(19)
(11) EP 1 753 887 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
05.10.2011  Patentblatt  2011/40

(21) Anmeldenummer: 05751295.6

(22) Anmeldetag:  12.05.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
C22C 33/02(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2005/005109
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2005/121383 (22.12.2005 Gazette  2005/51)

(54)

HOCHBEANSPRUCHTES MOTORENBAUTEIL

HEAVY-DUTY ENGINE COMPONENT

COMPOSANT MOTEUR SOUMIS A DES CONTRAINTES ELEVEES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 09.06.2004 DE 102004028221

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
21.02.2007  Patentblatt  2007/08

(73) Patentinhaber: Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG
91074 Herzogenaurach (DE)

(72) Erfinder:
  • STRIAN, Ernst
    91358 Kunreuth (DE)
  • BIRKNER, Stefan
    91325 Neuhaus (DE)
  • DORN, Stefan
    96142 Hollfeld (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 339 436
DE-A- 10 109 596
US-A- 5 810 947
US-A1- 2004 071 581
DE-A- 2 526 656
US-A- 5 651 335
US-A1- 2002 053 329
US-B1- 6 516 784
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung

    Anwendungsgebiet der Erfindung



    [0001] Die Erfindung betrifft ein tribologisch und dynamisch hoch belastetes Motorenbauteil, welches als auf einen Gleitverschleiß beanspruchtes Element einer Brennkraftmaschine, wie Ventilspielausgleichselement für einen Ventiltrieb oder Pumpenstößel für einen Hochdruckpumpenantrieb, ausgeführt ist.

    Hintergrund der Erfindung



    [0002] In der Vergangenheit ist die spezifische Motorleistung vor allem durch Erhöhung der Drehzahl beträchtlich gesteigert worden. Eine Erhöhung der Drehzahl verursacht aber eine wesentlich höhere Belastung der beteiligten Motorkomponenten, wobei insbesondere die Flächenpressung erhöht wird, die wiederum zu einem erhöhten Verschleiß führt.

    [0003] So ist dem Fachmann bekannt, dass bei einem Ventiltrieb für eine Brennkraftmaschine zwischen dem Nocken einer Nockenwelle und einem Stößel für ein Gaswechselventil beträchtliche Flächenpressungen auftreten, die einen hohen Verschleiß der beteiligten Partner verursachen. Um jedoch die Aufgabe der Motorsteuerung einwandfrei zu erfüllen, darf der Verschleiß der beteiligten Reibungspartner während ihrer gesamten Lebensdauer nicht mehr als einige µm betragen.

    [0004] Nach dem bisherigen Stand der Technik hat man ein verbessertes Verschleißverhalten auf unterschiedliche Weise zu realisieren versucht:

    So ist beispielsweise aus der DE 1 949 479 U1 ein Stößel bekannt, der an seiner vom Nocken beaufschlagten Anlagefläche mit einer auswechselbaren Einstellscheibe aus einem Hartmetall versehen ist. Eine ähnliche Lösung ist aus der
    DE-OS 25 26 656 vorbekannt. In diesem Dokument ist ein Ventilstößel beschrieben, dessen hohler Schaft aus einem Einsatzstahl und dessen Bodenstück aus einem legierten Werkzeugstahl gefertigt ist. Auch aus der DE 32 39 325 A1 geht ein Ventilstößel für einen Verbrennungsmotor hervor, dessen Schaft aus Verschleißgründen mit einem Einsatzstück aus einem keramischen Sinterwerkstoff versehen ist.



    [0005] Den vorstehend beschriebenen technischen Lösungen haftet jedoch der Nachteil an, dass zwar der Schutz gegen Verschleiß verbessert ist, dies aber nur auf aufwendige Weise zu realisieren ist. So müssen die verschleißfesten Elemente einzeln gefertigt und mit dem Stößel verbunden werden, was mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist.

    [0006] Man hat auch auf andere Art und Weise versucht, den Verschleißschutz zu verbessern. So werden gemäß der EP 0 334 064 A1 der Oberfläche, an der ein Steuernocken anläuft, günstige Gleiteigenschaften durch Phosphatieren oder Kadmieren verliehen. Das hatte jedoch nur geringen, insbesondere zeitlich eingeschränkten Erfolg.

    [0007] Man hat auch versucht, den Verschleiß durch Hartverchromung zu verringern. Diese ansonsten erfolgreiche Oberflächenbeschichtung brachte in der Praxis jedoch keinen Erfolg, weil die Chromschicht nach relativ kurzer Betriebsdauer abplatzte und damit den Verschleiß zusätzlich beschleunige. Aber auch wenn die Chromschicht nur in einem Bereich von 2,5 mm aufgebracht wurde, was ein Abplatzen verhindern sollte, so hat es sich gezeigt, dass immer ein zusätzlicher Arbeitsgang erforderlich ist, um die Oberfläche mit einer Verschleißschutzschicht zu versehen.

    [0008] Die gleichen Nachteile treffen für die in der DE 41 27 639 C2 beschriebene Lösung zu. Die dort beschriebene reibungsarme Verschleißschutzschicht aus in Diamantbindungsstruktur vorliegendem Kohlenstoff für einen Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine muß ebenfalls durch einen zusätzlichen Arbeitsgang aufgebracht werden.

    [0009] In diesem Zusammenhang ist es auch bekannt, die Gleitflächen von einem Nocken bzw. Nockenfolger zur Verbesserung des Verschleißverhaltens einem aufwendigen Wärmebehandlungsprozess zu unterwerfen. So ist aus der DE 42 05 647 C2 ein Verfahren zur thermochemisch- thermischen Behandlung von Einsatzstählen bekannt, bei dem jeweils die Randzone eines Werkstücks, insbesondere von Tassenstößeln, Wälzlagerteilen, Getriebe- und Kupplungselementen, mit Kohlenstoff und Stickstoff angereichert und anschließend einer martensitischen Härtung unterworfen wird. Eine ähnliche Lösung geht aus der DE 44 18 245 C2 hervor. Nach diesem Dokument werden die Gleitflächen eines Nockengegenläufers und/oder eines Nockens einer Einsatzhärtung mit einer Aufkohlung unterworfen, der sich eine Abschreckung auf eine Temperatur deutlich unter dem Martensitstartpunkt der Randzone anschließt. Diese Verfahren haben jedoch den Nachteil, dass sie mehrere Stunden andauern.

    [0010] Schließlich ist es auch bekannt, verschleißfeste Bauteile aus einem sinterfähigen Eisenlegierungspulver herzustellen. So ist in der DE-OS 28 51 141 ein Verfahren zur Herstellung eines Nockens aus einem Eisenpulver beschrieben. Aus der DE 35 04 212 C2 geht ein solches Verfahren zur Herstellung einer Nockenwelle hervor. Dabei wird Metallpulver zunächst in einer Form unter Druck verdichtet und anschließend bei Temperaturen unter dem Schmelzpunkt geglüht. Beim Glühen des gepressten Körpers setzen Diffusionsvorgänge ein, durch die die Teilchen des Ausgangsgefüges an ihren Berührungsstellen zusammenwachsen. Das Sintern wird unterschieden in ein Vorsintern zur Erhöhung der Festigkeit der Presslinge und ein daran anschließendes Hochsintern zur maximalen Verdichtung. Die Herstellung von Formkörpern auf diese Art und Weise ist jedoch ebenfalls sehr aufwendig, da zur Verdichtung des Metallpulvers immer entsprechende Formen bereitgestellt werden müssen.

    [0011] Das Dokument US 6 516 784 B1 offenbart eine Kraftstoffeinspritzpumpe mit einem als Nocken einer Brennkraftmaschine ausgebildeten, tribologisch und dynamisch hoch belasteten Motorenbauteil, welches aus einem verschleißfesten legierten Werkzeugstahl durch pulvermetallurgisches Spritzgießen hergestellt ist.

    [0012] In dem Dokument US 5 651 335 A, welches den Stößel des Ventiltriebs einer Brennkraftmaschine betrifft, ist erwähnt, dass der Stößel, um einen hohen Verschleißwiderstand zu erhalten, aus einem Werkzeugstahl der Gruppe X210 hergestellt sein kann.

    [0013] Aus dem Dokument US 5 810 947 A sind schließlich Beschichtungsverfahren für Werkzeugstähle, darunter auch das Nitrieren, bekannt.

    Zusammenfassung der Erfindung



    [0014] Ausgehend von den Nachteilen des bekannten Standes der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, derartige Bauteile kostengünstig bei einem gleichzeitig wesentlich verbesserten Verschleißverhalten herzustellen.

    [0015] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe nach Anspruch 1 bei einem Ventilspielausgleichselement durch einen als Tassenstößel ausgebildeten Nockenfolger gelöst, der an seinem geschlossenen Boden von einem Nocken beaufschlagt ist, wobei der Tassenstößel und/oder der Nocken aus einem verschleißfesten legierten Werkzeugstahl der Marke DIN 1.3343 oder X210CrW12 durch pulvermetallurgisches Spritzgießen hergestellt ist.

    [0016] Nach Anspruch 2 wird die Aufgabe bei einem Pumpenstößel erfindungsgemäß durch einen den Pumpenstößel bildenden Nockenfolger gelöst, der von einem Nocken beaufschlagt ist, wobei der Pumpenstößel und/oder der Nocken aus einem verschleißfesten legierten Werkzeugstahl der Marke DIN 1.3343 oder X210CrW12 durch pulvennetallurgisches Spritzgießen hergestellt ist.

    [0017] Ein Stahl der Marke DIN 1.3343 enthält 0,80-1,10 % C, 5,50-6,75 % W, 1,70-2,20 % V, 3,80-4,50 % Cr, 4,50-5,50 % Mo und Rest Fe. Ein Stahl der Marke X210CrW12 setzt sich zusammen aus 2,00-2,30 % C, 0,10-0,40 % Si, 0,30-0,60 % Mn, 11,00-13,00 % Cr, 0.60-0,80 % W, und Rest Fe.

    [0018] Das pulvermetallurgische Spritzgießen, auch als Metal Injection Moulding (MIM) bezeichnet, ist an sich bekannt. Dabei werden die Freiheiten des Kunststoffspritzgießens bei der Bauteilgestaltung mit den Vorteilen der Pulvermetallurgie, eine breite Werkstoffpalette, sehr enge Toleranzen, kombiniert. Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass feine Metallpulver im Bereich von 20 µm mit organischen Bindern zu einer homogenen Masse vermischt werden. Der Volumenanteil des Metallpulvers beträgt dabei in der Regel mehr als 50 %. Es wird so eine Masse erhalten, die analog zur Kunststoffverarbeitung auf Spritzgießmaschinen verarbeitbar ist. Im Spritzgießprozess werden Formkörper gefertigt, die schon alle typischen geometrischen Merkmale des fertigen Bauteils aufweisen, aber ein um den Bindergehalt vergrößertes Volumen besitzen. In einem Entbinderungsprozess werden dann die organischen Binder entfernt, wobei dies in Abhängigkeit vom eingesetzten Bindersystem entweder durch thermische Zersetzung und Verdampfung oder auch durch eine Lösungsmittelextraktion erfolgt. Die zurückbleibenden porösen Formkörper werden durch Sintern unter verschiedenen Schutzgasen oder unter Vakuum zu Bauteilen mit endgültigen geometrischen Eigenschaften verdichtet. Die dabei auftretende lineare Schwindung führt zu Enddichten größer 96 %.

    [0019] Im Sinne der Erfindung ist der Begriff legierter Werkzeugstahl breit auszulegen. Zur Gruppe der Werkzeugstähle zählen für den Fachmann Edelstähle mit hoher Härte, hohem Verschleißwüderstand und hoher Zähigkeit, die sich zur Be- und Verarbeitung von Werkstoffen eignen. Sie müssen darüber hinaus eine gute Temperaturwechselbeständigkeit aufweisen. Nach dem Stahllexikon der Fa. Peter Drösser unterteilen sich Werkzeugstähle in Kaltarbeitsstähle, Warmarbeitsstähle und Schnellarbeitsstähle.

    [0020] Durch die Verwendung von legierten Werkzeugstählen besteht das Gefüge des Rohlings aus fein verteilten verschleißfesten Karbiden, die in eine abgestimmte martensitische, sorbitische oder perlitische Matrix eingesetzt sind. Diese Karbide sind für die Verschleißfestigkeit von eminenter Bedeutung. Der Vorteil eines solchen aus einem legierten Werkzeugstahl durch pulvermetallurgisches Spritzgießen hergestellten Bauteils liegt neben der endkontumahen Fertigung insbesondere auch darin, dass seine Eigenschaften, und damit auch seine Verschleißfestigkeit, über die ganze Bauteiltiefe hindurch konstant sind.

    [0021] Nach einem weiteren Merlmal der Erfindung gemäß Anspruch 3 ist vorgesehen, dass der Werkzeugstahl ein Kaltarbeitsstahl oder ein Schnellarbeitsstahl ist. Kaltarbeitsstähle sind legierte Werkzeugstähle zur Fertigung von Werkzeugen, bei denen die Oberflächentemperatur von rund 200° Celsius im Allgemeinen nicht überschritten wird. In diesem Temperaturbereich haben die Stähle hohe Härten, gute Zähigkeiten und gute Schneidhaltigkeiten sowie ein gutes Widerstandsverhalten gegen Schlag, Druck und Verschleiß. Schnellarbeitsstähle sind höher legierte Werkzeugstähle, die vorwiegend zum Zerspanen von Werkstoffen bei hohen Schnittgeschwindigkeiten eingesetzt werden. Die Legierungselemente Chrom, Kobalt, Molybdän, Vanadium und Wolfram bzw. deren Sonderkarbide und die Wärmebehandlung verleihen den Schnellarbeitsstählen eine hohe Anlassbeständigkeit und Warmhärte bis zu Temperaturen von 600° C.

    [0022] Aus Anspruch 4 geht hervor, dass ein durch pulvermetallurgisches Spritzgießen aus einem verschleißfesten legierten Werkzeugstahl hergestelltes Bauteil anschließend einer Wärmebehandlung, wie Härten und Anlassen, laserhärten oder Nitrieren unterworfen ist. Durch diese anschließende Wärmebehandlung werden die an sich bekannten guten Verschleißeigenschaften des Bauteils nochmals verbessert.

    [0023] Nach Anspruch 5 ist es auch möglich, dass die Verschleißeigenschaften des Bauteils durch ein nachfolgendes Beschichtungsverfahren nochmals verbessert werden können. Dies könnte beispielsweise durch PVD- oder CVD-Verfahren vorgenommen werden.

    [0024] Nach einem zusätzlichen weiteren Merkmal der Erfindung gemäß Anspruch 6 kann das Bauteil auch einer zusätzlichen mechanischen Nachbearbeitung unterworfen sein. Dies kann insbesondere dann erforderlich sein, wenn in Einzelfällen genau definierte geometrische Abmessungen eingehalten werden müssen.

    [0025] Ein erfindungsgemäß hergestelltes Motorenbauteil kann gemäß Anspruch 7 mit einer Anschlusskonstruktion durch ein Fügeverfahren, wie beispielsweise Kleben, Löten, Schweißen, Diffusionsverbinden oder auch Verstemmen verbunden sein.

    [0026] Insbesondere bei Pumpen-Düsen-Einspritzsystemen moderner Bauart treten hohe Einspritzdrücke auf, die zu höheren Belastungen der Hochdruckpumpe führen. Eine derartige Radialkolbenpumpe besteht in der Regel aus drei um 120° versetzt zueinander angeordneten Pumpenkolben, die von einer Exzenterwelle mit einem Mehrfachnocken angetrieben werden. Hierbei hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, zwischen Mehrfachnocken und Pumpenkolben nach der Erfindung aus einem legierten Werkzeugstahl durch pulvermetallurgisches Spritzgießen gefertigte Tassenstößel einzusetzen, da diese, wie bereits vorstehend ausgeführt, eine hervorragende Verschleißbeständigkeit aufweisen. Auf nähere Ausführungen zum Aufbau und zur Wirkungsweise derartiger Hochdruckpumpen kann an dieser Stelle verzichtet werden, da sie dem Fachmann hinreichend bekannt und bereits vorbeschrieben sind. So ist beispielsweise in der Zeitschrift mot Nr. 11/2001, Seite 13-16 das Speichereinspritzsystem Common Rail ausführlich beschrieben.

    [0027] Die Erfindung wird an nachstehendem Ausführungsbeispiel näher erläutert.

    Kurze Beschreibung der Zeichnung



    [0028] Die einzige Figur zeigt eine Seitenansicht eines mechanischen Ventilstößels für einen Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine, teilweise geschnitten.

    Ausführliche Beschreibung der Zeichnung



    [0029] Der in der Figur dargestellte mechanische Tassenstößel 1 weist eine hohlzylindrische Wandung 2 auf, die an einem Ende durch einen Boden 3 verschlossen ist. In Richtung des offenen Endes des Tassenstößels 1 ist der Boden 3 mit einer Erhebung 4 versehen, die mit der Stirnseite eines Schaftes eines Gaswechselventiles 5 in Wirkverbindung steht. Von oben wird der Boden 3 durch einen Nocken 6 beaufschlagt, der auf einer Nockenwelle 7 angeordnet ist. Es liegt auf der Hand, dass bei hohen Drehzahlen und hohen Belastungen von modernen Motoren zwischen dem Nocken 6 und dem Boden 3 des Tassenstößels 1 hohe tribologische Belastungen auftreten, so dass beide Teile, nämlich der Nocken 6 und auch der Tassenstößel 1 bzw. dessen Boden 3 eine hohe Verschleißfestigkeit bei gleitender Reibung aufweisen müssen.

    [0030] In erfindungsgemäßer Weise ist der Tassenstößel 1 aus einem hochverschleißfesten Schnellarbeitsstahl mittels pulvermetallurgischen Spritzgieβens hergestellt. Die entscheidenden Vorteile eines solchen Stößels liegen einerseits darin, dass seine gute Verschleißbeständigkeit über den ganzen Werkstoffquerschnitt gegeben ist. Es besteht also nicht die Gefahr, dass mit längerer Lebensdauer eine Verschleißanfälligkeit eintritt. Andererseits ist durch das pulvermetallurgische Spritzgießen sichergestellt, dass der Tassenstößel 1 in einfacher Weise endkontumah, d. h., auch mit seiner in Richtung Gaswechselventil gerichteten Erhebung 4, unkompliziert herstellbar ist. Das Gleiche trifft für den Nocken 6 zu, der ebenfalls in der vorstehend beschriebenen Weise durch pulvermetallurgisches Spritzgießen hergestellt ist. Dieser Nocken 6 kann dann mit der Nockenwelle 7 beispielsweise durch einen Diffusionsvorgang verbunden sein.


    Ansprüche

    1. Tribologisch und dynamisch hoch belastetes Motorenbauteil, welches als auf einen Gleitverschleiß beanspruchtes Ventilspielausgleichselement für einen Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine ausgeführt ist, mit einem als Tassenstößel (1) ausgebildeten Nockenfolger, der an seinem geschlossenen Boden (3) von einem Nocken (6) beaufschlagt ist, wobei der Tassenstößel (1) und/oder der Nocken (6) aus einem verschleißfesten legierten Werkzeugstahl der Marke DIN 1.3343 oder X210CrW12 durch pulvermetallurgisches Spritzgießen hergestellt ist.
     
    2. Tribologisch und dynamisch hoch belastetes Motorenbauteil welches als auf einen Gleitverschleiß beanspruchter Pumpenstößel für einen Hochdruckpumpenantrieb einer Brennkraftmaschine ausgeführt ist, mit einem den Pumpenstößel bildenden Nockenfolger, der von einem Nocken beaufschlagt ist, wobei der Pumpenstößel und/oder der Nocken aus einem verschleißfesten legierten Werkzeugstahl der Marke DIN 1.3343 oder X210CrW12 durch pulvermetallurgisches Spritzgießen hergestellt ist.
     
    3. Motorenbauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkzeugstahl ein Kaltarbeitsstahl oder ein Schnellarbeitsstahl ist.
     
    4. Motorenbauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es einer anschließenden Wärmebehandlung, wie Härten und Anlassen, Laserhärten oder Nitrieren unterworfen ist.
     
    5. Motorenbauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es einem Beschichtungsverfahren unterworfen ist.
     
    6. Motorenbauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es einer mechanischen Nachbearbeitung unterworfen ist.
     
    7. Motorenbauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es mit einer Anschlusskonstruktion durch ein Fügeverfahren wie Kleben, Löten, Schweißen, Diffusionsverbinden oder Verstemmen verbunden ist.
     


    Claims

    1. Engine component which is subjected to high tribological and dynamic loads and is designed as a valve clearance compensation element subjected to sliding wear for a valve drive of an internal combustion engine, comprising a cam follower which is in the form of a bucket tappet (1) and is acted upon at its closed base (3) by a cam (6), wherein the bucket tappet (1) and/or the cam (6) is produced from a wear-resistant, alloyed tool steel of the type DIN 1.3343 or X210CrW12 by metal injection moulding.
     
    2. Engine component which is subjected to high tribological and dynamic loads and is designed as a pump tappet subjected to sliding wear for a high-pressure pump drive of an internal combustion engine, comprising a cam follower which forms the pump tappet and is acted upon by a cam, wherein the pump tappet and/or the cam is produced from a wear-resistant, alloyed tool steel of the type DIN 1.3343 or X210CrW12 by metal injection moulding.
     
    3. Engine component according to Claim 1 or 2, characterized in that the tool steel is a cold-work steel or a high-speed steel.
     
    4. Engine component according to Claim 1 or 2, characterized in that it is subjected to a subsequent heat treatment, such as hardening and tempering, laser hardening or nitriding.
     
    5. Engine component according to Claim 1 or 2, characterized in that it is subjected to a coating process.
     
    6. Engine component according to Claim 1 or 2, characterized in that it is subjected to mechanical remachining.
     
    7. Engine component according to Claim 1 or 2, characterized in that it is connected to a connecting construction by a joining process such as adhesive bonding, soldering, welding, diffusion bonding or caulking.
     


    Revendications

    1. Composant de moteur soumis à des contraintes élevées du point de vue tribologique et dynamique, qui est réalisé sous forme d'élément de compensation du jeu des soupapes sollicité par une usure de glissement, pour une commande de soupapes d'un moteur à combustion interne, avec un suiveur de came réalisé sous forme de poussoir à coupelle (1) qui est sollicité sur son fond fermé (3) par une came (6), le poussoir à coupelle (1) et/ou la came (6) étant fabriqués en un acier à outils allié résistant à l'usure de la marque DIN 1.3343 ou X210CrW12, par moulage par injection métallurgique de poudre.
     
    2. Composant de moteur soumis à des contraintes élevées du point de vue tribologique et dynamique, qui est réalisé sous forme de poussoir de pompe sollicité par une usure de glissement, pour un entraînement de pompe haute pression d'un moteur à combustion interne, avec un suiveur de came réalisé sous forme de poussoir de pompe qui est sollicité par une came, le poussoir de pompe et/ou la came étant fabriqués en un acier à outils allié résistant à l'usure de la marque DIN 1.3343 ou X210CrW12, par moulage par injection métallurgique de poudre.
     
    3. Composant de moteur selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'acier à outils est un acier de travail à froid ou un acier rapide.
     
    4. Composant de moteur selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il est soumis à un traitement thermique ultérieur, comme un trempage et un recuit, un durcissement au laser ou une nitruration.
     
    5. Composant de moteur selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il est soumis à un procédé de revêtement.
     
    6. Composant de moteur selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il est soumis à un post-usinage mécanique.
     
    7. Composant de moteur selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il est connecté à une construction de raccordement par un procédé d'assemblage comme un collage, un brasage, un soudage, une connexion par diffusion ou un matage.
     




    Zeichnung








    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente