[0001] Die Erfindung betrifft eine Wirkwerkzeug-Barre einer Wirkmaschine mit einem einen
faserverstärkten Kunststoff aufweisenden Korpus, der sich in Längsrichtung erstreckt.
[0002] Wirkmaschinen haben mehrere Barren, die Wirkwerkzeuge tragen. Unter "Wirkwerkzeuge"
werden der Einfachheit halber alle Elemente zusammengefaßt, die am Wirkvorgang beteiligt
sind oder sein können, beispielsweise Wirknadeln, Lochnadeln, Fräsbleche, Polplatinen,
Abschlagplatinen, Schieberplatinen etc.
[0003] In Abhängigkeit von der Breite der zu produzierenden Wirkwaren kann eine Wirkmaschine
und damit auch ihre Barren eine relativ große Länge aufweisen. In Einzelfällen kann
eine Barre eine Länge von über 6 m erreichen. Bei derartigen Längen ergeben sich erhöhte
Anforderungen an die Stabilität, damit eine derartige Barre im Betrieb nicht zu stark
schwingt. Auch bei kürzeren Längen stellt man natürlich gewisse Anforderungen an die
mechanische Stabilität der Barre. Insbesondere sollte die Barre eine gewisse Steifigkeit
aufweisen.
[0004] Andererseits möchte man die Masse der Barre möglichst gering halten, weil sie bei
jedem Zyklus der Wirkmaschine einmal in eine Richtung und einmal in die entgegengesetzte
Richtung beschleunigt werden muß. Je kleiner die Masse der Barre ist, desto kleiner
sind die zum Beschleunigen notwendigen Kräfte und desto höher kann die Arbeitsgeschwindigkeit
der Wirkmaschine sein.
[0005] Man hat in
DE 38 40 531 C1 vorgeschlagen, den Korpus der Barre aus einem faserverstärkten Kunststoff herzustellen.
Hierzu weist die Barre ein Hohlprofil mit einem Hohlraum auf, der ringsum von weitgehend
geschlossenen Umfangswänden begrenzt ist. Außen an das Hohlprofil sind Befestigungsprofile
angeformt, die zur Klemmbefestigung von Haltearmen bzw. von Nadelbleien dienen. Die
Nadelbleie bilden dabei Fassungen für Lochnadeln. Auch andere Wirkelemente sind in
der Regel durch Fassungen zu Gruppen mit mehreren Wirkelementen zusammengefaßt. Diese
Fassung wird in der Regel gegen eine Fläche an die Barre geschraubt. Dabei muß die
Fassung so ausgelegt sein, daß sie die beim Wirken auftretenden Kräfte aushält.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit einer
Wirkmaschine zu ermöglichen.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einer Wirkwerkzeug-Barre der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, daß der Korpus ein federnd ausgebildetes Zusatzprofil mit zwei Längskanten
aufweist, das außen an den Korpus angesetzt ist und sich über eine Arbeitslänge des
Korpus in Längsrichtung erstreckt.
[0008] Mit einem derartigen Zusatzprofil läßt sich eine Massenverminderung der Barre erzielen.
Zum einen dient das Zusatzprofil dazu, die Steifigkeit der Barre zu erhöhen. Hierzu
ist es nicht erforderlich, daß dieses Zusatzprofil vollflächig am Korpus befestigt
ist. Auch eine nur einseitige Befestigung reicht aus, um die Steifigkeit des Korpus
zu verbessern. Der Rest des Korpus läßt sich dann mit einer verringerten Steifigkeit
und entsprechend kleinerer Masse ausbilden, so daß sich durch das Zusatzprofil die
Masse der Barre nicht allzu stark vergrößert. Zum anderen kann man dieses Zusatzprofil
zum Halten oder Abstützen von Wirkelementen verwenden, so daß man die Fassungen, die
ansonsten zum Halten der Wirkelemente erforderlich sind, mit einer verringerten mechanischen
Stabilität ausbilden kann. Dies wiederum ermöglicht es, die Masse derartiger Fassungen
zu vermindern. Dadurch wird die Gesamtmasse der Barre vermindert und die Arbeitsgeschwindigkeit
der Wirkmaschine kann hoch gewählt werden.
[0009] Vorzugsweise ist das Zusatzprofil mit einem einer Längskante benachbarten Bereich
am Korpus befestigt und am anderen Ende gegenüber dem Korpus beweglich. Damit läßt
sich eine ausreichende Befestigung des Zusatzprofils am Korpus realisieren. Diese
Befestigung dient auch der Aussteifung des Korpus, so daß die im Korpus verwendeten
Materialstärken etwas verringert werden können. Das freie Ende, das gegenüber dem
Korpus beweglich ist, kann dann zum Beaufschlagen der Wirkelemente verwendet werden.
[0010] Bevorzugterweise weist das Zusatzprofil mindestens einen gekrümmten Abschnitt zwischen
seinen beiden Längskanten auf. Ein gekrümmter Abschnitt erhöht die Steifigkeit des
Zusatzprofils. Diese erhöhte Steifigkeit wiederum wirkt sich positiv auf die mechanische
Stabilität des Korpus und damit auf die Belastbarkeit der Barre aus.
[0011] Bevorzugterweise ist zwischen der freien Längskante und dem Korpus ein Freiraum gebildet,
in den eine Wirkwerkzeuganordnung eingesetzt ist. In diesem Fall kann das Zusatzprofil
verwendet werden, um die Wirkwerkzeuganordnung am Korpus festzuhalten. Die Wirkwerkzeuganordnung
kann beispielsweise aus mehreren Fassungen bestehen, von denen jede eine Reihe von
Wirkwerkzeugen enthält. Das Zusatzprofil kann mit einer gewissen Spannung auf die
Wirkwerkzeuganordnung wirken. Damit wird die Wirkwerkzeuganordnung am Korpus festgehalten.
[0012] Vorzugsweise steht die freie Längskante von der Wirkwerkzeuganordnung ab. Dies hat
beim Einsetzen der Wirkwerkzeuganordnung den Vorteil, daß das Einfädeln der Wirkwerkzeuge
erleichtert wird. Beim Herausnehmen der Wirkwerkzeuge ermöglicht eine abstehende Kante
den Angriff eines Montagewerkzeugs, so daß das Zusatzprofil mit Hilfe des Montagewerkzeugs
abgebogen werden kann, um die Haltekräfte auf die Wirkwerkzeuganordnung zu vermindern
und das Herausnehmen zu erleichtern.
[0013] Bevorzugterweise liegt die Wirkwerkzeuganordnung an einer Montagefläche am Korpus
an und das Zusatzprofil wirkt auf eine Anlagefläche, die mit der Montagefläche einen
spitzen Winkel einschließt. Eine derartige Ausgestaltung hat zunächst den Vorteil,
daß die Wirkwerkzeuganordnung mit einem kleinen, aber merkbaren Formschluß am Korpus
festgehalten wird. Das Zusatzprofil hintergreift sozusagen die Wirkwerkzeuganordnung.
Das Zusatzprofil wirkt dann mit zwei Kraftkomponenten auf die Wirkwerkzeuganordnung.
Eine Kraftkomponente drückt die Wirkwerkzeuganordnung gegen die Montagefläche. Die
andere Kraftkomponente wirkt dann parallel zu der Montagefläche sozusagen in die Barre
hinein und hält damit die Wirkwerkzeuganordnung in der vorbestimmten Position am Korpus
fest.
[0014] Vorzugsweise ist das Zusatzprofil mit Schlitzen versehen, die von seiner freien Längskante
ausgehen. Das federnde Zusatzprofil ist damit in Längsrichtung in mehrere Abschnitte
unterteilt, so daß man zum Einsetzen oder Entnehmen eines Elements der Wirkwerkzeuganordnung
nicht das gesamte Zusatzprofil verformen muß. Vielmehr reicht es aus, einen Abschnitt
begrenzter Länge zu verformen. Dies erleichtert die Handhabung. Wenn man einzelne
Elemente der Wirkwerkzeuganordnung austauschen muß, dann können die anderen Elemente
ungestört an ihrer Position verbleiben.
[0015] Hierbei ist bevorzugt, daß in Längsrichtung benachbarte Schlitze unterschiedliche
Längen aufweisen. Dadurch wird die Bruchgefahr vermindert.
[0016] Vorzugsweise sind zwischen Schlitzen Federsegmente ausgebildet, wobei ein Federsegment
auf mindestens ein Segment der Wirkwerkzeuganordnung wirkt. Man kann die einzelnen
Federsegmente in Längsrichtung so dimensionieren, daß immer nur ein oder wenige Segmente
der Wirkwerkzeuganordnung von einem Federsegment beaufschlagt werden. Damit läßt sich
im Grunde jedes einzelne Segment der Wirkwerkzeuganordnung einzeln austauschen, ohne
daß andere Segmente der Wirkwerkzeuganordnung berührt werden.
[0017] Vorzugsweise ist das Zusatzprofil mit dem Korpus verklebt. Da das Zusatzprofil über
die gesamte Arbeitslänge, d.h. die Länge, in der Wirkwerkzeuge angeordnet sind, mit
dem Korpus verbunden ist, reicht auch ein Klebstoff mit einer geringen Endfestigkeit
aus, um die notwendige Verbindungskraft herzustellen. Dieser Klebstoff wirkt dann
nämlich über eine relativ große Fläche.
[0018] Bevorzugterweise liegt das Zusatzprofil mit einem Befestigungsabschnitt an einer
Befestigungsfläche des Korpus an, mit der die Barre in der Wirkmaschine befestigt
ist. Mit dieser Ausgestaltung wird das Zusatzprofil durch die Befestigung der Barre
in der Wirkmaschine zusätzlich gesichert. Das Zusatzprofil erhält also eine zusätzliche
mechanische Verbindung mit dem Korpus, was die mechanische Stabilität weiter erhöht.
[0019] Bevorzugterweise ist ein Befestigungshilfsmittel vorgesehen, das das freie Ende des
Zusatzprofils unter Zwischenlage der Wirkwerkzeuganordnung gegen den Korpus spannt.
In vielen Fällen wird die Federkraft des Zusatzprofils bereits alleine ausreichen,
um die Wirkwerkzeuge bzw. einzelne Segmente der Wirkwerkzeuganordnung am Korpus festzuhalten.
Wenn dies nicht der Fall ist, dann kann man ein Befestigungshilfsmittel, beispielsweise
einen in eine Mutter eingeschraubten Bolzen verwenden, um das Zusatzprofil gegen die
Wirkwerkzeuganordnung zu spannen. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, daß das gespannte
Zusatzprofil dann auf eine größere Fläche der Wirkwerkzeuganordnung wirkt als der
Bolzen alleine, so daß zum Erzielen der gleichen Haltekraft eine geringere Flächenpressung
erforderlich ist. Die Abstützung der einzelnen Elemente der Wirkwerkzeuganordnung
am Korpus wird dadurch stark vergleichmäßigt. Da nun auf eine einzelne Position der
Wirkwerkzeuganordnung geringere Kräfte wirken, kann die Wirkwerkzeuganordnung im Bereich
ihrer Halteanordnung etwas schwächer dimensioniert werden. Ein zusätzlicher Vorteil
ergibt sich dadurch, daß auch dann, wenn ein Befestigungshilfsmittel verwendet wird,
das Zusatzprofil unter einer gewissen Spannung auf die Wirkwerkzeuganordnung wirkt.
In diesem Fall kann man zunächst alle Segmente der Wirkwerkzeuganordnung richtig positionieren.
Die Gefahr, daß bereits positionierte Segmente der Wirkwerkzeuganordnung ihre Position
verändern, wenn ein weiteres Segment montiert wird, ist gering. Wenn dann eine vorbestimmte
Anzahl oder alle Segmente der Wirkwerkzeuganordnung montiert sind, kann man das oder
die Befestigungshilfsmittel festziehen. Man kann die Segmente der Wirkwerkzeuganordnung
auch so ausgestalten, daß das Befestigungshilfsmittel nur gelockert wird und man dann
die Segmente der Wirkwerkzeuganordnung austauschen kann. Ein vollständiges Herausschrauben
eines Schraubbolzens ist beispielsweise nicht erforderlich.
[0020] In einer alternativen oder zusätzlichen Ausgestaltung kann vorgesehen sein, daß das
Zusatzprofil eine Anlage für eine Wirkwerkzeug-Befestigung bildet. Insbesondere die
Wirknadeln werden in der Regel von einem "Deckel" abgedeckt, wobei der Deckel und
der Korpus mit Hilfe einer Mehrzahl von Schraubbolzen gegeneinander verspannt werden.
Dabei besteht prinzipiell die Gefahr, daß sich der Korpus der Barre verformt, wenn
der Deckel auf den Korpus drückt. Wenn man nun für die Anlage des Deckels (oder einer
anderen Wirkwerkzeug-Befestigung) das Zusatzprofil verwendet, dann kann man durchaus
in Kauf nehmen, daß sich dieses Zusatzprofil verformt. Es ist bestimmungsgemäß federnd
ausgebildet. Die vom Zusatzprofil auf die Wirkwerkzeug-Befestigung zurückwirkende
Kraft reicht dann ohne weiteres aus, um die Wirkwerkzeuge am Korpus festzuhalten.
Eine weitergehende Verformung des Korpus und damit der Barre kann jedoch vermieden
werden.
[0021] Vorzugsweise stützt sich das Zusatzprofil mit seiner freien Längskante beweglich
am Korpus ab. Dies erhöht die Federkraft, mit der das Zusatzprofil auf die Wirkwerkzeug-Befestigung
zurückwirken kann. Da sich das Zusatzprofil am freien Ende beweglich am Korpus abstützt,
kann das Zusatzprofil insgesamt in ausreichender Weise verformt werden, um die notwendigen
Gegenkräfte aufbauen zu können.
[0022] Hierbei ist bevorzugt, daß sich das Zusatzprofil in einem Bereich abstützt, in dem
der Korpus eine Wand aufweist, die parallel zur Abstützrichtung verläuft. Mit "parallel"
ist hier keine Definition im mathematisch strengen Sinn gemeint. Gemeint ist vielmehr,
daß die Wand des Korpus ungefähr dort angeordnet ist, wo sich das Zusatzprofil am
Korpus abstützt, und die Wand etwa in Kraftrichtung verläuft, so daß sie den Korpus
dort in ausreichender Weise aussteift.
[0023] Bevorzugterweise ist der Korpus aus mindestens zwei offenen Profilen zusammengesetzt.
Ein offenes Profil ist ein Profil, das von allen Seiten aus zugänglich ist. Der Korpus
entsteht also erst dadurch, daß man die Profile zusammensetzt. Dabei entsteht auch
der Hohlraum. Dies hat zur Folge, daß die Profile vor dem Zusammenbau von allen Seiten,
also auch von ihrer Innenseite aus, frei zugänglich sind, so daß man eine große Vielzahl
von Bearbeitungsmaßnahmen vornehmen kann, bevor man die Profile zusammenbaut. Dadurch
erspart man sich beispielsweise die Notwendigkeit, rein aus Vorsorgegründen Muttergewindestücke
an Positionen zu plazieren, an denen sie später überhaupt nicht notwendig sind. Man
benötigt auch keine überflüssigen Materialbereiche am Korpus, die man möglicherweise
in Kauf nehmen müßte, wenn man den Korpus unmittelbar als Hohlprofil fertigt, beispielsweise
durch Strangpressen.
[0024] Die Erfindung wird im folgenden anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen in Verbindung
mit der Zeichnung beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Teils eines Wirkbereichs einer Kettenwirkmaschine
im Schnitt,
- Fig. 2
- einen Teil eines Korpus einer Schieberbarre,
- Fig. 3
- eine Darstellung der Krafteinleitung bei der Schieberbarre nach Fig. 2,
- Fig. 4
- ein Hilfswerkzeug zum Öffnen der Schieberbarre und
- Fig. 5
- eine abgewandelte Ausgestaltung einer Nadelbarre.
[0025] Fig. 1 zeigt mehrere Barren mit Wirkwerkzeugen einer Wirkmaschine, nämlich eine Nadelbarre
1, eine Schieberbarre 2 und eine Platinenbarre 3. Die Nadelbarre 1 ist an einem Hebel
4, die Schieberbarre 2 an einem Hebel 5 und die Platinenbarre 3 an einem Hebel 6 befestigt.
[0026] Die Nadelbarre 1 weist einen Korpus auf, der aus drei offenen Profilen 7, 8, 9 zusammengesetzt
ist. Die drei Profile 7-9 sind aus kohlefaserverstärktem Kunststoff gebildet. Sie
umschließen einen Hohlraum 10, in dem ein Klemmstück 11 angeordnet ist, durch das
ein Schraubbolzen 12 geführt ist. Mit Hilfe des Klemmstücks 11 und des Schraubbolzens
12 ist die Nadelbarre 1 am Hebel 4 festgeschraubt.
[0027] Die Nadelbarre 1 trägt eine Vielzahl von Wirknadeln 13. Da die Wirknadeln 13 senkrecht
zur Zeichenebene hintereinander angeordnet sind, ist nur eine Wirknadel 13 erkennbar.
[0028] Die Wirknadeln 13 sind in einer Fassung 14 angeordnet und werden durch einen Deckel
15 an der Nadelbarre 1 festgehalten. Der Deckel 15 ist mit Hilfe eines Schraubbolzens
16 gegen die Profile 7-9 verspannt.
[0029] Die Nadelbarre 1 weist ein Zusatzprofil 17 auf, das mit einer freien Längskante 18
vom Profil 7 absteht. Auch gegenüber dem Zusatzprofil 17 ist der Deckel 15 durch den
Schraubbolzen 16 verspannt. Das Zusatzprofil 17 ist federnd ausgebildet. Ein Ende
19 des Deckels 15 stützt sich an dem Zusatzprofil 17 ab. Wenn nun der Deckel 15 mit
Hilfe des Schraubbolzens 16 an der Nadelbarre 1 verspannt wird, dann verformt der
Deckel 15 lediglich das Zusatzprofil 17. Der Rest der Nadelbarre 1 bleibt unverformt,
so daß sich auch die Position der Wirknadeln 13, genauer gesagt ihrer Nadelköpfe 20,
nicht ändert.
[0030] Die Schieberbarre 2 weist einen Korpus auf, der aus zwei offenen Profilen 21, 22
zusammengesetzt ist. Beide Profile 21, 22 sind ebenfalls aus einem faserverstärkten
Kunststoff gebildet. Die beiden Profile 21, 22 sind in Bereichen 23, 24 miteinander
verklebt. Sie umschließen einen Hohlraum 25. Die Schieberbarre 2 ist mit mehreren
Schraubbolzen 26 an Hebeln 5 befestigt.
[0031] Die Schieberbarre 2 weist ebenfalls ein Zusatzprofil 27 auf, das mit den Profilen
21, 22 verklebt ist. Zusätzlich wird das Zusatzprofil 27 mit dem Profil 22 dadurch
verbunden, daß das Zusatzprofil 27 zwischen dem Profil 22 und dem Hebel 5 eingespannt
ist.
[0032] Das Zusatzprofil 27 weist zwei ausgeprägte Biegungen 28, 29 auf, die einander entgegengesetzt
gerichtet sind. Auch das Zusatzprofil 27 ist federnd ausgebildet.
[0033] Zwischen dem Profil 22, das Bestandteil des Korpus ist, und dem Zusatzprofil 27 ist
ein Freiraum 30 ausgebildet (Fig. 3), in den eine Schieberplatine 31 eingesetzt ist.
Die Schieberplatine 31 besteht aus mehreren in Längsrichtung der Schieberbarre 2 (also
senkrecht zur Zeichenebene) nebeneinander angeordneten Segmenten. Die Schieberplatine
31 liegt an einer Montagefläche 32 am Segment 22 des Korpus an. Das Zusatzprofil wirkt
auf eine Anlagefläche 33 an der Schieberplatine 31, die mit der Montagefläche 32 einen
spitzen Winkel einschließt.
[0034] Dadurch ergeben sich Spannkräfte, die in Fig. 3 dargestellt sind. Die vom Zusatzprofil
27 ausgeübte Klemmkraft FK läßt sich unterteilen in eine vertikale Kraft FV, die die
Schieberplatine 31 gegen die Montagefläche 32 preßt, und eine Horizontalkraft FH,
die die Schieberplatine 31 in den Freiraum 30 hineinschiebt. Damit ist die Schieberplatine
31 formschlüssig in der Schieberbarre 2 gehalten.
[0035] Wie aus Fig. 2 zu erkennen ist, weist das Zusatzprofil 27 mehrere von seiner Längskante
34 ausgehende Schlitze 35, 36 auf, wobei jeweils benachbarte Schlitze 35, 36 in Längsrichtung
ein Federsegment 37 begrenzen. Jedes Federsegment 37 hält nun ein oder zwei Segmente
der Schieberplatine 31.
[0036] Jeweils benachbarte Schlitze 35, 36 haben unterschiedliche Längen, so daß die Bruchgefahr
von einzelnen Federsegmenten 37 vermindert wird.
[0037] Wenn man also ein Segment der Schieberplatine 31 aus der Schieberbarre 2 entfernen
möchte, dann reicht es aus, ein Federsegment 37 zu verformen. Hierzu kann man zweckmäßigerweise
ein Montagewerkzeug 38 verwenden. Das Montagewerkzeug 38 läßt sich leicht ansetzen,
weil das Zusatzprofil 27 im Bereich der Längskante 34 ein abstehendes Ende 39 aufweist.
Das abstehende Ende 39 ragt etwas über die Schieberplatine 31 hinaus.
[0038] Die Platinenbarre 3 weist ebenfalls einen Korpus auf, der aus zwei offenen Profilen
40, 41 zusammengesetzt ist. Die Profile 40, 41 sind über einen Schraubbolzen 48 am
Hebel 6 befestigt. Sie erstrecken sich, genau wie die Profile 7-9 der Nadelbarre 1
und die Profile 21, 22 der Schieberbarre 2, über die gesamte Länge der Wirkmaschine.
Sie sind ebenfalls aus einem faserverstärkten Kunststoff gebildet, insbesondere aus
kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK).
[0039] Ein Zusatzprofil 43 ist an das Profil 41 von außen angeklebt. Zwischen dem Zusatzprofil
43 und dem Profil 41 ist ein Freiraum 42 gebildet, in den Segmente von Polplatinen
44 eingesetzt sind.
[0040] Dabei liegt das Zusatzprofil 43 mit einer gewissen Vorspannung an den Segmenten der
Polplatine 44 an. Auch das Zusatzprofil 44 kann in mehrere Federsegmente unterteilt
sein (nicht dargestellt). Auch hier ist ein abstehendes Ende 45 vorgesehen.
[0041] Wenn das Zusatzprofil 43 mit einer gewissen Vorspannung auf die Segmente der Polplatine
44 wirkt, dann werden die Segmente bei der Montage zumindest provisorisch gehalten,
können also nicht herausfallen oder sich verschieben.
[0042] Die eigentliche Haltekraft, die für den Wirkprozeß notwendig ist, wird dann durch
einen Bolzen 46 erzielt, mit dem das Zusatzprofil 43 gegen den Korpus aus den Profilen
40, 41 gespannt wird.
[0043] Fig. 5 zeigt eine abgewandelte Ausführungsform einer Nadelbarre 1, bei der gleiche
Elemente mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind.
[0044] Der Hauptunterschied liegt daran, daß das Zusatzprofil 17 eine Verlängerung 47 aufweist,
die sich wieder am Profil 7 des Korpus der Nadelbarre 1 abstützt. Die Abstützung erfolgt
dabei so, daß die Verlängerung 47 auf dem Profil 7 verschiebbar ist. Allerdings erfolgt
die Kraftübertragung zwischen dem Zusatzprofil 17 und dem Profil 7 dort, wo das Profil
7 eine senkrecht zur Krafteinleitungsrichtung verlaufende Wand aufweist. Der Korpus
aus den Profilen 7-9 ist also dort, wo sich das Zusatzprofil 17 mit seiner Verlängerung
47 abstützt, außerordentlich stabil.
[0045] Alle Zusatzprofile 17, 27, 43 können, genau wie die Profile 7-9, 21, 22, 40, 41,
die jeweils den Korpus der einzelnen Barren 1-3 bilden, aus einem faserverstärkten
Kunststoff, insbesondere kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK), gebildet sein.
[0046] Dadurch, daß jede Barre 1-3 nun mit einem Zusatzprofil 17, 27, 43 versehen ist, können
die den eigentlichen Korpus der jeweiligen Barre 1-3 bildenden Profile 7-9, 21, 22,
40, 41 etwa schwächer ausgebildet sein. Dies wiederum verringert die Masse des jeweiligen
Korpus, so daß das Zusatzprofil 17, 27, 43 in der Gesamtbilanz praktisch keine Erhöhung
der Masse bewirkt. Zu berücksichtigen ist dabei auch, daß man für die einzelnen Wirkwerkzeuge,
nämlich die Wirknadeln 13, die Schieberplatinen 23 und die Polplatinen 44 nunmehr
schwächere Fassungen verwenden kann. Diese Wirkwerkzeuge werden nun vollflächig zwischen
dem jeweiligen Korpus der Barren 1-3 und den jeweiligen Zusatzprofilen 17, 27, 43
gehalten.
1. Wirkwerkzeug-Barre (1-3) einer Wirkmaschine mit einem einen faserverstärkten Kunststoff
aufweisenden Korpus (7-9; 21, 22; 40, 41), der sich in Längsrichtung erstreckt, dadurch gekennzeichnet, daß der Korpus (7-9; 21, 22; 40, 41) ein federnd ausgebildetes Zusatzprofil (17, 27,
43) mit zwei Längskanten aufweist, das außen an den Korpus (7-9; 21, 22; 40, 41) angesetzt
ist und sich über eine Arbeitslänge des Korpus (7-9; 21, 22; 40, 41) in Längsrichtung
erstreckt.
2. Barre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusatzprofil (17, 27, 43) mit einem einer Längskante (47, 48) benachbarten Bereich
am Korpus (20, 21; 40, 41) befestigt ist und am anderen Ende (18, 43, 45) gegenüber
dem Korpus (7-9; 21, 22; 40, 41) beweglich ist.
3. Barre nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusatzprofil (27) mindestens einen gekrümmten Abschnitt (28, 29) zwischen seinen
beiden Längskanten (47, 34) aufweist.
4. Barre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der freien Längskante (34, 45) und dem Korpus (20, 21; 40, 41) ein Freiraum
(30, 42) gebildet ist, in den eine Wirkwerkzeuganordnung (31, 44) eingesetzt ist.
5. Barre nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die freie Längskante (34, 45) von der Wirkwerkzeuganordnung (31, 44) absteht.
6. Barre nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wirkwerkzeuganordnung (31, 44) an einer Montagefläche (32) am Korpus (21, 22)
anliegt und das Zusatzprofil (27) auf eine Anlagefläche (33) wirkt, die mit der Montagefläche
(32) einen spitzen Winkel einschließt.
7. Barre nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusatzprofil (27) mit Schlitzen (35, 36) versehen ist, die von seiner freien
Längskante (34) ausgehen.
8. Barre nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß in Längsrichtung benachbarte Schlitze (35, 36) unterschiedliche Längen aufweisen.
9. Barre nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Schlitzen (35, 36) Federsegmente (37) ausgebildet sind, wobei ein Federsegment
(37) auf mindestens ein Segment der Wirkwerkzeuganordnung (31) wirkt.
10. Barre nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusatzprofil (17, 27, 43) mit dem Korpus (7-9; 21, 22; 40, 41) verklebt ist.
11. Barre nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusatzprofil (27) mit einem Befestigungsabschnitt an einer Befestigungsfläche
des Korpus anliegt, mit der die Barre (2) in der Wirkmaschine befestigt ist.
12. Barre nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß ein Befestigungshilfsmittel (46) vorgesehen ist, das das freie Ende (45) des Zusatzprofils
(43) unter Zwischenlage der Wirkwerkzeuganordnung (44) gegen den Korpus (40, 41) spannt.
13. Barre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusatzprofil (17) eine Anlage für eine Wirkwerkzeug-Befestigung (15) bildet.
14. Barre nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Zusatzprofil (17) mit seiner freien Längskante (18) beweglich am Korpus
abstützt.
15. Barre nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Zusatzprofil (17) in einem Bereich abstützt, in dem der Korpus (7-9) eine
Wand aufweist, die parallel zur Abstützrichtung verläuft.
16. Barre nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Korpus (7-9; 21, 22; 40, 41) aus mindestens zwei offenen Profilen zusammengesetzt
ist.