[0001] Die Erfindung betrifft einen Schalldämpfer mit einem Dämpfermedium nach dem feuchten
Prinzip für Feuerwaffen, insbesondere Pistolen, mit einem zumindest im Wesentlichen
aus nicht-metallischem Material bestehenden für das Dämpfermedium dichte Gehäuse.
[0002] Aus der
US 6,374,718 B, welche einen Ausgangspunkt für den unabhängigen Anspruch 1 bildet, ist ein Schalldämpfer
bekannt, der aus einem Metallrohr besteht, in das der Lauf der Waffe tief eingeschoben
ist. Im Überschiebungsbereich, somit hinter der Mündung der Waffe, ist eine gegebenenfalls
mit nassem Dämpfermedium versehene Hauptexpansionskammer vorgesehen, im vorderen Bereich
des Dämpfers ist eine Reihe von Dämpferkammern jeweils mit einer Durehtrittöffnung
für das Projektil angeordnet und im Frontbereich kann ein Entlastungsrohr mit seitlichen
Gasaustrittsöffnungen angebracht werden. Wesentlich ist, dass weder der Schalldämpfer
als Ganzes noch die Hauptexpansionskammer verschlossen werden können, denn die Öffnung
für den Lauf und die Frontöffnung bleiben stets, auch im gelagerten Zustand ohne Waffe,
offen.
[0003] Aus der
GB 2 281 119 A ist es bekannt, dass ein Schalldämpfer zumindest teilweise aus Kunststoff bestehen
kann, wobei in dieser Druckschrift auch die Möglichkeit eines zur Gänze aus Kunststoff
bestehenden Schalldämpfers geoffenbart ist. Es weist jedoch der Schalldämpfer gemäß
dieser Druckschrift keine dichte Umschließung auf.
[0004] In der
US 3,677,132 A ist als Ziel angegeben, einen Schalldämpfer trocken zu halten, wobei dieser insbesondere
für die Benutzung durch Kampfschwimmer u.dgl. Anwendungsfälle gedacht und daher wasserdicht
ausgebildet ist. Dabei ist an der Waffenseite des Schalldämpfers ein abnehmbarer Stoppel
vorgesehen, der vor dem Montieren an der Waffe entfernt wird. Am freien Ende (Mündung)
des Schalldämpfers wird dieser durch einen sehr dünnen Verschluss 44 abgedichtet,
der nicht entfernt werden muss, bevor der erste Schuss aus der Waffe abgegeben wird.
Weiters offenbart diese Druckschrift Einbauten im Schalldämpfer, die im Schusskanal
angeordnet sind und kreuzförmig angeordnete Schlitze aufweisen. Diese Einbauten sind
durch Abstandhalter im Inneren des Schalldämpfers fixiert.
[0005] Die
AT 408 810 B ist nicht gattungsgemäß und offenbart nur die Möglichkeit einer exzentrischen Montage
eines Schalldämpfers an der Waffe.
[0006] Die
US 4,454,798 A ist ebenfalls nicht gattungsgemäß, sondern liegt weit ab vom technischen Gebiet der
Erfindung, sie offenbart die Verwendung saugfähigen Materials zur Speicherung von
Wasser für das Geschütz eines Panzers.
[0007] Die
DE 100 01 374 C beschreibt die Möglichkeit, den an der Waffe befestigten Schalldämpfer um die Laufachse
verdrehen und in beliebiger Drehlage fixieren zu können, um eine Befestigung in der
Lage vorzunehmen, in der er die Schusseigenschaften der Waffe am wenigsten beeinträchtigt
werden. Dazu ist ein Montagesockel vorgesehen, der auf dem Lauf der Waffe angeordnet
wird und einen drehbaren Teil aufweist, auf den wiederum der Schalldämpfer aufgesetzt
wird. Eine dichte Umschließung des Schalldämpfers ist nicht geoffenbart.
[0008] Allgemein sind Schalldämpfer für Feuerwaffen, insbesondere für Pistolen, seit langem
bekannt und es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausführungsformen. Geradezu klassisch
ist die Variante, bei der vor dem Lauf der Feuerwaffe ein Zylinder angebracht ist,
in dem sich verschiedene, möglichst knapp um den Schusskanals des durchfliegenden
Projektils angeordnete Einbauten befinden, an denen sich die Schallwellen brechen
und durch Interferenz oder durch Totlaufen die gewünschte Dämpfung erreicht wird.
Dabei wird auch durch die einzelnen Expansionen und Kompressionen der dem Projektil
folgenden Explosionsgase ein solcher Druckabbau erreicht, dass an der Mündung des
Schalldämpfers eine deutliche Reduktion der Lautstärke des abgegebenen Schusses erreicht
wird.
[0009] Modernere Schalldämpfer, sogenannte "Schalldämpfer nach dem feuchten Prinzip", auf
die sich die Erfindung besonders bezieht, werden vor der Abgabe eines Schusses in
ihrem Inneren mit einem Dämpfermedium, zumeist Wasser, aber auch Öl oder Paraffin
bzw. ähnliche Substanzen, benetzt. Das Dämpfermedium wird an der Oberfläche oder auch
in dafür vorgesehenen Taschen und Kammern in größerer Menge festgehalten, und funktioniert
folgendermaßen: Die vorbeiströmenden heißen Explosionsgase führen zur Verdampfung
von Dämpfermedium und trotz dessen Volumenszunahme bei der Verdampfung werden die
Explosionsgase so stark abgekühlt, dass der Mündungsknall verringert wird. Insbesondere
Wasser mit seiner hohen Verdampfungswärme wird dabei verwendet, bei dessen Fehlen
wird es im Einsatz oft durch körpereigene Flüssigkeiten des Schützen ersetzt. Bei
der trockenen Verwendung kommt es auch zu einer Dämpfung des Schussgeräusches, aber
in geringerem Ausmaß.
[0010] Praktisch alle vorbekannten Schalldämpfer bestehen wegen der mechanischen und thermischen
Beanspruchungen bei ihrer Verwendung aus metallischen Werkstoffen, meist Stahl. Eine
wesentliche Eigenschaft eines Schalldämpfers ist seine Masse. Da er am vorderen Ende
der Waffe montiert ist, führt seine Masse zu einer Verlagerung des Gesamtschwerpunktes
der Waffe und, insbesondere bei Pistolen zu Beeinträchtigungen der Bewegung des Schlittens
und damit beim Auswerfen der leeren Patronenhülse und dem Laden der nächsten Patrone.
Dazu kommt, dass der Schütze den Schalldämpfer während des Einsatzes mit sich tragen
muss. Eine Verringerung der Masse der üblichen Schalldämpfer ist daher eine wesentliche
Aufgabe der Erfindung.
[0011] Wenn metallische Teile verwendet werden, so insbesondere für die Befestigungsvorrichtung
für die Befestigung an der Waffe (zumeist ein Gewinde), und gegebenenfalls für Teile
der Einbauten. Dadurch wird die Gewichtsersparnis nicht besonders beeinträchtigt und
es werden doch die am meisten belasteten Teile - oftmaliges Montieren und Demontieren,
direkter Kontakt mit den Explosionsgasen im Bereich des Schusskanals - aus widerstandsfähigem
Metall hergestellt. Diese Metallteile werden bevorzugt als "verlorene Kerne" beim
Herstellen des Gehäuses vom Kunststoff ummantelt.
[0012] Damit wird an Masse gespart und es gelingt, den Schalldämpfer so leicht zu machen,
dass auf die im Stand der Technik vielfach notwendigen Rückstossverstärker verzichtet
werden kann. Diese Rückstossverstärker sind bei Schalldämpfern aus Metall, wie man
sie bisher für notwendig gehalten hat, notwendig, da durch die große träge Masse der
Schalldämpfer ein ausreichendes Zurückfahren des Schlittens bei Handfeuerwaffen nach
dem Browning Prinzip und damit das automatische Nachladen der Waffe verhindert wird.
Es kann daher beim erfindungsgemäßen Schalldämpfer auch der normalerweise für die
Rückstoßerhöhung verwendete Volumenbereich zur Dämpfung des Schalls herangezogen werden.
[0013] In vielen Staaten der Welt ist für Privatpersonen die Verwendung und oft auch der
Besitz von Schalldämpfern verboten, doch werden Schalldämpfer bei verschiedenen Situationen
von Exekutivorganen wie Polizei, Gendarmerie, damit verwandten Diensten und schließlich
auch vom Militär verwendet. Bei diesen Benutzern kommen zu den naheliegenden Forderungen
eines geringen Gewichtes, guter Dämpfungseigenschaften, möglichst geringer Beeinträchtigung
der Flugbahn des Projektils, einfacher Montierbarkeit und ähnlichem noch dazu, dass
die Schalldämpfer für den Einsatzfall oft lange gelagert werden, dass sie im Einsatz
oft wochenlang vom Schützen im Einsatzgebiet, das in vielen Fällen staubig und trocken
ist, transportiert werden, und dass am Einsatzort und zur Einsatzzeit oft kein Dämpfermedium
(Wasser) zur Verfügung steht.
[0014] Es sollte somit ein für diese Aufgaben geeigneter Schalldämpfer, auch wenn er erstmals
nach langer Lagerung in Betrieb genommen wird, über Dämpfermedium für zumindest zehn
Schüsse verfügen, wobei der Schalldämpfer, wenn er, ohne dass durch ihn geschossen
wurde, auch wieder von der Waffe genommen und weiterhin aufbewahrt werden sollte,
ohne Schaden zu erleiden bzw. undicht zu werden.
[0015] Diese Ziele werden erfindungsgemäß mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruches
1 erreicht, wobei der Schalldämpfer eine für das bei der Herstellung eingebrachte
Dämpfermedium dichte Umschließung aufweist, innerhalb der Umschließung das Dämpfermedium,
bevorzugt Wasser oder eine wässerige Lösung, enthalten ist, und die Befestigungsvorrichtung
des Schalldämpfers außerhalb der Umschließung angeordnet ist, sodass die dichte Umschließung
bis zum Abfeuern des ersten Schusses dicht bleibt.
[0016] Dabei kann das Gehäuse im Bereich der Mündung des Schusskanals wahlweise durch einen
Kunststoffstoppel oder eine einstückig mit dem Gehäuse ausgebildete dünne, häutchenartige
Lamelle dicht verschlossen sein. Dieser Verschluss wird erst durch das Abfeuern des
ersten Schusses geöffnet. Die Befestigungsvorrichtung zur Montage an der Waffe ist
dabei in Form einer häutchenartigen Lamelle am Gehäuse außerhalb dieser Abdichtung
vorgesehen, wodurch am bzw. im Schalldämpfer eine dichte Umschließung geschaffen wird,
die auch nach der Montage bis zum Abfeuern des ersten Schusses dicht bleibt.
[0017] Durch diese Maßnahmen erreicht man es, selbstverständlich bei Benutzung von für das
Dämpfermedium entsprechend dichter Kunststoffe, wie sie im Stand der Technik hinlänglich
bekannt sind, dass die Unversehrtheit des Schalldämpfers und damit auch das bei der
Herstellung ins Innere des Schalldämpfers eingebrachte Dämpfermedium, bevorzugt Wasser,
erhalten bleibt und dass erst bei der ersten Abgabe eines Schusses durch den Schalldämpfer
die Lamelle vom Projektil zerrissen bzw. der Stoppel ausgestoßen wird. Unter "dichtem"
Werkstoff wird in dieser Beschreibung und den Ansprüchen verstanden, dass er das verwendete
Dämpfermedium, bevorzugt Wasser, weder in flüssiger noch in dampfförmiger Form durchlässt.
Dies kann auch durch eine Beschichtung oder Imprägnierung eines an sich nicht dichten
Werkstoffes erreicht werden, bedeutsam ist nur, dass die Umschließung in ihrer Gesamtheit
dicht in obigem Sinne ist.
[0018] Bevorzugt werden sämtliche Bauteile des Schalldämpfers aus Kunststoff gefertigt.
Die Montage des Schalldämpfers an der Pistole erfolgt üblicherweise am Lauf derselben,
eine Vielzahl von Pistolen weist bereits ein entsprechendes Gewinde auf, um ein Gegengewinde
des Schalldämpfers aufschrauben zu können. Es sind selbstverständlich andere Montagemöglichkeiten
denkbar, der erfindungsgemäße Schalldämpferaufbau kann bei all diesen Montagemöglichkeiten
vorteilhaft verwendet werden.
[0019] Der Innenaufbau des Schalldämpfers wird, ebenso wie der Aufbau seines Gehäuses, im
Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert:
Die Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch ein Gehäuse,
die Fig. 2 einen Schnitt durch ein Gehäuse mit Einbauten,
die Fig. 3 eine Variante der Fig. 2 und
die Fig. 4 einen Schnitt durch eine Art von Einbauten.
[0020] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, weist ein erfindungsgemäßer Schalldämpfer ein bevorzugt
einstückig ausgebildetes Gehäuse 1 auf, das an seinem mündungsseitigen Ende durch
einen Stoppel 2 verschlossen ist. Bevorzugt ist das andere, waffenseitige, Ende des
Gehäuses 1 offen ausgebildet und wird, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, durch eine
spezielle Abdeckung 3 verschlossen. Die Abdeckung 3 besteht im wesentlichen aus einem
ins Gehäuse 1 ragenden, perforierten Rohr 18 und zwei Stirnplatten 19, 20, jeweils
eine an jedem Ende des Rohres 18. Die waffenseitige Stirnplatte 19 ist relativ massiv
ausgeführt und dient einerseits dem dichten Verschluss des Gehäuses 1 am waffenseitigen
Ende des Schalldämpfers und andererseits seiner Montage an der Waffe, im dargestellten
Ausführungsbeispiel am Lauf der Waffe, mittels eines Gewindes 4.
[0021] Das perforierte Rohr 18 ist im montierten Zustand des Schalldämpfers koaxial zur
Laufachse 6 angeordnet und weist einen Inndurchmesser auf, der etwas größer ist als
der Außendurchmesser des Projektils. Derartige Anordnungen sind bei Schalldämpfern
verschiedentlich bekannt und bedürfen hier keiner näheren Erläuterung. Es ist aber
darauf hinzuweisen, dass beim dargestellten Ausführungsbeispiel der Hohlraum zwischen
dem Innenmantel des Gehäuses 1 und der äußeren Mantelfläche des Rohres 18 zumindest
teilweise mit offenporigem Schaumstoff 21 gefüllt ist, der bereits bei der Herstellung
des Schalldämpfers mit Dämpfermedium, bevorzugt Wasser, gefüllt wird.
[0022] Die Abdeckung 3 wird in ihrer Gesamtheit bevorzugt einstückig ausgeführt, da so auch
bei geringer Wandstärke (Gewichtsersparnis) eine mechanisch feste Einheit entsteht,
die durch entsprechende Passung auch fest mit dem Gehäuse 1 verbunden werden kann,
was zu einer genauen Montage des Schalldämpfers auf kostengünstige und einfache Weise
führt.
[0023] Eine ganz besondere erfindungsgemäße Maßnahme ist, dass einstückig mit der Abdeckung
3 eine Lamelle 5 ausgebildet ist, durch die das Innere des Schalldämpfers dicht gegenüber
der Umgebung abgeschottet wird und die oben genannte Umschließung 24 des eigentlichen
Schalldämpfers vervollständigt. Diese Lamelle 5 liegt, in Richtung der Laufachse 6
gesehen, in einigem Abstand vom waffenseitigen Ende 22 des Schalldämpfers, im dargestellten
Ausführungsbeispiel am inneren Ende des Gewindes 4, sodass sie selbst beim Montieren
auf der Waffe nicht beschädigt wird. Sie sichert den Schalldämpfer einerseits gegen
das Eindringen von Schmutz, andererseits gegen das Verdampfen des in ihn eingefüllten
Dämpfermediums, bevorzugt Wasser. Erst beim Lösen des ersten Schusses mit montiertem
Schalldämpfer wird die Lamelle 5 vom Projektil zerrissen und zerstört, ein Teil des
Wassers verdampft und trägt zur Schalldämpfung bei.
[0024] Der im Schalldämpfer innerhalb des Gehäuses 1 zwischen der vorderen Wand 6 des rohrförmigen
Teils 3 und der Stirnwand 7 (Fig. 1) des Gehäuses 1 verbleibende Raum weist im dargestellten
Ausführungsbeispiel zwei verschiedene Arten von Einbauten auf: Die Fig. 2 zeigt die
Verwendung von Stirnwänden bzw. Zwischenwänden 8 mit Öffnungen für das Projektil koaxial
zur Achse 6, mit einstückig an jeder Stirnwand ausgebildeten Abstandhaltern. Diese
Abstandhalter sind als Füßchen 9 ausgebildet, sodass die Innenwand des Gehäuses 1
überwiegend frei bleibt. Es werden nun jeweils diese Zwischenwände 8 Füßchen an Füßchen
aneinander gestellt und im Freiraum außerhalb des Bereiches des Schusskanals wird
offenporiger Schaumstoff 21' untergebracht, um die Aufnahmekapazität für das eingefüllte
Wasser zu erhöhen.
[0025] Der Freiraum selbst ist im dargestellten Ausführungsbeispiel asymmetrisch zur Achse
6 ausgebildet und liegt im an der Waffe montierten Zustand im Wesentlichen unterhalb
der Achse 6, wodurch die Visiereinrichtung der Waffe unbeeinträchtigt bleibt. Dadurch
wird die im Stand der Technik oftmals notwendige Hilfsvisiereinrichtung überflüssig.
[0026] Wesentlich für die Qualität des Schalldämpfers ist auch, dass zwischen jeweils zwei
so gebildete Pakete von Stirnwänden dünne Plättchen 10 aus bevorzugt thermoplastischem
Material eingeklemmt werden, die somit über die gesamte Querschnittsfläche außerhalb
des Schusskanals normal zur Achse 6 von den Zwischenwänden 8 gestützt werden. Es sind
allerdings diese Plättchen 10 (im Gegensatz zu den Zwischenwänden 8) auch im Bereich
des Schusskanals geschlossen und weisen nur kreuzförmig bzw. sternförmig angeordnete
Einschnitte auf, wobei der Schnittpunkt zumindest zweier Einschnitte auf bzw. nahe
der Laufachse 6 liegt.
[0027] Beim Abfeuern eines Projektils verbiegt dieses beim Durchlaufen des Schalldämpfers
die einzelnen durch die Einschnitte gebildeten Segmente der Plättchen 10, was mit
deren elastischer Rückstellung zu einer Reduktion des Druckstoßes der nachdringenden
Gase führt. Überraschenderweise ertragen diese geschlitzten membranenartigen Plättchen
10 eine ganze Reihe von Schüssen, ohne so stark beschädigt zu werden, dass sie ihrer
Aufgabe nicht mehr nachkommen können, wodurch der erfindungsgemäße Schalldämpfer über
die gedachte Lebensdauer von zumindest 10 bis 15 Schüssen eine hervorragende Schalldämpfung
erzielt.
[0028] Durch die Ausbildung des Schalldämpfers nach dem feuchten Prinzip werden die thermischen
Beanspruchungen auch dieser Plättchen 10 soweit vermindert, dass sie die angestrebte
Lebensdauer zuverlässig erreichen. Diese Plättchen 10 bestehen bevorzugt aus thermoplastischem
Kunststoff oder synthetischem Kautschuk.
[0029] Die Fig. 3 zeigt einen Schalldämpfer analog zu dem der Fig. 2, nur sind hier statt
der Zwischenwände 8 mit den Füßchen 9 räumlich-diagonal aufgebaute Abstandhalter 8'
für die Plättchen 10 vorgesehen. Selbstverständlich sind auch andere Arten und Ausbildungen
von Abstandhaltern denkbar, sie müssen nur die Aufgabe erfüllen, die Plättchen 10
an ihrem Platz zu halten und die thermischen und mechanischen Belastungen, die bei
der Benutzung und selbstverständlich während der Lagerung auftreten, zu ertragen.
[0030] Dazu gehört auch die Beanspruchung durch das eingefüllte Dämpfermedium, das bevorzugt
frostresistent sein soll, um eine geografisch und jahreszeitlich uneingeschränkte
Benutzung sicherzustellen. Es gibt für den Fachmann in Kenntnis der Erfindung viele
Möglichkeiten, um durch Frostschutzzusätze, die chemisch möglichst wenig aggressiv
und sowohl im flüssigen als auch im gasförmigen Zustand ungiftig sind, dieses Ziel
mit Wasser als Dämpfermedium zu erreichen, es sei nur auf die üblichen Frostschutzzusätze
für wassergekühlte KFZ-Motoren verwiesen. Selbstverständlich können andere Flüssigkeiten
als Wasser verwendet werden, die Vor- bzw. Nachteile dieser Flüssigkeiten (geringere
Verdampfungswärme als Wasser, eventuelle Rückstände bei der Verdampfung) und deren
Verwendung überhaupt ist jedoch verschiedentlich aus dem Stand der Technik bekannt
und ihre Auswahl auch kein wesentlicher Aspekt der Erfindung und wird daher hier nicht
weiter erläutert.
[0031] Es hat sich gezeigt, dass die Lebensdauer der Segmente der Plättchen 10 mit der Zahl
der direkt aneinander liegenden Plättchen 10 ansteigt, auch wenn man die einzelnen
der Plättchen, aus denen sie gebildet sind, dünner ausbildet als beim Vorsehen nur
eines oder zweier dieser Plättchen 10. Es kann daher insbesondere in diesem Falle
ein erfindungsgemäßer Schalldämpfer, wenn man Flüssigkeit, insbesondere Wasser, zur
Hand hat, um ihn wieder zur befeuchten, auch eine wesentlich höhere Lebensdauer aufweisen
als die oben genannten 10 bis 15 Schuss.
[0032] Die Montage der Abdeckung 3 im bzw. am Gehäuse 1 kann beispielsweise durch Ultraschallschweißen
oder durch Verkleben erfolgen. Es ist auch möglich, eine mechanische Montage, beispielsweise
durch Befestigungsstifte, die normal zur Achse 6 verlaufen, vorzunehmen, und für die
notwendige Dichtheit durch einen O-Ring oder dergleichen zu sorgen. Es muss bei dieser
Montage nur auf die für die vorgesehene jahrelange Lagerfrist notwendige, ausreichende
Dichtheit der Verbindung im Hinblick auf das verwendete Dämpfermedium bedacht genommen
werden, was aber für den Fachmann auf dem Gebiete der Dichtungen in Kenntnis der Erfindung
kein Problem ist.
[0033] Der Stopfen 2 kann im Gehäuse 1 einfach durch Reibschluss gehalten werden, durch
die dadurch bedingte elastische Deformation sowohl des Stopfens 2 als auch der Stirnwand
7 des Gehäuses kann auch eine ausreichend dichte Absperrung erzielt werden. Die zusätzliche
Verwendung eines Dichtmittels ist möglich, auch dies kann der Fachmann in Kenntnis
der Erfindung leicht auswählen.
[0034] Wie bereits ausgeführt, bestehen bevorzugt alle Bauteile des Schalldämpfers aus Kunststoff,
dadurch wird an Gewicht gespart. Da bei den in Frage kommenden Zielgruppen die Verwendung
in besonderen Situationen der Fall ist und die nur für einen Einsatz vorgesehene Lebensdauer
des Schalldämpfers keine Nachteile mit sich bringt, stellt dies auch wegen der vollständigen
Vermeidung jeder Korrosionsgefahr, insbesondere im Hinblick auf das eingeschlossene
Dämpfermedium, bevorzugt Wasser, einen großen Vorteil dar.
[0035] Die verwendeten Materialien kann der Fachmann auf dem Gebiete der Kunststofftechnik
in Kenntnis der Anforderungen und Erfindung aus vielen auswählen, als Beispiel seien
nur genannt: Thermoplastische Elastomere wie Polypropylen, Polyethylen, Polyolefine,
Polyamide, Acetalharze und können faserverstärkt sein oder auch nicht. Als Verstärkung
kommen beispielsweise Glasfasern, Kohlefasern oder Keflarfasern in Frage.
[0036] Die Erfindung kann innerhalb des durch die Ansprüche definierten Schutzumfanges verschiedentlich
abgewandelt werden, wesentlich ist aber die Schaffung einer dichten Umschließung,
sodass schon lange vor dem Einsatz, bevorzugt bereits bei der Herstellung, das Dämpfungsmedium
in den Schalldämpfer eingebracht werden kann, und dass die Umschließung bis zum Abfeuern
des ersten Schusses dicht erhalten bleibt.
1. Schalldämpfer mit einem Dämpfermedium nach dem feuchten Prinzip für Feuerwaffen, insbesondere
Pistolen, mit einem zumindest im Wesentlichen aus nicht-metallischem Material bestehenden
Gehäuse (1), und mit einer Befestigungsvorrichtung (4; 11, 13) zur Befestigung an
der Feuerwaffe, wobei das Gehäuse eine für das bei der Herstellung eingebrachte Dämpfermedium
dichte Umschließung (24) aufweist, innerhalb der Umschließung (24) das Dämpfermedium,
bevorzugt Wasser oder eine wässerige Lösung, enthalten ist, und die Befestigungsvorrichtung
(4; 11, 13) außerhalb der Umschließung (24) angeordnet ist, sodass die dichte Umschließung
bis zum Abfeuern des ersten Schusses dicht bleibt.
2. Schalldämpfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Inneren des Gehäuses (1) zumindest zwei Plättchen (10) in flächigem Kontakt miteinander
vorgesehen sind, die im wesentlichen in einer Ebene normal zur Laufachse (6) liegen
und mit jeweils zumindest zwei Schlitzen versehen sind, die sich im Bereich der Laufachse
(6) schneiden.
3. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Umschließung (24) Bereiche mit saugfähigem Material wie offenporigem
Schaumstoff, Watte, Kieselgur, etc. gefüllt sind.
4. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Bereiche der inneren Oberfläche der Umschließung (24) aufgerauht oder profiliert
sind.
1. Silencer having a silencing medium according to the silencing principle for firearms,
in particular pistols, having a housing (1) consisting at least substantially of non-metallic
material, and having an attachment device (4; 11, 13) for the attachment to the firearm,
wherein
the housing has a tight enclosure (24) for the silencing medium which is introduced
during production,
the silencing medium, preferably water or an aqueous solution, is contained within
the enclosure (24), and
the attachment device (4; 11, 13) is arranged outside the enclosure (24) such that
the tight enclosure remains tight until the first shot is fired.
2. Silencer according to claim 1, characterised in that, inside the housing (1), at least two platelets (10) are provided in surface contact
with one another, which are substantially located in a plane normal to the running
axle (6) and are each provided with at least two slits which intersect in the region
of the running axle (6).
3. Silencer according to one of claims 1 or 2, characterised in that, within the enclosure (24), regions are filled with absorbent material such as open-pored
foam, cotton wool, kieselguhr etc..
4. Silencer according to one of claims 1 to 3, characterised in that regions of the inner surface of the enclosure (24) are roughened or profiled.
1. Silencieux comprenant un fluide modérateur selon le principe humide pour des armes
à feu, en particulier des pistolets, comprenant un boîtier (1) constitué au moins
pour l'essentiel d'un matériau non métallique, et comprenant un dispositif de fixation
(4 ; 11, 13) destiné à une fixation sur l'arme à feu, le boîtier présentant une enveloppe
(24) étanche vis-à-vis du fluide modérateur introduit lors de la fabrication, le fluide
modérateur, de préférence de l'eau ou une solution aqueuse, étant contenu dans l'enveloppe
(24), et le dispositif de fixation (4; 11, 13) étant disposé à l'extérieur de l'enveloppe
(24), de sorte que l'enveloppe étanche reste étanche jusqu'au tir du premier coup
de feu.
2. Silencieux selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'à l'intérieur du boîtier (1), sont prévues au moins deux plaquettes (10) qui sont
en contact de surface l'une avec l'autre et s'étendent sensiblement dans un plan normal
à l'axe de canon (6) et sont chacune dotées d'au moins deux fentes qui se coupent
dans la région de l'axe de canon (6).
3. Silencieux selon une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que, à l'intérieur de l'enveloppe (24), des zones sont remplies avec un matériau absorbant,
tel que de la mousse à pores ouverts, du coton, du kieselgur, ou autre.
4. Silencieux selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que des zones de la surface interne de l'enveloppe (24) sont rendues rugueuses ou polies.