(19)
(11) EP 1 749 577 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.02.2007  Patentblatt  2007/06

(21) Anmeldenummer: 06015965.4

(22) Anmeldetag:  01.08.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B02C 18/16(2006.01)
B02C 18/14(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(30) Priorität: 02.08.2005 DE 202005012137 U

(71) Anmelder: Unterwurzacher Patentverwertungsgesellschaft m.b.H
5431 Kuchl (AT)

(72) Erfinder:
  • Gerg, Gerhard
    5101 Bergheim (AT)
  • Rest, Andreas
    5431 Kuchl (AT)
  • Schnöll, Rupert
    5431 Kuchl (AT)

(74) Vertreter: Hofinger, Engelbert et al
Patentanwälte Torggler & Hofinger Wilhelm-Greil-Strasse 16
6020 Innsbruck
6020 Innsbruck (AT)

   


(54) Vorrichtung zum Zerkleinern von Material


(57) Eine Vorrichtung zum Zerkleinem von Material weist mindestens einen Zerkleinerungsrotor (2) mit auf einer angetriebenen Welle (3) angeordneten Schneidscheiben (4) auf. Die Schneidscheiben (4) werden durch Spannelemente (13) einer Spanneinrichtung (11) axial gegeneinander gepresst, von denen jedes einen in axialer Richtung elastischen Anlagekopf aufweist, der bevorzugt ein Paket von Tellerfedern (15) umfasst.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zerkleinern von Material, mit mindestens einem Zerkleinerungsrotor, der auf einer angetriebenen Welle angeordnete Schneidscheiben aufweist, die durch eine Spanneinrichtung axial gegeneinander gepresst werden, wobei die Spanneinrichtung einen auf der angetriebenen Welle abgestützten Ring aufweist, an dem mehrere Spannelemente vorgesehen sind.

[0002] Aus Schneidscheiben aufgebaute Zerkleinerungsrotoren bedürfen einer axialen Vorspannung, durch die verhindert werden soll, dass Verunreinigungen zwischen die Schneidscheiben eindringen können. Diese kann beispielsweise entsprechend der US 5,360,283 durch einen Kranz von Stellschrauben erreicht werden, die im Ring angeordnet sind und gegen eine Abschlussscheibe des Zerkleinerungsrotors drücken. Da eine geringfügige Durchbiegung der Welle durch die im Betrieb auftretenden Schnittkräfte trotz der Vorspannung nicht verhindert werden kann, führen eindringende aggressive Stoffe durch Korrosion zu einer Erniedrigung der Vorspannung und eindringende Verunreinigungen zu deren Erhöhung, wobei fortschreitende Korrosion zusätzlichen Raum für Verunreinigungen schafft. Beide Fälle führen zu frühzeitigen Beschädigungen der Zerkleinerungsrotoren. Der Ring wird durch eine Spannvorrichtung an der Welle bzw. an Umfangsnuten der Welle axial abgestützt.

[0003] Die Erfindung hat es sich daher zur Aufgabe gestellt, diese Nachteile zu vermeiden und erreicht dies dadurch, dass den Spannelementen in axialer Richtung gegen den Zerkleinerungsrotor drückende, elastische Anlageköpfe zugeordnet sind.

[0004] Die dadurch erzielbare elastische Vorspannung gleicht die Verlängerung oder Verkürzung des Schneidwerkzeuges zumindest weitgehend aus und die Vorspannung im Zerkleinerungsrotor bleibt daher wesentlich länger erhalten und beinahe konstant, wodurch die Zeiträume zwischen Wartungsarbeiten wesentlich vergrößert werden.

[0005] Die elastischen Anlageköpfe sind bevorzugt an derselben Seite des Rotors wie die Spannelemente angeordnet, können aber auch am zweiten Ende des Rotors, beispielsweise an einem zweiten Stützring vorgesehen sein und gegen den Rotor drücken. Insbesondere in diesem Fall muss die Anzahl der Spannelemente nicht gleich der Anzahl der Anlageköpfe sein, wenngleich auch dieselbe Anzahl bevorzugt vorgesehen ist, um jedes Spannelement einzeln vorspannen zu können. Dadurch kann auch ein unterschiedlicher Ausgleich über den Umfang des Zerkleinerungsrotors erzielt werden.

[0006] In besonders einfacher Weise wird die Elastizität jedes Anlagekopfes dabei durch ein Paket an Tellerfedern erreicht, das am Ende eines im Ring angeordneten Bolzens vorgesehen ist.

[0007] Selbstverständlich sind auch andere Federelemente denkbar, beispielsweise Schraubenfedern od. dgl.

[0008] In einer weiteren bevorzugten Ausführung ist vorgesehen, dass der Ring an der Welle drehfest gehalten ist. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die Welle im Bereich des Ringes ein Gewinde aufweist, und der Ring auf die Welle aufgeschraubt und mittels einer Kontermutter drehfest gehalten ist.

[0009] Zwischen der Kontermutter und dem Ring kann noch ein zusätzlicher Sicherungsring angeordnet werden, der in Nuten der Welle und des Ringes und/oder der Kontermutter eingreifende Vorsprünge aufweist.

[0010] In einer weiteren Ausführung kann der drehfeste Halt des Ringes an der Welle dadurch erreicht werden, dass die Welle im Bereich des Ringes verjüngt ist und eine Ringschulter bildet, und der Ring durch einen Kranz von achsparallelen Schrauben an der Ringschulter drehfest gehalten ist. Die Schraubenköpfe sind bevorzugt durch eine Abdeckung oder dergleichen abgedeckt.

[0011] Nachstehend wird nun die Erfindung anhand der Figuren der beiliegenden Zeichnung näher beschrieben. Darin zeigt:
Fig.
1 eine schematische Ansicht einer mehrachslgen Zerkleinerungsvorrichtung, wobei am Ende jeder Welle eine Spanneinrichtung vorgesehen ist,
Fig. 2
Bestandteile der Spanneinrichtung in Explosionsdarstellung,
Fig. 3
einen Axialschnitt durch das Ende der Welle mit der Spanneinrichtung,
Fig. 4
vergrößert ein Detail aus Fig. 3, und
Fig. 5
einen Axialschnitt durch das Ende der Welle einer zweiten Ausführung.


[0012] Eine Zerkleinerungsvorrichtung gemäß Fig. 1 weist ein Schneidwerk mit vier Zerkleinerungsrotoren 2 auf, die jeweils eine Anzahl von auf einer Welle 3 angeordneten Schneidscheiben 4 umfassen. Die Zerkleinerungsrotoren 2 sind in Lagern 6 des Gestells 1 gelagert und werden von Motoren 5 angetrieben. Zumindest am in der Zeichnung sichtbaren Ende jeder Welle 3 ist eine Spanneinrichtung 11 vorgesehen, die mehrere einzeln und unabhängig voneinander vorspannbare Spannelemente 13 aufweist.

[0013] Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, in der das Ende des Zerkleinerungsrotors durch strichlierte Linien angedeutet ist, umfasst die Spanneinrichtung 11 einen auf das Wellenende aufgeschraubten Ring 12, der beispielsweise durch einen Sicherungsring 10 und eine Kontermutter 9 drehfest gehalten ist. Der Ring 12 weist einen Kranz von Gewindebohrungen auf, in die jeweils ein Bolzen 14 eingeschraubt ist, der in seiner Position wiederum durch eine Gegenmutter 17 gesichert ist. Am rotorseitigen, aus dem Ring 12 vorstehenden Bereich des Bolzens 14 sind ein Flansch 18 und eine Nut vorgesehen, in die ein Sicherungsring 16 eingesetzt ist. Zwischen dem Flansch 18 und dem Sicherungsring 16 ist ein Paket von beispielsweise sechs Tellerfedern 15 angeordnet, die einen gegen eine Abschlussscheibe 8 des Zerkleinerungsrotors 2 drückenden Anlagekopf des Bolzens 14 bilden, wie vor allem aus Fig. 4 ersichtlich ist.

[0014] Bei der Erstmontage der Zerkleinerungsvorrichtung werden die Spannelemente 13 einzeln mit einer mittleren elastischen Vorspannung montiert, aus der dann die Tellerfedern 15 jede Änderung der axialen Länge und der Vorspannung des Zerkleinerungsrotors 2 weitgehend ausgleichen können.

[0015] In der in Fig. 5 gezeigten Ausführung weist die Welle 3 einen Bereich 19 mit verringertem Durchmesser auf, sodass ein axialer Anschlag in Form einer Ringschulter gebildet ist. Der Ring 12 ist auf den Bereich 19 aufgesteckt und weist einen zweiten Kranz von Bohrungen auf, die mit Gewindebohrungen in der Ringschulter fluchten. Die verdrehfeste Fixierung des Ringes 12 auf der Welle 3 erfolgt mittels Schrauben 20, die achsparallel angeordnet werden. Auch hier können eine Kontermutter 9 und ein Sicherungsring 10 vorgesehen sein, die in dieser Ausführung die Köpfe der Schrauben 20 abdecken, aber nicht für die Fixierung des Ringes 12 benötigt werden.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum Zerkleinern von Material, mit mindestens einem Zerkleinerungsrotor (2), der auf einer angetriebenen Welle (3) angeordnete Schneidscheiben (4) aufweist, die durch eine Spanneinrichtung (11) axial gegeneinander gepresst werden, wobei die Spanneinrichtung (11) einen auf der angetriebenen Welle (3) abgestützten Ring (12) aufweist, an dem mehrere Spannelemente (13) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass den Spannelementen (13) in axialer Richtung gegen den Zerkleinerungsrotor (2) drückende, elastische Anlageköpfe zugeordnet sind.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Spannelement (13) ein Anfagekopf zugeordnet ist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Anlagekopf ein Paket von Tellerfedern (15) umfasst.
 
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Spannelement (13) einen Schraubbolzen (14) aufweist, auf dem die Tellerfedern (15) aufgefädelt sind.
 
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Ring (12) an der Welle (3) drehfest gehalten ist.
 
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (3) im Bereich des Ringes (12) ein Gewinde aufweist, und der Ring (12) auf die Welle (3) aufgeschraubt und mittels einer Kontermutter (9) drehfest gehalten ist.
 
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Ring (12) und der Kontermutter (9) ein Sicherungsring (10) angeordnet ist.
 
8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (3) im Bereich des Ringes (12) verjüngt ist und eine Ringschulter bildet, und der Ring (12) durch einen Kranz von achsparallelen Schrauben (20) an der Ringschulter drehfest gehalten ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente