[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von rekombinantem
Erythropoietin, welches einen besonders hohen Reinheitsgrad (≥ 98 %) aufweist. Das
Verfahren umfasst mindestens 5 chromatographische Reinigungsschritte, nämlich mindestens
zwei Anionenaustausch-Chromatographien, mindestens eine hydrophobe Interaktionschromatographie,
mindestens eine Affinitätschromatographie und mindestens eine Hydroxyapatit-Chromatographie.
In bevorzugten Ausführungsformen verzichtet das Verfahren auf jegliche Ausschlusschromatographie
und jegliche Reversed-Phase-Chromatographie. Insbesondere betrifft die Erfindung ein
Verfahren, welches die folgenden chromatographischen Reinigungsschritte in der angegebenen
Reihenfolge umfasst: i) eine erste Anionenaustausch-Chromatographie, ii) eine Affinitätschromatographie,
bei der es sich vorzugsweise um eine Farbstoffaffinitätschromatographie handelt, iii)
eine hydrophobe Interaktionschromatographie, eine iv) eine Hydroxyapatit-Chromatographie
und v) eine zweite Anionenaustausch-Chromatographie.
[0002] Erythropoietin, kurz EPO genannt, ist ein Glykoprotein, das die Bildung von Erythrocyten
im Knochenmark anregt. EPO wird hauptsächlich in den Nieren gebildet und gelangt von
dort aus über den Blutkreislauf zu seinem Zielort. Bei Niereninsuffizienz produzieren
die geschädigten Nieren zu wenig oder überhaupt kein EPO, was zur Folge hat, dass
aus den Stammzellen des Knochenmarks zu wenig Erythrocyten hervorgehen. Diese renale
Anämie kann durch Verabreichung von EPO in physiologischen Mengen, die die Bildung
von Erythrocyten im Knochenmark stimulieren, behandelt werden. Das zur Verabreichung
verwendete EPO kann entweder aus Humanurin gewonnen oder durch gentechnologische Methoden
erzeugt werden. Da EPO im menschlichen Körper nur in geringen Spuren enthalten ist,
ist die Isolierung von EPO aus der natürlichen Quelle für therapeutische Anwendungen
praktisch unmöglich. Daher bieten gentechnische Methoden die einzige wirtschaftliche
Möglichkeit, diesen Stoff in größeren Mengen zu produzieren.
[0003] Die rekombinante Herstellung von Erythropoietin ist seit der Identifizierung des
humanen Erythropoietin-Gens im Jahr 1984 möglich. Seit Anfang der 90er Jahre sind
verschiedene Arzneimittel entwickelt worden, die humanes Erythropoietin enthalten,
das auf gentechnologischem Weg in eukaryontischen Zellen, vor allem in CHO-Zellen
(Chinese Hamster Ovary) produziert wurde. Die Herstellung von rekombinantem humanen
Erythropoietin ist beispielsweise beschrieben in
EP-A-0 148 605 und
EP-A-205 564.
[0004] Die rekombinante Herstellung von Erythropoietin erfolgt üblicherweise in CHO-Wirtszellen.
Während diese früher in Kulturmedium kultiviert wurden, dem fötales Kälberserum und
manchmal auch Rinderinsulin zugesetzt war, findet die Kultivierung heutzutage regelmäßig
in serum- und proteinfreiem Medium statt. Auf diese Weise wird das Risiko von Kontaminationen
mit bovinen Proteinen, bovinen Viren, boviner DNA oder anderen unerwünschten Substanzen,
die aus den früher eingesetzten Zusätzen stammen, bereits durch die Kultivierung reduziert
werden. Für die Kultivierung von eukaryontischen Zellen geeignete, serum- und proteinfreie
Medien werden von verschiedenen Anbietern angeboten, z.B. das Medium MAM-PF2, vertrieben
von u.a. Bioconcept, Allschwil, Schweiz, oder die Medien DMEM und DMEM/F12 angeboten
z.B. von Invitrogen/Gibco, Eggenstein, Deutschland.
[0005] Auch verschiedene chromatographische Reinigungsverfahren für Erythropoietin sind
bereits im Stand der Technik beschrieben worden.
EP-A-0 228 452 beschreibt ein Verfahren zur Aufreinigung von biologisch aktivem Erythropoietin aus
einer Flüssigkeit, umfassend die chromatographischen Schritte Anionenaustausch-Chromatographie
und Reversed-Phase-Chromatographie.
[0006] In
EP-A-0 267 678 wird die Aufreinigung eines in serumfreier Kultur hergestellten Erythropoietins beschrieben,
wobei aufeinander folgend eine Dialyse, eine Ionenaustausch-Chromatographie, eine
präparative Reversed-Phase-HPLC und eine Gelfiltrationschromatographie durchgeführt
werden. Dabei kann der Gelfiltrationschromatographieschritt durch eine Ionenaustauschchromatographie
ersetzt werden. Ebenso wird vorgeschlagen, vor der (ersten) Ionenaustauschchromatographie
eine Farbstoffaffinitätschromatographie an einer Blue Trisacryl-Säule durchzuführen.
[0007] In
EP-A-0 830 376 ist ein Verfahren zur Reinigung von Erythropoietin beschrieben, bei dem EPO aus dem
Kulturüberstand im ersten Schritt der chromatographischen Aufreinigung einer Farbstoffaffinitätschromatographie
unterzogen wird. Im zweiten Schritt folgt eine Chromatographie an einem hydrophobisierten
Träger, gefolgt von einer Hydroxyapatit-Chromatographie. Hieran schließt sich dann
eine Reversed-Phase-HPLC an, gefolgt von einer Anionenaustausch-Chromatographie als
letztem Chromatographieschritt.
[0008] EP-A-1 127 063 beschreibt ein Aufreinigungsverfahren für Erythropoietin, das folgende Schritte umfasst:
differentielle Präzipitation, hydrophobe Interaktionschromatographie, Diafiltration,
Anionenaustausch-Chromatographie, Kationenaustausch-Chromatographie und Size-Exclusion-Chromatographie.
Die einzelnen Reinigungsschritte werden in
EP-A-1 127 063 in der genannten Reihenfolge durchgeführt. In einer Variante des Verfahrens umfasst
die Reinigung die folgenden Schritte: differentielle Präzipitation, hydrophobe Interaktionschromatographie,
Diafiltration, Anionenaustausch-Chromatographie, Kationenaustausch-Chromatographie,
eine weitere Diafiltration und Size-Exclusion-Chromatographie. In jedem Fall sieht
das Verfahren im ersten Schritt eine Präzipitation, gefolgt von einer Zentrifugation
vor. Ebenso ist eine Gelfiltration zum Abschluss der chromatographischen Reinigung
zwingend vorgesehen.
[0009] Die internationale Anmeldung
WO-A-03/045996 beschreibt ein Reinigungsverfahren für EPO, umfassend eine Anionenaustausch-Chromatographie,
gefolgt von einer Reversed-Phase-Chromatographie und einer weiteren Anionenaustausch-Chromatographie.
An die zweite Anionenaustausch-Chromatographie schließt sich eine Size-Exclusion-Chromatographie
unter Einsatz eines Gelfiltrationsmediums an.
[0010] Die Reinigung von Erythropoietin ist auch Gegenstand von
EP-A-0 428 267. Hier wird eine Chromatographie an einer Q Sepharose-Säule durchgeführt, teilweise
gefolgt von Reversed-Phase-Chromatographie und Gelfiltration.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Aufreinigungsverfahren für Erythropoietin
aufzuzeigen, das auf kostenintensive Chromatographieschritte möglichst ebenso verzichtet
wie auf aufwendige Schritte, die zudem den Einsatz unerwünschter Reagenzien erforderlich
machen können. Das mit dem erfindungsgemäßen Reinigungsverfahren erhaltene Erythropoietin
soll den von den Zulassungsbehörden bzw. den in der Europäischen Pharmacopoeia definierten
Reinheitskriterien entsprechen. Insbesondere soll der Gehalt von Proteinen, die aus
der Wirtszelle stammen (Wirtszellprotein), unter 100 ppm liegen. Auch soll der Gehalt
an DNA aus der Wirtszelle unter 100 pg/mg Erythropoietin liegen. Schließlich soll
das durch die Reinigung erhaltene Erythropoietin hinsichtlich seiner Isoformen-Zusammensetzung
dem in der Europäischen Pharmacopoeia (Ph. Eur.; 01/2002:1316) definierten Standard
entsprechen.
[0012] Auch soll das Verfahren möglichst ohne eine Reversed-Phase-Chromatographie, wie z.B.
eine RP-HPLC auskommen. Bei dieser Art von Chromatographie werden üblicherweise Reagenzien
wie Acetonitril eingesetzt, die anschließend schwierig von dem Protein zu entfernen
sind und für Menschen schädlich sein könnten. Ein anderer Nachteil der RP-HPLC ist,
dass häufig kostenintensive organische Lösungsmittel eingesetzt werden, die die Reinigungskosten
erhöhen, außerdem sind organische Lösungsmittel im Hinblick auf Umweltschäden bedenklich
und auch in der Handhabung schwierig und gefährlich. Insgesamt sind die bei der Reversed-Phase-Chromatographie
verwendeten Mittel häufig unerwünscht.
[0013] Es ist ersichtlich, dass an das aus der Reinigung erhaltene Erythropoietin-Produkt
hohe Maßstäbe gerichtet werden hinsichtlich Reinheit und Glykosylierungsmuster. Diese
hohen Anforderungen können nur durch ein speziell auf Erythropoietin ausgerichtetes
Reinigungsverfahren erfüllt werden, das das Ergebnis umfangreicher Studien und Analysen
ist.
[0014] Diese und weitere Aufgaben werden durch das in Anspruch 1 angegebene Reinigungsverfahren
gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Patentansprüchen beschrieben.
[0015] Die Erfindung betrifft somit ein Verfahren zur Aufreinigung von Erythropoietin aus
einer Lösung, insbesondere einem Kulturüberstand, wobei die folgenden Schritte a)
bis c) in der angegebenen Reihenfolge durchgeführt werden: im Schritt a) eine erste
Anionenaustausch-Chromatographie, im Schritt b) eine Affinitätschromatographie, eine
hydrophobe Interaktionschromatographie und eine Hydroxyapatitchromatographie, in der
angegebenen Reihenfolge und im Schritt c) eine zweite Anionenaustausch-Chromatographie.
[0016] Das erfindungsgemäße Reinigungsverfahren macht somit von mindestens vier verschiedenen
chromatographischen Trennmethoden Gebrauch, nämlich (i) der des Ionenaustausches auf
der Grundlage der kompetitiven Wechselwirkung geladener Ionen, (ii) der hydrophoben
Interaktion, die sich dadurch auszeichnet, dass die unpolaren Oberflächenregionen
eines Proteins bei hohen Salzkonzentrationen an die schwach hydrophoben Liganden einer
stationären Phase adsorbieren, (iii) der Affinität, die auf der spezifischen und reversiblen
Adsorption eines Moleküls an einen individuellen, matrixgebundenen Bindungspartner
beruht, und (iv) der Hydroxyapatit-Chromatographie, die auf dem Einsatz von anorganischen
Hydroxyapatitkristallen basiert.
[0017] Diese genannten Chromatographieprinzipien werden auch in Fachkreisen entsprechend
unterschieden (siehe z.B.
Bioanalytik, F. Lottspeich, H. Zorbas (Hrsg.), Heidelberg, Berlin, Spektrum Akad.
Verlag 1998). Trotzdem sei betont, dass es sich bei der in Schritt b) zwingend vorgesehenen Affinitätschromatographie
nicht um eine Hydroxyapatit-Chromatographie handelt. Vielmehr umfasst Schritt b) sowohl
eine Affinitätschromatographie als auch eine Hydroxyapatit-Chromatographie.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das EPO-Reinigungsverfahren eine erste
Anionenaustausch-Chromatographie, eine Affinitätschromatographie, eine hydrophobe
Interaktionschromatographie, eine Hydroxyapatitchromatographie und eine zweite Anionenaustausch-Chromatographie,
in der genannten Reihenfolge.
[0019] Bei der Affinitätschromatographie handelt es sich bevorzugt um eine Farbstoffaffinitätschromatographie.
[0020] Die zweite Anionenaustausch-Chromatographie erfolgt in einer bevorzugten Ausführungsform
unter Durchführung eines sauren Waschschritts, mit dem die basischen Isoformen des
Erythropoietins durch eine deutliche pH-Absenkung eluiert und somit vom Endprodukt
abgetrennt werden. "Saurer Waschschritt" bedeutet dabei, dass der pH-Wert des Waschpuffers
deutlich im saueren Bereich, vorzugsweise zwischen 2,0 und 5,5, besonders bevorzugt
zwischen 3,0 und 4,5 und am meisten bevorzugt bei etwa 4,0 liegt. Als Puffer eignet
sich vor allem ein Natriumacetat-Puffer. Dieser Chromatographieschritt ist demnach
besonders wichtig im Hinblick auf das Glykosylierungsmuster des EPO-Endprodukts.
[0021] Die Kultivierung der Erythropoietin-produzierenden Wirtszellen erfolgt in einem Kulturmedium,
das proteinfrei und frei von tierischen Komponenten ist.
[0022] In bevorzugten Ausführungsformen findet in keinem Stadium der EPO-Aufreinigung eine
Reversed-Phase-Chromatographie statt. Auch eine Gelfiltration wird möglichst vermieden.
[0023] Es wurde gefunden, dass das mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltene Erythropoietin
einen Wirtszellproteingehalt von < 100 ppm und einen Wirtszell-DNA-Gehalt von < 100
pg/mg aufweist. Besonders die unzureichende Abreicherung von Wirtszellprotein ist
ein häufiges Problem bei Reinigungsverfahren des Standes der Technik. Das erfindungsgemäße
Verfahren bietet hier besondere Vorteile, da eine zuverlässige Abreicherung unter
100 ppm erreicht wird.
[0024] Das mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltene Erythropoietin hat eine Reinheit
von mindestens 95%, vorzugsweise mindestens 98% und besonders bevorzugt von mindestens
99%, wobei die Reinheit mittels analytischer RP-HPLC bestimmt wird. Die hierzu durchgeführte
RP-HPLC dient aber nur Analysezwecken, im Rahmen der Aufreinigung wird möglichst keine
RP-HPLC durchgeführt.
[0025] Die Aktivität des Proteins sollte mindestens 100.000 IE/mg betragen, vorzugsweise
mindestens 110.000 IE/mg und besonders bevorzugt mindestens 120.000 IE/mg (siehe auch
Europäische Pharmacopoeia 01/2002:1316).
[0026] Die Erfindung beschreibt auch pharmazeutische Zubereitungen, die das erfindungsgemäß
aufgereinigte Erythropoietin enthalten. EPO wird üblicherweise in flüssiger Form formuliert
und wird als solche intravenös oder subkutan injiziert. Geeignete Hilfsstoffe in Flüssigformulierungen
von EPO sind z.B. Puffer wie z.B. Phosphatpuffer, Salze wie beispielsweise Natriumchlorid,
Stabilisatoren für EPO wie z.B. Aminosäuren, Zucker und Zuckeralkohole, sowie Tenside,
wie z.B. Polysorbat 20/80. Beispiele für Formulierungen sind beschrieben in
EP-A-0 306 824,
EP-A-0 607 156 und
EP-A-0 909 564, siehe auch Handelsprodukte NeoRecormon
®, Erypo
® in ROTE LISTE 2004.
[0027] Das erfindungsgemäß aufgereinigte Erythropoietin ist bevorzugt rekombinantes humanes
Erythropoietin, hergestellt in eukaryontischen Zellen. Bevorzugt wird das rekombinante
Erythropoietin in Säugerzellen, besonders bevorzugt in CHO-Zellen hergestellt, wie
z.B. beschrieben in
EP-A-0 205 564 und
EP-A-0 148 605. Die Fermentation erfolgt nach herkömmlichen Protokollen in kommerziell erhältlichen
Kulturmedien.
[0028] Unter "Erythropoietin" wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung jedes Protein verstanden,
das in der Lage ist, die Erythrocyten-Bildung im Knochenmark zu stimulieren und gemäß
dem in der Europäischen Pharmacopoeia (Ph. Eur.; 01/2002:1316) beschriebenen Assay
eindeutig als Erythropoietin identifiziert werden kann (Bestimmung der Aktivität in
polycythämischen oder normocythämischen Mäusen). Bei dem Erythropoietin kann es sich
um das wildtypische humane Eythropoietin oder um eine Variante davon mit einem oder
mehreren Aminosäureaustauschen, -deletionen oder -additionen handeln. Ebenso kann
es sich bei dem in der erfindungsgemäßen Formulierung enthaltenen Erythropoietin um
ein Konjugat handeln, in dem das Protein z.B. in konjugierter Form mit Polymeren,
wie z.B. Polyalkylenglykolen vorliegt, sog. PEGyliertes Erythropoietin.
[0029] Unter "Reinigung von Erythropoietin" oder "Anreicherung von Erythropoietin" wird
vorliegend verstanden, dass das Protein Erythropoietin aus einem Gemisch in sehr reiner
Form erhalten wird, das in dem Gemisch enthaltene Erythropoietin wird also angereichert,
bis im Wesentlichen neben Erythropoietin keine weiteren Proteine mehr enthalten sind.
[0030] Die in dem erfindungsgemäßen Verfahren genutzten chromatographischen Prinzipien sind
dem Fachmann geläufig, jedenfalls in gängigen Manuals oder Protokollen der Anbieter
von Chromatographie-Matrices ausführlich beschrieben. Geeignete Matrices und Hintergrundinformationen
sowie Anleitungen zur Durchführung der verschiedenen Chromatographien finden sich
z.B. im Produktkatalog und den Produktinformationen von Amersham Biosciences (siehe
auch
www.amershambiosciences.com) oder auch im Produktkatalog von Bio-Rad (siehe auch
www.bio-rad.com).
[0031] Die Anionenaustausch-Chromatographien können mit herkömmlichen, kommerziell erhältlichen
Anionaustausch-Harzen oder Membranen durchgeführt werden. Typische Anionenaustausch-Harze,
die eingesetzt werden können, umfassen funktionelle Gruppen wie Diethylaminoethyl
(DEAE), hier sind zu nennen DEAE-Sepharose (Amersham Biosciences), Macroprep DEAE
(Bio-Rad), Fractorgel EMD DEAE (Merck); quartäres Aminoethyl (QAE), hier ist zu nennen,
Toyopearl QAE (Toyo Biosep); quartäres Ammonium, hier sind zu nennen Q-Sepharose XL
(Amersham Biosciences), Q-Sepharose FF (Amersham Biosciences), Resource Q (Amersham
Biosciences), Source 30 Q (Amersham Biosciences), Macro Prep High Q (Bio-Rad), Toyopearl
Super Q (Toyo Biosep); Dimethylaminoethyl (DMAE), hier ist zu nennen Fractogel EMD
DMAE (Merck); Trimethylaminoethyl (TMAE), hier ist zu nennen Fractogel EMD TMAE (Merck);
Sartobind Membraneadsorber (MA) Q100 (Sartorius).
[0032] Bevorzugte Anionenaustauscher sind Harze mit quartären oder tertiären Ammoniumliganden.
So wird z.B. in einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
in der ersten und zweiten Anionenaustausch-Chromatographie jeweils Q Sepharose XL
oder Source 30 Q (beide erhältlich von Amersham Biosciences) eingesetzt. Besonders
bevorzugt wird in der ersten Anionenaustausch-Chromatographie Q Sepharose XL und in
der zweiten Anionenaustausch-Chromatographie Source 30 Q verwendet.
[0033] Die Affinitätschromatographie kann ebenfalls mit herkömmlichen, kommerziell erhältlichen
Harzen durchgeführt werden. Zu nennen sind hier beispielhaft Dye-Sepharose, Heparin-Sepharose,
HiTrap Blue HP-Säulen (Cibacron Blue F3G-A), Blue Sepharose (Cibacron Blue F3G-A),
Peptid-Ligand-Affinitätsharze, Antikörper-Affinitätsharze, Lectin-Affinitätsharze,
Affinitätschromatographie an immobilisierter DNA bzw. immobilisierten Nukleotiden
und an gruppenspezifischen Adsorptionsmitteln wie z.B. an Agarose-gekoppelter Gelantine.
[0034] Bevorzugt handelt es sich um eine Farbstoffaffinitätschromatographie, insbesondere
unter Einsatz von Blue Sepharose (z.B. Blue Sepharose 6 Fast Flow von Amersham Biosciences).
Aber auch andere Farbstoffaffinitätsmatrices sind geeignet, wie z.B. das Produkt DyeMatrex
von der Firma Millipore.
[0035] Auch die hydrophobe Interaktionschromatographie kann mit üblichen Matrices durchgeführt
werden. Geeignet sind Matrices wie Butyl-, Phenyl-, Propyl- oder Octyl-Sepharose (Amersham
Biosciences), Macro-Prep Methyl oder t-Butyl (Bio-Rad) und Fractogel EMD mit Propyl-
oder Phenyl-Liganden (Merck). Bevorzugt handelt es sich um Butyl Sepharose (z.B. Butyl
Sepharose 4 Fast Flow von Amersham Biosciences).
[0036] Für die Hydroxyapatit-Chromatographie können übliche Hydroxyapaptit-Materialien eingesetzt
werden. Bei Hydroxyapatit handelt es sich um eine Form von Calciumphosphat. Bevorzugt
wird CHT keramisches Hydroxyapatit (Bio-Rad) eingesetzt, besonders bevorzugt CHT keramisches
Hydroxyapatit Typ I (Bio-Rad).
[0037] Das Isoformenmuster des EPO-Endprodukts, also erhalten mittels des erfindungsgemäßen
Verfahrens und bestimmt nach der zweiten Anionenaustausch-Chromatographie, ist vergleichbar
mit dem BRP-EPO-Standard (siehe Europäische Pharmacopoeia 01/2002:1316).
[0038] Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung erläutern, ohne sie einzuschränken.
Beispiele:
[0039] EPO wird in CHO-Zellen hergestellt. Die Fermentation erfolgt nach Standardprotokollen,
wie sie in der Patent- und wissenschaftlichen Literatur für eukaryontische, insbesondere
CHO-Zellen beschrieben sind. Die Kultivierung erfolgt in Kulturmedium, das proteinfrei
und frei von tierischen Komponenten ist (z.B. MAM-PF2, erhältlich von Bioconcept,
Allschwil, Schweiz, nach den Empfehlungen des Anbieters). Die Ernte findet nach einer
maximal sieben Tage dauernden Produktionsphase statt. Dabei werden die Zellen durch
einen Tiefenfilter und anschließende 0,2 µm-Filtration abgetrennt. Die Zellen können
alternativ durch Abzentrifugieren entfernt werden. Das zellfreie Filtrat wird anschließend
mittels Ultrafiltration um ca. den Faktor 10 aufkonzentriert und gegen Phosphatpuffer
diafiltriert. Die Diafiltration dient zur Reduzierung der Leitfähigkeit unter 5 mS/cm,
um die Proteinlösung für den ersten chromatographischen Schritt, den sog. Capture-Schritt,
vorzubereiten.
Übersicht Aufreinigungsverfahren
1. Chromatographie-Schritt (Capture, IEX 1)
[0040] Als "Capture"-Schritt wird eine Ionenaustauschchromatographie (IEX) an Q Sepharose
XL durchgeführt. In diesem ersten Reinigungsschritt wird der Wirkstoff Erythropoietin
aufkonzentriert. Außerdem dient dieser Schritt der Überführung des Wirkstoffs in eine
stabilere Lagerform.
[0041] Das Waschen erfolgt mit 20 mM Na-Phosphat, pH 7,5, die Elution mit 0,3 M Natriumchlorid
bei pH 7,5. Im Anschluss an die Anionenaustausch-Chromatographie kann eine 0,2 µm-Filtration
durchgeführt werden.
2. Chromatographie-Schritt (Affinität)
[0042] Im nächsten Schritt erfolgt eine Affinitätschromatographie an Blue Sepharose 6 FF
(bezogen von Amersham Biosciences). Nach Austausch des Puffers auf der Säule und einem
zusätzlichen Waschschritt erfolgt die Elution in 1 M Natriumchlorid. Das Eluat wird
für die anschließende hydrophobe Interaktionschromatographie mit salzhaltigem Puffer
und Isopropanol versetzt.
3. Chromatographie-Schritt (HIC)
[0043] Das mit salzhaltigem Puffer und Isopropanol versetzte Eluat wird im nächsten Schritt
auf eine hydrophobe Interaktionschromatographie-Säule (HIC; Butyl Sepharose 4 FF,
bezogen von Amersham Biosciences) aufgetragen. Nach einem Waschschritt (2 M Natriumchlorid
in 10% Isopropanol) erfolgt die Elution des Wirkstoffs mit 0,75 M Natriumchlorid in
23% Isopropanol (v/v).
4. Chromatographie-Schritt (Hydroxyapatit)
[0044] Das Eluat aus der hydrophoben Interaktionschromatographie wird anschließend einer
Hydroxyapatit-Chromatographie (CHT-I Ceramic Hydroxyapatite, bezogen von Bio-Rad)
unterzogen. Vorher kann es verdünnt werden. Vorzugsweise erfolgt das Verdünnen, indem
das Eluat der HIC-Säule direkt in Tris-Puffer (20 mM Tris/HCl, 5 mM CaCl
2, pH 6,9) eingebracht wird. Die finale Isopropanolkonzentration beträgt nach der Verdünnung
vorzugsweise etwa 9%. Diese Lösung wird dann direkt auf die Hydroxyapatit-Säule aufgetragen.
[0045] Nach Waschen mit 10 mM Kaliumphosphat-Puffer erfolgt die Elution des Erythropoietins.
Der pH-Wert des Eluats wird mit HCl auf pH 7,4 eingestellt.
5. Chromatographie-Schritt (IEX 2)
[0046] Für den nachfolgenden und vorzugsweise letzten chromatographischen Schritt wird die
EPO-haltige Lösung auf eine Ionenaustausch-Matrix (Source 30 Q, bezogen von Amersham
Biosciences) geladen. Dieser Chromatographieschritt beinhaltet einen sauren Waschschritt
mit Natriumacetat (pH 4,0), um basische Isoformen des Wirkstoffs abzureichern. Nach
Einstellen des pH-Wertes durch einen weiteren Waschschritt auf pH 7,4 erfolgt die
Elution des Erythropoietins mit 200 mM Natriumchlorid.
[0047] Anschließend kann wiederum eine 0,2 µm-Filtration im Rahmen der Virusfiltration durchgeführt
werden. Die Wirkstofflösung wird als Bulk bezeichnet und kann mittels flüssigem Stickstoff
schockgefroren und dann bei -80°C eingelagert werden.
[0048] Das erhaltene Erythropoietin kann in Form einer Flüssigformulierung zusammen mit
üblichen pharmazeutisch annehmbaren Hilfsstoffen formuliert werden.
Die einzelnen Chromatographie-Schritte im Detail
1. Erste Anionenaustausch-Chromatographie (Capture-Schritt)
[0049] Die Equilibrierung der Q Sepharose XL-Matrix (0,6 L ± 0,05 L) erfolgt mit 20 mM Na-Phosphat,
pH 7,5 (bis hinter der Säule der pH-Wert 7,5 ± 0,3 und die Leitfähigkeit < 5 mS/cm
beträgt). Dann erfolgt der Probenauftrag. Anschließend wird die Säule mit dem Equilibrierungspuffer,
also 20 mM Na-Phosphat, pH 7,5, gewaschen. Für die anschließende Elution wird 20 mM
Na-Phosphat, 300 mM NaCl, pH 7,5 verwendet.
[0050] Auf einen sauren Waschschritt wird im Rahmen des Capture-Schritts in der Regel verzichtet.
[0051] Die Reinheit des eluierten Erythropoietins beträgt > 65 %, gemessen mit RP-HPLC.
[0052] Im Anschluss an den Capture-Schritt kann eine 0,2 µm-Filtration erfolgen. Bevorzugt
wird das Eluat direkt während der Elution mit Natriumchlorid durch einen 0,2 µm-Filter
gepumpt.
2. Blue Sepharose-Affinitätschromatographie
[0053] Die Equilibrierung der Säule erfolgt mit 20 mM Na-Phosphat, 0,1 M NaCl, pH 7,5. Anschließend
wird die aus dem Capture-Schritt erhaltene Probe auf die Säule aufgetragen, wobei
diese vorher zur Vorbereitung auf die Affinitätschromatographie mit 20 mM Na-Phosphat,
pH 7,5 verdünnt werden kann.
[0054] Anschließend wird einmal gewaschen mit 20 mM Tris-HCl, 0,1 M NaCl, pH 7,5. Der zweite
Waschschritt erfolgt mit 20 mM Tris/HCl, 5 mM CaCl
2, 0,1 M NaCl, pH 7,5. Die Elution erfolgt mit 100 mM Tris/HCl, 5 mM CaCl
2, 1 M NaCl, pH 7,5.
[0055] Die Blue Sepharose-Affinitätschromatographie dient u.a. der Abreicherung von Wirtszellprotein.
Der Gehalt an Wirtszellprotein wird üblicherweise mittels ELISA bestimmt. Diese und
andere Strategien zur Wirtszellprotein-Analyse können z.B. in
Hoffman K. (2000) Biopharm, Vol. 13, Nr. 6, pp 38-45 nachgelesen werden.
[0056] Die Ausbeute von Erythropoietin, gemessen mit RP-HPLC, beträgt nach der Blue Sepharose-Affinitätschromatographie
mindestens 65%, bevorzugt mindestens 70%. Die Reinheit, ebenfalls mit RP-HPLC gemessen,
beträgt mindestens 90%, vorzugsweise mindestens 95%.
3. Hydrophobe Interaktionschromatographie (HIC)
[0057] Die hydrophobe Interaktionschromatographie wird mit Butyl Sepharose 4 FF als Matrix
durchgeführt. Diese Matrix ist physikalisch stabil und erlaubt hohe Fließgeschwindigkeiten.
[0058] Die zur Bindung von EPO nötige Salzkonzentration (2 M NaCl) wird durch das Mischen
des Eluats der Blue Sepharose 6 FF mit 4 M NaCl-haltigem Puffer eingestellt. Zusätzlich
wird die Probe auf 10% Isopropanol (v/v) eingestellt.
[0059] Die Leitfähigkeit der für die Beladung der HIC-Säule vorgesehenen Probe sollte nach
Möglichkeit zwischen 95 und 110 mS/cm liegen. Die Leitfähigkeit des Equilibrierungspuffer
sollte ebenfalls in diesem Bereich liegen.
[0060] Die HIC-Säule wird mit 20 mM Tris/HCl, 2 M NaCl, 10% Isopropanol, pH 7,5 equilibriert.
Nach dem Probenauftrag erfolgt das Waschen mit dem Equilibrierungspuffer. Die Elution
erfolgt mit folgendem Elutionspuffer: 20 mM Tris/HCl, 5 mM CaCl
2, 0,75 M NaCl, 23% (v/v) Isopropanol, pH 6,9. Das Elutionsvolumen beträgt 1 Säulenvolumen.
[0061] Es hat sich gezeigt, dass im Rahmen des hier im Detail dargestellten Aufreinigungsprozesses
eine Isopropanol-Konzentration von 23 % (v/v) im Elutionspuffer zu einer optimalen
EPO-Elution bei gleichzeitig minimierten Verlusten führt.
[0062] Um eine Präzipitieren des EPO durch langes Einwirken von Isopropanol (23 %, v/v)
zu vermeiden, wird während der Elution das Eluat direkt in Tris-Puffer eingebracht.
Die Isopropanolkonzentration des verdünnten Eluats beträgt schließlich 9 % (v/v).
[0063] Die Ausbeute an Erythropoietin nach diesem Chromatographieschritt beträgt mindestens
65%, bevorzugt mindestens 70%, besonders bevorzugt mindestens 80%. Die Reinheit beträgt
mindestens 92%, bevorzugt mindestens 95%.
4. Hydroxyapatit-Chromatographie
[0064] Das Eluat der Butyl Sepharose 4 FF-Chromatographie kann ohne weitere Konditionierung
auf die Hydroxyapatit-Säule (HAP) geladen werden. Aus den Elutionsbedingungen der
hydrophoben Interaktionschromatographie ergibt sich dadurch für das Equilibrieren
der Säule ein Isopropanol-haltiger Tris-Equilibrierungspuffer. Nach dem Beladen der
Säule wird das Isopropanol durch einen Waschschritt entfernt.
[0065] Die für den Hydroxyapatit-Chromatographieschritt eingesetzten Puffer sind wie folgt:
Equilibrierungspuffer: 20 mM Tris/HCl, 5 mM CaCl2, 0,25 M NaCl, 9% Isopropanol, pH 6,9.
[0066] Der erste Waschschritt erfolgt mit dem Equilibrierungspuffer, der zweite Waschschritt
mit: 10 mM Tris/HCl, 5 mM CaCl
2, pH 6,8. Der Elutionspuffer ist wie folgt:
10 mM Tris/HCl, 0,5 mM CaCl2, 10 mM K2HPO4, pH 6,8.
[0067] Die Ausbeute des Hydroxyapatit-Chromatographieschritts beträgt mindestens 65%, vorzugsweise
mindestens 70%. Die Reinheit des erhaltenen EPO beträgt mindestens 97%, vorzugsweise
mindestens 98%.
[0068] Insgesamt dient die Chromatographie mittels Hydroxyapatit zur Entfernung des Isopropanols
aus dem hydrophoben Interaktionschromatographieschritt. Die Elution des EPO von der
Hydroxyapaptit-Säule kann vorzugsweise durch eine Stufenelution (0 auf 10 mM Kaliumphosphat)
erfolgen. Aber auch ein linearer Gradient (bspw. von 0 auf 40 mM Kaliumphosphat) kann
eingesetzt werden.
[0069] Im Anschluss an die Hydroxyapatitchromatographie wird in einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Virusfiltration durchgeführt. Diese Virusfiltration
kann beispielsweise mit einem Planova 15N-Filter der Asahi Kasei-Gruppe durchgeführt
werden. Die Filtermembran besitzt eine Porengröße von 15 nm und stellt auch die Abreicherung
von Polioviren und Parvoviren sicher.
5. Zweite Ionenaustauschchromatographie
[0070] Als letzter Aufreinigungsschritt wird eine Ionenaustauschchromatographie mittels
Source 30 Q durchgeführt. Der Schritt ist vor allem durch einen sauren Waschschritt
gekennzeichnet, mit dem die basischen Isoformen des Erythropoietins durch eine pH-Absenkung
eluiert und somit vom Endprodukt abgetrennt werden. Dieser Chromatographieschritt
ist demnach besonders wichtig im Hinblick auf das Glykosylierungsmuster des EPO-Endprodukts.
[0071] Als Puffersystem für den zweiten Ionenaustauschschritt zur Reinigung von Erythropoietin
wird ein Phosphatpuffer verwendet. Nach dem Laden der Probe und einem ersten Waschschritt
wird ein "saurer" Waschschritt durchgeführt. Unter diesen Bedingungen eluieren basische
Isoformen des Erythropoietins.
[0072] Die Equilibrierung und der erste Waschschritt erfolgen mit 10 mM Na-Phosphat, pH
7,4. Der saure Waschschritt erfolgt mit einem Waschpuffer mit einem Natriumacetat-Gehalt
von 20 mM und einem pH-Wert von 4,0. Das Waschvolumen des sauren Waschschrittes beträgt
2 Säulenvolumen.
[0073] Anschließend wird in der Regel noch einmal mit einem Phosphatpuffer gewaschen, wodurch
der pH-Wert auf 7,4 erhöht wird. Die Elution erfolgt mit einem Stufengradienten von
0 auf 0,2 M NaCl. Aber auch ein linearer Gradient, z.B. von 0 auf 0,5 M NaCl ist geeignet.
[0074] Der Elutionspuffer hat die Zusammensetzung: 20 mM Na-Phosphat, 0,2 M NaCl, pH 7,4.
Die Elution erfolgt über 1,5 Säulenvolumen.
[0075] Die Ausbeute beträgt mindestens 65%, vorzugsweise mindestens 70% und besonders bevorzugt
mindestens 75%. Die Reinheit beträgt mindestens 98%, vorzugsweise mindestens 99%.
[0076] Das schließlich erhaltene EPO-Produkt hat eine biologische Aktivität von ≥ 100.000
IU/mg im Bio-Assay, einen DNA-Gehalt von < 100 pg/mg Protein, eine EPO-Reinheit von
≥ 98 %, einen Wirtszellgehalt (HCP, host cell protein) von < 100 ppm und ein Isoformenmuster
(in der CZE), das die Anforderungen der Europäischen Pharmacopoeia erfüllt.
[0077] Sämtliche Säulenchromatographien werden im Übrigen nach den Empfehlungen und Protokollen
der Anbieter der Matrices bzw. der Säulen durchgeführt (z.B. bezüglich der Fließgeschwindigkeiten,
der zum Waschen bzw, für die Elution eingesetzten Säulenvolumina, der Durchmesser
und Betthöhen der Säulen etc.).
1. Verfahren zur Anreicherung von Erythropoietin, hergestellt durch Kultivierung von
eukaryontischen Wirtszellen in einem Kulturmedium, in einem Proteingemisch, wobei
die folgenden Schritte a)-c) in der angegebenen Reihenfolge durchgeführt werden:
a) eine erste Anionenaustauschchromatographie,
b) eine Affinitätschromatographie, eine hydrophobe Interaktionschromatographie und
eine Hydroxyapatitchromatographie in der angegebenen Reihenfolge, und
c) eine zweite Anionenaustauschchromatographie.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Affinitätschromatographie als Farbstoffaffinitätschromatographie
ausgestaltet ist.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die zweite Anionenaustauschchromatographie
einen sauren Waschschritt umfasst.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, weiter umfassend mindestens einen
Filtrationsschritt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei eine Filtration nach dem letzten chromatographischen
Reinigungsschritt von Schritt b) stattfindet.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, wobei eine Filtration nach der zweiten Anionenaustauschchromatographie
stattfindet.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Proteingemisch ein wirtszellfreies
Filtrat des Kulturmediums ist, das vor der ersten Anionenaustauschchromatographie
einer Diafiltration unterzogen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei das wirtszellfreie Filtrat vor der Diafiltration
einer Ultrafiltration unterzogen wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Kulturmedium proteinfrei
und frei von tierischen Komponenten ist.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Verfahren keine Reversed-Phase-Chromatographie
umfasst.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Verfahren keine Gelfiltration
umfasst.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Verfahren keine Proteinpräzipitation
umfasst.
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Verfahren darüber hinaus
keine weiteren chromatographischen Reinigungsschritte umfasst.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das angereicherte Erythropoietin
nach der zweiten Anionenaustauschchromatographie einen Wirtszellproteingehalt von
< 100 ppm aufweist.
15. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das angereicherte Erythropoietin
nach der zweiten Anionenaustauschchromatographie einen Wirtszell-DNA-Gehalt von <
100 pg/mg aufweist.
16. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das angereicherte Erythropoietin
nach der zweiten Anionenaustauschchromatographie eine Reinheit von ≥98 %, bestimmt
mittels RP-HPLC, aufweist.
17. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das angereicherte Erythropoietin
nach der zweiten Anionenaustauschchromatographie eine Aktivität von ≥ 100.000 I.E./mg
aufweist.
18. Verfahren zur Herstellung einer Erythropoietin-Flüssigformulierung, umfassend die
folgenden Schritte:
i) Anreichern von Erythropoietin, hergestellt durch Kultivieren von eukaryontischen
Wirtszellen in einem Kulturmedium, in einem Proteingemisch, wobei die folgenden Schritte
a)-c) in der angegebenen Reihenfolge durchgeführt werden:
a) eine erste Anionenaustauschchromatographie,
b) eine Affnitätschromatographie, eine hydrophobe Interaktionschromatographie und
eine Hydroxyapatitchromatographie in der angegebenen Reihenfolge, und
c) eine zweite Anionenaustauschchromatographie,
und
(ii) Formulieren des in Schritt i) angereicherten Erythropoietins mit pharmazeutisch
annehmbaren Hilfsstoffen, wie Puffer, Salze und Stabilisatoren, in einer Flüssigformulierung.
1. Method for enrichment of erythropoietin, produced by cultivating eukaryotic host cells
in a culture medium, in a protein mixture, wherein the following steps a) to c) are
carried out in the given order:
a) a first anion exchange chromatography,
b) an affinity chromatography, a hydrophobic interaction chromatography and a hydroxyapatite
chromatography in the order given, and
c) a second anion exchange chromatography.
2. Method according to claim 1, wherein the affinity chromatography is a dye affinity
chromatography.
3. Method according to any of the preceding claims, wherein the second anion exchange
chromatography comprises an acidic washing step.
4. Method according to any of the preceding claims, further comprising at least one filtration
step.
5. Method according to claim 4, wherein a filtration is carried out after the final chromatographic
purification step of step b).
6. Method according to claim 4 or 5, wherein a filtration is carried out after the second
anion exchange chromatography.
7. Method according to any of the preceding claims, wherein the protein mixture is a
host cell-free filtrate of the culture medium, which is subjected to diafiltration
prior to the first anion exchange chromatography.
8. Method according to claim 7, wherein the host cell-free filtrate is subjected to ultrafiltration
prior to the diafiltration.
9. Method according to any of the preceding claims, wherein the culture medium is protein-free
and free of animal components.
10. Method according to any of the preceding claims, wherein the method does not comprise
reversed-phase chromatography.
11. Method according to any of the preceding claims, wherein the method does not comprise
gel filtration chromatography.
12. Method according to any of the preceding claims, wherein the method does not comprise
protein precipitation.
13. Method according to any of the preceding claims, wherein the method does not comprise
any further chromatographic purification steps.
14. Method according to any of the preceding claims, wherein the enriched erythropoietin
has a host cell protein content of <100 ppm after the second anion exchange chromatography.
15. Method according to any of the preceding claims, wherein the enriched erythropoietin
has a host cell DNA content of <100 pg/mg after the second anion exchange chromatography.
16. Method according to any of the preceding claims, wherein the enriched erythropoietin
after the second anion exchange chromatography has a purity of ≥ 98%, determined by
RP-HPLC.
17. Method according to any of the preceding claims, wherein the enriched erythropoietin
after the second anion exchange chromatography has an activity of ≥100,000 I.U./mg.
18. Method for the production of an erythropoietin liquid formulation, comprising the
following steps:
i) concentrating the erythropoietin produced by cultivation of eukaryotic host cells
in a culture medium, in a protein mixture, wherein the following steps a) to c) are
carried out in the given order:
a) a first anion exchange chromatography,
b) an affinity chromatography, a hydrophobic interaction chromatography and a hydroxyapatite
chromatography in the order given, and
c) a second anion exchange chromatography,
and
ii) formulating the erythropoietin that is enriched in step i) with pharmaceutically
acceptable adjuvants, such as buffers, salts and stabilising agents, in form of a
liquid formulation.
1. Procédé pour l'enrichissement de l'érythropoïétine, produit par cultivation des cellules
hôtes eucariotiques dans un milieu de culture, dans un mélange protéinique, dans lequel
les étapes suivantes sont effectuées :
a) une première chromatographie à échange d'anions,
b) une chromatographie d'affinité, une chromatographie d'interaction hydrophobe et
une chromatographie d'hydroxylapatite dans l'ordre donnée, et
c) une deuxième chromatographie à échange d'anions.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel la chromatographie d'affinité est réalisée
comme chromatographie d'affinité de colorant.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel la deuxième chromatographie
à échange d'anions comprend une étape de lavage acide.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes comprenant en outre au moins une
étape de filtration.
5. Procédé selon la revendication 4, dans lequel une filtration aura lieu après l'étape
de purification chromatographique dernière de l'étape b).
6. Procédé selon la revendication 4 ou 5, dans lequel une filtration aura lieu après
la deuxième chromatographie à échange d'anions.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le mélange protéinique
est un filtrat exempt de cellules hôtes du milieu de culture qui est soumis à une
diafiltration avant la première chromatographie à échange d'anions .
8. Procédé selon la revendication 7, dans lequel le filtrat exempt de cellules hôtes
est soumis à une ultrafiltration avant la diafiltration.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le milieu de culture
est exempt des protéines et de composants d'animals.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, le procédé ne comprenant aucune
chromatographie en phase reverse.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, le procédé ne comprenant aucune
filtration sur gel.
12. Procédé selon l'une des revendications précédentes, le procédé ne comprenant aucune
précipitation de protéine.
13. Procédé selon l'une des revendications précédentes, le procédé en outre ne comprenant
pas d'autres étapes de purification.
14. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'érythropoïétine
enrichi a une teneur en protéine de cellules hôtes de < 100 ppm après la deuxième
chromatographie à échange d'anions.
15. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'érythropoïétine
enrichi a, après la deuxième chromatographie à échange d'anions, une teneur en DNA
de cellules hôtes de < 100 pg/mg.
16. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'érythropoïétine
enrichi a, après la deuxième chromatographie à échange d'anions, une pureté de ≥ 98
%, déterminée au moyen de HPLC en RP.
17. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'érythropoïétine
enrichi a, après la deuxième chromatographie à échange d'anions, une activité de ≥
100000 I.E. /mg.
18. Procédé pour la production d'une formulation liquide d'érythropoïétine, comprenant
les étapes suivantes :
i) enrichissement de l'érythropoïétine, produit par cultivation des cellules hôtes
eucariotiques dans un milieu de culture, dans un mélange protéinique en mettant en
oeuvre les étapes a) - c) dans l'ordre donnée :
a) une première chromatographie à échange d'anions,
b) une chromatographie d'affinité, une chromatographie d'interaction hydrophobe et
une chromatographie d'hydroxylapatite dans l'ordre donnée, et
c) une deuxième chromatographie à échange d'anions.
et
ii) formulation dans une formulation liquide de l'érythropoïétine enrichi dans l'étape
i) avec des adjuvants pharmaceutiquement acceptables, comme les tampons, les sels
et les stabilisateurs.