(19)
(11) EP 1 744 007 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.01.2007  Patentblatt  2007/03

(21) Anmeldenummer: 05015067.1

(22) Anmeldetag:  12.07.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E06B 9/326(2006.01)
F16G 11/03(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(71) Anmelder: Baumann Hüppe AG
8820 Wädenswil (CH)

(72) Erfinder:
  • Hauser, Jakob
    8816 Hirzel (CH)

(74) Vertreter: Troesch Scheidegger Werner AG 
Schwäntenmos 14
8126 Zumikon
8126 Zumikon (CH)

   


(54) Kugelkupplung für Lamellenstoren


(57) Die Kugelkupplung für die Verbindung der Behangbänder von Lamellenstoren mit den Steuerlitzen (2) von Behangwendevorrichtungen, wobei im Bereich der Enden der Steuerlitzen (2) kugelförmige Körper (3) angeordnet sind, ist erfindungsgemäss aus einem bügelförmigen Grundkörper (1) mit einem Kopfteil (5) und zwei davon abragenden Schenkeln (6,7) gebildet. Dabei ist im Kopfteil (5) eine Öffnung (8) zur Durchführung der Steuerlitze (2) ausgebildet, in welche Öffnung (8) ein Schlitz (10) mündet, der sich in einen Schenkel (7) fortsetzt und dort in eine Ausnehmung (11) mündet. Weiter ist in einem Schenkel (7) ein Durchbruch (12) ausgebildet, in welchen eine am anderen Schenkel (6) ausgebildete und zwischen den Schenkeln (6,7) in Richtung des Durchbruchs (12) weisende Zunge (13) beim Zusammendrücken der Schenkel (6,7) hineinragt, und die Schenkel (6,7) weisen an ihren freien Enden (7') Mittel zum gegenseitigen, lösbaren Einrasten auf. Dadurch lässt sich die erfindungsgemässe Kugelkupplung einfach auf die Steuerlitze (2) der Behangwendevorrichtung aufschieben und wird durch die kugelförmigen Körper (3) bei Zugbelastung an ihrer Position gehalten.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kugelkupplung für Lamellenstoren nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.

[0002] Kugelkupplungen werden eingesetzt, um die Behangbänder von Lamellenstoren mit den Anschlusslitzen von Behangwende- und Hubvorrichtungen zu kuppeln. Die Behangbänder verbinden die einzelnen Lamellen eines Lamellenstorens untereinander, so dass diese in abgesenktem Zustand in einem vorbestimmten, regelmässigen Abstand zueinander angeordnet sind. Dabei werden sowohl auf der Vorderseite wie der Rückseite des Behanges, d.h. auf der Vorderseite und der Rückseite der einzelnen Lamellen jeweils einander gegenüberliegend die Behangbänder mit den Lamellen verbunden. Damit ist es möglich, eine synchrone Kipp- resp. Wendebewegung aller mittels der Behangbänder verbundener Lamellen eines Lamellenbehanges auszuführen. In der horizontalen Stellung der Lamellen erlaubt der Lamellenbehang ein vollständiges durchringen des Lamellenbehanges mit Licht, resp. die horizontale Sicht durch den Lamellenbehang ist damit praktisch unbehindert gewährt, während in der vertikalen Stellung sich die Vorderkanten und Hinterkanten von übereinander liegenden Lamellen berühren und damit praktisch eine vollständig geschlossene Fläche des Lamellenbehanges bilden. Dazwischen können praktisch beliebige Schwenklagen der Lamellen eingestellt werden, je nach Bedürfnis des Benutzers.

[0003] Um diese Bewegungen der Lamellen auszuführen sind oberhalb des Lamellenbehanges Wendevorrichtungen angeordnet, in der Regel auf der Aufzugachse des Lamellenbehanges. Diese Wendevorrichtungen werden durch die Aufzugachse betätigt und werden entsprechend der Drehrichtung der Aufzugachse zwischen zwei Endstellungen verschwenkt. Von der Wendevorrichtung ragen nach unten zwei Enden einer Anschlusslitze ab, die auf einem Stellrad der Wendevorrichtung verdrehsicher aufliegt und deren beiden Enden entsprechend der Schwenkbewegung der Wendevorrichtung nach oben resp. nach unten bewegt werden. Diese Anschlusslitzen weisen im Bereich ihrer Enden in der Regel jeweils einen fest mit der Anschlusslitze verbundenen kugelförmigen Körper als Arretierglied resp. Anschlagelement auf. Die beiden Enden der Anschlusslitze werden nun über Kugelkupplungen mit den Enden der Behangbänder verbunden.

[0004] Herkömmlicherweise weisen diese Kugelkupplungen einen fülligen Kunststoffkörper auf, welcher an einem Ende eine trichterförmige Aufnahme mit seitlichem Schlitz für den kugelförmigen Körper der Anschlusslitze aufweist und auf der anderen Seite eine durchgehende Öffnung zur Durchführung des Endes des Behangbandes aufweist. Weiter ist im Kunststoffkörper eine quer zu dieser Öffnung in Richtung des Behangbandes eindrehbare Schraube angeordnet, mit welcher das Behangband in der gewünschten Position festgeklemmt werden kann. Damit wird eine lösbare aber stabile Verbindung zwischen der Anschlusslitze und dem Behangband geschaffen, welche eine genaue Einstellung des Behanges, d.h. der Lage der Lamellen im Verhältnis zur Wendevorrichtung erlaubt.

[0005] Da die Lamellenstoren in der Regel an der Aussenseite von Hausfassaden angeordnet sind, sind auch die Kugelkupplungen insbesondere stark wechselnden Temperaturschwankungen ausgesetzt. Diese Temperaturschwankungen führen bei Kunststoffen sehr schnell zu Ermüdungserscheinungen, welche zum Versagen des Kunststoffkörpers führen und damit die Verbindung zwischen Behangband und Anschlusslitze unterbrechen. Dies führt beispielsweise dazu, dass in einer ersten Phase, beim Defekt nur einer einzelnen oder nur weniger Kugelkupplungen, der Behang ein bereichsweise unregelmässiges Lamellenbild aufweist und nicht mehr vollständig verschwenkt werden kann. Beim Defekt praktisch aller Kugelkupplungen kann der Behang überhaupt nicht mehr verschwenkt werden. Derartige Ermüdungserscheinungen werden durch die Befestigung des Behangbandes mit einer Schraube verstärkt, da diese bei unsachgemässer Bedienung mit zu hoher Kraft eingesetzt werden kann, was zu überhöhten Spannungen im Körper der Kugelkupplung und damit Rissen führen kann.

[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand nun darin, eine Kugelkupplung zu finden, welche diese Nachteile nicht aufweist und auch bei extremen Temperaturbedingungen eine hohe Standfestigkeit und Lebensdauer aufweist.

[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch eine Kugelkupplung mit den kennzeichnenden Merkmalen nach Anspruch 1 gelöst. Weitere, bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Merkmalen der weiteren Ansprüche.

[0008] Die Kugelkupplung für die Verbindung der Behangbänder von Lamellenstoren mit den Steuerlitzen von Behangwendevorrichtungen, wobei im Bereich der Enden der Steuerlitzen kugelförmige Körper angeordnet sind, ist erfindungsgemäss aus einem bügelförmigen Körper mit einem Kopfteil und zwei davon abragenden Schenkeln gebildet. Dabei ist im Kopfteil eine Öffnung zur Durchführung der Steuerlitze ausgebildet, in welche Öffnung ein Schlitz mündet, der sich in einen Schenkel fortsetzt und dort in eine Ausnehmung mündet. Weiter ist in einem Schenkel ein Durchbruch ausgebildet, in welchen eine am anderen Schenkel ausgebildete und zwischen den Schenkeln in Richtung des Durchbruchs weisende Zunge beim Zusammendrücken der Schenkel hineinragt, und die Schenkel weisen an ihren freien Enden Mittel zum gegenseitigen, lösbaren Einrasten auf. Dadurch lässt sich die erfindungsgemässe Kugelkupplung einfach auf die Steuerlitze der Behangwendevorrichtung aufschieben und wird durch die kugelförmigen Körper bei Zugbelastung an ihrer Position gehalten. Das zugehörige Behangband lässt sich zwischen den Schenkeln einfädeln und wird beim Zusammendrücken der Schenkel durch die Zunge ebenfalls in ihrer Position fixiert. Die Kugelkupplung wird dabei durch die Einrastmittel in diesem Zustand fixiert.

[0009] Beispielsweise besteht die Kugelkupplung aus einem flächigen Material, vorzugsweise aus einem Metall, vorzugsweise aus rostfreiem Stahl. Damit wird insbesondere vorteilhaft eine sehr hohe Temperaturbeständigkeit und Wechselfestigkeit erreicht, welche zu einer sehr hohen Lebensdauer der Kugelkupplung führt. Denkbar ist auch die Verwendung von einem anderen, hierfür geeigneten Material, sei dies aus Metall oder ggf. aus einem speziellen Kunststoff. Dabei stehen neben der hohen Festigkeit des Materials auch seine grosse Biegsamkeit resp. Elastizität im Vordergrund. Beim Montageprozess, d.h. beim Einführen und Fixieren des Behangbandes und der Anschlusslitzen, finden lediglich elastische und keine dauerhaften Verformungen des Körpers statt.

[0010] Beispielsweise ist das Kopfteil im Wesentlichen als rechteckige Platte ausgebildet, von dessen zwei längeren Seitenkanten die beiden Schenkel über eine runde Biegekante im Wesentlichen rechtwinklig abragen. Ein solches Teil kann vorteilhaft sehr einfach und kostengünstig in hohen Stückzahlen produziert werden. Durch den Aufbau aus einem Material mit homogener Dicke, vorzugsweise einer Platte, können homogene Materialeigenschaften bereitgestellt werden.

[0011] Beispielsweise ist die Öffnung im Kopfteil als im Wesentlichen kreisrunde Öffnung mit nach Innen abstehendem Kragen ausgebildet, deren Öffnungsdurchmesser etwa der Breite der Steuerlitzen entspricht. Damit lässt sich die Steuerlitze einfach in die Kugelkupplung einführen und kann sich auch im Betrieb um ihre Längsachse verdrehen, ohne dass es zu Scheuerstellen und damit zu einer allfälligen Schwächung der Steuerlitze kommt. Dank dem Kragen wird der Rand der Öffnung verstärkt und hält damit auch starken Beanspruchungen stand. Weiter stellt der Kragen einen optimalen Anschlag für die kugelförmigen Körper der Steuerlitzen dar, wenn er in gleicher Richtung wie die Schenkel vom Kopfteil her abragend ausgebildet ist.

[0012] Beispielsweise entspricht die Breite des Schlitzes mindestens der Dicke der Steuerlitze oder ist grösser als diese ausgebildet. Dabei soll zwischen der kreisrunden Öffnung und dem Schlitz eine Verengung ausgebildet sein. Damit kann die Steuerlitze einfach seitlich über den Schlitz in die Kugelkupplung eingeschoben werden, ohne dass hierfür ein Werkzeug notwendig wäre und bei Bedarf auch wieder aus der Kugelkupplung entfernt werden kann.

[0013] Beispielsweise weist die Ausnehmung, in welcher der genannte Schlitz mündet, mindestens einen freien Öffnungsquerschnitt auf, der grösser ist als der Querschnitt der kugelförmigen Körper der Steuerlitzen. Damit kann das Ende der Steuerlitze, an welcher sich als Raststelle der kugelförmige Körper befindet, einfach in die Ausnehmung eingeführt werden, und die Litze über den Schlitz in die Öffnung des Kopfteiles gezogen werden. Der kugelförmige Körper der Steuerlitze kann dann gegen diese Öffnung herangezogen werden und gelangt dort in Anschlag. Damit wird die Kugelkupplung in Bezug auf die Steuerlitze ohne Verwendung von Werkzeugen genau positioniert.

[0014] Beispielsweise sind weiter in mindestens einem der Schenkel, vorzugsweise in beiden Schenkeln, im Bereich des Übergangs zum Kopfteil leicht nach innen gebogene, federnde Laschen ausgebildet. Diese Laschen gelangen federnd gegen den kugelförmigen Körper der Steuerlitze in Anschlag und fixieren diese dort lösbar in dieser Position. Damit wird verhindert, dass sich die Kugelkupplung unbeabsichtigt resp. selbständig in Bezug auf die Steuerlitze verschiebt. Eine Belastung dieser Fixierung erfolgt dabei lediglich über diese Laschen und wirkt sich nicht auf die übrigen Bereiche der Kugelkupplung aus. Die Belastung auf eine verhältnismässig dünne Materialschicht führt lediglich zu einer elastischen Verformung und nicht zu einer Überbelastung des Materials, was sich insbesondere positiv auf die Lebensdauer der Kugelkupplung auswirkt. Sie kann auch nicht durch unsachgemässe oder fehlerhafte Manipulation verändert werden.

[0015] Beispielsweise ist die Zunge im Wesentlichen senkrecht vom Schenkel abragend ausgebildet und weist an ihrem freien Ende vorzugsweise mindestens eine zahnförmige Spitze oder eine v-förmige Nut auf. Damit kann die Zunge mit ihrer Spitze praktisch senkrecht gegen das Behangband in Anschlag und Eingriff gebracht werden und bewirkt ein optimales Verklemmen des Behangbandes mit der Kugelkupplung. Die Spitzen können dabei beispielsweise in das Geflecht des Behangbandes eindringen, ohne die einzelnen Stränge des Geflechtes zu verletzen und damit zu schwächen. Indem die Zunge das Behangband an dieser Stelle in den Durchbruch im Schenkel hineindrückt, wird eine doppelte Umlenkung des Behangbandes erzielt. Durch diese doppelte Umlenkung wird ein zuverlässiges Fixieren des Behangbandes in der Kugelkupplung erzielt, welche auch grössere Zugkräfte im Behangband aufnehmen kann, ohne dass sich das Behangband in der Kugelkupplung verschiebt.

[0016] Beispielsweise weist der Durchbruch an einem Rand einen gegen die Zunge gerichteten Steg auf, der in einem kleinen Abstand zur Zunge versetzt angeordnet ist, vorzugsweise in Richtung des Kopfteiles versetzt angeordnet ist. Damit wird vorteilhaft die Wirkung der Umlenkung des Behangbandes verstärkt und eine zusätzliche Klemmwirkung zwischen dem Steg und der Zunge erzielt.

[0017] Beispielsweise ist beidseits des Durchbruchs im Schenkel ein nach Innen in Richtung der Zunge konvex ausgebogener Wulst ausgebildet. Dieser Wulst kann vorteilhaft direkt durch entsprechendes Biegen des flächigen Materials des Schenkels an dieser Stelle erzielt werden. Der dem Durchbruch zugewandte Rand des Wulstes hilft dabei, das Behangband zu führen und damit ein sicheres und zuverlässiges Klemmen des Behangbandes in der Kugelkupplung zu gewährleisten.

[0018] Beispielsweise ist das freie Ende eines der Schenkel nach Innen zum anderen Schenkel hin abgebogen ausgebildet und weist einen Öffnungsschlitz auf. Durch den Öffnungsschlitz lässt sich das Behangband in die Kugelkupplung einführen und ein seitliches Wegrutschen oder Ausbrechen des Behangbandes beim Klemmvorgang oder in der Arbeitsstellung wird damit zuverlässig verhindert.

[0019] Beispielsweise weist der Öffnungsschlitz eine Rastkante auf, in welche eine am freien Ende des anderen Schenkels ausgebildete und vorzugsweise leicht nach Aussen abgebogene Rastzunge federnd einrastbar ist. Damit kann die Klemmposition der Kugelkupplung mit einem einfachen Werkzeug zuverlässig fixiert werden. Auch lässt sich diese Fixierung mit einfachen Mitteln wieder lösen, beispielsweise durch Anheben der Rastkante von der Rastzunge mittels eines Schraubenziehers oder ähnlichem Werkzeug.

[0020] Vorteilhaft wird mit der erfindungsgemässen Kugelkupplung ein einfach herstellbares, eine hohe Lebensdauer auch bei widrigen Umwelteinflüssen wie insbesondere grossen Temperaturunterschieden aufweisendes Teil bereitgestellt, das sich sowohl für die Erstausrüstung von Lamellenstoren wie auch für den Ersatz von herkömmlichen Kugelkupplungen eignet.

[0021] Ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird nachstehend anhand von Figuren noch näher erläutert. Es zeigen

Fig. 1 die Ansicht einer erfindungsgemässen Kugelkupplung mit eingesetzter Steuerlitze und Behangband;

Fig. 2 die Ansichtszeichnung der Kugelkupplung nach Figur 1 in geöffnetem Zustand;

Fig. 3 die Aufsicht auf einen Schenkel der Kugelkupplung nach Figur 2;

Fig. 4 die Stirnansicht der Kugelkupplung nach Figur 2;

Fig. 5 die Seitenansicht der Kugelkupplung nach Figur 2;

Fig. 6 die Untersicht auf die beiden freien Enden der Schenkel der Kugelkupplung nach Figur 2; und

Fig. 7 die Seitenansicht der Kugelkupplung nach Figur 1.



[0022] In Figur 1 ist die Ansicht einer erfindungsgemässen Kugelkupplung in der Arbeitsstellung dargestellt, d.h. das Gehäuse 1 der Kugelkupplung ist mit der Steuerlitze 2, die an ihrem Ende einen kugelförmigen Körper 3 als Anschlag aufweist, und dem Behangband 4 eines Lamellenstorens verbunden.

[0023] In Figur 2 ist die Ansichtszeichnung der Kugelkupplung nach Figur 1 dargestellt. Der Körper 1 ist bügelförmig ausgebildet und weist einen Kopfteil 5 auf, welcher im Wesentlichen eine rechteckige Grundfläche aufweist. Vom Kopfteil 5 ragen beidseits der beiden längeren Seitenkanten zwei Schenkel 6 und 7 ab.

[0024] Im Kopfteil 5 ist vorteilhaft in der Mitte eine kreisrunde Öffnung 8 ausgebildet, welche einen nach Innen gerichteten Kragen 9 aufweist. Durch diesen Kragen 9 wird der Rand der Öffnung 8 verstärkt und kann sich auch bei grösserer Belastung nicht ungewollt verformen. Weiter ist ein Schlitz 10 ausgebildet, der den Kragen 9 durchdringt und mit der Öffnung 8 verbunden ist. Der Schlitz 10 erstreckt sich vom Kopfteil 5 bis in den einen Schenkel 7, wo er in eine im Schenkel 7 ausgebildete Ausnehmung 11 mündet. Zwischen Öffnung 8 und Schlitz 10 ist vorteilhaft eine Verengung 10' angebracht.

[0025] In Figur 3 ist in der Aufsicht auf den Schenkel 7 die Ausnehmung 11 besonders deutlich dargestellt. Diese Ausnehmung 11 weist einen Öffnungsquerschnitt auf, welcher es erlaubt, den kugelförmigen Körper 3 der Steuerlitze 2 hindurchzuführen und zwischen den beiden Schenkeln 6 und 7 zu positionieren. Ebenfalls gut zu erkennen ist aus dieser Figur der Schlitz 10, welcher von der Ausnehmung 11 her über den Kopfteil 5 in die Öffnung 8 mündet. Im Schenkel 7 ist weiter ein Durchbruch 12 ausgebildet, auf deren Funktion später eingegangen wird.

[0026] In Figur 4 ist die Stirnansicht des Kopfteils 5 der Kugelkupplung mit der Öffnung 8 dargstellt. Hier ist ebenfalls gut ersichtlich, wie der Schlitz 10 über die Verengung 10' in diese Öffnung 8 mündet. Die Breite des Schlitzes 10 ist vorteilhaft derart bemessen, dass sie etwa dem Durchmesser der Steuerlitze 2 entspricht oder etwas grösser ausgebildet ist. Damit lässt sich die Steuerlitze 2 hier einfach und ohne Beschädigung hindurchziehen. Auch der Durchmesser der Öffnung 8 weist vorteilhaft dieselbe Dimension auf. Damit kann verhindert werden, dass die Steuerlitze 2 bei einem Verdrehen der Kugelkupplung relativ zur Steuerlitze 2 durch die Kanten der Öffnung 8 beschädigt wird. Dazu trägt auch der Kragen 9 bei, welcher vorteilhaft zur Innenseite des Körpers 1 hin hochgebogen ist und damit abgerundet ist.

[0027] In Figur 5 ist die Seitenansicht auf den Körper 1 der Kugelkupplung dargestellt. Hier ist nun besonders gut die vom Schenkel 6 nach Innen abragende Zunge 13 ersichtlich. Diese Zunge 13 ist derart angeordnet, dass sie etwa in der Mitte gegenüber dem Durchbruch 12 des Schenkels 7 positioniert ist. Damit dringt das freie Ende der Zunge 13 in die Öffnung des Durchbruchs 12 ein, wenn die beiden Schenkel 6 und 7 gegeneinander zusammengedrückt werden.

[0028] Ebenfalls aus dieser Figur sind die beiden Laschen 14 und 15 zu erkennen, welche jeweils in den Schenkeln 6 und 7 federnd nach Innen in Richtung der Öffnung 8 ausgebildet sind. Diese Laschen 14 und 15 arretieren den kugelförmigen Körper 3 der Steuerlitze 2 in seiner von Innen gegen die Öffnung 8 angeschlagenen Position, wie dies beispielsweise besonders deutlich aus Figur 1 hervorgeht. Die Lasche 15 ist dabei durch den Spalt 10 geteilt und weist damit zwei Zungen auf, während die Lasche 14 einteilig geformt ist.

[0029] Wenn der Körper 1 beispielsweise aus Federstahl mit einer konstanten Dicke hergestellt ist, lassen sich die Laschen 14 und 15 einfach nach Innen abgebogen vorformen, und weisen damit eine definierte Klemmwirkung auf.

[0030] Weiter ist in Figur 5 die Ausbildung eines vom Schenkel 7 nach Innen abragenden Steges 16 erkennbar. Dieser Steg 16 ist in Längsrichtung des Körpers 1 gegenüber der gegenüberliegenden Zunge 13 versetzt angeordnet. Wenn die beiden Schenkel 6 und 7 gegeneinander angedrückt und fixiert werden, bilden der Steg 16, die Zunge 13 und der Durchbruch 12 ein Labyrinth oder Umlenkungspfad für das in Längsrichtung des Körpers 1 an dieser Stelle hindurch zu führende Behangband.

[0031] Das freie Ende der Zunge 13 weist vorzugsweise zwei Spitzen resp. eine V-förmige Nut auf, um eine optimale Klemm- resp. Rastwirkung im Behangband 4 zu erzielen, wie beispielsweise aus der Ansicht nach Figur 6 besonders deutlich hervorgeht.

[0032] Weiter ist aus Figur 6 die Ausbildung der nach Innen abgebogenen Lasche 7' am freien Ende des Schenkels 7 gut ersichtlich. In der Lasche 7' ist ein Öffnungsschlitz 18 ausgebildet, durch welchen das Ende des Behangbandes 4 eingeführt werden kann. Dadurch ist das Behangband 4 seitlich gegen ein Verrutschen oder Verschieben aus der Klemmposition innerhalb des Körpers 1 gesichert. Weiter dient die äussere Kante des Öffnungsschlitzes 18 als Rastkante 19, gegen welche eine am Ende des anderen Schenkels 6 ausgebildete Rastzunge 20 einrasten kann und damit die beiden Schenkel 6 und 7 in einer gegeneinander zusammengedrückten, geschlossenen Position fixiert. Innerhalb der Rastkante 19 kann vorteilhaft ein Ausschnitt ausgebildet sein, welcher das Eindringen der Spitze eines Werkzeuges in der geschlossenen Position des Körpers 1 erlaubt. Damit kann die formschlüssige Verbindung der beiden Enden der beiden Schenkel 6 und 7 einfach gelöst und damit der Körper 1 geöffnet werden. Es ist von grossem Vorteil, dass das Schliessen des Körpers 1 und damit das Fixieren des Behangbandes 4 in der Kugelkupplung mit einem einfachen Werkzeug, beispielsweise einer Beisszange, vorgenommen werden kann. Für das Lösen der Verbindung wird ein Werkzeug, beispielsweise ein Schraubenzieher, benötigt. Ein weiterer grosser Vorteil besteht darin, dass die Klemmverbindung aufgrund der vorgegebenen Geometrie eine definierte, immer gleich grosser Klemmkraft auf das Behangband 4 ausübt, und damit nicht die Gefahr besteht, dass durch unsachgemässe Bedienung eine zu grosse Kraft auf den Körper 1 ausgeübt wird, welche diesen Schwächen oder gar Beschädigen könnte.

[0033] Zur Unterstützung der Führung des Behangbandes 4 innerhalb der Kugelkupplung sind seitlich des Durchbruchs 12 noch Wulste 17 ausgebildet, wie aus Figur 5 hervorgeht. Die inneren Seitenkanten dieser Wulste 17 helfen, das Behangband innerhalb des Klemmbereiches des Durchbruchs 12, der Zunge 13 und des Steges 16 seitlich zu führen. Weiter unterstützen diese Wulste die Federwirkung der Lasche 7' des Schenkels 7.

[0034] In Figur 7 ist noch die Seitenansicht der Kugelkupplung in eingebautem Zustand dargestellt. Dabei ist nun besonders deutlich die Führung des Behangbandes 4 erkennbar, welches von unten in den Körper 1 der Kugelkupplung eingeführt ist und durch die Zunge 13 in Richtung des Durchbruchs 12 gedrückt wird, womit eine doppelte Umlenkung des Behangbandes 4 erreicht wird. Unterstützt wird die Umlenkung durch den versetzt zur Zunge 13 angeordneten Steg 16. Durch diese doppelte Umlenkung wird das Behangband 4 im Körper 1 zuverlässig fixiert und kann sich auch bei grösserer Belastung nicht verschieben. Wenn die beiden Schenkel 6 und 7 wieder voneinander getrennt werden, d.h. aufgespreizt werden, wird auch die Umlenkung des Behangbandes 4 gelöst und dieses kann entweder vollständig aus dem Körper 1 herausgezogen werden oder die Position des Behangbandes 4 im Körper 1 kann neu angepasst resp. eingestellt werden. Damit lässt sich einfach, schnell und präzise die Position des Behangbandes 4 in Bezug auf die Steuerlitze 2 einstellen und damit der Behang des Lamellenstorens justieren.

[0035] Ein grosser Vorteil der erfindungsgemässen Kugelkupplung liegt in ihrer Witterungsbeständigkeit und Temperaturunempfindlichkeit, was deren Einsatz auch unter klimatisch stark wechselnden Verhältnissen prädestiniert. Ebenfalls kann die erfindungsgemässe Kugelkupplung neben der Erstausrüstung von Lamellenstoren vorteilhaft auch für den Ersatz resp. Austausch von bestehenden Kugelkupplungen eingesetzt werden.


Ansprüche

1. Kugelkupplung für die Verbindung der Behangbänder von Lamellenstoren mit den Steuerlitzen (2) von Behangwendevorrichtungen, wobei im Bereich der Enden der Steuerlitzen (2) kugelförmige Körper (3) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Kugelkupplung aus einem bügelförmigen Körper (1) mit einem Kopfteil (5) und zwei davon abragenden Schenkeln (6,7) gebildet ist, wobei im Kopfteil (5) ein Öffnung (8) zur Durchführung der Steuerlitze (2) ausgebildet ist, in welche Öffnung (8) ein Schlitz (10) mündet, der sich in einen Schenkel (7) fortsetzt und dort in eine Ausnehmung (11) mündet, und weiter in einem Schenkel (7) ein Durchbruch (12) ausgebildet ist, in welchen eine am anderen Schenkel (6) ausgebildete und zwischen den Schenkeln (6,7) in Richtung des Durchbruchs (12) weisende Zunge (13) beim Zusammendrücken der Schenkel (6,7) hineinragt, und die Schenkel (6,7) an ihren freien Enden Mittel zum gegenseitigen, lösbaren Einrasten aufweisen.
 
2. Kugelkupplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (1) aus einem flächigen Material besteht, vorzugsweise aus einem Metall, vorzugsweise aus rostfreiem Stahl.
 
3. Kugelkupplung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfteil (5) im Wesentlichen als rechteckige Platte ausgebildet ist, von dessen zwei längeren Seitenkanten die beiden Schenkel (6,7) über eine runde Biegekante im wesentlichen rechtwinklig abragen.
 
4. Kugelkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (8) im Kopfteil (5) als im Wesentlichen kreisrunde Öffnung mit nach Innen abstehendem Kragen (9) ausgebildet ist, deren Öffnungsdurchmesser etwa der Dicke der Steuerlitzen (2) entspricht.
 
5. Kugelkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite des Schlitzes (10) und der Durchmesser der Öffnung (8) des Kopfteiles (5) mindestens der Dicke der Steuerlitze (2) entsprechen oder grösser ausgebildet sind und zwischen der Öffnung 8 und dem Schlitz 10 eine Verengung 10' ausgebildet ist.
 
6. Kugelkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (11), in welcher der Schlitz (10) mündet, mindestens einen freien Öffnungsquerschnitt aufweist, der grösser ist als der Querschnitt der kugelförmigen Körper (3) der Steuerlitzen (2).
 
7. Kugelkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in mindestens einem der Schenkel (6;7), vorzugsweise in beiden Schenkeln (6,7), im Bereich des Übergangs zum Kopfteil (5) zur Öffnung (8) des Kopfteils (5) gerichtete, federnde Laschen (14;15) ausgebildet sind.
 
8. Kugelkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zunge (13) im Wesentlichen senkrecht vom Schenkel (6) abragend ausgebildet ist und an ihrem freien Ende vorzugsweise mindestens eine zahnförmige Spitze oder eine v-förmige Nut aufweist.
 
9. Kugelkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchbruch (12) an einem Rand einen gegen die Zunge gerichteten Steg (16) aufweist, der in einem kleinen Abstand zur Zunge (13) versetzt angeordnet ist, vorzugsweise in Richtung des Kopfteiles (5) versetzt angeordnet.
 
10. Kugelkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass beidseits des Durchbruchs (12) im Schenkel (7) ein nach Innen in Richtung der Zunge (13) konvex ausgebogener Wulst (17) ausgebildet ist.
 
11. Kugelkupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das freie Ende (7') eines der Schenkel (7) nach Innen zum anderen Schenkel (6) hin abgebogen ausgebildet ist und einen Öffnungsschlitz (18) aufweist.
 
12. Kugelkupplung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Öffnungsschlitz (18) eine Rastkante (19) aufweist, in welche eine am freien Ende des anderen Schenkels (6) ausgebildete und vorzugsweise leicht nach Aussen abgebogene Rastzunge (20) federnd einrastbar ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht