[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung einer Kombination eines Bleichaktivators
mit einer Terpyridin-Verbindung, welche zur Komplexbildung mit Eisen- und Mangan-Ionen
befähigt ist, oder einem entsprechend vorgebildeten Eisen- oder Mangankomplex zur
Aktivierung von Persauerstoffverbindungen und/oder Luftsauerstoff, insbesondere zum
Bleichen von Farbanschmutzungen beim Waschen von Textilien, sowie Wasch-, Reinigungs-
und Desinfektionsmittel, die derartige Bleichverstärkerkombinationen enthalten.
[0002] Anorganische Persauerstoffverbindungen, insbesondere Wasserstoffperoxid und feste
Persauerstoffverbindungen, die sich in Wasser unter Freisetzung von Wasserstoffperoxid
lösen, wie Natriumperborat und Natriumcarbonat-Perhydrat, werden seit langem als Oxidationsmittel
zu Desinfektions- und Bleichzwecken verwendet. Die Oxidationswirkung dieser Substanzen
hängt in verdünnten Lösungen stark von der Temperatur ab; so erzielt man beispielsweise
mit H
2O
2 oder Perborat in alkalischen Bleichflotten erst bei Temperaturen oberhalb von etwa
80 °C eine ausreichend schnelle Bleiche verschmutzter Textilien. Bei niedrigeren Temperaturen
kann die Oxidationswirkung der anorganischen Persauerstoffverbindungen durch Zusatz
sogenannter Bleichaktivatoren verbessert werden, die in der Lage sind, unter den angesprochenen
Perhydrolysebedingungen Peroxocarbonsäuren zu liefern und für die zahlreiche Vorschläge,
vor allem aus den Stoffklassen der N- oder O-Acylverbindungen, beispielsweise die
aus der britischen Patentschrift
GB 836 988 bekannten reaktiven Ester, mehrfach acylierte Alkylendiamine, insbesondere N,N,N',N'-Tetraacetylethylendiamin
(TAED), acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril, N-acylierte Hydantoine,
Hydrazide, Triazole, Hydrotriazine, Urazole, Diketopiperazine, Sulfurylamide und Cyanurate,
außerdem Carbonsäureanhydride, insbesondere Phthalsäureanhydrid, Carbonsäureester,
insbesondere Natrium-nonanoyloxy-benzolsulfonat (NOBS), Natrium-isononanoyloxy-benzolsulfonat,
O-acylierte Zuckerderivate, wie Pentaacetylglukose, und N-acylierte Lactame, wie N-Benzoylcaprolactam,
in der Literatur bekannt geworden sind. Durch Zusatz dieser Substanzen kann die Bleichwirkung
wäßriger Peroxidflotten so weit gesteigert werden, daß bereits bei Temperaturen um
60 °C im wesentlichen die gleichen Wirkungen wie mit der Peroxidflotte allein bei
95 °C eintreten.
[0003] Bei differenzierender Betrachtungsweise beobachtet man allerdings, daß unter Textilwaschbedingungen
solche Bleichaktivatoren, die relativ kurzkettige Peroxocarbonsäuren freisetzen (wichtigstes
Beispiel hierfür ist TAED), eine besonders ausgeprägte Wirksamkeit gegenüber hydrophilen
gefärbten Anschmutzungen aufweisen, während Bleichaktivatoren, die relativ längerkettige
Peroxocarbonsäuren freisetzen (ein Beispiel hierfür ist NOBS), eine höhere Wirksamkeit
gegenüber hydrophoben gefärbten Anschmutzungen besitzen. Im wesentlichen um gemittelt
über möglichst alle Anschmutzungen eine hohe Bleichleistung zu erreichen wird verschiedentlich,
so zum Beispiel in der internationalen Patentanmeldung
WO 96/17920 A2 oder der europäischen Patentanmeldung
EP 0 257 700 A2, der Einsatz von Mischungen aus Bleichaktivatoren vorgeschlagen, die Peroxocarbonsäuren
verschiedener Kettenlänge freisetzen.
[0004] Im Bemühen um energiesparende Wasch- und Bleichverfahren gewinnen in den letzten
Jahren zudem Anwendungstemperaturen noch deutlich unterhalb 60 °C, insbesondere unterhalb
45 °C bis herunter zur Kaltwassertemperatur an Bedeutung.
[0005] Bei diesen niedrigen Temperaturen läßt die Wirkung der bisher bekannten Aktivatorverbindungen
in der Regel erkennbar nach. Es hat deshalb nicht an Bestrebungen gefehlt, für diesen
Temperaturbereich wirksamere Aktivatoren zu entwickeln. Dabei muß man allerdings in
einzelnen Fällen feststellen, daß ein bei niedrigen Temperaturen hoch wirksamer Bleichaktivator
seine Wirksamkeit im mittleren oder hohen Temperaturbereich, in dem bei hoher Anforderung
an die Reinigungsleistung des Wasch- oder Reinigungsmittels durchaus ebenfalls noch
eine Steigerung der Bleichleistung über diejenige des reinen Oxidationsmittels hinaus
erwünscht sein kann, verliert.
[0006] Verschiedentlich ist auch der Einsatz von Übergangsmetallverbindungen, insbesondere
Übergangsmetallkomplexen, zur Steigerung der Oxidationskraft von Persauerstoffverbindungen
oder auch Luftsauerstoff in Wasch- und Reinigungsmitteln vorgeschlagen worden. Zu
den für diesen Zweck vorgeschlagenen Übergangsmetallverbindungen gehören beispielsweise
die aus der deutschen Patentanmeldung
DE 195 29 905 bekannten Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium- oder Molybdän-Salenkomplexe und deren
aus der deutschen Patentanmeldung
DE 196 20 267 bekannte N-Analogverbindungen, die aus der deutschen Patentanmeldung
DE 195 36 082 bekannten Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium- oder Molybdän-Carbonylkomplexe, die
in der deutschen Patentanmeldung
DE 196 05 688 beschriebenen Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium-, Molybdän-, Titan-, Vanadium-
und Kupfer-Komplexe mit stickstoffhaltigen Tripod-Liganden, die aus der deutschen
Patentanmeldung
DE 196 20 411 bekannten Cobalt-, Eisen-, Kupfer- und Ruthenium-Amminkomplexe, die in der deutschen
Patentanmeldung
DE 44 16 438 beschriebenen Mangan-, Kupfer- und Cobalt-Komplexe, die in der europäischen Patentanmeldung
EP 0 272 030 beschriebenen Cobalt-Komplexe, die aus der europäischen Patentanmeldung
EP 0 693 550 bekannten Mangan-Komplexe, die aus der europäischen Patentschrift
EP 0 392 592 bekannten Mangan-, Eisen-, Cobalt- und Kupfer-Komplexe, die aus den internationalen
Patentanmeldungen
WO 96/23859,
WO 96/23860 und
WO 96/23861 bekannten Cobalt-Komplexe und die in der europäischen Patentschrift
EP 0 443 651 oder den europäischen Patentanmeldungen
EP 0 458 397,
EP 0 458 398,
EP 0 549 271,
EP 0 549 272,
EP 0 544 490 und
EP 0 544 519 beschriebenen Mangan-Komplexe. Auch die gemäß der europäischen Patentanmeldung
EP 0 832 969 erhältliche bleichverstärkende Wirkstoffkombination ist hier zu nennen. Kombinationen
aus Bleichaktivatoren und Übergangsmetall-Bleichkatalysatoren sind beispielsweise
aus der der internationalen Patentanmeldung
WO 95/27775 und der deutschen Patentanmeldung
DE 196 13 103, die sich auf elektrochemisch in bestimmten Potentialbereichen mit möglichst hoher
Stromdichte oxidierbare Übergangsmetallkomplexe bezieht, bekannt.
[0007] Die internationale Patentanmeldung
WO 2004/039934 betrifft Pyrimidin-Liganden.
[0008] Die internationale Patentanmeldung
WO 2004/007657 betrifft bestimmte Mangan-, Titan-, Eisen-, Cobalt-, Nickel- oder Kupfer-Komplexe
mit einem Terpyridin-Liganden, welcher mit mindestens einem ein quaternäres Stickstoffatom
tragenden Rest substituiert ist, und deren Verwendung als Katalysatoren für Oxidationsreaktionen.
Diese Verwendung der Komplexe kann auch durch ein sie enthaltendes Wasch-, Reinigungs-,
Desinfektions- oder Bleichmittel erfolgen, wobei auch konventionelle Bleichaktivatoren
unter den weiteren üblichen Inhaltsstoffen solcher Mittel genannt sind.
[0009] Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß die Kombination bestimmter Bleichaktivatoren,
nämlich solchen vom Amid-Typ, vom Sulfonylphenylester-Typ und vom Typ der mit quaternärem
Stickstoff substituierten Acetonitrile, mit bestimmten Mangan- oder Eisenkomplexen,
nämlich solchen mit einem wie unten beschriebenen Liganden vom Terpyridin-Typ, eine
ausgezeichnete bleichaktivierende Wirkung aufweist und zudem diese bleichaktivierende
Wirkung über das gesamte Temperaturanforderungsprofil eines Wasch- oder Reinigungsmittels
beibehalten wird, ohne daß es beim Einsatz des Mittels beziehungsweise beim gemeinsamen
Einsatz seiner vorstehend genannten Komponenten zu Schädigungen des so behandelten
Textils kommt, die über das beim Einsatz marktüblicher Mittel auftretende Maß hinausgehen.
[0010] Ein Gegenstand der Erfindung ist demgemäß die Verwendung einer Kombination aus persauerstofthaltigem
Bleichmittel, Bleichaktivator vom Amid-Typ, vom Sulfonylphenylester-Typ und/oder vom
Typ der mit quaternärem Stickstoff substituierten Acetonitrile und einem Bleichkatalysator
gemäß Formel (II),

in der M für Mangan oder Eisen, X für einen anorganischen Liganden und Y
m- für ein Anion steht und das Produkt der ganzen Zahlen m und n gleich 2 ist, zum Bleichen
von Farbanschmutzungen beim Waschen von Textilien, insbesondere in wäßriger, tensidhaltiger
Flotte. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die entsprechende Verwendung zum
gleichzeitigen oder alternativen Desinfizieren des Waschgutes.
[0011] Der erfindungsgemäß beabsichtigte Erfolg tritt auch auf, wenn man nicht den Komplex
gemäß Formel II, sondern lediglich den entsprechenden Terpyridin-Liganden einsetzt
und die zum Einsatz kommende Flotte Eisen- und/oder Mangan-Ionen enthält, wobei die
Oxidationsstufe der genannten Metalle wegen des sich in der Waschflotte üblicherweise
rasch einstellenden Redox-Gleichgewichtes unter den verschiedenen Oxidationsstufen
normalerweise nicht wesentlich ist. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher
die Verwendung einer Kombination aus persauerstoffhaltigem Bleichmittel, Bleichaktivator
vom Amid-Typ, vom Sulfonylphenylester-Typ und/oder vom Typ der mit quaternäre Stickstoff
substituierten Acetonitrile und Verbindung gemäß Formel (I),

in der Y
m- für ein Anion steht und das Produkt (m· n) gleich 2 ist, zum Bleichen von Farbanschmutzungen
und/oder Desinfizieren des Waschgutes beim Waschen von Textilien, in wäßriger, insbesondere
tensidhaltiger Flotte, die Mangan- und/oder Eisen-Ionen enthält.
[0012] In einer Verbindung nach Formel (I) oder nach Formel (II) ist das Anion (Y
m-) vorzugsweise ein organisches Anion, beispielsweise Citrat, Oxalat, Tartrat, Formiat,
ein C
2-18-Carboxylat, ein C
1-18-Alkylsulfat, insbesondere Methosulfat, oder ein entsprechendes Alkansulfonat. In
einer Verbindung nach Formel (II) ist der anorganische Ligand (X) vorzugsweise ein
Halogenid, insbesondere Chlorid, Perchlorat, Tetrafluoroborat, Hexafluorophosphat,
Nitrat, Hydrogensulfat, Hydroxid oder Hydroperoxid.
[0013] Die erfindungsgemäßen Verwendungen können besonders einfach durch den Einsatz eines
Wasch-, Reinigungs- oder Desinfektionsmittels, das persauerstoffhaltiges Bleichmittel,
Bleichaktivator vom genannten Typ und eine Verbindung gemäß Formel (I) oder einen
Bleichkatalysator gemäß Formel (II) neben üblichen mit dem Bleichaktivator und der
genannten Verbindung beziehungsweise dem Bleichkatalysator verträglichen Inhaltsstoffen
enthält, realisiert werden. Diese Mittel sind daher weitere Gegenstände der Erfindung.
[0014] Vorzugsweise ist in erfindungsgemäßen Mitteln 0,01 Gew.-% bis 2 Gew.-%, insbesondere
0,1 Gew.-% bis 1 Gew.-% der Verbindung gemäß Formel (I) enthalten. Wenn eine Verbindung
gemäß Formel (I) enthalten ist, ist bevorzugt, dass das Mittel zusätzlich ein Mangan-
und/oder Eisensalz und/oder einen Mangan- und/oder Eisenkomplex ohne einen Liganden,
welcher der Verbindung gemäß Formel (I) entspricht, enthält. Dann liegt das Molverhältnis
von Mangan oder Eisen oder der Summe aus Mangan und Eisen zu der Verbindung gemäß
Formel (I) vorzugsweise im Bereich von 0,001: 1 bis 2:1, insbesondere 0,01:1 bis 1:1.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung erfindungsgemäßer Mittel sind in diesen
0,01 Gew.-% bis 1,5 Gew.-%, insbesondere 0,05 Gew.-% bis 1 Gew.-% eines Bleichkatalysators
gemäß Formel (II) enthalten.
[0015] Als geeignete Persauerstoffverbindungen kommen insbesondere organische Persäuren
beziehungsweise persaure Salze organischer Säuren, wie Phthalimidopercapronsäure,
Perbenzoesäure oder Salze der Diperdodecandisäure, Wasserstoffperoxid und unter den
Wasch- beziehungsweise Reinigungsbedingungen Wasserstoffperoxid abgebende anorganische
Salze, wie Perborat, Percarbonat und/oder Persilikat, in Betracht. Wasserstoffperoxid
kann dabei auch mit Hilfe eines enzymatischen Systems, das heißt einer Oxidase und
ihres Substrats, erzeugt werden. Sofern feste Persauerstoffverbindungen eingesetzt
werden sollen, können diese in Form von Pulvern oder Granulaten verwendet werden,
die auch in im Prinzip bekannter Weise umhüllt sein können. Besonders bevorzugt wird
Alkalipercarbonat, Alkaliperborat-Monohydrat, Alkaliperborat-Tetrahydrat oder Wasserstoffperoxid
in Form wäßriger Lösungen, die 3 Gew.-% bis 10 Gew.-% Wasserstoffperoxid enthalten,
eingesetzt. Insbesondere in erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmitteln sind Persauerstoffverbindungen
in Mengen von vorzugsweise bis zu 50 Gew.-%, insbesondere von 5 Gew.-% bis 30 Gew.-%,
vorhanden, während in den erfindungsgemäßen Desinfektionsmitteln vorzugsweise von
0,5 Gew.-% bis 40 Gew.-%, insbesondere von 5 Gew.-% bis 20 Gew.-%, an Persauerstoffverbindungen
enthalten sind.
[0016] Der Bleichaktivator vom Amid-Typ als bevorzugte weitere Komponente der erfindungsgemäß
zu verwendenden Kombination beziehungsweise der erfindungsgemäßen Mittel ist vorzugsweise
ein Derivat von Ammoniak oder eines Mono- oder Bis-alkylamins. Er wird vorzugsweise
aus den Verbindungen nach Formel (III),
(R
1-CO-)
n X (III)
in der R
1 für einen Aryl-, Alkyl-, Alkenyl- oder Cycloalkylrest mit 1 bis 10 C-Atomen, n für
eine Zahl von 1 bis 4 und X für eine stickstoffhaltige Abgangsgruppe mit direkter
Bindung zwischen Stickstoff einerseits und der Acylgruppe R
1-CO andererseits steht, sowie deren Gemischen ausgewählt. Bevorzugt sind die Verbindungen
nach Formel (III) mit R
1 = Phenyl, C
1- bis C
5-Alkyl, 9-Decenyl und deren Gemische, wobei die Alkylreste linear oder verzweigtkettig
sein können. Unter den Verbindungen der Formel (III) mit linearen Resten R
1 sind solche mit 1 bis 9 C-Atomen besonders bevorzugt. Diese Verbindungen gemäß Formel
(III) können durch N-Acylierung mit reaktiven R
1-CO-Derivaten, beispielsweise Säurechloriden, der entsprechenden unsubstituierten
Verbindungen H
nX nach bekannten Verfahren hergestellt werden. Bevorzugte stickstoffhaltige Abgangsgruppen
X sind solche, in denen der Stickstoff neben der abzuspaltenden Acylgruppe R
1-CO- mindestens eine weitere Acylgruppe trägt. Beispiele für derartige Verbindungen
gemäß Formel (III) sind die Triacylierungsprodukte von Ammoniak und die Diacylierungsprodukte
von primären Alkyl-aminogruppen, wie diejenigen von Ethylendiamin. Falls es sich bei
der genannten mindestens einen weiteren Acylgruppe nicht ebenfalls um einen Acylrest
R
1-CO- handelt, ist bevorzugt, wenn sie eine dermaßen abgestufte Perhydrolyseaktivität
aufweist, daß sich unter den Anwendungsbedingungen im wesentlichen nur aus der Gruppe
R
1-CO- die entsprechende Peroxocarbonsäure bildet. Dies kann dadurch erreicht werden,
daß in der Verbindung gemäß Formel (III) der die Gruppe R
1-CO- tragende Stickstoff außerdem Teil einer cyclischen Amid- oder Imidstruktur ist.
Letztgenannte Verbindungen können als Acylamide beziehungsweise Acylimide bezeichnet
werden, wobei sich der Namensteil "Acyl" auf die Gruppe R
1-CO-bezieht. Der Amidteil derartiger Acylamide besteht vorzugsweise aus einer gegebenenfalls
substituierten Capro- oder Valerolactam-Gruppe und der Imidteil solcher Acylimide
besteht vorzugsweise aus einer Succinimid-, Maleinimid- oder Phthalimid-Gruppe, welche
Gruppen gegebenenfalls C
1- bis C
4-Alkyl-, Hydroxyl-, COOH- und/oder SO
3H- Substituenten tragen können, wobei letztgenannte Substituentengruppen auch in Form
ihrer Salze vorliegen können. Unter den Acylimiden sind N-Nonanoyl- und N-Isononanoyl-succinimid
bevorzugt. Zu den besonders bevorzugten Verbindungen gehört N,N,N',N'-Tetraacetylethylendiamin
(TAED).
[0017] Bleichaktivatoren vom Sulfonylphenylester-Typ entsprechen vorzugsweise den genannten
Verbindungen gemäß Formel (III), wobei in deren Fall X für einen eine Sulfonsäuregruppe
beziehungsweise deren Alkalisalz tragenden Phenoxy-Rest und n insbesondere für 1 steht.
Zu den besonders bevorzugten Verbindungen dieses Typs gehören Natrium-nonanoyloxybenzolsulfonat,
Natrium-isononanoyloxybenzolsulfonat und Natrium-lauroyloxybenzolsulfonat.
[0018] Bleichaktivatoren vom Typ der mit quaternärem Stickstoff substituierten Acetonitrile
entsprechen vorzugsweise der Formel (IV),

in der R
1 für -H, -CH
3, einen C
2-24-Alkyl- oder -Alkenylrest, einen substituierten C
2-24-Alkyl- oder -Alkenylrest mit mindestens einem Substituenten aus der Gruppe -Cl, -Br,
-OH, -NH
2, -CN, einen Alkyl- oder Alkenylarylrest mit einer C
1-24-Alkylgruppe, oder für einen substituierten Alkyl- oder Alkenylarylrest mit einer
C
1-24-Alkylgruppe und mindestens einem weiteren Substituenten am aromatischen Ring steht,
R
2 und R
3 unabhängig voneinander ausgewählt sind aus -CH
2-CN, -CH
3, -CH
2-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
3, -CH(CH
3)-CH
3, -CH
2-OH, -CH
2-CH
2-OH, -CH(OH)-CH
3, -CH
2-CH
2-CH
2-OH, - CH
2-CH(OH)-CH
3, -CH(OH)-CH
2-CH
3, -(CH
2CH
2-O)
nH mit n = 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 und X ein Anion ist. Unter diesen sind kationische
Nitrile, in denen R
1 für Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl oder einen n-Butyl, n-Hexyl, n-Octyl, n-Decyl,
n-Dodecyl, n-Tetradecyl, n-Hexadecyl oder n-Octadecylrest steht, und R
2 und R
3 aus Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl und Hydroxyethyl ausgewählt werden, wobei einer
oder beide dieser Reste vorteilhaft auch ein Cyanomethylenrest sein kann, bevorzugt.
Besonders bevorzugt ist der Einsatz von Trimethylammoniumacetonitril-Salzen, beispielweise
den Chloriden, Sulfaten, Hydrogensulfaten, Metho- oder Ethosulfaten. In einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung enthält ein erfindungsgemäßes Mittel 0,5 Gew.-% bis
10 Gew.-%, insbesondere 1 Gew.-% bis 8 Gew.-% Bleichaktivator der genannten Typen.
Besonders bevorzugt ist, wenn Bleichaktivator vom Amid-Typ und Bleichaktivator vom
Typ der mit quaternärem Stickstoff substituierten Acetonitrile gemeinsam vorliegen.
[0019] Zum Einsatz in teilchenförmigen Wasch-, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sind
die erfindungsgemäß in Kombination zu verwendenden Substanzen vorzugsweise bei Raumtemperatur
fest. Die Verbindungen gemäß Formel I beziehungsweise Formel II werden in Kombination
mit den genannten Bleichativatoren vorzugsweise zum Bleichen von Farbanschmutzungen
beim Waschen von Textilien, insbesondere in wäßriger, tensidhaltiger Flotte, verwendet.
Die Formulierung "Bleichen von Farbanschmutzungen" ist dabei in ihrer weitesten Bedeutung
zu verstehen und umfaßt sowohl das Bleichen von sich auf dem Textil befindenden Schmutz,
das Bleichen von in der Waschflotte befindlichem, vom Textil abgelösten Schmutz als
auch das oxidative Zerstören von sich in der Waschflotte befindenden Textilfarben,
die sich unter den Waschbedingungen von Textilien ablösen, bevor sie auf andersfarbige
Textilien aufziehen können. Auch bei der Verwendung in Reinigungslösungen für harte
Oberflächen, insbesondere für Geschirr, wird unter dem Begriff der Bleiche sowohl
das Bleichen von sich auf der harten Oberfläche befindendem Schmutz, insbesondere
Tee, als auch das Bleichen von in der Geschirrspülflotte befindlichem, von der harten
Oberfläche abgelöstem Schmutz verstanden.,
[0020] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren und im Rahmen einer erfindungsgemäßen Verwendung
kann die Kombination überall dort eingesetzt werden, wo es auf eine besondere Steigerung
der Oxidationswirkung insbesondere anorganischer Persauerstoffverbindungen bei niedrigen
Temperaturen ankommt, beispielsweise bei der Bleiche von Textilien, Haaren oder harten
Oberflächen, bei der Oxidation organischer oder anorganischer Zwischenprodukte und
bei der Desinfektion.
[0021] Die erfindungsgemäße Verwendung besteht im wesentlichen darin, Bedingungen zu schaffen,
unter denen die Persauerstoffverbindung mit den in Kombination einegesetzten Verbindungen
reagieren kann mit dem Ziel, stärker oxidierend wirkende Folgeprodukte zu erhalten.
Solche Bedingungen liegen insbesondere dann vor, wenn die Reaktionspartner in wäßriger
Lösung aufeinandertreffen. Dies kann durch separate Zugabe der
[0022] Persauerstoffverbindung, der Verbindung gemäß Formel (I) und/ oder Formel (II) und
des Bleichaktivators in separater Form zu einer gegebenenfalls wasch- oder reinigungsmittelhaltigen
Lösung geschehen. Besonders vorteilhaft wird das erfindungsgemäße Verfahren jedoch
unter Verwendung eines erfindungsgemäßen Wasch-, Reinigungs- oder Desinfektionsmittels,
das die genannten Inhaltsstoffe enthält, durchgeführt. Die Persauerstoffverbindung
kann auch separat, in Substanz oder als vorzugsweise wäßrige Lösung oder Suspension,
zur Wasch-, Reinigungs- beziehungsweise Desinfektionslösung zugegeben werden, wenn
ein persauerstofffreies Mittel verwendet wird.
[0023] Je nach Verwendungszweck können die Bedingungen weit variiert werden. So kommen neben
rein wäßrigen Lösungen auch Mischungen aus Wasser und geeigneten organischen Lösungsmitteln
als Reaktionsmedium in Frage. Die Einsatzmengen an Persauerstoffverbindungen werden
im allgemeinen so gewählt, daß in den Lösungen zwischen 10 ppm und 10 % Aktivsauerstoff,
vorzugsweise zwischen 50 und 5000 ppm Aktivsauerstoff vorhanden sind.
[0024] Die erfindungsgemäßen Wasch-, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, die als insbesondere
pulverförmige Feststoffe, in nachverdichteter Teilchenform, als homogene Lösungen
oder Suspensionen vorliegen können, können außer der erfindungsgemäß zu verwendenden
Kombination im Prinzip alle bekannten und in derartigen Mitteln üblichen Inhaltsstoffe
enthalten. Die erfindungsgemäßen Wasch- und Reinigungsmittel können insbesondere Buildersubstanzen,
oberflächenaktive Tenside, wassermischbare organische Lösungsmittel, Enzyme, Sequestrierungsmittel,
Elektrolyte, pH-Regulatoren, Polymere mit Spezialeffekten, wie soil release-Polymere,
Farbübertragungsinhibitoren, Vergrauungsinhibitoren, knitterreduzierende Wirkstoffe
und formerhaltende Wirkstoffe, und weitere Hilfsstoffe, wie optische Aufheller, Schaumregulatoren,
zusätzliche Persauerstoff-Aktivatoren, Farb- und Duftstoffe enthalten.
[0025] Ein erfindungsgemäßes Desinfektionsmittel kann zur Verstärkung der Desinfektionswirkung
gegenüber speziellen Keimen zusätzlich zu den bisher genannten Inhaltsstoffen übliche
antimikrobielle Wirkstoffe enthalten. Derartige antimikrobielle Zusatzstoffe sind
in den erfindungsgemäßen Desinfektionsmitteln vorzugsweise in Mengen bis zu 10 Gew.-%,
insbesondere von 0,1 Gew.-% bis 5 Gew.-%, enthalten.
[0026] Zusätzlich zu der erfindungsgemäß zu verwendenden Kombination können übliche eingangs
genannte Substanzen, die unter Perhydrolysebedingungen Peroxocarbonsäuren oder Peroxoimidsäuren
bilden, und/oder übliche die Bleiche aktivierende Übergangsmetallkomplexe eingesetzt
werden.
[0027] Die erfindungsgemäßen Mittel können ein oder mehrere Tenside enthalten, wobei insbesondere
anionische Tenside, nichtionische Tenside und deren Gemische in Frage kommen. Geeignete
nichtionische Tenside sind insbesondere Alkylglykoside und Ethoxylierungs- und/oder
Propoxylierungsprodukte von Alkylglykosiden oder linearen oder verzweigten Alkoholen
mit jeweils 12 bis 18 C-Atomen im Alkylteil und 3 bis 20, vorzugsweise 4 bis 10 Alkylethergruppen.
Weiterhin sind entsprechende Ethoxylierungs- und/oder Propoxylierungsprodukte von
N-Alkyl-aminen, vicinalen Diolen, Fettsäureestern und Fettsäureamiden, die hinsichtlich
des Alkylteils den genannten langkettigen Alkoholderivaten entsprechen, sowie von
Alkylphenolen mit 5 bis 12 C-Atomem im Alkylrest brauchbar.
[0028] Geeignete anionische Tenside sind insbesondere Seifen und solche, die Sulfat- oder
Sulfonat-Gruppen mit bevorzugt Alkaliionen als Kationen enthalten. Verwendbare Seifen
sind bevorzugt die Alkalisalze der gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren mit 12
bis 18 C-Atomen. Derartige Fettsäuren können auch in nicht vollständig neutralisierter
Form eingesetzt werden. Zu den brauchbaren Tensiden des Sulfat-Typs gehören die Salze
der Schwefelsäurehalbester von Fettalkoholen mit 12 bis 18 C-Atomen und die Sulfatierungsprodukte
der genannten nichtionischen Tenside mit niedrigem Ethoxylierungsgrad. Zu den verwendbaren
Tensiden vom Sulfonat-Typ gehören lineare Alkylbenzolsulfonate mit 9 bis 14 C-Atomen
im Alkylteil, Alkansulfonate mit 12 bis 18 C-Atomen, sowie Olefinsulfonate mit 12
bis 18 C-Atomen, die bei der Umsetzung entsprechender Monoolefine mit Schwefeltrioxid
entstehen, sowie alpha-Sulfofettsäureester, die bei der Sulfonierung von Fettsäuremethyl-
oder -ethylestern entstehen.
[0029] Derartige Tenside sind in den erfindungsgemäßen Reinigungs- oder Waschmitteln in
Mengenanteilen von vorzugsweise 5 Gew.-% bis 50 Gew.-%, insbesondere von 8 Gew.-%
bis 30 Gew.-%, enthalten, während die erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel wie auch
erfindungsgemäße Reinigungsmittel vorzugsweise 0,1 Gew.-% bis 20 Gew.-%, insbesondere
0,2 Gew.-% bis 5 Gew.-% Tenside, enthalten.
[0030] Ein erfindungsgemäßes Mittel enthält vorzugsweise mindestens einen wasserlöslichen
und/oder wasserunlöslichen, organischen und/oder anorganischen Builder. Zu den wasserlöslichen
organischen Buildersubstanzen gehören Polycarbonsäuren, insbesondere Citronensäure
und Zuckersäuren, monomere und polymere Aminopolycarbonsäuren, insbesondere Methylglycindiessigsäure,
Nitrilotriessigsäure und Ethylendiamintetraessigsäure sowie Polyasparaginsäure, Polyphosphonsäuren,
insbesondere Aminotris(methylen-phosphonsäure), Ethylendiamintetrakis(methylenphosphonsäure)
und 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure, polymere Hydroxyverbindungen wie Dextrin sowie
polymere (Poly-)carbonsäuren, insbesondere die durch Oxidation von Polysacchariden
beziehungsweise Dextrinen zugänglichen Polycarboxylate der internationalen Patentanmeldung
WO 93/16110 beziehungsweise der internationalen Patentanmeldung
WO 92/18542 oder der europäischen Patentschrift
EP 0 232 202, polymere Acrylsäuren, Methacrylsäuren, Maleinsäuren und Mischpolymere aus diesen,
die auch geringe Anteile polymerisierbarer Substanzen ohne Carbonsäurefunktionalität
einpolymerisiert enthalten können. Die relative Molekülmasse der Homopolymeren ungesättiger
Carbonsäuren liegt im allgemeinen zwischen 5 000 und 200 000, die der Copolymeren
zwischen 2 000 und 200 000, vorzugsweise 50 000 bis 120 000, jeweils bezogen auf freie
Säure. Ein besonders bevorzugtes Acrylsäure-Maleinsäure-Copolymer weist eine relative
Molekülmasse von 50 000 bis 100 000 auf. Geeignete, wenn auch weniger bevorzugte Verbindungen
dieser Klasse sind Copolymere der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Vinylethern,
wie Vinylmethylethem, Vinylester, Ethylen, Propylen und Styrol, in denen der Anteil
der Säure mindestens 50 Gew.-% beträgt. Als wasserlösliche organische Buildersubstanzen
können auch Terpolymere eingesetzt werden, die als Monomere zwei ungesättigte Säuren
und/oder deren Salze sowie als drittes Monomer Vinylalkohol und/oder einem veresterten
Vinylalkohol oder ein Kohlenhydrat enthalten. Das erste saure Monomer beziehungsweise
dessen Salz leitet sich von einer monoethylenisch ungesättigten C
3-C
8-Carbonsäure und vorzugsweise von einer C
3-C
4-Monocarbonsäure, insbesondere von (Meth)-acrylsäure ab. Das zweite saure Monomer
beziehungsweise dessen Salz kann ein Derivat einer C
4-C
8-Dicarbonsäure, wobei Maleinsäure besonders bevorzugt ist, und/oder ein Derivat einer
Allylsulfonsäure, die in 2-Stellung mit einem Alkyl- oder Arylrest substituiert ist,
sein. Derartige Polymere lassen sich insbesondere nach Verfahren herstellen, die in
der deutschen Patentschrift
DE 42 21 381 und der deutschen Patentanmeldung
DE 43 00 772 beschrieben sind, und weisen im allgemeinen eine relative Molekülmasse zwischen 1
000 und 200 000 auf. Weitere bevorzugte Copolymere sind solche, die in den deutschen
Patentanmeldungen
DE 43 03 320 und
DE 44 17 734 beschrieben werden und als Monomere vorzugsweise Acrolein und Acrylsäure/Acrylsäuresalze
beziehungsweise Vinylacetat aufweisen. Die organischen Buildersubstanzen können, insbesondere
zur Herstellung flüssiger Mittel, in Form wäßriger Lösungen, vorzugsweise in Form
30- bis 50-gewichtsprozentiger wäßriger Lösungen eingesetzt werden. Alle genannten
Säuren werden in der Regel in Form ihrer wasserlöslichen Salze, insbesondere ihre
Alkalisalze, eingesetzt.
[0031] Derartige organische Buildersubstanzen können gewünschtenfalls in Mengen bis zu 40
Gew.-%, insbesondere bis zu 25 Gew.-% und vorzugsweise von 1 Gew.-% bis 8 Gew.-% enthalten
sein. Mengen nahe der genannten Obergrenze werden vorzugsweise in pastenförmigen oder
flüssigen, insbesondere wasserhaltigen, erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzt.
[0032] Als wasserlösliche anorganische Buildermaterialien kommen insbesondere polymere Alkaliphosphate,
die in Form ihrer alkalischen neutralen oder sauren Natrium- oder Kaliumsalze vorliegen
können, in Betracht. Beispiele hierfür sind Tetranatriumdiphosphat, Dinatriumdihydrogendiphosphat,
Pentanatriumtriphosphat, sogenanntes Natriumhexametaphosphat sowie die entsprechenden
Kaliumsalze beziehungsweise Gemische aus Natrium- und Kaliumsalzen. Als wasserunlösliche,
wasserdispergierbare anorganische Buildermaterialien werden insbesondere kristalline
oder amorphe Alkalialumosilikate, in Mengen von bis zu 50 Gew.-%, vorzugsweise nicht
über 40 Gew.-% und in flüssigen Mitteln insbesondere von 1 Gew.-% bis 5 Gew.-%, eingesetzt.
Unter diesen sind die kristallinen Natriumalumosilikate in Waschmittelqualität, insbesondere
Zeolith A, P und gegebenenfalls X, bevorzugt. Mengen nahe der genannten Obergrenze
werden vorzugsweise in festen, teilchenförmigen Mitteln eingesetzt. Geeignete Alumosilikate
weisen insbesondere keine Teilchen mit einer Korngröße über 30 µm auf und bestehen
vorzugsweise zu wenigstens 80 Gew.-% aus Teilchen mit einer Größe unter 10 µm. Ihr
Calciumbindevermögen, das nach den Angaben der deutschen Patentschrift
DE 24 12 837 bestimmt werden kann, liegt in der Regel im Bereich von 100 bis 200 mg CaO pro Gramm.
[0033] Geeignete Substitute beziehungsweise Teilsubstitute für das genannte Alumosilikat
sind kristalline Alkalisilikate, die allein oder im Gemisch mit amorphen Silikaten
vorliegen können. Die in den erfindungsgemäßen Mitteln als Gerüststoffe brauchbaren
Alkalisilikate weisen vorzugsweise ein molares Verhältnis von Alkalioxid zu SiO
2 unter 0,95, insbesondere von 1:1,1 bis 1:12 auf und können amorph oder kristallin
vorliegen. Bevorzugte Alkalisilikate sind die Natriumsilikate, insbesondere die amorphen
Natriumsilikate, mit einem molaren Verhältnis Na
2O:SiO
2 von 1:2 bis 1:2,8. Solche mit einem molaren Verhältnis Na
2O:SiO
2 von 1:1,9 bis 1:2,8 können nach dem Verfahren der europäischen Patentanmeldung
EP 0 425 427 hergestellt werden. Als kristalline Silikate, die allein oder im Gemisch mit amorphen
Silikaten vorliegen können, werden vorzugsweise kristalline Schichtsilikate der allgemeinen
Formel Na
2Si
xO
2x+1 y H
2O eingesetzt, in der x, das sogenannte Modul, eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine Zahl
von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind. Kristalline Schichtsilikate,
die unter diese allgemeine Formel fallen, werden beispielsweise in der europäischen
Patentanmeldung
EP 0 164 514 beschrieben. Bevorzugte kristalline Schichtsilikate sind solche, bei denen x in der
genannten allgemeinen Formel die Werte 2 oder 3 annimmt. Insbesondere sind sowohl
β- als auch δ-Natriumdisilikate (Na
2Si
2O
5 y H
2O) bevorzugt, wobei β-Natriumdisilikat beispielsweise nach dem Verfahren erhalten
werden kann, das in der internationalen Patentanmeldung
WO 91/08171 beschrieben ist. δ-Natriumsilikate mit einem Modul zwischen 1,9 und 3,2 können gemäß
den japanischen Patentanmeldungen
JP 04/238 809 oder
JP 04/260 610 hergestellt werden. Auch aus amorphen Alkalisilikaten hergestellte, praktisch wasserfreie
kristalline Alkalisilikate der obengenannten allgemeinen Formel, in der x eine Zahl
von 1,9 bis 2,1 bedeutet, herstellbar wie in den europäischen Patentanmeldungen
EP 0 548 599,
EP 0 502 325 und
EP 0 425 428 beschrieben, können in erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzt werden. In einer weiteren
bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer Mittel wird ein kristallines Natriumschichtsilikat
mit einem Modul von 2 bis 3 eingesetzt, wie es nach dem Verfahren der europäischen
Patentanmeldung
EP 0 436 835 aus Sand und Soda hergestellt werden kann. Kristalline Natriumsilikate mit einem
Modul im Bereich von 1,9 bis 3,5, wie sie nach den Verfahren der europäischen Patentschriften
EP 0 164 552 und/oder
EP 0 294 753 erhältlich sind, werden in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel eingesetzt. In einer bevorzugten Ausgestaltung erfindungsgemäßer Mittel setzt
man ein granulares Compound aus Alkalisilikat und Alkalicarbonat ein, wie es zum Beispiel
in der internationalen Patentanmeldung
WO 95/22592 beschrieben ist oder wie es zum Beispiel unter dem Namen Nabion® 15 im Handel erhältlich
ist. Falls als zusätzliche Buildersubstanz auch Alkalialumosilikat, insbesondere Zeolith,
vorhanden ist, beträgt das Gewichtsverhältnis Alumosilikat zu Silikat, jeweils bezogen
auf wasserfreie Aktivsubstanzen, vorzugsweise 1:10 bis 10:1. In Mitteln, die sowohl
amorphe als auch kristalline Alkalisilikate enthalten, beträgt das Gewichtsverhältnis
von amorphem Alkalisilikat zu kristallinem Alkalisilikat vorzugsweise 1:2 bis 2:1
und insbesondere 1:1 bis 2:1.
[0034] Buildersubstanzen sind in den erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmitteln vorzugsweise
in Mengen bis zu 60 Gew.-%, insbesondere von 5 Gew.-% bis 40 Gew.-%, enthalten, während
die erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel vorzugsweise frei von den lediglich die
Komponenten der Wasserhärte komplexierenden Buildersubstanzen sind und bevorzugt nicht
über 20 Gew.-%, insbesondere von 0,1 Gew.-% bis 5 Gew.-%, an schwermetallkomplexierenden
Stoffen, vorzugsweise aus der Gruppe umfassend Aminopolycarbonsäuren, Aminopolyphosphonsäuren
und Hydroxypolyphosphonsäuren und deren wasserlösliche Salze sowie deren Gemische,
enthalten.
[0035] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist ein erfindungsgemäßes Mittel
einen wasserlöslichen Builderblock auf. Durch die Verwendung des Begriffes "Builderblock"
soll hierbei ausgedrückt werden, daß die Mittel keine weiteren Buildersubstanzen enthalten
als solche, die wasserlöslich sind, das heißt sämtliche in dem Mittel enthaltenen
Buildersubstanzen sind in dem so charakterisierten "Block" zusammengefasst, wobei
allenfalls die Mengen an Stoffen ausgenommen sind, die als Verunreinigungen beziehungsweise
stabilisierende Zusätze in geringen Mengen in den übrigen Inhaltsstoffen der Mittel
handelsüblicherweise enthalten sein können. Unter dem Begriff "wasserlöslich" soll
dabei verstanden werden, daß sich der Builderblock bei der Konzentration, die sich
durch die Einsatzmenge des ihn enthaltenden Mittels bei den üblichen Bedingungen ergibt,
rückstandsfrei löst. Vorzugsweise sind mindestens 15 Gew.-% und bis zu 55 Gew.-%,
insbesondere 25 Gew.-% bis 50 Gew.-% an wasserlöslichem Builderblock in den erfindungsgemäßen
Mitteln enthalten. Dieser setzt sich vorzugsweise zusammen aus den Komponenten
- a) 5 Gew.-% bis 35 Gew.-% Citronensäure, Alkalicitrat und/oder Alkalicarbonat, welches
auch zumindest anteilig durch Alkalihydrogencarbonat ersetzt sein kann,
- b) bis zu 10 Gew.-% Alkalisilikat mit einem Modul im Bereich von 1,8 bis 2,5,
- c) bis zu 2 Gew.-% Phosphonsäure und/oder Alkaliphosphonat,
- d) bis zu 50 Gew.-% Alkaliphosphat, und
- e) bis zu 10 Gew.-% polymerem Polycarboxylat,
wobei die Mengenangaben sich auf das gesamte Wasch- beziehungsweise Reinigungsmittel
beziehen. Dies gilt auch für alle folgenden Mengenangaben, sofern nicht ausdrücklich
anders angegeben.
[0036] In einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer Mittel enthält der wasserlösliche
Builderblock mindestens 2 der Komponenten b), c), d) und e) in Mengen größer 0 Gew.-%.
[0037] Hinsichtlich der Komponente a) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel 15 Gew.-% bis 25 Gew.-% Alkalicarbonat, welches zumindest anteilig durch Alkalihydrogencarbonat
ersetzt sein kann, und bis zu 5 Gew.-%, insbesondere 0,5 Gew.-% bis 2,5 Gew.-% Citronensäure
und/oder Alkalicitrat enthalten. In einer alternativen Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel sind als Komponente a) 5 Gew.-% bis 25 Gew.-%, insbesondere 5 Gew.-% bis 15
Gew.-% Citronensäure und/oder Alkalicitrat und bis zu 5 Gew.-% , insbesondere 1 Gew.-%
bis 5 Gew.-% Alkalicarbonat, welches zumindest anteilig durch Alkalihydrogencarbonat
ersetzt sein kann, enthalten. Falls sowohl Alkalicarbonat wie auch Alkalihydrogencarbonat
vorhanden sind, weist die Komponte a) Alkalicarbonat und Alkalihydrogencarbonat vorzugsweise
im Gewichtsverhältnis von 10:1 1 bis 1:1 auf.
[0038] Hinsichtlich der Komponente b) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel 1 Gew.-% bis 5 Gew.-% Alkalisilikat mit einem Modul im Bereich von 1,8 bis
2,5 enthalten.
[0039] Hinsichtlich der Komponente c) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel 0,05 Gew.-% bis 1 Gew.-% Phosphonsäure und/oder Alkaliphosphonat enthalten.
Unter Phosphonsäuren werden dabei auch gegebenenfalls substituierte Alkylphosphonsäuren
verstanden, die auch mehrere Phosphonsäuregruppierungen aufweisen könne (sogenannte
Polyphosphonsäuren). Bevorzugt werden sie ausgewählt aus den Hydroxy- und/oder Aminoalkylphosphonsäuren
und/oder deren Alkalisalzen, wie zum Beispiel Dimethylaminomethandiphosphonsäure,
3-Aminopropan-1-hydroxy-1,1-diphosphonsäure, 1-Amino-1-phenyl-methandiphosphonsäure,
1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure, Amino-tris(methylenphosphonsäure), N,N,N',N'-Ethylendiamin-tetrakis(methylenphosphonsäure)
und die in der deutschen Auslegeschrift
DE 11 07 207 beschriebenen acylierten Derivate der phosphorigen Säure, die auch in beliebigen
Mischungen eingesetzt werden können.
[0040] Hinsichtlich der Komponente d) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel 15 Gew.-% bis 35 Gew.-% Alkaliphosphat, insbesondere Trinatriumpolyphosphat,
enthalten. Alkaliphosphat ist dabei die summarische Bezeichnung für die Alkalimetall-
(insbesondere Natrium- und Kalium-) -Salze der verschiedenen Phosphorsäuren, bei denen
man Metaphosphorsäuren (HPO
3)
n und Orthophosphorsäure H
3PO
4 neben höhermolekularen Vertretern unterscheiden kann. Die Phosphate vereinen dabei
mehrere Vorteile in sich: Sie wirken als Alkaliträger, verhindern Kalkbeläge auf Maschinenteilen
bzw. Kalkinkrustationen in Geweben und tragen überdies zur Reinigungsleistung bei.
Natriumdihydrogenphosphat, NaH
2PO
4, existiert als Dihydrat (Dichte 1,91 gcm
-3, Schmelzpunkt 60°) und als Monohydrat (Dichte 2,04 gcm
-3). Beide Salze sind weiße, in Wasser sehr leicht lösliche Pulver, die beim Erhitzen
das Kristallwasser verlieren und bei 200°C in das schwach saure Diphosphat (Dinatriumhydrogendiphosphat,
Na
2H
2P
2O
7), bei höherer Temperatur in Natiumtrimetaphosphat (Na
3P
3O
9) und Madrellsches Salz übergehen. NaH
2PO
4 reagiert sauer; es entsteht, wenn Phosphorsäure mit Natronlauge auf einen pH-Wert
von 4,5 eingestellt und die Maische versprüht wird. Kaliumdihydrogenphosphat (primäres
oder einbasiges Kaliumphosphat, Kaliumbiphosphat, KDP), KH
2PO
4, ist ein weißes Salz der Dichte 2,33 gcm
-3, hat einen Schmelzpunkt 253° (Zersetzung unter Bildung von (KPO
3)
x, Kaliumpolyphosphat) und ist leicht löslich in Wasser. Dinatriumhydrogenphosphat
(sekundäres Natriumphosphat), Na
2HPO
4, ist ein farbloses, sehr leicht wasserlösliches kristallines Salz. Es existiert wasserfrei
und mit 2 Mol. (Dichte 2,066 gcm
-3, Wasserverlust bei 95°), 7 Mol. (Dichte 1,68 gcm
-3, Schmelzpunkt 48° unter Verlust von 5 H
2O) und 12 Mol. Wasser (Dichte 1,52 gcm
-3, Schmelzpunkt 35° unter Verlust von 5 H
2O), wird bei 100° wasserfrei und geht bei stärkerem Erhitzen in das Diphosphat Na
4P
2O
7 über. Dinatriumhydrogenphosphat wird durch Neutralisation von Phosphorsäure mit Sodalösung
unter Verwendung von Phenolphthalein als Indikator hergestellt. Dikaliumhydrogenphosphat
(sekundäres od. zweibasiges Kaliumphosphat), K
2HPO
4, ist ein amorphes, weißes Salz, das in Wasser leicht löslich ist. Trinatriumphosphat,
tertiäres Natriumphosphat, Na
3PO
4, sind farblose Kristalle, die als Dodecahydrat eine Dichte von 1,62 gcm
-3 und einen Schmelzpunkt von 73-76°C (Zersetzung), als Decahydrat (entsprechend 19-20%
P
2O
5) einen Schmelzpunkt von 100°C und in wasserfreier Form (entsprechend 39-40% P
2O
5) eine Dichte von 2,536 gcm
-3 aufweisen. Trinatriumphosphat ist in Wasser unter alkalischer Reaktion leicht löslich
und wird durch Eindampfen einer Lösung aus genau 1 Mol Dinatriumphosphat und 1 Mol
NaOH hergestellt. Trikaliumphosphat (tertiäres oder dreibasiges Kaliumphosphat), K
3PO
4, ist ein weißes, zerfließliches, körniges Pulver der Dichte 2,56 gcm
-3, hat einen Schmelzpunkt von 1340° und ist in Wasser mit alkalischer Reaktion leicht
löslich. Es entsteht z.B. beim Erhitzen von Thomasschlacke mit Kohle und Kaliumsulfat.
Trotz des höheren Preises werden in der Reinigungsmittel-Industrie die leichter löslichen,
daher hochwirksamen, Kaliumphosphate gegenüber entsprechenden Natrium-Verbindungen
vielfach bevorzugt. Tetranatriumdiphosphat (Natriumpyrophosphat), Na
4P
2O
7, existiert in wasserfreier Form (Dichte 2,534 gcm
-3, Schmelzpunkt 988°, auch 880° angegeben) und als Decahydrat (Dichte 1,815-1,836 gcm
-3, Schmelzpunkt 94° unter Wasserverlust). Bei Substanzen sind farblose, in Wasser mit
alkalischer Reaktion lösliche Kristalle. Na
4P
2O
7 entsteht beim Erhitzen von Dinatriumphosphat auf >200° oder indem man Phosphorsäure
mit Soda im stöchiometrischem Verhältnis umsetzt und die Lösung durch Versprühen entwässert.
Das Decahydrat komplexiert Schwermetall-Salze und Härtebildner und verringert daher
die Härte des Wassers. Kaliumdiphosphat (Kaliumpyrophosphat), K
4P
2O
7, existiert in Form des Trihydrats und stellt ein farbloses, hygroskopisches Pulver
mit der Dichte 2,33 gcm
-3 dar, das in Wasser löslich ist, wobei der pH-Wert der 1 %igen Lösung bei 25° 10,4
beträgt. Durch Kondensation des NaH
2PO
4 bzw. des KH
2PO
4 entstehen höhermol. Natrium- und Kaliumphosphate, bei denen man cyclische Vertreter,
die Natrium- bzw. Kaliummetaphosphate und kettenförmige Typen, die Natrium- bzw. Kaliumpolyphosphate,
unterscheiden kann. Insbesondere für letztere sind eine Vielzahl von Bezeichnungen
in Gebrauch: Schmelz- oder Glühphosphate, Grahamsches Salz, Kurrolsches und Madrellsches
Salz. Alle höheren Natrium- und Kaliumphosphate werden gemeinsam als kondensierte
Phosphate bezeichnet. Das technisch wichtige Pentanatriumtriphosphat, Na
5P
3O
10 (Natriumtripolyphosphat), ist ein wasserfrei oder mit 6 H
2O kristallisierendes, nicht hygroskopisches, weißes, wasserlösliches Salz der allgemeinen
Formel NaO-[P(O)(ONa)-O]
n-Na mit n=3. In 100 g Wasser lösen sich bei Zimmertemperatur etwa 17 g, bei 60° ca.
20 g, bei 100° rund 32 g des kristallwasserfreien Salzes; nach zweistündigem Erhitzen
der Lösung auf 100° entstehen durch Hydrolyse etwa 8% Orthophosphat und 15% Diphosphat.
Bei der Herstellung von Pentanatriumtriphosphat wird Phosphorsäure mit Sodalösung
oder Natronlauge im stöchiometrischen Verhältnis zur Reaktion gebracht und die Lsg.
durch Versprühen entwässert. Ähnlich wie Grahamsches Salz und Natriumdiphosphat löst
Pentanatriumtriphosphat viele unlösliche Metall-Verbindungen (auch Kalkseifen usw.).
Pentakaliumtriphosphat, K
5P
3O
10 (Kaliumtripolyphosphat), kommt beispielsweise in Form einer 50 Gew.-%-igen Lösung
(> 23% P
2O
5, 25% K
2O) in den Handel. Die Kaliumpolyphosphate finden in der Wasch- und Reinigungsmittel-Industrie
breite Verwendung. Weiter existieren auch Natriumkaliumtripolyphosphate, welche ebenfalls
im Rahmen der vorliegenden Erfindung einsetzbar sind. Diese entstehen beispielsweise,
wenn man Natriumtrimetaphosphat mit KOH hydrolysiert:
(NaPO
3)
3 + 2 KOH → Na
3K
2P
3O
10 + H
2O
[0041] Diese sind erfindungsgemäß genau wie Natriumtripolyphosphat, Kaliumtripolyphosphat
oder Mischungen aus diesen beiden einsetzbar; auch Mischungen aus Natriumtripolyphosphat
und Natriumkaliumtripolyphosphat oder Mischungen aus Kaliumtripolyphosphat und Natriumkaliumtripolyphosphat
oder Gemische aus Natriumtripolyphosphat und Kaliumtripolyphosphat und Natriumkaliumtripolyphosphat
sind erfindungsgemäß einsetzbar.
[0042] Hinsichtlich der Komponente e) sind in einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel 1,5 Gew.-% bis 5 Gew.-% polymeres Polycarboxylat, insbesondere ausgewählt aus
den Polymerisations- beziehungsweise Copolymerisationsprodukten von Acrylsäure, Methacrylsäure
und/oder Maleinsäure enthalten. Unter diesen sind die Homopolymere der Acrylsäure
und unter diesen wiederum solche mit einer mittleren Molmasse im Bereich von 5 000
D bis 15 000 D (PA-Standard) besonders bevorzugt.
[0043] Als in den Mitteln verwendbare Enzyme kommen außer der obengenannten Oxidase solche
aus der Klasse der Proteasen, Lipasen, Cutinasen, Amylasen, Pullulanasen, Mannanasen,
Cellulasen, Hemicellulasen, Xylanasen und Peroxidasen sowie deren Gemische in Frage,
beispielsweise Proteasen wie BLAP®, Optimase®, Opticlean®, Maxacal®, Maxapem®, Alcalase®,
Esperase®, Savinase®, Durazym® und/oder Purafect® OxP, Amylasen wie Termamyl®, Amylase-LT®,
Maxamyl®, Duramyl® und/oder Purafect® OxAm, Lipasen wie Lipolase®, Lipomax®, Lumafast®
und/oder Lipozym®, Cellulasen wie Celluzyme® und/oder Carezyme®. Besonders geeignet
sind aus Pilzen oder Bakterien, wie Bacillus subtilis, Bacillus licheniformis, Streptomyces
griseus, Humicola lanuginosa, Humicola insolens, Pseudomonas pseudoalcaligenes oder
Pseudomonas cepacia gewonnene enzymatische Wirkstoffe. Die gegebenenfalls verwendeten
Enzyme können, wie zum Beispiel in der europäischen Patentschrift
EP 0 564 476 oder in der internationalen Patentanmeldungen
WO 94/23005 beschrieben, an Trägerstoffen adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet sein,
um sie gegen vorzeitige Inaktivierung zu schützen. Sie sind in den erfindungsgemäßen
Wasch-, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln vorzugsweise in Mengen bis zu 10 Gew.-%,
insbesondere von 0,2 Gew.-% bis 2 Gew.-%, enthalten, wobei besonders bevorzugt gegen
oxidativen Abbau stabilisierte Enzyme, wie zum Beispiel aus den internationalen Patentanmeldungen
WO 94/02597,
WO 94/02618,
WO 94/18314,
WO 94/23053 oder
WO 95/07350, bekannt, eingesetzt werden.
[0044] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält das Mittel 5 Gew.-% bis
50 Gew.-%, insbesondere 8 - 30 Gew.-% anionisches und/oder nichtionisches Tensid,
bis zu 60 Gew.-%, insbesondere 5 - 40 Gew.-% Buildersubstanz und 0,2 Gew.-% bis 2
Gew.-% Enzym, ausgewählt aus den Proteasen, Lipasen, Cutinasen, Amylasen, Pullulanasen,
Mannanasen, Cellulasen, Oxidasen und Peroxidasen sowie deren Gemischen.
[0045] Zu den in den erfindungsgemäßen Mitteln, insbesondere wenn sie in flüssiger oder
pastöser Form vorliegen, verwendbaren organischen Lösungsmitteln gehören Alkohole
mit 1 bis 4 C-Atomen, insbesondere Methanol, Ethanol, Isopropanol und tert.-Butanol,
Diole mit 2 bis 4 C-Atomen, insbesondere Ethylenglykol und Propylenglykol, sowie deren
Gemische und die aus den genannten Verbindungsklassen ableitbaren Ether. Derartige
wassermischbare Lösungsmittel sind in den erfindungsgemäßen Wasch-, Reinigungs- und
Desinfektionsmitteln vorzugsweise nicht über 30 Gew.-%, insbesondere von 6 Gew.-%
bis 20 Gew.-%, vorhanden.
[0046] Zur Einstellung eines gewünschten, sich durch die Mischung der übrigen Komponenten
nicht von selbst ergebenden pH-Werts können die erfindungsgemäßen Mittel system- und
umweltverträgliche Säuren, insbesondere Citronensäure, Essigsäure, Weinsäure, Äpfelsäure,
Milchsäure, Glykolsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure und/oder Adipinsäure, aber auch
Mineralsäuren, insbesondere Schwefelsäure, oder Basen, insbesondere Ammonium- oder
Alkalihydroxide, enthalten. Derartige pH-Regulatoren sind in den erfindungsgemäßen
Mitteln vorzugsweise nicht über 20 Gew.-%, insbesondere von 1,2 Gew.-% bis 17 Gew.-%,
enthalten.
[0047] Schmutzablösevermögende Polymere, die oft als "Soil Release"-Wirkstoffe oder wegen
ihres Vermögens, die behandelte Oberfläche, zum Beispiel der Faser, schmutzabstoßend
auszurüsten, als "Soil Repellents" bezeichnet werden, sind beispielsweise nichtionische
oder kationische Cellulosederivate. Zu den insbesondere polyesteraktiven schmutzablösevermögenden
Polymeren gehören Copolyester aus Dicarbonsäuren, beispielsweise Adipinsäure, Phthalsäure
oder Terephthalsäure, Diolen, beispielsweise Ethylenglykol oder Propylenglykol, und
Polydiolen, beispielsweise Polyethylenglykol oder Polypropylenglykol. Zu den bevorzugt
eingesetzten schmutzablösevermögenden Polyestern gehören solche Verbindungen, die
formal durch Veresterung zweier Monomerteile zugänglich sind, wobei das erste Monomer
eine Dicarbonsäure HOOC-Ph-COOH und das zweite Monomer ein Diol HO-(CHR
11-)
aOH, das auch als polymeres Diol H-(O-(CHR
11-)
a)
bOH vorliegen kann, ist. Darin bedeutet Ph einen o-, m- oder p-Phenylenrest, der 1
bis 4 Substituenten, ausgewählt aus Alkylresten mit 1 bis 22 C-Atomen, Sulfonsäuregruppen,
Carboxylgruppen und deren Mischungen, tragen kann, R
11 Wasserstoff, einen Alkylrest mit 1 bis 22 C-Atomen und deren Mischungen, a eine Zahl
von 2 bis 6 und b eine Zahl von 1 bis 300. Vorzugsweise liegen in den aus diesen erhältlichen
Polyestern sowohl Monomerdioleinheiten -O-(CHR
11-)
aO- als auch Polymerdioleinheiten -(O-(CHR
11-)
a)
bO-vor. Das molare Verhältnis von Monomerdioleinheiten zu Polymerdioleinheiten beträgt
vorzugsweise 100:1 bis 1:100, insbesondere 10:1 bis 1:10. In den Polymerdioleinheiten
liegt der Polymerisationsgrad b vorzugsweise im Bereich von 4 bis 200, insbesondere
von 12 bis 140. Das Molekulargewicht beziehungsweise das mittlere Molekulargewicht
oder das Maximum der Molekulargewichtsverteilung bevorzugter schmutzablösevermögender
Polyester liegt im Bereich von 250 bis 100 000, insbesondere von 500 bis 50 000. Die
dem Rest Ph zugrundeliegende Säure wird vorzugsweise aus Terephtalsäure, Isophthalsäure,
Phthalsäure, Trimellithsäure, Mellithsäure, den Isomeren der Sulfophthalsäure, Sulfoisophthalsäure
und Sulfoterephtalsäure sowie deren Gemischen ausgewählt. Sofern deren Säuregruppen
nicht Teil der Esterbindungen im Polymer sind, liegen sie vorzugsweise in Salzform,
insbesondere als Alkali- oder Ammoniumsalz vor. Unter diesen sind die Natrium- und
Kaliumsalze besonders bevorzugt. Gewünschtenfalls können statt des Monomers HOOC-Ph-COOH
geringe Anteile, insbesondere nicht mehr als 10 Mol-% bezogen auf den Anteil an Ph
mit der oben gegebenen Bedeutung, anderer Säuren, die mindestens zwei Carboxylgruppen
aufweisen, im schmutzablösevermögenden Polyester enthalten sein. Zu diesen gehören
beispielsweise Alkylen- und Alkenylendicarbonsäuren wie Malonsäure, Bernsteinsäure,
Fumarsäure, Maleinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Pimelinsäure, Korksäure, Azelainsäure
und Sebacinsäure. Zu den bevorzugten Diolen HO-(CHR
11-)
aOH gehören solche, in denen R
11 Wasserstoff und a eine Zahl von 2 bis 6 ist, und solche, in denen a den Wert 2 aufweist
und R
11 unter Wasserstoff und den Alkylresten mit 1 bis 10, insbesondere 1 bis 3 C-Atomen
ausgewählt wird. Unter den letztgenannten Diolen sind solche der Formel HO-CH
2-CHR
11-OH, in der R
11 die obengenannte Bedeutung besitzt, besonders bevorzugt. Beispiele für Diolkomponenten
sind Ethylenglykol, 1,2-Propylenglykol, 1,3-Propylenglykol, 1,4-Butandiol, 1,5-Pentandiol,
1,6-Hexandiol, 1,8-Octandiol, 1,2-Decandiol, 1,2-Dodecandiol und Neopentylglykol.
Besonders bevorzugt unter den polymeren Diolen ist Polyethylenglykol mit einer mittleren
Molmasse im Bereich von 1000 bis 6000. Gewünschtenfalls können diese Polyester auch
endgruppenverschlossen sein, wobei als Endgruppen Alkylgruppen mit 1 bis 22 C-Atomen
und Ester von Monocarbonsäuren in Frage kommen. Den über Esterbindungen gebundenen
Endgruppen können Alkyl-, Alkenyl- und Arylmonocarbonsäuren mit 5 bis 32 C-Atomen,
insbesondere 5 bis 18 C-Atomen, zugrundeliegen. Zu diesen gehören Valeriansäure, Capronsäure,
Önanthsäure, Caprylsäure, Pelargonsäure, Caprinsäure, Undecansäure, Undecensäure,
Laurinsäure, Lauroleinsäure, Tridecansäure, Myristinsäure, Myristoleinsäure, Pentadecansäure,
Palmitinsäure, Stearinsäure, Petroselinsäure, Petroselaidinsäure, Ölsäure, Linolsäure,
Linolaidinsäure, Linolensäure, Eläostearinsäure, Arachinsäure, Gadoleinsäure, Arachidonsäure,
Behensäure, Erucasäure, Brassidinsäure, Clupanodonsäure, Lignocerinsäure, Cerotinsäure,
Melissinsäure, Benzoesäure, die 1 bis 5 Substituenten mit insgesamt bis zu 25 C-Atomen,
insbesondere 1 bis 12 C-Atomen tragen kann, beispielsweise tert.-Butylbenzoesäure.
Den Endgruppen können auch Hydroxymonocarbonsäuren mit 5 bis 22 C-Atomen zugrundeliegen,
zu denen beispielsweise Hydroxyvaleriansäure, Hydroxycapronsäure, Ricinolsäure, deren
Hydrierungsprodukt Hydroxystearinsäure sowie o-, m- und p-Hydroxybenzoesäure gehören.
Die Hydroxymonocarbonsäuren können ihrerseits über ihre Hydroxylgruppe und ihre Carboxylgruppe
miteinander verbunden sein und damit mehrfach in einer Endgruppe vorliegen. Vorzugsweise
liegt die Anzahl der Hydroxymonocarbonsäureeinheiten pro Endgruppe, das heißt ihr
Oligomerisierungsgrad, im Bereich von 1 bis 50, insbesondere von 1 bis 10. In einer
bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung werden Polymere aus Ethylenterephthalat und
Polyethylenoxid-terephthalat, in denen die Polyethylenglykol-Einheiten Molgewichte
von 750 bis 5000 aufweisen und das Molverhältnis von Ethylenterephthalat zu Polyethylenoxid-terephthalat
50:50 bis 90:10 beträgt, allein oder in Kombination mit Cellulosederivaten verwendet.
[0048] Zu den für den Einsatz in erfindungsgemäßen Mitteln für die Wäsche von Textilien
in Frage kommenden Farbübertragungsinhibitoren gehören insbesondere Polyvinylpyrrolidone,
Polyvinylimidazole, polymere N-Oxide wie Poly-(vinylpyridin-N-oxid) und Copolymere
von Vinylpyrrolidon mit Vinylimidazol und gegebenenfalls weiteren Monomeren.
[0049] Die erfindungsgemäßen Mittel zum Einsatz in der Textilwäsche können Knitterschutzmittel
enthalten, da textile Flächengebilde, insbesondere aus Reyon, Wolle, Baumwolle und
deren Mischungen, zum Knittern neigen können, weil die Einzelfasern gegen Durchbiegen,
Knicken, Pressen und Quetschen quer zur Faserrichtung empfindlich sind. Hierzu zählen
beispielsweise synthetische Produkte auf der Basis von Fettsäuren, Fettsäureestern,
Fettsäureamiden, -alkylolestern, -alkylolamiden oder Fettalkoholen, die meist mit
Ethylenoxid umgesetzt sind, oder Produkte auf der Basis von Lecithin oder modifizierter
Phosphorsäureester.
[0050] Vergrauungsinhibitoren haben die Aufgabe, den von der harten Oberfläche und insbesondere
von der Textilfaser abgelösten Schmutz in der Flotte suspendiert zu halten. Hierzu
sind wasserlösliche Kolloide meist organischer Natur geeignet, beispielsweise Stärke,
Leim, Gelatine, Salze von Ethercarbonsäuren oder Ethersulfonsäuren der Stärke oder
der Cellulose oder Salze von sauren Schwefelsäureestern der Cellulose oder der Stärke.
Auch wasserlösliche, saure Gruppen enthaltende Polyamide sind für diesen Zweck geeignet.
Weiterhin lassen sich andere als die obengenannten Stärkederivate verwenden, zum Beispiel
Aldehydstärken. Bevorzugt werden Celluloseether, wie Carboxymethylcellulose (Na-Salz),
Methylcellulose, Hydroxyalkylcellulose und Mischether, wie Methylhydroxyethylcellulose,
Methylhydroxypropylcellulose, Methylcarboxymethylcellulose und deren Gemische, beispielsweise
in Mengen von 0,1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf die Mittel, eingesetzt.
[0051] Die Mittel können optische Aufheller, unter diesen insbesondere Derivate der Diaminostilbendisulfonsäure
beziehungsweise deren Alkalimetallsalze, enthalten. Geeignet sind zum Beispiel Salze
der 4,4'-Bis(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazinyl-6-amino)stilben-2,2'-disulfonsäure
oder gleichartig aufgebaute Verbindungen, die anstelle der Morpholino-Gruppe eine
Diethanolaminogruppe, eine Methylaminogruppe, eine Anilinogruppe oder eine 2-Methoxyethylaminogruppe
tragen. Weiterhin können Aufheller vom Typ der substituierten Diphenylstyryle anwesend
sein, zum Beispiel die Alkalisalze des 4,4'-Bis(2-sulfostyryl)-diphenyls, 4,4'-Bis(4-chlor-3-sulfostyryl)-diphenyls,
oder 4-(4-Chlorstyryl)-4'-(2-sulfostyryl)-diphenyls. Auch Gemische der vorgenannten
optischen Aufheller können verwendet werden.
[0052] Insbesondere beim Einsatz in maschinellen Wasch- und Reinigungsverfahren kann es
von Vorteil sein, den Mitteln übliche Schauminhibitoren zuzusetzen. Als Schauminhibitoren
eignen sich beispielsweise Seifen natürlicher oder synthetischer Herkunft, die einen
hohen Anteil an C
18-C
24-Fettsäuren aufweisen. Geeignete nichttensidartige Schauminhibitoren sind beispielsweise
Organopolysiloxane und deren Gemische mit mikrofeiner, gegebenenfalls silanierter
Kieselsäure sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse und deren Gemische mit
silanierter Kieselsäure oder Bisfettsäurealkylendiamiden. Mit Vorteilen werden auch
Gemische aus verschiedenen Schauminhibitoren verwendet, zum Beispiel solche aus Silikonen,
Paraffinen oder Wachsen. Vorzugsweise sind die Schauminhibitoren, insbesondere Silikon-
und/oder Paraffin-haltige Schauminhibitoren, an eine granulare, in Wasser lösliche
beziehungsweise dispergierbare Trägersubstanz gebunden. Insbesondere sind dabei Mischungen
aus Paraffinen und Bistearylethylendiamid bevorzugt.
[0053] In erfindungsgemäßen Mitteln können außerdem Wirkstoffe zur Vermeidung des Anlaufens
von Gegenständen aus Silber, sogenannte Silberkorrosionsinhibitoren, eingesetzt werden.
Bevorzugte Silberkorrosionsschutzmittel sind organische Disulfide, zweiwertige Phenole,
dreiwertige Phenole, gegebenenfalls alkyl- oder aminoalkylsubstituierte Triazole wie
Benzotriazol sowie Cobalt-, Mangan-, Titan-, Zirkonium-, Hafnium-, Vanadium- oder
Cersalze und/oder -komplexe, in denen die genannten Metalle in einer der Oxidationsstufen
II, III, IV, V oder VI vorliegen.
[0054] Die Terpyridin-Verbindung, welche zur Komplexbildung mit Eisen- und Mangan-Ionen
befähigt ist, und der entsprechend vorgebildete Eisen- oder Mangankomplex können in
Form von Pulvern oder als Granulate, die auch gegebenenfalls gecoatet und/oder gefärbt
sein können und übliche Trägermaterialien und/oder Granulationshilfsmittel enthalten
können, vorliegen. Im Fall ihres Einsatzes als Granulate können diese gewünschtenfalls
auch den Bleichaktivator vom Amid-Typ, vom Sulfonylphenylester-Typ und/oder vom Typ
der mit quaternärem Stickstoff substituierten Acetonitrile enthalten.
[0055] Die Herstellung erfindungsgemäßer fester Mittel bietet keine Schwierigkeiten und
kann in im Prinzip bekannter Weise, zum Beispiel durch Sprühtrocknen oder Granulation,
erfolgen, wobei Persauerstoffverbindung und Bleichaktivatorkombination gegebenenfalls
später zugesetzt werden. Zur Herstellung erfindungsgemäßer Mittel mit erhöhtem Schüttgewicht,
insbesondere im Bereich von 650 g/l bis 950 g/l, ist ein aus der europäischen Patentschrift
EP 486 592 bekanntes, einen Extrusionschritt aufweisendes Verfahren bevorzugt. Erfindungsgemäße
Wasch-, Reinigungs- oder Desinfektionsmittel in Form wäßriger oder sonstige übliche
Lösungsmittel enthaltender Lösungen werden besonders vorteilhaft durch einfaches Mischen
der Inhaltsstoffe, die in Substanz oder als Lösung in einen automatischen Mischer
gegeben werden können, hergestellt. In einer bevorzugten Ausführung von Mitteln für
die insbesondere maschinelle Reinigung von Geschirr sind diese tablettenförmig und
können in Anlehnung an die in den europäischen Patentschriften
EP 0 579 659 und
EP 0 591 282 offenbarten Verfahren hergestellt werden.
1. Wasch-, Reinigungs- oder Desinfektionsmittel,
dadurch gekennzeichnet, daß es persauerstoffhaltiges Bleichmittel, Bleichaktivator vom Amid-Typ, vom Sulfonylphenylester-Typ
und/oder vom Typ der mit quaternärem Stickstoff substituierten Acetonitrile und eine
Verbindung gemäß Formel (I),

in der Y
m- für ein Anion steht und das Produkt (m· n) gleich 2 ist, neben üblichen mit dem Bleichmittel,
dem Bleichaktivator und dieser Verbindung verträglichen Inhaltsstoffen enthält.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es 0,01 Gew.-% bis 2 Gew.-%, insbesondere 0,1 Gew.-% bis 1 Gew.-% der Verbindung
gemäß Formel (I) enthält.
3. Mittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es zusätzlich ein Mangan- und/oder Eisensalz und/oder einen Mangan- und/oder Eisenkomplex
ohne einen Liganden, welcher der Verbindung gemäß Formel (I) entspricht, enthält.
4. Mittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Molverhältnis von Mangan oder Eisen oder der Summe aus Mangan und Eisen zu der
Verbindung gemäß Formel (I) im Bereich von 0,001:1 bis 2:1, insbesondere 0,01:1 bis
1:1 liegt.
5. Wasch-, Reinigungs- oder Desinfektionsmittel,
dadurch gekennzeichnet, dass es persauerstoffhaltiges Bleichmittel, Bleichaktivator vom Amid-Typ, vom Sulfonylphenylester-Typ
und/oder vom Typ der mit quaternärem Stickstoff substituierten Acetonitrile und einen
Bleichkatalysator gemäß Formel (II),

in der M für Mangan oder Eisen, X für einen anorganischen Liganden und Y
m- für ein Anion steht und das Produkt (m· n) gleich 2 ist, neben üblichen mit dem Bleichaktivator
und dem Bleichkatalysator verträglichen Inhaltsstoffen enthält.
6. Mittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass es 0,01 Gew.-% bis 1,5 Gew.-%, insbesondere 0,05 Gew.-% bis 1 Gew.-% des Bleichkatalysators
gemäß Formel (II) enthält.
7. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verbindung nach Formel (I) und/oder Formel (II) das Anion (Ym-) ein organisches Anion und/oder in der Verbindung nach Formel (II) der anorganische
Ligand ein Halogenid, Perchlorat, Tetrafluoroborat, Hexafluorophosphat, Nitrat, Hydrogensulfat,
Hydroxid oder Hydroperoxid ist.
8. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass es bis zu 50 - Gew.-%, insbesondere von 5 Gew.-% bis 30 Gew.-% Persauerstoffbleichmittel
enthält.
9. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Persauerstoffverbindung ausgewählt wird aus der Gruppe umfassend Wasserstoffperoxid,
Alkaliperborat, welches als Monohydrat oder als Tetrahydrat vorliegen kann, Alkalipercarbonat
und deren Mischungen.
10. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass es 0,5 Gew.-% bis 10 Gew.-%, insbesondere 1 Gew.-% bis 8 Gew.-% Bleichaktivator vom
Amid-Typ, vom Sulfonylphenylester-Typ und/oder vom Typ der mit quaternärem Stickstoff
substituierten Acetonitrile enthält.
11. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Bleichaktivator vom Amid-Typ ein Acyldialkylamin, ein Diacylalkylamin und/oder
ein Tetraacylalkylendiamin, insbesondere Tetraacetylethylendiamin, ist, dass der Bleichaktivator
vom Sulfonylphenylester-Typ Natrium-nonanoyloxybenzolsulfonat, Natrium-isononanoyloxybenzolsulfonat
und/oder Natrium-lauroyloxybenzolsulfonat ist, und/oder dass der Bleichaktivator vom
Typ der mit quaternärem Stickstoff substituierten Acetonitrile ein Trimethylammoniumacetonitril-Salz
ist.
12. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass es einen wasserlöslichen Builderblock aufweist.
13. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass es 5 Gew.-% bis 50 Gew.-%, insbesondere 8 - 30 Gew.-% anionisches und/oder nichtionisches
Tensid, bis zu 60 Gew.-%, insbesondere 5 - 40 Gew.-% Buildersubstanz und 0,2 Gew.-%
bis 2 Gew.-% Enzym, ausgewählt aus den Proteasen, Lipasen, Cutinasen, Amylasen, Pullulanasen,
Cellulasen, Oxidasen und Peroxidasen sowie deren Gemischen, enthält.
14. Verwendung einer Kombination aus persauerstoffhaltigem Bleichmittel, Bleichaktivator
vom Amid-Typ, vom Sulfonylphenylester-Typ und/oder vom Typ der mit quaternärem Stickstoff
substituierten Acetonitrile und Bleichkatalysator gemäß Formel (II),

in der M für Mangan oder Eisen, X für Halogen und Y
m- für ein Anion steht und das Produkt (m· n) gleich 2 ist, zum Bleichen von Farbanschmutzungen
und/oder Desinfizieren des Waschgutes beim Waschen von Textilien, insbesondere in
wäßriger, tensidhaltiger Flotte.
15. Verwendung einer Kombination aus persauerstoffhaltigem Bleichmittel, Bleichaktivator
vom Amid-Typ, vom Sulfonylphenylester-Typ und/oder vom Typ der mit quaternärem Stickstoff
substituierten Acetonitrile und Verbindung gemäß Formel (I),

in der Y
m- für ein Anion steht und das Produkt (m· n) gleich 2 ist, zum Bleichen von Farbanschmutzungen
und/oder Desinfizieren des Waschgutes beim Waschen von Textilien, in wäßriger, insbesondere
tensidhaltiger Flotte, die Mangan- und/oder Eisen-Ionen enthält.