[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Folie mit Sicherheitsdruck
sowie eine mittels dieses Verfahrens hergestellte Folie.
[0002] Bedruckte oder metallisierte Folien werden hauptsächlich für Lebensmittelverpackungen,
für Medikamentenverpackungen, Dekorationszwecke, Geschenksverpackungen, zur Beschichtung
von Autofenstern, als Isolierungsmaterial für Dächer und Klimaanlagen sowie für viele
weitere Anwendungen verwendet.
[0003] Derartige metallisierte oder bedruckte Folien für Verpackungszwecke sind zB aus der
US 5 631 066 oder der
DE 19 920 356 A1 bekannt. Durch die steigende Verwendung derartiger Folien in der Verpackungsindustrie
kommt es auch vermehrt dazu, dass bei Produktfälschungen auch gefälschte Verpackungsmaterialen
wie oben genannte Folien Verwendung finden. Um sich vor solchen Fälschungen zu schützen
versuchen viele Hersteller durch spezielle Kennzeichen auf der Verpackung die Echtheit
des Produkts ersichtlich zu machen. Zum Beispiel werden spezielle metallisierte Hologramme
als Kennzeichen verwendet.
[0004] Auf Seite der Fälscher jedoch entstehen gleichzeitig immer mehr Betriebe, die derartige
Hologramme einfach und billig herstellen und somit die Originalhologramme täuschend
ähnlich nachmachen.
[0005] Es ist also eine Aufgabe der Erfindung eine Folie sowie ein Verfahren zu deren Herstellung
zu schaffen, die Sicherheitsmerkmale aufweist, die nicht einfach zu fälschen sind,
wobei gleichzeitig die Herstellung derartiger Verpackungsfolien möglichst preiswert
sein sollen.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, dass eine erfindungsgemäße Folie durch ein erfindungsgemäßes
Verfahren zuerst zumindest auf einer Seite mit einer schriftlichen oder bildlichen
Darstellung bedruckt wird und die Folie anschließend auf der bedruckten Seite zumindest
teilweise metallisiert wird, so dass der metallisierte Abschnitt den bedruckten Abschnitt
zumindest Abschnittsweise überdeckt.
[0007] An allen Stellen wo es zu einer Überlagerung einer metallisierten Fläche und einer
bedruckten Fläche kommt, entsteht auf der bedruckten/metallisierten Folienseite eine
Fläche die entfärbt ist und beispielsweise weißlich silbern erscheint, jedoch die
Umrisse und Gestalt der bedruckten Fläche erkennen lässt. Von der unbedruckten Seite
her betrachtet ist die bedruckte Fläche unverändert und wird von der metallisierten
Fläche hinterlagert. Durch diesen deutlich sichtbaren Unterschied der beiden Folienseiten
entsteht ein nicht einfach zu fälschendes Sicherheitsmerkmal, welches durch einen
einfachen und kostengünstigen Verfahrensschritt erreicht wird.
[0008] Ein Merkmal der Erfindung ist es, dass für die Folie bzw. für das Verfahren Folien
aus Polyester, PVC, Nylon oder aus Polypropylen verwendet werden.
[0009] Diese Folien werden in einem ersten Verfahrensschritt mit ein- oder mehrfärbigen
schriftlichen oder bildlichen Darstellungen bedruckt. Prinzipiell eignen sich dafür
alle gängigen Druckverfahren wie zB Siebdruckverfahren, Tampondruck oder Tiefdruckverfahren.
[0010] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung wird diese bedruckte Folie anschließend
auf der bedruckten Seite zumindest teilweise metallisiert. Diese Metallisierung kann
in Form von abschnittsweisen Flächen, bevorzugt in Form von Streifen durch Aufdampfen
eines Metalls erfolgen. Als Metall kann Gold, Silber, Kupfer, Platin, Nickel, Titan
oder dergleichen verwendet werden. Vorzugsweise wird die Folie mit verdampftem Aluminium
metallisiert, da hierbei ein oftmals gewünschter klarer Spiegeleffekt auf der Folie
entsteht.
[0011] Die Erfindung wird nun genauer anhand der Figuren, der Ausführungsbeispiele und der
Ansprüche beschrieben.
[0012] Fig. 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch eine Metallisierungsmaschine.
Fig. 2 zeigt eine Ansicht einer mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten
Folie von der unbedruckten Seite her betrachtet. Fig. 3 zeigt eine Ansicht der Folie
aus Fig. 2 von der bedruckten Seite her betrachtet. Fig. 4 zeigt einen Querschnitt
durch die Folie aus Fig. 2 geschnitten nach der Linie IV. Fig. 5 zeigt einen Querschnitt
durch eine alternative Ausführungsform der erfindungsgemäßen Folie.
[0013] Der in Fig. 1 gezeigte Querschnitt zeigt den schematischen Aufbau einer Metallisierungsmaschine.
Zum abschnittsweisen Metallisieren wird die zuvor bedruckte Folie auf die Abwicklerrolle
1 geladen. Die Luft im Maschinenraum der Metallisierungsmaschine wird kontinuierlich
herausgepumpt bis ein Vakuum von in etwa 5 x 10
-4 Millibar erreicht ist.
[0014] Die bedruckte Folie wird über Umlenkwalzen 5 zur Leitwalze 2 und Anpresswalze 4 geführt.
Auf einer Aluminiumspule 6 befindet sich Aluminiumdraht 7 welcher auf ein Verdampferschiffchen
8 in einem Evaporationsbehälter 10 aufgebracht wird und dort bei einer Temperatur
von 700 bis 1400 °C geschmolzen und aufgrund des Hochvakuums verdampft wird. Das Verdampferschiffchen
8 ist über Verdampferklemmen 9 im Evaporationsbehälter 10 montiert.
[0015] Das derart verdampfte Aluminiumgas haftet nun gleichmäßig auf der Oberfläche der
Folie, die über die Leitwalze 2 am Evaporationsbehälter 10 vorbei bewegt wird. Die
Geschwindigkeit mit der die Folie am Evaporationsbehälter 10 vorbeibewegt wird beträgt
je nach gewünschter Dicke der Metallisierungsschicht 3 bis 5 m/s. Bevorzugte Schicht-Dicken
der Metallisierung liegen zwischen 50 bis maximal 300 Å.
[0016] Wenn nicht die gesamte Folie sondern nur Abschnitte davon metallisiert werden sollen,
so kommt zusätzlich ein Filmabdeckband 13 zum Einsatz, welches über Rollen mit Kerben
11 und Spannrollen 12 synchron mit der Leitwalze 2 und der Folie am Evaporationsbehälter
10 vorbeibewegt wird. Je nach gewünschtem Metallisierungsmuster sind im Filmabdeckband
13 Auslassungen vorhanden durch welche die Metallisierung auf die Folie gebracht wird.
Durch die Rollen mit Kerben 11 wird sicher gestellt, dass das Filmabdeckband 13 immer
an der richtigen Position über die Folie läuft, sodass die gewünschten Bereiche abgedeckt
und dadurch nicht metallisiert werden.
[0017] Die fertig bedruckte und metallisierte Folie wird nach dem Metallisierungsprozess
abgekühlt und über Umlenkwalzen 5 auf eine Aufwicklerwalze 3 geführt.
[0018] Die Fig. 2 bis 4 zeigen Ansichten einer erfindungsgemäßen Folie, die nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren bedruckt und metallisiert wurden. In Fig. 2 ist dabei eine Ansicht einer
Folie 14 von der unbedruckten Seite 16 her zu sehen. Die bedruckten Flächen 18 der
hier beispielhaft dargestellten Buchstaben T und L sind von dieser Seite her durchgehend
einfärbig sichtbar während der metallisierte Streifen 17 dahinterliegend erscheint
und die bedruckten Flächen 18 nicht unterbricht. Handelt es sich bei dieser Folie
zB um ein Verpackungsmaterial, so kann die unbedruckte Seite 16 zB die nach außen
gerichtete Seite sein, sodass der Betrachter Schriftzeichen in der dementsprechenden
Farbe sieht.
[0019] Fig. 3 zeigt die gleiche Folie 14 von der anderen Seite also der bedruckten Seite
15 aus betrachtet. Da das Drucken und Metallisieren auf der selben Seite stattgefunden
hat überlagert der metallisierte Streifen 17 die bedruckten Flächen 18 der beiden
Buchstaben T und L. Die betreffenden Abschnitte der bedruckten Fläche 18 werden jedoch
nicht einfach nur überdeckt, sondern es entsteht eine entfärbte metallisierte Fläche
19, welche im Fall von Aluminium als Metallisierungsmaterial eine weißliche Tönung
aufweist. Durch das Metallisieren im Hochvakuum bei hohen Temperaturen wird ein Teil
der Druckfarbe verdampft und es entsteht eine klar sichtbare weißlich gefärbte Fläche,
die die Umrisse der ursprünglich bedruckten Fläche aufweist. Diese entfärbte und metallisierte
Fläche 19 kann mit herkömmlichen Drucktinten nicht zum Zweck der Fälschung hergestellt
werden. Weiters ist es bei einem herkömmlichen Druckverfahren nicht möglich, auf großflächigen
Verpackungsfolien derartige Unterbrechungen der Flächen zB bei einem Schriftzug derart
genau anzuordnen, dass es zu keinen sichtbaren Verschiebungen der einzelnen Buchstabenflächen
kommt.
[0020] Beim Betrachten einer erfindungsgemäßen Folie ist es somit auch für den Laien einfach
möglich, eine Fälschung von einer echten Folie zu unterscheiden, da eine einfach bedruckte
Folie von beiden Seiten her entweder gleich aussehen würde, oder aber sichtbare Verschiebungen
der einzelnen bedruckten Flächen an jenen Stellen wo sie durch die Metallisierung
entfärbt wären, aufweisen würde. Da für das erfindungsgemäße Verfahren zwei Maschinen
zum Einsatz kommen, einerseits eine Druckmaschine und andererseits die oben beschriebene
Metallisierungsmaschine, ist es für Fälscher nicht einfach, eine derartige Folie herzustellen.
Für gewöhnlich würden Fälschungen einfach nur mittels Druckmaschinen hergestellt wodurch
sie nur von einer Seite her den Anschein einer Originalfolie erwecken könnten, beim
Umdrehen würde eine Fälschung aber aufgrund des nichtauftretenden Effekts der entfärbten
metallisierten Flächen sofort für jedermann erkennbar sein.
[0021] Fig. 4 zeigt einen Schnitt durch die Folie aus Fig. 2 geschnitten nach der Linie
IV-IV. Auf der bedruckten Seite 15 der Folie 14 ist die bedruckte Fläche 18 zu erkennen
über dieser der Metallisierungsstreifen 17 aufgebracht wurde. Im überschneidenden
Bereich wurde ein Teil der Farbe der bedruckten Fläche 18 bei der Metallisierung verdampft
wodurch die oben beschriebene entfärbte metallisierte Fläche 19 bei Betrachtung der
bedruckten Seite 15 entsteht. Die Schichtdicken sind nicht maßstäblich gezeichnet.
[0022] Fig. 5 zeigt einen Schnitt durch eine alternative Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Folie 14, bei der die bedruckte Seite 15 vollflächig metallisiert wurde. Auch hier
kommt es bei Betrachtung der bedruckten/metallisierten Seite 15 zu dem Effekt, dass
die Farbe des Druckes teilweise beim Metallisieren verdampft wurde. Bei Betrachtung
von der unbedruckten Seite 16 her ist nur die bedruckte Fläche 18 zu erkennen. Im
Falle einer Metallisierung mit Aluminium z.B. kommt es je nach Stärke der aufgetragenen
Druckfarbe zu unterschiedlich weißlich silbern entfärbten Bereichen. Die schriftliche
oder bildliche Darstellung ist von dieser Seite her betrachtet entfärbt, jedoch in
Ihrer Gestaltung klar ersichtlich. Die entstandenen weißlich silbrigen entfärbten
Flächen weisen einen speziellen Farbton auf, der mit keiner herkömmlichen am Markt
befindlichen Druckfarbe erzielt werden kann, wodurch es für Fälscher nicht möglich
ist diesen Farbton nachzumachen.
1. Verfahren zur Herstellung einer Folie mit Sicherheitsdruck, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (14) zumindest auf einer Seite mit einer schriftlichen oder bildlichen
Darstellung bedruckt wird und die Folie (14) anschließend auf der bedruckten Seite
zumindest teilweise metallisiert wird, sodass der metallisierte Abschnitt (17) den
bedruckten Abschnitt (18) zumindest abschnittsweise überdeckt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Folie (14) aus Polyester, PVC, Nylon oder aus Polypropylene verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass für das Bedrucken der Folie (14) Druckverfahren wie z.B. Siebdruck- oder Tampondruckverfahren,
vorzugsweise Tiefdruckverfahren verwendet werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallisierung in Form von Flächenabschnitten, bevorzugt in Form von Streifen
(17) durch Aufdampfen eines Metalls aufgebracht wird, wobei als Metall vorzugsweise
Aluminium Verwendung findet.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich der bedruckte Flächenabschnitt (18) und der metallisierte Flächenabschnitt (17)
in einem Bereich überschneiden, sodass sich im Überschneidungsbereich (19) die bedruckten
und metallisierten Flächenabschnitte überlagern.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (14) auf einer Seite mit einer schriftlichen oder bildlichen Darstellung
bedruckt wird und anschließend auf der bedruckten Seite vollflächig metallisiert wird.
7. Folie mit Sicherheitsdruck hergestellt nach dem Verfahren gemäß einem der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (14) auf einer Seite zumindest eine bedruckte Schicht (18) von schriftlichen
oder bildlichen Darstellungen aufweist und dass diese Schicht zumindest teilweise
von einer metallisierten Schicht (17) überdeckt ist.
8. Folie nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (14) aus Polyester oder aus Polypropylene besteht.
9. Folie nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die metallisierte Schicht (17) aus Gold, Silber, Kupfer, Platin, Nickel, Titan oder
derartigen Metallen, bevorzugt aus aufgedampften Aluminium besteht.
10. Folie nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die metallisierte Schicht (17) eine Schicht-Dicke von 50 bis 300 Å aufweist.