeit, mehrere Lamellen
2 über Stellelemente zu verbinden und gemeinsam von nur einem Wachsmotor 3 antreiben
zu lassen,
1. Anordnung zur Beeinflussung von Sonnenschutzeinrichtungen an Gebäudefassaden, Fenstern,
Türen und dergleichen, durch mechanische Veränderung mittels einer Verstellanordnung
der von Abschattungselementen freigegebenen Durchtrittsöffnungen für Sonnenlicht,
insbesondere zur Verstellung der Lamellen (2) an Jalousien, mit einer steuerbaren
Antriebseinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinrichtung von einem sogenannten Wachsmotor (3) gebildet ist, bei welchem
die unter dem Einfluß der einwirkenden Temperatur auftretende Volumenänderung eines
Expansionsmediums auf ein Stellglied (6) wirkt, das mit der Verstellanordnung der
Sonnenschutzeinrichtung in Verbindung steht.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wachsmotor (3) von einer Kolben-Zylinderanordnung gebildet ist, wobei das Expansionsmedium
im Zylinder (4) angeordnet und das Stellglied (6) am Kolben (5) angeschlossen ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1, oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Wachsmotor (3) in einem von der Einstellung der Sonnenschutzeinrichtung abhängigen
Maße der Sonneneinstrahlung und damit einer Temperaturbeeinflussung ausgesetzt ist.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Wachsmotor (3) mit einer vorzugsweise elektrisch arbeitenden Heizeinrichtung
versehen ist.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied (6) des Wachsmotors (3) mit einer Rückstellfeder (7) versehen ist.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellanordnung von einem Zylinderteil (8) gebildet ist, das eine Führungskulisse
(9) in Form einer schraubenförmig verlaufenden Nut aufweist, in die ein bezüglich
der Gebäudefassade feststehender Stellstift (10) greift, wobei das Zylinderteil (8)
drehfest mit einer Lamelle (2) der Sonnenschutzeinrichtung verbunden ist.
7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Zylinderteil (8) zur drehfesten Verbindung mit der Lamelle (2) eine axial in
der Mantelfläche verlaufende Führungsnut (11) aufweist, in die ein an der Lamelle
(2) angeschlossener Führungstift (12) greift.
8. Anordnung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Zylinderteil (8) und das Stellglied (6) miteinander verschraubt oder aber einstückig
ausgebildet sind.
9. Anordnung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Stellstift (10) und/oder der Führungsstift (12) als radialer Vorsprung in einer
das Zylinderteil (8) aufnehmenden Bohrung (13) einer Anschlußplatte (14) ausgebildet
sind.
10. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß für jede Lamelle (2) ein eigener Wachsmotor (3) vorgesehen ist oder mehrere Lamellen
(2) über Stellelemente gemeinsam von einem Wachsmotor (3) angetrieben werden.