[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verschliessen von wurstförmigen Verpackungshüllen
mittels Clipsen gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1. Ferner betrifft die Erfindung
eine Clipvorrichtung zum Verschliessen von wurstförmigen Verpackungshüllen gemäss
Oberbegriff des Anspruchs 9.
[0002] Das Verschliessen von Würsten mittels Clipsen aus Draht in sogenannten Clipmaschinen
ist bekannt. In der schlauchförmigen Verpackungshülle bzw. dem Darm wird dabei vom
Verdrängerscheren ein füllgutfreier Bereich geschaffen, in dem die Clipse gesetzt
werden (der Endclip der vorlaufenden Wurst und der Anfangsclip der folgenden Wurst).
Der Verschluss der Clipse erfolgt durch ein Oberwerkzeug (Stempel) und ein Unterwerkzeug
(Matrize), welche den Clip fertig formen bzw. schliessen. Bedingt durch verschiedene
Wurstarten werden unterschiedliche Clips verwendet, die sich sowohl in der Art und
der Grösse unterscheiden. Dies bedingt den Wechsel der Werkzeuge an der Clipmaschine
und oftmals auch des Arbeitshubes für das Schliessen der Clips, was gelegentlich zu
Fehlmanipulationen führt, die zu einer Beschädigung des Werkzeuges und der Clipmaschine
führen können. In der
EP-A-0 467 020 wird eine hydraulische Anordnung vorgeschlagen, die ein Ausweichen des Stempels ermöglicht,
wenn der Schliessdruck am Stempel überschritten wird. Diese Anordnung hat sich bewährt.
Sie kann allerdings ihrerseits schadhaft werden, wenn die Bedienungsperson der Clipmaschine
die Clipverschlusshöhe nicht korrekt einstellt und diese Einstellung auch bei Auslösung
der Anordnung nicht korrigiert, so dass die Clipmaschine ständig im Auslösebereich
dieser Anordnung betrieben wird.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde ein verbessertes Verschliessverfahren bzw.
eine verbesserte Clipvorrichtung zu schaffen.
[0004] Dies wird mit dem Verfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 und
der Clipvorrichtung mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 9 erzielt.
[0005] Dadurch, dass die zwischen den Werkzeugen wirkende Kraft gemessen wird, kann durch
den folgenden Grenzwertvergleich festgestellt werden, dass die Clipmaschine in einem
Kraftbereich arbeitet, der unvorteilhaft oder gar unzulässig ist und durch das Einwirken
auf den Antrieb kann ein weiterer Betrieb in einem unvorteilhaften oder unzulässigen
Kraftbereich vermieden werden.
[0006] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist ein Grenzwert für die gemessene Schliesskraft
vorgesehen, bei dessen Erreichen oder gegebenenfalls Überschreiten der angefangene
Clipschliessvorgang noch zu Ende geführt wird, da dies noch ohne Gefahr für die Werkzeuge
oder die Clipmaschine zulässig ist. Es wird aber nach dem Abschluss des Clipschliessvorganges
die Clipmaschine gestoppt. Dies erfolgt vorzugsweise in einer Stellung, die der Bedienungsperson
die Änderung der Werkzeughöhe (Clipverschlusshöhe) erlaubt und es wird auch bevorzugterweise
eine entsprechende Fehlermeldung angezeigt. Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
ist ein weiterer (höherer) Grenzwert vorgesehen, bei dessen Erreichen der Antrieb
sofort gestoppt wird und vorzugsweise auch um einen gewissen Antriebsdrehwinkel zurückgefahren
wird, um die Werkzeuge und weitere Maschinenteile zu entlasten. Insbesondere mit elektrischen
Servoantrieben ist eine entsprechend rasche Reaktion auf die Kraftmessung bzw. Grenzwerterreichung
oder Grenzwertüberschreitung ohne weiteres möglich.
[0007] Die Messung kann z.B. durch einen Näherungssensor erfolgen oder mit Dehnmessstreifen.
Die Kraft kann auch direkt gemessen werden, z.B. mit einer Druckmessdose.
[0008] Im folgenden werden Ausführungsformen der Erfindung anhand der Figuren näher erläutert.
Dabei zeigt
Figur 1 eine teilweise Ansicht einer Clipvorrichtung mit Oberarm, Unterarm und Antriebselementen,
Figur 2 eine Ansicht eines Teils des Oberarms mit einer ersten Ausführung der Messeinrichtung,
Figur 3 eine Ansicht eines Teils des Oberarms mit einer weiteren, Ausführung der Messeinrichtung;
und
Figur 4 eine weitere Ansicht eines Teils des Oberarms mit einer weiteren Ausführung
der Messeinrichtung.
[0009] Figur 1 zeigt eine teilweise Darstellung einer Clipvorrichtung 1, wobei in dieser
Figur im wesentlichen nur der Oberarm und der Unterarm der Vorrichtung und ein Teil
der Antriebselemente dargestellt sind. Die Ausbildung einer Clipvorrichtung mit den
erwähnten Verdrängerscheren ist dem Fachmann aber bekannt, so dass es dazu keiner
weiteren Erläuterungen als der nachfolgend gegebenen bedarf. Die Clipvorrichtung 1
weist ein nur angedeutetes Maschinengestell und Gehäuse 5 auf, welches die Komponenten
der Vorrichtung aufnimmt und die entsprechenden Lagerstellen für die angetriebenen
Elemente bereitstellt. Insbesondere weist die Clipvorrichtung einen Antrieb 2 auf,
der derart ausgestaltet ist, dass er von einer elektronischen Steuerung 4 gesteuert
werden kann. Dabei ist der Antrieb 2 insbesondere ein elektrischer Servomotorantrieb
und die Steuerung 4 ist z.B. eine industrielle mikroprozessorbasierte Steuerung. Der
Antrieb 2 wirkt über nicht näher dargestellte Antriebsmittel 18, wie z.B. Riemen,
Ketten, Zahnräder oder weitere Mittel auf Kurvenscheiben 3 ein, welche durch den Antrieb
um eine Achse 3' rotierend angetrieben werden. Von den Steuerkurven der Kurvenscheiben
werden über Rollen 30 die untere Werkzeughalterung 6 und die obere Werkzeughalterung
7,17 der Clipvorrichtung auf an sich bekannte Weise angetrieben, so dass diese Werkzeughalterungen
sich voneinander weg bewegen und aufeinander zu bewegen, um einerseits den Durchtritt
der zu verschliessenden befüllten Wursthülle und andererseits die Clipsetzung zu ermöglichen.
In dem gezeigten Beispiel ist die obere Werkzeughalterung 7,17, welches Element in
der Regel als Oberarm der Clipvorrichtung bezeichnet wird, mit unterbrochenen Linien
als 7' und 17' auch in der geöffneten Stellung teilweise angedeutet. Die Bewegungsabläufe
von Oberarm und der in der Regel als Unterarm bezeichneten unteren Werkzeughalterung
6 sind dem Fachmann bekannt und müssen hier nicht näher erläutert werden. Bei einer
bevorzugten Ausführungsform sind die Clipse Teil eines vorgeformten Clipdrahtes 13,
der durch eine Clipzuführung 11 zu den eigentlichen Clipverschliesswerkzeugen 8 und
9 zugeführt wird. Das Werkzeug 8, welches die Matrize sein kann und das Werkzeug 9,
welches der Stempel sein kann, sind dabei auf herkömmliche Weise so ausgeführt, dass
sie den jeweils vordersten, einen vorgeformten Clip bildenden Bereich des Clipdrahtes
13 beim Schliessen von Unterarm und Oberarm von dem Clipdraht 13 abschneiden und zum
geschlossenen Clip fertig formen. Weiter ist es bekannt, dass ein Trennmesser 12 vorgesehen
ist, welches die wurstförmige Verpackung zwischen den beiden nacheinander gesetzten
Clips, dem Endclip der zuvor gefüllten Wurst und dem Anfangsclip der nachfolgend gefüllten
Wurst, zerschneiden kann, so dass einzelne Würste entstehen. Dieses Messer 12 wird
natürlich nicht eingesetzt, wenn eine Kette von Würsten erzeugt werden soll. Die Werkzeuge
8 und 9 bzw. Matrize und Stempel, sind an die jeweilige Art der Clips, welche je nach
Wurst verschieden ist, angepasst und müssen auch in ihrer Lage zueinander entsprechend
eingestellt werden. Matrize und Stempel sind daher auswechselbar und mindestens eines
der Werkzeuge, hier der Stempel 9, ist in seiner Lage in bezug auf das andere Werkzeug
einstellbar, z.B. indem das Werkzeug an einem Einstellmittel 19 befestigt ist; dies
ist bekannt und muss hier nicht näher erläutert werden. Bei nicht korrekter Einstellung
dieser sogenannten Clipverschlusshöhe können beim Schliessen von Unterarm und Oberarm
zum Verschluss des jeweiligen Clips unzulässig hohe Kräfte auftreten, welche zu einer
Beschädigung der Clipvorrichtung führen können.
[0010] Gemäss der vorliegenden Erfindung wird nun eine Messeinrichtung eingesetzt, welche
ein Mass für die Kraft liefert, die beim Schliessen auftritt, und über die Steuerung
4 wird bei Erreichen oder Überschreiten eines Grenzwertes der Kraft auf den Antrieb
2 eingewirkt, um die Vorrichtung zu stoppen. Dadurch kann eine Beschädigung verhindert
werden. In dem gezeigten Beispiel ist die Messeinrichtung 10 am vorderen Oberarmteil
17 angeordnet. Die Messeinrichtung könnte auch am Unterarm oder an einem anderen Teil
der Werkzeughalterung angeordnet sein oder sie könnte sogar an den Werkzeugen 8 und/oder
9 selber angeordnet sein, so dass sie jeweils beim Austausch des Werkzeuges ebenfalls
mitausgetauscht würde. Bevorzugt ist indes die Anordnung an der Werkzeughalterung
6 oder 7,17 und insbesondere am Oberarm 7,17. Von der Messeinrichtung 10 führt ein
Kabel 15 oder eine drahtlose Datenverbindung zu der Steuerung 4, was in der Figur
1 lediglich durch ein Stück Kabel 15 an der Messeinrichtung 10 sowie einem Eingangskabel
15 an der Steuerung 4 angedeutet ist. Die Steuerung 4 kann damit die von der Messeinrichtung
gemessene Grösse, die proportional der Kraft ist, empfangen womit eine Messung der
Kraft vorliegt und die Steuerung kann diese Grösse bzw. die Kraft mit einem vorgegebenen
Grenzwert vergleichen.
[0011] Bei einer Ausführungsform einer Clipvorrichtung kann z.B. die Kraft für den korrekten
Verschluss des Clips 10 kN betragen und von der Messeinrichtung wird eine Grösse gemessen,
die dieser Kraft entspricht. Es kann dann in diesem Beispiel ein erster Grenzwert
von 11 kN vorgegeben werden. Hat nun die Bedienungsperson die Lage der Werkzeuge 8
und 9 zueinander derart falsch eingestellt, dass die beim Schliessen des Clips wirkende
Kraft die korrekte Clipkraft übersteigt und den Grenzwert erreicht oder übersteigt,
so kann dies durch die Steuerung 4 festgestellt und auf den Antrieb 2 eingewirkt werden,
so dass die Clipvorrichtung gestoppt wird. Insbesondere bei einem elektrischen Servomotorantrieb
kann die Reaktionszeit des Antriebes so kurz sein, dass die Maschine innerhalb des
Clipverschlussvorganges, bei dem die unzulässig hohe Kraft auftritt, noch gestoppt
werden kann, andernfalls erfolgt ein Stopp für den oder in dem nächsten Verschliessvorgang.
Bevorzugterweise wird gemäss der Erfindung so vorgegangen, dass bei dem Erreichen
eines ersten Grenzwertes, z.B. dem genannten Grenzwert von 11 kN, die Clipvorrichtung
den begonnenen Clipablauf fertig ausführt und den Clip schliesst und dass danach durch
die Steuerung 4 und den Antrieb 2 die Clipvorrichtung in einer vorgegebenen Nullstellung,
z.B. der mit 7' und 17' angedeuteten Offenstellung gestoppt wird. Auch die Füllmaschine
für die Wursthülle wird durch die Steuerung dann gestoppt, was durch ein Synchronisationssignal
zwischen Clipvorrichtung und Füllmaschine erfolgt. Weiter wird bevorzugterweise eine
Fehlermeldung für die Bedienungsperson auf einer Anzeigeeinrichtung der Clipvorrichtung
ausgegeben. Die Bedienungsperson wird darin aufgefordert die Clipverschlusshöhe anzupassen
bzw. die Werkzeuge 8 und 9 entsprechend einzustellen. Danach kann die Bedienungsperson
die Clipvorrichtung wieder in Betrieb nehmen. Sollte der Grenzwert wieder erreicht
werden, so erfolgt erneut der Unterbruch aufgrund des gemessenen Kraftwertes und dessen
Auswertung durch die Steuerung.
[0012] Bevorzugterweise ist auch ein zweiter, höherer Grenzwert vorgesehen, z.B. 12 kN,
bei dessen Erkennung durch die Messeinrichtung 10 und die Steuerung 4 ein sofortiger
Stopp der Vorrichtung erfolgt. In diesem Fall wird also der Clipverschlussvorgang
nicht zu Ende geführt, sondern der Vorgang sofort unterbrochen. Bevorzugt wird aber
danach der Servoantrieb um einen vorgegebenen Winkel rückwärts angetrieben, um die
Werkzeuge und die Antriebskomponenten der Vorrichtung zu entlasten. Nach diesem Zurückfahren
in die Position 17', 7' bleibt die Vorrichtung stehen und erzeugt wiederum eine Fehlermeldung
auf der Anzeigeeinrichtung. Die Bedienungsperson muss dann die Clipverschlusshöhe
durch Verstellung des einen oder beider Werkzeuge richtig einstellen, in die Nullstellung
fahren, die ja beim Erreichen des zweiten Grenzwertes von der Vorrichtung nicht mehr
angefahren wurde, und dann die Vorrichtung erneut starten. Sollte wiederum ein Grenzwert
erreicht oder überschritten werden, so erfolgen die geschilderten Vorgänge erneut.
[0013] Bei der in Figur 1 und Figur 2 gezeigten Ausführungsform ist die Messeinrichtung
10, wie erläutert, am Oberarm 7,17 angeordnet. In dem gezeigten Beispiel ist am vorderen
Oberarmteil 17 mindestens ein Dehnmessstreifen 20 angeordnet, insbesondere in einer
Vertiefung in der Oberfläche des Teils 17. Der Dehnmessstreifen oder gegebenenfalls
die Dehnmessstreifen, falls es sich um mehrere Streifen handelt, können z.B. am Teil
17 angeklebt sein, um eine Verformung desselben aufgrund der beim Verschliessen des
Clips auftretenden Kraft zu ermitteln. Bevorzugterweise weist die Messeinrichtung
dabei einen Bereich auf, der besonders zur Verformung vorgesehen ist, um die Kraft
gut ermitteln zu können. In dem gezeigten Beispiel der Figuren 1 und 2 ist dazu ein
Bereich 21 unterhalb der Dehnmesstreifen 20 vorgesehen, welcher durch eine Ausnehmung
23 geschwächt ist, so dass die Clipkraft eine gut messbare Verformung (Stauchung)des
Bereichs 21 erzeugt. Diese wird auf bekannte Weise durch den Dehnmessstreifen 20 aufgenommen
und über das Übertragungsmittel 15 an die Steuerung abgegeben, durch welche das Signal
der Dehnmessstreifen auswertbar ist. Derartige Dehnmessstreifen und die Auswertung
von deren Signalen sind dem Fachmann gut bekannt und dies braucht hier nicht näher
erläutert zu werden. Die Abgabe des Signals des Dehnmessstreifens direkt an die Steuerung
4 ist natürlich nur als Beispiel zu verstehen, es könnte durchaus eine separate Schaltung
vorgesehen sein, welche das analoge Signal des Dehnmessstreifens auswertet und in
ausgewerteter Form an die Steuerung 4 abgibt, z.B. direkt als digitales Signal. Diese
Schaltung kann auch direkt beim Dehnmessstreifen sitzen, so dass bereits ein aufbereitetes
Signal über die Leitung 15 an die Steuerung gelangt.
[0014] Figur 3 zeigt ein anderes Beispiel einer Messeinrichtung 10, wobei wiederum gleiche
Bezugszeichen gleiche Teile bezeichnen. Auch hier weist die Messeinrichtung 10 bevorzugterweise
Dehnmessstreifen auf, welche indes in einem eigenen Gehäuse 24 angeordnet sind, dessen
Verformung gemessen wird. Dieses Gehäuse kann auch eine Signalaufbereitung enthalten,
die z.B. aus der Steuerung 4 gespiesen wird, wie dies bereits erwähnt worden ist.
Das Gehäuse 24 ist z.B. an zwei Elementen 25 und 26 des Oberarms 7,17 mittels Gewindebolzen
befestigt, so dass sich die Verformung des Oberarms auf das Gehäuse 24 überträgt und
somit ebenfalls die Clipkraft gemessen wird. Zwischen den Elementen 25 und 26 ist
eine Ausnehmung 27 angeordnet, um die Verformung des Oberarms zu vergrössern. Die
zur Clipkraft proportionale Verformung des Gehäuses 24 wird gemessen und wiederum
an die Steuerung oder gegebenenfalls eine vorgeschaltete Elektronik abzugeben. Aus
diesem Messsignal ermittelt die Steuerung wiederum auf die geschilderte Weise, ob
mindestens ein Grenzwert erreicht oder überschritten wird. Die Steuerung kann dann
auf die geschilderte Weise auf den Antrieb 2 einwirken. Bei diesem Beispiel kann der
Dehnmessstreifen rasch ausgewechselt werden. Nach der Montage erfolgt dann eine Nullsetzung
bzw. Eichung bei unbelastetem Dehnmessstreifen.
[0015] Figur 4 zeigt eine weitere Ausführungsform, wobei hier zur Messung der Clipkraft
die Messeinrichtung 10 einen Abstandsensor 31 aufweist, welcher wiederum über ein
Kabel 15 mit der Steuerung 4 oder einer vorgeschalteten Elektronik zur Signalaufbereitung
verbunden ist. Der Abstandsensor 31 kann ein kapazitiver Abstandsensor sein, welcher
geringe Abstandsänderungen einer Zunge 29 der Werkzeughalterung bzw. des Oberarms
17 zu der Stirnfläche des Sensors 31 messen kann. So können zum Beispiel Abstandsänderungen
im Bereich von 0,01 mm messbar sein. Entsprechend der wirkenden Clipkraft bewegt sich
die Zunge 29 zum Sensor 31 hin und bei Entlastung wieder zurück. Die Zunge ist dabei
bevorzugterweise durch eine Ausnehmung 28 im vorderen Oberarmteil 17 selber gebildet,
könnte aber auch ein an diesem Oberarm separat befestigtes Teil sein. Durch die Messeinrichtung
lässt sich dann wiederum feststellen, ob die Clipkraft einen oder mehrere Grenzwerte
erreicht oder übersteigt, so dass die Clipvorrichtung wieder auf die beschriebene
Weise durch die Steuerung 4 und den Antrieb 2 gestoppt werden kann.
[0016] Die Messung der Clipkraft kann auch auf andere Weise erfolgen, indem z.B. ein Wert
des Antriebes ermittelt wird, der sich ebenfalls proportional zur Clipkraft ändert.
Bei einem hydraulischen Maschinenantrieb kann dies der Hydraulikdruck sein, bei dem
bereits erwähnten elektrischen Maschinenantrieb kann dies der Motorantriebstrom sein.
Es kann aber auch das Drehmoment an einer Welle der Clipvorrichtung gemessen werden,
z.B. an der Welle 3' oder das Biegemoment an einer Achse, z.B. an der Unterarm 6 und
Oberarm 7, 17 tragenden Achse 33. Auch eine direkte Kraftmessung, z.B. mit einer Druckmessdose
beim Werkzeug ist möglich. Die jeweilige Messeinrichtung wird entsprechend ausgestaltet,
was für den Fachmann im Rahmen seiner Fachkenntnisse möglich ist. Auch bei diesen
Ausführungen wird dann festgestellt, ob die Clipkraft einen oder mehrere vorgegebene
Grenzwerte erreicht hat oder überschritten hat und es wird wiederum auf den Maschinenantrieb
Einfluss genommen.
1. Verfahren zum Verschliessen von wurstförmigen Verpackungshüllen mittels Clipsen (13),
bei welchem durch einen Antrieb (2, 3) und eine Steuerung (4) ein erstes Werkzeug
(9) und ein zweites Werkzeug (8) aufeinander zu und voneinander weg bewegt werden,
um einen offenen Clip zum geschlossenen Clip zu verformen, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Messeinrichtung (10) ein Mass für die zwischen erstem Werkzeug (9) und
zweitem Werkzeug (8) wirkende Kraft ermittelt und mit mindestens einem Grenzwert verglichen
wird, und dass in Abhängigkeit vom Vergleich durch die Steuerung auf den Antrieb eingewirkt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erreichen oder Überschreiten eines Grenzwertes der begonnene Verschliessvorgang
fortgesetzt und nachfolgend der Antrieb gestoppt wird, insbesondere in einer vordefinierten
Endstellung, und dass vorzugsweise eine Fehlermeldung angezeigt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass beim Erreichen oder Überschreiten eines weiteren Grenzwertes der Antrieb sofort gestoppt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb nach dem Stopp durch die Steuerung um einen vorgegebenen Umdrehungswinkel
zurückgefahren wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Mass für die Kraft die Verformung einer Halterung (7, 17) für das erste Werkzeug
(9) und/oder zweite Werkzeug (8) gemessen wird, oder dass die Verformung des ersten
Werkzeuges und/oder zweiten Werkzeuges gemessen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verformung mittels eines sich biegenden Halterungsteils (29) oder Werkzeugteils
und einem Näherungssensor (31) gemessen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verformung eines Halterungsteils (7, 17) oder Werkzeugteils mittels Dehnmessstreifen
(20; 24) gemessen wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb ein elektrischer Antrieb ist und dass als Mass für die Kraft eine elektrische
Grösse des Antriebs gemessen wird.
9. Clipvorrichtung zum Verschliessen von wurstförmigen Verpackungshüllen mittels Clipsen,
bei welcher durch einen Antrieb (2, 3) und eine Steuerung (4) ein erstes Werkzeug
und ein zweites Werkzeug aufeinander zu und voneinander weg bewegbar sind, um einen
offenen Clip zum geschlossenen Clip zu verformen, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Messeinrichtung (10) aufweist, durch die ein Mass für die zwischen
erstem Werkzeug und zweitem Werkzeug wirkende Kraft ermittelbar und in der Steuerung
mit mindestens einem Grenzwert vergleichbar ist, und dass durch die Steuerung in Abhängigkeit
vom Vergleich auf den Antrieb einwirkbar ist.
10. Clipvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (4) zum Vergleich der Kraft mit mindestens zwei unterschiedlichen Grenzwerten
und zum Stopp des Antriebs nach dem Verschliessen des Clips oder während des Verschlussvorgangs
ausgestaltet ist.
11. Clipvorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung am Oberarm (7, 17) der Clipvorrichtung oder am Unterarm (6) der
Clipvorrichtung angeordnet ist.
12. Clipvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (10) mindestens einen Dehnmessstreifen (20; 24) aufweist.
13. Clipvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Dehnmessstreifen (20) an einem mittels mindestens einer Ausnehmung (23; 27) geschwächten
Bereich angeordnet ist.
14. Clipvorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Dehnmessstreifen ein Gehäuse (24) aufweist und derart an der Clipvorrichtung
angeordnet ist, dass die Kraft zu einer Verformung des Gehäuses führt.
15. Clipvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung einen Näherungssensor (31) und ein sich abhängig von der Kraft
diesem näherndes bzw. entfernendes Element (29) aufweist.
16. Clipvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung als Mass für die Kraft das Drehmoment oder die Biegung an einer
Welle oder Achse (3', 33) der Clipvorrichtung misst, insbesondere an einer Kurvenscheiben
(3) tragenden Welle (3') und/oder an einer einen Oberarm (7, 17) und einen Unterarm
(6) der Vorrichtung tragenden Achse (33) der Vorrichtung.