[0001] Die Erfindung betrifft einen Deckelring aus einem beidseitig mit einer Kunststoffschicht
versehenen Metallblech, mit einem Aussenbördel zur Festlegung auf dem Öffnungsrand
eines Dosenkörpers und mit einem in der Deckelebene liegenden, eine Entnahmeöffnung
begrenzenden ebenen ringförmigen Flanschteil, auf dem zur Bildung eines Dosendeckels
eine die Entnahmeöffnung überdeckende Verschlussmembran heiss aufsiegelbar ist. Im
Rahmen der Er findung liegt auch ein Verfahren zur Herstellung des Deckelringes, bei
welchem Verfahren aus dem Metallblech Deckelringrohlinge ausgestanzt und zu Deckelringen
umgeformt werden, oder ein Blechstreifen mit parallelen Seitenrändern zu einem Rohr
umgeformt wird und die Seitenränder parallel zur Rohrlängsachse verschweisst oder
verklebt werden, das so gefertigte Rohr in gleich lange Rohrabschnitte mit in zueinander
parallelen Ebenen liegenden Schnittkanten unterteilt wird und die Rohrabschnitte zu
Deckelringen umgeformt werden, wobei eine erste Schnittkante zu einem Aussenbördel
zur Verbindung mit einem Dosenkörper geformt und die zweite Schnittkante eingerollt
wird.
[0002] Bei bekannten Dosendeckeln mit einem Deckelring und einer auf diesem angeordneten
Verschlussmembran erstreckt sich die Entnahmeöffnung bis in die Nähe des Aussenbördels,
so dass nach dem Entfemen der in den meisten Fällen als Aufreissfolie ausgestalteten
Verschlussmembran nur eine schmale, an den Aussenbördel radial nach innen angrenzende
Ringfläche verbleibt. Nach dem Abziehen (Peelen) der Membran wird, ähnlich wie bei
einem Vollaufreissdeckel, eine verhältnismässig grosse Behälteröffnung geschaffen,
wodurch das Füllgut leicht zugänglich wird. Ein weiterer Vorteil dieses Deckelsystems
liegt darin, dass das Füllgut sterilisiert werden kann.
[0003] Bei einem aus der
EP-A-1 153 840 bekannten Verfahren zur Herstellung eines Deckelringes für einen Dosendeckel mit
Verschlussmembran wird zuerst ein auf einer Seite ein heisssiegelfähige Beschichtung
aufweisendes ebenes Blechteil zu einem zylindrischen Rohr umgeformt, bei dem die Beschichtung
sich auf der Innenseite befindet. Die axial verlaufenden Ränder des Rohres werden
zusammengepresst und verschweisst, was mittels eines Laserstrahls erfolgen kann und
zur Bildung einer Stumpfstossschweissnaht führt. Das Rohr wird sodann in gleich lange
Rohrabschnitte bzw. zylinderförmige Ringe unterteilt. Jeder zylinderförmige Ring wird
zu einem Deckelring mit einem Aussenbördel zur Befestigung auf einem Dosenkörper und
zu einer ringförmigen Auflagefläche für die spätere Festlegung der Verschlussmembran
umgeformt. Hierbei wird der die spätere Entnahmeöffnung begrenzende Rand gegen die
Seite mit der heisssiegelfähigen Beschichtung eingerollt.
[0004] Das vorstehend erwähnte Verfahren zur Herstellung eines Deckelringes ausgehend von
einem zylinderförmigen Ring hat gegenüber der klassischen. Deckelringherstellung,
bei der zunächst eine Blechscheibe umgeformt und anschliessend zur Bildung des Deckelringes
die Entnahmeöffnung ausgestanzt wird, den Vorteil eines erheblich verminderten Schrottanteils.
[0005] Bei dem in der
EP-A-1 153 840 beschriebenen Verfahren muss darauf geachtet werden, dass bei der Bildung der Stumpfstossschweissnaht
die angrenzende heisssiegelfähige Beschichtung nicht beschädigt wird. Hierzu wird
während des Schweissvorganges eine Kühlplatte gegen die Innenseite des Rohres längs
der axial verlaufenden Ränder angepresst. Trotz dieser Massnahme kann eine Beschädigung
der Heisssiegelschicht nie ganz ausgeschlossen werden. Da die Heisssiegelschicht auch
dem Korrosionsschutz dient, kann später an beschädigten Stellen der Schweissnaht Korrosion
auftreten.
[0006] Bei einem in der
WO-A-2004/062830 offenbarten Verfahren zur Herstellung eines Deckelringes für einen Dosendeckel ist
es bekannt, den Deckelring über Sprühvorrichtungen auf seiner späteren Aussenseite
mit einer heisssiegelfähigen Beschichtung und auf seiner späteren Innenseite mit einer
hitzebeständigen Lackschicht zu versehen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Deckelring der eingangs genannten
Art so auszubilden, dass er einen guten Korrosionsschutz aufweist und kostengünstig
gefertigt werden kann.
[0008] Ein weiteres Ziel der Erfindung ist die Schaffung eines zur Herstellung des Deckelringes
geeigneten Verfahrens.
[0009] Bezüglich des Deckelringes führt zur erfindungsgemässen Lösung der Aufgabe, dass
auf der zur Siegelung gegen die Verschlussmembran vorgesehenen Seite des ringförmigen
Flanschteils eine heisssiegelfähige Beschichtung als Siegelring auf der Kunststoffschicht
angeordnet ist.
[0010] Bezüglich des Verfahrens führt zur erfindungsgemässen Lösung der Aufgabe, dass das
Metallblech beidseitig mit einer Schutzlackschicht versehen ist und auf der zur Siegelung
gegen die Verschlussmembran vorgesehenen Seite des ringförmigen Flanschteils eine
heisssiegelfähige Beschichtung ringförmig als Siegelring auf die Schutzlackschicht
des endgeformten Deckelringes aufgetragen wird.
[0011] Mit dem erfindungsgemässen Auftragen der heisssiegelfähigen Beschichtung in der Form
eines Siegelringes auf den endgeformten Deckelring ergibt sich gegenüber einer vollflächigen
Beschichtung des Deckelringes bzw. des Vormaterials mit Heisssiegellack eine erhebliche
Kosteneinsparung. Durch geeignete Wahl einer beidseitig auf das Metallblech aufgetragenen
Schutzlackierung wird ein guter Korrosionsschutz erreicht.
[0012] Die heisssiegelfähige Beschichtung in Form eines Siegelringes aus beispielsweise
einem Polypropylen/Epoxy-Lack kann in bekannter Art in einem Lösungsmittel gelöst
auf den Deckelring aufgesprüht oder durch eine Pulverbeschichtung in Pulverform, z.B.
als Polypropylenpulver, auf den Deckelring aufgetragen werden.
[0013] Als Metall für den Deckelring eignen sich alle zur Dosen- bzw. Deckelringherstellung
bekannten Metalle wie Aluminium, Stahl oder Weissblech.
[0014] Die auf beiden Seiten des Metallbleches vorhandene Kunststoffsschicht ist zweckmässigerweise
ein hitzebeständiger Schutzlack, insbesondere ein Epoxyphenollack.
[0015] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt
schematisch in
- - Fig. 1
- eine Seitenansicht einer Anlage zur kontinuierlichen Herstellung von Rohrabschnitten;
- - Fig. 2
- die Draufsicht auf die Anlage von Fig. 1;
- - Fig. 3
- eine Seitenansicht eines Rohrabschnittes;
- - Fig. 4
- eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines aus dem Rohrabschnitt von Fig. 3 hergestellten
Deckelringes;
- - Fig. 5
- einen Querschnitt durch ein vergrössertes Detail des mit einem Siegelring versehenen
Deckelringes von Fig. 4;
- - Fig. 6
- den Deckelring von Fig. 5 mit aufgesiegelter Verschlussmembran.
[0016] Bei einem in den Fig. 1 und 2 dargestellten Verfahren wird ein als Rollenware zu
einem Coil 10 aufgewickeltes Band in der Form eines beidseitig mit einem Schutzlack
13 aus beispielsweise einem Epoxyphenollack lackierten Blechstreifens 12 aus z.B.
Aluminium, Stahl oder Weissblech mit parallelen Seitenkanten 14, 16 vom Coil 10 abgewickelt
und in Bandlaufrichtung x durch Rollformen kontinuierlich zu einem Rohr geformt. Hierbei
werden die parallelen Seitenränder 14, 16 des Blechstreifens 12 zu einem Stumpfstoss
zusammengepresst und mittels eines Laserstrahls 18 miteinander unter Bildung einer
Längsschweissnaht 21 zum Rohr 20 verschweisst. Da bei dieser Verfahrensweise eine
Beschädigung der Heisssiegelschicht durch Wärmeeinwirkung nie ganz ausgeschlossen
werden kann, wird die Längsschweissnaht 21 zur Erzielung eines optimalen Korrosionsschutzes
beidseitig mit Schutzlack 13 nachlackiert. Nachfolgend wird das Rohr 20 in einer Schneid-
bzw. Trennvorrichtung 22 in gleich lange Rohrabschnitte in der Form von zylindrischen
Ringen 24 mit gleicher Höhe h unterteilt.
[0017] Ein in Fig. 3 gezeigter zylindrischer Ring 24, dessen Umfang im wesentlichen der
Breite b des Blechstreifens 12 entspricht, wird in bekannter Weise durch mehrere aufeinanderfofgende
Umformoperationen zu dem in Fig. 4 dargestellten Deckelring 30 umgeformt.
[0018] Der Deckelring 30 weist einen üblichen Aussenbördel 32 auf, dessen freies Ende einer
ersten Schnittkante 26 des zylindrischen Ringes 24 entspricht. Der Aussenbördel 32
geht in einen horizontalen ringförmigen Flanschteil 34 über. Der innere Rand 36 des
eine Entnahmeöffnung 38 begrenzenden ringförmigen Flanschteils 34 ist zur Beseitigung
einer Verletzungsgefahr sowie zur Erhöhung der Steifigkeit des Deckelringes 30 eingerollt.
Das Einrollen des inneren Randes 36 des ebenen ringförmigen Flanschteils 34 erfolgt
so, dass die zweite Schnittkante 28 des zylindrischen Ringes 24 auf der später gegen
das Dosenäussere bzw. eine auf den ringförmigen Flanschteil 34 gesiegelte Verschlussmembran
gerichteten Seite des Deckelringes 30 geschützt ist.
[0019] Das in den Fig. 1 bis 4 dargestellte Verfahren eignet sich besonders gut für eine
kontinuierliche Herstellung von Deckelringen 30. Die vorliegende Erfindung ist jedoch
nicht auf dieses Herstellungsverfahren beschränkt, sondem umfasst auch die herkömmlichen
Verfahren, bei denen ein Deckelringrohling aus Flachmaterial ausgestanzt und nachfolgend
zum Deckelring 30 umgeformt wird.
[0020] über eine Sprühvorrichtung 52 wird der Deckelring 30 auf seiner späteren Aussenseite
auf dem ringförmigen Flanschteil 34 mit einer heisssiegelfähigen Beschichtung in der
Form eines Siegelringes 40 versehen. An der Innenseite des Aussenbi5rdels 32 wird
auch noch eine Dichtmasse 48 aufgetragen. Die Trocknung der aufgesprühten ringförmigen
Beschichtung 40 und der Dichtmasse 48 wird üblicherweise in einem Ofen durchgeführt.
[0021] In Fig. 6 ist der Deckelring 30 mit einer Verschlussmembran 44 versehen. Die Verschlussmembran
44, die ebenfalls eine heisssiegelfähige Beschichtung, z.B. aus Polypropylen, aufweist,
ist gegen den Siegelring 40 auf dem ringförmigen Flanschteil 34 des Deckelringes 30
gesiegelt und bildet so einen leicht zu öffnenden Dosendeckel 50. Die Verschlussmembran
44 kann mit einer Aufreisslasche 46 versehen sein. In diesem Fall wird die Siegelung
zwischen der Verschlussmembran 44 und dem ringförmigen Flanschteil 34 so eingestellt,
dass die Verschlussmembran von dem ringförmigen Flanschteil bzw. vom Siegelring durch
Abziehen (Peelen) entfernt werden kann. Bei einer alternativen Ausführungsform ist
die Verschlussmembran 44 untrennbar mit dem Deckelring 30 verbunden. In diesem Fall
wird die Membran zur Öffnung durchstochen und entlang des inneren Randes des ringförmigen
Flanschteils 34 vom Deckelring 30 entfernt.
[0022] Der mit der Verschlussmembran 44 versehene Deckelring 30 wird nach dem Einfüllen
eines Füllgutes als Dosendeckel 50 auf einen Dosenkörper aufgebördelt. Das Füllgut
kann aber auch in einen vorgängig mit einem Deckelring 30 versehenen Dosenkörper eingefüllt
werden. In diesem Fall wird als letzter Schritt die Verschlussmembran 44 auf den Deckelring
30 aufgesiegelt.
1. Deckelring (30) aus einem beidseitig mit einer Kunststoffschicht (13) versehenen Metallblech,
mit einem Aussenbördel (32) zur Festlegung auf dem Öffnungsrand eines Dosenkörpers
und mit einem in der Deckelebene liegenden, eine Entnahmeöffnung (38) begrenzenden
ebenen ringförmigen Flanschteil (34), auf dem zur Bildung eines Dosendeckels (50)
eine die Entnahmeöffnung (38) überdeckende Verschlussmembran (44) heiss aufsiegelbar
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf der zur Siegelung gegen die Verschlussmembran (44) vorgesehenen Seite des ringförmigen
Flanschteils (34) eine heisssiegelfähige Beschichtung (40) als Siegelring auf der
Kunststoffschicht (13) angeordnet ist.
2. Deckelring nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Siegelring (34) auf den ringförmigen Flanschteil (34) aufgesprüht ist.
3. Deckelring nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Siegelring (34) aus einem Polypropylen/Epoxy-Lack besteht.
4. Deckelring nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Siegelring (34) auf den ringförmigen Flanschteil (34) als Pulverbeschichtung
aufgetragen ist.
5. Deckelring nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallblech aus Aluminium, Stahl oder Weissblech besteht.
6. Deckelring nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffsschicht (13) aus einem Schutzlack, insbesondere aus einem hitzebeständigen
Schutzlack besteht.
7. Deckelring nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzlack aus einem Epoxyphenollack besteht.
8. Verfahren zur Herstellung eines Deckelringes (30) aus einem Metallblech, mit einem
Aussenbördel (32) zur Festlegung auf dem Öffnungsrand eines Dosenkörpers und mit einem
in der Deckelebene liegenden, eine Entnahmeöffnung (38) begrenzenden ebenen ringförmigen
Flanschteil (34), auf dem zur Bildung eines Dosendeckels (50) eine die Entnahmeöffnung
(38) überdeckende Verschlussmembran (44) heiss aufsiegelbar ist, bei welchem Verfahren
- aus dem Metallblech Deckelringrohlinge ausgestanzt und zu Deckelringen (30) umgeformt
werden, oder
- ein Blechstreifen (12) aus dem Metallblech mit parallelen Seitenrändern (14,16)
zu einem Rohr (20) umgeformt wird und die Seitenränder (14,16) parallel zur Rohrlängsachse
(x) verschweisst oder verklebt werden, das so gefertigte Rohr (20) in gleich lange
Rohrabschnitte (24) mit in zueinander parallelen Ebenen liegenden Schnittkanten (26,28)
unterteilt wird und die Rohrabschnitte (24) zu Deckelringen (30) umgeformt werden,
wobei eine erste Schnittkante (26) zu dem Aussenbördel (32) geformt und die zweite
Schnittkante (28) eingerollt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Metallblech beidseitig mit einer Schutzlackschicht (13) versehen ist und auf der
zur Siegelung gegen die Verschlussmembran vorgesehenen Seite des ringförmigen Flanschteils
(34) eine heisssiegelfähige Beschichtung ringförmig als Siegelring (40) auf die Schutzlackschicht
(13) des endgeformten Deckelringes (30) aufgetragen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Siegelring (40) auf den ringförmigen Flanschteil (34) aufgesprüht wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Siegelring (40) aus einem Polypropylen/Epoxy-Lack besteht.
11. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Siegelring (40) auf den ringförmigen Flanschteil (34) als Pulverbeschichtung
aufgetragen wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallblech aus Aluminium, Stahl oder Weissblech besteht.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzlack (13) hitzebeständig ist.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Schutzlack (13) aus einem Epoxyphenollack besteht.