Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft eine Einspritzdüse für eine Brennkraftmaschine, insbesondere
in einem Kraftfahrzeug, mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] Aus
US 4,022,166 ist eine derartige Einspritzdüse bekannt, die eine Düsennadel zum Steuern einer Einspritzung
von Kraftstoff durch wenigstens ein Spritzloch aufweist. Die Einspritzdüse umfasst
einen piezoelektrischen Aktuator zum Antreiben eines Kopplungskolbens, der in einen
Kopplungsraum eintaucht bzw. diesen zumindest teilweise mit einer Stirnfläche begrenzt.
Die Düsennadel weist eine Steuerfläche auf, die vom Spritzloch abgewandt an der Düsennadel
angeordnet ist. Der Kopplungskolben wird vom Aktuator derart angetrieben, dass eine
ziehende Bewegung des Kopplungskolbens das Volumen des Kopplungsraums vergrößert.
[0003] Eine weitere Einspritzdüse mit einem Aktuator zum Antreiben eines Kopplungskolbens
und einer Düsennadel zum Einspritzen von Kraftstoff ist aus
EP 1174 615 A2 bekannt. Hierbei ist der Kopplungskolben in Form einer Hülse ausgeführt, die den
Kopplungsraum im Wesentlichen begrenzt. Der Aktuator treibt den Kopplungskolben derart
an, dass auch hier eine ziehende Bewegung des Kopplungskolbens eine Vergrößerung des
Volumens des Kopplungsraums bewirkt.
[0004] Aus der
US 6,520,423 B1 ist eine weitere Einspritzdüse bekannt und besitzt eine Düsennadel zum Steuern einer
Einspritzung von Kraftstoff durch wenigstens ein Spritzloch. Des Weiteren umfasst
die Einspritzdüse einen piezoelektrischen Aktuator zum Antreiben eines Kopplungskolbens,
der in einen Kopplungsraum eintaucht bzw. diesen zumindest teilweise begrenzt. Die
Düsennadel bzw. ein die Düsennadel umfassender Nadelverband weist eine Steuerfläche
auf, die einen Steuerraum zumindest teilweise begrenzt und die mit dem Kopplungsraum
kommuniziert. Bei der bekannten Einspritzdüse ist die Steuerfläche dem wenigstens
einem Spritzloch zugewandt an der Düsennadel bzw. am Nadelverband angeordnet. Zum
Öffnen der Düsennadel treibt der Aktuator bei der bekannten Einspritzdüse den Kopplungskolben
so an, dass dieser tiefer in den Kopplungsraum eintaucht und dadurch das Volumen des
Kopplungsraums reduziert. Durch die Reduzierung des Kopplungsraumvolumens steigt darin
der Druck an, was zu einem entsprechenden Druckanstieg im damit kommunizierenden Steuerraum
führt. Dementsprechend wird im Steuerraum die Steuerfläche mit dem erhöhten Druck
beaufschlagt, wodurch eine von dem wenigstens einen Spritzloch weggerichtete Kraft
in die Düsennadel bzw. in den Nadelverband eingeleitet wird. Dies führt dazu, dass
die an der Düsennadel bzw. am Nadelverband angreifenden Öffnungskräfte überwiegen,
so dass die Düsennadel aus ihrem Sitz abhebt und eine Kraftstoffeinspritzung durch
das wenigstens eine Spritzloch ermöglicht.
[0005] Bei der bekannten Einspritzdüse erfolgt die Steuerung der Düsennadel daher mit Hilfe
eines Überdrucks, der deutlich über dem üblichen im Kopplungsraum und im Steuerraum
vorherrschenden Druck liegen kann. Üblicher Weise herrscht bei geschlossener Düsennadel
sowohl im Kopplungsraum als auch im Steuerraum ein vergleichsweise hoher Einspritzdruck,
so dass relativ enge Herstellungstoleranzen eingehalten werden müssen, um unerwünscht
hohe Leckagen zu vermeiden. Enge Herstellungstoleranzen sind jedoch mit vergleichsweise
hohen Herstellungskosten verbunden. Des Weiteren ist bei der bekannten Einspritzdüse
die Steuerfläche an einem Steuerkolben ausgebildet, der die Düsennadel antreibt bzw.
einen Bestandteil des Nadelverbands bildet. Je nach Druckbeaufschlagung des Steuerraums
bzw. der Steuerfläche können am Steuerkolben mehr oder weniger stark ausgeprägte Querkräfte
angreifen, die sich aufgrund der Kopplung mit der Düsennadel auf diese übertragen
können. Dies kann zu einer erhöhten Reibung der Düsennadel in ihrer Nadelführung führen,
was die ordnungsgemäße Funktion der Düsennadel beeinträchtigen kann.
Vorteile der Erfindung
[0006] Die erfindungsgemäße Einspritzdüse mit den Merkmalen des Anspruchs 1 hat demgegenüber
den Vorteil, dass die Düsennadel direkt mit einem Unterdruck gesteuert werden kann,
wodurch es grundsätzlich möglich ist, die Herstellungstoleranzen weniger eng vorzugeben.
Ein vergrößertes Führungsspiel reduziert jedoch die Herstellungskosten. Des Weiteren
kann bei der erfindungsgemäßen Einspritzdüse die Druckbeaufschlagung bzw. Druckabsenkung
der Steuerfläche ohne weiteres so gestaltet werden, dass dabei keine Querkräfte in
die Düsennadel bzw. in den Nadelverband eingeleitet werden, was die Funktionsfähigkeit
der Einspritzdüse verbessert.
[0007] Die erfindungsgemäße Ausführung hat zur Folge, dass der Kopplungskolben vom Aktuator
auf das wenigstens eine Spritzloch zu angetrieben wird, was einen besonders kompakten
Aufbau für die Einspritzdüse ermöglicht.
[0008] Vorteilhaft ist eine Ausführungsform, bei welcher der Kopplungskolben in einem Zylinderraum
hubverstellbar gelagert ist, der in einem Einsatzteil ausgebildet ist, das axial zwischen
dem Aktuator oder dem Nadelverband angeordnet ist. Ein derartiges Einsatzteil kann
besonders einfach mit hinzureichender Genauigkeit gefertigt werden, was die Herstellungskosten
für die Einspritzdüse reduziert. Bei einer Weiterbildung kann im Zylinderraum eine
Rückstellfe der angeordnet sein, die sich einerends am Kopplungskolben und andernends
an einem Grund des Zylinderraums abstützt. Mit Hilfe einer derartigen Rückstellfeder
kann zum Schließen der Düsennadel der Kopplungskolben mit einer definierten Rückstellkraft
in seine Ausgangsstellung vorgespannt werden, was gleichzeitig zu einem definierten
Druckanstieg im Kopplungsraum und somit im Steuerraum führt. In der Folge können die
in Schließrichtung wirksamen Kräfte an der Düsennadel verstärkt werden. Die vorgeschlagene
Rückstellfeder unterstützt somit die Schließbewegung der Düsennadel.
[0009] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen Einspritzdüse ergeben
sich aus den Unteransprüchen, aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung
anhand der Zeichnungen.
Zeichnungen
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Einspritzdüse ist in den Zeichnungen
dargestellt und wird im folgenden näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Bauteile beziehen. Es zeigen, jeweils
schematisch,
- Fig. 1
- einen vereinfachten Längsschnitt durch eine Einspritzdüse nach der Erfindung,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Detailansicht eines in Fig. 1 mit II gekennzeichneten Längsabschnitts
der Einspritzdüse.
Beschreibung des Ausfuhrungsbeispiels
[0011] Entsprechend Fig. 1 umfasst eine erfindungsgemäße Einspritzdüse 1 einen Düsenkörper
2, in dem ein Aktuator 3 und eine Düsennadel 4 angeordnet sind Der Aktuator 3 ist
vorzugsweise als piezoelektrischer Aktuator 3 ausgestaltet, also ein Piezo-Aktuator
3, der bei einer Strombeaufschlagung seine axiale Länge vergrößert und bei Wegfall
der Strombeaufschlagung wieder reduziert. Die Düsennadel 4 dient zur Steuerung einer
Einspritzung von Kraftstoff durch wenigstens ein Spritzloch 5, das in einer Düsenspitze
6 untergebracht ist. Üblicherweise enthält die Einspritzdüse 1 mehrere Spritzlöcher
5, die quasi sternförmig bezüglich einer Längsmittelachse 7 der Düsennadel 4 bzw.
der Einspritzdüse 1 angeordnet sein können. Die Düsennadel 4 arbeitet mit einem Nadelsitz
8 zusammen. Im Schließzustand der Düsennadel 4 sitzt diese in ihrem Nadelsitz 8 und
trennt das wenigstens eine Spritzloch 5 von einer hier nicht näher bezeichneten Kraftstoffzuführung
ab, in welcher der einzuspritzende Kraftstoff unter einem relativ hohen Einspritzdruck
bereitgestellt wird. Im geöffneten Zustand ist die Düsennadel 4 vom Nadelsitz 8 abgehoben,
wodurch das wenigstens eine Spritzloch 5 mit der Kraftstoffzuführung verbunden ist.
In der Folge kommt es zu einer Eindüsung von Kraftstoff in einen Einspritzraum 9,
der ein Brennraum oder ein Gemischbildungsraum sein kann.
[0012] Die Einspritzdüse 1 dient zum Einspritzen von Kraftstoff in den Brennraum eines Zylinders
einer Brennkmfanaschme, die insbesondere in einem Fahrzeug angeordnet sein kann. Dabei
ist jedem Zylinder der Brennkraftmaschine eine separate Einspritzdüse 1 zugeordnet.
Beim sogenannten "Common-Rail-System" ist für mehrere, insbesondere für sämtliche,
Einspritzdüsen 1 der Brennlaaftmaschine eine gemeinsame Kraflstoffversorgung vorgesehen,
welche den einzudüsenden Kraftstoff auf dem relativen hohen Niveau des Einspritzdrucks
bereitstellt.
[0013] Die Düsennadel 4 bildet hier einen Bestandteil eines Nadelverbands 10, der neben
der Düsennadel 4 hier exemplarisch außerdem eine Kopplungsstange 11 sowie einen Steuerkolben
12 aufweisen kann. Die einzelnen Bestandteile des Nadelverbands 10 bilden eine gemeinsam
hubverstellbare Einheit, die zumindest zur Übertragung von Druckkräften geeignet ist.
Dabei ist es grundsätzlich möglich, dass zwei benachbarte Komponenten des Nadelverbands
10 lediglich lose aneinander anliegen. Ebenso ist es möglich, dass zwei benachbarte
Bestandteile des Nadelverbands 10 fest miteinander verbunden sind, z. B. durch eine
Schweiß- oder Lötverbindung. Ebenso ist es möglich, dass zumindest zwei Bestandteile
des Nadelverbands 10 einteilig aus einem Stück hergestellt sind.
[0014] Der Aktuator 3 treibt über eine gelenkartige Koppelstelle 13 eine Kolbenstange 14
und über diese einen Kopplungskolben 15 an.
[0015] Entsprechend Fig. 2 begrenzt der Kopplungskolben 15 einen Kopplungsraum 16 zumindest
teilweise. Dieser Kopplungsraum 16 kommuniziert über einen Verbindungspfad 17 mit
einem Steuerraum 18. Dieser Steuerraum 18 ist vom Steuerkolben 12 bzw. von einer Steuerfläche
19 zumindest teilweise begrenzt. Die Steuerfläche 19 ist hier am Steuerkolben 12 ausgebildet.
Ebenso ist es möglich, die Steuerfläche 19 direkt an der Düsennadel 4 oder an einer
anderen Komponente des Nadelverbands 10 anzuordnen.
[0016] Erfindungsgemäß ist die Steuerfläche 19 so an der Düsennadel 4 bzw. am Nadelverband
10 angeordnet, dass sie von dem wenigstens einen Spritzloch 5 abgewandt ist. Das bedeutet,
dass ein im Steuerraum 18 herrschender Druck die Steuerfläche 19 so beaufschlagt,
dass diese eine in Schließrichtung der Düsennadel 4 wirkende Kraft in die Düsennadel
4 bzw. in den Nadelverband 10 einleiten kann. Des Weiteren ist bei der vorliegenden
Erfindung die Anordnung des Kopplungskolbens 15 relativ zum Kopplungsraum 16 so gewählt,
dass der Aktuator 3 bei seiner Betätigung zum Öffnen der Düsennadel 4 den Kopplungskolben
15 so antreibt, dass sich ein Volumen des Kopplungsraums 16 vergrößert.
[0017] Bei der hier gezeigten Ausführungsform begrenzt der Kopplungskolben 15 den Kopplungsraum
16 an einer dem wenigstens einen Spritzloch 5 zugewandten Seite 20 zumindest teilweise.
In der Folge besitzt der Kopplungskolben 15 eine von dem wenigstens einen Spritzloch
5 abgewandte Kopplungsfläche 21, die im Kopplungsraum 16 angeordnet ist bzw. diesen
teilweise begrenzt. Um das Volumen des Kopplungsraums 16 zu vergrößern, treibt der
Aktuator 3 den Kopplungskolben 15 somit in Richtung auf das wenigstens eine Spritzloch
5 an.
[0018] Bei der hier gezeigten, bevorzugten Ausführungsform ist der Kopplungskolben 15 in
einem Zylinderraum 22 hubverstellbar gelagert. In diesem Zylinderraum 22 ist eine
Rückstellfeder 23 angeordnet, die im folgenden auch als Kopplungskolben-Rückstellfeder
23 bezeichnet wird. Die Kopplungskolben-Rückstellfeder 23 ist in axialer Richtung
einenends am Kopplungskolben 15 und anderenends an einem Grund 24 des Zylinderraums
22 abgestützt. Der Zylinderraum 22 ist außerdem auf hier nicht näher dargestellte
Weise an ein Leckagesystem angeschlossen, so dass eine Hubverstellung des Kopplungskolbens
15 das Volumen im Zylinderraum 22 verändern kann, ohne dass es hierbei zu einer signifikanten
Druckveränderung im Zylinderraum 22 kommt.
[0019] Der Zylinderraum 22 ist in einem als separates Bauteil ausgestalten Einsatzteil 25
ausgebildet, das axial zwischen dem Aktuator 3 und der Düsennadel 4 bzw. dem Nadelverband
10 angeordnet ist. Dabei stützt sich das Einsatzteil 25 bei der hier gezeigten Ausführungsform
in axialer Richtung einenends an einem Bestandteil des Düsenkörpers 2 und anderenends
z. B. an einer Dichtplatte 26 ab. Bei der hier gezeigten Ausfühhrungsform besitzt
das Einsatzteil 25 an einer dem Aktuator 3 zugewandten Stirnseite einen axial abstehenden,
radial außen angeordneten Ringkragen 27, der sich axial an der Dichtplatte 26 abstützt,
wodurch axial zwischen der Dichtplatte 26 und dem Einsatzteil 25 der Kopplungsraum
16 ausgebildet ist. Des Weiteren ist bei der hier gezeigten Ausführungsform der Verbindungspfad
17 in das Einsatzteil 25 integriert. Exemplarisch kann der Verbindungspfad 17 aus
zwei miteinander kommunizierenden Bohrungen 28 und 29 gebildet sein, von denen die
eine 28 an den Kopplungsraum 16 und die andere 29 an den Steuerraum 18 angeschlossen
ist.
[0020] Bei der hier gezeigten Ausführungsform durchdringt die Kolbenstange 14 die Dichtplatte
26 zentral und stützt sich axial am Kopplungskolben 15 ab. Auch hier ist es grundsätzlich
möglich, dass Kolbenstange 14 und Kopplungskolben 15 lediglich lose aneinander anliegen.
Ebenso können Kopplungskolben 15 und Kolbenstange 14 fest miteinander verbunden oder
einteilig aus einem Stück gefertigt sein. Die Kolbenstange 14 ragt in den Kopplungsraum
16 ein, d. h. die Kolbenstange 14 durchsetzt den Kopplungsraum 16 in axialer Richtung
bis zum Kopplungskolben 15. Dabei besitzt die Kolbenstange 14 zumindest innerhalb
des Kopplungsraums 16 einen Außenquerschnitt 30, der kleiner ist als ein Außenquerschnitt
31 des Kopplungskolbens 15. Auf diese Weise wird die Kopplungsfläche 21 realisiert
bzw. wird dadurch die Abhängigkeit des Kopplungsraumvolumens von der Hubstellung des
Kopplungskolbens 15 und der Kolbenstange 14 realisiert. Im vorliegenden Fall ist/sind
die Kolbenstange 14 und/oder der Kopplungskolben 15 zylindrisch, insbesondere kreiszylindrisch
ausgestaltet.
[0021] Entsprechend Fig. 1 kann zwischen der Dichtplatte 26 und einer axial am Aktuator
3 abgestützten Stützplatte 32 eine weitere Rückstellfeder 33 angeordnet sein, die
im folgenden auch als Aktuator-Rückstellfeder 33 bezeichnet wird. Die Aktuator-Rückstellfeder
33 stützt sich in axialer Richtung einerseits an der Abstützplatte 32 und andererseits
an der Dichtplatte 26 ab und ist somit über das Einsatzteil 25 am Düsenkörper 2 abgestützt.
Der Aktuator 3 ist über die Koppelstelle 13 zentrisch durch die Stützplatte 32 hindurch
mit der Kolbenstange 14 verbunden.
[0022] Entsprechend Fig. 2 ist der Steuerraum 18 axial zwischen dem Einsatzteil 25 und dem
Steuerkolben 12 ausgebildet, wobei er hier außerdem radial von einer Hülse 34 eingefasst
ist. In dieser Hülse 34 ist der Steuerkolben 12 hubverstellbar gelagert. Aus Fig.
2 wird hier deutlich, dass die Verlegung des Verbindungspfads 17 innerhalb des Einsatzteils
25 vorteilhaft gezielt so realisiert werden kann, dass der Verbindungspfad 17 hier
über die Bohrung 29 zentral in den Steuerraum 18 einmündet. Hierdurch kann ein besonders
gleichmäßiger Druckaufbau bzw. Druckabbau im Steuerraum 18 erzielt werden, um Querkräfte
am Steuerkolben 12 und somit am Nadelverband 10 zu vermeiden. Zurückkommend auf Fig.
1 kann eine weitere Rückstellfeder 35 vorgesehen sein, die im folgenden auch als Nadel-Rückstellfeder
35 bezeichnet wird. Die Nadel-Rückstellfeder 35 ist in axialer Richtung einenends
an der Hülse 34 und anderenends an einem Stützring 36 abgestützt, der sich seinerseits
am Nadelverband 10 abstützt bzw. einen Bestandteil des Nadelverbands 10 bildet.
[0023] Die erfindungsgemäße Einspritzdüse 1 arbeitet wie folgt:
[0024] In einem Ausgangszustand ist die Düsennadel 4 geschlossen, d. h. die Düsennadel 4
sitzt im Nadelsitz 8 und sperrt somit die Verbindung der Kraftstoffversorgung zu dem
wenigstens einen Spritzloch 5. In diesem Ausgangszustand herrscht im Steuerraum 18
und im Kopplungsraum 16 derselbe Druck, insbesondere der Kranstonhochdruck. Dieser
Kraftstoffhochdruck kann beispielsweise durch eine gezielte und/oder unvermeidliche
Leckage des Kopplungsraums 16 und/oder des Steuerraums 18 und/oder des Verbindungspfads
17 gegenüber der Kraftstoffversorgang eingestellt werden. Der in Steuerraum 18 wirksame
Druck erzeugt an der Steuerfläche 19 eine in Schließrichtung der Düsennadel 4 orientierte
Kraft. Des Weiteren leitet auch die Nadel-Rückstellfeder 35 eine Schließkraft in den
Nadelverband 10 ein. Insgesamt überwiegen am Nadelverband 10 die in Schließrichtung
wirksamen Kräfte.
[0025] Die Aktuator-Rückstellfeder 33 hat den Aktuator 3 in seine verkürzte Ausgangslage
vorgespannt. Auch die Kopplungskolben-Rückstellfeder 23 hält den Kopplungskolben 15
entgegen der im Kopplungsraum 16 wirkenden Kraft vorgespannt.
[0026] Um einen Einspritzvorgang durch das wenigstens eine Spritzloch 5 einzuleiten, wird
der Aktuator 3 betätigt bzw. aktiviert, wodurch dieser seine Länge vergrößert und
dadurch über die Kolbenstange 14 den Kopplungskolben 15 axial in Richtung des wenigstens
einen Spritzlochs 5 antreibt. Hierdurch wird die dem Kopplungsraum 16 ausgesetzte
Kopplungsfläche 21 des Kopplungskolbens 15 relativ zum Kopplungsraum 16 so verstellt,
dass sich das Volumen des Kopplungsraums 16 vergrößert. Mit der Vergrößerung des Kopplungsraumvolumens
geht ein Druckabfall im Kopplungsraum 16 einher, der sich über den Verbindungspfad
17 in den Steuerraum 18 fortpflanzt. Durch den reduzierten Druck im Steuerraum 18
werden die an der Steuerfläche 19 in Schließrichtung wirksamen Kräfte reduziert, derart,
dass am Nadelverband 10 nunmehr die in Öffnungsrichtung wirksamen Kräfte überwiegen.
Folglich hebt die Düsennadel 4 von ihrem Nadelsitz 8 ab, was das wenigstens eine Spritzloch
5 mit der Kranstoffversorgung verbindet und den Einspritzvorgang ermöglicht.
[0027] Zur Beendigung des Einspritzvorganges wird der Aktuator 3 deaktiviert, wodurch sich
seine Länge reduziert. Die durch den Öffnungsvorgang gespannten Rückstellfedern 23,
33 und 35 können nun bei deaktiviertem Aktuator 3 ihre Rückstellkraft entfalten und
in der Folge den Aktuator und den Kopplungskolben 15 sowie die Düsennadel 4 in die
Ausgangsstellung zurücktreiben. Wichtig für den Schließvorgang der Düsennadel 4 ist
dabei, dass der Kopplungskolben 15 angetrieben durch die Kopplungskolben-Rückstellfeder
23 das Volumen des Kopplungsraums 16 wieder reduziert, was mit einem entsprechenden
Druckanstieg im Kopplungsraum 16 und somit auch im Steuerraum 18 einhergeht. Der erhöhte
Druck im Steuerraum 18 vergrößert in entsprechendem Maße die über die Steuerfläche
19 in den Nadelverband 10 eingeleiteten Schließkräfte. Sobald die Düsennadel 4 wieder
in ihnen Nadelsitz 8 einfährt, ist die Verbindung des wenigstens einen Spritzlochs
5 mit der Kraftstoffzuführung unterbrochen und der Einspritzvorgang beendet.
[0028] Die erfindungsgemäße Einspritzdüse 1 ist somit direkt über den Druck bzw. Unterdruck
an der Steuerfläche 19 gesteuert, der mit Hilfe des Aktuators 3 variierbar ist. Beachtenswert
ist hierbei, dass die hydraulisch arbeitenden Komponenten der Einspritzdüse 1 maximal
dem Einspritzdruck ausgesetzt sind, da zur Betätigung der Düsennadel 4 der Druck im
Steuerraum 18 abgesenkt wird. In der Folge können die hydraulischen Komponenten herstellungstechnisch
mit weniger Aufwand gefertigt werden. Insbesondere können ein geringeres Spiel sowie
größere Toleranzen zugelassen werden, was sich vorteilhaft auf die Herstellungskosten
auswirkt Des Weiteren existiert keine unmittelbare Kopplung zwischen der Düsennadel
4 bzw. dem Nadelverband 10 einerseits und dem Kopplungskolben 15 andererseits, was
nachteilige Wechselwirkungen zwischen den genannten Bauteilen reduziert bzw. eliminiert.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Einspritzdüse
- 2
- Düsenkörper
- 3
- Aktuator
- 4
- Düsennadel
- 5
- Spritzloch
- 6
- Düsenspitze
- 7
- Düsenlängsmittelachse
- 8
- Nadelsitz
- 9
- Einspritzraum
- 10
- Nadelverband
- 11
- Kopplungsstange
- 12
- Steuerkolben
- 13
- Koppelstelle
- 14
- Kolbenstange
- 15
- Kopplungskolben
- 16
- Kopplungsraum
- 17
- Verbindungspfad
- 18
- Steuerraum
- 19
- Steuerfläche
- 20
- Seite von 16
- 21
- Kopplungsfläche
- 22
- Zylinderraum
- 23
- Rückstellfeder
- 24
- Grund von 22
- 25
- Einsatzteil
- 26
- Dichtplatte
- 27
- Ringkragen
- 28
- Bohrung
- 29
- Bohrung
- 30
- Außenquerschnitt von 16
- 31
- Außenquerschnitt von 15
- 32
- Stützplatte
- 33
- Rückstellfeder
- 34
- Hülse
- 35
- Rückstellfeder
- 36
- Stützring
1. Einspritzdüse für eine Brennkraftmaschine, insbesondere in einem Kraftfahrzeug,
- mit einer Düsennadel (4) zum Steuern einer Einspritzung von Kraftstoff durch wenigstens
ein Spritzloch (5),
- mit einem Aktuator (3) zum Antreiben eines Kopplungskolbens (15),
- wobei die Düsennadel (4) oder ein die Düsennadel (4) umfassender Nadelverband (10)
eine Steuerfläche (19) aufweist, die einen Steuerraum (18) zumindest teilweise begrenzt,
- wobei der Steuerraum (18) mit einem Kopplungsraum (16) kommuniziert,
- wobei der Kopplungskolben (15) den Kopplungsraum (16) zumindest teilweise begrenzt,
- wobei die Steuerfläche (19) von dem wenigstens einen Spritzloch (5) abgewandt an
der Düsennadel (4) oder am Nadelverband (10) angeordnet ist,
- wobei der Aktuator (3) den Kopplungskolben (15) zum Öffnen der Düsennadel (4) so
antreibt, dass sich ein Volumen des Kopplungsraums (16) vergrößert,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kopplungskolben (15) eine von dem wenigstens einen Spritzloch (5) abgewandte
Kopplungsfläche (21) aufweist, die den Kopplungsraum (16) zumindest teilweise begrenzt,
und dass zum Vergrößern des Volumens des Kopplungsraumes (16) der Aktuator (3) den
Kopplungskolben (15) in Richtung auf das wenigstens eine Spritzloch (5) antreibt.
2. Einspritzdüse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Kopplungskolben (15) in einem Zylinderraum (22) hubverstellbar gelagert ist,
- dass der Zylinderraum (22) in einem Einsatzteil (25) ausgebildet ist, das axial zwischen
dem Aktuator (3) und der Düsennadel (4) oder dem Nadelverband (10) angeordnet ist.
3. Einspritzdüse nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Zylinderraum (22) eine Rückstellfeder (23) angeordnet ist, die sich einenends
am Kopplungskolben (15) und anderenends an einem Grund (24) des Zylinderraums (22)
abstützt.
4. Einspritzdüse nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein den Steuerraum (18) mit dem Kopplungsraum (16) kommunizierend verbindender Verbindungspfad
(17) im Einsatzteil (25) ausgebildet ist.
5. Einspritzdüse nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aktuator (3) den Kopplungskolben (15) über eine Kolbenstange (14) antreibt, die
bis zum Kopplungskolben (15) den Kopplungsraum (16) durchsetzt und deren dem Kopplungsraum
(16) ausgesetzter Außenquerschnitt (30) kleiner ist als der dem Kopplungsraum (16)
ausgesetzte Außenquerschnitt (31) des Kopplungskolbens (15).
6. Einspritzdüse nach den Ansprüchen 2 und 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kopplungsraum (16) axial zwischen dem Einsatzteil (25) und einer Dichtplatte
(26) ausgebildet ist, die zentral von der Kolbenstange (14) durchsetzt ist.
7. Einspritzdüse nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
- dass sich die Dichtplatte (26) axial am Einsatzteil (25) abstützt und/oder
- dass sich an der Dichtplatte (25) eine weitere Rückstellfeder (33) abstützt, die sich
außerdem am Aktuator (3) direkt oder indirekt abstützt.
8. Einspritzdüse nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein den Steuerraum (18) mit dem Kopplungsraum (16) kommunizierend verbindender Verbindungspfad
(17) axial und zentrisch an den Steuerraum (18) angeschlossen ist
1. Injection nozzle for an internal combustion engine, in particular in a motor vehicle,
- having a nozzle needle (4) for controlling an injection of fuel through at least
one spray hole (5),
- having an actuator (3) for driving a coupling piston (15),
- with the nozzle needle (4) or a needle assembly (10) which comprises the nozzle
needle (4) having a control surface (19) which at least partially delimits a control
chamber (18),
- with the control chamber (18) communicating with a coupling chamber (16),
- with the coupling piston (15) at least partially delimiting the coupling chamber
(16),
- with the control surface (19) being arranged on the nozzle needle (4) or on the
needle assembly (10) so as to face away from the at least one spray hole (5),
- with the actuator (3) driving the coupling piston (15) to open the nozzle needle
(4) in such a way that a volume of the coupling chamber (16) is increased,
characterized
in that the coupling piston (15) has a coupling surface (21) which faces away from the at
least one spray hole (5) and which at least partially delimits the coupling chamber
(16), and in that, to increase the volume of the coupling chamber (16), the actuator
(3) drives the coupling piston (15) in the direction of the at least one spray hole
(5).
2. Injection nozzle according to Claim 1,
characterized
- in that the coupling piston (15) is mounted with stroke adjustability in a cylinder chamber
(22),
- in that the cylinder chamber (22) is formed in an insert part (25) which is arranged axially
between the actuator (3) and the nozzle needle (4) or the needle assembly (10).
3. Injection nozzle according to Claim 2,
characterized
in that a restoring spring (23) is arranged in the cylinder chamber (22), which restoring
spring (23) is supported at one end on the coupling piston (15) and at the other end
on a base (24) of the cylinder chamber (22).
4. Injection nozzle according to Claim 2 or 3,
characterized
in that a connecting path (17), which connects the control chamber (18) to the coupling chamber
(16) in communicating fashion, is formed in the insert part (25).
5. Injection nozzle according to one of Claims 1 to 4,
characterized
in that the actuator (3) drives the coupling piston (15) via a piston rod (14) which extends
through the coupling chamber (16) as far as the coupling piston (15) and whose outer
cross section (30) which is exposed to the coupling chamber (16) is smaller than that
outer cross section (31) of the coupling piston (15) which is exposed to the coupling
chamber (16).
6. Injection nozzle according to Claims 2 and 5,
characterized
in that the coupling chamber (16) is formed axially between the insert part (25) and a sealing
plate (26) through which the piston rod (14) extends centrally.
7. Injection nozzle according to Claim 6,
characterized
- in that the sealing plate (26) is supported axially on the insert part (25) and/or
- in that a further restoring spring (33) is supported on the sealing plate (26), which further
restoring spring (33) is also supported directly or indirectly on the actuator (3).
8. Injection nozzle according to one of Claims 1 to 7,
characterized
in that a connecting path (17) which connects the control chamber (18) to the coupling chamber
(16) in communicating fashion is connected axially and centrally to the control chamber
(18).
1. Injecteur pour un moteur à combustion interne, notamment dans un véhicule automobile,
comprenant
- une aiguille d'injecteur (4) pour commander une injection de carburant à travers
au moins un trou d'injection (5), et
- un actionneur (3) pour entraîner un piston d'accouplement (15),
- l'aiguille d'injecteur (4) ou un assemblage d'aiguille (10) comprenant l'aiguille
d'injecteur (4) présentant une surface de commande (19) qui limite au moins en partie
un espace de commande (18),
- l'espace de commande (18) communiquant avec un espace d'accouplement (16),
- le piston d'accouplement (15) limitant au moins en partie l'espace d'accouplement
(16),
- la surface de commande (19) étant disposée sur l'aiguille d'injecteur (4) ou l'assemblage
d'aiguille (10) à distance de l'au moins un trou d'injection (5),
- l'actionneur (3) entraînant le piston d'accouplement (15) pour ouvrir l'aiguille
d'injecteur (4) de telle sorte qu'un volume de l'espace d'accouplement (16) soit accru,
caractérisé en ce que
le piston d'accouplement (15) présente une surface d'accouplement (21) opposée à l'au
moins un trou d'injection (5), qui limite au moins en partie l'espace d'accouplement
(16), et
en ce que pour augmenter le volume de l'espace d'accouplement (16), l'actionneur (3) entraîne
le piston d'accouplement (15) dans la direction de l'au moins un trou d'injection
(5).
2. Injecteur selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
- le piston d'accouplement (15) est monté de manière réglable en hauteur dans un espace
de cylindre (22),
- en ce que l'espace de cylindre (22) est réalisé dans une pièce d'insertion (25) qui est disposée
axialement entre l'actionneur (3) et l'aiguille d'injecteur (4) ou l'assemblage d'aiguille
(10).
3. Injecteur selon la revendication 2,
caractérisé en ce
qu'un ressort de rappel (23) est disposé dans l'espace de cylindre (22), et s'appuie
à une extrémité contre le piston d'accouplement (15) et à l'autre extrémité contre
une base (24) de l'espace de cylindre (22).
4. Injecteur selon la revendication 2 ou 3,
caractérisé en ce
qu'un chemin de connexion (17) reliant par communication l'espace de commande (18) à
l'espace d'accouplement (16) est réalisé dans la pièce d'insertion (25).
5. Injecteur selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
l'actionneur (3) entraîne le piston d'accouplement (15) par le biais d'une tige de
piston (14), qui traverse l'espace d'accouplement (16) jusqu'au piston d'accouplement
(15) et dont la section transversale extérieure (30) exposée à l'espace d'accouplement
(16) est inférieure à la section transversale extérieure (31) du piston d'accouplement
(15) exposée à l'espace d'accouplement (16).
6. Injecteur selon les revendications 2 et 5,
caractérisé en ce que
l'espace d'accouplement (16) est réalisé axialement entre la pièce d'insertion (25)
et une plaque d'étanchéité (26) qui est traversée centralement par la tige de piston
(14).
7. Injecteur selon la revendication 6,
caractérisé en ce que
- la plaque d'étanchéité (26) s'appuie axialement sur la pièce d'insertion (25) et/ou
- en ce qu'un autre ressort de rappel (33) s'appuie sur la plaque d'étanchéité (26), lequel s'appuie
en outre directement ou indirectement sur l'actionneur (3).
8. Injecteur selon l'une quelconque des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce
qu'un chemin de connexion (17) reliant par communication l'espace de commande (18) à
l'espace d'accouplement (16) est raccordé axialement et centralement à l'espace de
commande (18).