[0001] Die Erfindung betrifft einen Verschluß für eine Schußwaffe sowie die Schußwaffe selber.
[0003] Eine den Verschlußkopf konzentrisch umgebende und relativ zu diesem axial begrenzt
verschiebbare Verriegelungshülse ist von ihrem vorderen Ende her durch mehrere Längsschlitze
in mehrere Federzungen unterteilt. Jede dieser Federzungen trägt an ihrem vorderen
Ende ein einstückig mit ihr verbundenes Verriegelungselement in Form eines Ringstückes.
Dieses Verriegelungselement weist je einen radial nach außen gerichteten Konusabschnitt
auf, in welchem sich das Verriegelungselement in der verriegelten Stellung des Verschlusses
in einem Gegenlager abstützt. Durch einen Spreizkonus werden die Verriegelungselemente
gegen das Gegenlager gedrückt.
[0004] Nachteilig bei dieser Ausgestaltung ist, daß die Verriegelungselemente aus verhältnismäßig
dünnem Hülsenmaterial bestehen und insbesondere eine federnde Wirkung aufweisen sollen.
Sie erleiden in der Verschlußstellung, insbesondere bei der erheblichen Krafteinprägung
beim Abschießen der Patrone, eine erhebliche Materialbelastung. Auch wird kein vollflächiges
Aufliegen der Verriegelungselemente auf dem Gegenlager erreicht, was aufgrund der
Herstellungsweise nicht möglich ist. Vielmehr werden die einzelnen Verriegelungselemente
punktuell belastet, was die Gefahr einer Materialverformung erhöht. Die eintretende
Materialverformung führt aber dazu, daß sich der Verschlußabstand verändert. Der Verschlußabstand
ist dabei definiert durch den Spalt, der zwischen dem Patronenboden und dem Stoßboden
im Verschlußkopf besteht. Aus Sicherheitsgründen darf der Verschlußabstand gewisse
Maße nicht überschreiten. Überschreitet der Verschlußabstand die kritischen Maße (per
Gesetz ist der Verschlußabstand auf 1/10 mm festgelegt), so steigt die Gefahr von
Unfällen beim Abschießen der Waffe erheblich. Selbst bei Einhaltung dieser Vorschrift
ist eine Toleranz von bis zu 3/10 mm aufgrund der unterschiedlichen Maße der Patronenhülsen
möglich.
[0005] Aus der deutschen Auslegeschrift 1 136 616 ist eine automatische Feuerwaffe mit einem
zweiteiligen Verschluss und mit einer Nachschlagmasse bekannt. Der Verschluss und
die Nachschlagmasse stehen beide unter der Einwirkung von Schließfedern, die auf teleskopartig
ineinanderschiebbaren Führungsrohren angeordnet sind. Die Lösung soll sich dadurch
auszeichnen, dass zwischen dem Steuerstück und dem Kopf des Führungsrohres, das die
Schließfeder haltet, ein axial verschiebbares, unter der Wirkung einer zusätzlichen
Feder stehendes Pufferstück zur Abstützung des Rückpralls des Verschlusses vorgesehen
ist, wobei die Feder so bemessen ist, dass ihre Federkraft gegenüber der endgespannten
Schließfeder endgespannt größer ist. Die in dieser Druckschrift vorgestellte Lösung
löst die Aufgabe, einen besonders einfachen Verschluss mit einer Nachschlagmasse zu
schaffen, bei dem am Verschluss ohnehin vorhandene Teile die Aufgabe der Nachschlagmasse
übernehmen. Eine Lösung zur Beeinflussung beziehungsweise Veränderung des Verschlussabstandes
ist in dieser Lösung nicht offenbart.
[0006] Aus der
DE 102 40 889 A1 ist eine Selbstlade-Handfeuerwaffe mit einem starren Lauf mit Patronenlager, einem
gegenüber dem Lauf verriegelbaren Verschlusskopf mit einem zum Verschlusskopf relativ
beweglichen Verschlussträger bekannt, an dem sich eine Schließfeder abstützt, wobei
zwischen Verschlussträger und Verschlusskopf eine zusätzliche kräftige Federanordnung
angeordnet ist, über die sich der schwere Verschlussträger bei versiegeltem Verschlusskopf
auf letzteren abstützt. Diese Selbstlade-Handfeuerwaffe soll sich dadurch auszeichnen,
dass der Verschlusskopf über die Federanordnung ohne sonstigen Endanschlag auf dem
Verschlussträger abgestützt ist. Diese Lösung löst die Aufgabe eine neuartige Selbst-Handfeuerwaffe
zu finden, die sicher funktionieren und die das für Ordonanzwaffen nicht geeignete
Röhrenmagazin nicht aufweisen. Auch in dieser Lösung ist nichts über die Einhaltung
beziehungsweise Veränderung des Verschlussabstandes ausgesagt. Die vorher beschriebenen
Nachteile des Standes der Technik bestehen auch bei den beiden aus den deutschen Druckschriften
bekannten Lösungen.
[0007] Aus der
US-A-4 462 179, welche einen Verschluss gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1 beschreibt, ist ein
Schwenkverschluss mit einer federbelasteten Adapterhülse bekannt. Die Adapterhülse
ist hinter einem Lauf in einer Kammerbaugruppe gelagert. Die Adapterhülse hat eine
Frontseite, mit der sie auf dem Patronenboden einer in der Patronenkammer eingelegten
Patrone anliegt. Die Adapterhülse stützt sich, längsverschiebbar im Gehäuse der Kammerbaugruppe
gelagert, über eine Schraubenfeder an einem starren Kammerstopfen ab. Die Längsverschiebbarkeit
der Adapterhülse wird begrenzt durch radial im Gehäuse der Kammerbaugruppe sitzende
Bolzen. Die Bolzen greifen in Schlitze der Adapterhülse ein, um deren Hub zu begrenzen.
[0008] Die
DE 24 18 915 A1 beschreibt einen Verschluss einer Sportwaffe, bei der der verschlusszylinder durch
radial spreizbare Federringe in der Verschlusshülse in einem Verriegelungsrohr axial
arretierbar ist. Das Verriegelungsrohr ist in der Verschlusshülse mittels eines Gewindes
um die Laufachse schwenkbar gelagert. Das Verriegelungsrohr hat zum Gewehrschaft hin
eine nutartige Ausnehmung, in die der Kammergriff eingreift. Beim Verschwenken des
Kammergriffs um die Laufachse wird das Verriegelungsrohr in der Verschlusshülse beim
Schließen des Verschlusses wie eine Schraube gedreht, wodurch sich der Verschlusszylinder
am Patronenboden anlegt.
[0009] Die Erfindung hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, einen Verschluss vorzusehen,
der sicher ist.
[0010] Die Aufgabe der Erfindung wird gelöst durch einen Verschluss für eine Schusswaffe
mit einem Patronenlager, wobei der Verschluss eine Verschlusshülse aufweist und in
dem dem Patronenlager zugewandten Bereich an der Verschlusshülse ein Verschlusskopf
vorgesehen ist. Der Verschluss ist in der verriegelten Stellung mit dem Lauf der Schusswaffe
über ein Gegenlager verbindbar. Der Verschluss weist eine Einrichtung auf, mittels
derer der Verschlussabstand des Verschlusskopfes zum Patronenlager selbstständig verringerbar
ist. Die Verriegelung erfolgt über wenigstens ein Verschlussteil, das mittels einer
schrägen Steuerfläche des Verschlussteils von einer in der Verschlusshülse axial beweglich
gelagerten Sperrstange mittels eines Konus radial nach außen bewegt wird und sich
über konische Abstützflächen an einem Gegenlager abstützt. An der Sperrstange schließt
an den ersten Konus ein zweiter Konus an, der sich an der Verriegelungsfläche des
Verschlussteils abstützt, wobei der erste Konus einen größeren Konuswinkel hat als
der zweite Konus. Auf die Sperrstange wirkt in der verriegelten Stellung in Richtung
des Patronenlagers mindestens eine Ausgleichsfeder.
[0011] Die Lösungen des Standes der Technik, beispielsweise eine Selbstlade-Handfeuerwaffe
mit einem starren Lauf mit Patronenlager, einem gegenüber dem Lauf verriegelbaren
Verschlusskopf und einem zum Verschlusskopf relativ beweglichen Verschlussträger,
an dem sich eine Schließfeder abstützt, wobei es zwischen Verschlussträger und Verschlusskopf
eine zusätzliche, kräftige Federanordnung angeordnet ist, über die sich der Verschlussträger
bei versiegeltem Verschlusskopf auf letzterem abstützt, hat keine Lösungsansätze,
wie sie jetzt nach der Erfindung vorgeschlagen werden, zur Verringerung des Verschlussabstandes
des Verschlusskopfes zum Patronenlager. Insbesondere ist keine Lösung vorgeschlagen,
wonach dieser Verschlussabstand selbstständig verringerbar ist. Insofern wird durch
die erfindungsgemäße Lösung jetzt erreicht, dass sich der Verschlussabstand automatisch
ausgleicht.
[0012] Auch die weiteren aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen, wie zum Beispiel
die deutsche Auslegeschrift 1 136 616, zeigen nicht die Lösung, wie sie nach der Erfindung
vorgeschlagen werden. So ist in der deutschen Auslegeschrift eine automatische Feuerwaffe
mit einem zweiteiligen Verschluss und mit einer Nachschlagmasse vorgeschlagen, die
beide unter der Einwirkung von Schließfedern stehen. Diese Schließfedern sind auf
teleskopartig ineinanderschiebbaren Führungsrohren angeordnet. Zwischen dem Steuerstück
und dem Kopf des Führungsrohres, das die Schließfeder haltert, ist ein axial verschiebbares,
unter der Wirkung einer zusätzlichen Feder stehendes Pufferstück zur Abstützung des
Rückpralls des Verschlusses vorgesehen. Eine Veränderung des Verschlussabstandes beziehungsweise
ein Konstanthalten des Verschlussabstandes mit dieser Lösung, insbesondere dahingehend,
dass ein Überschreiten der geforderten Toleranzwerte verhindert wird, ist in dieser
Druckschrift nicht offenbart. Demnach wird durch die Erfindung jetzt gegenüber dem
Stand der Technik eine wesentliche Verbesserung erreicht. Die Erfindung gewährleistet,
wie weiter oben bereits beschrieben, einen automatischen Ausgleich des Verschlussabstandes
und damit insgesamt eine bessere Schusspräzision.
[0013] Entsprechend einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, daß
die Einrichtung am Verschluß durch mechanische Mittel, insbesondere durch eine oder
mehrere Federn angegeben ist. Mittels dieser mechanischen Mittel, bevorzugt von Federn,
die entsprechend am Verschlußkopf wirken, wird es jetzt erreicht, daß der Verschlußabstand
des Verschlußkopfes zum Patronenlager selbstständig verringert wird, wenn dieser beispielsweise
eine größere Toleranz aufweisen sollte, aufgrund der Maßtoleranzen der Patrone beziehungsweise
des Patronenbodens.
[0014] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich auch dadurch aus, daß
die Einrichtung durch hydraulische Mittel, wie zum Beispiel einen oder mehrere Hydraulikzylinder
mit Kolben angegeben ist. Diese wirken ebenfalls derart, daß die Einrichtung den Verschlußabstand
selbstständig verringert, wenn dieser zu groß ist. Hydraulikeinrichtungen an Schußwaffen
sind häufig vorhanden, beispielsweise um den Lauf sicher an der Schußwaffe zu befestigen.
Daher ist es kein zusätzlicher Aufwand, diese hydraulischen Mittel auch für die Einrichtung
zur Veränderung des Verschlußabstandes des Verschlußkopfes zum Patronenlager zu verwenden.
[0015] Eine Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß eine Sperrstange
in der Verschlußhülse vorgesehen ist und die Sperrstange in der Verschlußhülse axial
beweglich geführt ist und die Sperrstange auf Verschlußteile derart wirkt, daß der
Verschluß mit dem Lauf der Schußwaffe in der verriegelten Stellung verbindbar ist
und mindestens eine Ausgleichsfeder vorgesehen ist, die bewirkt, daß der Verschlußkopf
in der Verriegelten Stellung in Richtung des Patronenlagers bewegbar ist.
[0016] Das Patronenlager ist der Bereich, welcher die Patrone aufnimmt. Das Patronenlager
befindet sich an dem dem Verschluß zugewandten Ende des Laufes.
[0017] Die Erfindung hat erkannt, daß in geeigneter Weise der Verschlußabstand derart minimiert
werden muß, daß die Waffe sicher abgeschlossen wird. Selbst wenn eine Waffe einen
Verschlußabstand im gesetzlich tolerierbaren Rahmen von 1/10 mm besitzt, so ist zu
beachten, daß auch die Patronen selber nicht maßhaltig sind, sondern in der Regel
mit einem Untermaß von bis zu 2/10 mm geliefert werden. So besteht die Gefahr, daß
obwohl die Waffe mit einem 1/10 Verschlußabstand "richtig" eingestellt ist, doch trotzdem
3/10 mm Abstand zwischen dem Patronenboden und dem Stoßboden im Verschlußkopf besteht,
was zu einer entsprechenden Unfallgefahr führen kann und sich vor allem sehr nachteilig
auf die Schußpräzision auswirkt, weil bei einem so großen Verschlußabstand bereits
dynamische Kräfte auftreten, die zu verstärkten Laufschwingungen führen. Diese Erschütterungen
wirken sich nachteilig für die Schußpräzision aus, werden durch die Erfindung jetzt
jedoch vollständig vermieden.
[0018] Der erfindungsgemäße Vorschlag stellt sicher, daß der Verschlußkopf, an welchen sich
der Stoßboden befindet, auch in der verriegelten Stellung noch in die Richtung des
Patronenlagers bewegbar ist. Die verriegelte Stellung wird durch eine Verschlußvorrichtung
gehalten. Ergibt es sich nun, daß der Verschlußabstand untolerierbar groß ist, weil
zum Beispiel eine Patrone mit großem Untermaß eingelegt ist, so wird durch die Ausgleichsfeder
ein Kraftpotential zur Verfügung gestellt, welches bewirkt, daß der Verschlußkopf
sich auch in der verriegelten Stellung immer noch in Richtung des Patronenlagers bewegt
und so den Abstand von Stoßboden zu Patronenboden auf ein tolerierbares Maß reduziert.
[0019] Der Einsatz der Ausgleichsfeder ist in mehrfacher Weise denkbar. So ist es zum Beispiel
möglich, daß die Ausgleichsfeder unmittelbar auf den Verschlußkopf wirkt und diese
etwas nach vorne versetzt. Bei dieser Variante ist vorgesehen, daß der Verschlußkopf
eine gewisse axiale Beweglichkeit gegenüber der Verschlußhülse besitzt.
[0020] Besser ist aber eine Variante, bei welcher der Verschlußkopf mit Hilfe der Verschlußteile
nach vorne, in Richtung des Laufes beziehungsweise des Patronenlagers gedrückt wird,
wobei die Ausgleichsfeder über die verschiedenen schiefen Ebenen eine nach vorne gerichtete
Bewegung des Verschlußkopfes erbringt.
[0021] Insbesondere diese Variante der Erfindung ist Gegenstand von weiteren Merkmalen,
die in den Unteransprüchen beschrieben sind und in der beiliegenden Zeichnung ausführlich
beschrieben sind.
[0022] Ein Verschluß, wie zuvor beschrieben, zeichnet sich entsprechend einer Weiterbildung
der Erfindung dadurch aus, daß das Verschlußteil radial bewegbar ist und eine der
Sperrstange zugewandte Steuerfläche und eine ebenfalls der Sperrstange zugewandte
Verriegelungsfläche aufweist. Die Steuerfläche und die Verriegelungsfläche besitzen
unterschiedliche Winkel. Während die Steuerfläche lediglich für das Auseinanderdrücken
der Verschlußteile verantwortlich ist beziehungsweise benutzt wird, dienen die Verriegelungsflächen
tatsächlich der Sperrung beziehungsweise Verriegelung dieser Verschlußteile.
[0023] Nach einer vorteilhaften Variante der Erfindung ist es weiterhin vorgesehen, daß
die Ausgleichsfeder auf die Sperrstange wirkt.
[0024] Die Erfindung zeichnet sich auch dadurch aus, daß die Sperrstange mit der Sperrhülse
mit einem Konus, der ebenfalls unterschiedliche Winkel aufweist, ausgestattet ist,
welcher auf die Steuerfläche und die Verriegelungsfläche des Verschlußteiles wirkt
und durch die axiale Bewegung der Sperrstange eine radiale Bewegung der Verschlußteile
zur Folge hat.
[0025] Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist dadurch angegeben, daß das Verschlußteil eine
Abstützfläche besitzt, die mit einem Gegenlager im Lauf beziehungsweise der Schußwaffe
in der verriegelten Stellung des Verschlusses zusammenwirkt.
[0026] Das Verschlußteil besitzt auch eine Anlagefläche, die auf den Verschlußkopf wirkt.
[0027] Eine Weiterbildung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß eine geringe axiale
Beweglichkeit des Verschlußteiles vorgesehen ist. Diese nur geringe axiale Beweglichkeit
des Verschlußteiles bewirkt eine Erhöhung der Präzision des Verschlusses.
[0028] Die Erfindung ist entsprechend einer Weiterbildung auch durch eine Verriegelungsvorrichtung,
insbesondere einen Kammerstengel gekennzeichnet, welcher beim Verriegeln des Verschlusses
die Sperrstange axial nach vorne in Richtung des Patronenlagers versetzt.
[0029] Erfindungsgemäß ist es weiterhin vorgesehen, daß zwischen dem Kammerstengel und der
Sperrstange ein Kettenglied vorgesehen ist. Durch dieses Kettenglied wird die Sperrstange,
aufgrund der Bewegung des Kammerstengels, ebenfalls bewegt. Insofern handelt es sich
bei dem Kettenglied um ein Übertragungsmittel, welches in Art eines Gelenkes sowohl
im Kammerstengel als auch in der Sperrstange drehbar gelagert ist.
[0030] Der Verschluß ist nach einer Weiterbildung der Erfindung auch durch eine Langlochführung
zwischen Kettenglied und Sperrstange gekennzeichnet, um eine axiale Beweglichkeit
der Sperrstange gegenüber dem Kettenglied, insbesondere in der verriegelten Stellung
zu erlauben.
[0031] Es wurde auch gefunden, daß es von Vorteil ist, wenn die Ausgleichsfeder die Sperrstange
gegen die Verschlußhalterung abstützt.
[0032] Der zuvor beschriebene Konus für den erfindungsgemäßen Verschluß weist wenigstens
zwei Konusbereiche mit unterschiedlichen Konuswinkeln auf. Dabei wirkt der eine Konusbereich
auf die Steuerfläche und der andere auf die Sperrfläche.
[0033] Eine bevorzugte Weiterbildung zeichnet sich demnach dadurch aus, daß am vorderen
Ende der Sperrstange ein Konus mit größerem Konuswinkel vorgesehen ist, an welchen
sich dann ein flacher Konusbereich anschließt.
[0034] Auch die Steuerflächen beziehungsweise Verriegelungsflächen weisen unterschiedliche
Steuer- beziehungsweise Verriegelungsflächenbereich auf und schließen mit der Laufachse
einen Verriegelungswinkel von 30° bis 60°, vorzugsweise 45° ein.
[0035] Es hat sich weiterhin als Vorteilhaft erwiesen, wenn der Konusbereich und die mit
der Verriegelungsfläche zusammenwirkende Konusfläche einen Winkel von 2° bis 12° zur
Laufachse einschließen. Es ist dabei der Konusbereich gemeint, der mit der Verriegelungsfläche
zur Festlegung der Verschlußteile zusammenzuwirken vermag.
[0036] Von Vorteil ist es weiterhin, wenn sich der Verschluß dadurch auszeichnet, daß das
Gegenlager einen konischen Innenbund aufweist, welcher mit der Abstützfläche zusammenwirkt.
[0037] Die Erfindung zeichnet sich entsprechend einer Weiterbildung der Erfindung auch dadurch
aus, daß die Abstützfläche beziehungsweise der konische Innenbund mit einer Radialfläche
einen Abstützwinkel von 10° bis 30°, bevorzugt ca. 20° einschließt.
[0038] Die Erfindung zeichnet sich entsprechend einer Weiterbildung der Erfindung auch dadurch
aus, daß der Schlagbolzen in der Sperrstange geführt ist.
[0039] Die Erfindung umfaßt auch eine Schußwaffe mit einem Verschluß nach einer oder mehreren
der vorhergehend beschriebenen Varianten.
[0040] Die Erfindung schlägt auch eine teilautomatische Schusswaffe vor, bei der nach dem
Rückstossprinzip die Masseträgheit dazu benutzt wird, den Verschluss zu öffnen, die
Schlageinrichtung zu spannen und die abgeschossene Hülse auszuwerfen, die sich dadurch
auszeichnet, dass diese halbautomatische beziehungsweise teilautomatische Schusswaffe
einen Verschluss nach einer oder mehreren der vorher beschriebenen Varianten aufweist.
Der Verschluss nach der Erfindung ist aufgrund der besonderen Bauweise auch für teilautomatische
Waffen geeignet, die in der Regel mit sogenannten Drehkammerverschlüssen arbeiten,
die den Nachteil eines sehr langen Verriegelungsweges aufweisen und die sehr schwierig
in der Herstellung sind. Besonders bietet sich dabei auch eine teilautomatische Ausführungsform
an, bei der nach dem Rückstossprinzip die Masseträgheit dazu benutzt wird, den Verschluss
zu öffnen, die Schlageinrichtung zu spannen und die abgeschossene Hülse auszuwerfen.
In diesem Fall ist dann der Verschluss nur noch durch eine einfache Bewegung nach
vorne zu schließen, wobei beim Schließvorgang dann eine neue Patrone in das Patronenlager
eingeführt wird. Diese Bauart verkürzt den Ladevorgang gegenüber dem normalen Repitiervorgang
um ca. 60 bis 70 %. Demnach schlägt eine Weiterbildung der zuvor beschriebenen Lösung
auch vor, dass beim Schließvorgang des Verschlusses eine neue Patrone in das Patronenlager
einführbar ist.
[0041] Des Weiteren wird eine halbautomatische Schußwaffe mit dem Verschluss nach der Erfindung
vorgeschlagen.
[0042] Die Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- in einer Draufsicht den erfindungsgemäßen Verschluß in der verriegelten Stellung und
- Fig. 2a, 3
- je in einer Draufsicht den Verschluß eingebaut in einer Waffe gemäß der Erfindung
in verriegelter Stellung des Verschlusses (Fig. 2) beziehungsweise geöffneter Stellung
des Verschlusses (Fig. 3) und
- Fig. 2b
- Detailvergrößerung aus Fig. 2a.
[0043] In Fig. 1 ist der erfindungsgemäße Verschluß schematisch dargestellt. Der Verschluß
ist als eigenständige Baugruppe aus der Schußwaffe ausbaubar. In der Regel wird der
Verschluß in axialer Richtung 15 in den Verschlußkasten eingeschoben, wobei die axiale
Richtung 15 parallel zur Laufachse der Schußwaffe ist.
[0044] Der Verschluß besteht aus zwei wesentlichen Elementen, nämlich der Verschlußhülse
5 sowie der Verschlußhalterung 8.
[0045] Die Verschlußhalterung 8 trägt die Verschlußvorrichtung, zum Beispiel den Kammerstengel
7, aber auch die Schlagbolzenmutter und andere Elemente, die für das Abschießen von
Munition wichtig sind. In der Verschlußhalterung 8 endet auch die Sperrstange 4, die
durch den Kammerstengel 7 betätigt wird.
[0046] Die Verschlußhülse erstreckt sich von der Verschlußhalterung 8 in Richtung des Laufes
19. Die Verschlußhülse ist innen hohl und nimmt unter anderen die Sperrstange 4 auf.
Die Sperrstange 4 ist axial bewegbar und wird in ihrer axialen Bewegung durch den
Kammerstengel 7 gesteuert. Je nach Stellung des Kammerstengels 7 wird die Sperrstange
4 vor oder zurück bewegt.
[0047] Am vorderen Ende der Verschlußhülse, dem Lauf zugewandt, schließt sich der Verschlußkopf
1 an. Der Verschlußkopf 1 weist maximal den gleichen Außendurchmesser auf wie die
Verschlußhülse 5, um das Einschieben des Verschlusses in das Verschlußgehäuse der
Waffe nicht zu behindern.
[0048] Der Verschlußkopf 1 ist der Patrone zugewandt, der Verschlußboden 23 liegt dem Patronenboden,
der im Patronenlager liegenden Patrone, gegenüber. Aus dem Verschlußboden 23 taucht
der Schlagbolzen 22 durch eine Öffnung heraus, um das Zündhütchen der Patrone abzuschießen.
Der Bereich, in welchem sich die Patrone befindet, wird als Patronenlager 17 bezeichnet.
[0049] Das in Laufrichtung gesehen vordere Ende der Sperrstange reicht bis in den Verschlußkopf
1 hinein. Dieser vordere Bereich der Sperrstange 4 wird auch als Sperrhülse 12 bezeichnet.
[0050] Die Sperrstange 4 beziehungsweise deren Sperrhülse 12 sind ebenfalls innen hohl,
um den Schlagbolzen aufzunehmen.
[0051] Das vordere Ende der Sperrstange beziehungsweise der Sperrhülse 12 ist mit einem
Konus ausgestattet.
[0052] Vor dem Abschießen der Waffe ist der Verschluß zu verriegeln. Durch die Verriegelung
wird die Lage des Verschlußkopfes gegenüber der Patrone festgelegt und der Verschlußkopf
beziehungsweise der Verschluß mit der Waffe fest verbunden, um den Rückschlag auf
die große Masse der Waffe zu übertragen.
[0053] Hierzu dienen mehrere Verschlußteile 2, die sich im Verschlußkopf 1 befinden.
[0054] In dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel sind insgesamt vier Verschlußteile 2 am
Umfang des Verschlußkopfes vorgesehen.
[0055] Der Außendurchmesser der Verschlußteile ist dabei dem Innenbund 21 des Gegenlagers
18 angepaßt, um eine vollflächige Auflage der Verschlußteile 2 in dem Gegenlager 18
zu erreichen.
[0056] Daher werden die Verschlußteile aus einem Drehteil gewonnen, wobei der Außendurchmesser
dieses Drehteiles dem Innendurchmesser des Innenbundes beziehungsweise des Gegenlagers
entspricht. Da die Verschlußteile 2 radial bewegt werden (angedeutet durch Pfeil 16),
wird der Drehling in die Verschlußteile zerschnitten und Zwischenstücke entfernt,
so daß die Verschlußteile in einem Zustand, in dem sie in nicht verriegelter Stellung
sich befinden, hinter dem Außendurchmesser des Verschlußkopfes 1 sicher zurückstehen.
[0057] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung sieht vier Verschlußteile 2 vor, wenngleich die
Erfindung hierauf nicht beschränkt ist. Es kann auch eine größere oder kleinere Anzahl
von Verschlußteilen vorgesehen sein.
[0058] Die axiale Bewegung der Sperrstange 4 beziehungsweise der damit einstückig, zweistückig
oder mehrstückig verbundenen Sperrhülse 12 wird in eine radiale Bewegung der Verschlußteile
2 umgesetzt. In der gezeigten Ausführungsform ist die Sperrstange 4 zweistückig mit
der Sperrhülse 12 ausgebildet. Hierzu weist das Verschlußteil auf seiner, der Sperrstange
zugewandten Seite eine Steuerfläche 13 auf. Diese Steuerfläche 13 wirkt zusammen mit
dem Konus 10 der Sperrstange 4 bzw. der Sperrhülse 12. Durch die axiale Bewegung 15
der Sperrstange 4 werden die schräg angeordneten Steuerflächen 13 durch die damit
zusammenwirkenden Konuse 10 die Verschlußteile 2 schnell radial nach außen bewegt.
Bei der weiteren axialen Bewegung der Sperrstange 4 bzw. der Sperrhülse 12 durch den
Kammerstengel 7 drückt der Konus 11 der Sperrhülse über die Verriegelungsfläche 14
der Verschlußteile 2 in die mechanische verriegelte Stellung. Die Verschlußteile werden
dadurch nach außen gespreizt und der Verschlußkopf beziehungsweise der Verschluß im
Lauf der Schußwaffe festgehalten.
[0059] Dabei weisen die Verschlußteile 2 auf ihren Außenseiten Abstützflächen 3 auf, die
mit dem Gegenlager 18 zusammenwirken. Auch die Abstützflächen 3 schließen mit einer
Radialebene (bezogen auf die Laufachse oder die axiale Bewegung der Sperrstange 4)
einen spitzen Winkel ein. Durch die Radialbewegung 16 des Verschlußteiles 2 stützt
sich das Verschlußteil 2 über seine Abstützfläche 3 an dem Innenbund 21 des Gegenlagers
18 ab und wird aufgrund der schrägen Anordnung nach links, in Richtung des Laufes
versetzt.
[0060] Über die Anlagefläche 20 des Verschlußteiles 2 liegt das Verschlußteil 2 an dem vorderen
Teil des Verschlußkopfes 1 an und drückt diesen in Richtung des Laufes beziehungsweise
des Patronenlagers 17.
[0061] Die Sperrstange 4 wird betätigt von der Verschlußvorrichtung 7, welche zum Beispiel
als Kammerstengel 7 ausgebildet ist. Der Kammerstengel 7 ist drehbar gelagert und
wird durch die Verschlußfeder 27 bzw. dem Verschlußfederstift 28 in die Schließstellung
gebracht. Der Kammerstengel 7 kann sowohl in geschlossenem wie geöffnetem Zustand
in eine Rastung festgelegt werden und ist dadurch in der entriegelten wie in der verriegelten
Stellung des Verschlußes durch eine Rastung festlegbar. Die Rastung kann natürlich
bei der Drehbewegung entsprechend überwunden werden.
[0062] Die Drehbewegung des Kammerstengels 7 wird durch ein Kettenglied 6 in eine Schubbewegung
für die Sperrstange 4 umgesetzt. Insbesondere im Vergleich der Fig. 2 und Fig. 3 ist
die verschwenkte und verschobene Stellung des Kettengliedes 6 in der verriegelten
Stellung (Fig. 2) und der entriegelten Stellung (Fig. 3) gut zu vergleichen.
[0063] Beim Verriegeln des Verschlusses wird der Kammerstengel 7 aus der Position nach Fig.
3 in die Position nach Fig. 2 nach vorne geschwenkt. Dadurch wird das Kettenglied
6 ebenfalls in Richtung des Laufes gedrückt. Das Kettenglied 6 schiebt dabei die Sperrstange
4 ebenfalls axial nach vorne. Durch diese axiale Bewegung 15 wird die radiale Bewegung
16 der Verschlußteile 2 ausgelöst.
[0064] Das Kettenglied 6 ist aus einem Verbindungsteil und zwei Stiften gebildet. Die Stifte
greifen einerseits in den Hebel 26 des Kammerstengels 7 und andererseits in den hinteren
Bereich der Sperrstange 4 ein.
[0065] Dabei ist die Bohrung der Sperrstange 4 als Langloch ausgebildet. Der Stift des Kammerstengels
7 beziehungsweise des Kettengliedes 6, welcher in die Sperrstange 4 eingreift, ist
zumindest in Bewegungsrichtung der Sperrstange 4 nicht auf Passung gearbeitet, sondern
in Art einer Langlochführung ausgeführt. Die Langlochführung erlaubt, daß bei der
Verschlußbewegung der vordere Teil des Stiftes an der Bohrung anliegt und die Sperrstange
schiebt, aber im Übrigen die Sperrstange gegenüber dem Kammerstengel 7 um sich ein
Stück weit weiter schiebbar ist, wie dies die Länge des Langloches erlaubt.
[0066] So wird erreicht, daß in der verriegelten Stellung die Sperrstange noch ein Stück
weiter nach vorne bewegt werden kann. Ein Zurückweichen in der verriegelten Stellung
ist aufgrund des Anliegens des Stiftes in der Bohrung der Sperrstange 4 nicht möglich.
[0067] Dieser so realisierte Freiraum wird dafür ausgenutzt, daß eine oder auch mehrere
Ausgleichsfedern 9 auch in der verriegelten Stellung des Verschlusses eine Kraft nach
vorne in Richtung des Laufes auf die Sperrstange 4 ausüben und so über das Zusammenwirken
über die Konusse und die Verriegelungsflächen des Verschlußteiles 2, sowie der Anlagefläche
20 den Verschlußkopf 1 nach vorne in Richtung des Patronenlagers 17 drücken und einen
vielleicht auftretenden Spalt, nämlich den Verschlußabstand des Verschlußkopfes 1
zum Patronenlager 17, verkleinern oder eliminieren.
[0068] Günstig ist bei dieser Ausgestaltung, daß der Verschlußkopf 1 trotzdem über die Verschlußteile
2 in dem Innenbund 21 unmittelbar abgestützt ist. Die Ausgleichsfedern 9 bewirken
letztendlich eine zusätzliche radiale Komponente in der Bewegung 16 der Verschlußteile
2, die aufgrund der schrägen Ausgestaltung des Innenbundes 21 beziehungsweise der
Abstützfläche 3 zu einer zusätzlichen axialen Bewegungskomponente für den Verschlußkopf
1 führen, und zwar unabhängig von der Bewegung oder Stellung des Kammerstengels 7.
[0069] Trotzdem tritt kein Spiel auf, da die gewählte Winkelanordnung im Bereich der Selbsthemmung
ist, das bedeutet, beim explosionsartigen Abschießen der Patrone wird der Rückstoß
nicht in der Ausgleichsfeder 9 kompensiert, was alternativ gemäß der Erfindung auch
denkbar wäre, sondern der Verschlußkopf 1 stützt sich über die Verschlußteile 2 zuverlässig
im Innenbund 21 ab.
[0070] Die Ausgleichsfedern 9, hierbei sind zwei Stück vorgesehen, sind in der Verschlußhalterung
8 vorgesehen. Diese weist hierzu eine entsprechende Ausnehmung oder Nut auf, in welche
diese eingelegt sind und sich in der Verschlußhalterung abstützen und am anderen Ende
mit dem Ende der Sperrstange 4 zusammenwirken. Natürlich ist es möglich, die Ausgleichsfedern
9 auch an anderer Stelle im Verlaufe der Sperrstange 4 angzuordnen. Der Endbereich
ist insofern günstig, da damit eine Angriffsfläche für die Ausgleichsfedern 9 zur
Verfügung steht und die Anordnung in der Verschlußhalterung gut einbaubar und auch
zugänglich ist.
[0071] In Fig. 3 ist die entriegelte Verschlußstellung gezeigt. Die Sperrstange 4 ist nach
rechts zurückgesetzt, der Konusbereich 10, 11 steht flächenmäßig nicht oder kaum in
Eingriff mit den Verriegelungsflächen 13, 14 des Verschlußteiles 2. Die Verschlußteile
2 sind durch eine Ringfeder 24 radial zurückgeschoben worden. Die Ringfeder 24 liegt
dabei in einer Nut 25, welche jedes Verschlußteil 2 an seiner Außenseite aufweist.
Die radiale Spreizbewegung 16 erfolgt daher gegen die Kraft dieser Ringfeder 24.
[0072] Der vordere Teil der Sperrstange 4 beziehungsweise der Sperrhülse 12 ist mit einem
Konus ausgestattet. Insbesondere ist zuerst ein steiler Konus 10 vorgesehen, dem dann
ein flacherer Konus 11 folgt. Durch den verhältnismäßig steilen Konus 10, der auch
mit einer steileren Steuerfläche 13 zusammenwirkt, wird ein größerer Anteil der axialen
Bewegung 15 in eine Radialbewegung 16 der Verschlußteile 2 umgesetzt. Dies bedeutet,
daß bei der Betätigung der Verschlußvorrichtung 7 schon recht frühzeitig die Verschlußteile
2 derart klemmen, daß der Verschlußkopf 1 nicht mehr in axialer Richtung zurückweichen
kann.
[0073] Insbesondere beim Entriegeln des Verschlusses wird hierauf nochmals einzugehen sein.
[0074] Wird dann der Kammerstengel 7 weiter nach vorne umgelegt, folgt auf den steilen Konus
10 der flachere Konus 11, der dann mit der auch flacheren Verriegelungsfläche 14 zusammenwirkt.
Die Ausgestaltung ist dabei nun so, daß nur noch ein geringerer Teil der axialen Vorschubbewegung
15 in eine radiale Spreizbewegung 16 umgesetzt wird.
[0075] In der vorderen Stellung des Kammerstengels 7 rastet dieser in einer entsprechenden
Sicherheitsraste ein.
[0076] Aufgrund der Langlochführung, die gemäß dem Grundsatz der kinematischen Umkehr auch
andersherum ausgestaltet sein kann, wie sie oben beschrieben worden ist, also die
Langlochbohrungen nicht in der Sperrstange 4 vorgesehen sind, sondern im Kettenglied
6 ist nach wie vor eine axiale Bewegung der Sperrstange 4 gegenüber dem Kettenglied
6 möglich.
[0077] Da die Ausgleichsfedern 9 rückseitig an der Sperrstange 4 angreifen, wirkt dieses
Kraftpotential nach wie vor und drückt die Sperrstange in Richtung des Laufes nach
vorne. Auch hieraus resultiert eine axiale Bewegung 15.
[0078] In Fig. 2 ist gezeigt, wie das gespreizte Verschlußteil 2 in den Innenbund 21 des
Gegenlagers eingreift. Die Fig. 2a zeigt einen vergrößerten Ausschnitt des Bereiches
am Verschlußteil 2 beziehungsweise am Patronenlager 17. Auf der dem Patronenlager
abgewandten Seite besitzt das Verschlußteil 2 eine abgeschrägte Abstützfläche 3, die
sich an dem Konus des Innenbundes 21 abstützt, derart, daß durch die Radialbewegung
des Verschlußteiles 2 an diesem Konus des Innenbundes 21 das Verschlußteil 2 ebenfalls
einen Versatz in axialer Richtung nach vorne erfährt.
[0079] Der Verschlußteil 2 besitzt auf seiner der Abschlußfläche 3 abgewandten Seite, dem
Patronenlager 17 zugewandten Seite, eine Anlagefläche 20, die in Wirkverbindung steht
mit dem Verschlußkopf 1. Die axiale Bewegung des Verschlußteiles 2, wie beschrieben,
wirkt nun auch auf den vorderen Teil des Verschlußkopfes 1 und drückt diesen nach
vorne.
[0080] Da die Sperrstange 4, wie beschrieben, auch in der verriegelten Stellung nach wie
vor federbelastet ist, wirkt letztendlich diese Federkraft auch auf den Verschlußkopf
1 und drückt diesen in Richtung des Patronenlagers 17, bis ein möglicher Spalt vollständig
kompensiert oder verringert ist.
[0081] Die Tiefe des Innenbundes 21 ist dabei ausreichend gewählt, um die gesamte radiale
Bewegung des Verschlußteiles 2 aufzunehmen und entsprechend umzusetzen, wie beschrieben.
[0082] Beim Entriegeln des Verschlusses zeigt sich der Vorteil der Ausgestaltung mit unterschiedlich
geneigten Steuerungs- und Verriegelungsflächen 13, 14. Bei der Entriegelung wird der
Kammerstengel 7 zurückbewegt und dadurch auch die Sperrstange 4 und auch das Schlagstück
beziehungsweise der Schlagbolzen.
[0083] Aufgrund der gewählten Winkellage bewegen sich die Verschlußteile 2 wesentlich geringer
radial zurück, als bei der steileren Fläche 13. Das bedeutet, daß auch der Schlagbolzen
zurückgezogen wird, obwohl noch ein Großteil der Konusfläche 11 im Zusammenwirken
mit der Verriegelungsfläche 14 der Verschlußteile 2 in Verschlußstellung den Verschlußkopf
1 verriegelnd festhält. Selbst ein ungewolltes Abschießen der Patrone würde nicht
zu unkalkulierbaren Gefahren führen, da der Verschluß immer noch ausreichend festgelegt
ist, der Schlagbolzen aber nicht mehr das Zündhütchen erreicht. Erst wenn die steilere
Steuerfläche 13 mit dem steileren Konus 10 zusammenwirkt, weichen die Verschlußteile
2 aufgrund der zusammenziehenden Wirkung der Ringfeder 24 schneller zurück und entriegeln
den Verschluß wie gewünscht.
[0084] Steuerfäche 13 und Verriegelungsfläche 14 weisen, wie beschrieben, unterschiedliche
Winkel auf, wobei die Steuerflächen 13 und die Konusflächen 10 mit der Laufachse einen
Winkel von 30 - 60° einschließen. Die Verriegelungswinkel der Verriegelungsflächen
14 und Konusflächen 11 liegen im Bereich von 1 bis 12° zur Laufachse.
[0085] Die Abstützfläche 3 beziehungsweise der konische Innenbund 21 schließt mit einer
Radialfläche einen Abstützwinkel von 10 bis 30°, bevorzugt 20° ein. Diese Radialfläche
wird beschrieben durch eine Fläche die auf der Laufachse senkrecht steht.
[0086] Der Verschlußkopf 1 ist auswechselbar ausgestaltet, damit dieser für unterschiedliche
Kaliber verwendbar ist. Dazu ist an dem Verschlußkopf eine von Hand bedienbare Schwenkklappe
vorgesehen, die eine Entriegelung löst und so den Verschlußkopf 1 austauschbar gestaltet,
ohne daß ein Werkzeug verwendet werden muß.
[0087] Der im Verschluß 8 notwendige Schlitz im Schwenkbereich des Kammerstengels 7 wird
durch eine mitlaufende Abdeckung verschlossen und damit der Innenbereich des Verschlusses
vor Verschmutzung geschützt.
[0088] Der erfindungsgemäße Verschluß wird in einem Verschlußkasten eingebaut. Für einen
leichten Ein- und Ausbau beziehungsweise Montage sind entsprechende Führungen vorgesehen,
wobei in der erfindungsgemäßen Variante vorgeschlagen wird, daß einige Gleitpunkte
vorgesehen sind, die der Führung des Verschlusses im Kasten dienen. Die Lage dieser
Gleitpunkte ist einstellbar. Die Gleitpunkte bestehen zum Beispiel aus Madenschrauben,
die einen entsprechend leichtgängigen Schraubenboden als Auflagefläche aufweisen,
oder durch Schrauben mit eingesetzten Kugeln aus Stahl oder Kunststoff. Durch die
Schraubgewinde ist ein Einstellung möglich.
[0089] Durch Tausch des Kettengliedes in verschiedenen Längen ist es möglich, einen Toleranzausgleich
zu schaffen. So ist es möglich, in verschiedenen Läufen verschiedene Verschlüsse gemäß
der Erfindung zu realisieren und so eine beliebige Austauschbarkeit zu erreichen.
Es werden einfach Kettenglieder mit entsprechend veränderten Achsabstand der Stifte
vorgesehen.