[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Turbinenanlage mit einem Turbinenabschnitt,
mindestens einem Flammenraum, welcher ein Heißgas führt und eine dem Turbinenabschnitt
zugewandte Heißgasaustrittsöffnung aufweist sowie eine Anzahl im Bereich der Heißgasaustrittsöffnung
bzw. der Heißgasaustrittsöffnungen angeordneter Leitschaufeln.
[0002] Eine Turbinenanlage, insbesondere eine Gasturbinenanlage, ist eine Strömungsmaschine,
die im Wesentlichen einen Verdichterabschnitt, einen Turbinenabschnitt und einen zwischen
dem Turbinenabschnitt und dem Verdichterabschnitt angeordneten Brennerabschnitt mit
einer oder mehreren Brennkammern bzw. Flammrohren umfasst.
[0003] Im Betrieb einer derartigen Gasturbinenanlage wird Umgebungsluft durch den Verdichter
angesaugt und auf einen erhöhten Druck verdichtet. Die verdichtete Luft wird dem Brennerabschnitt
zugeführt, wo sie mit einem Brennstoff, bspw. Öl oder Gas, vermischt und in der oder
den Brennkammern verbrannt wird. Das auf Grund der Verbrennung stark erhitzte Verbrennungsabgas
wird schließlich als ein Arbeitsmedium dem Turbinenabschnitt zugeführt, wo es entspannt
und abkühlt und währenddessen die Turbine in Rotation versetzt. Auf diese Weise wird
die thermische Energie der Verbrennung in mechanische Arbeit umgewandelt, die einerseits
zum Antreiben des Verdichters, der mit der Turbine über eine gemeinsame Welle, den
so genannten Turbinenläufer oder Rotor, gekoppelt ist sowie zum Antreiben eines Verbrauchers,
bspw. eines Generators zum Erzeugen von Strom, dient.
[0004] Eine Gasturbinenanlage ist beispielsweise in
US 4,787,208 beschrieben. In dieser ist eine Anzahl von Übergangsrohren vorhanden, welche in Umfangsrichtung
um den Turbinenläufer herum angeordnet sind und Brenneranordnungen des Brennerabschnittes
mit dem Turbinenabschnitt verbinden. Das von den Brennern erzeugte Heißgas wird von
den Übergangsrohren in Richtung auf den Turbinenabschnitt geleitet und tritt aus den
Heißgasaustrittsöffnungen der Übergangsrohre in den Turbinenabschnitt aus.
[0005] Den Heißgasaustrittsöffnungen ist strömungstechnisch eine Anzahl von Leitschaufeln
nachgeschaltet, welche den austretenden Heißgasstrom führen und derart ablenken, dass
seine kinetische Energie wirksam auf den Turbinenläufer übertragen werden kann. Die
Turbinenleitschaufeln sind um den Turbinenläufer herum angeordnet, erstrecken sich
im Wesentlichen in der Radialrichtung des Turbinenläufers und weisen an ihrem radial
inneren Ende und ihrem radial äußeren Ende jeweils einen Befestigungsabschnitt auf.
Während der radial innere Befestigungsabschnitt an einem den Turbinenläufer umgebenden
Bauteil, der sog. Wellenabdeckung, befestigt ist, ist der radial äußere Befestigungsabschnitt
an einem Leitschaufelträger befestigt.
[0006] Die beschriebene Art der Befestigung der Leitschaufeln führt dazu, dass diese eine
Pendelbewegung aufgrund der unterschiedlichen thermischen Dehnungen des Leitschaufelträgers
und der Wellenabdeckung ausführen. Der Leitschaufelträger dehnt sich entgegen der
Strömungsrichtung des Heißgases aus, wohingegen sich die Wellenabdeckung in Strömungsrichtung
ausdehnt. Diese Pendelbewegung kann zu hohem Verschleiß und zu Verformungen der Dichtungen
zwischen den Übergangsrohren und Leitschaufelbefestigung führen. Falls die Übergangsrohre
am Leitschaufelträger fixiert sind, kommt es auf Grund der Wärmedehnung des Übergangsrohres
zu einer Relativbewegung zwischen Brenner und Übergangsrohr. Im Bereich des Brenners
sowie im Bereich des Übergangs zwischen den Übergangsrohren und dem Turbinenabschnitt
sind daher komplexe Dichtsysteme notwendig, welche die Bewegung der Turbinenleitschaufeln
und des Übergangsrohres berücksichtigen.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es eine gegenüber dem genannten Stand der
Technik verbesserte Turbinenanlage zur Verfügung zu stellen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Turbinenanlage nach Anspruch 1 gelöst. Die abhängigen
Ansprüche enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Turbinenanlage.
[0009] Eine erfindungsgemäße Turbinenanlage, die insbesondere als Gasturbinenanlage ausgestattet
sein kann, umfasst:
- einen eine Axialrichtung und eine Radialrichtung aufweisenden Turbinenabschnitt,
- mindestens einen Flammenraum, welcher ein Heißgas führt und eine dem Turbinenabschnitt
zugewandte Heißgasaustrittsöffnung aufweist,
- eine Anzahl im Bereich der Heißgasaustrittsöffnung bzw. der Heißgasaustrittsöffnungen
angeordneter Leitschaufeln, welche jeweils ein sich in Radialrichtung erstreckendes
Schaufelblatt und einen radial äußeren Befestigungsabschnitt sowie einen radial inneren
Befestigungsabschnitt aufweisen, und
- einen Leitschaufelträger, an dem der radial äußere Befestigungsabschnitt befestigt
ist. Der radial äußere Befestigungsabschnitt kann beispielsweise als ein aus Außenringsegmenten
aufgebauter Außenring ausgestaltet sein, der allen entlang derselben Umfangslinie
um den Turbinenläufer herum angeordneten Leitschaufeln, die einen sog. Leitschaufelkranz
bilden, gemeinsam ist. Ebenso kann der innere Befestigungsabschnitt als ein aus Innenringsegmenten
aufgebauter Innenring ausgestaltet sein, der allen Leitschaufeln eines Leitschaufelkranzes
gemeinsam ist. In der erfindungsgemäßen Turbinenanlage ist auch der innere Befestigungsabschnitt
unmittelbar oder mittelbar am Leitschaufelträger befestigt.
[0010] Dadurch, dass beide Befestigungsabschnitte am Leitschaufelträger befestigt sind,
führt die thermische Dehnung für beide Befestigungsabschnitte im Wesentlichen zur
selben Bewegung. Ein Kippen der Leitschaufeln kann dadurch weitgehend unterbunden
werden. Die Reduktion der Kippbewegung führt dazu, dass die Dichtkonzepte deutlich
vereinfacht werden können.
[0011] Das Befestigen sowohl des inneren als auch des äußeren Befestigungsabschnittes am
Leitschaufelträger kann unmittelbar oder mittelbar, also über die Zwischenschaltung
weiterer Konstruktionselemente, erfolgen.
[0012] In einer ersten konstruktiven Ausgestaltung der Erfindung, in der das Befestigen
des inneren Befestigungsabschnittes am Leitschaufelträger mittelbar erfolgt, ist wenigstens
ein Bügel vorhanden, der ein am Leitschaufelträger befestigtes erstes Bügelende und
ein vom Leitschaufelträger entfernt angeordnetes und im Vergleich zum ersten Ende
radial weiter innen liegendes zweites Bügelende aufweist. Der innere Befestigungsabschnitt
ist in dieser Ausgestaltung am zweiten Bügelende befestigt. Außerdem kann eine Dichtung
zwischen den zweiten Bügelenden und einer eine Turbinenwelle umgebende Wellenabdeckung
vorhanden sein.
[0013] Wenn die Flammenräume als eine Anzahl ringförmig um die Axialrichtung herum verteilter
Übergangsrohre ausgebildet sind, können die Bügel zwischen benachbarten Übergangsrohren
hindurch zum inneren Befestigungsabschnitt geführt sein. Der Platz zwischen den Übergangsrohren
hängt hauptsächlich von der Anzahl an Übergangsrohren ab. Der Abstand der Bügel zu
den jeweiligen Übergangsrohren kann an den Kühlluftbedarf der Übergangsrohre angepasst
werden. Die Maße der Bügel sollten insbesondere im Hinblick der benötigten Steifigkeit
der Konstruktion gewählt werden.
[0014] Wenn zwischen den Übergangsrohren und den Leitschaufeln des ersten Leitschaufelkranzes
ein Abstandshalter, beispielsweise in Form eines den Turbinenläufer umgebenden Ringes,
angeordnet ist, kann dieser ebenfalls an dem Bügel befestigt werden, um zu vermeiden,
dass er sich unter thermischer Dehnung anders verhält als der innere Befestigungsabschnitt
der Leitschaufeln.
[0015] In einer zweiten konstruktiven Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Turbinenanlage,
in welcher der innere Befestigungsabschnitt ebenfalls mittelbar am Leitschaufelträger
befestigt ist, ist eine den Turbinenrotor umgebende Wellenabdeckung vorhanden. Außerdem
ist eine Rippe mit einem am Leitschaufelträger befestigten ersten Rippenende und einem
an der Wellenabdeckung befestigten zweiten Rippenende vorhanden. Der innere Befestigungsabschnitt
ist in dieser Ausgestaltung an der Wellenabdeckung befestigt. In dieser konstruktiven
Ausgestaltung ist die Wellenabdeckung gegenüber dem Verdichter beweglich angeordnet
und über die Rippen am Leitschaufelträger fixiert, so dass der Innenring mittelbar
am Leitschaufelträger befestigt ist. Im Stand der Technik ist die Wellenabdeckung
dagegen über eine Rippe durch einen sog. Diffusor am Verdichtergehäuse fixiert. Zwar
wird durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung ein verbessertes Abdichten der Wellenabdeckung
zum Verdichter hin nötig, jedoch kann diese Abdichtung aufgrund der im Bereich des
Verdichters herrschenden relativ niedrigen Temperaturen verhältnismäßig einfach bewerkstelligt
werden. Die Abdichtung von der Wellenabdeckung zur Turbine wird hingegen erheblich
vereinfacht.
[0016] Wenn die Flammenräume durch eine Anzahl ringförmig um die Axialrichtung herum verteilter
Übergangsrohre gebildet werden, können die Rippen zwischen jeweils zwei benachbarten
Übergangsrohren hindurch geführt sein. Wie in der Ausgestaltung mit den Bügeln hängt
der Platz zwischen den Übergangsrohren hauptsächlich von deren Anzahl ab, und der
Abstand der Rippen zu den Übergangsrohren sollte sich am Kühlluftbedarf der Übergangsrohre
orientieren. Die Maße der Rippen werden im Hinblick auf die benötigte Steifigkeit
der Konstruktion und den vorhandenen Platz gewählt.
[0017] In einer dritten konstruktiven Ausgestaltung, in welcher der innere Befestigungsabschnitt
unmittelbar am Leitschaufelträger befestigt ist, sind Flammenräume in Form einer Anzahl
ringförmig um die Axialrichtung herum verteilter Übergangsrohre vorhanden. Im Bereich
der Heißgasaustrittsöffnungen der Übergangsrohre ist ein mit dem Leitschaufelträger
fest verbundener Käfig vorhanden, der Aufnahmen für die Heißgasaustrittsöffnungen
aufweisenden Enden der Übergangsrohre aufweist. Sowohl der äußere Befestigungsabschnitt
als auch der innere Befestigungsabschnitt der Leitschaufeln sind am Käfig befestigt.
[0018] Insbesondere sind die Übergangsrohre gegenüber dem Leitschaufelträger beweglich angeordnet
und lediglich in die Aufnahmen eingesteckt. Dadurch wird eine Bewegung der Übergangsrohre
gegenüber dem Käfig bei thermischer Dehnung möglich.
[0019] In einer Weiterbildung dieser Ausgestaltung ist zwischen dem Käfig und der Wellenabdeckung
eine Dichtung angeordnet.
[0020] Weitere Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf
die beiliegenden Figuren.
- Figur 1
- zeigt einen Ausschnitt aus einer Gasturbinenanlage nach Stand der Technik.
- Figur 2
- zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel für die erfindungsgemäße Turbinenlage in einer
geschnittenen Seitenansicht.
- Figur 3
- zeigt das Ausführungsbeispiel aus Figur 2 in einer perspektivischen Darstellung.
- Figur 4a
- zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel für die erfindungsgemäße Turbinenanlage in einer
geschnittenen Seitenansicht.
- Figur 4b
- zeigt eine Abwandlung des in Figur 4 dargestellten Ausführungsbeispiels.
- Figur 5
- zeigt das Ausführungsbeispiel aus Figur 4a in einer geschnittenen perspektivischen
Darstellung.
- Figur 6
- zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel für die erfindungsgemäße Turbinenanlage in einer
geschnittenen Seitenansicht.
- Figur 7
- zeigt das dritte Ausführungsbeispiel in einem Schnitt entlang der Linie A-A aus Figur
6.
[0021] Um die Unterschiede der erfindungsgemäßen Turbinenanlage zu Turbinenanlagen nach
dem Stand der Technik besser verdeutlichen zu können, wird nachfolgend mit Bezug auf
Figur 1 zunächst eine Gasturbinenanlage nach Stand der Technik beschrieben.
[0022] Die Gasturbinenanlage umfasst einen Verdichterabschnitt 1, einen Brennerabschnitt
3 und einen Turbinenabschnitt 5. Durch die gesamte Anlage erstreckt sich eine Welle
10, welche einerseits die Turbinenlaufschaufeln 30, 32 und andererseits die Verdichterlaufschaufeln
50 trägt. Eine Reihe von Laufschaufeln sind jeweils entlang einer Umfangslinie der
Welle 10 angeordnet und bilden einen Laufschaufelkranz. Die Welle 10 mit den Turbinenlaufschaufeln
30, 32 und Verdichterlaufschaufeln 50 wird auch Turbinenläufer oder Rotor genannt.
[0023] Im Turbinenabschnitt 5 sind zudem Leitschaufeln 40, 42 vorhanden, die zwischen den
Laufschaufelkränzen angeordnet sind. Ebenso sind Verdichterleitschaufeln 60 zwischen
den Verdichterlaufschaufelkränzen 50 angeordnet. Auch die Leitschaufeln 60 sind kranzförmig
angeordnet und bilden Leitschaufelkränze.
[0024] Im Brennerabschnitt 3 umfasst eine große Kammer, das sog. Brennerplenum 7, in welche
vom Verdichter verdichtete Luft austritt. Im Brennerplenum 7 ist eine Anzahl von Brennern
9 vorhanden, welche ringförmig um die Turbinenwelle 10 herum angeordnet sind. Die
Brenner 9 sind über Übergangsrohre 13 strömungstechnisch mit dem Turbinenabschnitt
5 verbunden.
[0025] Aufgrund der hohen Temperaturen der beim Betrieb der Anlage entstehenden Verbrennungsgase
können die Leitschaufeln 40 des ersten Leitschaufelkranzes nur die Strömungskräfte,
aber keine mechanischen Kräfte aufnehmen. Sie werden deshalb sowohl an ihrem in Bezug
auf die Welle 10 radial äußeren Ende als auch an ihrem radial inneren Ende gehalten.
Sie sind dabei einerseits an einem Leitschaufelträger 44 und andererseits an einer
Wellenabdeckung 46 befestigt. Diese Art der Befestigung führt jedoch dazu, dass die
Leitschaufeln 40 aufgrund der unterschiedlichen thermischen Dehnung von Leitschaufelträger
44 und Wellenabdeckung 46 eine Pendelbewegung ausführen. Der Leitschaufelträger 44
dehnt sich nämlich entgegen der Strömungsrichtung und die Wellenabdeckung 46 in Strömungsrichtung.
Die Pendelbewegung hat einen hohen Verschleiß der Leitschaufeln zur Folge und kann
zu Verformungen führen. Zudem sind komplexe Dichtsysteme nötig, um eine Abdichtung.des
Brennerplenums 7 gegen die strömenden Heißgase trotz der Pendelbewegung sicher gewährleisten
zu können.
[0026] Ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die Figuren
2 und 3 beschrieben, die einen Ausschnitt aus einer Gasturbinenanlage zeigen. Es sind
ein Brenner 9, Übergangsrohre 13 und ein Ausschnitt aus dem Turbinenabschnitt 5 der
Gasturbinenanlage zu erkennen. Vom Turbinenabschnitt 5 sind insbesondere der Leitschaufelträger
44 und eine Leitschaufel 40 des ersten Leitschaufelkranzes dargestellt. Daneben ist
auch die Wellenabdeckung 46 gezeigt. Zusätzlich ist als ein Teil des Verdichterabschnittes
die Außenschale 64 des Verdichterabschnittes 1 dargestellt. Ein Spalt zwischen der
Verdichteraußenschale 64 und der Wellenabdeckung 46 bildet den Ausgang 2 des Verdichters.
[0027] Die Leitschaufeln 40 des ersten Leitschaufelkranzes weisen jeweils ein Schaufelblatt
41 auf, welches an seinem mit Bezug auf die Welle 10 radial inneren Ende in einen
sich um die Welle 10 herum erstreckenden inneren Leitschaufelring 47 als inneren Befestigungsabschnitt
mündet. Das radial äußere Ende mündet in einen äußeren Leitschaufelring 48, welches
auch als äußerer Befestigungsabschnitt bezeichnet wird. Während der innere Leitschaufelring
47 an der Wellenabdeckung 46 fixiert ist, ist der radial äußere Leitschaufelring 48
am Leitschaufelträger 44 fixiert.
[0028] Die Wellenabdeckung 46 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel über eine Anzahl von
Rippen 49 am Leitschaufelträger 44 befestigt. Die Rippen 49 sind zwischen benachbarten
Übergangsrohren 13 hindurchgeführt. Dadurch ist auch der radial innere Leitschaufelring
47 mittelbar am Leitschaufelträger 44 befestigt. Die Rippen sorgen dafür, dass eine
mögliche Relativbewegung zwischen dem Leitschaufelträger 44 und der Wellenabdeckung
46 wirksam unterdrückt werden kann. Die Pendelbewegung der Leitschaufeln 40 des ersten
Leitschaufelkranzes lässt sich dadurch wirksam reduzieren. Die Abdichtung der Wellenabdeckung
zur Verdichterseite hin ist zudem wesentlich einfacher zu bewerkstelligen. Gleichzeitig
können die Seitenflächen der Rippen 49 als Leitflächen dienen, welche vermehrt Verdichterluft
in den Bereich der Übergangsrohre 13 leiten, in dem die Heißgasaustrittsöffnungen
14 angeordnet sind. Dadurch kann die Kühlung der Übergangsrohre 13 verbessert werden.
Schließlich können im Vergleich zum Stand der Technik Verbindungsrippen, welche die
Verdichteraußenschale 64 mit der Wellenabdeckung 46 verbinden, weggelassen werden,
wodurch sich der Strömungsquerschnitt des Verdichterausgangs 2 erhöhen lässt.
[0029] Ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die
Figuren 4a, 4b und 5 beschrieben, die einen Ausschnitt aus einer Gasturbinenanlage
zeigen, welcher dem in den Figuren 2 und 3 dargestellten Ausschnitt entspricht. Elemente,
welche den in den Figuren 2 und 3 dargestellten Elementen entsprechen sind mit denselben
Bezugsziffern wie in Figur 2 und Figur 3 bezeichnet und werden nicht noch einmal erläutert,
um unnötige Wiederholungen zu vermeiden.
[0030] Im zweiten Ausführungsbeispiel sind Bügel 149 vorhanden, die näherungsweise die Form
eines auf der Seite liegenden "U" aufweisen und zwischen benachbarten Übergangsrohren
13 hindurchgeführt sind. Das äußere Ende 150 der Bügel 149 ist am Turbinenleitschaufelträger
44 befestigt. Das freie innere Ende 152 der Bügel 149 liegt dem am Leitschaufelträger
44 befestigten Ende 150 in im Bezug auf die Welle 10 radialer Richtung gegenüber.
Am freien Ende 152 ist der innere Leitschaufelring 47 fixiert.
[0031] Im Unterschied zur vorherigen Variante ist die Wellenabdeckung 46 nicht mit dem Turbinenleitschaufelträger
44 verbunden. Stattdessen ist sie über Rippen 66 an der Verdichteraußenschale 64 befestigt.
Die freien Enden 152 der Bügel 149 bilden Ringsegmente, die gemeinsam einen die Wellenabdeckung
46 umgebenden Ring bilden. Zwischen diesem Ring und der Wellenabdeckung 46 ist eine
Dichtung 45 angeordnet, um den Turbinenabschnitt 5 gegen das Brennkammerplenum 7 abzudichten.
[0032] Da die Leitschaufeln 40 des ersten Leitschaufelkranzes nur am Turbinenleitschaufelträger
44 befestigt sind, kann eine Pendelbewegung aufgrund thermischer Dehnung wirksam reduziert
werden. Aufgrund der reduzierten Pendelbewegung lässt sich auch der Abdichtungsaufwand
stark reduzieren.
[0033] Figur 4b zeigt eine Abwandlung des zweiten Ausführungsbeispiels. In der Abwandlung
ist zusätzlich ein Abstandhalter 43 zwischen dem Ausgang 14 des Übergangsrohres 13
und der Turbinenleitschaufel 40 vorhanden. Dieser Abstandshalter 43 ist ebenfalls
am Bügel 149 befestigt. Ein Abstandshalter kann grundsätzlich auch in den beiden anderen
Ausführungsbeispielen vorhanden sein und dort an der Rippe bzw. am Käfig (drittes
Ausführungsbeispiel, das nachfolgend beschrieben wird) befestigt sein.
[0034] Ein drittes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die
Figuren 6 und 7 beschreiben. Die Figuren zeigen den Übergangsbereich zwischen den
Übergangsrohren 13 und dem Turbineabschnitt 5. Es sind der Leitschaufelträger 44,
die Wellenabdeckung 46, eine Leitschaufel 40 mit Schaufelblatt 41, innerem Leitschaufelring
47 und äußerem Leitschaufelring 48 zu erkennen. Zudem ist ein Übergangsrohr 13 angedeutet.
[0035] Am Turbinenleitschaufelträger 44 ist ein Käfig 100 angeordnet. Dieser weist einen
Käfigaußenring 102 und einen Käfiginnenring 104 auf. Der Käfigaußenring 102 und der
Käfiginnenring 104 sind über eine Anzahl von Käfigstegen 106 miteinander verbunden.
Die Räume zwischen zwei benachbarten Käfigstegen bilden Aufnahmen 108, in welche die
Heißgasaustrittsöffnungen 14 aufweisenden Enden der Übergangsrohre 13 eingeschoben
sind.
[0036] Der Käfig 100 besitzt keine starre Verbindung zur Wellenabdeckung 46, sondern eine
Dichtung 101. Auf diese Weise ist eine Relativbewegung zwischen Käfig 100 und Turbinenleitschaufelträger
44 einerseits und der Wellenabdeckung 46 andererseits aufgrund thermischer Dehnung
möglich.
[0037] Der Käfigaußenring 102 weist einen Haltebereich auf, in den der Leitschaufelaußenring
eingesetzt ist. Entsprechend weist der Käfiginnenring 104 einen Haltebereich auf,
in den der Leitschaufelinnenring 47 eingesetzt ist. Der Leitschaufelkranz wird daher
vollständig vom Käfig 100 gehalten. Auf diese Weise sind die Leitschaufeln 40 des
ersten Leitschaufelkranzes nur am Turbinenleitschaufelträger 44 befestigt. Die Haltebereiche
der Käfigringe 102, 104 können bspw. in Form von Ringnuten ausgestattet sein. Aufgrund
der Befestigung des ersten Leitschaufelkranzes alleine am Käfig 100 führen die Leitschaufeln
40 keine Pendelbewegung mehr aufgrund thermischer Dehnung aus.
[0038] Zwar ist es grundsätzlich möglich, den Käfig 100 einstückig mit dem Turbinenleitschaufelträger
44 auszubilden, jedoch ist es vorteilhaft, wenn der Käfig als eigenes Bauteil ausgebildet
ist, welches lediglich am Turbinenleitschaufelträger 44 vorzugsweise lösbar fixiert
ist. Zur Montage oder Demontage der Leitschaufeln 40 kann der Käfig 100 dann vom Turbinenleitschaufelträger
44 abgenommen werden, was die Montage und Demontage deutlich vereinfacht.
[0039] Die Übergangsrohre 13 können im vorliegenden Ausführungsbeispiel am Käfig 100 und
damit am Turbinenleitschaufelträger 44 fixiert sein. In diesem Fall können sich die
Übergangsrohre 13 aufgrund der thermischen Dehnung des Leitschaufelträgers 44 gegenüber
den Brennern 9 verschieben. Zwischen den Brennern 9 und den Übergangsrohren 13 sind
daher Schleifdichtungen angeordnet. Zudem ist eine flexible Halterung der Übergangsrohre
in der Nähe der Brenner vorhanden.
[0040] Alternativ ist es jedoch auch möglich, die Übergangsrohre 13 an den Brennern 9 oder
am Gehäuse zu befestigen und die Übergangsrohre 13 lediglich in die Aufnahmen 108
im Käfig 100 einzuschieben, so dass sie innerhalb der Aufnahmen 108 zu verschieben
sind. Dadurch lässt sich das Dichtkonzept zwischen den Brennern 9 und den Übergangsrohren
13 vereinfachen, da keine Relativbewegung mehr zwischen den Brennern 9 und den Übergangsrohren
13 stattfindet. Stattdessen ermöglicht das bloße Einschieben der Übergangsrohre 13
in die Aufnahmen 108 des Käfigs 100 eine Relativbewegung zwischen dem Käfig 100 und
den Übergangsrohren 13. Mit dieser Ausgestaltung kann der durch Schiebebewegungen
verursachte Verschleiß der Dichtung zwischen Brenner 9 und Übergangsrohr 13 verringert
werden. Zudem ist die Montage und Demontage der Übergangsrohre 13 an den Brennern
9 vereinfacht, da kein kompliziertes Dichtungssystem installiert werden muss.
1. Turbinenanlage mit
- einem eine Axialrichtung und eine Radialrichtung aufweisenden Turbinenabschnitt
(5),
- mindestens einem Flammraum (13), welcher ein Heißgas führt und eine dem Turbinenabschnitt
(5) zugewandte Heißgasaustrittsöffnung (14) aufweist,
- einer Anzahl im Bereich der Heißgasaustrittsöffnung bzw. der Heißgasaustrittsöffnungen
(14) angeordneter Leitschaufeln (40), welche jeweils ein sich in Radialrichtung erstreckendes
Schaufelblatt (41) und einen radial äußeren Befestigungsabschnitt (48) sowie einen
radial inneren Befestigungsabschnitt (47) aufweisen, und
- einem Leitschaufelträger (44), an dem der äußere Befestigungsabschnitt (48) befestigt
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der innere Befestigungsabschnitt (47) ebenfalls am Leitschaufelträger (44) befestigt
ist.
2. Turbinenanlage nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
wenigstens einen Bügel (149) mit einem am Leitschaufelträger (44) befestigten ersten
Bügelende (150) und einem vom Leitschaufelträger (44) entfernten und im Vergleich
zum ersten Bügelende (150) radial weiter innen liegenden zweiten Bügelende (152),
wobei der innere Befestigungsabschnitt (47) am zweiten Bügelende (152) befestigt ist.
3. Turbinenanlage nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Flammräume eine Anzahl ringförmig um die Axialrichtung herum verteilter Übergangsrohre
(13) vorhanden sind und dass die Bügel (149) zwischen benachbarten Übergangsrohren
(13) hindurchgeführt sind.
4. Turbinenanlage nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Abstandshalter (43) zwischen den Heißgasaustrittsöffnungen (14) der Übergangsrohre
(13) einerseits und den Leitschaufeln (40) andererseits angeordnet ist, welcher an
dem wenigstens einen Bügel (149) befestigt ist.
5. Turbinenanlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine eine Turbinenwelle (10) umgebende Wellenabdeckung (46) und wenigstens eine Rippe
(49) mit einem am Leitschaufelträger (44) befestigten ersten Rippenende (49a) und
einem an der Wellenabdeckung (46) befestigten zweiten Rippenende (49b) vorhanden sind,
und dass der innere Befestigungsabschnitt (47) an der Wellenabdeckung (46) befestigt
ist.
6. Turbinenanlage nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
als Flammräume eine Anzahl ringförmig um die Axialrichtung herum verteilter Übergangsrohre
(13) vorhanden sind und dass die Rippen (49) zwischen jeweils zwei benachbarten Übergangsrohren
(13) hindurchgeführt sind.
7. Turbinenanlage nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
sie einen Verdichter (1) umfasst, gegenüber dem die Wellenabdeckung (46) beweglich
angeordnet ist.
8. Turbinenanlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- als Flammräume eine Anzahl ringförmig um die Axialrichtung herum verteilter Übergangsrohre
(13) vorhanden sind,
- ein im Bereich der Heißgasaustrittöffnungen (14) der Übergangsrohre (13) ein mit
dem Leitschaufelträger (44) fest verbundener Käfig (100) mit Aufnahmen (108) für die
Heißgasaustrittsöffnungen (14) aufweisenden Enden der Übergangsrohre (13) vorhanden
ist und
- sowohl der äußere Befestigungsabschnitt (48) als auch der innere Befestigungsabschnitt
(47) am Käfig (100) befestigt sind.
9. Turbinenanlage nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Übergangsrohre (13) gegenüber dem Leitschaufelträger (44) beweglich angeordnet
sind und die Übergangsrohre (13) in die Aufnahmen (108) eingesteckt sind.
10. Turbinenanlage nach einem der Ansprüche 2 bis 4 oder nach einem Ansprüche 8 und 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine eine Turbinenwelle (10) umgebende Wellenabdeckung (46) vorhanden ist und zwischen
den zweiten Bügelenden (152) bzw. dem Käfig (100) einerseits und der Wellenabdeckung
andererseits eine Dichtung (45, 101) vorhanden ist.