[0001] Die Erfindung betrifft eine Ladevorrichtung für Maschinenkanone, insbesondere für
eine fremd angetriebene Maschinenkanone.
[0002] Die allgemeine Funktionsweise einer Maschinenkanone, hier einer gasdruckbetrieben
sowie deren Aufbau kann der
DE 37 31 035 A1 entnommen werden.
[0003] Eine fremd angetriebene Maschinenkanone mit einem walzengesteuerten Geradezugverschluss
beschreibt die
DE 32 11 134 C1. Dieser umschließt zwei gegensinnig drehbare Steuerwalzen mit je einer umfangsseitigen
Steuernut zur axialen Hin- und Herbewegung eines Verschlusskörpers. Die Steuerwalzen
befinden sich im Rückbereich des Rohres. Selbige Anordnung einer Steuerwalze ist auch
in der
DE 36 27 360 C1 dargestellt.
[0004] Eine Ladeeinrichtung für eine automatische Querverschluss- Rohrwaffe ist aus der
DE 31 18 383 A1 bekannt, die zum geradlinigen und mit der Rohrseelenachse koaxialen Einführen einer
Munitionseinheit dient. Die Ladeeinrichtung umfasst eine in einem Zubringergehäuse
um eine Achse drehbar angeordnete Steuerwalze. Über die äußere Mantelfläche der Steuerwalze
erstreckt sich eine Steuernut mit einem vorderen und einem rückseitigen Umlenkbereich.
Das Zubringergehäuse befindet sich im Rückseitenbereich des Rohres. Das Zubringergehäuse
weist eine linke und eine rechte Geradführungsnut für einen, mit dem Steuerorgan funktional
zusammenwirkenden Träger auf.
[0005] Ein starr verriegelter Geradzugverschluss für eine fremd angetriebene Maschinenwaffe
wird mit der
DE 36 27 361 C1 publiziert. Für eine Raum sparende und prellfreie Verriegelung wird nur noch eine
Steuerwalze vorgeschlagen, die von zwei um 180° versetzt zueinander und hintereinander
angeordnete Gleichdicke umlaufen werden. Auch diese Steuerwalze befindet sich im hinteren
Bereich der Waffe.
[0006] Mit der
DE 37 12 905 A1 wird eine Maschinenwaffe beschrieben, die u. a. eine Kurventrommel aufweist, die
durch Fremdantrieb betätigt, zur Linearbewegung eines Geradezugverschlusses dient.
Die Kurventrommel weist entsprechend eine über den Umfang endlos verlaufende Steuerkurve
auf. Auf dem Umfang sind des Weiteren eine kurze radial wirkende Steuerkurve und eine
längere axial wirkende Steuerkurve angeordnet.
[0007] Bedingt durch Anordnung dieser Zuführungs- Nerschlusseinrichtungen im hinteren Bereich,
d.h., hinter der Munitionszuführung und parallel und versetzt zur Rohrseelenachse
sind derartige Waffen groß bauend. Dies trifft auch bei gasdruckbetriebenen Maschinenkanonen
zu (
US 5,370,036).
[0008] Die Erfindung greift die Aufgabe auf, eine Ladeeinrichtung aufzuzeigen, die eine
kleiner bauende Waffe realisiert.
[0009] Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 1.
[0010] Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, eine, für die geradlinige Zuführung der Munition
zu einem Waffenroh benötigte Steuerwalze in die Ebene der Rohrseelenachse einzubinden,
vorzugsweise im Bereich eines Patronenlagers bzw. des Laderaumes. Dazu wird ein, wenigstens
zwei Steuerkurven tragender Steuerkörper um das Waffengehäuse in diesem Bereich koaxial
gelagert. Eine der beiden Steuerkurven befindet sich an der Mantelseite, die andere
an der Stirnseite des Steuerkörpers. Durch diese beiden Steuerkurven wird über Steuerschieber
oder Hebel der Verschluss geradlinig geführt und die Verschlussriegelung geöffnet
bzw. geschlossen. Für die geradlinige Führung des Verschlusses mit Hilfe eines Verschlussschiebers
erfolgt ein Umsetzen der Kurveninformation in eine geradlinige Bewegung. Der Steuerkörper
selbst wird mit Hilfe eines Elektromotors angetrieben, wozu der Steuerkörper eine
Rundumverzahnung aufweisen kann. In diese greift dazu ein Zahnrad, welches auf einer
Welle sitzend mit einem am hinteren Ende der Waffe befindlichen Schrittgetriebe verbunden
ist, das, bevorzugt direkt, vom Motor angetrieben wird. Dazu ist vorgesehen, dass
der Motor mit dem Schrittgetriebe verbunden in dessen Nähe angeordnet ist. Diese Variante
ermöglicht u. a. das Abkoppeln des Motors vom Steuerkörperantrieb. Alternativ kann
der Motor im Bereich des Steuerkörpers abgebracht, diesen direkt antreiben, wie beispielsweise
in der
DE 37 12 905 A1 beschrieben.
[0011] Wird ein, die Munition tragender Rotor verwendet, kann dieser durch das Schrittgetriebe
verstellt werden, um die zu verschießende Munition vor den Verschluss zu legen. Andere
Zuführungen der Munition sind jedoch auch möglich.
[0012] Neben einer reduzierten Baugröße und einer damit verbundenen Gewichtseinsparung sind
weitere Vorteile die, dass die Kadenz frei wählbar ist und eine sichere Funktion gewährleistet
wird. Je nach Wahl der Übersetzung zwischen einer Verzahnung des Verschlussschiebers
und dem durch die mantelseitige Kurve geführten Zahnrad und einer feststehenden Zahnstange
kann die Länge des Steuerkörpers gewählt bzw. variiert werden.
[0013] Anhand eines Ausführungsbeispiels mit Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert
werden.
[0014] Es zeigt:
- Fig. 1
- in einer perspektivischen Ansicht Teile einer Waffe teilweise geschnitten,
- Fig. 2
- in einer anderen perspektivischen Darstellung Teile der Waffe aus Fig. 1 mit dem Steuerkörper,
- Fig. 3
- eine Darstellung aus Fig. 1 um 90° gedreht,
- Fig. 4
- die Stirnseite des Steuerkörpers aus Fig. 2,
- Fig. 5
- in einer Draufsichtdarstellung Steuerhebel aus Fig. 4.
[0015] In Fig. 1 und Fig. 2 ist mit 1 eine fremd angetriebene Maschinenkanone bzw. Waffe
gekennzeichnet, deren für die Erläuterung wichtigen Teile perspektivisch dargestellt
sind. Mit 2 ist ein hinteres Ende der Waffe 1 beziffert, in dem sich zumindest ein
Schrittgetriebe (nicht näher dargestellt) befindet (wird noch ausgeführt). Ein Steuerkörper
3 befindet sich um ein Waffengehäuse 10 im Bereich der Rohraufnahme. Ein Rotor 4 trägt
eine Munition bzw. eine Patrone 5, und legt die Patrone 5, welche zu verschießen ist,
vor einen Verschluss 20. Dazu wird der Rotor 4 vom Schrittgetriebe verstellt. Eine
durch den Rotor 4 geführte Welle 13 stützt sich vorderseitig am Waffengehäuse 10 ab,
während sie rückseitig mit dem Schrittgetriebe im hinteren Ende 2 der Waffe 1 verbunden
ist, und dient der Verstellung des Rotors 4, um die Patronen 5 zu positionieren.
[0016] Der um das Waffengehäuse 10, vorzugsweise im Bereich eines Laderaumes bzw. Patronenlagers
6, angebrachte Steuerkörper 3 weist wenigstens zwei Steuerkurven 7, 8 auf. Die Steuerkurve
7 ist dabei umfänglich am Mantel 3.1, die Steuerkurve 8 in der Stirnseite 3.2 angebracht.
[0017] Im stirnseitigen Bereich des Steuerkörpers 3 weist dieser des Weiteren eine Rundumverzahnung
9 auf. In diese greift ein Zahnrad 11, welches auf einer Welle 12 sitzt, die mit dem
Schrittgetriebe verbunden ist. Diese Verzahnung 9 kann auch für das Verdrehen des
Steuerkörpers 3 durch einen nicht näher dargestellten Motor genutzt werden.
[0018] Fig. 3 zeigt eine in die mantelseitige Steuerkurve 7 eingreifende Steuerrolle 14
für einen Verschlussschieber 19, die an ihrer Verlängerung 15 ein Zahnrad 16 besitzt,
welches in eine feststehende Zahnstange 17 sowie in eine Verzahnung 18 des Verschlussschiebers
19 eingreift. Dieser wiederum ist über eine Nase 21 mit dem Verschluss 20 funktional
verbunden.
[0019] Fig. 4 und 5 zeigen die Verriegelung des Verschlusses 20. Die Verriegelung besteht
hierbei aus zwei Verschlussriegel 21, 22. Eine in die Kurve 8 des Steuerkörpers 3
eingreifende Steuerrolle 23 ein einem der beiden Verschlussriegel 21, 22, in dieser
Ausführung am linken 22 befestigt. Beide Verschlussriegel 21, 22 sind durch zwei Winkelhebel
24, 25 miteinander funktional verbunden.
[0020] Die Funktionsweise ist wie folgt:
[0021] Der nicht näher dargestellte Motor treibt den Steuerkörper 3 an. Die in die mantelseitige
Steuerkurve 7 eingreifende Steuerrolle 14 des Schiebers 19 "Vorne" wird entlang der
Steuerkurve 7 geführt, wodurch das mit der Steuerrolle 14 zusammenwirkende Zahnrad
16 die Verzahnung des Verschlussschiebers 19 entlang der feststehenden Zahnstange
17 geradlinig bewegt, bis der Schieber 19 "Hinten" erreicht hat. Die Steuerrolle 14
hat ihrerseits den Umkehrpunkt in der Steuerkurve 7 erreicht. Mit dem weiteren Verdrehen
des Steuerkörpers 3 wird dadurch der Verschlussschieber 19 über die Verzahnung wieder
nach vorne gebracht.
[0022] Die am Steuerkörper 3 stirnseitige Steuerkurve 8 dient parallel zum Bewegen des Verschlusses
20 zur Steuerung der beiden Verschlussriegel 21, 22. Mit Verdrehung des Steuerkörpers
3 um seine Achse, wird auch die Steuerrolle 23 entlang der Steuerkurve 8 am linken
Verschlussriegel 22 bewegt, wodurch der linke Verschlussriegel 22 aus- bzw. eingesteuert
wird. Das Aussteuern erfolgt zur Freigabe des Verschlusses 20, das Einsteuern zur
Sicherung. Mit Hilfe der beiden Winkelhebel 24, 25, wird dabei auch der andere Verschlussriegel
21 mit bewegt.
[0023] Das am hinteren Ende 2 der Waffe 1 befindliche Schrittgetriebe wird durch die Verdrehung
des Steuerkörpers 3 und damit seiner der Rundumverzahnung 9 über das Zahnrad 11 und
die Welle 12 angetrieben. Das Schrittgetriebe dreht den Rotor 4, der die Patrone 5
vor den Verschluss 20 legt, sowie die abgefeuerte Patrone bzw. Hülse in die Auswurfposition
bringt.
[0024] Es versteht sich, dass bei direktem Antrieb des Steuerkörpers 3 durch den Motor und
einer anders gearteten Zuführung der Munition, als über den Rotor, das Schrittgetriebe
entfallen kann.
1. Vorrichtung zum Laden einer Waffe (1), welche zwecks geradlinigen und mit der Rohrseelenachse
koaxialen Einführens einer Munition (5) in einen Laderaum (6) einen antriebsseitig
entlang einer Kurve (7) geführten Mitnehmer (14) aufweist, wobei jedem Kurvenbereich
jeweils ein vorgegebener Funktionsschritt eines Schusszykluses zugeordnet ist, und
einen Verschluss (20), Verschlussriegel (21,22) sowie einen Verschlussschieber (19)
besitzt,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein verdrehbarer Steuerkörper (6) koaxial um ein Waffengehäuse (10) der Waffe (1)
in der Ebene der Rohrseelenachse angebracht ist, der
- wenigstens zwei Steuerkurven (7, 8) aufweist, wobei die erste mantelseitig (3.1)
und die zweite stirnseitig (3.2) im Steuerkörper (6) eingebunden sind,
- in die mantelseitige Steuerkurve (7) der Mitnehmer (14) zum Verstellen eines Verschlusses
(20) über einen Verschlussschieber (19) eingreift, und
- in der stirnseitigen Steuerkurve (8) wenigstens ein weiterer Mitnehmer (23) zum
Öffnen oder Schließen der Verschlussriegel (21,22) geführt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkörper (3) eine Rundumverzahnung (9) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkörper (3) mittels eines Motors angetrieben wird, der über ein Zahnrad
(11) in die Rundumverzahnung (9) eingreift, um den Steuerkörper (3) direkt oder über
ein Schrittgetriebe indirekt zu verdrehen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei Nutzung eines Rotors (5) für die Zuführung der Munition (5), dieser die zu verschießende
Munition (5) vor den Verschluss (20) legt, wozu der Rotor (4) mittels einer Welle
(13) des am Ende (2) der Waffe (1) befindlichen Schrittgetriebes über eine Welle (13)
verdreht wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Zahnrad (11), welches zur indirekten Verdrehung des Steuerkörpers (3) in die
Rundumverzahnung (9) eingreift, auf einer Welle (12) sitzt, die mit dem Schrittgetriebe
funktional verbunden ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der weitere Mitnehmer (23) an einem der Verschlussriegel (21, 22) angebracht ist,
wobei die Verschlussriegel (21, 22) durch zwei Winkelhebel (24, 25) miteinander funktional
verbunden sind.
7. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Wahl der Übersetzung zwischen der Verzahnung des Verschlussschiebers (19)
und dem durch die mantelseitige Kurve (7) geführten Zahnrad als Mitnehmer (14) und
einer waffenseitig feststehenden Zahnstange (17) die Länge des Steuerkörpers (9) gewählt
bzw. variiert werden kann.