[0001] Die Erfindung betrifft ein Druckwerk für eine Druckmaschine, mit wenigstens zwei
Formatteilen, von denen wenigstens eines austauschbar ist.
[0002] Im indirekten Druck und insbesondere im Offsetdruck sind Druckwerke bekannt, die
jeweils einen so genannten Einschub aufweisen, bei denen Platten-, Gummituch- und
Gegendruckzylinder eine nicht trennbare Einheit bilden. Soll nun bei einem solchen
Druckwerk die Druckbildlänge geändert werden, so muss der vorhandene Einschub gegen
einen anderen ausgetauscht werden. Ein solcher Austausch ist vergleichsweise aufwändig.
Zudem müssen verschiedene solche Einschübe an Lager gehalten werden, was vergleichsweise
teuer ist. Solche Einschübe sind zudem sehr schwer und können von Hand nicht ausgetauscht
werden. Es sind hierzu entsprechende Mittel erforderlich.
[0003] Bekannt sind auch Druckwerke, bei denen die druckbildenden Formatteile von Hand ausgetauscht
werden können, während die restlichen Formatteile im Einschub verbleiben. Ein solches
Druckwerk ist beispielsweise aus der
EP-A-1 101 611 bekannt geworden. Bei einem solchen Druckwerk müssen lediglich noch die austauschbaren
Formatteile, beispielsweise Platten- und Gummituchzylinder mit entsprechend unterschiedlichen
Durchmessern an Lager gehalten werden.
[0004] Ein weiteres Druckwerk, bei dem für eine Änderung der Druckbildlänge nicht der gesamte
Einschub ausgetauscht werden muss, ist aus der
DE 195 34 651 A bekannt geworden. Bei diesem weisen der Form- und der Übertragungszylinder jeweils
so genannte Sleeves auf, die ausgetauscht werden können. Die Zylinder sind jeweils
separat motorisch angetrieben.
[0005] Austauschbare Formatteile können solche mit eigener oder separater Lagerung sein.
Möglich sind auch austauschbare Hülsen, wie die oben genannten Sleeves, die auf eine
im Einschub vorhandene Achse aufgeschoben werden. Bei solchen austauschbaren Formatteilen
sind Verstellmittel erforderlich, mit denen der formatabhängige Achsabstand eingestellt
wird. Vom Achsabstand abhängig ist insbesondere die maximale Pressung zwischen den
Formatteilen, insbesondere zwischen dem Platten- und Gummituchzylinder.
[0006] Bei den genannten Druckwerken besteht die Schwierigkeit, dass aufgrund des so genannten
Kanalschlages Torsions- als auch Radialschwingungen entstehen, die auf die Auftragswalzen
wirken und die zu Streifen- und anderen Druckbildfehler führen können.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Druckwerk der genannten Art zu schaffen,
bei dem die genannten Schwierigkeiten vermieden sind und das trotzdem kostengünstig
hergestellt werden kann.
[0008] Die Aufgabe ist bei einem gattungsgemässen Druckwerk dadurch gelöst, dass die wenigstens
zwei Formatteile an ihren Enden gehärtete Laufflächen aufweisen und diese so ausgebildet
sind, dass sie den Achsabstand zwischen diesen beiden Formatteilen bestimmen. Es hat
sich gezeigt, dass insbesondere bei vergleichsweise leichten und von Hand austauschbaren
Formatteilen der genannte Kanalschlag und die dadurch verursachten Schwingungen durch
die Kontaktkraft zwischen den Laufflächen aufgenommen und damit weitgehend unwirksam
gemacht werden können. Insbesondere werden Torsionsschwingungen durch die Reibkraft
zwischen den aneinander unter Spannung anliegenden Laufflächen aufgenommen. Ebenfalls
werden radiale Schläge infolge des Kanalschlages gemindert und wirken sich wesentlich
weniger auf die Auftragswalzen aus. Dadurch ist es möglich, die oben genannten Druckbildfehler
weitgehend zu vermeiden und dadurch eine höhere Druckqualität zu erreichen.
[0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung werden die Laufflächen durch eine Schicht
gebildet. Diese Schicht ist vorzugsweise eine Hartmetall- oder Keramikschicht. Vorzugsweise
ist eine solche Schicht direkt auf einen Wellenstumpf aufgebracht. Diese Schicht wird
vorzugsweise in einer Dicke aufgebracht, die ein Überschleifen der Schicht ermöglicht.
Das Überschleifen erfolgt vorzugsweise gemeinsam mit einem Überschleifen einer Hülse
und/oder von Lagerflächen.
[0010] Vorzugsweise bildet wenigstens ein Formatteil eine Einheit aus zwei Wellenstümpfen
und einer Hülse, die an ihren Enden jeweils mit einem Wellenstumpf fest verbunden
ist. Die Hülse ist aussenseitig vorzugsweise beschichtet und die Beschichtung ist
vorzugsweise überschliffen.
[0011] Nach einer Weiterbildung der Erfindung werden die genannten Laufflächen durch Schmitzringe
gebildet, die aufgeschrumpft oder aufgepresst sind. Insbesondere sind diese Schmitzringe
jeweils auf einen Wellenstumpf aufgebracht.
[0012] Zum Montieren von Sleeves (Druckhülsen) auf eine Luftachse, müssen die Sleeves an
deren Innenseite eine kompressible Schicht aufweisen, damit die Druckhülse beim Beaufschlagen
der Luftachse mit Druckluft etwas grösser wird und auf der Achse zur Montage und Demontage
verschoben werden kann. Auf Grund dieser kompressiblen Schicht besteht die Gefahr,
dass die Sleeves bei hohen Linienkräften zwischen Druckplatte und Gummituch nicht
mehr konzentrisch auf ihren Luftachsen sitzen. Dadurch ändert sich auch der Achsabstand
zwischen den beiden Zylindern und es ergibt sich laufend eine unterschiedliche Pressung
zwischen Gummituch und Druckplatte. Schmitzringe auf den beiden Sleeves garantieren
einen gleich bleibenden Achsabstand der beiden Zylinder.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Achsialschnitt durch ein abgebrochenes Ende eines Formatteils und
- Fig. 2
- das Ende des Formatteils gemäss Figur 1 sowie ein Ende eines zweiten Formatteils,
das mit dem anderen Formatteil zusammenarbeitet.
[0014] Die Figur 1 zeigt ein erstes Formatteil 1, das beispielsweise einen Gummituchzylinder
oder einen Plattenzylinder einer Druckmaschine einer Offsetdruckmaschine bildet. Dieses
Formatteil 1 ist für einen hier nicht weiter dargestellten Einschub 11 vorgesehen,
der einen in Figur 2 lediglich angedeuteten zweiten Formatteil 2, einen hier nicht
gezeigten Gegendruckzylinder aufweist. Der Formatteil 1 weist eine Hülse 3 auf, die
aussenseitig eine Beschichtung 4 besitzt und die jeweils an ihren Enden fest mit einem
Wellenstumpf 7 verbunden ist. Der Wellenstumpf 7 ist beispielsweise aus Aluminium
hergestellt und besitzt an seinem freien Ende eine geschliffene Lagerfläche 10. In
der Figur 1 ist lediglich der eine Wellenstumpf 7 gezeigt. Der andere hier nicht gezeigte
Wellenstumpf kann gleich ausgebildet sein.
[0015] Die Hülse 3 ist fest mit den beiden Wellenstümpfen verbunden, beispielsweise verklebt.
Die Hülse 3 besteht beispielsweise aus Kunststoff, beispielsweise einem kohlenfaserverstärkten
Kunststoff. Aussenseitig ist die Hülse 3 mit einer Beschichtung 4 versehen, die vorzugsweise
ebenfalls aus einem geeigneten Kunststoff besteht. Die Beschichtung 4 besitzt eine
kreiszylindrische überschliffene Aussenseite 8.
[0016] Auf die beiden Wellenstümpfe 7 ist jeweils ein kreiszylindrischer Ring 5 aufgesetzt,
der eine überschliffene ebenfalls kreiszylindrische Fläche 9 besitzt, die eine Lauffläche
bildet. Der Ring 5 ist in eine Nut 6 des Wellenstumpfes 7 eingesetzt. Der Ring 5 ist
insbesondere aufgepresst oder aufgeschrumpft. Anstelle des Ringes 5 kann der Wellenstumpf
7 aussenseitig beschichtet sein, beispielsweise mit einer Hartmetall- oder Keramikschicht.
Diese Schicht besitzt in diesem Fall eine Schichtstärke, die es ermöglicht, diese
zu überschleifen. Diese Schicht bildet in diesem Fall die Lauffläche. Alternativ wäre
es möglich die Schichtstärke mittels chemischer Beschichtung so exakt zu definieren,
dass der Wellenstumpf 7 geschliffen werden kann und die auf die geschliffene Oberfläche
aufgebrachte Beschichtung den gewünschten Durchmesser ergibt.
[0017] Die Flächen 8, 9 und 10 werden vorzugsweise gemeinsam überschliffen. Diese Flächen
8, 9 und 10 sind dann genau koaxial zueinander und mit den entsprechenden Aussendurchmessern
versehen. Wie ersichtlich, ist der Aussendurchmesser der Fläche 8 kleiner als derjenige
der Fläche 9. Der Durchmesserunterschied richtet sich nach der hier nicht gezeigten
Druckplatte bzw. dem hier nicht gezeigten Gummituch.
[0018] Die beiden Formatteile 1 und 2 besitzen zueinander einen Achsabstand, welcher durch
die Ringe 5 und 5' bestimmt ist. Die beiden Formatteile 1 und 2 stützen sich über
diese Ringe 5 und 5' an ihren Enden aufeinander ab. Entsprechendes gilt für die oben
erwähnten Beschichtungen. Durch die Reibkräfte zwischen den Ringen 5 und 5' werden
Torsionsschwingungen und auch radiale Schwingungen aufgenommen. Diese Schwingungen
werden insbesondere durch Kanalschläge erzeugt. Die genannte Reibkraft wird durch
die Kontaktkraft zwischen den Ringen 5 und 5' bzw. zwischen den entsprechenden Laufflächen
erzeugt.
1. Druckwerk für eine Druckmaschine, mit wenigstens zwei Formatteilen (1, 2), von denen
wenigstens eines austauschbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens zwei Formatteile (1, 2) an ihren Enden harte Laufflächen (9) aufweisen
und diese so ausgebildet sind, dass sie den Achsabstand zwischen diesen beiden Formatteilen
(1, 2) bilden.
2. Druckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Formatteile (1, 2) austauschbar sind.
3. Druckwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Formatteil (1) einen Gummituchzylinder und ein anderes Formatteil (2) einen Plattenzylinder
bildet.
4. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein austauschbares Formatteil (1, 2) eine eigene Lagerung (7) aufweist.
5. Druckwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Formatteil (1, 2) zwei Lagerstümpfe (7) aufweist, die jeweils
fest mit einem Ende einer Hülse (3) verbunden sind.
6. Druckwerk nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (3) aussenseitig eine Beschichtung (4) aufweist.
7. Druckwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Beschichtung (4) überschliffen ist.
8. Druckwerk nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (3) aus Kunststoff und insbesondere aus einem kohlenfaserverstärkten Kunststoff
besteht.
9. Druckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufflächen (9) durch eine aufgebrachte Schicht gebildet werden.
10. Druckwerk nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Schicht überschliffen ist.
11. Druckwerk nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Schicht aus Hartmetall oder Keramik hergestellt ist.
12. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das austauschbare Formatteil (1, 2) mehrere überschliffene Flächen (8, 9, 10) aufweist.
13. Druckwerk nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Formatteil (1, 2) wenigstens eine überschliffene Lauffläche (9), eine überschliffene
Mantelfläche (8) und eine überschliffene Lagerfläche (10) aufweist.
14. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufflächen (9) jeweils durch einen Schmitzring (5) gebildet werden.
15. Druckwerk nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmitzringe (5, 5') aufgeschrumpfte oder aufgepresste Ringe aus gehärtetem Stahl
sind.
16. Druckwerk nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringe (5, 5') jeweils auf einen Wellenstumpf (7) aufgebracht sind.