[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft pneumatische Kissen, insbesondere für Sitz- Lehn-
und Liegekissen nach einem der unabhängigen Ansprüche.
[0002] Pneumatische Kissen sind vielerlei bekannt. Auch wurden schon einige Anstrengungen
unternommen, flache Strukturen zu erzeugen.
[0003] In einfachster Weise wird dies erreicht, im nebeneinander Anbringen von Schläuchen
mit jeweils rundem Querschnitt. Als Beispiel dafür kann an dieser Stelle die althergebrachte
Luftmatratze dienen. Die einzelnen Schläuche sind in der Regel derart miteinander
verbunden, dass sie eine oder zwei zusammenhängende Luftkammern bilden.
[0004] In
US 2 748 401 (D1) werden die Schläuche derart miteinander verbunden, dass ein Teil einer Schlauchwand
auch Teil der Schlauchwand eines zweiten Schlauches ist. Damit kann ein quasi näheres
Zusammenrücken der einzelnen Schläuche erreicht werden. Je nach Konfiguration liegen
die einzelnen Schläuche in einer oder zwei Ebenen.
[0005] Nachteilig an D1 ist jedoch, dass die Oberfläche der erzeugten Kissen nach wie vor
den Charakter von nebeneinander liegenden Schläuchen zeigt und damit der Komfort,
um beispielsweise auf einem solchen Kissen zu sitzen oder zu liegen, stark beeinträchtigt
ist.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Kissen mit einem hohen Komfort zu schaffen,
insbesondere um darauf zu sitzen, zu liegen oder daran zu lehnen.
[0007] Die Lösung der Aufgabe ist hinsichtlich ihrer Merkmale wiedergegeben im kennzeichnenden
Teil des unabhängigen Anspruch 1 und hinsichtlich weiterer vorteilhafter Merkmale
in den abhängigen Ansprüchen.
[0008] Die erfindungsgemässen Kissen sind aufgebaut aus einem Überzug und einer inneren
pneumatischen Struktur. Die pneumatische Struktur verfügt über mindestens eine gasdichte
Kammer und gibt die Form des pneumatischen Kissens vor. Die erfindungsgemässen Kissen
können insbesondere in Einrichtungsgegenständen wie Stühlen, Sitzen und Betten aber
auch in Sitzen von Transportmitteln wie Fahr- und Flugzeugen Anwendung finden.
[0009] US 1 985 432 zeigt ein pneumatisches Kissen, unterteilt in druckbeaufschlagte Kammern, deren Seitenwände
nicht elastisch und deren obere und untere Wände elastisch ausgebildet sind, so dass
einerseits eine stabile Anordnung vorliegt, die andererseits für den Benutzer dennoch
weich ausgebildet ist, da durch Verbindungsöffnungen in den Kammerwänden Druckgas
je nach Belastungszustand in die verschiedenen Kammern fliessen kann.
[0010] GB 243 874 zeigt ein pneumatisches Kissen, das verbesserte seitliche Stützung bietet, indem
die Randbereiche als Schläuche, bevorzugt mit grösserem Durchmesser, ausgebildet sind.
[0011] In einer ersten, einfachsten Ausführungsgruppe wird die pneumatische Struktur gebildet
aus gasdichtem Material. Sie ist im Wesentlichen aus einer Hülle und darin verlaufenden
Stegen aufgebaut. Die gesamte pneumatische Struktur ist von einem Überzug umgeben.
Der Überzug ist dergestalt, dass er von der mit Druck beaufschlagten pneumatischen
Struktur gespannt wird. Da sich die Hülle zwischen den Stegen unter Druck kreisbogenartig
verformt, erhält die pneumatische Struktur eine gerippte Oberfläche. Durch den gespannten
Überzug werden die einzelnen Rippen nicht mehr so deutlich wahrgenommen, wodurch beispielsweise
der Sitzkomfort eines so gestalteten Kissens deutlich erhöht wird.
[0012] In einer zweiten Ausführungsgruppe wird die pneumatische Struktur derart aufgebaut,
dass zwischen den formgebenden und den gasdichten Mitteln eine funktionale Trennung
realisiert werden kann. Ein Überzug umfasst wiederum die pneumatische Struktur derart,
dass er von der mit Druck beaufschlagten pneumatischen Struktur gespannt wird.
[0013] In einer dritten Ausführungsgruppe wird die pneumatische Struktur aufgebaut aus einzelnen
miteinander verbundenen Schläuchen. Auch um diese Ausführungsform der pneumatischen
Struktur wird ein Überzug gelegt, so dass er von der befüllten pneumatischen Struktur
gespannt wird.
[0014] Selbstverständlich ist es ebenso erfindungsgemäss, in einem Kissen, beispielsweise
einem Liegekissen, die verschiedenen Ausführungsformen der pneumatischen Struktur
miteinander zu kombinieren.
[0015] Um den Komfort weiter zu erhöhen, können die pneumatischen Kissen mit Aktoren ausgerüstet
sein, welche auch pneumatischer Natur sein können. Eine Adaption an individuelle Bedürfnisse
wird damit ermöglicht.
[0016] In den folgenden Figuren werden die erfindungsgemässen Kissen im Detail beschrieben.
Es wird auf die einzelnen Ausführungsformen und Varianten davon eingegangen. Die Aktoren
und Verstärkungen werden ebenso diskutiert.
[0017] Es zeigen:
- Fig. 1 bis 3
- drei Ausführungsformen einer ersten Ausführungsgruppe von pneumatischen Kissen im
Querschnitt,
- Fig. 4 bis 8
- vier Ausführungsformen einer zweiten Ausführungsgruppe von pneumatischen Kissen im
Querschnitt,
- Fig. 9 und 10
- zwei Ausführungsformen einer dritten Ausführungsgruppe von pneumatischen Kissen im
Querschnitt,
- Fig. 11 und 12
- zwei ergonomisch angepasste Ausführungsformen,
- Fig. 13 bis 15
- einen ersten pneumatischen Aktor,
- Fig. 16 bis 18
- weitere pneumatische Aktoren,
- Fig. 19
- einen aus den vorangehenden Strukturen aufgebauten Fahrzeugsitz.
[0018] Fig. 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer ersten Ausführungsgruppe. Die erste
Ausführungsgruppe umfasst alle Ausführungsformen, in welchen innerhalb einer gasdichten
Hülle 2 Stege 3 angebracht sind. Im dargestellten Ausführungsbeispiel verlaufen die
Stege von einer Oberseite der Hülle 2 zu einer Unterseite. Die Stege verhindern damit
die freie Ausdehnung der Hülle in vertikaler Richtung. Die durch die Stege gebildeten
Kammern 4 können fluidisch miteinander verbunden sein oder voneinander getrennte Abteile
bilden. Die Stege können beispielsweise nicht ganz bis zum Rand eines Kissens 5 verlaufen,
so dass das Kissen 5 aus einer einzigen Luftkammer besteht. Selbstverständlich können
die Stege auch unterbrochen sein oder Öffnungen enthalten. Auch die Verwendung von
luftdurchlässigen Materialien für die Stege 3, insbesondere Textilien, führt zu untereinander
verbundenen Kammern 4. Sollen die Stege 3 untereinander abgeschlossene Kammern 4 bilden,
müssen sie derart in der Hülle 2 angeordnet werden, dass sie auf ihrem ganzen Umfang
mit der Hülle 2 verbunden sind. Die Stege 3 können beispielsweise durch Kleben oder
Schweissen mit der Hülle 2 verbunden werden. Vorzugsweise werden für die Stege 3 und
die Hülle 2 wenig dehnbare Materialien verwendet, beispielsweise PU. Die Hülle 2 wird
von einem Überzug 1 umfasst. Bei Befüllung der pneumatischen Struktur, also der Hülle
2 mit ihren Stegen 3, nimmt ihr Umfang zu, wodurch der Überzug 1 gespannt wird. Je
gespannter der Überzug 1 ist, desto weniger werden die einzelnen Kammern noch wahrgenommen.
Die Spannung im Überzug 1 kann noch erhöht werden, wenn der Umfang des entspannten
Überzuges etwas kleiner ist, als der Umfang der befüllten pneumatischen Struktur,
der Überzug 1 also vorgespannt ist.
[0019] Wird die pneumatische Struktur mit Druck beaufschlagt, verformt sich die Hülle 2
zwischen zwei Stegen im Wesentlichen kreisbogenartig. Die Härte der Struktur wird
durch die Spannung in der Hülle 2 bestimmt. Es gilt:

wobei:
σ = Spannung
p = Druck
r = Radius eines zwischen zwei Stegen verlaufenden Abschnittes der Hülle 2
[0020] Eine dimensionelle Betrachtung der Gleichung (1) liefert für die Spannung
σ die Dimension

also eine Kraft pro Längeneinheit, was für dünne Schichten wie die hier in Frage
kommenden Stoffe oder Folien eine gute Näherung ist. Die Spannung
σ ist also über den Druck
p wie auch den Radius
r regulierbar, wobei der Radius
r durch die Konstruktion vorgegeben wird. Der einzige freie Parameter eines fertiggestellten
Kissens 5 ist der Druck
p. Diese Überlegungen gelten in ihren Grundzügen auch für die folgenden Ausführungsbeispiele.
[0021] In der Fig. 2 sind die Stege teilweise doppelwandig ausgeführt. Werden die Zwischenräume
in den Stegen 3 mit einem Druck
p2,
p2>
p1, beaufschlagt, so verformen sie sich und verkürzen die Stege 3. Damit wird eine Verformung
der Hülle 2 erreicht. Ein Kissen 5 mit solchen adaptiven Stegen 3 kann also in seiner
Form in einem gewissen Mass an individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Auch die
Hülle 2 kann doppelwandig ausgeführt werden.
[0022] Die Ausführungsform in der Fig. 3 entspricht zu einem grossen Teil der in Fig. 1
beschriebenen Form. Zusätzlich ist ein im Wesentlichen waagrechter Steg 3 in der pneumatischen
Struktur angebracht. Durch ihn werden Kammern in zwei Lagen geschaffen. Selbstverständlich
können auch hier adaptive Stege 3, wie in der Fig. 2 dargestellt, waagrecht und/oder
senkrecht eingesetzt werden.
[0023] In einer zweiten Ausführungsgruppe wird eine funktionale Trennung zwischen den für
die Form eines Kissens 5 zuständigen Mitteln und den gasdichten mit Druck zu beaufschlagenden
Mitteln vorgenommen.
[0024] Die zwei Ausführungsbeispiele der Fig. 4 und 5 sind ähnlich zu jenen der Fig. 1 und
3. Die Hülle 2 und die Stege 3 können nun aber aus einem beliebigen wenig dehnbaren
Material gefertigt sein. In die von der Hülle 2 und den Stegen 3 gebildeten Kammern
4 sind nun gasdichte Schläuche 6 eingelegt. Werden die Schläuche 6 mit Druck beaufschlagt,
füllen sie die Kammern aus und strecken so die Hülle 2 und die Stege 3. Die Schläuche
können nun aus einem beliebigen gasdichten Material bestehen, beispielsweise einem
dehnbaren. Die Gefahr einer Überdehnung besteht nicht, da die Ausdehnung der Schläuche
von der Hülle 2 und den Stegen 3 begrenzt wird. Ebenso wie in Fig. 2 dargestellt,
können auch hier die Stege 3 oder die Hülle 2 zum Teil doppelwandig gefertigt sein.
Wie in den Kammern 4 kann dann auch in den Stegen ein gasdichter Schlauch 6 eingelegt
werden. Damit wird dieselbe adaptive Wirkung wie oben beschrieben erreicht.
[0025] Die Ausführungsformen in den Fig. 6 und 7 unterscheiden sich von jenen in den Fig.
4 und 5 dadurch, dass die Hülle 2 und die Stege 3 ersetzt werden durch Taschen 7 mit
Verbindungsstellen 8. Jeder Schlauch 6 ist in einer eigenen Tasche 7 angeordnet. Im
Erfindungsgedanken sind selbstverständlich auch Konfigurationen mit mehreren Schläuchen
6 in einer Tasche 7 eingeschlossen. Die Taschen 7 sind an Verbindungsstellen 8 miteinander
verbunden. In den Fig. 6 und 7 sind die Verbindungsstellen dergestalt, dass sie den
gesamten Bereich der in den Fig. 4 und 5 vorhandenen Stege 3 einnehmen. Selbstverständlich
können die Verbindungsstellen 8 auch nur in Teilbereichen der vormals vorhandenen
Stege angebracht werden oder an anderen Orten, beispielsweise zwischen dem Überzug
1 und den Taschen. Als Verbindungsart eignen sich beispielsweise Nähen, Kleben und
Schweissen.
[0026] Die Fig. 8 und 9 zeigen Ausführungsformen einer dritten Gruppe. Hier wird auf die
Hülle 2 und die Stege 3 verzichtet. Gasdichte Schläuche werden direkt miteinander
verbunden, beispielsweise durch Schweissen oder Kleben. Die Verbindungsstellen 8 können
wie vorhergehend beschrieben, grossflächig oder nur an wenigen Stellen vorhanden sein.
Beispielsweise können zwischen Schweissnähten Schläuche 6 eingelegt werden, so dass
ein adaptives Kissen 5 entsteht. Selbstverständlich kann auch diese Ausführungsform
nur einlagig ausgeführt werden. Ebenso kann auch in den vorhergehend beschriebenen
Ausführungsformen eine versetzte Anordnung der Kammern 4 erreicht werden, wie sie
in der Fig. 9 gezeigt ist.
[0027] Es ist Teil der Erfindungsidee, dass die pneumatische Struktur eines Kissens 5 sich
aus einer Kombination der vorangehend beschriebenen Ausführungsformen zusammensetzen
kann. Beispielsweise können Ausführungsformen mit und ohne Schläuche kombiniert werden,
insbesondere heisst das, Ausführungsformen der ersten Ausführungsgruppe der Fig. 1
bis 3 mit Ausführungsformen der zweiten Ausführungsgruppe der Fig. 4 bis 9. Weiter
können Merkmale einer Ausführungsform in einer andern Ausführungsform aufgenommen
werden oder Merkmale der beschriebenen Ausführungsformen zu neuen kombiniert werden.
[0028] Die Fig. 10 zeigt ein Ausführungsbeispiel in welchem zwei Lagen von Kammern 4 angeordnet
sind, wobei die obere Lage mit einem andern, hier kleineren, Druck beaufschlagt ist
als die untere. Im Falle eines Sitzkissens 5 kann damit beispielsweise die Einsinktiefe
ins Kissen 5 beeinflusst werden, ohne dass es an der Oberfläche hart zu wirken braucht.
Dieses Prinzip lässt sich ohne Einschränkungen verallgemeinern und auf die andern
Ausführungsformen übertragen. Prinzipiell ist es denkbar und in der Erfindungsidee
eingeschlossen, jede Kammer 4 oder jeden Schlauch 6 mit einem eigenen Druck zu beaufschlagen.
[0029] Als weitere nicht dargestellte Option ist es denkbar und erfindungsgemäss, eine funktionale
Zwischenschicht in die Kissen 5 zu integrieren, beispielsweise zwischen die pneumatische
Struktur und den Überzug 1. Eine solche Zwischenschicht kann verschieden Funktionen
übernehmen. Beispielsweise kann als Zwischenschicht ein Polster angebracht werden.
Bei einem totalen Druckverlust kann damit die polsternde Wirkung des Kissens zumindest
behelfsmässig aufrechterhalten werden. Weiter ist es denkbar, eine luftdurchlässige
Zwischenschicht beispielsweise in der Form eines Distanzgewirkes unterhalb des Überzugs
1 anzubringen. Eine derartige Zwischenschicht erlaubt es, ein Kissen unabhängig von
der pneumatischen Struktur zu belüften und zu klimatisieren. Ebenso ist es erfindungsgemäss,
eine Zwischenschicht mit hygienischen Funktionen anzubringen. Beispielsweise können
in einer derartigen Zwischenschicht Schweiss- und Geruchsabsorbierende Mittel angeordnet
werden. Diese Zwischenschicht kann zusätzlich abnehmbar sein, damit sie leicht gereinigt
oder desinfiziert werden kann.
[0030] Wie einleitend erwähnt, werden die Kissen 5 aufgebaut aus einer pneumatischen Struktur
zusammen mit einem sie umgebenden Überzug 1. Wie der Fachmann leicht erkennt, kann
selbstverständlich auch ein Kissen 5 ohne den Überzug 1 allein aus der pneumatischen
Struktur gebildet werden.
[0031] Die Fig. 11 und 12 zeigen Draufsichten auf beispielsweise Sitzkissen 5. In den Fig.
13 bis 18 werden pneumatische Aktoren dargestellt, die dazu dienen, die erfindungsgemässen
Kissen 5 zu bewegen oder zu verformen, so dass eine weitere Adaption an individuelle
Wünsche ermöglicht wird. Alle in den Fig. 11 bis 18 dargestellten Ausführungsformen
der pneumatischen Struktur sind eine begrenzte Auswahl und dienen nur der Veranschaulichung.
Selbstverständlich kann jede der pneumatischen Strukturen mit jeder kombiniert werden.
[0032] Die in den Fig. 11 und 12 gezeigten pneumatischen Strukturen sollen verdeutlichen,
dass die Stege 3 oder die Schläuche 6 nicht nur geradlinig verlaufen, sondern auch
gebogene oder geschlossene Formen annehmen können. Die pneumatischen Kissen können
so ergonomisch optimiert werden. Beispielsweise kann so schon die Struktur des pneumatischen
Kissens für die Gewichtsbelastung einer sitzenden oder liegenden Person optimiert
sein. Selbstverständlich schliesst die Erfindungsidee auch phantasievolle Anordnungen
der Stege 3 mit ein; eine Einschränkung auf parallel oder orthogonal zueinander verlaufenden
Stege 3 ist nicht im Sinne der Erfindungsidee.
[0033] Mit den in den folgenden Fig. 13 bis 18 beschriebenen pneumatischen Aktoren können
die Kissen 5 als ganzes bewegt oder in ihrer Form verändert werden, womit eine weitere
Art der Adaption an individuelle Wünsche oder Anforderungen ermöglicht wird. Selbstverständlich
können die selben Adaptionen auch mit nicht-pneumatischen Aktoren erreicht werden.
[0034] Der in der Fig. 13 dargestellte Aktor ist mit einer Halterung 31 an einer festen
Struktur 30 angebracht. An der Halterung 31 ist eine flexible Platte 32 angeordnet,
beispielsweise mittels Schrauben 33. Die flexible Platte kann beispielsweise aus Kunststoff,
einem Metall oder einem Federstahl gefertigt sein. Zwischen der Halterung 31 und der
flexiblen Platte 32 ist eine mit Druck beaufschlagbare Blase angebracht.
[0035] Die Fig. 14 zeigt den ersten Aktor aus Fig. 13 zwischen einer ihn umfassenden pneumatischen
Struktur angeordnet. Wird die Blase 34, wie in Fig. 15 dargestellt, mit Druck beaufschlagt,
verformt sie sich und drückt das freie Ende der flexiblen Platte 32 von der Halterung
31 weg, biegt und spannt diese. Mit dieser Verformung wird die pneumatische Struktur
in der Ebene der Figur 15 etwas verbreitert. Bei Entlastung der Blase 34 nimmt die
elastische Platte wieder ihre entspannte, gerade Ausgangsform an. Der Überzug 1 kann
wie in Fig. 14 und 15 dargestellt die pneumatische Struktur zusammen mit dem ersten
Aktor umfassen. Ein Umfassen lediglich der pneumatischen Struktur ist aber ebenso
erfindungsgemäss. In weiteren Varianten können nur auf der elastischen Platte 32 ein
Kissen 5 oder ein Kissen 5 je auf einer Seite des Aktors angebracht sein.
[0036] In einer weiteren nicht dargestellten Variante kann beispielsweise die Halterung
ebenfalls zumindest teilweise aus einer flexiblen Platte 32 bestehen. Ebenfalls erfindungsgemäss
ist es, anstelle der in der Fig. 14 verwendeten flexiblen Platte 32 eine im Wesentlichen
starre Platte zu verwenden und beispielsweise mit Federn gegen die Halterung 31 zu
drücken und die Blase zwischen sich und der Halterung 31 einzuklemmen.
[0037] Im in Fig. 16 dargestellten zweiten Aktor sind zwei Platten 37 mittels eines Scharniers
38 aneinander angelenkt. Zwischen den Platten sind vorzugsweise mehrere Blasen 34
angeordnet. Die Blasen 34 werde mit Fahnen 39 in Position gehalten. Werden die Blasen
34 mit Druck beaufschlagt, dehnen sie sich aus und öffnen die Platten an deren freien
Enden. Je nach dem wo und wie der Aktor angeordnet ist, schliesst er sich bei Entlastung
der Blasen von selbst, oder beispielsweise zusätzlich angebrachte Federelemente schliessen
ihn aktiv. Mit dem zweiten Aktor sind Öffnungswinkel von 90° und mehr möglich. Er
eignet sich deshalb zum Verändern der Lage von Kissen 5 zueinander.
[0038] Die Fig. 17 und 18 zeigen einen weiteren Typ von pneumatischen Aktoren. Sie bestehen
aus einer flexiblen Grundplatte 41, welche über mehrere Rippen 42 verfügt. Durch die
Rippen 42 werden mehrere im Wesentlichen parallele Nuten gebildet. In jeder Nut ist
ein Schlauch 6 angeordnet. Die Schläuche 6 sind so bemessen, dass sie unter Druckbeaufschlagung
die Nuten ausfüllen und gegen die Rippen 42 drücken. Mit zunehmendem Druck drücken
die Schläuche 6 die Rippen 42 an ihren freien Enden auseinander, wodurch sich die
Grundplatte biegt. Werden die Schläuche vom Druck entlastet, nimmt die Grundplatte
wieder ihre Ausgangsform an. Die Ausführungsform der Fig. 17 kann auf eine Seite gebogen
werden, jene der Fig. 18 auf zwei Seiten, je nach dem, welche Schläuche mit Druck
beaufschlagt werden. An diesen Aktoren angebrachte Kissen 5 können adaptiv gebogen
werden, was beispielsweise zur Anpassung einer Stuhllehne im Lendenwirbelsäulenbereich
genutzt werden kann.
[0039] Die Fig. 19 zeigt einen aus den vorangehend beschriebenen pneumatischen Komponenten
aufgebauten Schalensitz 44 für ein Personenfahrzeug. Der Schalensitz ist aus einer
Vielzahl von pneumatischen Kissen 5 zusammengefügt. Die einzelnen Kissen 5 sind für
ihre Funktion optimiert. Einige verfügen über Aktoren, andere über adaptive Stege
3 und wieder andere über beide oder keine der adaptiven Erweiterungen. Nicht dargestellt
ist eine Grundstruktur, an welcher die einzelnen Komponenten des Schalensitzes angebracht
sind. Ebenso sind die Aktoren nicht dargestellt. Es fehlen weiter die Überzüge 1,
damit die pneumatische Struktur der einzelnen Kissen 5 sichtbar ist. Das Sitzkissen
45 des Schalensitzes 44 ist strukturell für die Belastung einer sitzenden Person optimiert.
Im Bereich des Gesässes und der Oberschenkel sind Vertiefungen angeordnet, welche
mit doppelten Stegen noch angepasst werden können. Eine Oberschenkelstütze 47 ist
am vorderen Ende des Sitzkissens 45 schwenkbar angelenkt. Mit einem Aktor wie in Fig.
16 kann die Oberschenkelstütze in eine bevorzugte Position geschwenkt werden. Links
und rechts am Sitzkissen 45 sind Beinführungskissen angebracht. Sie können mit einem
Aktor, beispielsweise der Fig. 16, seitlich an die Beine angelegt werden. Besonders
in Kurvenfahrten wird dadurch eine Person im Sitz gehalten und gestützt. Die Rückenlehne
des Schalensitzes 44 ist in mehrere Bereiche eingeteilt. Den untersten Bereich bildet
ein Lordosekissen 46. Das Lordosekissen 46 kann beispielsweise mit einem Aktor gemäss
Fig. 17, 18 oder 13 verformt und/oder geschwenkt werden. Ein Rückenkissen 50 erstreckt
sich im Wesentlichen über den Bereich der Brustwirbelsäule. Seitlich vom Rückenkissen
50 sind Seitenstützen 49 angebracht. Sie können beispielsweise, wie in den Fig. 14
und 15 veranschaulicht, gegen die Mitte der Rückenlehnen hin bewegt werden. Es wird
damit eine seitliche Führung und Stützung erreicht, welche an die Breite des Rückens
einer Person angepasst werden kann. Den oberen Teil der Rückenlehne bilden ein Schulterkissen
51 und eine Kopfstütze 52.
[0040] Wird ein solcher Sitz beispielsweise als Beifahrersitz verwendet, können weiter auch
Kissen 5 zur Stützung oder Führung der Unterschenkel und Füsse angebracht werden.
[0041] Wie das Beispiel des Schalensitzes zeigt, können die verschiedenen Ausführungsformen
der Kissen 5 in beliebiger Weise miteinander kombiniert werden. Sie können an einen
bestimmten Zweck angepasst und optimiert sein. Im Bereich des Personentransportes,
im Heim- und Sportgebrauch öffnen sich mannigfaltige Einsatzmöglichkeiten. Die Kombination
der Kissen 5 mit Aktoren erlaubt ein noch weiteres Einsatzgebiet.
[0042] Im Erfindungsgedanken eingeschlossen ist es, die oben beschriebenen pneumatischen
Strukturen und Aktoren mit einem geeigneten Leitungs- und Ventilsystem zu verbinden,
so dass die verschiedenen Komponenten mit den richtigen Drucken beaufschlagt, beziehungsweise
die Drucke in den Komponenten gesteuert und überwacht werden können.
Liste der Bezugszeichen
[0043]
- 1
- Überzug
- 2
- Hülle
- 3
- Steg
- 4
- Kammer
- 5
- Kissen
- 6
- Schlauch
- 7
- Taschen
- 8
- Verbindungsstelle
- 30
- feste Struktur
- 31
- Halterung
- 32
- elastische Platte
- 33
- Schraube
- 34
- Blase
- 37
- Platte
- 38
- Scharnier
- 39
- Fahne
- 41
- Grundplatte
- 42
- Rippe
- 44
- Schalensitz
- 45
- Sitzkissen
- 46
- Lordosenkissen
- 47
- Oberschenkelstütze
- 48
- Beinführungskissen
- 49
- Seitenstütze
- 50
- Rückenkissen
- 51
- Schulterkissen
- 52
- Kopfstütze
1. A pneumatic cushion (5), in particular a seat cushion, couch cushion, or back cushion,
built up from a pneumatic structure consisting of an airtight envelope (2) to which
compressed air can be applied, in which webs (3) run between the upper and lower faces,
and chambers (4) are formed, wherein
- the pneumatic structure is enclosed by a covering (1), such that the covering (1)
is tensioned by the envelope (2) to which a pressure p1 is applied,
characterised in that,
at least one part of the webs (3) and/or at least one part of the envelope (2) of
the pneumatic structure is double-walled, so that at least one intermediate space
arises, which under the application of a pressure
p2, where
p2 > p1, deforms and shortens the double-walled web (3) and/or the double-walled envelope
(2).
2. The pneumatic cushion (5) in accordance with patent claim 1,
characterised in that,
at least one horizontal web (3) is present in the pneumatic structure, so that at
least two layers of chambers (4) are formed.
3. The pneumatic cushion (5) in accordance with patent claim 1,
characterised in that,
- the pneumatic structure also consists of gas-tight sleeves (6), of which at least
one is arranged in each chamber (4).
4. The pneumatic cushion (5) in accordance with patent claim 3,
characterised in that,
at least one horizontal web (3) is present in the pneumatic structure, so that at
least two layers of chambers (4) are formed.