[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines partiell metallisierten
Trägersubstrats.
[0002] Partiell metallisierte Trägersubstrate werden gegebenenfalls nach entsprechender
Konfektionierung als Sicherheitselemente insbesondere in Wertdokumenten, Datenträgern,
Verpackungen und dergleichen aber auch als dekorative Elemente verwendet.
[0003] Aus der
EP 1 291 463 ist ein Verfahren zur Herstellung einer selektiv metallisierten Folie bekannt, wobei
auf ein Trägersubstrat in einem ersten Schritt auf einer oder beiden Seiten des Trägersubstrats
ein in einem Lösungsmittel löslicher Farbauftrag aufgebracht wird, in einem zweiten
Schritt diese Schicht mittels eines Inline-Plasma-, Corona- oder Flammprozesses behandelt
wird und in einem dritten Schritt eine Schicht eines zu strukturierenden Materials
aufgebracht wird, wobei diese Schicht aus Metallen, Metallverbindungen, Legierungen
oder Isolatoren bestehen kann, worauf in einem vierten Schritt der Farbauftrag mittels
eines Lösungsmittels, gegebenenfalls kombiniert mit einer mechanischen Einwirkung
entfernt wird.
[0004] Aus der
WO 99/13157 sind Sicherheitsfolien für Wertpapiere bekannt, bei denen auf einer transluzenten
Folie eine metallische Beschichtung aufgebracht wird, die in der fertigen Folie nicht
vollflächig ist, sondern Aussparungen aufweist, die im Durchlicht klar erkennbar sein
sollen. Die Herstellung dieser Folien erfolgt dadurch, dass eine Trägerfolie mit einer
hochpigmentierten Druckfarbe bedruckt wird, wobei der Farbauftrag nicht vollflächig
erfolgt, die Druckfarbe unter Bildung eines porigen Farbauftrags getrocknet wird,
anschließend eine metallische Deckschicht aufgebracht wird und in einem weiteren Schritt
die hochpigmentierte Druckfarbe durch Auswaschen mit einem Lösungsmittel, gegebenenfalls
auch unter mechanischer Einwirkung entfernt wird. Damit wird auch in jenen Bereichen,
in denen die Druckfarbe entfernt wird, die metallische Abdeckschicht mit entfernt,
wodurch die im Durchlicht erkennbaren Aussparungen gebildet werden. Die metallische
Abdeckschicht weist eine Dicke von 0,01 bis 1 µm auf.
[0005] Aus der
EP 0 536 855 B2 ist ein Verfahren zur Herstellung eines partiell metallisierten Streifens bekannt,
bei dem entweder durch Heißprägen oder unter Verwendung einer Maske bei der Vakuummetallisierung
oder durch partielles chemisches Ätzen die entsprechende Metallisierung hergestellt
wird.
[0006] Eine Individualisierung der partiellen Metallisierung ist nicht vorgesehen und kann
nur in einem weiteren Verfahrensschritt, beispielsweise mittels einer Laserbehandlung,
durch die die Metallisierung definiert abgetragen wird, erfolgen.
[0007] Aufgabe der Erfindung war es ein Verfahren zur Herstellung eines partiell metallisierten
Trägersubstrats bereitzustellen, bei dem auf einfache Weise direkt eine individualisierte
partielle Metallisierung hergestellt werden kann.
[0008] Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Herstellung eines metallisierten
Trägersubstrats, dadurch gekennzeichnet, dass
a) in einem ersten Schritt auf ein Trägersubstrat in einem Digitaldruckverfahren partiell
eine aufschmelzbare Druckfarbe aufgebracht wird,
b) in einem zweiten Schritt eine vollflächige Metallisierung des Trägersubstrats erfolgt,
c) in einem dritten Schritt das Trägersubstrat erwärmt wird, wobei die im ersten Schritt
aufgebrachte aufschmelzbare Druckfarbe schmilzt, worauf
d) in einem vierten Schritt die nun flüssige Druckfarbe durch mechanische Einwirkung
oder mittels Ultraschallbehandlung zusammen mit der darüber liegenden Metallschicht
entfernt wird.
[0009] Als Trägersubstrate kommen beispielsweise Trägerfolien, vorzugsweise flexible transparente
Kunststofffolien, beispielsweise aus Pl, PP, MOPP, PE, PPS, PEEK, PEK, PEI, PAEK,
LCP, PEN, PBT, PET, PA, PC, COC, POM, ABS, PVC in Frage.
Die Trägerfolien weisen vorzugsweise eine Dicke von 5 - 700 µm, bevorzugt 5 - 200
µm, besonders bevorzugt 5 - 50 µm auf.
[0010] Ferner können als Trägersubstrat auch Metallfolien, beispielsweise Al-, Cu-, Sn-,
Ni-, Fe- oder Edelstahlfolien mit einer Dicke von 5 - 200 µm, vorzugsweise 10 bis
80 µm, besonders bevorzugt 20 - 50 µm dienen. Die Folien können auch oberflächenbehandelt,
beschichtet oder kaschiert beispielsweise mit Kunststoffen oder lackiert sein.
[0011] Ferner können als Trägersubstrate auch Papier oder Verbunde mit Papier, beispielsweise
Verbunde mit Kunststoffen mit einem Flächengewicht von 20 - 500 g/m
2, vorzugsweise 40 - 200 g/m
2. verwendet werden.
[0012] Ferner können als Trägersubstrate Gewebe oder Vliese, wie Endlosfaservliese, Stapelfaservliese
und dergleichen, die gegebenenfalls vernadelt und/oder kalandriert sein können, verwendet
werden. Vorzugsweise bestehen solche Gewebe oder Vliese aus Kunststoffen, wie PP,
PET, PA, PPS und dergleichen, es können aber auch Gewebe oder Vliese aus natürlichen,
gegebenenfalls behandelten Fasern, wie Viskosefasern eingesetzt werden. Die eingesetzten
Vliese oder Gewebe weisen ein Flächengewicht von etwa 20 g/m
2 bis 500 g/m
2 auf. Gegebenenfalls müssen die Vliese oder Gewebe oberflächenbehandelt werden.
[0013] Auf das Trägersubstrat wird dann mittels eines Digitaldruckverfahrens partiell eine
aufschmelzbare Digitaldruckfarbe in Form der gewünschten späteren Aussparungen in
der metallischen Schicht aufgebracht.
[0014] Vorzugsweise kann eine transparente Druckfarbe verwendet werden, wobei dadurch vermieden
wird dass evt. Reste der Druckfarbe am Rand der Aussparungen sichtbar sind.
Vorzugsweise wird dabei eine Digitaldruckfarbe verwendet, die bei etwa 90 bis 160°C,
bevorzugt 100 - 120°C schmilzt.
Bevorzugt kann die Aufbringung der Druckfarbe individualisiert erfolgen.
[0015] Die Aufbringung der Digitaldruckfarbe kann individualisiert erfolgen und in Form
von in Form von Mustern, Linien, geometrischen Figuren, Zeichen, Buchstaben, Zahlen,
eines Rasters und dergleichen aufgebracht werden.
[0016] Anschließend wird das Trägersubstrat vollflächig metallisiert.
Diese Schicht besteht aus einem Metall, einer Metallverbindung, oder einer Legierung.
Als Metallschicht sind Schichten aus Al, Cu, Fe, Ag, Au, Cr, Ni, Zn und dergleichen
geeignet. Als Metallverbindungen sind beispielsweise Oxide oder Sulfide von Metallen,
insbesondere TiO
2, Cr-Oxide, ZnS, ITO, ATO, FTO, ZnO, Al
2O
3 oder Siliciumoxide geeignet. Geeignete Legierungen sind beispielsweise Cu-Al Legierungen,
Cu-Zn Legierungen und dergleichen.
Diese funktionelle Schicht kann durch bekannte Verfahren, beispielsweise durch Bedampfen,
Sputtern, Drucken (Tief-, Flexo-, Sieb-, Digitaldruck und dergleichen), Sprühen, Galvanisieren
und dergleichen aufgebracht werden. Die Dicke der funktionellen Schicht beträgt 0,001
bis 50 µm, vorzugsweise 0,1 bis 20 µm.
[0017] Das metallisierte Trägersubstrat wird anschließend erwärmt, sodass die aufgebrachte
Digitaldruckfarbe schmilzt. Das Erwärmen kann durch Leiten über eine beheizbare Walze,
durch Führen durch einen Trockentunnel, Erwärmen mittels eines IR-Strahlers und dergleichen
erfolgen.
[0018] Anschließend wird die flüssige Digitaldruckfarbe zusammen mit der in diesen Bereichen
darüberliegenden metallischen Schicht durch mechanische Einwirkung, beispielsweise
mit einer Abstreifwalze, eines textilen Flächengebildes und dergleichen oder durch
Ultraschallbehandlung entfernt.
[0019] Auf diese Weise können auf einfache Weise individualisierte partiell metallisierte
Trägersubstrate hergestellt werden.
[0020] Gegebenenfalls können auf die Trägersubstrate auch weitere funktionelle Schichten
mit optischen, optisch aktiven, magnetischen und/oder elektrisch leitfähigen Eigenschaften
aufgebracht werden oder bereits vor der individualisierten partiellen Metallisierung
darauf vorhanden sein.
[0021] Die erfindungsgemäß hergestellten Trägersubstrate werden gegebenenfalls nach entsprechender
Konfektionierung (beispielsweise zu Fäden, Bändern Streifen, Patches oder anderen
Formaten) daher als Sicherheitsmerkmale in Datenträgern, insbesondere Wertdokumenten
wie Ausweisen, Karten, Banknoten oder Etiketten, Siegeln und dergleichen, aber auch
in Verpackungsmaterial für sensible Güter, wie Pharmazeutika, Kosmetika, Datenträger,
elektronische Bauteile und dergleichen verwendet.
1. Verfahren zur Herstellung eines metallisierten Trägersubstrats,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) in einem ersten Schritt auf ein Trägersubstrat in einem Digitaldruckverfahren partiell
eine aufschmelzbare Druckfarbe aufgebracht wird,
b) in einem zweiten Schritt eine vollflächige Metallisierung des Trägersubstrats erfolgt,
c) in einem dritten Schritt das Trägersubstrat erwärmt wird, wobei die im ersten Schritt
aufgebrachte aufschmelzbare Druckfarbe schmilzt, worauf
d) in einem vierten Schritt die nun flüssige Druckfarbe durch mechanische Einwirkung
oder mittels Ultraschallbehandlung zusammen mit der darüber liegenden Metallschicht
entfernt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Schritt die aufschmelzbare Druckfarbe individualisiert aufgebracht wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die aufschmelzbare Druckfarbe transparent ist
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die aufschmelzbare Druckfarbe im Bereich von 90 - 160°C schmilzt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Trägersubstrat Kunststofffolien, Metallfolien, Papier, Verbunde mit Papier, Vliese
oder Gewebe verwendet werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallisierung aus einer Schicht aus Metall, einer Metallverbindung oder einer
Legierung besteht.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallisierung aus Al, Cu, Fe, Ag, Au, Cr, Ni, Zn, einem Sulfid oder Oxid dieser
Metalle wie TiO2, Cr-Oxide, ZnS, ITO, ATO, FTO, ZnO, Al2O3 oder aus einer Cu/Al oder Cu/Zn-Legierung besteht.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Entfernung der geschmolzenen Druckfarbe im vierten Schritt mit einer Abstreifwalze
oder einem textilen Flächengebilde oder durch Ultraschallbehandlung erfolgt.
9. Sicherheitselemente hergestellt aus einem gemäß einem den Ansprüchen 1 bis 8 hergestellten
Trägersubstrat.
10. Verpackungselemente oder Verpackungsfolien hergestellt aus einem gemäß den Ansprüchen
1 bis 8 hergestellten Trägersubstrat.
11. Verwendung der gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 hergestellten Trägersubstrate als
Sicherheitselemente Wertdokumenten, Datenträgern, Ausweisen und Verpackungsmaterialien.