[0001] Die Erfindung betrifft einen Elektromagneten und ein Verfahren zu dessen Herstellung.
[0002] Für den Betrieb in der Schweiz müssen Lokomotiven mit einem
Zugsicherungssystem ausgerüstet sein, das eine Magneteinrichtung aufweist. Das Zugsicherungssystem
ist in der Fachwelt unter der Bezeichnung "Integra Signum" bekannt. Eine Magnetfeldsonde
(Spule), die streckenseitig angeordnet ist, detektiert das Magnetfeld der Magneteinrichtung,
wenn die Lokomotive die Magnetfeldsonde überfährt. Die Magneteinrichtung ist ein Permanentmagnet
hoher Feldstärke, der im Untergestell des Schienenfahrzeuges in Gleismitte und knapp
oberhalb der Schienenoberkante (130-150mm) eingebaut ist.
[0003] Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Magneteinrichtung beim Betrieb der Lokomotiven
in anderen Ländern zu Fehlfunktionen an Einrichtungen führen kann, die an der Strecke
angeordnet sind, insbesondere dann, wenn die Einrichtungen wie teilweise im österreichischen
Bahnnetz in Gleismitte installiert sind. Hierbei handelt es sich z. B. um Achszähler
für Gleisfreimeldeeinrichtungen oder andere Steuereinrichtungen.
[0004] Falls der Permanentmagnet durch einen Elektromagneten ersetzt werden soll, stellen
sich die Probleme, dass das Magnetfeld des Elektromagneten etwa gleich stark wie das
Magnetfeld des Permanentmagneten sein muss, wobei der zur Verfügung stehenden Einbauraum
für den Elektromagneten beschränkt ist, dass die durch elektrische Verluste erzeugte
Wärme von dem Elektromagneten abgeführt werden muss, wobei eine Zwangskonvektion den
technischen Aufwand erhöhen würde und aus Platzgründen nicht oder nur mit Schwierigkeiten
realisierbar ist, dass die Zuverlässigkeit des Elektromagneten insbesondere dann gegenüber
dem Permanentmagneten reduziert ist, wenn zur Spannungs- und/oder Stromsteuerung zusätzliche
Steuereinrichtungen wie DC/DC-Wandler eingesetzt werden. Außerdem ist für den Elektromagneten
mit höheren Kosten als für den Permanentmagneten zu rechnen.
[0005] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Elektromagneten und ein Verfahren
zu dessen Herstellung anzugeben, sodass der Elektromagnet auf einfache Weise und kostengünstig
hergestellt werden kann.
[0006] Ferner soll ein Elektromagnet bereitgestellt werden, der eine vergleichbar hohe magnetische
Feldstärke erzielen kann, die beim Betrieb an einer Stromversorgung eines Schienenfahrzeugs
vergleichbar einem Permanentmagneten ähnlicher Baugröße und ähnlichen Gewichts ist
(insbesondere für das Integra-Signum-System), wobei die Feldstärke auch dann erreichbar
sein soll, wenn der Elektromagnet bei niedrigem Ladezustand einer Fahrzeugbatterie
ohne zusätzliche strom- und/oder spannungssteuernde Einrichtungen direkt an die Fahrzeugbatterie
angeschlossen ist.
[0007] Weiterhin soll ein Elektromagnet bereitgestellt werden, dessen Wärmeverlustleistung
ohne Zwangskonvektion (d. h. durch zusätzliche Einrichtungen wie einen Ventilator
forcierte Luftströmung) abgeführt werden kann.
[0008] Außerdem soll ein Elektromagnet bereitgestellt werden, dessen Rest-Magnetfeld bei
ausgeschaltetem Elektromagneten gering ist.
[0009] Auch soll die Ausführung robust gegen Wettereinwirkung und mechanische Einwirkung
sein, um den Elektromagneten im Untergestell des Schienenfahrzeugs anbringen zu können.
[0010] Es wird ein Elektromagnet vorgeschlagen, der ein Gehäuse, einen Spulenträger und
eine Wicklung aufweist. Die Wicklung weist ein langgestrecktes elektrisch leitendes
Leitungsmaterial auf, das mehrfach um den Spulenträger herum gewickelt ist. Der Spulenträger
ist insbesondere in einer definierten Position in dem Gehäuse angeordnet und an dem
Gehäuse befestigt. Somit trägt der Spulenträger die Wicklung und wird der Spulenträger
wiederum von dem Gehäuse getragen und aufgenommen. Die Montage einer solchen Spule
ist sehr einfach. Durch das Gehäuse wird die Wicklung wirksam vor äußeren Einflüssen
geschützt. Außerdem ist die Konstruktion sehr stabil. Die Stabilität kann noch dadurch
gesteigert werden, dass Zwischenräume zwischen der in dem Gehäuse angeordneten Wicklung
und dem Spulenträger einerseits und dem Gehäuse andererseits ausgefüllt werden, insbesondere
vergossen werden. Ferner kann durch mehrlagiges Wickeln des Leitungsmaterials bei
geringem Platzbedarf eine auf die jeweilige gewünschte Feldstärke und Stromversorgung
abgestimmte Wicklungsanzahl erzielt werden. Dies führt, wie noch gezeigt wird, zu
moderaten Wärmeverlusten beim Betrieb des Elektromagneten. Die Wicklungsanzahl kann
somit so gewählt werden, dass der Betrieb ohne Verwendung von Steuereinrichtungen
unmittelbar an einer Fahrzeugbatterie möglich ist. Dies verringert die Ausfallwahrscheinlichkeit
des Elektromagneten erheblich.
[0011] Außerdem können die Abmessungen des Gehäuses und der fertigen Wicklung so aufeinander
abgestimmt werden, dass die Wicklung nur in geringem Abstand zu der Gehäuse-Innenwand
endet. Dadurch kann die Verlustwärme effektiv über das Gehäuse nach außen abgeführt
werden, insbesondere wenn der Zwischenraum mit einem gut wärmeleitenden Material ausgefüllt
ist.
[0012] Ein weiterer Vorteil des Elektromagneten besteht in seinem niedrigen Gewicht auf
Grund der kompakten Bauform und der geringen Anzahl von Einzelteilen. Der Spulenträger
kann direkt oder über verhältnismäßig leichte Befestigungselemente mit dem Gehäuse
verbunden sein. Das Gehäuse kann wiederum aus einem leichten Material wie z. B. Aluminium
oder Kunststoff gefertigt sein. Insbesondere dann, wenn der Gehäuse-Inhalt vergossen
ist, entsteht trotz der leichten Ausführung des Gehäuses ein sehr stabiler Elektromagnet.
[0013] Vorzugsweise ist der Spulenträger stabförmig ausgestaltet (darunter wird auch ein
hohler Stab verstanden) und erstreckt sich in einer Längsrichtung, wobei der Spulenträger
an in der Längsrichtung gegenüberliegenden Enden des Spulenträgers mit dem Gehäuse
verbunden ist. Auf diese Weise ist der Spulenträger besonders stabil an dem Gehäuse
befestigt. Außerdem erlaubt die hinsichtlich der Position definierte Befestigung des
fertig bewickelten Spulenträgers an seinen Enden eine besonders präzise Positionierung
relativ zu dem Gehäuse. Dies wiederum führt dazu, dass das Magnetfeld bezüglich des
Gehäuses definiert ausgerichtet und positioniert ist. Insbesondere wenn ein Permanentmagnet
durch den erfindungsgemäßen Elektromagneten ersetzt werden soll, ist dies ein wichtiger
Vorteil. Die Ausrichtung und Positionierung des Magnetfeldes kann dann einfach durch
mechanische Positionierung des Gehäuses vorgenommen werden.
[0014] Insbesondere kann an zumindest einem der Enden des Spulenträgers ein (vorzugsweise
plattenförmiges) Befestigungselement mit dem Spulenträger verbunden (z.B. verschweißt)
sein, das sich quer zu der Längsrichtung über den Außenumfang des Spulenträgers hinaus
erstreckt. Das Befestigungselement stößt an einer Mehrzahl von Stellen an Wänden des
Gehäuses an und ist mit dem Gehäuse verbunden. Insbesondere stößt das Befestigungselement
an zumindest drei (vorzugsweise fünf) verschiedenen Seiten innen an der Gehäusewand
an, so dass die Position des Befestigungselements und damit auch des Spulenträgers
bezüglich dieser Seiten des Gehäuses festgelegt ist bzw. festgelegt werden kann. Zusätzlich
kann die (in der Längsrichtung gemessene) Länge des Spulenträgers, einschließlich
des daran befestigten Befestigungselements gleich der (innenseitig gemessenen) Länge
des Gehäuses sein, sodass der Spulenträger und damit die Wicklung auch in Längsrichtung
eindeutig festgelegt sind.
[0015] Das Befestigungselement kann aus nicht magnetischem oder aus magnetisierbarem Material,
insbesondere weichmagnetischem Material, bestehen. Durch den Überstand des Befestigungselements
seitlich (quer zur Längsrichtung) über den Umfang des Spulenträgers hinaus begrenzt
das Befestigungselement auch den Raum für die Wicklung und kann die Wicklung mechanisch
stabilisieren.
[0016] Wie bereits erwähnt, kann das Befestigungselement plattenförmig ausgestaltet sein,
wobei sich die Platte quer zu der Längsrichtung des Spulenträgers erstreckt. An ihren
äußeren Enden, an denen die Platte am Gehäuse befestigt ist, ist die Platte vorzugsweise
abgewinkelt, sodass die abgewinkelten Bereiche sich entlang der Gehäuse-Innenwand
erstrecken. Auf diese Weise kann eine größere Anlagefläche erzielt werden, an der
das Befestigungselement an der Gehäuse-Innenwand anliegt und fixiert werden kann.
Die Positionierung wird daher exakter und die Befestigung stabiler.
[0017] Falls ein Dauermagnet durch den Elektromagneten ersetzt werden soll, können zur Reduzierung
des Fertigungs- und Kostenaufwandes sämtliche magnetische Materialien oder zumindest
einzelne der magnetischen Teile des Elektromagneten vorzugsweise aus kohlenstoffarmem
Reineisen nach der deutschen Industrienorm (DIN) 1013 bestehen.
[0018] Das elektrisch leitende Leitungsmaterial der Wicklung ist vorzugsweise in mehreren
Lagen um den Spulenträger herum gewickelt. Der Spulenträger kann aus weichmagnetischem
Material oder nicht magnetischem Material bestehen, vorzugsweise aus Aluminium, Edelstahl
oder Kunststoff. Insbesondere wenn der Spulenträger aus elektrisch leitfähigem Material
besteht, befindet sich ein elektrisch isolierendes Material zwischen dem Leitungsmaterial
und der Oberfläche des Spulenträgers, beispielsweise eine Lage isolierendes Material
und/oder das Leitungsmaterial ist mit isolierendem Material überzogen. Im Fall einer
Lage aus isolierendem Material liegt das Leitungsmaterial unmittelbar an der Lage
an, d.h. ist um die Außenoberfläche der Lage gewickelt.
[0019] Das Gehäuse kann insbesondere eine Gehäusewanne aufweisen, die den Spulenträger und
die Wicklung an fünf Seiten umschließt. Mit einem Deckel ist das Gehäuse an einer
sechsten Seite verschlossen, sodass die Wicklung vollständig gegen äußere Einflüsse
(wie z. B. Schmutz und Flüssigkeit) abgeschottet sind. Insbesondere mit dem Deckel
(aber alternativ auch mit einer anderen Seite des Gehäuses) kann ein Befestigungsträger
verbunden sein, über den das Gehäuse an anderen Einrichtungen und/oder Gegenständen
(z. B. im Bereich des Untergestells einer Lokomotive) befestigt werden kann. Das Gehäuse
und/oder der Befestigungsträger sind vorzugsweise aus nicht magnetischem Material
(z. B. Aluminium, Edelstahl oder Kunststoff) hergestellt.
[0020] Besonders vorteilhaft ist eine Ausführung, bei der der Spulenträger als magnetischer
Spulenkern ausgestaltet ist. In diesem Fall besteht der Spulenträger insbesondere
aus magnetisierbarem (weichmagnetischem) Material. Der insbesondere stabförmig ausgestaltete
Spulenträger bzw. Spulenkern kann an seinen in der Längsrichtung gegenüberliegenden
Enden jeweils eine Ausnehmung (insbesondere eine zentrische Bohrung) aufweisen. Diese
Ausnehmungen ermöglichen es, den Spulenträger in eine Wickeleinrichtung einzuspannen,
die in die Ausnehmungen eingreift und eine Rotation des Spulenträgers um die durch
die beiden Ausnehmungen definierte Drehachse erlaubt.
[0021] Bei einer alternativen Ausgestaltung ist der Spulenträger hohl und weist eine Öffnung
auf, durch die ein Spulenkern insbesondere aus magnetisierbarem Material in den Spulenträger
eingebracht ist. Insbesondere kann die Öffnung an einem in Längsrichtung gelegenen
Ende eines hohlen stabförmig ausgestalteten Spulenträgers angeordnet sein.
[0022] In diesem Fall hat der Spulenträger außer den beiden auch sonst vorhandenen Funktionen
(Halter und Fixierungselement der Wicklung sowie Befestigungs- und Positionierungselement
für die Wicklung innerhalb des Gehäuses) noch die zusätzliche Funktion, den Spulenkern
zu halten und zu positionieren.
[0023] Vorzugsweise ist das Material des Spulenkerns so gewählt, dass (gemessen quer zur
Längsrichtung des Gehäuses) in einem Abstand von 130 bis 160 mm zur Oberfläche des
Gehäuses bei abgeschaltetem Elektromagneten lediglich ein Restmagnetfeld (Remanenz)
mit einer Feldstärke von kleiner als 200 µT, insbesondere kleiner als 180
µT, besteht. In diesem Fall ist die Beeinflussung von Melde-/Steuereinrichtungen an
der Strecke ausgeschlossen.
[0024] Zur Reduzierung des Restmagnetfeldes werden vorzugsweise ein weichmagnetischer Werkstoff
wie z. B. unlegiertes Eisen, eine Eisen-KobaltLegierung, eine Eisen-Silizium-Legierung
oder Legierungen mit ähnlichen Eigenschaften als Material des Spulenkerns und/oder
als Material des Spulenträgers verwendet.
[0025] Insbesondere um die beim Betrieb des Elektromagneten entstehende Wärme besser nach
außen abführen zu können und zur mechanischen Stabilisierung des Elektromagneten,
ist der Zwischenraum zwischen der Wicklung und dem Gehäuse vergossen, insbesondere
mit Epoxydharz vergossen. Es wird insbesondere ein Epoxydharz mit einer Wärmeleitfähigkeit
von 0,7 - 0,8 W/(mK) verwendet.
[0026] Die Erfindung umfasst auch die Verwendung des Elektromagneten in einer der zuvor
oder im Folgenden beschriebenen Ausgestaltungen an einem Schienenfahrzeug zum Zwecke
der Erzeugung eines elektromagnetischen Signals, wenn das Schienenfahrzeug an einem
ortsfest beim Gleis angeordneten Sensor (Spule) vorbeifährt.
[0027] Ferner umfasst die Erfindung eine Anordnung mit einem Elektromagneten in einer der
zuvor oder im Folgenden beschriebenen Ausgestaltungen an einem Schienenfahrzeug, wobei
der Elektromagnet ohne Zwischenschaltung einer Steuereinrichtung zur Steuerung des
den Elektromagneten speisenden Stromes und/oder zur Steuerung der den Elektromagneten
versorgenden elektrischen Spannung mit einem elektrischen Energiespeicher, insbesondere
einer Fahrzeugbatterie, verbunden ist.
[0028] Außerdem umfasst die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Elektromagneten
mit den folgenden Schritten:
- mehrfaches Umwickeln eines Spulenträgers mit einem langgestreckten elektrisch leitenden
Leitungsmaterial, sodass eine elektromagnetische Wicklung gebildet ist (insbesondere
Zylinderwicklung mit mehreren Lagen des Leitungsmaterials),
- Anordnen des Spulenträgers in einem Gehäuse,
- Befestigen des Spulenträgers in einer definierten Position an dem Gehäuse.
[0029] Weitere Verfahrensschritte ergeben sich insbesondere aus den bereits beschriebenen
oder im Folgenden noch zu beschreibenden Ausgestaltungen des Elektromagneten, z. B.
aus dem Merkmal, wonach ein Zwischenraum zwischen der Wicklung und dem Gehäuse vergossen
ist.
[0030] Beispiele und Möglichkeiten für weitere Merkmale und Ausgestaltungen der Erfindung
werden nun unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung beschrieben.
[0031] Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese Ausgestaltungen beschränkt. Die einzelnen
Figuren der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Schnitt-Darstellung einer Ausführungsform eines Elektromagneten,
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung eines Gehäuses zur Aufnahme eines Spulenträgers und
einer von dem Spulenträger getragenen Wicklung,
- Fig. 3
- einen Gehäusedeckel des in Fig. 2 dargestellten Gehäuses,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht eines Spulenträgers,
- Fig. 5
- eine perspektivische Darstellung des in Fig. 4 dargestellten Spulenträgers,
- Fig. 6
- eine perspektivische Darstellung des in Fig. 5 dargestellten Spulenträgers mit Blick
auf das gegenüberliegende Ende,
- Fig. 7
- eine perspektivische Darstellung des in Fig. 5 dargestellten Spulenträgers mit Blick
auf das in Fig. 5 links vorne liegende Ende, wobei jedoch ein Spulenkern in den Spulenträger
eingebracht ist und
- Fig. 8
- eine perspektivische Darstellung eines Spulenkerns, der als Spulenträger verwendet
werden kann.
[0032] Zunächst soll nochmals auf die Problematik eingegangen werden, die der Gestaltung
des erfindungsgemäßen Elektromagneten zugrunde liegt.
[0033] Die magnetische Feldstärke H ist proportional zu der Durchflutung Θ. Diese ist wiederum
proportional zu dem Produkt aus dem elektrischen Strom I, der die Spule (Wicklung)
des Elektromagneten durchfließt und der Windungszahl N:

[0034] Wegen des elektrischen Widerstandes R der Spule entsteht beim Betrieb des Elektromagneten
eine elektrische Veriustieistung. Die Verluste werden in Wärme umgewandelt und müssen
an die Umgebung abgeführt werden. Es gilt:

und

wobei: R
spule der elektrische Widerstand der Spule ist, U
Spule die an der Spule anliegende elektrische Spannung ist, P
vSpule die Verlustleistung der Spule ist, p der spezifische elektrische Widerstand des Wicklungsmaterials
ist, Lm die mittlere Windungslänge einer Windung der Wicklung der Spule ist und Kf
der Füllfaktor des Wickelraumes ist, A
ges die Gesamtfläche des Wickelquerschnittes der Wicklung ist (gemessen quer zur Längsrichtung
des Spulenträgers).
[0035] Aus Gleichungen 1, 2 und 3 wird der zu lösende Konflikt deutlich. Die Verluste des
Elektromagneten steigen quadratisch mit der geforderten Feldstärke H und sind umgekehrt
proportional zu der Verfügung stehenden Querschnittsfläche der Wicklung, d.h. bei
Verkleinerung des Volumens und der Wickelfläche steigen die Verluste.
[0036] Wenn ein Permanentmagnet durch den Elektromagneten ersetzt werden soll, ist die Länge
des Magneten festgelegt. Daher ist diese Abmessung des Elektromagneten begrenzt und
es ergeben sich entsprechende Einschränkungen für die Oberflächen des Magneten, über
die die Wärmeverluste des Magneten an die Umgebung abgeführt werden können. Die Verlustleistung
soll im Stillstand des mit dem Elektromagneten ausgestatteten Schienenfahrzeuges ausschließlich
durch natürliche Konvektion abgeführt werden können, ohne dass unzulässig hohe Temperaturen
am Wickelmaterial auftreten. Eine zusätzliche forcierte Kühlung soll vermieden werden,
da hierfür kaum Platz zur Verfügung steht. Außerdem könnte es bei einem Ausfall der
Kühleinrichtung zu einer Beschädigung des Elektromagneten kommen.
[0037] Wegen einer hohen geforderten Verfügbarkeit sollte der Elektromagnet direkt aus der
Fahrzeugbatterie mit eiektrischer Energie versorgt werden. Der Spannungstoleranzbereich
der Fahrzeugbatterie eines Schienenfahrzeugs beträgt typischerweise minus 30 % und
plus 25 % der Batterie-Nennspannung. Dies erschwert die Auslegung zusätzlich. Bei
minimaler Speisespannung (Nennspannung minus 30 Prozent) muss eine definiert hohe
Feldstärke zur sicheren Funktion vorhanden sein. Bei maximaler Speisespannung sind
die Verluste wegen des quadratischen Anstieges der Verlustleistung mit der Versorgungsspannung
etwa 50 % höher als bei der Nennspannung. Zusätzliche DC/DC-Wandler zur Spannungs-
oder Stromsteuerung, die eine Vereinfachung des Dimensionierungskonfliktes zur Folge
hätten, sollten wegen der erhöhten Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls und wegen des
Zusatzaufwandes für die Steuerung vermieden werden.
[0038] Zusammengefasst sind folgende Zielsetzungen durch die im Folgenden anhand der Figuren
beschriebene Ausführungsformen des Elektromagneten gelöst:
- Realisierung eines Elektromagneten mit hoher Feldstärke, vergleichbar dem Dauermagneten
des Integra-Signum-Systems bei begrenztem Volumen und Gewicht
- Speisung direkt aus der Fahrzeugbatterie mit entsprechenden Spannungstoleranzen
- Abführung der Verlustleistung ohne forcierte Kühlung
- niedriges Rest-Magnetfeld (Remanenz B < 180 µT in 130 mm Entfernung) bei abgeschaltetem Elektromagneten
- robuste Ausführung, geeignet für den Einbau im Untergestell des Fahrzeuges
- einfache, kostengünstige Herstellung des Elektromagneten
[0039] Fig. 1 zeigt im linken Figurenteil einen Querschnitt durch einen Elektromagneten
1 und zeigt im rechten Figurenteil einen Längsschnitt durch den Elektromagneten 1
und durch einen Flansch 10, an dem der Elektromagnet 1 angebracht werden kann. Ferner
ist unten im rechten Figurenteil die Schienenoberkante 122 durch eine horizontale
Linie dargestellt. Die Unterkante des Elektromagneten 1 ist an einem Schienenfahrzeug
(von dem nur der Flansch 10 dargestellt ist) so angebracht, dass sie einen Abstand
D zur Oberkante 122 der Schiene aufweist. D beträgt z. B. 130 mm.
[0040] Der Elektromagnet 1 weist ein Gehäuse 2 auf, in dem ein Spulenträger 3 angeordnet
ist. Der Spulenträger 3 erstreckt sich in Längsrichtung des Gehäuses 2. Er ist massiv
stabförmig mit über seine gesamte Länge konstantem kreisförmigem Querschnitt ausgestaltet.
Der Spulenträger 3 kann daher auch als Rundstab bezeichnet werden.
[0041] Er besteht aus magnetisierbarem Material, sodass er als Spulenkern fungiert. Durch
ihn wird das durch die Spule 4 erzeugte Magnetfeld erheblich verstärkt.
[0042] Eine spezielle Ausführungsform des Spulenträgers 3 ist in Fig. 8 dargestellt. Diese
Ausführungsform weist an ihren gegenüberliegenden stirnseitigen Enden (in Längsrichtung
des Stabes gegenüberliegend) jeweils eine Ausnehmung 81 a, 81 b (z. B. eine Sacklochbohrung)
auf, die auf der Symmetrieachse des Stabes liegt. Der Stab ist bezüglich der Symmetrieachse
rotationssymmetrisch. Beim Wickeln der Spule 4, auf die noch näher eingegangen wird,
kann jeweils ein Zapfen oder Stift in die Ausnehmung 81 eingreifen, sodass der Spulenträger
3 um die Symmetrieachse gedreht werden kann.
[0043] Die schematische Fig. 1 kann bezüglich der Ausgestaltung des Spulenträgers jedoch
auch anders interpretiert werden. An Stelle des magnetisierbaren Stabes, auf den (gegebenenfalls
bei Vorhandensein einer elektrisch isolierenden Zwischenlage) die Spulenwicklung unmittelbar
aufgewickelt ist, kann der Elektromagnet 1 einen Spulenträger in der Ausführungsart
aufweisen, auf die anhand von Fig. 4 bis 7 noch näher eingegangen wird. In diesen
Spulenträger wird der magnetisierbare Spulenkern eingebracht. Der Spulenträger 3 selbst
kann, muss aber nicht magnetisierbar sein.
[0044] Die in Fig. 1 schematisch dargestellte Spule 4 weist eine Mehrzahl von Wicklungslagen
auf, d. h. ein Spulendraht oder eine andere elektrische Leitung ist in mehreren übereinander
liegenden Lagen um die Außenoberfläche des Spulenträgers 3 herum gewickelt. Zwischen
dem Spulenträger 3 und der Spule 4 befindet sich ein elektrisch isolierendes Material
5. Solche Materialien sind an sich für die Verwendung bei Elektromagneten bekannt.
[0045] Der Spulenträger 3 ist an seinen in Längsrichtung gegenüberliegenden Enden jeweils
mit einem Befestigungselement 6a, 6b verbunden. Die Befestigungselemente 6a, 6b sind
wiederum mit dem Gehäuse 2 verbunden. Auf eine spezielle Ausführungsform solcher Befestigungselemente
wird noch näher eingegangen.
[0046] Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform füllt der Spulenträger 3 nicht die
gesamte im Innenraum des Gehäuses 2 zur Verfügung stehende Länge aus, wie im rechten
Figurenteil erkennbar ist. Bei anderen Ausführungsformen kann sich der Spulenträger
jeweils bis zum Ende des Gehäuses in Längsrichtung erstrecken.
[0047] Das Gehäuse 2 weist einen Deckel 7 auf, der durch eine gestrichelte Linie dargestellt
ist. Die Befestigungselemente 6a, 6b stoßen an dem Deckel 7 an. Über dem Deckel 7
befindet sich ein weiteres Gehäuseteil, ein Befestigungsträger 8, der fest mit dem
Deckel 7 und der Gehäusewanne 9 verbunden ist, die den Raum zur Aufnahme des Spulenträgers
3 bildet. Die Gehäusewanne 9 umgibt den Spulenträger 3 an fünf Seiten (unten und an
vier Seiten seitlich). Der Deckel 7 schließt das Gehäuse oben.
[0048] Der Deckel 7 weist eine hülsenartige bzw. aus einem Rohrstück bestehende Durchführung
12 für den elektrischen Anschluss der Spule 4 auf. Die Durchführung 12 erstreckt sich
durch den Befestigungsträger 8 hindurch. Im rechten Figurenteil erkennt man außerdem
eine Schutzhülse 13 die sich durch die Durchführung 12 hindurch erstreckt, das Anschlusskabel
14 zum elektrischen Anschließen der Spule 4 und ein Anschlusselement 15.
[0049] Der Befestigungsträger 8 wird unter Verwendung von nicht dargestellten Schrauben
und durch Nutzung der am Flansch 10 vorgesehenen Bohrungen 11 a, 11 b (plus evtl.
weiterer Bohrungen) sowie entsprechender Bohrungen oder Löcher am Befestigungsträger
8 mit dem Flansch 10 verschraubt.
[0050] Zur Verbesserung der Abführung der Wärmeverluste der Spule 4 ist die Gehäusewanne
9 nach dem Einsetzen des Spulenträgers und der Spule mit gut wärmeleitendem Epoxidharz
vergossen.
[0051] Die Pole des Elektromagneten sind in Fig. 1 durch "N" für Nordpol und "S" für Südpol
bezeichnet.
[0052] Fig. 2 zeigt ein spezielles Ausführungsbeispiel für ein Gehäuse 20 des erfindungsgemäßen
Elektromagneten. Das Gehäuse 20 kann z. B. das Gehäuse 2 des in Fig. 1 schematisch
dargestellten Elektromagneten sein. Es weist eine Gehäusewanne 9 mit an zwei Seiten
abgerundeten Bodenkanten, einen Gehäusedeckel 7 und einen Befestigungsträger 8 auf.
Fig. 3 zeigt den Deckel 7 separat von den anderen Gehäuseteilen.
[0053] Alle drei Gehäuseteile 7, 8, 9 sind aus Blech gefertigt. Die Gehäusewanne 9 wurde
ausgestanzt, das Blechteil entsprechend gebogen und geschweißt. Der Gehäusedeckel
7 und der Befestigungsträger 8 wurden ausgestanzt bzw. ausgestanzt und gebogen. Der
Befestigungsträger 8 weist zwei oder vier Löcher 17a bis 17d zur Befestigung des Elektromagneten
auf, z. B. an dem Flansch 10 gemäß Fig. 1.
[0054] An zwei gegenüberliegenden Seiten entlang der Längsrichtung des Gehäuses 20 überragen
Vorsprüngen 18a, 18b den Körper der Gehäusewanne 9. Solche Vorsprünge an allen drei
Gehäuseteilen 7, 8, 9 ausgebildet. An den Vorsprüngen sind die drei Gehäuseteile 7,
8, 9 miteinander verbunden, z. B. an den in Fig. 2 als Loch erkennbaren neun Stellen
19 (plus weiterer Stellen an der in der Fig. 2 verdeckten hinteren Seite, siehe Fig.
3) verschraubt.
[0055] Im rechten Figurenteil von Fig. 3 erkennt man den Rohrstutzen 12 zur Durchführung
der elektrischen Anschlussleitung, der an den Deckel 7 angeschweißt ist.
[0056] Der in Fig. 4 bis 7 dargestellte Spulenträger 30, weist ein zylindrisches Rohr 31
mit in Längsrichtung konstantem Innen- und Außendurchmesser auf. An den Enden des
Rohres 31 sind Befestigungselemente 33a, 33b zur Befestigung des Spulenträgers 30
an einem Gehäuse (z. B. an dem Gehäuse 20 gemäß Fig. 2 oder dem Gehäuse 2 gemäß Fig.
1) angeschweißt. Die Befestigungselemente 33a, 33b werden im Folgenden als Seitenteile
bezeichnet.
[0057] Wie Fig. 5 zeigt, hat der Spulenträger (am Ende des Seitenteils 33b) eine Öffnung
37, bzw. lässt das Seitenteil 33b das Rohr 31 offen. Durch die Öffnung 37 kann ein
stabförmigen Spulenkern 41 (siehe Fig. 7) in das Rohr 31 eingesetzt werden, wobei
der Durchmesser des Spulenkerns 41 geringfügig kleiner ist als der Innendurchmesser
des Rohres 31. Die Öffnung 37 dient als einseitige Führung und Halterung des Spulenkerns
41. An der gegenüberliegenden Spulenträger-Seite (siehe Fig. 6), an der sich das Seitenteil
33a befindet, ist das Rohr gegen ein Austreten des Spulenkern des 41 geschlossen.
An dieser Seite befinden sich lediglich eine Mehrzahl von Löchern bzw. Bohrungen 36.
Unter Verwendung der Bohrung 36 in der Mitte des Seitenteils 33a wird der Spulenkern
41 mit dem Seitenteil 33a verschraubt.
[0058] Wie Fig. 7 zeigt, ist der in das Rohr 31 eingesetzte und somit durch den Spulenträger
30 fixierte Spulenkern 41 geringfügig länger als der Spulenträger 30 und somit länger
als die später zwischen den Seitenteilen 33a, 33b aufgewickelte Spule.
[0059] Wie Fig. 4 bis 7 zeigen, sind die Seitenteile 33 des Spulenträgers plattenförmig
ausgestaltet. Die einstückigen Platten erstrecken sich senkrecht zur Längsrichtung
des Spulenträgers 30 und definieren (auf Grund ihres Überstandes quer zur Längsrichtung
über den Umfang des Spulenträgers hinaus) in Längsrichtung zwischen sich einen Zwischenraum,
in dem die Spule auf den Spulenträger 30 aufgewickelt werden kann. Zum Zweck der Befestigung
an dem Gehäuse sind die Seitenteile 33 jeweils an drei Enden um 90° abgewinkelt. Die
abgewinkelten Bereiche sind mit den Bezugszeichen 32, 34 und 35 bezeichnet. Zwei der
abgewinkelten Bereiche, die jeweils mit den Bezugszeichen 32 und 34 bezeichnet sind
und die an gegenüber liegenden Seiten des jeweiligen Seitenteils 33 angeordnet sind,
weisen zwei Langlöcher 42 auf. Einer der abgewinkelten Bereiche, der mit dem Bezugszeichen
35a bzw. 35b bezeichnet ist, weist ein kreisförmiges Loch 43 auf. Eines dieser Löcher
fluchtet bei eingebautem Spulenträger mit der Öffnung des Rohrstutzen 12 (Fig. 1).
[0060] Der Spulenträger 30 wird z. B. mit vier oder acht Schrauben und unter Verwendung
der Löcher 42 am Gehäuse befestigt. Der Außenumfang der Seitenteile 33 kann derart
auf die inneren Abmessungen des Gehäuses abgestimmt sein, dass die Seitenteile 33
nahezu ohne Spiel zwischen den gegenüberliegenden Wänden des Gehäuses eingesetzt werden
können. Aber auch in anderen Fällen kann die relative Position des Spulenträgers 30
und des Gehäuses genau wie vordefiniert erreicht werden. Insbesondere wird das Rohr
31 symmetrisch zwischen Gehäuseboden und Gehäusedeckel und/oder symmetrisch zwischen
den Seitenwänden des Gehäuses positioniert. Wichtig ist hierbei, dass die zentrale
Längsachse der Wicklung in definiertem Abstand zum Gehäuseboden fixiert wird. Hierdurch
können Toleranzen der äußeren Feldstärke bei verschiedenen Exemplaren des Elektromagnets
reduziert bzw. vermieden werden.
[0061] Außerdem sind zur Verbesserung der Abführung der Wärmeverluste der Spule geringe
Abstände zwischen der Spule und den Gehäusewänden definiert. Falls der auf Grund des
Abstandes bestehende Zwischenraum vergossen ist, ist aus Stabilitätsgründen und Isolationsgründen
eine Mindestdicke des Vergussmaterials (z. B. Harzes) einzuhalten. Eine zu große Dicke
würde jedoch den thermischen Übergangswiderstand und damit die Temperaturen der Spule
erhöhen. Die Dicke wird unter Berücksichtigung des spezifischen elektrischen Widerstandes
und der mechanischen Eigenschaften des Vergussmaterials definiert.
1. Elektromagnet, insbesondere für ein Zugsicherungssystem, wobei der Elektromagnet (1)
Folgendes aufweist:
- ein Gehäuse (2),
- einen Spulenträger (3),
- eine Wicklung (4) mit einem langgestreckten elektrisch leitenden Leitungsmaterial,
das mehrfach um den Spulenträger (3) herum gewickelt ist,
wobei der Spulenträger (3) in einer definierten Position in dem Gehäuse (2) angeordnet
ist und an dem Gehäuse (2) befestigt ist, wobei der Spulenträger (3) stabförmig ausgestaltet
ist und sich in einer Längsrichtung erstreckt und wobei der Spulenträger (3) an in
der Längsrichtung gegenüberliegenden Enden des Spulenträgers (3) mit dem Gehäuse (2)
verbunden ist.
2. Elektromagnet nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei an zumindest einem der Enden
des Spulenträgers (3) ein, insbesondere plattenförmiges, Befestigungselement (33)
mit dem Spulenträger (3) verbunden ist, das sich quer zu der Längsrichtung über den
Außenumfang des Spulenträgers (3) hinaus erstreckt, und wobei das Befestigungselement
(33) an einer Mehrzahl von Stellen an Wänden des Gehäuses (2) anstößt und mit dem
Gehäuse (2) verbunden ist.
3. Elektromagnet nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Gehäuse (2) eine
Gehäusewanne (9) aufweist, die den Spulenträger (3) und die Wicklung (4) an fünf Seiten
umschließt, und wobei das Gehäuse (2) einen Deckel (7) aufweist mit dem das Gehäuse
(2) an einer sechsten Seite verschlossen ist.
4. Elektromagnet nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Spulenträger (3)
aus weichmagnetischem Material besteht.
5. Elektromagnet nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Spulenträger (30)
hohl ist und eine Öffnung (37) aufweist, durch die ein Spulenkern (41) aus weichmagnetischem
Material in den Spulenträger (30) eingebracht ist.
6. Elektromagnet nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Zwischenraum zwischen
der Wicklung (4) und dem Gehäuse (2) vergossen ist, insbesondere mit Epoxydharz vergossen
ist.
7. Verwendung eines Elektromagneten nach einem der vorhergehenden Ansprüche an einem
Schienenfahrzeug zur Erzeugung eines elektromagnetischen Signals, wenn das Schienenfahrzeug
an einem ortsfest beim Gleis angeordneten Sensor vorbeifährt.
8. Schienenfahrzeug mit einem Elektromagneten nach einem der Ansprüche 1 bis 6.
9. Anordnung mit einem Elektromagneten nach einem der vorhergehenden Ansprüche an einem
Schienenfahrzeug, wobei der Elektromagnet ohne Zwischenschaltung einer Steuereinrichtung
zur Steuerung des den Elektromagneten speisenden Stromes und/oder zur Steuerung der
den Elektromagneten versorgenden elektrischen Spannung mit einem elektrischen Energiespeicher,
insbesondere einer Fahrzeugbatterie, verbunden ist.
10. Verfahren zur Herstellung eines Elektromagneten mit den folgenden Schritten:
- mehrfaches Umwickeln eines Spulenträgers (3) mit einem langgestreckten elektrisch
leitenden Leitungsmaterial, sodass eine elektromagnetische Wicklung gebildet ist,
- Anordnen des Spulenträgers (3) in einem Gehäuse (2),
- Befestigen des Spulenträgers (3) in einer definierten Position an dem Gehäuse (2).
11. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der Spulenträger (3) stabförmig
ausgestaltet ist und sich in einer Längsrichtung erstreckt und wobei der Spulenträger
(3) an in der Längsrichtung gegenüberliegenden Enden des Spulenträgers (3) mit dem
Gehäuse (2) verbunden wird.
12. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei an zumindest einem der Enden des
Spulenträgers (3) ein Befestigungselement (33) mit dem Spulenträger (3) verbunden
wird, das sich quer zu der Längsrichtung über den Außenumfang des Spulenträgers (3)
hinaus erstreckt, wobei das Befestigungselement (33) so innerhalb des Gehäuses angeordnet
wird, dass das Befestigungselement (33) an einer Mehrzahl von Stellen an Wänden des
Gehäuses (2) anstößt und wobei das Befestigungselement (33) zumindest an einem Teil
der Stellen mit dem Gehäuse (2) verbunden wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Spulenträger (3) und
die Wicklung (4) in einer Gehäusewanne (9) des Gehäuses (2) angeordnet werden, sodass
die Gehäusewanne (9) den Spulenträger (3) und die Wicklung (4) an fünf Seiten umschließt,
und wobei das Gehäuse (2) an einer sechsten Seite mit einem Deckel (7) verschlossen
wird.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Spulenkern (41) aus weichmagnetischem
Material in den Spulenträger (30) eingebracht wird.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Zwischenraum zwischen
der Wicklung (4) und dem Gehäuse (2) vergossen wird, insbesondere mit Epoxydharz vergossen
wird.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Gehäuse (2) am Untergestell
eines Schienenfahrzeugs an diesem befestigt wird.