[0001] Die Erfindung betrifft ein Paneel, insbesondere Fußbodenpaneel, mit einem Kern aus
einem Holzwerkstoff, das zumindest an einer seiner Kanten eine mit einer Spitze versehene
Feder aufweist, deren Unterseite von der Spitze ausgehend, konvex gewölbt ist, wobei
das Ende der Wölbung in einer anderen horizontalen Ebene liegt als die Spitze, und
das an der gegenüberliegenden Kante eine zu der Feder korrespondierende Nut mit einer
Oberlippe und einer seitlich über die Oberlippe hervorragende Unterlippe aufweist.
[0002] Derartige Paneele werden an ihren Seitenkanten mittels Nut und Feder verbunden und
beispielsweise zu einem Fußboden verlegt. Dabei ist die einfachste Art der Zuordnung
von Bauelementen zueinander der stumpfe Stoss. In einer durch einen stumpfen Stoss
gebildeten Fuge können höchste Druckkräfte, aber keine Zugkräfte und keine Querkräfte
übertragen werden.
[0003] Das eingangs erwähnte Paneel ist beispielsweise aus der
CH 562 377 A5 bekannt. Durch die Ausgestaltung des Feder-Nut-Profils lässt sich eine formschlüssige
Fugenverbindung herstellen, in dem das mit einer Feder versehene Paneel in das mit
der Nut versehene Paneel eingeschwenkt wird. Sowohl in horizontaler Richtung als auch
in vertikaler Richtung sind die Paneele zueinander verriegelt, ohne dass separate
Verbindungsmittel erforderlich sind.
[0004] Paneele aus einem nicht homogenen Werkstoff und insbesondere Fußbodenpaneele mit
einem Kern aus einem Holzwerkstoff unterliegen Witterungseinflüssen und quellen bei
Feuchtigkeitsaufnahme bzw. schrumpfen bei Feuchtigkeitsabgabe, so dass bei miteinander
verbundenen Paneelen durch Schrumpfen Spalten bzw. durch Quellen Verwerfungen an den
Fügekanten auftreten können, was insbesondere bei Fußböden zu vermeiden ist. Aus der
EP 0 698 162 B2 sind Fußbodenpaneele bekannt, die leimfrei und schwimmend, jedoch mit Spiel in der
Verbindung verlegt werden. Solche Fußbodenpaneele neigen insbesondere dazu, bei Quellung
auftretende Schubkräfte nicht ausreichend aufzunehmen. Durch die sich aufeinander
zu bewegenden Paneele kann es zum Kantenausbruch kommen. Solche Paneele neigen aber
auch dazu, bei Schrumpfung auftretende Zugkräfte nicht aufnehmen zu können, so dass
es zu größerer Spaltenbildung zwischen benachbarten Paneelen kommen kann.
[0005] Aus der
EP 0 893 763 sind leimfrei und schwimmend verlegbare Fußbodenpaneele bekannt, die unter Vorspannung
verlegt werden, wobei mindestens eine Kraftkomponente auf ein Zueinanderbewegen der
miteinander verbundenen Fußbodenpaneele gerichtet ist. Die dadurch erzeugten Spannungen
in der Verbindung können insbesondere bei Quellung der Fußbodenpaneele zum Kantenausbruch
führen. Zudem können dadurch auch Risse im Nutgrund auftreten, die von außen nicht
bemerkt werden und zur Zerstörung des Paneels führen. Bei starker Schrumpfung ist
Spaltenbildung derartig profilierter Paneele nicht ausgeschlossen. Um Fußbodenpaneele
so zu fertigen, dass sie mit einer bestimmten Vorspannung verbunden werden können,
sind sehr hohe Anforderungen an die Genauigkeit sowohl des Ausgangsmaterials als auch
der Fertigungsmaschinen und der Überwachung des Fertigungsprozesses gestellt. Die
Fertigung ist deshalb sehr zeit- und kostenaufwendig.
[0006] Von dieser Problemstellung ausgehend soll das eingangs beschriebene Paneel so verbessert
werden, dass zwei Paneele vorspannungs- und spielfrei miteinander verbunden werden
können und in der Verbindung sowohl hohe Zug- als auch Druckspannungen aufgenommen
werden können, ohne dass dabei die beschriebenen Nachteile auftreten.
[0007] Zur Problemlösung zeichnet sich ein gattungsgemäßes Paneel dadurch aus, dass die
Wölbung in einen im Querschnitt dreieckförmigen nach unten hervorstehenden Vorsprung
übergeht, und in der Unterlippe in dem über die Oberlippe hervorstehenden Bereich
eine zu dem Vorsprung korrespondierende Ausnehmung vorgesehen ist.
[0008] Durch diese Ausgestaltung wird eine Zentrierung der Paneele zueinander erreicht.
Nur an den die Zentrierung übernehmenden Stellen ist eine besonders enge Toleranzeinhaltung
notwendig. Der Vorsprung und die Ausnehmung sind an fertigungstechnisch leicht zugänglichen
Stellen vorgesehen, so dass die Einhaltung der Toleranzen mit entsprechend ausgebildeten
Werkzeugen relativ einfach ist.
[0009] Die Oberseite der Feder und die Unterseite der Oberlippe verlaufen vorzugsweise gerade
und insbesondere parallel zur Paneeloberseite, wodurch hohe vertikale Kräfte aufgenommen
werden können. Die Fertigung der Nut und der Feder wird durch diese Ausgestaltung
außerdem vereinfacht.
[0010] Vorzugsweise ist nach dem Verbinden zweier Platten miteinander zwischen der Außenkante
der Oberlippe des ersten Paneels und der oberhalb der Federspitze vorgesehene Außenkante
des zweiten Paneels ein Zwischenraum vorgesehen. Der Zwischenraum ist einerseits so
eng, dass an der Bodenoberfläche keine großen Fugen sichtbar sind, in die Schmutz
und Feuchtigkeit eindringen könnte und andererseits so groß, dass bei erhöhter Luftfeuchtigkeit
die Paneele quellen können, ohne dass zu hohe Druckspannungen in der Verbindungsstelle
entstehen.
[0011] Um die Auswirkungen sich ausdehnender Paneele an der Oberfläche nicht sichtbar werden
zu lassen, ist vorzugsweise nach dem Verbinden zweier Paneele miteinander zwischen
der Unterseite der Feder und dem Grund der Nut ein Zwischenraum vorgesehen und nur
im Bereich von Vorsprung und Ausnehmung liegt die Federunterseite an der Unterlippe
an. Aufquellendes Kernmaterial kann in den Zwischenraum ausweichen, wodurch hohe Druckspannungen
vermieden werden, die zu Verwerfungen an der Fußbodenoberseite führen.
[0012] Der Kern des Paneels besteht vorzugsweise aus MDF oder HDF, das erfolgreich als Kernmaterial
für Laminatpaneele Verwendung findet.
[0013] Wichtig ist, dass vertikal ausgerichtete Kontaktflächen die beispielsweise durch
Hygroskopie bedingten Schubkräfte aufnehmen können.
[0014] Deshalb zeichnet sich erfindungsgemäß eine Paneelverbindung, insbesondere für Fußbodenpaneele,
mit einem Kern aus einem Holzwerkstoff, mit einer Oberseite und einer Unterseite und
mit mehreren, paarweise gegenüberliegenden Seitenkanten, von denen mindestens eine
Seitenkante mit einer Feder und eine gegenüberliegende Seitenkante mit einer zu der
Feder korrespondierenden Nut versehen ist, die zur Bildung einer im Wesentlichen ebenen
Fläche aus Paneelen miteinander verbindbar sind, dadurch aus, dass angrenzende Paneele
mittels eines horizontal ausgerichteten Verriegelungsflächenpaares in Verbindung mit
zwei zueinander geneigten Verriegelungsflächenpaaren eines zu der Unterseite ausgerichteten
Vorsprunges vertikal und mittels der zwei Verriegelungsflächenpaare des Vorsprungs
horizontal verriegelbar sind und sowohl zu der Oberseite als auch zu der Unterseite
der Paneele vertikal ausgerichtete Kontaktflächenpaare vorgesehen sind.
[0015] Jedem Flächenpaar kommt für sich allein oder in Verbindung mit einem anderen Flächenpaar
die Aufgabe zu, die Paneele horizontal und vertikal miteinander zu verriegeln. Dazu
muss sichergestellt sein, dass ausschließlich die zueinander geneigten Verriegelungsflächenpaare
und das horizontal ausgerichtete Verriegelungsflächenpaar in vertikaler Richtung miteinander
in Berührung stehen.
[0016] Vorteilhaft ist, wenn die Feder unterseitig konvex gewölbt ausgeführt ist und dass
die vertikal ausgerichteten Kontaktflächenpaare in unterschiedlichen vertikalen Ebenen
angeordnet sind, weil sich dadurch benachbarte Paneele leicht durch Einwinkeln verbinden
lassen.
[0017] Es ist weiter von Vorteil, wenn der Vorsprung einen im Wesentlichen dreieckigen Querschnitt
aufweist und die Verriegelungsflächenpaare des Vorsprunges einen Winkel von etwa 90°
einschließen, weil dadurch sowohl vertikale als auch horizontale Kraftkomponenten
in ausreichendem Maße aufgenommen werden können.
[0018] Darüber hinaus ist vorteilhaft, dass das zu der Unterseite weisende vertikal ausgerichtete
Kontaktflächenpaar größer als das zu der Oberseite weisende vertikal ausgerichtete
Kontaktflächenpaar ausgeführt ist, weil dadurch beim Einwirken von Schubkräften zwischen
den Paneelen Aufstippungen an der Oberseite der Paneele vermeidbar sind.
[0019] Mit Hilfe einer Zeichnung soll die Erfindung nachfolgend näher beschrieben werden.
Es zeigt:
- Figur 1
- die Seitenansicht eines Paneels,
- Figur 2
- zwei miteinander verbundene Paneele in Seitenansicht an der Verbindungsstelle.
[0020] Das Paneel 1, 2 besteht aus einem Kern aus Holzwerkstoff und ist auf seiner Oberseite
15 mit einer hier nicht näher dargestellten Dekorschicht und an seiner Unterseite
16 mit einem Gegenzug versehen, durch den Verwerfungen des Paneels 1, 2 vermieden
werden. An gegenüberliegenden Seitenkanten ist das Paneel 1, 2 mit einer Feder 3 und
hierzu korrespondierenden Nut 11 versehen. Die Feder 3 ist an ihrer Unterseite 4,
ausgehend von der Federspitze 7, konvex gewölbt, so dass sich ein bogenförmiger Verlauf
einstellt. Am Ende ist ein im Querschnitt dreieckförmiger, nach unten ragender Vorsprung
5 vorgesehen.
[0021] Die Nut 11 an der gegenüberliegenden Kante wird durch die Oberlippe 8 und die über
die Oberlippe 8 hervorragende Unterlippe 13 gebildet. Am äußeren Ende der Unterlippe
13 ist eine zu dem im Querschnitt dreieckförmigen Vorsprung 5 korrespondierende Ausnehmung
12 vorgesehen. Die Unterseite 10 der Oberlippe 8 verläuft ebenso parallel zur Paneeloberseite
15 wie die Oberseite 17 der Feder 3.
[0022] Die Außenkante der Oberlippe 8 verläuft ebenso im Wesentlichen senkrecht zur Paneeloberseite
15 wie die Außenkante 6 oberhalb der Federspitze 7, die sich an die Oberseite 17 der
Feder 3 anschließt.
[0023] Zwei Paneele 1, 2 werden dadurch miteinander verbunden, dass die Feder 3 des Paneels
2 in die Nut 11 des Paneels 1 eingeschwenkt und auf den Unterboden abgesenkt wird,
so dass sich der Vorsprung 5 in die Ausnehmung 12 hineinzieht und die beiden Paneele
1, 2 zueinander zentriert werden. Wie Figur 2 zeigt, stellt sich bei miteinander verbundenen
Paneelen 1, 2 zwischen der Feder 3 und der Nut 11 ein Zwischenraum ein. An der Stoßfuge
ist an der Paneeloberseite 15 ein in seiner Größe konstruktiv vorgebbarer bzw. einstellbarer
Spalt 18 vorhanden. Auch an der Unterseite 16 kann an der Stoßfuge ein Spalt 19 vorgesehen
sein. Durch entsprechende Fertigung kann die Größe der Zwischenräume 14, 18, 19 beeinflusst
werden.
[0024] Durch die keilförmige Zentrierung mit einer Kombination aus horizontalen und vertikalen
Auf- und Anlageflächen benachbarter verbundener Paneele 1, 2 ist eine Entkoppelung
zu den oberen spaltbildenden Flächen 6, 9 gegeben.
[0025] Zwei einander zugeordnete Flächen 20, 21; 22, 23 bilden jeweils ein Flächenpaar,
so dass sich zwei zueinander geneigte Verriegelungsflächenpaare ergeben. In Verbindung
mit dem horizontal ausgerichteten Verriegelungsflächenpaar 10, 17 erfolgt eine vertikale
und horizontale Verriegelung. Die Außenkanten 6, 9 und 24, 25 nehmen bei Quellung
Schubkräfte auf und wirken dann als Kontaktflächenpaare Aufstippungen entgegen. In
Figur 2 sind die Kontaktflächenpaare 6, 9; 24, 25 mit einem minimalen Abstand dargestellt,
damit beim Betrachter nicht der Eindruck eines Form- und möglicherweise auch Kraftschlusses
entstehen kann.
Bezugszeichenliste:
[0026]
- 1
- Paneel
- 2
- Paneel
- 3
- Feder
- 4
- Federunterseite
- 5
- Vorsprung
- 6
- Außenkante/Kontaktfläche
- 7
- Federspitze
- 8
- Oberlippe
- 9
- Außenkante/Kontaktfläche
- 10
- Unterseite/Verriegelungsfläche
- 11
- Nut
- 12
- Ausnehmung
- 13
- Unterlippe
- 14
- Zwischenraum
- 15
- Paneeloberseite
- 16
- Paneelunterseite
- 17
- Federoberseite/Verriegelungsfläche
- 18
- Spalt
- 19
- Spalt
- 20
- Verriegelungsfläche
- 21
- Verriegelungsfläche
- 22
- Verriegelungsfläche
- 23
- Verriegelungsfläche
- 24
- Kontaktfläche
- 25
- Kontaktfläche
1. Paneel, insbesondere Fußbodenpaneel, mit einem Kern aus einem Holzwerkstoff, das zumindest
an einer seiner Kanten eine mit einer Federspitze (7) versehene Feder (3) aufweist,
deren Unterseite (4), von der Federspitze (7) ausgehend, konvex gewölbt ist, wobei
das Ende der Wölbung in einer anderen horizontalen Ebene liegt als die Federspitze
(7), und das an der gegenüberliegenden Kante eine zu der Feder (3) korrespondierende
Nut (11) mit einer Oberlippe (8) und eine seitlich über die Oberlippe (8) hervorragende
Unterlippe (13) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Wölbung in einen im Querschnitt im Wesentlichen dreieckförmigen, nach unten hervorstehenden
Vorsprung (5) übergeht und in der Unterlippe (13) in dem über die Oberlippe (8) hervorstehenden
Bereich eine zu dem Vorsprung (5) korrespondierende Ausnehmung (12) vorgesehen ist.
2. Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite (17) der Feder (3) und die Unterseite (10) der Oberlippe (8) gerade
verlaufen.
3. Paneel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite (17) der Feder (3) und die Unterseite (10) der Oberlippe (8) parallel
zur Paneeloberseite (15) verlaufen.
4. Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Verbinden zweier Platten (1, 2) miteinander zwischen der Außenkante (9)
der Oberlippe (8) des ersten Paneels (1) und der oberhalb der Federspitze (7) vorgesehenen
Außenkante (6) des zweiten Paneels (2) ein Zwischenraum (18) vorgesehen ist.
5. Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Verbinden zweier Paneele 1, 2 miteinander zwischen der Unterseite (4) der
Feder (3) und dem Grund der Nut (11) ein Spalt (14) eingestellt ist.
6. Paneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern aus MDF oder HDF besteht.
7. Paneelverbindung, insbesondere für Fußbodenpaneele, mit einem Kern aus einem Holzwerkstoff,
mit einer Oberseite (15) und einer Unterseite (16) und mit mehreren, paarweise gegenüberliegenden
Seitenkanten, von denen mindestens eine Seitenkante mit einer Feder (3) und eine gegenüberliegende
Seitenkante mit einer mit der Feder (3) korrespondierenden Nut (11) versehen ist,
die zur Bildung einer im Wesentlichen ebenen Fläche aus Paneelen miteinander verbindbar
sind, dadurch gekennzeichnet, dass angrenzende Paneele mittels eines horizontal ausgerichteten Verriegelungsflächenpaares
(10, 17) in Verbindung mit zwei zueinander geneigten Verriegelungsflächenpaaren (20,
21; 22, 23) eines zu der Unterseite (16) ausgerichteten Vorsprungs (5) vertikal und
mittels der zwei Verriegelungsflächenpaare (20, 21; 22, 23) des Vorsprungs (5) horizontal
verriegelbar sind und sowohl zu der Oberseite (15) als auch zu der Unterseite (16)
der Paneele vertikal ausgerichtete Kontaktflächenpaare (6, 9; 24, 25) vorgesehen sind.
8. Paneelverbindung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (3) unterseitig konvex gewölbt ausgeführt ist und dass die vertikal ausgerichteten
Kontaktflächenpaare (6, 9, 24 und 25) in unterschiedlichen vertikalen Ebenen angeordnet
sind.
9. Paneelverbindung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (5) einen im Wesentlichen dreieckigen Querschnitt aufweist und die
Verriegelungsflächenpaare (20, 22) des Vorsprungs (5) einen Winkel von etwa 90° einschließen.
10. Paneelverbindung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das zu der Unterseite (16) weisende vertikal ausgerichtete Kontaktflächenpaar (24,
25) größer als das zu der Oberseite (15) weisende vertikal ausgerichtete Kontaktflächenpaar
(6, 9) ausgeführt ist.