(19)
(11) EP 1 764 577 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
09.11.2016  Patentblatt  2016/45

(21) Anmeldenummer: 06450124.0

(22) Anmeldetag:  11.09.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F41A 21/30(2006.01)
F41A 21/32(2006.01)

(54)

Schalldämpfer

Sound suppressor

Silencieux


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 15.09.2005 AT 15292005

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
21.03.2007  Patentblatt  2007/12

(60) Teilanmeldung:
08003996.9 / 1930684

(73) Patentinhaber: Glock, Gaston
9220 Velden (AT)

(72) Erfinder:
  • Glock, Gaston
    9220 Velden (AT)

(74) Vertreter: Patentanwälte Barger, Piso & Partner 
Operngasse 4 P.O. Box 96
1010 Wien
1010 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-C- 10 001 374
GB-A- 2 281 119
US-A- 2 859 444
US-A- 4 588 043
GB-A- 358 088
RU-C- 2 119 139
US-A- 4 454 798
US-B1- 6 374 718
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Schalldämpfer mit einem Dämpfermedium nach dem feuchten Prinzip für Feuerwaffen, insbesondere Pistolen, mit einem zumindest im Wesentlichen aus nicht-metallischem Material bestehenden für das Dämpfermedium dichte Gehäuse.

    [0002] Aus der US 6,374,718 B, welche einen Ausgangspunkt für den unabhängigen Anspruch 1 bildet, ist ein Schalldämpfer bekannt, der aus einem Metallrohr besteht, in das der Lauf der Waffe tief eingeschoben ist. Im Überschiebungsbereich, somit hinter der Mündung der Waffe, ist eine gegebenenfalls mit nassem Dämpfermedium versehene Hauptexpansionskammer vorgesehen, im vorderen Bereich des Dämpfers ist eine Reihe von Dämpferkammern jeweils mit einer Durehtrittöffnung für das Projektil angeordnet und im Frontbereich kann ein Entlastungsrohr mit seitlichen Gasaustrittsöffnungen angebracht werden. Wesentlich ist, dass weder der Schalldämpfer als Ganzes noch die Hauptexpansionskammer verschlossen werden können, denn die Öffnung für den Lauf und die Frontöffnung bleiben stets, auch im gelagerten Zustand ohne Waffe, offen.

    [0003] Aus der GB 2 281 119 A ist es bekannt, dass ein Schalldämpfer zumindest teilweise aus Kunststoff bestehen kann, wobei in dieser Druckschrift auch die Möglichkeit eines zur Gänze aus Kunststoff bestehenden Schalldämpfers geoffenbart ist. Es weist jedoch der Schalldämpfer gemäß dieser Druckschrift keine dichte Umschließung auf.

    [0004] In der US 3,677,132 A ist als Ziel angegeben, einen Schalldämpfer trocken zu halten, wobei dieser insbesondere für die Benutzung durch Kampfschwimmer u.dgl. Anwendungsfälle gedacht und daher wasserdicht ausgebildet ist. Dabei ist an der Waffenseite des Schalldämpfers ein abnehmbarer Stoppel vorgesehen, der vor dem Montieren an der Waffe entfernt wird. Am freien Ende (Mündung) des Schalldämpfers wird dieser durch einen sehr dünnen Verschluss 44 abgedichtet, der nicht entfernt werden muss, bevor der erste Schuss aus der Waffe abgegeben wird. Weiters offenbart diese Druckschrift Einbauten im Schalldämpfer, die im Schusskanal angeordnet sind und kreuzförmig angeordnete Schlitze aufweisen. Diese Einbauten sind durch Abstandhalter im Inneren des Schalldämpfers fixiert.

    [0005] Die AT 408 810 B ist nicht gattungsgemäß und offenbart nur die Möglichkeit einer exzentrischen Montage eines Schalldämpfers an der Waffe.

    [0006] Die US 4,454,798 A ist ebenfalls nicht gattungsgemäß, sondern liegt weit ab vom technischen Gebiet der Erfindung, sie offenbart die Verwendung saugfähigen Materials zur Speicherung von Wasser für das Geschütz eines Panzers.

    [0007] Die DE 100 01 374 C beschreibt die Möglichkeit, den an der Waffe befestigten Schalldämpfer um die Laufachse verdrehen und in beliebiger Drehlage fixieren zu können, um eine Befestigung in der Lage vorzunehmen, in der er die Schusseigenschaften der Waffe am wenigsten beeinträchtigt werden. Dazu ist ein Montagesockel vorgesehen, der auf dem Lauf der Waffe angeordnet wird und einen drehbaren Teil aufweist, auf den wiederum der Schalldämpfer aufgesetzt wird. Eine dichte Umschließung des Schalldämpfers ist nicht geoffenbart.

    [0008] Allgemein sind Schalldämpfer für Feuerwaffen, insbesondere für Pistolen, seit langem bekannt und es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausführungsformen. Geradezu klassisch ist die Variante, bei der vor dem Lauf der Feuerwaffe ein Zylinder angebracht ist, in dem sich verschiedene, möglichst knapp um den Schusskanals des durchfliegenden Projektils angeordnete Einbauten befinden, an denen sich die Schallwellen brechen und durch Interferenz oder durch Totlaufen die gewünschte Dämpfung erreicht wird. Dabei wird auch durch die einzelnen Expansionen und Kompressionen der dem Projektil folgenden Explosionsgase ein solcher Druckabbau erreicht, dass an der Mündung des Schalldämpfers eine deutliche Reduktion der Lautstärke des abgegebenen Schusses erreicht wird.

    [0009] Modernere Schalldämpfer, sogenannte "Schalldämpfer nach dem feuchten Prinzip", auf die sich die Erfindung besonders bezieht, werden vor der Abgabe eines Schusses in ihrem Inneren mit einem Dämpfermedium, zumeist Wasser, aber auch Öl oder Paraffin bzw. ähnliche Substanzen, benetzt. Das Dämpfermedium wird an der Oberfläche oder auch in dafür vorgesehenen Taschen und Kammern in größerer Menge festgehalten, und funktioniert folgendermaßen: Die vorbeiströmenden heißen Explosionsgase führen zur Verdampfung von Dämpfermedium und trotz dessen Volumenszunahme bei der Verdampfung werden die Explosionsgase so stark abgekühlt, dass der Mündungsknall verringert wird. Insbesondere Wasser mit seiner hohen Verdampfungswärme wird dabei verwendet, bei dessen Fehlen wird es im Einsatz oft durch körpereigene Flüssigkeiten des Schützen ersetzt. Bei der trockenen Verwendung kommt es auch zu einer Dämpfung des Schussgeräusches, aber in geringerem Ausmaß.

    [0010] Praktisch alle vorbekannten Schalldämpfer bestehen wegen der mechanischen und thermischen Beanspruchungen bei ihrer Verwendung aus metallischen Werkstoffen, meist Stahl. Eine wesentliche Eigenschaft eines Schalldämpfers ist seine Masse. Da er am vorderen Ende der Waffe montiert ist, führt seine Masse zu einer Verlagerung des Gesamtschwerpunktes der Waffe und, insbesondere bei Pistolen zu Beeinträchtigungen der Bewegung des Schlittens und damit beim Auswerfen der leeren Patronenhülse und dem Laden der nächsten Patrone. Dazu kommt, dass der Schütze den Schalldämpfer während des Einsatzes mit sich tragen muss. Eine Verringerung der Masse der üblichen Schalldämpfer ist daher eine wesentliche Aufgabe der Erfindung.

    [0011] Wenn metallische Teile verwendet werden, so insbesondere für die Befestigungsvorrichtung für die Befestigung an der Waffe (zumeist ein Gewinde), und gegebenenfalls für Teile der Einbauten. Dadurch wird die Gewichtsersparnis nicht besonders beeinträchtigt und es werden doch die am meisten belasteten Teile - oftmaliges Montieren und Demontieren, direkter Kontakt mit den Explosionsgasen im Bereich des Schusskanals - aus widerstandsfähigem Metall hergestellt. Diese Metallteile werden bevorzugt als "verlorene Kerne" beim Herstellen des Gehäuses vom Kunststoff ummantelt.

    [0012] Damit wird an Masse gespart und es gelingt, den Schalldämpfer so leicht zu machen, dass auf die im Stand der Technik vielfach notwendigen Rückstossverstärker verzichtet werden kann. Diese Rückstossverstärker sind bei Schalldämpfern aus Metall, wie man sie bisher für notwendig gehalten hat, notwendig, da durch die große träge Masse der Schalldämpfer ein ausreichendes Zurückfahren des Schlittens bei Handfeuerwaffen nach dem Browning Prinzip und damit das automatische Nachladen der Waffe verhindert wird. Es kann daher beim erfindungsgemäßen Schalldämpfer auch der normalerweise für die Rückstoßerhöhung verwendete Volumenbereich zur Dämpfung des Schalls herangezogen werden.

    [0013] In vielen Staaten der Welt ist für Privatpersonen die Verwendung und oft auch der Besitz von Schalldämpfern verboten, doch werden Schalldämpfer bei verschiedenen Situationen von Exekutivorganen wie Polizei, Gendarmerie, damit verwandten Diensten und schließlich auch vom Militär verwendet. Bei diesen Benutzern kommen zu den naheliegenden Forderungen eines geringen Gewichtes, guter Dämpfungseigenschaften, möglichst geringer Beeinträchtigung der Flugbahn des Projektils, einfacher Montierbarkeit und ähnlichem noch dazu, dass die Schalldämpfer für den Einsatzfall oft lange gelagert werden, dass sie im Einsatz oft wochenlang vom Schützen im Einsatzgebiet, das in vielen Fällen staubig und trocken ist, transportiert werden, und dass am Einsatzort und zur Einsatzzeit oft kein Dämpfermedium (Wasser) zur Verfügung steht.

    [0014] Es sollte somit ein für diese Aufgaben geeigneter Schalldämpfer, auch wenn er erstmals nach langer Lagerung in Betrieb genommen wird, über Dämpfermedium für zumindest zehn Schüsse verfügen, wobei der Schalldämpfer, wenn er, ohne dass durch ihn geschossen wurde, auch wieder von der Waffe genommen und weiterhin aufbewahrt werden sollte, ohne Schaden zu erleiden bzw. undicht zu werden.

    [0015] Diese Ziele werden erfindungsgemäß mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruches 1 erreicht, wobei der Schalldämpfer eine für das bei der Herstellung eingebrachte Dämpfermedium dichte Umschließung aufweist, innerhalb der Umschließung das Dämpfermedium, bevorzugt Wasser oder eine wässerige Lösung, enthalten ist, und die Befestigungsvorrichtung des Schalldämpfers außerhalb der Umschließung angeordnet ist, sodass die dichte Umschließung bis zum Abfeuern des ersten Schusses dicht bleibt.

    [0016] Dabei kann das Gehäuse im Bereich der Mündung des Schusskanals wahlweise durch einen Kunststoffstoppel oder eine einstückig mit dem Gehäuse ausgebildete dünne, häutchenartige Lamelle dicht verschlossen sein. Dieser Verschluss wird erst durch das Abfeuern des ersten Schusses geöffnet. Die Befestigungsvorrichtung zur Montage an der Waffe ist dabei in Form einer häutchenartigen Lamelle am Gehäuse außerhalb dieser Abdichtung vorgesehen, wodurch am bzw. im Schalldämpfer eine dichte Umschließung geschaffen wird, die auch nach der Montage bis zum Abfeuern des ersten Schusses dicht bleibt.

    [0017] Durch diese Maßnahmen erreicht man es, selbstverständlich bei Benutzung von für das Dämpfermedium entsprechend dichter Kunststoffe, wie sie im Stand der Technik hinlänglich bekannt sind, dass die Unversehrtheit des Schalldämpfers und damit auch das bei der Herstellung ins Innere des Schalldämpfers eingebrachte Dämpfermedium, bevorzugt Wasser, erhalten bleibt und dass erst bei der ersten Abgabe eines Schusses durch den Schalldämpfer die Lamelle vom Projektil zerrissen bzw. der Stoppel ausgestoßen wird. Unter "dichtem" Werkstoff wird in dieser Beschreibung und den Ansprüchen verstanden, dass er das verwendete Dämpfermedium, bevorzugt Wasser, weder in flüssiger noch in dampfförmiger Form durchlässt. Dies kann auch durch eine Beschichtung oder Imprägnierung eines an sich nicht dichten Werkstoffes erreicht werden, bedeutsam ist nur, dass die Umschließung in ihrer Gesamtheit dicht in obigem Sinne ist.

    [0018] Bevorzugt werden sämtliche Bauteile des Schalldämpfers aus Kunststoff gefertigt. Die Montage des Schalldämpfers an der Pistole erfolgt üblicherweise am Lauf derselben, eine Vielzahl von Pistolen weist bereits ein entsprechendes Gewinde auf, um ein Gegengewinde des Schalldämpfers aufschrauben zu können. Es sind selbstverständlich andere Montagemöglichkeiten denkbar, der erfindungsgemäße Schalldämpferaufbau kann bei all diesen Montagemöglichkeiten vorteilhaft verwendet werden.

    [0019] Der Innenaufbau des Schalldämpfers wird, ebenso wie der Aufbau seines Gehäuses, im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert:

    Die Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch ein Gehäuse,

    die Fig. 2 einen Schnitt durch ein Gehäuse mit Einbauten,

    die Fig. 3 eine Variante der Fig. 2 und

    die Fig. 4 einen Schnitt durch eine Art von Einbauten.



    [0020] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, weist ein erfindungsgemäßer Schalldämpfer ein bevorzugt einstückig ausgebildetes Gehäuse 1 auf, das an seinem mündungsseitigen Ende durch einen Stoppel 2 verschlossen ist. Bevorzugt ist das andere, waffenseitige, Ende des Gehäuses 1 offen ausgebildet und wird, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, durch eine spezielle Abdeckung 3 verschlossen. Die Abdeckung 3 besteht im wesentlichen aus einem ins Gehäuse 1 ragenden, perforierten Rohr 18 und zwei Stirnplatten 19, 20, jeweils eine an jedem Ende des Rohres 18. Die waffenseitige Stirnplatte 19 ist relativ massiv ausgeführt und dient einerseits dem dichten Verschluss des Gehäuses 1 am waffenseitigen Ende des Schalldämpfers und andererseits seiner Montage an der Waffe, im dargestellten Ausführungsbeispiel am Lauf der Waffe, mittels eines Gewindes 4.

    [0021] Das perforierte Rohr 18 ist im montierten Zustand des Schalldämpfers koaxial zur Laufachse 6 angeordnet und weist einen Inndurchmesser auf, der etwas größer ist als der Außendurchmesser des Projektils. Derartige Anordnungen sind bei Schalldämpfern verschiedentlich bekannt und bedürfen hier keiner näheren Erläuterung. Es ist aber darauf hinzuweisen, dass beim dargestellten Ausführungsbeispiel der Hohlraum zwischen dem Innenmantel des Gehäuses 1 und der äußeren Mantelfläche des Rohres 18 zumindest teilweise mit offenporigem Schaumstoff 21 gefüllt ist, der bereits bei der Herstellung des Schalldämpfers mit Dämpfermedium, bevorzugt Wasser, gefüllt wird.

    [0022] Die Abdeckung 3 wird in ihrer Gesamtheit bevorzugt einstückig ausgeführt, da so auch bei geringer Wandstärke (Gewichtsersparnis) eine mechanisch feste Einheit entsteht, die durch entsprechende Passung auch fest mit dem Gehäuse 1 verbunden werden kann, was zu einer genauen Montage des Schalldämpfers auf kostengünstige und einfache Weise führt.

    [0023] Eine ganz besondere erfindungsgemäße Maßnahme ist, dass einstückig mit der Abdeckung 3 eine Lamelle 5 ausgebildet ist, durch die das Innere des Schalldämpfers dicht gegenüber der Umgebung abgeschottet wird und die oben genannte Umschließung 24 des eigentlichen Schalldämpfers vervollständigt. Diese Lamelle 5 liegt, in Richtung der Laufachse 6 gesehen, in einigem Abstand vom waffenseitigen Ende 22 des Schalldämpfers, im dargestellten Ausführungsbeispiel am inneren Ende des Gewindes 4, sodass sie selbst beim Montieren auf der Waffe nicht beschädigt wird. Sie sichert den Schalldämpfer einerseits gegen das Eindringen von Schmutz, andererseits gegen das Verdampfen des in ihn eingefüllten Dämpfermediums, bevorzugt Wasser. Erst beim Lösen des ersten Schusses mit montiertem Schalldämpfer wird die Lamelle 5 vom Projektil zerrissen und zerstört, ein Teil des Wassers verdampft und trägt zur Schalldämpfung bei.

    [0024] Der im Schalldämpfer innerhalb des Gehäuses 1 zwischen der vorderen Wand 6 des rohrförmigen Teils 3 und der Stirnwand 7 (Fig. 1) des Gehäuses 1 verbleibende Raum weist im dargestellten Ausführungsbeispiel zwei verschiedene Arten von Einbauten auf: Die Fig. 2 zeigt die Verwendung von Stirnwänden bzw. Zwischenwänden 8 mit Öffnungen für das Projektil koaxial zur Achse 6, mit einstückig an jeder Stirnwand ausgebildeten Abstandhaltern. Diese Abstandhalter sind als Füßchen 9 ausgebildet, sodass die Innenwand des Gehäuses 1 überwiegend frei bleibt. Es werden nun jeweils diese Zwischenwände 8 Füßchen an Füßchen aneinander gestellt und im Freiraum außerhalb des Bereiches des Schusskanals wird offenporiger Schaumstoff 21' untergebracht, um die Aufnahmekapazität für das eingefüllte Wasser zu erhöhen.

    [0025] Der Freiraum selbst ist im dargestellten Ausführungsbeispiel asymmetrisch zur Achse 6 ausgebildet und liegt im an der Waffe montierten Zustand im Wesentlichen unterhalb der Achse 6, wodurch die Visiereinrichtung der Waffe unbeeinträchtigt bleibt. Dadurch wird die im Stand der Technik oftmals notwendige Hilfsvisiereinrichtung überflüssig.

    [0026] Wesentlich für die Qualität des Schalldämpfers ist auch, dass zwischen jeweils zwei so gebildete Pakete von Stirnwänden dünne Plättchen 10 aus bevorzugt thermoplastischem Material eingeklemmt werden, die somit über die gesamte Querschnittsfläche außerhalb des Schusskanals normal zur Achse 6 von den Zwischenwänden 8 gestützt werden. Es sind allerdings diese Plättchen 10 (im Gegensatz zu den Zwischenwänden 8) auch im Bereich des Schusskanals geschlossen und weisen nur kreuzförmig bzw. sternförmig angeordnete Einschnitte auf, wobei der Schnittpunkt zumindest zweier Einschnitte auf bzw. nahe der Laufachse 6 liegt.

    [0027] Beim Abfeuern eines Projektils verbiegt dieses beim Durchlaufen des Schalldämpfers die einzelnen durch die Einschnitte gebildeten Segmente der Plättchen 10, was mit deren elastischer Rückstellung zu einer Reduktion des Druckstoßes der nachdringenden Gase führt. Überraschenderweise ertragen diese geschlitzten membranenartigen Plättchen 10 eine ganze Reihe von Schüssen, ohne so stark beschädigt zu werden, dass sie ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen können, wodurch der erfindungsgemäße Schalldämpfer über die gedachte Lebensdauer von zumindest 10 bis 15 Schüssen eine hervorragende Schalldämpfung erzielt.

    [0028] Durch die Ausbildung des Schalldämpfers nach dem feuchten Prinzip werden die thermischen Beanspruchungen auch dieser Plättchen 10 soweit vermindert, dass sie die angestrebte Lebensdauer zuverlässig erreichen. Diese Plättchen 10 bestehen bevorzugt aus thermoplastischem Kunststoff oder synthetischem Kautschuk.

    [0029] Die Fig. 3 zeigt einen Schalldämpfer analog zu dem der Fig. 2, nur sind hier statt der Zwischenwände 8 mit den Füßchen 9 räumlich-diagonal aufgebaute Abstandhalter 8' für die Plättchen 10 vorgesehen. Selbstverständlich sind auch andere Arten und Ausbildungen von Abstandhaltern denkbar, sie müssen nur die Aufgabe erfüllen, die Plättchen 10 an ihrem Platz zu halten und die thermischen und mechanischen Belastungen, die bei der Benutzung und selbstverständlich während der Lagerung auftreten, zu ertragen.

    [0030] Dazu gehört auch die Beanspruchung durch das eingefüllte Dämpfermedium, das bevorzugt frostresistent sein soll, um eine geografisch und jahreszeitlich uneingeschränkte Benutzung sicherzustellen. Es gibt für den Fachmann in Kenntnis der Erfindung viele Möglichkeiten, um durch Frostschutzzusätze, die chemisch möglichst wenig aggressiv und sowohl im flüssigen als auch im gasförmigen Zustand ungiftig sind, dieses Ziel mit Wasser als Dämpfermedium zu erreichen, es sei nur auf die üblichen Frostschutzzusätze für wassergekühlte KFZ-Motoren verwiesen. Selbstverständlich können andere Flüssigkeiten als Wasser verwendet werden, die Vor- bzw. Nachteile dieser Flüssigkeiten (geringere Verdampfungswärme als Wasser, eventuelle Rückstände bei der Verdampfung) und deren Verwendung überhaupt ist jedoch verschiedentlich aus dem Stand der Technik bekannt und ihre Auswahl auch kein wesentlicher Aspekt der Erfindung und wird daher hier nicht weiter erläutert.

    [0031] Es hat sich gezeigt, dass die Lebensdauer der Segmente der Plättchen 10 mit der Zahl der direkt aneinander liegenden Plättchen 10 ansteigt, auch wenn man die einzelnen der Plättchen, aus denen sie gebildet sind, dünner ausbildet als beim Vorsehen nur eines oder zweier dieser Plättchen 10. Es kann daher insbesondere in diesem Falle ein erfindungsgemäßer Schalldämpfer, wenn man Flüssigkeit, insbesondere Wasser, zur Hand hat, um ihn wieder zur befeuchten, auch eine wesentlich höhere Lebensdauer aufweisen als die oben genannten 10 bis 15 Schuss.

    [0032] Die Montage der Abdeckung 3 im bzw. am Gehäuse 1 kann beispielsweise durch Ultraschallschweißen oder durch Verkleben erfolgen. Es ist auch möglich, eine mechanische Montage, beispielsweise durch Befestigungsstifte, die normal zur Achse 6 verlaufen, vorzunehmen, und für die notwendige Dichtheit durch einen O-Ring oder dergleichen zu sorgen. Es muss bei dieser Montage nur auf die für die vorgesehene jahrelange Lagerfrist notwendige, ausreichende Dichtheit der Verbindung im Hinblick auf das verwendete Dämpfermedium bedacht genommen werden, was aber für den Fachmann auf dem Gebiete der Dichtungen in Kenntnis der Erfindung kein Problem ist.

    [0033] Der Stopfen 2 kann im Gehäuse 1 einfach durch Reibschluss gehalten werden, durch die dadurch bedingte elastische Deformation sowohl des Stopfens 2 als auch der Stirnwand 7 des Gehäuses kann auch eine ausreichend dichte Absperrung erzielt werden. Die zusätzliche Verwendung eines Dichtmittels ist möglich, auch dies kann der Fachmann in Kenntnis der Erfindung leicht auswählen.

    [0034] Wie bereits ausgeführt, bestehen bevorzugt alle Bauteile des Schalldämpfers aus Kunststoff, dadurch wird an Gewicht gespart. Da bei den in Frage kommenden Zielgruppen die Verwendung in besonderen Situationen der Fall ist und die nur für einen Einsatz vorgesehene Lebensdauer des Schalldämpfers keine Nachteile mit sich bringt, stellt dies auch wegen der vollständigen Vermeidung jeder Korrosionsgefahr, insbesondere im Hinblick auf das eingeschlossene Dämpfermedium, bevorzugt Wasser, einen großen Vorteil dar.

    [0035] Die verwendeten Materialien kann der Fachmann auf dem Gebiete der Kunststofftechnik in Kenntnis der Anforderungen und Erfindung aus vielen auswählen, als Beispiel seien nur genannt: Thermoplastische Elastomere wie Polypropylen, Polyethylen, Polyolefine, Polyamide, Acetalharze und können faserverstärkt sein oder auch nicht. Als Verstärkung kommen beispielsweise Glasfasern, Kohlefasern oder Keflarfasern in Frage.

    [0036] Die Erfindung kann innerhalb des durch die Ansprüche definierten Schutzumfanges verschiedentlich abgewandelt werden, wesentlich ist aber die Schaffung einer dichten Umschließung, sodass schon lange vor dem Einsatz, bevorzugt bereits bei der Herstellung, das Dämpfungsmedium in den Schalldämpfer eingebracht werden kann, und dass die Umschließung bis zum Abfeuern des ersten Schusses dicht erhalten bleibt.


    Ansprüche

    1. Schalldämpfer mit einem Dämpfermedium nach dem feuchten Prinzip für Feuerwaffen, insbesondere Pistolen, mit einem zumindest im Wesentlichen aus nicht-metallischem Material bestehenden Gehäuse (1), und mit einer Befestigungsvorrichtung (4; 11, 13) zur Befestigung an der Feuerwaffe, wobei das Gehäuse eine für das bei der Herstellung eingebrachte Dämpfermedium dichte Umschließung (24) aufweist, innerhalb der Umschließung (24) das Dämpfermedium, bevorzugt Wasser oder eine wässerige Lösung, enthalten ist, und die Befestigungsvorrichtung (4; 11, 13) außerhalb der Umschließung (24) angeordnet ist, sodass die dichte Umschließung bis zum Abfeuern des ersten Schusses dicht bleibt.
     
    2. Schalldämpfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Inneren des Gehäuses (1) zumindest zwei Plättchen (10) in flächigem Kontakt miteinander vorgesehen sind, die im wesentlichen in einer Ebene normal zur Laufachse (6) liegen und mit jeweils zumindest zwei Schlitzen versehen sind, die sich im Bereich der Laufachse (6) schneiden.
     
    3. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Umschließung (24) Bereiche mit saugfähigem Material wie offenporigem Schaumstoff, Watte, Kieselgur, etc. gefüllt sind.
     
    4. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Bereiche der inneren Oberfläche der Umschließung (24) aufgerauht oder profiliert sind.
     


    Claims

    1. Silencer having a silencing medium according to the silencing principle for firearms, in particular pistols, having a housing (1) consisting at least substantially of non-metallic material, and having an attachment device (4; 11, 13) for the attachment to the firearm, wherein
    the housing has a tight enclosure (24) for the silencing medium which is introduced during production,
    the silencing medium, preferably water or an aqueous solution, is contained within the enclosure (24), and
    the attachment device (4; 11, 13) is arranged outside the enclosure (24) such that the tight enclosure remains tight until the first shot is fired.
     
    2. Silencer according to claim 1, characterised in that, inside the housing (1), at least two platelets (10) are provided in surface contact with one another, which are substantially located in a plane normal to the running axle (6) and are each provided with at least two slits which intersect in the region of the running axle (6).
     
    3. Silencer according to one of claims 1 or 2, characterised in that, within the enclosure (24), regions are filled with absorbent material such as open-pored foam, cotton wool, kieselguhr etc..
     
    4. Silencer according to one of claims 1 to 3, characterised in that regions of the inner surface of the enclosure (24) are roughened or profiled.
     


    Revendications

    1. Silencieux comprenant un fluide modérateur selon le principe humide pour des armes à feu, en particulier des pistolets, comprenant un boîtier (1) constitué au moins pour l'essentiel d'un matériau non métallique, et comprenant un dispositif de fixation (4 ; 11, 13) destiné à une fixation sur l'arme à feu, le boîtier présentant une enveloppe (24) étanche vis-à-vis du fluide modérateur introduit lors de la fabrication, le fluide modérateur, de préférence de l'eau ou une solution aqueuse, étant contenu dans l'enveloppe (24), et le dispositif de fixation (4; 11, 13) étant disposé à l'extérieur de l'enveloppe (24), de sorte que l'enveloppe étanche reste étanche jusqu'au tir du premier coup de feu.
     
    2. Silencieux selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'à l'intérieur du boîtier (1), sont prévues au moins deux plaquettes (10) qui sont en contact de surface l'une avec l'autre et s'étendent sensiblement dans un plan normal à l'axe de canon (6) et sont chacune dotées d'au moins deux fentes qui se coupent dans la région de l'axe de canon (6).
     
    3. Silencieux selon une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que, à l'intérieur de l'enveloppe (24), des zones sont remplies avec un matériau absorbant, tel que de la mousse à pores ouverts, du coton, du kieselgur, ou autre.
     
    4. Silencieux selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que des zones de la surface interne de l'enveloppe (24) sont rendues rugueuses ou polies.
     




    Zeichnung











    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente