[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Presswerkzeug mit zwei in Längsrichtung von
einem hinteren Ende zu einem vorderen Ende verlaufenden Pressbackenhälften, die gelenkig
miteinander verbunden sind und von einer Offenstellung in eine Schließstellung bringbar
sind, wobei die Pressbackenhälften am hinteren Ende jeweils eine Einlaufkontur aufweisen,
wobei die Einlaufkonturen mit einem beweglichen Teil einer Presskontur derart zusammenwirken,
dass sich der bewegliche Teil der Presskontur, wenn sie in Längsrichtung hin zum vorderen
Ende der Pressbackenhälften verschoben wird, an den Einlaufkonturen entlang bewegt
und diese auseinander drückt, um die Pressbackenhälften von der Offenstellung in die
Schließstellung zu bringen.
[0002] Zum unlösbaren Verbinden eines Fittings und eines in den Fitting eingeführten Endes
eines Rohres durch Kaltverformung sind verschiedene Presswerkzeuge aus dem Stand der
Technik bekannt. Die Presswerkzeuge dienen dazu, einen bestimmten Bereich des Fittings
mit einem Pressmaul zu umschließen, nachdem das Rohrende in den Fitting eingeführt
wurde. Anschließend werden zum Erstellen der Kaltverbindung die umschlossenen Bereiche,
beispielsweise eine Sicke und die zur Sicke benachbarten Teile, des Fittings durch
Schließen des Pressmauls zusammengedrückt, so dass sich im Bereich des Pressmauls
der Fitting und das Rohr verformen.
[0003] Für Nennweiten des in den Fitting eingeführten Rohrendes, in der Regel handelt es
sich hierbei um ein Ende eines Metallrohres, bis zu üblicherweise 54 mm wird als Presswerkzeug
eine sogenannte Pressbacke mit Presskontur mit zwei in Längsrichtung von einem hinteren
Ende zu einem vorderen Ende verlaufenden Pressbackenhälften verwendet. Eine Pressbacke
mit zwei Pressbackenhälften, die in Schließstellung einen Ring bilden, ist beispielsweise
aus der
EP 1 095 739 B1 bekannt. Die beiden Pressbackenhälften sind gelenkig miteinander verbunden, in der
Regel über sich quer zur Längsrichtung erstreckende Brückenteile, an deren einem Ende
die eine Pressbackenhälfte drehbar gelagert ist und an deren anderem Ende die andere
Pressbackenhälfte drehbar gelagert ist. Am vorderen Ende der Pressbacke bilden die
beiden Pressbackenhälften ein Pressmaul, welches von einer Offenstellung in eine Schließstellung
bringbar ist, um den Fitting mit dem Rohrende durch Kaltverformung unlösbar zu verbinden.
[0004] Üblicherweise am hinteren Ende der Pressbackenhälften ist jeweils eine Einlaufkontur
vorgesehen, wobei sich die beiden Einlaufkonturen in der Offenstellung der Pressbacke
berühren. Die Einlaufkonturen wirken mit der Presskontur, deren beweglicher Teil in
der Regel Rollen aufweist, derart zusammen, dass sich der bewegliche Teil der Presskontur,
wenn er in Längsrichtung hin zum vorderen Ende der Pressbackenhälften verschoben wird,
an den Einlaufkonturen entlang bewegt und diese auseinander drückt. Ein nicht beweglicher
Teil der Presskontur ist dabei mit den Brückenteilen fest verbunden. Je weiter die
Rollen die Einlaufkonturen der beiden Pressbackenhälften auseinander drücken, um so
mehr schließt sich das Pressmaul bis hin zur Schließstellung der Pressbacke.
[0005] Mit dem zuvor beschriebenen Presswerkzeug ist es allerdings nur möglich, Pressverbindungen
herzustellen, bei denen der Durchmesser des Rohres, um beim zuvor gewählten Beispiel
zu bleiben, maximal 54 mm beträgt. Bei Rohren mit einer größeren Nennweite passt der
zu verpressende Abschnitt des Fittings nicht mehr durch den engen vorderen Teil des
Pressmauls. Für größere Nennweiten wurden daher spezielle Presswerkzeuge entwickelt,
die im folgenden beschrieben werden.
[0006] So ist es für große Nennweiten auch bekannt, bei einem Presswerkzeug des Typs für
geringe Nennweiten die Schenkellänge der Pressbackenhälften bei gleichem Öffnungswinkel
zu verlängern. Auf diese Weise wird zwar der enge vordere Bereich des Pressmauls vergrößert,
allerdings verringern sich die im Pressmaul erreichbaren Presskräfte mit zunehmender
Schenkellänge deutlich. Um die Verringerung der Presskräfte auszugleichen, muss daher
der elektrohydraulische Antrieb der Presskontur entsprechend größer ausgelegt werden,
was wiederum zu einer Erhöhung der Herstellungskosten des Presswerkzeugs führt.
[0007] Ferner sind aus dem Stand der Technik, beispielsweise der
DE 42 40 427 C1, für große Nennweiten auch Presswerkzeuge bekannt, bei denen das Pressmaul aus einem
Ring aus gelenkig miteinander verbundenen Kettengliedern gebildet wird. Die einzelnen
Glieder einer solchen Presskette können zur Aufnahme des Fittings auseinander geklappt
werden. Nach der Aufnahme des Fittings werden die Kettenglieder, beispielsweise mittels
einer separaten elektrohydraulischen Schließeinrichtung, wieder geschlossen bzw. zusammengefahren,
um das Pressmaul zu schließen. Aufgrund der aufwendigen Technik ist ein solches Presswerkzeug
aber relativ teuer. Im übrigen ist das Umlegen der Presskette um den zu verpressenden
Abschnitt des Fittings relativ zeitaufwendig.
[0008] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein einfach aufgebautes Presswerkzeug
zu schaffen, mit dem auf einfache Weise auch Pressverbindungen mit großen Nennweiten
des Rohres herstellbar sind.
[0009] Die zuvor hergeleitete und aufgezeigte Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Presswerkzeug
der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Geometrie des hinteren Endes der
Pressbackenhälften so ausgeführt ist, dass die beiden Pressbackenhälften im Bereich
ihres hinteren Endes in der Offenstellung derart überlappen können, dass der Öffnungswinkel
der Pressbackenhälften unabhängig vom Verlauf der jeweiligen Einlaufkontur ist. Insbesondere
weist jede Pressbackenhälfte im Bereich ihrer Einlaufkontur mindestens eine Vertiefung
und mindestens einen Vorsprung auf, wobei der Vorsprung der einen Pressbackenhälfte
der Vertiefung der anderen Pressbackenhälfte gegenüberliegt. Vorzugsweise handelt
es sich bei den beiden Pressbackenhälften um Gleichteile, also um Bauteile gleicher
Form und Abmessungen.
[0010] Auf diese Weise kann ein Presswerkzeug verwendet werden, welches nahezu denselben
Aufbau hat, wie die Presswerkzeuge, die für Nennweiten bis zu 54 mm verwendet werden,
also ein relativ einfach aufgebautes Presswerkzeug. Allerdings wird im Gegensatz zu
dem Presswerkzeug für kleine Nennweiten erfindungsgemäß eine Möglichkeit geschaffen,
den Öffnungswinkel des Pressmauls zu vergrößern, indem die hinteren Enden der Pressbackenhälften,
an denen die Einlaufkonturen vorgesehen sind, in Offenstellung des Presswerkzeugs
noch weiter aufeinander zu bewegt werden können. Gleichzeitig ist aber gewährleistet,
dass sich der Verlauf der Einlaufkonturen, an denen sich der bewegliche Teil der Presskontur
entlang bewegt, um ein Schließen des Pressmauls zu bewirken, gegenüber dem bekannten
Presswerkzeug nicht ändert.
[0011] Es können also für das erfindungsgemäße Presswerkzeug trotz eines veränderten hinteren
Endes der Pressbackenhälften und einem damit verbundenen größeren Öffnungswinkel nach
wie vor dieselben Presskonturen verwendet werden, um die Pressbacke zu betätigen.
Es ist erfindungsgemäß nämlich einerseits vorgesehen, dass die Einlaufkonturen, also
die äußere Fläche des hinteren Pressbackenendes, gegenüber dem Stand der Technik unverändert
bleiben und gleichzeitig wird ermöglicht, dass die beiden hinteren Enden der Pressbackenhälften
etwas ineinander eintauchen bzw. ineinander eingreifen. Je tiefer die Vertiefungen
am hinteren Ende der Pressbackenhälften vorgesehen sind, um so größer wird bei gleicher
Einlaufkontur der Öffnungswinkel des Pressmauls.
[0012] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Presswerkzeugs ist
die Vertiefung und/oder der Vorsprung jeweils länglich ausgebildet und verläuft insbesondere
in Längsrichtung der Pressbackenhälften.
[0013] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung entspricht die Breite, Höhe und/oder
Länge der Vertiefung der Breite, Höhe bzw. Länge des jeweils gegenüberliegenden Vorsprungs.
Die Abmessungen des Vorsprungs sollten so gewählt sein, dass der Vorsprung einerseits
problemlos in die gegenüberliegende Vertiefung passt, ohne dass hierzu beispielsweise
ein größerer Kraftaufwand nötig wäre, und andererseits der Vorsprung so breit und
so stabil ist, dass die Presskontur auf diesem entlang gleiten und eine große Kraft
übertragen kann.
[0014] Gemäß noch einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Presswerkzeugs greifen
in Offenstellung der Pressbackenhälften der Vorsprung und die Vertiefung, die sich
jeweils gegenüberliegen, vollständig ineinander. Auf diese Weise wird am hinteren
Ende der Pressbackenhälften in Offenstellung gleichzeitig auch eine optimale seitliche
Führung der Pressbackenhälften bei geöffnetem Pressmaul erreicht.
[0015] Gemäß noch einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung sind mehrere Vertiefungen und/oder
mehrere Vorsprünge vorgesehen. Vorzugsweise weist jede Pressbackenhälfte dieselbe
Anzahl an Vertiefungen und/oder Vorsprüngen auf. Als vorteilhaft hat sich erwiesen,
wenn jede Pressbackenhälfte je eine Vertiefung und einen Vorsprung aufweist oder je
zwei Vertiefungen und zwei Vorsprünge. Die erste Variante ist besonders einfach herzustellen
und letztere Variante ermöglicht eine optimierte Kraftübertragung von der Presskontur
auf die Einlaufkonturen.
[0016] Gemäß wiederum einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist der bewegliche Teil
der Presskontur derart ausgebildet, dass er nur mit den Vorsprüngen der Pressbackenhälften
in Kontakt kommt. Es sind aber auch aufwendigere Presskonturen denkbar, deren beweglicher
Teil auch in die Vertiefungen eintauchen und damit die Kraft nicht nur über die Vorsprünge,
sondern auch über die Vertiefungen auf die Pressbackenhälften übertragen kann.
[0017] Gemäß noch einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung weist der bewegliche Teil der
Presskontur Rollen auf, die an den Vorsprüngen entlangrollen können.
[0018] Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten, das erfindungsgemäße Presswerkzeug auszugestalten
und weiterzubilden. Hierzu wird beispielsweise verwiesen einerseits auf die dem Patentanspruch
1 nachgeordneten Patentansprüche, andererseits auf die Beschreibung von Ausführungsbeispielen
in Verbindung mit der Zeichnung. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine Schnittansicht eines Presswerkzeugs gemäß Stand der Technik;
- Fig. 2
- eine Schnittansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines Presswerkzeugs gemäß der
vorliegenden Erfindung;
- Fig. 3
- eine dreidimensionale Ansicht der Pressbacke des Ausführungsbeispiels aus Fig. 2 in
Offenstellung;
- Fig. 4
- eine dreidimensionale Ansicht der Pressbacke des Ausführungsbeispiels aus Fig. 2 in
Schließstellung;
- Fig. 5
- eine dreidimensionale Ansicht der Pressbacke eines zweiten Ausführungsbeispiels des
Presswerkzeugs gemäß der vorliegenden Erfindung in Schließstellung.
[0019] Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch ein herkömmliches Presswerkzeug 1 mit einer Pressbacke,
welche für Pressverbindungen geeignet ist, bei denen die Nennweite des Rohrendes,
welches in den Fitting geführt wird, bis zu 54 mm betragen kann. Das Presswerkzeug
weist zwei in Längsrichtung von einem hinteren Ende zu einem vorderen Ende verlaufende
Pressbackenhälften 2 auf, die gelenkig miteinander verbunden sind, und zwar derart,
dass jede der Pressbackenhälften 2 an Brückenteilen 3 über Bolzen 4 drehbar gelagert
ist, wobei die Brückenteile 3, von denen in Fig. 1 nur das hintere dargestellt ist,
die Verbindung der Pressbackenhälften 2 darstellen.
[0020] Das herkömmliche Presswerkzeug 1 bzw. die Pressbackenhälften 2 sind von einer Offenstellung,
in der das Pressmaul maximal geöffnet ist, in eine Schließstellung, in der das Pressmaul
geschlossen ist und eine Presskraft auf einen Fitting ausgeübt werden kann, bringbar.
Am hinteren Ende der beiden Pressbackenhälften 2 ist jeweils eine Einlaufkontur 5
vorgesehen, die mit einem beweglichen Teil einer Presskontur 6, insbesondere mit den
Rollen 7 der Presskontur 6, wie folgt zusammenwirken. In der Offenstellung berühren
sich die Einlaufkonturen 5 der jeweiligen Pressbackenhälften 2 in einem Teilabschnitt
und begrenzen dadurch den maximalen Öffnungswinkel des Pressmauls. Wird nun in der
Offenstellung der bewegliche Teil der Presskontur 6 hin zum vorderen Ende der Pressbackenhälften
2 in Längsrichtung verschoben, wobei der nicht bewegliche Teil der Presskontur 6 fest
mit den Brückenteilen 3 verbunden ist, so bewegen sich die Rollen 7 entlang der Einlaufkonturen
5 und drücken diese auseinander. Da die Pressbackenhälften 2 über die Brückenteile
3 und die Bolzen 4 gelenkig miteinander verbunden sind, wird das Pressmaul entsprechend
geschlossen, bis schließlich die Schließstellung erreicht wird.
[0021] In Fig. 1 ist schematisch ein Fitting 8 dargestellt, in den Rohre eines Nenndurchmessers
größer 54 mm eingeschoben werden. Es wird deutlich, dass trotz maximaler Öffnung des
Pressmauls der Fitting 8 nicht zwischen die Pressbackenhälften 2 eingeführt werden
kann, da sein Durchmesser zu groß ist.
[0022] Fig. 2 zeigt nun eine Schnittansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines Presswerkzeugs
1 gemäß der vorliegenden Erfindung. Grundsätzlich ist das Presswerkzeug ähnlich wie
das zuvor anhand Fig. 1 beschriebene Presswerkzeug 1 aufgebaut. Auch bei dem erfindungsgemäßen
Presswerkzeug 1 sind zwei Pressbackenhälften 2 über Brückenteile 3 und Bolzen 4 gelenkig
miteinander verbunden und weisen an ihrem vorderen Ende ein Pressmaul und an ihrem
hinteren Ende Einlaufkonturen 5 auf, die mit einem beweglichen Teil einer Presskontur
6 über Rollen 7 zusammenwirken.
[0023] Anhand von Fig. 2 ist deutlich zu erkennen, dass ein Fitting 8 derselben Größe, wie
er in Fig. 1 dargestellt ist, problemlos in das Pressmaul des erfindungsgemäßen Presswerkzeugs
eingeführt werden kann, da in der Offenstellung gegenüber dem Stand der Technik ein
größerer maximaler Öffnungswinkel erreicht wird.
[0024] Der größere Öffnungswinkel wird dadurch erreicht, dass jede Pressbackenhälfte 2 im
Bereich ihrer Einlaufkontur 5 Vertiefungen 9 und Vorsprünge 10 aufweist, wobei die
Vorsprünge 10 der einen Pressbackenhälfte den Vertiefungen 9 der anderen Pressbackenhälfte
gegenüberliegen.
[0025] Der erfindungsgemäße Aufbau wird in Fig. 3 deutlich, in der eine dreidimensionale
Ansicht der Pressbacke des Ausführungsbeispiels aus Fig. 2 dargestellt ist. Am hinteren
Ende der beiden Pressbackenhälften 2 sind im Bereich der Einlaufkonturen 5 deutlich
die einander gegenüberliegenden Vertiefungen 9 und Vorsprünge 10 zu erkennen. Im vorliegenden
Fall sind im Bereich jeder Einlaufkontur 5 jeweils zwei Vertiefungen 9 und zwei Vorsprünge
10 vorgesehen. Die Vertiefungen 9 und die Vorsprünge 10 sind jeweils länglich ausgebildet
und verlaufen in Längsrichtung der Pressbackenhälften 2. Dabei entspricht die Breite,
die Höhe und die Länge der Vertiefungen 9 exakt der Breite, der Höhe und der Länge
der jeweils gegenüberliegenden Vorsprünge 10. Auf diese Weise können in Offenstellung
der Pressbackenhälften 2, die in Fig. 3 dargestellt ist, die Vertiefungen 9 und die
Vorsprünge 10, die sich jeweils gegenüberliegen, vollständig ineinandergreifen.
[0026] Durch die zuvor beschriebene Anordnung wird erreicht, dass die Pressbackenhälften
2, an ihrem hinteren Ende in Offenstellung, das heißt bei maximalem Öffnungswinkel,
etwas überlappen, also etwas ineinander eintauchen, gleichzeitig aber der Verlauf
der Einlaufkonturen 5, das heißt der Verlauf der äußeren Flächen des hinteren Endes
der Pressbackenhälften 2 im Längsschnitt gegenüber dem Stand der Technik unverändert
ist. Auf diese Weise kann mit der in Fig. 3 dargestellten Pressbacke 1 einerseits
ein größerer Öffnungswinkel erreicht werden, der abhängig von der Tiefe der Vertiefungen
9 ist, und andererseits kann dennoch die herkömmliche Presskontur 6 verwendet werden.
Eine Anpassung der bekannten Presskonturen ist für die erfindungsgemäße Pressbacke
bzw. das erfindungsgemäße Presswerkzeug nicht erforderlich.
[0027] Die Schließstellung, in der die maximale Presswirkung erzielt wird, ist für das zuvor
beschriebene, erfindungsgemäße Ausführungsbeispiel nunmehr in Fig. 4 dargestellt.
Die Schließstellung wird dadurch erreicht, dass die Rollen 7 (nicht dargestellt) entlang
der Einlaufkonturen 5 in Richtung des vorderen Endes der Pressbackenhälften 2 bewegt
werden, wodurch die Pressbackenhälften 2 im Bereich ihres hinteren Endes auseinandergedrückt
und im Bereich ihres vorderen Endes, wo im vorliegenden Fall das Pressmaul vorgesehen
ist, zusammengedrückt werden.
[0028] Anhand der in Fig. 4 dargestellten Schließstellung wird deutlich, dass die Rollen
7 der Presskontur 6 an der äußeren Fläche des hinteren Endes der Pressbackenhälften
2, die hier einen Abschnitt der Einlaufkontur 5 bildet, entlangbewegt werden. Im vorliegenden
Fall wird die Einlaufkontur 5 durch verschiedene Teilabschnitte gebildet, nämlich
zunächst durch einen ebenen Teilabschnitt 11a, in welchem keine Vertiefungen vorgesehen
sind, gefolgt von einem durch die Vorsprünge 10 gebildeten Abschnitt 11b, an den schließlich
ein Endabschnitt 11c angrenzt, der ebenfalls keine Vertiefungen aufweist. Im Bereich
des durch die Vorsprünge 10 gebildeten Abschnitts 11b sind Rillen eingefräst, die
die Vertiefungen 9 bilden. Die Presskraft wird also über die Rollen 7 der Presskontur
6 in den Abschnitten 11a und 11c der Einlaufkonturen 5 über die gesamte Breite der
Pressbackenhälften 2 auf diese übertragen, wohingegen im Abschnitt 11b die Kraftübertragung
nur über die Vorsprünge 10 erfolgt.
[0029] Ein alternatives Ausführungsbeispiel eines Presswerkzeugs gemäß der vorliegenden
Erfindung ist schließlich in Fig. 5 dargestellt. Fig. 5 zeigt die Pressbacke, also
die beiden gelenkig miteinander verbundenen Pressbackenhälften 2, in derselben Ansicht
wie Fig. 4, das heißt in dreidimensionaler Ansicht in Schließstellung.
[0030] Im Unterschied zu dem in den Figuren 2 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispiel ist
gemäß Fig. 5 im Bereich der Einlaufkonturen 5 je Pressbackenhälfte 2 nur eine einzige
Vertiefung 9 und ein einziger Vorsprung 10 vorgesehen, wobei der jeweilige Vorsprung
einer Vertiefung der jeweils anderen Pressbackenhälfte gegenüberliegt. Auch bei diesem
Ausführungsbeispiel ist gewährleistet, dass einerseits der Verlauf der Einlaufkonturen
mit dem im Stand der Technik verwendeten übereinstimmt, andererseits der Öffnungswinkel
aber dennoch größer als beim Stand der Technik ausfällt, da im Bereich der Einlaufkonturen
5 Vertiefungen 9 vorgesehen sind, die mit Vorsprüngen 10 der jeweils gegenüberliegenden
Pressbackenhälfte ineinandergreifen.
1. Presswerkzeug (1) mit zwei in Längsrichtung von einem hinteren Ende zu einem vorderen
Ende verlaufenden Pressbackenhälften (2), die gelenkig miteinander verbunden sind
und von einer Offenstellung in eine Schließstellung bringbar sind, wobei die Pressbackenhälften
(2) am hinteren Ende jeweils eine Einlaufkontur (5) aufweisen, wobei die Einlaufkonturen
(5) mit einem beweglichen Teil einer Presskontur (6) derart zusammenwirken, dass sich
der bewegliche Teil der Presskontur (6), wenn er in Längsrichtung hin zum vorderen
Ende der Pressbackenhälften (2) verschoben wird, an den Einlaufkonturen (5) entlang
bewegt und diese auseinander drückt, um die Pressbackenhälften (2) von der Offenstellung
in die Schließstellung zu bringen, dadurch gekennzeichnet, dass die Geometrie des hinteren Endes der Pressbackenhälften (2) so ausgeführt ist, dass
die beiden Pressbackenhälften (2) im Bereich ihres hinteren Endes in der Offenstellung
derart überlappen können, dass der Öffnungswinkel der Pressbackenhälften (2) unabhängig
vom Verlauf der jeweiligen Einlaufkontur (5) ist.
2. Presswerkzeug (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Pressbackenhälfte (2) im Bereich ihrer Einlaufkontur (5) mindestens eine Vertiefung
(9) und mindestens einen Vorsprung (10) aufweist, wobei der Vorsprung (10) der einen
Pressbackenhälfte (2) der Vertiefung (9) der anderen Pressbackenhälfte (2) gegenüberliegt.
3. Presswerkzeug (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung (9) und/oder der Vorsprung (10) jeweils länglich ausgebildet ist und
insbesondere in Längsrichtung der Pressbackenhälften (2) verläuft.
4. Presswerkzeug (1) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite, Höhe und/oder Länge der Vertiefung (9) der Breite, Höhe bzw. Länge des
jeweils gegenüberliegenden Vorsprungs (10) entspricht.
5. Presswerkzeug (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in Offenstellung der Pressbackenhälften (2) der Vorsprung (10) und die Vertiefung
(9), die sich jeweils gegenüberliegen, vollständig ineinandergreifen.
6. Presswerkzeug (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Vertiefungen (9) und/oder mehrere Vorsprünge (10) vorgesehen sind.
7. Presswerkzeug (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Vertiefungen (9) und/oder der Vorsprünge (10) der einen Pressbackenhälfte
(2) gleich der Anzahl der Vertiefungen (9) bzw. Vorsprünge (10) der anderen Pressbackenhälfte
(2) ist.
8. Presswerkzeug (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der bewegliche Teil der Presskontur (6) derart ausgebildet ist, dass er nur mit den
Vorsprüngen (10) der Pressbackenhälften (2) in Kontakt kommt.
9. Presswerkzeug (1) nach einem Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der bewegliche Teil der Presskontur (6) Rollen (7) aufweist, die an den Vorsprüngen
(10) entlangrollen können.