[0001] Diese Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reduzierung von Schwingungen, insbesondere
Resonanzschwingungen, sich drehender Walzen in Maschinen zur Herstellung und / oder
Verarbeitung von Materialbahnen, insbesondere Faserstoffbahnen wie bspw. Papier-,
Karton- oder Tissuebahnen. Des weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0002] Aufgrund von immer größer werdenden Maschinengeschwindigkeiten und immer größer werdenden
Maschinenbreiten nimmt die Anzahl von Eigenschwingungsfrequenzen bei sich drehenden
Walzen in diesen Maschinen immer mehr zu. Bei Kalandersystemen werden bspw. immer
mehr Walzenstacks verwendet, wodurch bei diesen die Anzahl von Eigenschwingungsfrequenzen
noch mehr vergrößert wird. Wird ein System mit einer seiner Eigenschwingungsfrequenzen
angeregt, so schwingt sich dieses auf und es kommt zu Resonanzen, die zum Versagen
des Systems führen können.
[0003] Aufgrund der Vielzahl der Eigenschwingungsfrequenzen bei modernen bahnverarbeitenden
bzw. -herstellenden Maschinen wird es immer schwieriger Drehzahlbereiche für den Betrieb
der Maschinen festzulegen, die im Bereich optimaler Produktivität liegen und in denen
sich darüber hinaus keine Eigenschwingungsfrequenzen befinden.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind mehrere Verfahren zur Vermeidung von Resonanzen sich
drehender Walzen bekannt.
[0005] Die
DE 102 04 770 offenbart ein Verfahren zur Schwingungsdämpfung indem phasenversetzt zur Schwingung
der Walze in diese Kräfte eingeleitet werden.
[0006] Die
US 5,961,899 offenbart ein Verfahren, bei dem zur Schwingungsdämpfung bei Kalandersystemen Gegenschwingungen
erzeugt werden.
[0007] Die aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren sind für die Anwendung bei schnell
laufenden Papiermaschinen ineffizient und des weiteren aufwändig und somit kostspielig
in deren mechanischen Ausführung.
[0008] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein verbessertes und einfacheres Verfahren
und eine verbesserte und vereinfachte Vorrichtung zur Reduktion von Resonanzen vorzuschlagen.
[0009] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Reduzierung von Resonanzen von Schwingungen
in einer Maschine zur Herstellung und / oder Verarbeitung einer Materialbahn, insbesondere
mit Nip bildenden Walzenpaaren, dadurch gelöst, indem bei zumindest einer sich drehenden
Walze geeignete Maßnahmen zur Reduzierung von zu Resonanz führenden Schwingungen durchgeführt
werden, wobei die geeigneten Maßnahmen umfassen, dass die Drehzahl der zumindest einen
Walze wiederholt mit der Zeit oder anders ausgedrückt in zeitlicher Abfolge immer
wieder verändert wird.
[0010] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, das s es aufgrund der Vielzahl von Eigenfrequenzen
bei den heutigen bahnverarbeitenden bzw. -herstellenden Maschinen nahezu unmöglich
ist, einen für eine ausreichende Produktivität sinnvollen Drehzahlbereich von Walzen
zu finden, indem keine Eigenschwingungsfrequenz auftritt. Daher schlägt die Erfindung
vor, die Drehzahl zumindest einer Walze immer wieder während der Betriebsdauer zu
verändern, wobei die hierbei eingestellten Drehzahlen sowohl Eigenfrequenzen als auch
keine Eigenfrequenzen in der Maschine anregen können. Durch die sich immer wiederholende
Änderung der Drehzahl wird aber erreicht, dass in das die Walze umfassende System
nicht genügend Energie eingekoppelt wird, um für die Produktion störende Resonanzen
zu erzeugen.
[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden demzufolge im Wesentlichen folgende Schritte
ausgeführt:
-a) Betreiben der zumindest einen Walze bei einer Ausgangsdrehzahl,
-b) Verändern der Drehzahl der Walze von der Ausgangsdrehzahl auf eine Korrekturdrehzahl
vor oder bei Auftreten von Resonanz im Schwingungszustand der Maschine, insbesondere
der Walze,
-c) Betreiben der Walze bei der Korrekturdrehzahl,
-d) Wiederholen der Schritte a) bis c), wobei bei der Wiederholung die Korrekturdrehzahl
der Schritte b) und c) der Ausgangsdrehzahl des Schritts a) entspricht.
[0012] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0013] Insbesondere für eine sichere Prozessführung ist es unerlässlich, dass der Schwingungszustand
der Maschine, insbesondere der zumindest einen Walze ermittelt wird. Möglichkeiten
der Ermittlung des Schwingungszustandes bestehen bspw. in der Ermittlung der Leistungsaufnahme
des Antriebs der zumindest einen Walze und / oder Messung des Schwingungszustandes
mittels Weg- und / oder Geschwindigkeits- und / oder Beschleunigungssensoren.
[0014] Mit Wegsensoren kann bspw. die relative Schwingung zwischen Maschine bspw. Maschinenstuhlung
und Walze oder die relative Schwingung zwischen mehreren Walzen oder die relative
Schwingung zwischen verschiedenen Teilen der Maschinenstuhlung gemessen werden.
[0015] Geschwindigkeits- und Beschleunigungssensoren werden mit der Maschinenstuhlung fest
verbunden und messen deren Schwingung. Beide Sensoren müssen dort platziert werden,
wo eine Energieeinkopplung zu einer messbaren Schwingung führt. Die Sensoren erfassen
in diesem Fall eine aufkommende Energieeinkopplung (z.B. Zeitpunkt und Stärke der
Energieeinkopplung) und können damit als Messsystem für die Drehzahländerung genutzt
werden.
[0016] So ist es bspw. sinnvoll, bei einem Offline- Kalander mit bspw. 10 Nips die Leistungsaufnahme
des Antriebs der zumindest einen Walze oder aller Walzen zu messen. Stellt sich beim
Antrieb einer Walze oder bei mehreren Walzen eine signifikante Änderung, bspw. periodische
Änderung, der Leistungsaufnahme heraus, kann daraus auf den Beginn einer Resonanz
geschlossen werden. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der sich anbahnenden
Resonanz dadurch begegnet, indem die Drehzahl der Walzen des Kalanders geändert wird.
[0017] Es sind unterschiedliche Möglichkeiten denkbar, die das erfindungsgemäße Verfahren
arbeiten kann.
[0018] Nach einer ersten bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Drehzahl bei
Ermittlung von aufkommender und / oder auftretender Resonanz im Schwingungszustand
verändert wird. Dies bedingt, dass der Schwingungszustand der Maschine, insbesondere
der Walze periodisch ermittelt wird. Bei Aufkommen von Resonanzschwingung setzt die
Regelung derart ein, indem aktiv die Drehzahl der zumindest einen Walze auf eine andere
Drehzahl eingestellt wird. Wird bei der so eingestellten Drehzahl nach einer Zeit
wieder eine Resonanz ermittelt, so wird die Drehzahl wieder auf einen anderen Wert
eingestellt und so weiter.
[0019] Nach einer zweiten zur ersten Ausführungsform alternativen Ausführungsform ist vorgesehen,
dass die Drehzahl der Walze ohne Ermittlung des Schwingungszustandes zeitlich derart
verändert wird, dass nicht genügend Energie in die Walze zur Erzeugung von Resonanz
eingekoppelt wird. als auslösendes Moment für die Änderung der Drehzahl dient in diesem
Fall nicht die Ermittlung einer sich anbahnenden Resonanz. Vielmehr wird in diesem
Fall von vorne herein vermieden, dass sich eine Resonanz auch nur ansatzweise einstellen
kann, indem der Zeitraum in dem die Walze mit einer festen Drehzahl betrieben wird
so kurz ist, so dass im Fall, dass diese Drehzahl eine Eigenschwingungsfrequenz des
Systems ist, nicht genügend Energie in das System eingekoppelt werden kann, um eine
Resonanz zu erzeugen.
[0020] In beiden Fällen kann aber die Größe der Veränderung der Drehzahl und / oder die
Zeitdauer der Veränderung der Drehzahl unter Berücksichtigung des ermittelten Schwingungszustandes
eingestellt. Die Ermittlung des Schwingungszustandes löst also, im Gegensatz zur oben
genannten Ausführungsform nicht eine Drehzahländerung aus, sondern dient zur Ermittlung
der Änderungswerte. So ist es bspw. möglich, dass die Größe der Veränderung der Drehzahl
adaptiv an den ermittelten Schwingungszustand angepasst wird, indem bspw. auf Basis
des ermittelten Schwingungszustandes abgeschätzt wird, welche Größe der Veränderung
der Drehzahl notwendig ist, um eine Resonanzaufschwingung zu verhindern.
[0021] Versuche haben gezeigt, dass eine Resonanz wirkungsvoll unterbunden werden kann,
auch wenn die Schwingungsfrequenz nicht weit von der Eigenschwingungsfrequenz entfernt
ist. Eine mögliche Ausgestaltung der Erfindung sieht deshalb vor, dass die Drehzahl
bezüglich einer Ausgangsdrehzahl wiederholend erhöht und / oder reduziert wird. Hierdurch
wird erreicht, dass die Drehzahl der zumindest einen Walze zur effektiven Verhinderung
von Resonanz allzu weit von der für die Produktivität optimalen Arbeitsdrehzahl entfernt
werden muss.
[0022] Nach einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung erfolgt die Größe der Veränderung
der Drehzahl und / oder die Zeitdauer der Veränderung der Drehzahl stochastisch und
/ oder chaotisch. D.h. es wird stochastisch oder chaotisch ermittelt, um welchen Betrag
sich die Drehzahl in Bezug zu einer Ausgangsdrehzahl oder zu einer mittleren Drehzahl
ändert und / oder wie lange die so geänderte Drehzahl bis zur erneuten Änderung aufrechterhalten
wird.
[0023] Vorzugsweise wird jede Drehzahl möglichst lange konstant gehalten. Eine bevorzugte
Ausgestaltung der Erfindung sieht demzufolge vor, dass sich die Drehzahl zeitlich
plateauförmig ändert.
[0024] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass sich die Drehzahl
zeitlich periodisch, wie bspw. sinusförmig oder sägezahnförmig verändert.
[0025] Selbstverständlich sind auch Kombinationen von zeitlich plateauförmigen und periodischen
Änderungen möglich.
[0026] In diesem Fall ist es möglich ,dass die Amplitude und / oder die Frequenz der sinusförmigen
oder sägezahnförmigen Drehzahländerung zeitlich verändert wird.
[0027] Insbesondere bei Walzenanordnungen, die miteinander Nips bilden, treten die beschriebenen
Resonanzschwingungen auf. Ein bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht deshalb
vor, dass die Drehzahl von zumindest zwei zumindest einen Nip bildenden Walzen verändert
wird.
[0028] Das erfindungsgemäße Verfahren findet vorzugsweise Verwendung beim Betreiben von
Nip bildenden Walzenanordnungen, insbesondere zumindest einer Presse und /oder einer
Leimpresse und / oder einer Offsetpresse und / oder einem Glättwerk und /oder einem
Kalander und / oder einem Superkalander.
[0029] Selbstverständlich ist es auch möglich, unterschiedliche Walzen an verschiedenen
Stellen der Maschine in das erfindungsgemäße Verfahren mit einzubeziehen und abhängig
von den ermittelten Schwingungen der Maschine, bspw. an einer von den Walzen unterschiedlichen
Stelle, die Drehzahl der jeweiligen Walzen jeweils unterschiedlich zu verändern.
[0030] Die Vorrichtung zur Reduzierung von Schwingungen in einer Maschine zur Herstellung
und / oder Verarbeitung einer Materialbahn, insbesondere mit Nip bildenden Walzenpaaren,
umfasst eine Regeleinheit zur Einflussnahme auf zumindest eine sich drehende Walze,
das ausgelegt ist, um die Drehzahl der Walze wiederholt mit der Zeit zu verändern
und eine Messeinrichtung zur Ermittlung des Schwingungszustandes der Maschine, insbesondere
der Walze, die mit der Regeleinheit gekoppelt ist.
[0031] Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist vorgesehen,
dass die Regeleinheit mit der Messeinrichtung derart gekoppelt ist, dass die Drehzahl
bei Ermittlung von aufkommenden und / oder auftretenden Resonanzen im Schwingungszustand
verändert wird.
[0032] Nach einer anderen bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist
vorgesehen, dass die Regeleinheit mit der Messeinrichtung derart gekoppelt ist, dass
die Größe der Veränderung der Drehzahl und / oder die Zeitdauer der Veränderung der
Drehzahl unter Berücksichtigung des ermittelten Schwingungszustandes erfolgt.
[0033] Die Erfindung wird anhand der folgenden schematischen Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit der das erfindungsgemäße Verfahren durchführbar
ist,
- Fig. 2
- verschiedene Verläufe von Drehzahländerungen bei der Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
[0034] Die Figur 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Reduzierung von Schwingungen in einer Maschine zur Herstellung und / oder Verarbeitung
einer Materialbahn. In der Figur 1 ist ein durch Walzen 2 und 3 gebildetes Walzenpaar
zu erkennen, welches einen Nip 4 zwischen sich einschließt. Das Walzenpaar 2, 3 ist
an einer schematisch gezeigten Stuhlung 5 der Maschine angeordnet. Die beiden Walzen
2 und 3 werden jeweils durch eine Antriebseinrichtung 7 bzw. 8 angetrieben. Die beiden
Antriebseinrichtungen 7 und 8 werden durch eine Regeleinheit 9 geregelt, welches mit
Drehzahlsensoren 10 und 11 kommuniziert, die jeweils mit einer der Walzen 2 und 3
wechselwirken.
[0035] Die Vorrichtung 1 weist eine Messeinrichtung 6 zur Ermittlung des Schwingungszustandes
der Maschine, insbesondere der Walzen 2 und 3 und der Stuhlung 5 auf.
[0036] Bei den beiden Walzen 2 und 3 wird deren Schwingungszustand aus der Leistungsaufnahme
der Antriebe 7 und 8 ermittelt, wobei aus einer periodischen Änderung der Leistungsaufnahme
der beiden Antriebe 7 und 8 auf den Beginn einer Resonanzaufschwingung geschlossen
werden kann. Zusätzlich, dies ist im vorliegenden Fall optional, kann der Schwingungszustand
der Maschine mittels eines an der Stuhlung 5 angebrachten Vibrationssensors 12 ermittelt
werden.
[0037] Erfindungsgemäß wird zur Reduzierung der Schwingungen die Drehzahl der beiden Walzen
2 und 3 wiederholt mit der Zeit verändert. Dies geschieht in der in der Figur 1 dargestellten
Ausführungsform durch zeitliche Änderung der Leistungsabgabe der Regeleinheit 9 an
die beiden Antriebe 7 und 8, wobei die hierdurch erreichte Drehzahl durch die beiden
Drehzahlsensoren 10 und 11 überwacht wird.
[0038] Die Messeinrichtung 6 ist mit der Regeleinheit 9 derart gekoppelt, dass die Drehzahl
der beiden Walzen 2 und 3 bei Ermittlung von aufkommenden und / oder auftretenden
Resonanzen im Schwingungszustand der Walzen 2 und 3 und der Stuhlung 5 verändert wird.
D.h. im vorliegenden Fall findet eine Veränderung der Drehzahl der beiden Walzen 2
und 3 durch die Regeleinheit 9 immer dann statt, wenn der von der Messeinrichtung
6 ermittelte Schwingungszustand auf eine Resonanz oder auf eine sich anbahnende Resonanz
schließen lässt.
[0039] Alternativ dazu könnte die Drehzahl der Walzen 2 und 3 unabhängig von der Ermittlung
von Resonanz im Schwingungszustandes zeitlich derart verändert werden, dass nicht
genügend Energie in die Walze zur Erzeugung von Resonanz eingekoppelt wird.
[0040] Zusätzlich sind die Regeleinheit 9 und die Messeinrichtung 6 derart gekoppelt, dass
die Größe der Veränderung der Drehzahl und / oder die Zeitdauer der Veränderung der
Drehzahl unter Berücksichtigung des ermittelten Schwingungszustandes erfolgt.
[0041] Alternativ dazu könnte auch die Größe der Veränderung der Drehzahl und / oder die
Zeitdauer der Veränderung der Drehzahl stochastisch und / oder chaotisch erfolgen.
[0042] Bei dem in der Figur 1 dargestellten Walzenpaar 2 und 3 kann es sich bspw. um ein
Walzenpaar in einer Presse oder in einer Leimpresse oder in einer Offsetpresse oder
in einem Glättwerk oder in einem Kalander oder in einem Superkalander handeln.
[0043] Handelt es sich bspw. um Kalander, so ist das erfindungsgemäße Verfahren selbstverständlich
auf die Regelung von 10 oder mehr Walzen, wie bspw. bei einem 10 Nip Kalander ausdehnbar
ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen.
[0044] In Figur 2 sind verschiedene Verläufe von Drehzahländerungen nach dem erfindungsgemäßen
Verfahrens dargestellt. Das ursprüngliche Leistungsabgabesignal wird jeweils mit einem
Korrektursignal beaufschlagt, so dass von der Regeleinheit 9 an die Antriebe 7 und
8 eine Leistungsabgabe derart erfolgt, dass die beiden Walzen 2 und 3 einen der beiden
in den Figuren 2a oder 2b dargestellten Drehzahlverläufe aufweisen. Der Einfachheit
halber ist die ursprüngliche Drehzahl als über die Zeit gleich bleibend angenommen
und erstreckt sich mit einem Wert ñ bezeichnet entlang der Zeitachse der Figuren 2a,
2b und 2c.
[0045] Der in der Figur 2a dargestellte sinusförmige zeitliche Drehzahlverlauf wird durch
ein sinusförmiges Korrektursig nal generiert, wobei sich auch die Amplitude und die
Frequenz der sinusförmigen Drehzahländerung zeitlich verändert. Wie bereits erläutert,
erfolgt die Größe der Veränderung der Drehzahl (hier: Amplitude) und die Zeitdauer
der Veränderung der Drehzahl (hier: Frequenz) unter Berücksichtigung des ermittelten
Schwingungszustandes. Des weiteren erkennt man, dass zumindest im zeitlich anfänglichen
Drehzahlverlauf der Figur 2a sich die Drehzahl bezüglich der ursprünglichen Ausgangsdrehzahl
erhöht und reduziert. Erfindungsgemäß wird die Drehzahl auch, wie mit dem Bezugszeichen
1 bezeichnet, für eine längere Zeit auf einem Plateau konstant gehalten, falls keine
Energieeinkopplung erfolgt.
[0046] Bei dem in der Figur 2b dargestellten zeitlichen Drehzahlverlauf handelt es sich
um einen sägezahnförmigen Verlauf. Der Drehzahlverlauf wird durch ein sägezahnförmiges
Korrektursignal generiert, mit welchem das ursprüngliche Ausgangssignal, analog zu
Figur 2a, beaufschlagt wird. Im vorliegenden Fall werden die Amplitude und die Frequenz
der sägezahnförmigen Drehzahländerung zeitlich verändert.
[0047] Die Figur 2c zeigt einen weiteren möglichen zeitlichen Drehzahlverlauf, bei dem sich
die Drehzahl plateauförmig, d.h. von einem konstanten Drehzahlniveau zu einem anderen
konstanten Drehzahlniveau ändert. Die Änderung kann hierbei sprungartig oder in Form
einer flachen oder steilen Drehzahländerungsrampe erfolgen. Ein plateauförmiger Drehzahlverlauf
kann bspw. dann erreicht werden, wenn die Größe der Veränderung der Drehzahl unter
Berücksichtigung des ermittelten Schwingungszustandes erfolgt, so dass eine neue Drehzahl
gefunden wird deren Niveau möglichst lange gehalten werden kann.
1. Verfahren zur Reduzierung von Schwingungen in einer Maschine zur Herstellung und /
oder Verarbeitung einer Materialbahn, insbesondere mit Nip bildenden Walzenpaaren,
bei dem geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der Schwingungen durch Einwirkung auf
zumindest eine sich drehende Walze durchgeführt werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass die geeigneten Maßnahmen umfassen, dass die Drehzahl der Walze wiederholt mit der
Zeit verändert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schwingungszustand der Maschine, insbesondere der Walze ermittelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schwingungszustand der Walze aus der Leistungsaufnahme des Antriebs der Walze
und / oder mittels Weg- und / oder Geschwindigkeits- und /oder Beschleunigungssensoren
ermittelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehzahl bei Ermittlung von aufkommenden und / oder auftretenden Resonanzen im
Schwingungszustand verändert wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehzahl der Walze ohne Ermittlung des Schwingungszustandes zeitlich derart verändert
wird, dass nicht genügend Energie in die Walze zur Erzeugung von Resonanz eingekoppelt
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehzahl bezüglich einer Ausgangsdrehzahl erhöht und / oder reduziert wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Größe der Veränderung der Drehzahl und / oder die Zeitdauer der Veränderung der
Drehzahl stochastisch und / oder chaotisch erfolgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Größe der Veränderung der Drehzahl und / oder die Zeitdauer der Veränderung der
Drehzahl unter Berücksichtigung des ermittelten Schwingungszustandes erfolgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Drehzahl zeitlich plateauförmig verändert.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehzahl von einem Plateau auf ein anderes Plateau springt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Drehzahl zeitlich periodisch verändert.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Drehzahl sägezahnförmig oder sinusförmig verändert.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Amplitude und / oder die Frequenz der sinus- bzw. sägezahnförmigen Drehzahländerung
zeitlich verändert wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehzahl von zumindest zwei zumindest einen Nip bildenden Walzen verändert wird.
15. Verwendung des Verfahrens nach einem der vorangegangenen Ansprüche beim Betreiben
von Nip bildenden Walzenanordnungen, insbesondere zumindest einer Presse und / oder
einer Leimpresse und / oder einer Offsetpresse und / oder einem Glättwerken und /
oder einem Kalander und /oder einem Superkalander.
16. Vorrichtung zur Reduzierung von Schwingungen in einer Maschine zur Herstellung und
/ oder Verarbeitung einer Materialbahn, insbesondere mit Nip bildenden Walzenpaaren,
mit einem Regelsystem zur Einflussnahme auf zumindest eine sich drehende Walze,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch das Regelsystem die Drehzahl der Walze wiederholt mit der Zeit veränderbar
ist und dass eine Messeinrichtung zur Ermittlung des Schwingungszustandes der Maschine,
insbesondere der Walze, vorgesehen ist, die mit dem Regelsystem gekoppelt ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Regelsystem mit der Messeinrichtung derart gekoppelt ist, dass die Drehzahl bei
Ermittlung von aufkommenden und / oder auftretenden Resonanzen im Schwingungszustand
verändert wird.
18. Vorrichtung nach Anspruch 16 oder 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Regelsystem mit der Messeinrichtung derart gekoppelt ist, dass die Größe der
Veränderung der Drehzahl und / oder die Zeitdauer der Veränderung der Drehzahl unter
Berücksichtigung des ermittelten Schwingungszustandes erfolgt.