[0001] Die Erfindung betrifft eine Trockenpartie zur Trocknung einer Papier-, Karton-, Tissue-
oder einer anderen Faserstoffbahn in einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredlung
derselben mit zumindest einer einreihigen Trockengruppe, in der die Faserstoffbahn
von einem Band gestützt, abwechselnd über beheizte Trockenzylinder und zwischen diesen
angeordnete Leitwalzen geführt wird, wobei nur eine Seite der Faserstoffbahn mit den
Trockenzylindern der jeweiligen Trockengruppe in Kontakt kommt und von der die Faserstoffbahn
anschließend einer Wickeleinrichtung zugeführt wird.
[0002] Es ist bekannt, den Trockengehalt der Faserstoffbahn nach der Trockenpartie zu senken.
[0003] Dies ist jedoch relativ aufwendig und beeinträchtigt die Bahnführung erheblich.
[0004] Es ist auch bekannt, insbesondere bei Zeitungsdruckpapieren die Faserstoffbahn zur
Curl-Reduzierung geringfügig einseitig zu befeuchten.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, die Bahnführung zu vereinfachen, ohne der
Wickeleinrichtung ein übertrocknete Faserstoffbahn zuzuführen.
[0006] Erfindungsgemäß wurde die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Faserstoffbahn in der
Trockenpartie auf einen Trockengehalt zwischen 95 und 99% getrocknet wird und danach
über zumindest eine Befeuchtungseinrichtung wieder auf einen Trockengehalt rückbefeuchtet
wird, bei dem die Faserstoffbahn am Ende der Trockenpartie einen Trockengehalt zwischen
87 und 94% hat.
[0007] Durch die Rückbefeuchtung innerhalb der Trockenpartie wird die Maschine insgesamt
nicht nur kürzer, sondern es kann auch die stabile Bahnführung innerhalb der einreihigen
Trockengruppe während der Rückbefeuchtung genutzt werden.
[0008] Bei der Rückbefeuchtung ist so kein, sonst üblicher freier Zug der Faserstoffbahn,
in dem sie ohne Stützung verläuft, vorhanden. Es muss daher auch nicht befürchtet
werden, dass die Faserstoffbahn während der Befeuchtung weggeblasen wird. Dies bedeutet
eine Reduzierung der Abrissgefahr und ein schnelleres Überführen der Faserstoffbahn.
Dabei bleibt auch der Abstand zwischen der Befeuchtungseinrichtung und der Faserstoffbahn
konstant.
[0009] Des weiteren verbleibt durch die frühzeitigere Rückbefeuchtung auch mehr Zeit für
den Ausgleich des Feuchtegehaltes über die Dicke der Faserstoffbahn bis zum Aufwickeln.
[0010] Dies vereinfacht den Prozess der SC-offline-Herstellung mit Übertrocknung und Rückbefeuchtung
erheblich.
[0011] Zur Begrenzung des Aufwands ist es vorteilhaft und oft bereits ausreichend, wenn
die Rückbefeuchtung nur über eine Befeuchtungseinrichtung erfolgt.
[0012] Allerdings kann es bei dicken Papieren und/oder für eine starke Rückbefeuchtung von
Vorteil sein, wenn die Rückbefeuchtung über mehrere Befeuchtungseinrichtungen erfolgt.
[0013] Wegen der Einfachheit und Effizienz sollte die Befeuchtungseinrichtung als Düsenfeuchter
ausgebildet sein.
[0014] Um dabei die von den Düsen des Düsenfeuchters ausgehende Besprühung der Faserstoffbahn
mit Wasser noch feiner zu gestalten, ist es vorteilhaft wenn dieser anstelle reiner
Wasserdüsen Zweistoffdüsen zur Zerstäubung besitzt.
[0015] Zur Realisierung eines möglichst gleichmäßigen Sprühauftrags des Wassers auf die
Faserstoffbahn ist es ebenfalls vorteilhaft, wenn der Düsenfeuchter mindestens 40
Düsen pro Meter Bahnbreite aufweist.
[0016] In jedem Fall sollte jedoch gewährleistet sein, dass die Tröpfchengröße des vom Düsenfeuchter
versprühten Wassers kleiner als 200 µm ist. Dies erlaubt nicht nur eine gleichmäßige
Verteilung des Wassers, es sorgt auch für eine kurze Zeitspanne für den Feuchteausgleich
über die Bahnbreite.
[0017] Im Ergebnis kann die Faserstoffbahn unmittelbar nach der Trocknung mit dem gewünschten
Trockengehalt aufgewickelt werden.
[0018] Um den Umfang der Rückbefeuchtung bestimmen zu können, sollte der Feuchtegehalt der
Faserstoffbahn vor der Rückbefeuchtung von einem Feuchtemesser gemessen werden.
[0019] Ergänzend oder alternativ kann es aber auch vorteilhaft sein, den Feuchtegehalt der
Faserstoffbahn nach der Rückbefeuchtung von einem Feuchtemesser zu messen.
[0020] Die Messung des Feuchtegehaltes nach der Rückbefeuchtung erlaubt über die aufgetragene
Wassermenge der Befeuchtungseinrichtung auch Rückschlüsse auf den Feuchtegehalt vor
der Rückbefeuchtung.
[0021] Außerdem gestaltet sich die Anordnung des Feuchtemessers nach der Trockenpartie wesentlich
einfacher und genauer, da die Feuchtigkeit zumindest im wesentlichen bereits in die
Faserstoffbahn eingedrungen ist.
[0022] Durch die Übertrocknung der Faserstoffbahn in der Trockenpartie sollen die Eigenschaften
der Faserstoffbahn, insbesondere deren Trockengehalt vergleichmäßigt werden. Vor der
Aufwickelung muss der Trockengehalt jedoch wieder auf den gewünschten Wert vermindert
werden. Um eine ausreichende Übertrocknung gewährleisten zu können, sollte der Feuchtegehalt
der Faserstoffbahn durch die Rückbefeuchtung um mindestens 7-12 % erhöht werden.
[0023] Um die Trockenpartie möglichst effektiv zu nutzen, sollte die Befeuchtungseinrichtung
in der letzten einreihigen Trockengruppe der Trockenpartie angeordnet sein.
[0024] Dies muss jedoch nicht unbedingt die letzte Trockengruppe der Trockenpartie sein,
insbesondere dann nicht, wenn die Trockenpartie auch zweireihige Trockengruppen aufweist,
in denen die Faserstoffbahn über zwei Reihen von beheizten Trockenzylindern geführt
wird, wobei beide Seiten der Faserstoffbahn mit diesen in Kontakt kommen.
[0025] Falls am Ende der Trockenpartie mehrere einreihige Trockengruppen vorhanden sind,
so kann es im Interesse einer langen Einwirkzeit der Feuchtigkeit und somit einer
verbesserten Vergleichmäßigung dieser über die Dicke vorteilhaft sein, wenn die Befeuchtungseinrichtung
in der vorletzten einreihigen Trockengruppe der Trockenpartie angeordnet ist.
[0026] Die Trockenpartie insgesamt vereinfacht sich im Aufbau, wenn diese nur einreihige
Trockengruppen aufweist.
[0027] In jedem Fall ist von Vorteil, wenn die Befeuchtungseinrichtung im Bereich der letzten,
vorzugsweise besaugten Leitwalze der entsprechenden Trockengruppe angeordnet ist.
Dies führt dazu, dass die Faserstoffbahn noch mit dem letzten Trockenzylinder der
Trockengruppe in Kontakt kommt, was das Eindringen der Feuchtigkeit in die Faserstoffbahn
unterstützt.
[0028] Nachfolgend soll die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
In der beigefügten Zeichnung zeigt die Figur einen schematischen Querschnitt durch
das Ende einer Papiermaschine.
[0029] Nach der Blattbildung und Entwässerung wird die Faserstoffbahn 1 zur Trocknung an
eine Trockenpartie 2 der Papiermaschine übergeben.
[0030] Diese Trockenpartie 2 besteht hier beispielhaft aus mehreren einreihigen Trockengruppen
4,5.
[0031] In den einreihigen Trockengruppen 4,5 wird die Faserstoffbahn 1 von einem Band 9
in Form eines Trockensiebes der jeweiligen Trockengruppe 4,5 gestützt, abwechselnd
über beheizte Trockenzylinder 6 und zwischen diesen angeordnete Leitwalzen 7 geführt.
[0032] Dabei sind die Trockenzylinder 6 in einer Reihe und hier unter der Faserstoffbahn
1 angeordnet. Dies bedeutet, dass auch nur die Unterseite der Faserstoffbahn 1 mit
der Mantelfläche der Trockenzylinder 6 in Kontakt kommt.
[0033] Diese Anordnung ist einfach im Aufbau und erleichtert die Abfuhr von Bahnresten und
ähnlichem, weshalb die einseitige Trocknung in Kauf genommen werden kann.
[0034] Für eine zweiseitige Trocknung der Faserstoffbahn 1 wäre der Einsatz von wenigstens
einer zweireihigen Trockengruppe oder einer einreihigen Trockengruppe, deren Trockenzylinder
6 sich auch über der Faserstoffbahn 1 befinden, nötig.
[0035] Zur Aufheizung drückt dabei das Trockensieb die Faserstoffbahn 1 gegen die heiße
Mantelfläche der Trockenzylinder 6.
[0036] Nach der Trockenpartie 2 wird die Faserstoffbahn 1 mit einem Trockengehalt von ca.
90% an eine folgende Wickeleinrichtung 3 zum Aufwickeln der Faserstoffbahn 1 übergeben.
[0037] In der Trockenpartie 2 wird die Faserstoffbahn 1 auf einen Trockengehalt von über
97 % übertrocknet. Dies führt zu einer Vergleichmäßigung des Feuchtequerprofils der
Faserstoffbahn 1 und damit auch zu einer Verringerung der Rollneigung der Faserstoffbahn
1 sowie zu einer Reduzierung von Cockling.
[0038] Zur Rückbefeuchtung der Faserstoffbahn 1 dient eine Befeuchtungseinrichtung in Form
eines Düsenfeuchters 8, welcher im Bereich der letzten, besaugten Leitwalze 7 der
letzten Trockengruppe 5 der Trockenpartie 2 angeordnet ist.
[0039] Der Düsenfeuchter 8 hat mehr als 40 Wasserdüsen pro Meter Bahnbreite und zusätzlich
Luft-Zerstäuberdüsen, um die Faserstoffbahn 1 mit Wasser mit einer Tröpfchengröße
von weniger als 200 µm zu befeuchten.
[0040] Da die während der Umschlingung der besaugten Leitwalze 7 außen liegende Faserstoffbahn
1 in diesem Bereich eine stabile Führung erfährt, bleibt auch der Abstand zwischen
Düserfeuchter 8 und Faserstoffbahn 1 konstant.
[0041] Außerdem wird durch den Düsenfeuchter 8 auch nicht die Abrissgefahr erhöht.
[0042] Durch diese Rückbefeuchtung der Faserstoffbahn 1 wird der Feuchtegehalt um mehr als
7 % erhöht.
[0043] Da die Faserstoffbahn 1 nach der Rückbefeuchtung noch einen beheizten Trockenzylinder
6 umschlingt, kommt es bis zum Ende der Trockenpartie 2 zu einem ausreichenden Eindringen
der Feuchtigkeit in die Faserstoffbahn 1.
[0044] Zwischen der Trockenpartie 2 und der Wickeleinrichtung 3 verläuft die Faserstoffbahn
1 ungestützt. Dies erlaubt auch auf einfache Weise die Messung des Feuchtegehaltes
über einen Feuchtemesser 10 in diesem Bereich.
[0045] Da die Feuchtemessung hier nach der Rückbefeuchtung erfolgt, kann jedoch über die
vom Düsenfeuchter 8 auf die Faserstoffbahn 1 aufgetragene Wassermenge auf den Feuchtegehalt
der Faserstoffbahn 1 vor dem Düsenfeuchter 8 geschlossen werden.
1. Trockenpartie (2) zur Trocknung einer Papier-, Karton-, Tissue- oder einer anderen
Faserstoffbahn (1) in einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredlung derselben
mit zumindest einer einreihigen Trockengruppe (4,5), in der die Faserstoffbahn (1)
von einem Band (9) gestützt, abwechselnd über beheizte Trockenzylinder (6) und zwischen
diesen angeordnete Leitwalzen (7) geführt wird, wobei nur eine Seite der Faserstoffbahn
(1) mit den Trockenzylindern (6) der jeweiligen Trockengruppe in Kontakt kommt und
von der die Faserstoffbahn (1) anschließend einer Wickeleinrichtung (3) zugeführt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass
die Faserstoffbahn (1) in der Trockenpartie (2) auf einen Trockengehalt zwischen 95
und 99% getrocknet wird und danach über zumindest eine Befeuchtungseinrichtung wieder
auf einen Trockengehalt rückbefeuchtet wird, bei dem die Faserstoffbahn (1) am Ende
der Trockenpartie (2) einen Trockengehalt zwischen 87 und 94% hat.
2. Trockenpartie (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückbefeuchtung nur über eine Befeuchtungseinrichtung erfolgt.
3. Trockenpartie (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückbefeuchtung über mehrere Befeuchtungseinrichtungen erfolgt.
4. Trockenpartie (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Befeuchtungseinrichtung als Düsenfeuchter (8) ausgebildet ist.
5. Trockenpartie (2) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsenfeuchter (8) reine Wasserdüsen oder Zweistoffdüsen zur Zerstäubung besitzt.
6. Trockenpartie (2) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsenfeuchter (8) mindestens 40 Düsen pro Meter Bahnbreite aufweist.
7. Trockenpartie (2) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass
die Tröpfchengröße des vom Düsenfeuchter (8) versprühten Wassers kleiner als 200 µm
beträgt.
8. Trockenpartie (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Feuchtegehalt der Faserstoffbahn (1) vor der Rückbefeuchtung von einem Feuchtemesser
gemessen wird.
9. Trockenpartie (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Feuchtegehalt der Faserstoffbahn (1) nach der Rückbefeuchtung von einem Feuchtemesser
(10) gemessen wird.
10. Trockenpartie (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Feuchtegehalt der Faserstoffbahn (1) durch die Rückbefeuchtung um mindestens 7
% erhöht wird.
11. Trockenpartie (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Befeuchtungseinrichtung in der letzten einreihigen Trockengruppe (5) der Trockenpartie
(2) angeordnet ist.
12. Trockenpartie (2) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass
die Trockenpartie (2) auch zweireihige Trockengruppen aufweist, in denen die Faserstoffbahn
(1) über zwei Reihen von beheizten Trockenzylindern (6) geführt wird, wobei beide
Seiten der Faserstoffbahn (1) mit diesen in Kontrakt kommen.
13. Trockenpartie (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass
die Befeuchtungseinrichtung in der vorletzten einreihigen Trockengruppe (4) der Trockenpartie
(2) angeordnet ist.
14. Trockenpartie (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass
die Trockenpartie (2) nur einreihige Trockengruppen (4,5) aufweist.
15. Trockenpartie (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Befeuchtungseinrichtung im Bereich der letzten Leitwalze (7) der entsprechenden
Trockengruppe (4,5) angeordnet ist.