[0001] Die Erfindung richtet sich auf einen Applikator für ein Kosmetikum, insbesondere
für Mascara oder ein Haarfärbemittel, umfassend einen mit einem Stiel verbindbaren
Grundkörper mit einer Mehrzahl von im Abstand voneinander parallel zueinander angeordneter
Scheiben.
[0003] Im Gegensatz zu durch Verdrillen von Drähten zum Festlegen der Borsten hergestellten
Mascara-Bürstchen eröffnen derartige durch Spritzgießen hergestellte Bürstchen einen
viel weiteren Gestaltungsspielraum.
[0004] Die Formgebung der vorstehend erwähnten, vorbekannten Applikatoren mit einer Mehrzahl
von Scheiben war vornehmlich durch spritzgießtechnische und entformungstechnische
Vorgaben bestimmt.
[0005] Neuere Spritzgießtechniken ermöglichen demgegenüber weitaus individuellere Formgebungen,
weshalb hiervon ausgehend der Erfindung die Aufgabe zugrunde liegt, unter Ausnutzung
dieser Möglichkeiten die Auftrags- und Kämmeigenschaften zu verbessern.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Applikator erfindungsgemäß dadurch gelöst,
dass der Scheibenabstand im Scheitelbereich bei 0,2 bis 2,4 mm, insbesondere bei 0,2
bis 1,6 mm, und im Fußbereich bei 0,0 bis 1, 2mm, insbesondere bei 0,1 bis 0,7 mm
liegt.
[0007] Vorzugsweise sind die Scheiben anwendungsspezifisch strukturiert. Dies ist so zu
verstehen, dass die Scheiben keine in Umfangsrichtung gleichmäßige, streng scheibenförmige
Geometrie aufweisen, sondern in sich und insbesondere in ihrem äußeren Randbereich
strukturiert sind. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass der ganz überwiegende Teil
des Auftrags- und Kämmverhaltens durch den Randbereich des Applikators vorgegeben
wird. Dem Rechnung tragend wurden beispielsweise bei gedrehten Mascara-Bürstchen schon
Borsten eingesetzt, deren Enden meiselförmig ausgebildet sind (vgl.
DE 102 32 589 A1). Diese Entwicklung wird nun für durch Spritzgießen hergestellte Bürstchen konsequent
fortgesetzt. Durch die erfindungsgemäße Dimensionierung wird bezogen auf eine übliche
Besatzlänge von 25,4 mm eine größere Scheibendichte als herkömmlich und damit eine
besonders gute Wimpernseparierung und ―kämmung erreicht.
[0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Grundkörper
aus einem ersten, härteren Kunststoff und die Scheiben aus einem zweiten, weicheren
Kunststoff bestehen, wodurch einerseits die Längsstabilität des Applikators gewährleistet
ist und andererseits vorteilhafte Auftragseigenschaften erreicht werden.
[0009] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Scheiben von einer oder mehreren in Längsrichtung
verlaufenden Nuten durchsetzt sind. Hierdurch werden zusätzliche Reservoirs für das
zu applizierende Kosmetikum geschaffen und gleichzeitig wird aufgrund der hierdurch
ausgebildeten radial verlaufenden Kanten die Kämm- und Separationswirkung erhöht.
[0010] Die Nuten können auch von Scheibe zu Scheibe versetzt eingebracht sein.
[0011] Eine bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass die Scheiben im Querschnitt konisch
ausgebildet sind, wobei an der Konusspitze eine konkave Nut vorgesehen sein kann.
[0012] Alternativ können die Scheiben auch zueinander parallele Außenflächen aufweisen und
im Peripheriebereich im Querschnitt halbkreisförmig abgerundet sein.
[0013] Sofern vorstehend und im Nachfolgenden von Scheiben die Rede ist, könnten diese auch
als Ringe bezeichnet werden, weil sie von einer Längsausnehmung durchsetzt werden
können.
[0014] Die Scheiben können auch im Zweikomponenten-Spritzgießverfahren hergestellt sein,
sodass sie aus einem weicheren Kunststoff bestehen, während ein Zentralkörper oder
Grundkörper aus einem härteren Kunststoff besteht.
[0015] Eine weitere Variante sieht vor, dass ausgehend von einem im Wesentlichen konischen
Querschnitt im Bereich der Konusspitze eine wulstartige, umlaufende Verdickung ausgebildet
ist.
[0016] Zur Erzielung eines ausgeprägten Curl-Effekts, d. h. zur Aufwölbung der Wimpern beim
Kämmen, kann jede Scheibe eine Abstufung aufweisen, an der die Wimpern beim Kämmen
zur Anlage kommen.
[0017] Die Scheibenkonfiguration kann in der Aufsicht vorzugsweise rund, rechteckig, mit
Vorsprüngen versehen oder nach Art eines vierblättrigen Kleeblatts ausgebildet sein.
[0018] Die Tiefe der Nuten zwischen den einzelnen Scheiben liegt günstigerweise bei 0,5
bis 3,0 mm, vorzugsweise bei ca. 2,25 mm.
[0019] Die Breite der Scheiben im Fußbereich liegt mit Vorteil bei 0,2 bis 1,2 mm.
[0020] Ein erfindungsgemäßer Applikator kann durch Ein- oder Zweikomponentenspritzen hergestellt
werden, wobei insbesondere eine Kombination von TPE oder TPU für die Scheiben und
PP, PE, POM, PBT, PA für den Grundkörper in Betracht kommt. Der Grundkörper kann auch
durch ein Metallrohr gebildet sein.
[0021] Ist der Applikator aus einem Kunststoff hergestellt, so ist vorzugsweise PE, PP,
PA, PBT oder Polyester und Polyacryl bevorzugt.
[0022] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung
mit der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1a bis 1f
- einen Querschnitt durch jeweils eine einzelne Scheibe bzw. eine Aufsicht zur Veranschaulichung
unterschiedlicher Scheibenstrukturen,
- Fig. 2
- eine Aufsicht auf eine einzelne Scheibe mit radialen Nuten,
- Fig. 3
- einen Längsschnitt durch ein vollständiges erfindungsgemäßes Mascara-Bürstchen,
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht des aus Scheiben gebildeten Besatzes,
- Fig. 5 bis 7
- verschiedene Querschnittskonfigurationen der Scheiben geschnitten in der Scheibenebene
und
- Fig. 8
- eine Ansicht einer vorteilhaften Ausgestaltung des Grundkörpers.
[0023] Ein erfindungsgemäßes Mascara-Bürstchen 1 umfasst einen stabartigen, länglichen Grundkörper
2 mit einem Verbindungsabschnitt 3 zur Befestigung an einem Stiel. Der Besatz 4 besteht
aus einer Mehrzahl von Scheiben 5, die einstückig mit dem Scheibenfuß verbunden sind,
wobei in Längsrichtung verlaufende konkave Nuten 6 wahlweise vorgesehen sind, zwischen
welchen konvex gewölbte Kämme 7 ausgebildet sind.
[0024] In Fig. 1a ist eine erste Querschnittskonfiguration einer Scheibe 5a mit planparallelen
Seitenwänden und halbkreisförmiger Peripherie 8 dargestellt.
[0025] Bei der Ausführungsform nach Fig. 1b ist die Scheibe 5b im Querschnitt konisch mit
abgerundeter Peripherie 9 ausgebildet. Diese Ausführungsform ist besonders bevorzugt.
[0026] Bei dieser Ausführungsform, aber auch bei anderen hier beschriebenen Ausführungsformen
beträgt die Breite der Scheibenfüße beim Übergang in den Grundkörper 2 0,2 mm bis
1,2 mm, der Abstand der Fußbereiche zweier benachbarter Scheiben 0,0 mm bis 1,2 mm,
der Abstand der Scheibenspitzen bzw. der Mittellängslinien zweier benachbarter Spitzen
0,2 mm bis 2,4 mm, die wirksame Scheibenhöhe 0,5 mm bis 8,0 mm, insbesondere 1,5 bis
1,7 mm, der Durchmesser jeder Scheibe bei 4,0 mm bis 15 mm, eine Scheibenzahl von
127 bis 140 bezogen auf eine "Besatzlänge" von 25,4 mm oder anders gesagt, eine Scheibendichte
von 5 bis 50 Scheiben pro 10 mm, wobei die Besatzlänge zwischen 10 mm und 100 mm liegen
kann. Der Konuswinkel liegt bei 0,75° bis 99°, insbesondere bei 0,75° bis 2,5°, und
der Spitzen-Krümmungsradius bei 0,025 mm bis 0,5 mm.
[0027] Fig. 1c zeigt eine Abwandlung von Fig. 1b mit einer Nut 10 an der Peripherie.
[0028] Bei der in Fig. 1d dargestellten Ausführungsform ist die Scheibe 5d im Querschnitt
ebenfalls konisch, weist an der Peripherie 11 jedoch eine abgerundete Verdickung auf.
[0029] Die Ausführungsform nach Fig. 1e zeigt eine Scheibe 5e, welche im Querschnitt konisch
ist und eine Peripherie 12 mit einer Mehrzahl von umlaufenden Nuten 13 aufweist.
[0030] Die Ausführungsform nach Fig. 1f zeigt eine Scheibe 5f mit konischen Flanken 14 bzw.
15, die zur Erzielung eines Curl-Effekts durch eine Abstufung 16 unterbrochen sind.
[0031] In Fig. 2 ist eine Schnittdarstellung durch eine Scheibe 5 zu sehen, wobei eine Mehrzahl
radialer Nuten 6 vorgesehen ist, zwischen denen Kämme 7 ausgebildet sind.
[0032] Die Nuten 6 müssen nicht notwendigerweise, wie in Fig. 4 dargestellt, in Längsrichtung
durchgehend ausgebildet sein, sondern können von Scheibe zu Scheibe auch versetzt
ausgebildet werden.
[0033] In Fig. 5 ist eine Scheibe 5 dargestellt, die Ausnehmungen bzw. Nuten 6 aufweist,
wobei in der Mitte jeder Ausnehmung bzw. Nut 6 eine Borste 17 angeordnet ist.
[0034] Bei der Ausführungsform nach Fig. 6 ist vorgesehen, dass die Scheiben 5 einen annähernd
quadratischen Querschnitt mit abgerundeten Seitenflächen aufweisen.
[0035] Bei der Ausführungsform nach Fig. 7 besitzen die Scheiben 5 ebenfalls einen im Wesentlichen
quadratischen Querschnitt, wobei die Seitenflächen konkav und die Eckbereiche abgerundet
ausgebildet sind.
[0036] In Fig. 8 ist ein Grundkörper 2 mit einem Stielansatz 3 dargestellt, der einen im
Querschnitt fünfeckigen Bereich 18 aufweist. Der Grundkörper 2 ist innen hohl und
weist mehrere Austrittsöffnungen 19 auf. Dementsprechend ist es möglich, durch die
Längsausnehmung und die Durchtrittsöffnungen 19 im Zweikomponenten-Spritzgießverfahren
eine zweite, insbesondere weichere Komponente zur Ausbildung der Scheiben 5 zu spritzen.
Der Grundkörper 2 weist Vorsprünge 20 auf, die verhindern, dass der Borstenkörper
in axialer Richtung abgestreift werden kann.
[0037] Ergänzend bzw. abweichend von den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen
kann vorgesehen sein, dass die Scheiben und deren Zentralbereich einstückig aus einem
Material gespritzt sind, oder aber dass der Zentralbereich aus einem ersten Kunststoff
besteht und im Zweikomponenten-Spritzgießverfahren die Scheiben an diesen, beispielsweise
aus einem weicheren Kunststoff bestehend, angespritzt sind.
[0038] Die Scheiben können am Umfang wenigstens eine Ausnehmung aufweisen, wobei mehrere
in axialer Richtung hintereinander liegende Ausnehmungen aufeinanderfolgender Scheiben
eine Nut ausbilden können.
[0039] Es kann weiterhin vorgesehen sein, dass im Bereich der Ausnehmung der Scheiben eine
oder mehrere Borsten angeordnet sind. In Längsrichtung gesehen können auch abwechselnd
Scheiben und Borstenkränze angeordnet sein.
[0040] Der Grundkörper kann zur Befestigung an einem Stiel wenigstens abschnittsweise im
Querschnitt mehreckig sein, um auf diese Weise eine verdrehsichere Montage zu erzielen.
1. Applikator für ein Kosmetikum, insbesondere für Mascara oder ein Haarfärbemittel,
umfassend einen mit einem Stiel verbindbaren Grundkörper mit einer Mehrzahl von im
Abstand voneinander parallel zueinander angeordneter Scheiben, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenabstand im Scheitelbereich bei 0,2 bis 2,4 mm, insbesondere bei 0,2 bis
1,6 mm, und im Fußbereich bei 0,0 bis 1,2 mm, insbesondere bei 0,1 bis 0,7 mm liegt.
2. Applikator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (2) aus einem ersten, härteren Kunststoff und die Scheiben (5) aus
einem zweiten, weicheren Kunststoff bestehen.
3. Applikator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheiben (5) von einer oder mehreren in Längsrichtung verlaufenden Nuten (6)
durchsetzt sind, wobei die Nuten (6) von Scheibe (5) zu Scheibe (5) versetzt eingebracht
sein können.
4. Applikator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheiben (5a) planparallele Außenflächen aufweisen und im Peripheriebereich (8)
im Querschnitt annähernd halbkreisförmig abgerundet ausgebildet sind.
5. Applikator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheiben (5c) im Querschnitt konisch ausgebildet sind.
6. Applikator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ausgehend von einem im Wesentlichen konischen Querschnitt im Bereich der Konusspitze
eine wulstartige, umlaufende Verdickung (11) ausgebildet ist.
7. Applikator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheiben (5f) im Querschnitt gesehen eine Abstufung (16) aufweisen.
8. Applikator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheiben (5) in der Aufsicht rund, rechteckig, mit Vorsprüngen versehen oder
nach Art eines vierblättrigen Kleeblattes ausgebildet sind.
9. Applikator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefe der Nuten (6) zwischen den einzelnen Scheiben (5) bei 0,5 bis 3,0 mm, vorzugsweise
bei ca. 2,25 mm liegt.
10. Applikator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite der Scheiben (5) im Fußbereich bei 0,2 bis 1,2 mm liegt.
11. Applikator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Applikator im Zweikomponentenspritzen hergestellt ist, wobei die eine Komponente
TPE und die andere Komponente TPU ist.
12. Applikator nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Konuswinkel 0,75° bis 99°, insbesondere 0,75° bis 25° beträgt.
13. Applikator nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Krümmungsradius im Spitzenbereich 0,025 mm bis 0,5 mm beträgt.