(19)
(11) EP 1 754 601 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.02.2007  Patentblatt  2007/08

(21) Anmeldenummer: 05405478.8

(22) Anmeldetag:  15.08.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B41F 13/44(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(71) Anmelder: Müller Martini Holding AG
6052 Hergiswil (CH)

(72) Erfinder:
  • Ruoff, Wolfgang
    79541 Lörrach (DE)
  • Beyersdorff, Stefan
    79585 Steinen (DE)
  • Schmid, Martin
    4600 Olten (CH)

   


(54) Druckwerk für eine Druckmaschine, mit Laufringe ausgerüsteten Formatteilen


(57) Das Druckwerk weist wenigstens zwei Formatteile (1, 2) auf, von denen wenigstens eines austauschbar ist. Vorzugsweise besitzen die wenigstens zwei Formatteile (1, 2) an ihren Enden gehärtete Laufflächen (9) auf, die so ausgebildet sind, dass sie den Achsabstand zwischen diesen beiden Formatteilen (1, 2) bilden. Vorzugsweise sind wenigstens zwei austauschbare Formatteile (1, 2) vorgesehen, wobei ein Formatteil (1) einen Gummituchzylinder und das andere Formatteil (2) einen Plattenzylinder bildet. Vorzugsweise besitzt wenigstens ein Formatteil (1, 2) zwei Lagerstümpfe (7), die jeweils fest mit einem Ende einer Hülse (3) verbunden sind. Das Druckwerk ermöglicht eine einfache Änderung der Druckbildlänge und eine weitgehende Vermeidung von Druckbildfehlern aufgrund des Kanalschlags.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Druckwerk für eine Druckmaschine, mit wenigstens zwei Formatteilen, von denen wenigstens eines austauschbar ist.

[0002] Im indirekten Druck und insbesondere im Offsetdruck sind Druckwerke bekannt, die jeweils einen so genannten Einschub aufweisen, bei denen Platten-, Gummituch- und Gegendruckzylinder eine nicht trennbare Einheit bilden. Soll nun bei einem solchen Druckwerk die Druckbildlänge geändert werden, so muss der vorhandene Einschub gegen einen anderen ausgetauscht werden. Ein solcher Austausch ist vergleichsweise aufwändig. Zudem müssen verschiedene solche Einschübe an Lager gehalten werden, was vergleichsweise teuer ist. Solche Einschübe sind zudem sehr schwer und können von Hand nicht ausgetauscht werden. Es sind hierzu entsprechende Mittel erforderlich.

[0003] Bekannt sind auch Druckwerke, bei denen die druckbildenden Formatteile von Hand ausgetauscht werden können, während die restlichen Formatteile im Einschub verbleiben. Ein solches Druckwerk ist beispielsweise aus der EP-A-1 101 611 bekannt geworden. Bei einem solchen Druckwerk müssen lediglich noch die austauschbaren Formatteile, beispielsweise Platten- und Gummituchzylinder mit entsprechend unterschiedlichen Durchmessern an Lager gehalten werden.

[0004] Ein weiteres Druckwerk, bei dem für eine Änderung der Druckbildlänge nicht der gesamte Einschub ausgetauscht werden muss, ist aus der DE 195 34 651 A bekannt geworden. Bei diesem weisen der Form- und der Übertragungszylinder jeweils so genannte Sleeves auf, die ausgetauscht werden können. Die Zylinder sind jeweils separat motorisch angetrieben.

[0005] Austauschbare Formatteile können solche mit eigener oder separater Lagerung sein. Möglich sind auch austauschbare Hülsen, wie die oben genannten Sleeves, die auf eine im Einschub vorhandene Achse aufgeschoben werden. Bei solchen austauschbaren Formatteilen sind Verstellmittel erforderlich, mit denen der formatabhängige Achsabstand eingestellt wird. Vom Achsabstand abhängig ist insbesondere die maximale Pressung zwischen den Formatteilen, insbesondere zwischen dem Platten- und Gummituchzylinder.

[0006] Bei den genannten Druckwerken besteht die Schwierigkeit, dass aufgrund des so genannten Kanalschlages Torsions- als auch Radialschwingungen entstehen, die auf die Auftragswalzen wirken und die zu Streifen- und anderen Druckbildfehler führen können.

[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Druckwerk der genannten Art zu schaffen, bei dem die genannten Schwierigkeiten vermieden sind und das trotzdem kostengünstig hergestellt werden kann.

[0008] Die Aufgabe ist bei einem gattungsgemässen Druckwerk dadurch gelöst, dass die wenigstens zwei Formatteile an ihren Enden gehärtete Laufflächen aufweisen und diese so ausgebildet sind, dass sie den Achsabstand zwischen diesen beiden Formatteilen bestimmen. Es hat sich gezeigt, dass insbesondere bei vergleichsweise leichten und von Hand austauschbaren Formatteilen der genannte Kanalschlag und die dadurch verursachten Schwingungen durch die Kontaktkraft zwischen den Laufflächen aufgenommen und damit weitgehend unwirksam gemacht werden können. Insbesondere werden Torsionsschwingungen durch die Reibkraft zwischen den aneinander unter Spannung anliegenden Laufflächen aufgenommen. Ebenfalls werden radiale Schläge infolge des Kanalschlages gemindert und wirken sich wesentlich weniger auf die Auftragswalzen aus. Dadurch ist es möglich, die oben genannten Druckbildfehler weitgehend zu vermeiden und dadurch eine höhere Druckqualität zu erreichen.

[0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung werden die Laufflächen durch eine Schicht gebildet. Diese Schicht ist vorzugsweise eine Hartmetall- oder Keramikschicht. Vorzugsweise ist eine solche Schicht direkt auf einen Wellenstumpf aufgebracht. Diese Schicht wird vorzugsweise in einer Dicke aufgebracht, die ein Überschleifen der Schicht ermöglicht. Das Überschleifen erfolgt vorzugsweise gemeinsam mit einem Überschleifen einer Hülse und/oder von Lagerflächen.

[0010] Vorzugsweise bildet wenigstens ein Formatteil eine Einheit aus zwei Wellenstümpfen und einer Hülse, die an ihren Enden jeweils mit einem Wellenstumpf fest verbunden ist. Die Hülse ist aussenseitig vorzugsweise beschichtet und die Beschichtung ist vorzugsweise überschliffen.

[0011] Nach einer Weiterbildung der Erfindung werden die genannten Laufflächen durch Schmitzringe gebildet, die aufgeschrumpft oder aufgepresst sind. Insbesondere sind diese Schmitzringe jeweils auf einen Wellenstumpf aufgebracht.

[0012] Zum Montieren von Sleeves (Druckhülsen) auf eine Luftachse, müssen die Sleeves an deren Innenseite eine kompressible Schicht aufweisen, damit die Druckhülse beim Beaufschlagen der Luftachse mit Druckluft etwas grösser wird und auf der Achse zur Montage und Demontage verschoben werden kann. Auf Grund dieser kompressiblen Schicht besteht die Gefahr, dass die Sleeves bei hohen Linienkräften zwischen Druckplatte und Gummituch nicht mehr konzentrisch auf ihren Luftachsen sitzen. Dadurch ändert sich auch der Achsabstand zwischen den beiden Zylindern und es ergibt sich laufend eine unterschiedliche Pressung zwischen Gummituch und Druckplatte. Schmitzringe auf den beiden Sleeves garantieren einen gleich bleibenden Achsabstand der beiden Zylinder.

[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
einen Achsialschnitt durch ein abgebrochenes Ende eines Formatteils und
Fig. 2
das Ende des Formatteils gemäss Figur 1 sowie ein Ende eines zweiten Formatteils, das mit dem anderen Formatteil zusammenarbeitet.


[0014] Die Figur 1 zeigt ein erstes Formatteil 1, das beispielsweise einen Gummituchzylinder oder einen Plattenzylinder einer Druckmaschine einer Offsetdruckmaschine bildet. Dieses Formatteil 1 ist für einen hier nicht weiter dargestellten Einschub 11 vorgesehen, der einen in Figur 2 lediglich angedeuteten zweiten Formatteil 2, einen hier nicht gezeigten Gegendruckzylinder aufweist. Der Formatteil 1 weist eine Hülse 3 auf, die aussenseitig eine Beschichtung 4 besitzt und die jeweils an ihren Enden fest mit einem Wellenstumpf 7 verbunden ist. Der Wellenstumpf 7 ist beispielsweise aus Aluminium hergestellt und besitzt an seinem freien Ende eine geschliffene Lagerfläche 10. In der Figur 1 ist lediglich der eine Wellenstumpf 7 gezeigt. Der andere hier nicht gezeigte Wellenstumpf kann gleich ausgebildet sein.

[0015] Die Hülse 3 ist fest mit den beiden Wellenstümpfen verbunden, beispielsweise verklebt. Die Hülse 3 besteht beispielsweise aus Kunststoff, beispielsweise einem kohlenfaserverstärkten Kunststoff. Aussenseitig ist die Hülse 3 mit einer Beschichtung 4 versehen, die vorzugsweise ebenfalls aus einem geeigneten Kunststoff besteht. Die Beschichtung 4 besitzt eine kreiszylindrische überschliffene Aussenseite 8.

[0016] Auf die beiden Wellenstümpfe 7 ist jeweils ein kreiszylindrischer Ring 5 aufgesetzt, der eine überschliffene ebenfalls kreiszylindrische Fläche 9 besitzt, die eine Lauffläche bildet. Der Ring 5 ist in eine Nut 6 des Wellenstumpfes 7 eingesetzt. Der Ring 5 ist insbesondere aufgepresst oder aufgeschrumpft. Anstelle des Ringes 5 kann der Wellenstumpf 7 aussenseitig beschichtet sein, beispielsweise mit einer Hartmetall- oder Keramikschicht. Diese Schicht besitzt in diesem Fall eine Schichtstärke, die es ermöglicht, diese zu überschleifen. Diese Schicht bildet in diesem Fall die Lauffläche. Alternativ wäre es möglich die Schichtstärke mittels chemischer Beschichtung so exakt zu definieren, dass der Wellenstumpf 7 geschliffen werden kann und die auf die geschliffene Oberfläche aufgebrachte Beschichtung den gewünschten Durchmesser ergibt.

[0017] Die Flächen 8, 9 und 10 werden vorzugsweise gemeinsam überschliffen. Diese Flächen 8, 9 und 10 sind dann genau koaxial zueinander und mit den entsprechenden Aussendurchmessern versehen. Wie ersichtlich, ist der Aussendurchmesser der Fläche 8 kleiner als derjenige der Fläche 9. Der Durchmesserunterschied richtet sich nach der hier nicht gezeigten Druckplatte bzw. dem hier nicht gezeigten Gummituch.

[0018] Die beiden Formatteile 1 und 2 besitzen zueinander einen Achsabstand, welcher durch die Ringe 5 und 5' bestimmt ist. Die beiden Formatteile 1 und 2 stützen sich über diese Ringe 5 und 5' an ihren Enden aufeinander ab. Entsprechendes gilt für die oben erwähnten Beschichtungen. Durch die Reibkräfte zwischen den Ringen 5 und 5' werden Torsionsschwingungen und auch radiale Schwingungen aufgenommen. Diese Schwingungen werden insbesondere durch Kanalschläge erzeugt. Die genannte Reibkraft wird durch die Kontaktkraft zwischen den Ringen 5 und 5' bzw. zwischen den entsprechenden Laufflächen erzeugt.


Ansprüche

1. Druckwerk für eine Druckmaschine, mit wenigstens zwei Formatteilen (1, 2), von denen wenigstens eines austauschbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens zwei Formatteile (1, 2) an ihren Enden harte Laufflächen (9) aufweisen und diese so ausgebildet sind, dass sie den Achsabstand zwischen diesen beiden Formatteilen (1, 2) bilden.
 
2. Druckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Formatteile (1, 2) austauschbar sind.
 
3. Druckwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Formatteil (1) einen Gummituchzylinder und ein anderes Formatteil (2) einen Plattenzylinder bildet.
 
4. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein austauschbares Formatteil (1, 2) eine eigene Lagerung (7) aufweist.
 
5. Druckwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Formatteil (1, 2) zwei Lagerstümpfe (7) aufweist, die jeweils fest mit einem Ende einer Hülse (3) verbunden sind.
 
6. Druckwerk nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (3) aussenseitig eine Beschichtung (4) aufweist.
 
7. Druckwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Beschichtung (4) überschliffen ist.
 
8. Druckwerk nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (3) aus Kunststoff und insbesondere aus einem kohlenfaserverstärkten Kunststoff besteht.
 
9. Druckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufflächen (9) durch eine aufgebrachte Schicht gebildet werden.
 
10. Druckwerk nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Schicht überschliffen ist.
 
11. Druckwerk nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Schicht aus Hartmetall oder Keramik hergestellt ist.
 
12. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das austauschbare Formatteil (1, 2) mehrere überschliffene Flächen (8, 9, 10) aufweist.
 
13. Druckwerk nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Formatteil (1, 2) wenigstens eine überschliffene Lauffläche (9), eine überschliffene Mantelfläche (8) und eine überschliffene Lagerfläche (10) aufweist.
 
14. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufflächen (9) jeweils durch einen Schmitzring (5) gebildet werden.
 
15. Druckwerk nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmitzringe (5, 5') aufgeschrumpfte oder aufgepresste Ringe aus gehärtetem Stahl sind.
 
16. Druckwerk nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringe (5, 5') jeweils auf einen Wellenstumpf (7) aufgebracht sind.
 




Zeichnung







Recherchenbericht













Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente