[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Flurförderfahrzeug, insbesondere portalartig hochgebautes
Flurförderfahrzeug, mit Räder aufweisendem Fahrwerk und mit einem Hubwerk für zwischen
den Rädern des Fahrwerkes aufnehmbare und mitführbare Lasten, wie Container oder dergleichen.
[0002] Bekannte Flurförderfahrzeuge der vorbezeichneten Gattung sind z.B. Portalstapler.
Portalstapler können einen Container aufnehmen, in ein Containerlager transportieren
und dort an vorbestimmter Stelle absetzen. An dieser Stelle kann der Portalhubstapler
bis zu vier Container übereinander stapeln, womit die Fläche eines Containerlagers
besser ausgenutzt wird.
[0003] Umgekehrt kann ein an sich bekanntes Flurförderfahrzeug der vorbezeichneten Gattung,
also ein Portalstapler, einzelne Container eines Containerstapels aus dem Containerlager
abtransportieren und einer Verladung zuführen.
[0004] Bekannte Flurförderfahrzeuge, nämlich Portalstapler, bauen verhältnismäßig breit
und benötigen im Containerlager links und rechts der aufgestapelten Container ausreichend
breite Fahrspuren. Dadurch ist die Lagerdichte eingeschränkt.
[0005] Zusätzliche Einschränkung erfährt die Lagerdichte eines Containerlagers durch die
Ausbildung von durch Containerstapel begrenzten Gassen, in denen Sattelaufleger transportierende
Zugmaschinen für den Straßentransport von Containern verkehren können. Diese Gassen
in einem Containerlager sind verhältnismäßig eng und können von einem Portalstapler
mit aufgenommenem Container nicht mehr befahren werden.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Flurförderfahrzeug zu schaffen, welches
Container wie ein Portalstapler selbsttätig aufnehmen kann, dabei jedoch auch mit
dem aufgenommenen Container die schmaleren Gassen zwischen gestapelten Containern,
die für eine Passage mit Lastkraftwagen für den Transport von Containern vorgesehen
sind, befahren kann.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Flurförderfahrzeug mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst. Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Flurförderfahrzeugs
ergeben sich aus den Unteransprüchen 2 bis 22.
[0008] Das erfindungsgemäße Flurförderfahrzeug, kann mit einem aufgenommenen Container auch
die schmalen Gassen für Lastkraftwagen oder andere Straßenfahrzeuge, sogenannte "Trucklanes",
in einem Containerlager befahren. Dies wird dadurch möglich, daß es wenigstens eine
Stelleinrichtung zur Änderung bzw. Einstellung der Abstände zwischen den Aufstandspunkten
der Räder aufweist.
[0009] Ein erfindungsgemäßes Flurförderfahrzeug verfügt damit über eine Einrichtung, mit
der sich die Abmessungen seiner Aufstandsfläche verändern bzw. einstellen lassen.
Die Abmessungen eines vom Flurförderfahrzeug aufgenommenen Containers, insbesondere
die Containerbreite, bestimmen die Breite der Gasse in einem Containerlager, die vom
Flurförderfahrzeug mit aufgenommenen Container noch durchfahren werden kann. Das erfindungsgemäße
Flurförderfahrzeug ist mittels der Stelleinrichtung an die Abmessungen eines aufgenommenen
oder aufzunehmenden Containers anpaßbar. Die Aufstandspunkte der Räder haben dann,
wenn sie hinsichtlich ihrer Abstände geändert werden, auch Einfluß auf die Außenabmessungen
des Flurförderfahrzeuges, d. h., wenn sich der Abstand zwischen den Aufstandspunkten
der Räder ändert, ändern sich auch die Abmessungen des Flurförderfahrzeuges. Das erfindungsgemäße
Flurförderfahrzeug kann wie ein üblicher Portalstapler genutzt und gefahren werden.
Gleichzeitig bietet die Erfindung dabei den Vorteil, LKW-Gassen, die sogenannten "Truck-Lanes",
die in bestehenden Containerlagern von Portalstaplern bisher nicht befahren werden
konnten, nunmehr zum Durchfahren mit dem erfindungsgemäßen Flurförderfahrzeug zu nutzen.
Die bisher für Portalstapler notwendigen ausreichend breiten Fahrspuren in einem Containerlager
können entfallen, womit die für das Stapeln von Containern nutzbare Lagerfläche größer
wird. Das Containerlager ist wirtschaftlicher zu betreiben und zu nutzen.
[0010] Container sind international genormte Behälter mit unterschiedlichen Containerlängen
und Containerhöhen. Sie dienen der Beförderung von Gütern durch mehrere Verkehrsmittel
ohne Umpacken der Ladung.
[0011] Am Ort der Ankunft des Verkehrsmittels, z.B. eines ankommenden Seeschiffes, wird
dessen Container-Ladung mit Verladebrücken gelöscht. Ein Hebezeug der Verladebrücke
setzt den erfaßten Container entweder unter der Verladebrücke auf einem Transportfahrzeug
ab, welches den Container sodann unter Nutzung der sogenannten "Truck-Lanes" in das
Containerlager fährt, oder der unter der Verladebrücke abgesetzte Container wird von
einem Portalstapler, einem sogenannten "Straddle-Carrier", aufgenommen und in das
Containerlager eingestapelt.
[0012] Die Nutzung von Transportfahrzeugen zum Transport der Container von der Verladebrücke
zum Containerlager und im Containerlager selbst hat den Vorteil, daß sich auf der
zur Verfügung stehenden Containerfläche eine größere Anzahl von Containern einstapeln
läßt.
[0013] Zum einen können die Fahrgassen schmaler sein, zum anderen kann im Lager ein Portalkran
eingesetzt werden, mit dem höhere Containerstapel gebildet werden können.
[0014] Nachteilig dabei ist die zeitliche Abhängigkeit sowohl von der Beladebrücke als auch,
im Containerlager, von dem Portalkran.
[0015] Das erfindungsgemäße Flurförderfahrzeug ist in der Lage, die engen Fahrspuren, die
"Trucklanes", in einem Containerlager zu nutzen, in welches Container mit einem Portalkran
eingestapelt werden. Da das erfindungsgemäße Flurförderfahrzeug einen Container selbsttätig
aufnehmen, transportieren und absetzen kann, lassen sich die Vorteile eines mit Portalstaplern
bedienten Lagers mit denen eines Containerlagers, das mit Lastkraftwagen, bzw. sogenannten
"Trailern", bedient wird kombinieren, ohne daß deren Nachteile in Kauf zu nehmen sind.
[0016] Die erreichbare Lagerdichte entspricht derjenigen eines mit Portalkranen bedienten
Lagers, wobei aber die zeitliche Abhängigkeit bei der Verladebrücke und bei dem Portalkran
mit Vorteil nicht mehr gegeben ist.
[0017] Um Container unterschiedlicher Länge aufnehmen und transportieren zu können, weist
daß erfindungsgemäße Flurförderfahrzeug eine erste Stelleinrichtung zur Veränderung
seiner Fahrwerklänge auf. Darüber hinaus ist die Stelleinrichtung zur Veränderung
der Fahrwerklänge auch dazu nutzbar, vorbestimmte Räder des Fahrwerks mittels der
Stelleinrichtung so zu bewegen, daß ihre Aufstandspunkte in einen Bereich vor oder
hinter den Container gelangen, so daß die Breite des Flurförderfahrzeugs geringer
wird als die Breite des aufzunehmenden bzw. zu transportierenden Containers. Dies
wird bei dem erfindungsgemäßen Flurförderfahrzeug dadurch verwirklicht, daß es mindestens
eine zweite Stelleinrichtung zur Änderung der Fahrwerkbreite aufweist.
[0018] Mit besonderem Vorteil sind bei dem erfindungsgemäßen Flurförderfahrzeug die erste
und die zweite Stelleinrichtung zur Änderung der Fahrwerklänge und der Fahrwerkbreite
an dem die Räder aufweisenden Fahrwerk miteinander kombiniert.
[0019] Bei dem erfindungsgemäßen Flurförderfahrzeug weist das Fahrwerk an einem Fahrzeugrahmen
angeordnete Fahrschemel mit jeweils einer Achse zugeordneten Rädern auf. Wenigstens
ein Rad der einem Fahrschemel zugeordneten Räder ist als lenkbares Lenkrad ausgebildet.
Vorzugsweise ist jedes Rad ein Lenkrad, so daß das erfindungsgemäße Flurförderfahrzeug
als Allradfahrzeug mit Allradlenkung flexibel gesteuert und gefahren werden kann,
um Container zu handhaben.
[0020] Jedes Lenkrad ist in einem Drehschemel gelenkt, wobei jeder Drehschemel an dem jeweils
zugehörigen Fahrschemel drehbar gelagert ist.
[0021] Lenkbewegungen der einzelnen Drehschemel können mit entsprechenden Steuerungen des
Flurförderfahrzeugs ausgeführt werden, beispielsweise hydraulisch oder elektrisch.
Jedes Rad des Flurförderfahrzeugs kann einen eigenen Antrieb aufweisen, wie er bei
Portalstaplern auch bekannt und üblich ist.
[0022] Eine erste Stelleinrichtung ist bei dem erfindungsgemäßen Flurförderfahrzeug in einer
konstruktiv wenig aufwendigen und damit einfachen und betriebssicheren Ausführung
dadurch verwirklicht, daß jeder Fahrschemel an vorbestimmten Teilen des Fahrwerkrahmens
längsverschiebbar geführt gehalten ist. Diese, die Fahrschemel längsverschiebbar haltende
Teile eines Fahrwerkrahmens sind Längsholme, vorzugsweise ein Längsholm, der mit Vorteil
als Kastenprofilträger ausgebildet ist. Der als Kastenprofilträger vorliegende Längsholm
verbindet die Fahrschemel miteinander, wobei die Veränderung eines Abstands zwischen
den Fahrschemeln durch Längsverschiebung der Fahrschemel, entweder eines der Fahrschemel
oder beider Fahrschemel, entlang des Längsholms erfolgen kann.
[0023] Mit besonderem Vorteil weist jeder Fahrschemel eine Führungsaufnahme für das vorbestimmte
Teil des Fahrwerkrahmens auf. Mit der Führungsaufnahme ist jeder Fahrschemel entlang
des Längsholms des Fahrwerkrahmens beweglich. Zwischen Fahrschemel und Längsholm liegt
somit eine Geradführung vor, die dadurch verwirklicht ist, daß die Führungsaufnahme
ein im Fahrschemel angeordneter Durchbruch ist, dessen Innenwandung als Führung des
Fahrschemels an dem vorbestimmten Teil des Fahrwerkrahmens, dem Längsholm, ausgebildet
ist.
[0024] Selbstverständlich ist auch jede andere Form einer Geradführung möglich, die eine
Abstandsänderung zwischen den an tragenden Teilen des Fahrwerks gehaltenen Fahrschemeln
ermöglicht.
[0025] Bei dem erfindungsgemäßen Flurförderfahrzeug ist eine zweite Stelleinrichtung zur
Änderung der Fahrwerkbreite dadurch verwirklicht, daß jeder Fahrschemel Abschnitte
aufweist, die um eine lotrechte Achse relativ zueinander schwenkbeweglich sind, wobei
an jedem Abschnitt wenigstens ein Lenkrad der Räder angeordnet ist, die einer Achse
des jeweiligen Fahrschemels zugeordnet sind. Dadurch ist jeder Fahrschemel zweiteilig
ausgebildet. Die um eine lotrechte Achse relativ zueinander schwenkbeweglichen Abschnitte
jedes Fahrschemels ermöglichen es, einen feststehenden Abschnitt des Fahrschemels
an dem vorbestimmten, führenden Teil des Fahrwerkrahmens dem Längsholm zu halten.
Durch eine Schwenkbewegung des jeweils anderen, beweglichen Abschnittes eines jeden
Fahrschemels um eine lotrechte Achse, läßt sich dann der Abstand des am schwenkbeweglichen
Abschnitt angeordneten Rad gegenüber dem am feststehenden Abschnitt befindlichen Rad
verändern. Die Spurweite des erfindungsgemäßen Flurförderfahrzeugs ist damit einstellbar
bzw. veränderbar. Dies hat den Vorteil, daß mit dem erfindungsgemäßen Fahrzeug gegebenenfalls
auch schmalere Gassen zwischen Containerstapeln in einem Containerlager befahren werden
können. Das Fahrzeug hat mit Vorteil zum Container asymmetrisch verlaufende Fahrspuren,
von denen eine erste Spur der Räder der beiden Fahrschemel des Fahrwerks als feste
Spur neben dem Container verläuft. Eine zweite Spur, verläuft durch die beweglichen
Abschnitte der Fahrschemel als "lose Spur" derart, daß die Räder dieser beweglichen
Abschnitte der Fahrschemel vor bzw. hinter dem Container stehen können. Dadurch liegt
die äußere Kante des Fahrzeugs in einer Ebene mit einer Außenfläche eines Containers.
Die Achse des jeweils am beweglichen Abschnitt des Fahrschemels befindlichen Rades
steht dabei senkrecht zur Fahrtrichtung. Die Fahrtrichtung entspricht etwa der Ausrichtung
der Längsachse eines Containers.
[0026] Der bewegliche Abschnitt des Fahrschemels mit dem entsprechenden Rad kann derart
um die lotrechte Schwenkachse geschwenkt werden, daß das jeweilige Rad in Linie mit
der festen Spur der Räder der Fahrschemel des Fahrwerks steht. Die Geometrie ist so
gewählt, daß dabei die Achse des geschwenkten Rades wieder senkrecht zur Fahrtrichtung
steht.
[0027] In dieser sogenannten Arbeitsstellung kann das Fahrzeug auch gefahren werden. Seine
Standfläche ist dabei dreieckig.
[0028] Für eine Längsverschiebung der Fahrschemel entlang des Längsholms als tragendem Teil
des Fahrwerkrahmens weist das Fahrwerk erste Stellmittel auf. Für die Verschwenkung
des jeweiligen schwenkbeweglichen Abschnitts weist jeder Fahrschemel zweite Stellmittel
auf.
[0029] Bei einem Flurförderfahrzeug können erste Stellmittel und zweite Stellmittel auch
miteinander kombiniert werden. Wenn das Flurförderfahrzeug allerdings so ausgelegt
wird, daß es nur Container einer vorbestimmten Länge aufzunehmen braucht, erübrigt
sich eine Längsverschiebung der Fahrschemel. Es genügt, eine Breitenveränderbarkeit
des Fahrwerks des Fahrzeugs zu gewährleisten, damit auch enge Gassen zwischen gestapelten
Containern befahren werden können.
[0030] Als Stellmittel sind Arbeitszylinder, insbesondere Hydraulikzylinder vorgesehen.
Als Stellmittel sind jedoch auch andere Antriebe, beispielsweise Spindelantriebe,
z.B. mit Elektromotoren, einsetzbar.
[0031] Mit besonderem Vorteil weist das Flurförderfahrzeug einen Einzelradantrieb auf. Hydraulikmotore
oder Elektromotore, bei z.B. dieselelektrischem Antrieb, können in die einzelnen Räder
eingebaut sein.
[0032] Zur Handhabung eines Containers weist das Hubwerk des Flurförderfahrzeugs einen an
sich bekannten Spreader auf, der hubbeweglich an den Fahrschemeln, insbesondere an
den festen Abschnitten der Fahrschemel, abgehängt ist. Ein solcher Spreader läßt sich
auch hubbeweglich an anderen tragenden Teilen des Fahrwerkrahmens abhängen, die dafür
geeignet sind.
[0033] Selbstverständlich ist jeder Fahrschemel als Portal ausgebildet, wobei die Portale
mit einem die Portale verbindenden Längsholm zum Fahrwerk ausgebildet sind. Damit
liegt ein hochbeiniges Flurförderfahrzeug vor, mit dem das Überfahren von abgestellten
Containern möglich ist.
[0034] An den Längsholm des Fahrwerks ist ein Führerhaus angebaut. Die Hauptblickrichtung
ist bevorzugt quer zur Fahrtrichtung. Damit sind in allen Stellungen der drehbeweglichen
Abschnitte der Fahrschemel, sowie in allen Stellungen des Spreaders, die Beschläge
am Container zu übersehen. Der Fahrersitz samt Bedienelementen ist zudem so drehbar,
daß der Fahrer jederzeit auch in Fahrtrichtung sitzen kann.
[0035] Für verschiedene Lenkgeometrien ist eine Vierachslenkung vorteilhaft. Jedes Rad wird
z.B. mittels Hydrozylindern und entsprechenden Proportionalventilen in Verbindung
mit Drehgebern und Längsmeßsystemen für die Längsverschiebbarkeit sowie die Verschwenkbarkeit
der beweglichen Abschnitte der Fahrschemel auf eine gemeinsame Lenkgeometrie eingestellt.
Dabei sind verschiedene Lenkarten einstellbar, beispielsweise Vorderachslenkung, Hinterradlenkung,
Allradlenkung und Krebsgang.
[0036] Das erfindungsgemäße Flurförderfahrzeug zum Handhaben von Containern ist damit sehr
wendig.
[0037] Anstelle der Fahrerkabine ist es auch möglich, eine Automatik für das führerlose
Fahren zu installieren.
[0038] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, aus dem sich weitere erfinderische Merkmale
ergeben, ist in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine Ansicht eines portalartig hochgebauten Flurförderfahrzeug mit Fahrwerk, dessen
Räder sich in einer Grundstellung befinden
- Fig. 1a:
- eine Fig. 1 entsprechende Ansicht, jedoch mit einem aufgenommenen Container
- Fig. 2:
- eine Vorderansicht des Flurförderfahrzeugs gemäß Fig. 1 mit einem aufgenommenen Container
- Fig. 3:
- eine Ansicht des Flurförderfahrzeugs in durch Änderung der Fahrzeuglänge verkürzter
Grundstellung mit aufgenommenem Container und
- Fig. 4:
- eine Ansicht des Flurförderfahrzeugs gemäß Fig. 1, bei dem sich die Räder des Fahrwerks
in einer Arbeitsstellung befinden, in der das Flurförderfahrzeug über einen aufzunehmenden
Container gefahren ist.
[0039] Fig. 1 zeigt eine Ausführung eines Flurförderfahrzeugs, das portalartig hochgebaut
ist. Das Flurförderfahrzeug hat ein hier gummibereiftes Fahrwerk. Das Fahrwerk weist
an dem Fahrzeugrahmen 1 angeordnete Fahrschemel 3 und 4 mit jeweils einer Achse zugeordneten
Rädern 5, 5' bzw. 6, 6' auf. Jedes Rad 5, 5' bzw. 6, 6' ist ein in einem Drehschemel
7, 7' bzw. 8, 8' gelenktes Lenkrad. Jeder Drehschemel 7, 7' bzw. 8, 8' ist in an sich
bekannter Weise um eine lotrechte Achse drehbar an dem jeweils zugehörigen Fahrschemel
3 bzw. 4 gelagert.
[0040] Jeder Fahrschemel 3 bzw. 4 besteht aus einem am Längsholm 2 längsverschiebbar gehaltenen
Abschnitt 9 bzw. 9', an dem ein zweiter Abschnitt 10, 10' um eine lotrechte Achse
schwenkbeweglich angeordnet ist.
[0041] Die Abschnitte 9, 9' bzw. 10, 10' sind winkelige Teile, deren zur Standfläche des
Flurförderfahrzeugs vorstehender Winkelschenkel 11, 11' bzw. 12, 12' an den unteren
freien Enden die für gesteuertes Fahren drehbaren Drehschemel 7, 7' bzw. 8, 8' mit
den Rädern 5, 5' bzw. 6, 6' trägt. Damit ist jeder Fahrschemel 3, 4 als Portal ausgebildet,
wobei die Portale durch einen die Portale verbindenden Längsholm 2 und mittels der
gummibereiften Räder 5, 5', 6, 6' zum Fahrwerk ausgebildet sind.
[0042] Als Hubwerk weist das Flurförderfahrzeug gemäß Fig. 1 einen an sich bekannten Spreader
13 zur Handhabung eines Containers auf, der hubbeweglich am längsverschiebbaren Abschnitt
9, 9' des Fahrschemels 3 bzw. 4 abgehängt ist. Die Hubbewegung bewirken Arbeitszylinder
14, 14'; 15, 15'. Die Hubbewegung kann jedoch auch über an sich bekannte Seilwinden
bewirkt werden.
[0043] Das als an sich bekannter Spreader 13 ausgebildete Hubwerk besteht aus einem zwei
Endteile 16 und 17 führenden Mittelteil 18. Aus dem Mittelteil 18 sind die beiden
Endteile 16 und 17 mit Hydraulikzylindern, von denen hier lediglich der an der Sichtseite
des Mittelteils 18 befindliche Hydraulikzylinder 19 sichtbar ist, ausschiebbar, so
daß das Hubwerk, bzw. der Spreader 13, auf unterschiedliche Containerlängen eingestellt
werden kann. Jedes Endteil 16, 17 des Hubwerks weist einen Endkopf 20 bzw. 20' auf,
der mit betätigbaren Aufnehmern zur Erfassung der Beschläge eines Containers, sogenannten
Twistlocks, ausgerüstet ist.
[0044] Die längsverschiebbaren Abschnitte 9, 9' der Fahrschemel 3 und 4 weisen eine Führungsaufnahme
für ein vorbestimmtes Teil des Fahrwerkrahmens 1 auf. Dieser vorbestimmte Teil ist
hier der Längsholm 2. Die Führungsaufnahme ist ein im Teil 9 des Fahrschemels 3, 4
angeordneter Durchbruch 21 bzw. 21', dessen Innenwandung als Geradführung ausgebildet
ist, um den Fahrschemel an dem vorbestimmten Teil des Fahrwerkrahmens 1, dem Längsholm
2, zu führen. Die Längsverschiebung der Fahrschemel 3, 4 bewirken Stellmittel 22,
22', die als Arbeitszylinder vorliegen. Die Längsverschiebebewegung der Fahrschemel
ist steuerungsmäßig gekoppelt mit der Längenverstellung des Spreaders 13, so daß die
Betätigung der Arbeitszylinder 22 und 22' und des Arbeitszylinders 19 des Hubwerks
synchron stattfindet. Zudem ist auch das Verschieben des Hubwerkes bzw. der Spreader
13 in einer Richtung quer zum Längsholm 2 sinnvoll bzw. zweckmäßig, da das genaue
Positionieren der Twist-Locks an den Kopfenden 20 bzw. 20' des Spreaders 13 mit Hilfe
der Lenkung des Fahrzeugs zu ungenau ist.
[0045] Die längsverschiebbaren Abschnitte 9, 9' der Fahrschemel 3 und 4 tragen Stellmittel
23, 23', die ebenfalls in Form von hydraulischen Arbeitszylindern vorliegen. Mit den
Stellmitteln 23 bzw. 23' lassen sich die drehbaren Abschnitte 10, 10' der Fahrschemel
3 bzw. 4 um eine lotrechte Achse verschwenken, die etwa durch das Zentrum der kreisförmigen
Durchbrüche 24 und 24' in den Abschnitten 9, 9' verläuft. In die kreisförmigen Durchbrüche
24 und 24' sind auch die Schwenklager für die schwenkbeweglichen Abschnitte 10, 10'
der Fahrschemel 3 und 4 eingebaut.
[0046] Mit 25 ist eine Fahrerkabine bezeichnet. Mit 26 ist ein gehäuseartiger Teil des Fahrzeugrahmens
1 bezeichnet, der an dem Längsholm 2 hängt und der zur Aufnahme der Mittel zur Erzeugung
von Energie, wie z.B. eines Dieselmotors, genutzt werden kann.
[0047] Fig. 1 a zeigt das Flurförderfahrzeug gemäß den Fig. 1 und 2 mit einem aufgenommenen
Container 27 und verdeutlicht die sogenannte Grundstellung der Räder 5, 6 bzw. 5',
6'.
[0048] Fig. 2 zeigt eine Vorderansicht des Flurförderfahrzeugs gemäß Fig. 1. Gleiche Bauteile
sind mit gleichen Bezugszahlen wie in Fig. 1 bezeichnet. Sichtbar ist hier der Fahrschemel
3, der mit seiner Aufnahme 21 ' längsverschiebbar am . Längsholm 2 des Fahrzeugrahmens
1 geführt ist. Die Längsverschiebbarkeit erfolgt quer zur Zeichnungsebene in Längsrichtung
des sich ebenfalls quer zur Zeichnungsebene erstreckenden Längsholms 2.
[0049] Fig. 2 läßt deutlich erkennen, daß der längsverschiebbare Abschnitt 9' des Fahrschemels
3, ebenso wie sein schwenkbeweglicher Abschnitt 10', durch angesetzte, hier lotrecht
nach unten stehende Winkelschenkel 12 bzw. 12' zu einem portalartigen Fahrschemel
hochgebaut ist. Somit kann zwischen den Rädern 6, 6', die in Drehschemeln 8, 8' gelenkt
sind, ein vom Hubwerk, dem Spreader 13, getragener Container 27 aufgenommen werden.
In dieser sogenannten Grundstellung der Räder des Fahrwerks des Flurförderfahrzeugs
steht das Rad 6 vor dem Container 27. Das hier nicht sichtbare hintere Rad 5 (Fig.
1 a) steht hinter dem Container.
[0050] Durch die schwenkbeweglichen Abschnitte bilden die Räder 6 und 5 eine "lose Spur".
Die Räder 6' bzw. das dahinterstehende und somit verdeckte Rad 5' stehen in einer
sogenannten "festen Spur", bzw. bilden diese Räder 6' und 5' die feste Spur.
[0051] Fig. 3 zeigt eine Ansicht des Flurförderfahrzeugs gemäß Fig. 1 a, jedoch mit entlang
dem Längsholm 2 nach innen verschobenen Fahrschemeln 3, 4 zur Aufnahme eines kürzeren
Containers 28. Auch in Fig. 3 befinden sich die eine lose Spur bildenden Räder 5 und
6 vor bzw. hinter dem Container 28.
[0052] Zum Aufnehmen eines abgestellten Containers, beispielsweise eines aus einem Schiff
mittels einer Verladebrücke entnommenen Containers, der an Land abgesetzt ist und
der nunmehr zum Containerlager zu befördern ist, um dort gegebenenfalls gestapelt
zu werden, kann das Flurförderfahrzeug so über den aufzunehmenden Container gefahren
werden, daß sein Hubwerk, der sogenannten Spreader 13, längs des Containers 27 bzw.
28 ausgerichtet ist und die Twistlocks mit den Beschlägen des Containers in Eingriff
bringbar sind. Der Container kann in seiner Längsrichtung von dem Flurförderfahrzeug
überfahren werden, indem sein vorderer Fahrschemel 3 hinsichtlich der
[0053] Spurbreite verändert wird. Dazu wird der schwenkbewegliche Abschnitt 10' des Fahrschemels
3 in eine Drehstellung geschwenkt, bei der sich das Rad 6 in Linie mit der Spur des
Rades 6' desselben Fahrschemels 3 befindet, wie es in Fig. 4 dargestellt ist. Nunmehr
kann das Hubwerk, der Spreader 13 abgesenkt werden, um die Twistlocks mit den Beschlägen
des aufzunehmenden Containers 27 bzw. 28 zu verriegeln. Der Winkelschenkel 12 des
schwenkbeweglichen Abschnitts 10' des Fahrschemels 3 fährt anschließend durch entsprechende
Verschwenkung in die Grundstellung zurück, die in Fig. 1 a dargestellt ist. Das Hubwerk
hebt den Container 27 an und das Flurförderfahrzeug kann den angehobenen Container
abtransportieren.
[0054] Im Containerlager wird der Container 27 bzw. 28 an geeigneter Stelle abgesetzt, wo
er von einem Portalkran erfaßbar ist. Der Portalkran kann den Container abfahren und
die Container beliebig eng aneinander und beliebig hoch stapeln, soweit es die Portalhöhe
des Portalkrans zuläßt.
[0055] Um das Flurförderfahrzeug von dem abgesetzten Container wegzufahren, wird der Fahrschemel
3, (oder entsprechend der Fahrschemel 4) wieder in eine Arbeitsstellung gebracht,
indem der entsprechende schwenkbewegliche Abschnitt so bewegt wird, daß das Rad 6
(oder 5) wieder in einer Linie, die der festen Spur entspricht, steht.
[0056] In dieser sogenannten Arbeitsstellung ist die Aufstandsfläche des Flurförderfahrzeugs
etwa dreieckig. Der Schwerpunkt des Flurförderfahrzeugs ist so ausgelegt, daß auch
in der Dreipunktauflage ein sicherer Stand gewährleistet ist.
1. Flurförderfahrzeug, insbesondere portalartig hochgebautes Flurförderfahrzeug, mit
Räder aufweisendem Fahrwerk und mit einem Hubwerk für zwischen den Rädern des Fahrwerkes
aufnehmbare und mitführbare Lasten, wie Container oder dergleichen,
gekennzeichnet durch
wenigstens eine Stelleinrichtung zur Änderung bzw. Einstellung der Abstände zwischen
den Aufstandspunkten der Räder (5, 5'; 6, 6').
2. Flurförderfahrzeug nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch mindestens eine erste Stelleinrichtung zur Veränderung der Fahrwerklänge.
3. Flurförderfahrzeug nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch mindestens eine zweite Stelleinrichtung zur Änderung der Fahrwerkbreite.
4. Flurförderfahrzeug nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch mindestens eine erste und mindestens eine zweite Stelleinrichtung zur Änderung der
Fahrwerklänge und der Fahrwerkbreite.
5. Flurförderfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Fahrwerk an einem Fahrzeugrahmen (1) angeordnete Fahrschemel (3, 4) mit jeweils
einer Achse zugeordneten Rädern (5, 5'; 6, 6') aufweist.
6. Flurförderfahrzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Rad (5, 6) der einem Fahrschemel (3, 4) zugeordneten Räder (5, 6;
5', 6') als lenkbares Lenkrad ausgebildet ist.
7. Flurförderfahrzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Lenkrad in einem Drehschemel (7, 7'; 8, 8') gelenkt ist.
8. Flurförderfahrzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Drehschemel (7, 7'; 8, 8') an dem jeweils zugehörigen Fahrschemel (3, 4) drehbar
gelagert ist.
9. Flurförderfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine erste Stelleinrichtung dadurch verwirklicht ist, daß jeder Fahrschemel (3, 4) an vorbestimmten Teilen des Fahrwerkrahmens
(1) längsverschiebbar geführt gehalten ist.
10. Flurförderfahrzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein vorbestimmtes, führendes Teil des Fahrwerkrahmens (1) ein Längsholm (2) ist.
11. Flurförderfahrzeug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Längsholm (2) als Kastenprofilträger ausgebildet ist.
12. Flurförderfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Fahrschemel (3, 4) eine Führungsaufnahme (21, 21') für das vorbestimmte Teil
des Fahrwerkrahmens (1) aufweist.
13. Flurförderfahrzeug nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsaufnahme (21, 21') ein im Fahrschemel angeordneter Durchbruch ist, dessen
Innenwandung als Führung des Fahrschemels (3, 4) an dem vorbestimmten Teil des Fahrwerkrahmens
(1) ausgebildet ist.
14. Flurförderfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine zweite Stelleinrichtung dadurch verwirklicht ist, daß jeder Fahrschemel (3, 4) Abschnitte (9, 9'; 10, 10') aufweist,
die um eine lotrechte Achse relativ zueinander schwenkbeweglich sind, wobei an jedem
Abschnitt (9, 9'; 10, 10') wenigstens ein Lenkrad der Räder (5, 5'; 6, 6') angeordnet
ist, die einer Achse des jeweiligen Fahrschemels (3, 4) zugeordnet sind.
15. Flurförderfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Fahrwerk (1) erste Stellmittel (22, 22') für eine Längsverschiebung wenigstens
eines der Fahrschemels (3, 4) entlang des Längsholms (2) aufweist.
16. Flurförderfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Fahrschemel (3, 4) zweite Stellmittel (23, 23') für die Verschwenkung des jeweiligen
schwenkbeweglichen Abschnittes (10, 10') des Fahrschemels (3, 4) aufweist.
17. Flurförderfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Fahrwerk erste Stellmittel (22, 22') für eine Längsverschiebung wenigstens eines
der Fahrschemel (3, 4) entlang des Längsholms (2) aufweist und jeder Fahrschemel (3,
4) zweite Stellmittel (23, 23') für die Verschwenkung seines jeweiligen schwenkbeweglichen
Abschnittes (10, 10') aufweist.
18. Flurförderfahrzeug nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß als Stellmittel (22, 22'; 23, 23') Arbeitszylinder vorgesehen sind.
19. Flurförderfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche gekennzeichnet durch einen Einzelradantrieb.
20. Flurförderfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Hubwerk ein an sich bekannter Spreader (13) zur Handhabung eines Containers (27,
28) ist, der hubbeweglich an den Fahrschemeln (3, 4) abgehängt ist.
21. Flurförderfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Fahrschemel (3, 4) als Portal ausgebildet ist, wobei die Portale mit einem
die Portale verbindenden Längsholm (2) zum Fahrzeugrahmen (1) ausgebildet sind.
22. Flurförderfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Längsholm (2) des Fahrzeugrahmens (1) ein Führerhaus (25) angebaut ist.