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(11) |
EP 1 756 369 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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09.07.2008 Patentblatt 2008/28 |
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Anmeldetag: 25.05.2005 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2005/005663 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2005/116340 (08.12.2005 Gazette 2005/49) |
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Tragwerk mit einer Vorrichtung zur Dämpfung einer Flatterbewegung
Supporting structure with a device for damping oscillations
Ossature porteuse avec d'un dispositif amortisseur des oscillations
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI
SK TR |
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Priorität: |
26.05.2004 DE 102004025761
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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28.02.2007 Patentblatt 2007/09 |
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Patentinhaber: |
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- TuTech Innovation GmbH
21079 Hamburg (DE)
- Technische Universität Hamburg-Harburg
21073 Hamburg (DE)
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Erfinder: |
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- KÖRLIN, Rüdiger
D-01277 Dresden (DE)
- STAROSSEK, Uwe
21073 Hamburg (DE)
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| (74) |
Vertreter: Hauck Patent- und Rechtsanwälte |
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Postfach 11 31 53 20431 Hamburg 20431 Hamburg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN Bd. 2000, Nr. 04, 31. August 2000 (2000-08-31) & JP 2000
001815 A (KOBE STEEL LTD), 7. Januar 2000 (2000-01-07)
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN Bd. 017, Nr. 584 (M-1501), 25. Oktober 1993 (1993-10-25)
& JP 05 171837 A (NKK CORP), 9. Juli 1993 (1993-07-09)
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Tragewerk mit einer Vorrichtung zur Dämpfung einer Flatterbewegung
bei dem Tragwerk, insbesondere bei einer Brücke.
[0002] Es besteht das Bedürfnis nach immer größeren Spannweiten im Brückenbau. So besitzt
beispielsweise die Ende der 90er Jahre in Japan errichtete Akashi Kaikyo Brücke eine
Spannweite von fast 2000 m. Die für die Überquerung der Meerenge von Messina in Italien
geplante Brücke soll eine Spannweite von über 3 km besitzen. Mit diesen extremen Brückenlängen
rückt zunehmends die Problematik der Schwingungsanfälligkeit dieser Tragwerke in den
Vordergrund. Bei der Auslegung weit gespannter Brückenträger ist ein besonders wichtiger
Effekt die sogenannte Flatterstabilität der Brücke. Hierbei handelt es sich um ein
aeroelastisches Phänomen des windinduzierten Brückenflatters, bei dem gekoppelte Biege-
und Torsionsschwingungen des Brückenträgers auftreten. Bei selbstinduzierten Biege-
und Torsionsschwingungen handelt es sich im Gegensatz zu sogenannten fremdinduzierten
Schwingungen, die beispielsweise durch Luft-Böen oder durch Luft-Strömungsturbulenzen
hervorgerufen werden, bei der Selbstinduktion um angreifende Erregerkräfte, die allein
durch eine strukturelle Verschiebung der Brücke hervorgerufen werden. Die an dem Tragwerk
angreifenden Luftkräfte beeinflussen die dynamischen Eigenschaften der Brückenstruktur,
also insbesondere Steifigkeit und Dämpfungsparameter. Diese Änderungen treten auch
bei zeitlich konstanter Windgeschwindigkeit auf. Erreicht die Windgeschwindigkeit
einen bestimmten kritischen Wert, wird die Strukturdämpfung des Brückenträgers weitgehend
aufgehoben. Bei einem weiteren Anwachsen der Windgeschwindigkeit kann eine Struktur
mit negativer Gesamtdämpfung auftreten, bei der eine kleine Initialverschiebung zu
einer anwachsenden Schwingung mit nahezu unbegrenzter Amplitude und so zum Versagen
des Brückentragwerks führt. Die kritische Windgeschwindigkeit (Ucr) ist der strukturelle
Kennwert für die Flatterstabilität von Brücken. Es ist bekannt, dass Ucr mit abnehmender
Steifigkeit und Dämpfung der Brücke abnimmt. Gerade Brücken mit einer großen Spannweite
besitzen jedoch eine geringe Steifigkeit, so dass für diese das Problem des Flatterns
auftritt.
[0003] Zur Stabilisierung flattergefährdeter Brückenträger können verschiedene schwingungsdämpfende
Verfahren und Vorrichtungen eingesetzt werden. Grundsätzlich lassen sich hierbei aktive
und passive Verfahren unterscheiden. Die passive Schwingungsdämpfung bezieht sich
im wesentlichen auf strukturelle Maßnahmen, wie beispielsweise die Erhöhung der Torsionssteifigkeit
des Trägers, das Hinzufügen von zusätzlichen Schrägseilen und Querhängern oder die
Verwendung von mehrteiligen Brückenträgern.
[0004] Die aktiven Schwingungsdämpfer lassen sich in aktive mechanische sowie aktive aerodynamische
Schwingungsdämpfer unterscheiden. Die Letztgenannten beruhen auf dem Ansatz, das sich
um den Brückenträger ausbildende Strömungsfeld geeignet zu modifizieren, um so eine
stabilisierende Wirkung zu erzielen. Beispielsweise können an dem Brückenträger seitlich
Klappen vorgesehen sein, die so in den Wind gestellt werden, dass durch die vorbeiströmende
Luft eine stabilisierende Kraft ausgeübt wird. Bei der aktiven mechanischen Flatterkontrolle
erfolgt eine Kontrolle der Torsionsschwingung des Brückenträgers beispielsweise durch
ein zusätzlich aufgebrachtes Torsionsmoment. Zu einer Ausgestaltung wird durch horizontal
verschiebbare Dämpfermassen im Brückenträger das zusätzliche Torsionsmoment erzeugt.
Es gibt auch Überlegungen, durch eine im Zentrum des Brückenquerschnitts rotierende
Massen ein stabilisierendes Drehmoment für die Brückenträger zu erzeugen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Dämpfervorrichtung zur Dämpfung einer
Flatterbewegung für ein Tragwerk bereit zu stellen, die mit einfachen Mitteln und
möglichst geringem Energieeinsatz die kritische Windgeschwindigkeit für eine Flatterbewegung
erhöht.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Tragwerk mit einer Vorrichtung mit den
Merkmalen aus Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltung bilden die Gegenstände
der Unteransprüche.
[0009] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Dämpfung einer Flatterbewegung bei einem Tragwerk
besitzt mindestens ein Paar von Massenkörpern. Die Massenkörper sind auf den gegenüberliegenden
Seiten einer Achse angeordnet, um die eine Drehbewegung bzw. eine Torsionsbewegung
des Tragwerks bei der Flatterbewegung erfolgt. Jeder der Massenkörper ist dabei schwenkbar
gelagert, derart, daß die Masse von jedem Körper exzentrisch zu einem Lagerpunkt verteilt
ist. Ferner ist bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ein Antrieb vorgesehen, der
mindestens einen der Massenkörper um einen vorbestimmten Winkel in einer Ebene senkrecht
zur Achse verstellt. Der Massenkörper ist exzentrisch um einen Lagerpunkt gelagert,
so dass sich beispielsweise durch die Verbindung von Massenschwerpunkt und Lagerpunkt
eindeutig eine Richtung für den Massenkörper definieren läßt, wobei die Verbindung
in der Ebene senkrecht zu der Achse liegt. Diese Richtung von mindestens einem der
Massenkörper wird durch den Antrieb geändert. Die Winkeländerung erfolgt durch eine
Steuereinheit, die abhängig von gemessenen Werten mindestens einen Antrieb zur Änderung
der Winkelposition des Massenkörpers ansteuert. Anders als bei einer rotierenden Dämpfungsmasse
wird bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung nicht ausschließlich mit dem Drehmoment
einer Dämpfungsmasse gearbeitet. Vielmehr findet bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung
eine Verstellung von zwei Massenkörpern jeweils relativ zu dem Tragwerk statt, um
so eine auftretende Flatterbewegung zu dämpfen und/oder dem Tragwerk ein ausreichendes
Dämpfungsmoment zu verleihen.
[0010] Bevorzugt ist jeder Massenkörper in einem Paar von Massenkörpern in seiner Winkelposition
verstellbar.
[0011] In einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Dämpfungsvorrichtung ist
jeder Massenkörper über einen Schwenkarm schwenkbar gelagert. Der derartig exzentrisch
angeordnete Massenkörper besitzt eine vergleichsweise großes Trägheitsmoment.
[0012] In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Schwenkarme jeweils über Federn mit dem
Tragwerk verbunden. Bevorzugt halten die Federn den Schwenkann in einer Ruheposition,
die für den Fall, dass keine Windkräfte angreifen, eine ausgeglichene Massenverteilung
an dem Tragwerk sicherstellt.
[0013] Zweckmäßigerweise sind die Massenkörper eines Paares von Massenkörpern im gleichen
Abstand von der Achse gelagert, so dass das Paar symmetrisch zu der Achse angeordnet
ist.
[0014] Bevorzugt ist als Antrieb für eine Paar von Massenkörpern jeweils ein Elektromotor
vorgesehen. Alternativ kann als Antrieb auch ein hydraulischer Aktuator vorgesehen
sein.
[0015] In einer ganz besonders bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Dämpfungsvorrichtung
erfolgt die Schwenkbewegung der Massenkörper innerhalb eines beschränkten Winkelbereichs.
Der Winkelbereich ist hierbei bevorzugt symmetrisch um eine Ruhelage des Massenkörpers
angeordnet.
[0016] Bevorzugt handelt es sich bei dem zu dämpfenden Tragwerk um eine Brücke, insbesondere
eine Hängebrücke, wobei bevorzugt die Massenkörper auf beiden Seiten der Mittellängsachse
der Brückenträger angeordnet sind. Zweckmäßigerweise können mehrere Paare von Massenkörpern
entlang den Brückenträgern angeordnet sein, wobei es je nach Länge der Brückenträger
ein oder mehrere Paare von Massenkörpem in dem Brückenträger vorgesehen sein können.
[0017] Bevorzugt ist ein Sensor vorgesehen, der eine Verschiebung und/oder eine zeitliche
Ableitung der Verschiebung des Tragwerks erfasst. Die Messergebnisse liegen an der
Steuereinheit an. Bei der zeitlichen Ableitung kann es sich beispielsweise um die
zweite Ableitung handeln, die dann über einen Beschleunigungssensor erfaßt wird. Zweckmäßigerweise
wird die Verschiebung des Tragwerks in der Mittellängsachse gemessen.
[0018] Ebenfalls bevorzugt ist ein Sensor vorgesehen, der eine Verdrehung und/oder eine
zeitliche Ableitung der Verdrehung des Tragwerks erfaßt und dessen Messergebnisse
an der Steuereinheit anliegen. Die Verdrehung ist ein Maß für die Torsion des Brückenträgers.
Zweckmäßigerweise erfaßt der Sensor die Verdrehung bevorzugt um die Mittellängsachse.
[0019] Aus den Daten berechnet die Steuereinheit unter Berücksichtigung von Frequenz und
Amplitude der gemessenen Werte die anzusteuernde Winkelposition für den Massenkörper.
Alternativ kann von der Steuereinheit auch die Winkelgeschwindigkeit oder die Winkelbeschleunigung
vorgegeben werden.
[0020] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Dämpfungsvorrichtung wird
nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert.
[0021] Es zeigt
- Fig. 1
- ausschnittsweise einen Brückenträger in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht des Brückenträgers im Querschnitt,
- Fig. 3
- ein vereinfachtes Modell zur Beschreibung der Bewegungsvorgänge und
- Fig. 4
- relativer Energieverbrauch, abhängig von einem Quotient aus Dämpfermasse und Bauwerksmasse.
[0022] Fig. 1 zeigt einen Brückenträger 10 im Ausschnitt, wie er bei Hängebrücken auftritt.
der Brückenkörper 12 wird durch Tragseile/Hänger 14 an einem zwischen den Pylonen
der Brücke gespannten Seil 16 gehalten. Der Brückenträger 10 besitzt aufgrund seiner
Bauart, seiner Aufhängung, den verwendeten Materialien, seinen Abmessungen und weiterer
Größen eine bestimmte Steifigkeit und eine bestimmte Dämpfung. Das Schwingungsverhalten
des Brückenträgers wird zudem noch durch die Steifigkeit und Dämpfung der Pylonen
beeinflußt. Insgesamt besteht die Gefahr, daß auch bei einem zeitlich konstanten,
quer zur Brückenlängsrichtung angreifenden Wind sich die Dämpfungs- und Steifigkeitseigenschaften
so ändern, dass negative Dämpfungswerte auftreten, die dazu führen, daß geringe Verschiebungen
in dem Brückenträger sich aufschaukeln und beispielsweise zu einer Zerstörung der
Hängebrücke führen, wie beispielsweise bei der Tacoma Narrows Bridge 1940. Das Auftreten
von negativen Dämpfungswerten, die zu einer sich aufschaukelnden Schwingung der Brücke
führen, bedürfen keiner periodischen Anregung, beispielsweise durch Böen oder Luftwirbel,
sondern lediglich einer geringen Verschiebung des Brückenträgers aus seiner Ruhelage.
[0023] Fig. 2 zeigt den Körper des Brückenträgers 12 im Querschnitt. Die Längsachse des
Brückenträgers ist mit 18 gekennzeichnet. Seitlich von der Längsachse 18 sind zwei
Antriebe 20 und 22 angeordnet. Die Massenkörper 24 und 26 sind jeweils über einen
Hebelarm 28 und 30 mit den zugeordneten Antrieben verbunden. Die Hebelarme 28 und
30 sind in den Punkten 32 und 34 in dem Brückenträger gelagert (nicht näher dargestellt).
Die Lagerpunkte 32 und 34 liegen auf einer horizontalen Achse 36, bezogen auf den
Ruhezustand des Brückenträgers. Die Lagerpunkte 30 und 32 können federnd und gedämpft
in dem Brückträger aufgehangen sein.
[0024] Fig. 2 zeigt beispielhaft einen Winkelintervall 38, in dem die Massenkörper 24 und
26 jeweils unabhängig voneinander verstellt werden können.
[0025] Fig. 3 zeigt schematisch das bei der Steuerung der Auslenkung der Massenkörper zugrunde
liegende physikalische Modell. Die Flatterbewegung wird in eine Bewegung mit zwei
Freiheitsgraden zerlegt. Der erste Freiheitsgrad bezeichnet die Verschiebung h, die
bezogen auf die Brückenträger ein Heben und Senken des Brückenträgers beschreibt.
Der zweite Freiheitsgrad ist eine Torsionsverdrehung um den Winkel α. Eine seitliche
Verschiebung, also eine Verschiebung quer zur Richtung h wird in diesem Modell nicht
explizit berücksichtigt, könnte aber noch mit einbezogen werden. Das Modell nimmt
nun für die Verschiebung h an, daß es sich um eine gedämpfte Schwingung handelt, die
durch ein Federelement 40 und einen Dämpfer 42 in Fig. 3 dargestellt ist. Auch für
die Torsionsbewegung α wird in dem Modell ein Federelement 44 und ein Dämpfungselement
46 angenommen. Bevorzugt wird bei dem Modell eine lineare Rückstellkraft angesetzt.
Je nach Komplexität der Steuereinheit können aber auch nicht lineare Terme, insbesondere
im Bereich großer Amplituden, in die Rechnung einbezogen werden. Die Lösung der seitlichen
Schwingungsgleichungen für h (t) und α (t) beschreibt die Bewegung der Lagerpunkte
32 und 34. Ausgehend von der Position an den Lagerpunkten 32 und 34 werden die Winkel
γ
1 und γ
2 für die Auslenkung der Massenkörper 24 und 26 bestimmt. Hierbei kann der Winkel als
der Auslenkungswinkel des Hebelarms gegenüber der gedachten Verbindung 48 zwischen
den Lagerpunkten 32 und 34 gezählt werden oder gegenüber der horizontalen Achse 36.
Bevorzugt wird erstgenannte Variante.
[0026] Die vorgenommene Regelung zur Dämpfung und Unterdrückung der Flatterbewegung kann
auf unterschiedliche Art erfolgen.
[0027] Als Eingangswert für die Regelung werden die Tragwerksverschiebungen h und α und
deren Zeitableitung dh/dt und α/dt gemessen. Die Position der Lagerpunkte 32 und 34
und der Schwenkarme wird ebenfalls gemessen. Aus den Messwerten werden aufgrund eines
zugrunde liegenden Modells Sollwerte für die Auslenkungswinkel γ
1 und γ
2 bestimmt. Auch ist es möglich, je nach gewähltem Antrieb Sollwerte für die erste
oder zweite zeitliche Ableitung der Drehwinkel γ
1 und γ
2 vorzugeben.
[0028] Zur Verdeutlichung seien beispielhaft eine Hängebrücke mit einer Hauptspannweite
von 1500 m als Abstand zwischen zwei Pylonen betrachtet. Als zusätzliche Dämpfermasse
mit den Massenkörpem werden auf jeder Seite der Brücke insgesamt 100 t verwendet,
was zu einer Gesamtdämpfermasse von 200 t führt. Die Dämpfermasse wird beispielsweise
auf 15 Paaren von Schwenkarmen aufgeteilt. Jeder Schwenkarm besitzt eine Länge von
3 m. Bei Elektromotoren als Aktuatoren für die Schwenkarme sind hier die auftretenden
Motormomente zu begrenzen. Für das Maximalmoment sei beispielsweise 5500 Nm bei maximal
750 U/min angesetzt. Durch ein Getriebe kann das Moment an der Motorlast erhöht werden.
Damit wird jedoch die Drehzahl reduziert, die erforderliche Dynamik muss weiterhin
gewährleistet sein. Beispielsweise kann also ein Getriebe mit einer Untersetzung von
50:1 gewählt werden, so daß das maximale Motorelement sich zu 4600 Nm ergibt.
[0029] Der größere Anteil der auftretenden Drehmomente der Elektromotoren wird genutzt,
um das Eigengewicht der exzentrisch angeordneten Dämpfermasse zu überwinden. Hierdurch
können die gewünschten Schwenkarmbewegungen um die horizontale Mittelachse 36 gewährleistet
werden.
[0030] Zum Einstellen einer horizontalen Ruhelage der Schwenkarme sind unterschiedliche
Ansätze möglich, hierzu zählt beispielsweise ein Getriebe mit innerer Reibung oder
eine federnde Lagerung der Schwenkanne. Bei letztgenannter Möglichkeit sind die Schwenkanne
nahe am Motor mit dem Brückenträger durch Federn verbunden. Anstatt der Einleitung
der Stellkräfte mit Elektromotoren ist auf die Verwendung hydraulischer Aktuatoren,
welche sich ebenfalls nahe zu dem Drehpunkt befinden, möglich.
[0031] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Dämpfung einer Flatterbewegung bei einem Tragwerk
ist jedoch nicht auf den Einsatz bei Hängebrücken beschränkt, sondern kann ebenfalls,
beispielsweise zur Dämpfung horizontaler Schwingungen bei Türmen, eingesetzt werden.
Hierbei verläuft die Achse 18 in vertikaler Richtung. Der Vorteil hierbei ist, daß
die Gewichtskraft der Massekörper nicht überwunden werden muß.
[0032] Fig. 4 zeigt abschließend einen Vergleich des Energiebedarfs verschiedener möglicher
Massensysteme. Der Energieverbrauch wurde für ein Massenverhältnis, d.h. Quotient
von Dämpfermasse und Bauwerksmasse, von 1 % auf einen Energiebedarf von 100 % für
das im Stand der Technik bekannte Verfahren eines zentrischen Rotationskörpers (ZRA)
normiert.
[0033] Bei dem als HA bezeichneten Verfahren wird mit einer horizontal verschiebbaren Masse
gearbeitet. Das erfindungsgemäße Verfahren von exzentrisch schwenkbarem Massendämpfern
ist mit ERA bezeichnet. Fig. 4 ist zu entnehmen, daß der Energiebedarf für die Flatterkontrolle
bei dem erfindungsgemäßen deutlich niedriger als bei dem bekannten Verfahren ist.
1. Tragwerk mit einer Vorrichtung zur Dämpfung einer Flatterbewegung, mit
- mindestens einem Paar von Massenkörpern (24, 26), die auf gegenüberliegenden Seiten
einer Achse (18) angeordnet sind, um die eine Torsionsbewegung des Tragwerks bei einer
Flatterbewegung erfolgt,
- wobei die Massenkörper (24, 26) jeweils schwenkbar derart gelagert sind, daß die
Masse (24, 26) von jedem Körper exzentrisch um einen Lagerpunkt (32, 34) verteilt
ist,
- mindestens einem Antrieb (20, 22), der mindestens einen Massenkörper (24, 26) um
einen vorbestimmten Winkel (γ1, γ2) in einer Ebene senkrecht zu der Achse verstellt, und
- einer Steuereinheit, die abhängig von gemessenen Werten der Tragwerksposition und/oder
-bewegung mindestens einen Antrieb (20, 22) zur Änderung der Winkelposition (γ1, γ2), des Massenkörpers (24, 26) ansteuert.
2. Tragwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Massenkörper (24, 26) in seiner Winkelposition (γ1, γ2) verstellbar ist.
3. Tragwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Massenkörper (24, 26) an einem Schwenkarm (28, 30) befestigt ist, der schwenkbar
gelagert ist.
4. Tragwerk nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkarme (28, 30) jeweils über Federn mit dem Tragwerk verbunden sind.
5. Tragwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Massenkörper (24, 26) eines Paares von Massenkörpern im gleichen Abstand von
der Achse (18) gelagert ist.
6. Tragwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Antrieb (20, 22) für ein Paar von Massenkörpern jeweils ein Elektromotor vorgesehen
ist.
7. Tragwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Antrieb für ein Paar von Massenkörpern (24, 26) jeweils ein hydraulischer Aktuator
vorgesehen ist.
8. Tragwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Massenkörper (24, 26) in einem beschränkten Winkelbereich (38) verschwenkbar
ist.
9. Tragwerk nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkelbereich symmetrisch um eine Ruhelage (36) der Massenkörper ausgerichtet
ist.
10. Tragwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das zu dämpfende Tragwerk eine Brücke mit einem oder mehreren Brückenträgern ist.
11. Tragwerk nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Massenkörper auf beiden Seiten der Mittellängsachse des Brückenträgers angeordnet
sind.
12. Tragwerk nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Paare von Massenkörpern entlang dem oder der Brückenträger angeordnet sind.
13. Tragwerk nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Sensor vorgesehen ist, der eine Verschiebung (h) und/oder eine zeitliche
Ableitung der Verschiebung des Brückenträgers erfaßt, wobei die Messergebnisse an
der Steuereinheit anliegen.
14. Tragwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebung des Tragwerks in der Achse (18) gemessen wird.
15. Tragwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Sensor vorgesehen ist, der eine Torsion (α) und/oder eine zeitliche
Ableitung der Torsion des Tragwerks erfaßt, wobei die Messergebnisse an der Steuereinheit
anliegen.
16. Tragwerk nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verdrehung (α) des Tragwerks um die Achse (18) erfaßt wird.
17. Tragwerk nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit die Massenkörper unter Berücksichtigung von Frequenz und Amplitude
der gemessenen Werte (h, α) die Winkelpositionen (γ1, γ2), die erste zeitliche Ableitung der Winkel (dγ1/dt, dγ2/dt) oder die zweite zeitliche Ableitung der Winkel (d2γ1/dt2, d2γ2/dt2) der Massenkörper ansteuert.
1. Supporting structure with a device for damping oscillations, with
- at least one pair of mass bodies (24, 26), which are arranged on opposite-lying
sides of an axis (18), around which a torsional movement of the supporting structure
takes place in the case of oscillations,
- wherein the mass bodies (24, 26) are each swivel-mounted such that the mass (24,
26) of each body is distributed eccentrically around a supporting point (32, 34),
- at least one drive (20, 22), which shifts at least one mass body (24, 26) by a predetermined
angle (γ1, γ2) in a plane that is perpendicular to the axis, and
- a control unit, which controls at least one drive (20, 22) for the changing of the
angle position (γ1, γ2) of the mass body (24, 26) depending on the measured values of the supporting structure
position and/or movement.
2. Supporting structure according to claim 1, characterized in that the angle position (γ1, γ2) of each mass body (24, 26) can be shifted.
3. Supporting structure according to claim 1 or 2, characterized in that each mass body (24, 26) is fastened to a pivot arm (28, 30), which is swivel-mounted.
4. Supporting structure according to claim 3, characterized in that the pivot arms (28, 30) are each connected to the supporting structure via springs.
5. Supporting structure according to one of claims 1 through 4, characterized in that each mass body (24, 26) of a pair of mass bodies is mounted the same distance from
the axis (18).
6. Supporting structure according to one of claims 1 through 4, characterized in that one electromotor is provided as the drive (20, 22) for each pair of mass bodies.
7. Supporting structure according to one of claims 1 through 6, characterized in that one hydraulic actuator is provided as the drive for each pair of mass bodies (24,
26).
8. Supporting structure according to one of claims 1 through 7, characterized in that each mass body (24, 26) can be pivoted in a restricted angular range (38).
9. Supporting structure according to claim 8, characterized in that the angular range is aligned symmetrically around a rest position (36) of the mass
bodies.
10. Supporting structure according to one of claims 1 through 10, characterized in that the supporting structure to be damped is a bridge with one or more bridge supports.
11. Supporting structure according to claim 10, characterized in that the mass bodies are arranged on both sides of the middle longitudinal axis of the
bridge support.
12. Supporting structure according claim 10 or 11, characterized in that several pairs of mass bodies are arranged along the bridge support(s).
13. Supporting structure according to one of claims 10 through 12, characterized in that at least one sensor is provided, which captures a shift (h) and/or a temporal derivation
of the shift of the bridge support, wherein the measurement results are supplied to
the control unit.
14. Supporting structure according to one of claims 1 through 13, characterized in that the shift of the supporting structure in the axis (18) is measured.
15. Supporting structure according to one of claims 1 through 14, characterized in that at least one sensor is provided, which captures a torsion (α) and/or a temporal derivation
of the torsion of the supporting structure, wherein the measurement results are supplied
to the control unit.
16. Supporting structure according to claim 15, characterized in that a torsion (α) of the supporting structure around axis (18) is captured.
17. Supporting structure according to one of claims 13 through 16, characterized in that the control unit controls the mass bodies taking into consideration the frequency
and amplitude of the measured values (h, α), the angle positions (γ1, γ2), the first temporal derivation of the angles (dγ1/dt, dγ2/dt) or the second temporal derivation of the angles (d2γ1/dt2, d2γ2/dt2) of the mass bodies.
1. Ossature porteuse avec un dispositif amortisseur des oscillations, comprenant
- au moins une paire de corps massiques (24, 26) qui sont disposés sur des faces opposées
d'un axe (18) autour desquels est exécuté un mouvement de torsion de l'ossature porteuse
en cas d'oscillation,
- les corps massiques (24, 26) étant logés respectivement de façon pivotante, de sorte
que la masse (24, 26) de chaque corps est répartie excentriquement autour d'un point
de palier (32, 34),
- au moins un entraînement (20, 22) qui ajuste au moins un corps massique (24, 26)
à un angle prédéterminé (γ1, γ2) dans un plan perpendiculaire à l'axe, et
- une unité de commande qui commande en fonction des valeurs mesurées de la position
et/ou du mouvement d'ossature porteuse au moins un entraînement (20, 22) pour modifier
la position angulaire (γ1, γ2) du corps massique (24, 26).
2. Ossature porteuse selon la revendication 1, caractérisée en ce que chaque corps massique (24, 26) est ajustable dans sa position angulaire (γ1,γ2).
3. Ossature porteuse selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que chaque corps massique (24, 26) est fixé sur un bras pivotant (28, 30) qui est logé
de façon pivotante.
4. Ossature porteuse selon la revendication 3, caractérisée en ce que les bras pivotants (28, 30) sont reliés respectivement par des ressorts à l'ossature
porteuse.
5. Ossature porteuse selon une des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que chaque corps massique (24, 26) d'une paire de corps massiques est situé à une distance
égale de l'axe (18).
6. Ossature porteuse selon une des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que respectivement un moteur électrique est prévu en tant qu'entraînement (20, 22) d'une
paire de corps massiques.
7. Ossature porteuse selon une des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que respectivement un actionneur hydraulique est prévu en tant qu'entraînement d'une
paire de corps massiques (24, 26).
8. Ossature porteuse selon une des revendications 1 à 7, caractérisée en ce que chaque corps massique (24, 26) est pivotant dans une plage angulaire limitée (38).
9. Ossature porteuse selon la revendication 8, caractérisée en ce que la plage angulaire est orientée symétriquement autour d'une position de repos (36)
des corps massiques.
10. Ossature porteuse selon une des revendications 1 à 10, caractérisée en ce que l'ossature porteuse devant être amortie est un pont avec une ou plusieurs poutres
de ponts.
11. Ossature porteuse selon la revendication 10, caractérisée en ce que les corps massiques sont disposés des deux côtés de l'axe longitudinal médian de
la poutre de pont.
12. Ossature porteuse selon les revendications 10 ou 11, caractérisée en ce que plusieurs paires de corps massiques sont disposées le long de la ou des poutres de
pont.
13. Ossature porteuse selon une des revendications 10 à 12, caractérisée en ce qu'au moins un capteur est prévu, lequel détecte un déplacement (h) et/ou une dérivée
temporelle du déplacement de la poutre de pont, les résultats de mesure étant l'objet
de l'unité de commande.
14. Ossature porteuse selon une des revendications 1 à 13, caractérisée en ce que le déplacement de l'ossature porteuse dans l'axe (18) est mesuré.
15. Ossature porteuse selon une des revendications 1 à 14, caractérisée en ce qu'au moins un capteur est prévu, lequel détecte une torsion (α) et/ou une dérivée temporelle
de la torsion de l'ossature porteuse, les résultats de mesure étant l'objet de l'unité
de commande.
16. Ossature porteuse selon la revendication 15, caractérisée en ce qu'une torsion (α) de l'ossature porteuse est détectée autour de l'axe (18).
17. Ossature porteuse selon une des revendications 13 à 16, caractérisée en en ce que l'unité de commande commande les corps massiques en tenant compte de la fréquence
et de l'amplitude des valeurs mesurées (h, α), les positions angulaires (γ1, γ2),
la première dérivée temporelle des angles (dγ1/dt, dγ2/dt) ou la seconde dérivée temporelle des angles (d2γ1/dt2, d2γ2/dt2) des corps massiques.


IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente
In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN, 20000831vol. 2000, 04 [0005]
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN, 19931025vol. 017, 584 [0006]