[0001] Die Erfindung betrifft eine Anschlusseinrichtung für ein Schiffskabel, die zum Anschluss
des Schiffes bzw. Bootes in einem Hafen an eine entsprechende Steckeraufnahme bzw.
Steckdose für die Stromversorgung des Schiffes bzw. Bootes dient.
[0002] Zur internen Stromversorgung weisen Boote und Schiffe in der Regel Akkumulatoren
auf, die während der Hafenbesuche aufgeladen werden. Hierzu wird ein Schiffskabel
mit einem geeigneten Stecker in eine Steckdose bzw. Steckeraufnahme des Hafens gesteckt.
Die Steckeraufnahme und Stecker sind in der Regel dreipolig zur Aufnahme von Drehstrom,
d.h. mit drei Polstiften bzw. Polkontakten und im allgemeinen zusätzlich einem Schutzsteckkontakt.
[0003] Da größere Segel- und Motoryachten nicht nur Häfen in unterschiedlichen Ländern und
Erdteilen anlaufen, in denen unterschiedliche Normen für elektrische Stecker vorgesehen
sind, sondern sogar innerhalb eines Landes oder einer Insel (z. B. Mallorca) verschiedene
Steckdosen vorgesehen sind, muss die Besatzung an ihr Schiffskabel jeweils zunächst
einen geeigneten Stecker (männliches Steckteil) kontaktieren, der in die betreffende
Steckeraufnahme des betreffenden Landes bzw. Hafens passt. Hierbei sind die einzelnen
Adern bzw. Leitungen des Schiffskabels jeweils genau an die entsprechenden Pole bzw.
Polstifte des Steckers anzuschließen, um Beschädigungen der elektrischen Einrichtungen
des Schiffes zu vermeiden. So haben Schiffseigentümer in der Regel sieben oder mehr
verschiedene Stecker an Bord, die sie vor Einlaufen des Hafens oder im Hafen jeweils
entsprechend zu kontaktieren haben. Dies ist somit zeitaufwendig und grundsätzlich
fehlerträchtig.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anschlusseinrichtung für ein Schiffskabel
zu schaffen, die kostengünstig herstellbar ist und für den Benutzer eine schnelle
und sichere Umrüstung zum passenden Anschluss des Schiffskabels an verschiedene Systeme
ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Anschlusseinrichtung nach Anspruch 1 gelöst. Die Unteransprüche
beschreiben bevorzugte Weiterbildungen.
[0006] Erfindungsgemäß wird somit ein Modulsystem geschaffen, das aus einem am jeweiligen
Schiffskabel fest angebrachtem Eingangs-Kupplungsteil und einem Satz aus verschiedenen
Anschluss-Kupplungsteilen gebildet ist, die zum einen eine geeignete Kupplung zum
Anschluss an eine entsprechende Kupplung des Eingangs-Kupplungsteils aufweisen und
zum anderen jeweils verschiedene Steckereinrichtungen für die grundsätzlich in Frage
kommenden unterschiedlichen Steckaufnahmesysteme aufweisen. Hierbei können die beiden
Kupplungsteile vom Benutzer manuell ausgetauscht werden, z.B. durch eine Dreh- und
Steckbewegung, z.B. mittels eines Bajonettverschlusses.
[0007] Hierbei kann ein Anschluss-Kupplungsteil mit einer beliebigen Polzahl an ein mit
dem Schiffskabel fest verbundenes Eingangs-Kupplungsteil mit einer festen Polzahl
durch die Bajonett- bzw. Dreh- und Steck-Verbindung angeschlossen werden, wobei jeweils
entsprechend viele Pole kontaktiert werden.
[0008] Erfindungsgemäß wird somit ein Modulsystem geschaffen, das dem Benutzer im sicherer,
einfach bedienbarer und Fehlbedienungen ausschließender Weise eine schnelle Umrüstung
auf die jeweiligen Systeme ermöglicht. Dies wird erfindungsgemäß und überraschend
einfach durch das Eingangs-Kupplungsteil und den Satz aus verschiedenen Anschluss-Kupplungsteilen
gewährleistet.
[0009] Erfindungsgemäß kann vorteilhafterweise ein Schloss vorgesehen sein, dass die beiden
Kupplungsteile miteinander verriegelt. Somit kann die ausgebildete Steckverbindung
im Hafen unbewacht über einen längeren Zeitraum frei zugänglich angeordnet werden,
ohne dass ein Missbrauch durch z.B. Demontieren der Kupplungsverbindung erfolgen kann.
Das Schloss kann insbesondere im Eingangs-Kupplungsteil integriert sein und das jeweils
eingesetzte Anschluss-Kupplungsteil verriegeln. Die Schlossverbindung kann bei Einsetzen
der beiden Kupplungsteile durch den Bajonettverschluss oder anderen Verschluss selbsttätig
einrasten, wobei gegebenenfalls ein abziehbarer Schlüssel vorgesehen sein kann, den
der Benutzer im Schiff sicher verwahren kann.
[0010] Die erfindungsgemäße Anschlusseinrichtung kann grundsätzlich für jedwede Steckverbindungen
in den verschiedenen Häfen vorgesehen sein. Sie kann insbesondere drei-, vier-, fünf-
oder auch siebenpolig sein.
[0011] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der folgenden Figuren an einigen Ausführungsformen
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Anschlusseinrichtung;
- Fig. 2
- eine Vorderansicht eines Satzes verschiedener Stecker-Anschlüsse;
- Fig. 3
- eine Ausführungsform einer Bajonett-Verbindung zwischen dem standartisierten Eingangs-Kupplungsteil
und einem Anschluss-Kupplungsteil in Seiten- und Stirnansicht.
[0012] Eine erfindungsgemäße Anschlusseinrichtung 1 weist ein drei- bis sieben-adriges Schiffskabel
2 und ein an dem Schiffskabel 2 befestigtes Eingangs-Kupplungsteil 3 auf.
[0013] Der Anschluss des Eingangs-Kupplungsteils 3 an das Schiffskabel 2 erfolgt einmalig;
hierbei ist ein Anschluss an beliebig-polige Schiffskabel möglich, wenn das Eingangs-Kupplungsteil
3 mindestens so viele Pole aufweist. Nachfolgend verbleibt das Eingangs-Kupplungsteil
3 fest am Schiffskabel 2.
[0014] Ein Satz 4 aus Anschluss-Kupplungsteilen 4.1, 4.2, 4.3, 4.4, 4.5, 4.6, 4.7 ist zum
wahlweisen Anschluss an das Eingangs-Kupplungsteil 3 vorgesehen. Hierbei weist jedes
Anschluss-Kupplungsteil 4.1 bis 4.7 eine Schnittstelle bzw. Kupplung 5, vorzugsweise
eine Bajonett- Kupplung 5 auf, mit der es an eine entsprechende Kupplung bzw. Bajonett-Kupplung
6 des Eingangs-Kupplungsteils 3 angekoppelt werden kann. Grundsätzlich können auch
andere Kupplungen 5, 6 statt der Bajonett- Kupplungen 5, 6 vorgesehen sein. In jedem
Fall ist durch den Benutzer manuell ein wahlweiser Austausch möglich.
[0015] Die Anschluss-Kupplungsteile 4.1 bis 4.7 weisen jeweils einen spezifischen, mindestens
dreipoligen Steckeranschluss 7 mit vorstehenden Polstiften 22 auf. Möglich sind z.B.
auch vier, fünf oder sieben Polstifte 22. Die Steckeranschlüsse 7 passen hierbei -
wie beispielhaft für das Anschluss-Kupplungsteil 4.7 gezeigt - in unterschiedliche
Steckeraufnahmen 9, die in verschiedenen Häfen vorgesehen sind.
[0016] Vorteilhafterweise ist ein Schloss 8 vorgesehen, durch das die beiden Kupplungsteile
3, 4 miteinander verriegelbar sind, so dass sie von einem Unbefugten nicht getrennt
werden können. Das Schloss 8 ist vorteilhafterweise in dem Eingangs-Kupplungsteil
3 integriert und verriegelt das jeweilige Anschluss-Kupplungsteil 4.1 bis 4.7. Die
Verriegelung erfolgt vorteilhafterweise selbsttätig beim Einkuppeln der Kupplungsteile
4.1 bis 4.7 und 3.
[0017] Erfindungsgemäß kann das Schiffskabel 2 fest in dem jeweiligen Schiff 20 integriert
sein. Alternativ hierzu kann das Schiffskabel 2 an seinem anderen Ende einen Anschluss
10 aufweisen, der in einen entsprechenden Anschluss 12 des Schiffes 20 gesteckt wird.
[0018] Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform einer Bajonett-Verbindung oder DrehVerbindung zwischen
dem standardisierten Eingangs-Kupplungsteil 3 und einem Anschluss-Kupplungsteil 4.x,
mit x= 1,2,3,... in auseinander gezogener Darstellung und Stirnansichten der beiden
in Eingriff zu bringenden Stirnseiten der Kupplungsteile.
[0019] Hierbei ist gemäß dieser Ausführungsform die fest angeschlossene Eingangs- Drehkupplung
(-Bajonettkupplung) 6 mit fünf Kupplungspolen 6.1, 6.2, 6.3, 6.4, 6.5 versehen, die
z. B. gleichmäßig in Umfangsrichtung beabstandet sein können und z. B. als weibliche
Steckaufnahmen ausgebildet sind. Die Ausgangs- Drehkupplung (-Bajonettkupplung) 5
weist eine der Anzahl seiner Polstifte 22 entspreche Anzahl von Kupplungspolen, z.
B. drei Kupplungspole 5.1, 5.2, 5.3 auf, die entsprechend als männliche Steckkontakte
bzw. Steckstifte ausgebildet sind; grundsätzlich können auch nicht angeschlossene
(blinde) weitere Steckstifte vorgesehen sein zum gleichmäßigen mechanischen Eingriff,
dies ist jedoch erfindungsgemäß grundsätzlich nicht erforderlich.
[0020] Die Bajonettkupplungen oder Drehkupplungen 5 und 6 werden aneinander gesetzt, gegebenenfalls
noch zusätzlich translatorisch ineinander gesteckt, anschließend relativ zu einander
verdreht, bis der richtige Kontakt zwischen den Kupplungspolen 6.1, 6.2, 6.3, 6.4,
6.5 und 5.1, 5.2, 5.3 vorliegt, und abschließend zur Erreichung einer ordnungsgemäßen
Steckverbindung translatorisch ineinander gesteckt. Hierdurch ist ein wahlweiser,
mechanisch sicherer Kontakt möglich.
1. Anschlusseinrichtung für ein Schiffskabel (2), die aufweist:
ein Eingangs-Kupplungsteil (3), das an einem Ende des Schiffskabels (2) angeschlossen
und mindestens dreiadrig ist und ein erste Kupplung (6) aufweist, und
einen Satz (4) von Anschluss-Kupplungsteilen (4.1, 4.2, 4.3, 4.4, 4.5, 4.6, 4.7),
die jeweils eine an die erste Kupplung (6) des Eingangs-Kupplungsteils (3) anschließbare
zweite Kupplung (5) und einen mindestens dreipoligen Steckeranschluss (7) mit vorstehenden
Polstiften (22) zum Einsatz in verschiedene Steckeraufnahmen (9) aufweist, wobei die
Kupplungsteile (3, 4) in ihren Kupplungen (5, 6) manuell trenn- und verbindbar sind.
2. Anschlusseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungen (5, 6) Bajonett-Kupplungen (5, 6) und/oder Drehverbindungen (5,6)
sind.
3. Anschlusseinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Eingangs- Drehkupplung (6) eine in Umfangsrichtung verteilte Anordnung von Polstiften
(6.1, 6.2, 6.3, 6.4, 6.5) einer maximalen Polzahl und die Ausgangs- Drehkupplung (5)
eine weitere, in Umfangsrichtung verteilte Anordnung von Poistiften (5.1, 5.2, 5.3)
mit maximaler oder geringerer Pohlzahl aufweist, wobei beim Kontaktieren der Polstifte
der beiden Drehkupplungen (5, 6) ein relatives Verdrehen erfolgt.
4. Anschlusseinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Polstifte (6.1, 6.2, 6.3, 6.4, 6.5; 5.1, 5.2, 5.3) der beiden Drehkupplungen
(5, 6) durch relatives Verdrehen und nachfolgendes translatorisches Ineinanderstecken
kontaktierbar sind
5. Anschlusseinrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Polzahl der Polstifte (6.1, 6.2, 6.3, 6.4, 6.5) der Eingangs- Drehkupplung (6)
drei-, vier-, fünf- oder sieben beträgt.
6. Anschlusseinrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die eingekuppelten Kupplungen (5, 6) durch ein Schloss (8) verriegelbar sind.
7. Anschlusseinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Schloss (8) in das Eingangs-Kupplungsteil (3) integriert ist.
8. Anschlusseinrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckeranschluss (7) drei-, vier-, fünf- oder sieben-polig ist.