Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft eine Lochdüse für eine Kraftstoff-Einspritzvorrichtung eines
Kraftstoffeinspritzsystems, insbesondere für Verwendung in einem Common-Rail-System,
mit einem Düsenkörper, der einen Düsennadelraum aufweist.
[0002] Eine solche Lochdüse ist beispielsweise aus dem Buch "Dieselmotor-Management" der
Robert Bosch GmbH bekannt. Um Kraftstoff fein zerstäubt in einen zugeordneten Brennraum
einer Brennkraftmaschine einspritzen zu können, wird der in einem Kraftstoffspeicher,
beispielsweise einem "Rail" gespeicherte Kraftstoff auf sehr hohe Drücke gebracht.
Frühere Common-Rail-Systeme sind dabei auf einen Maximaldruck von ca. 1350 bar ausgelegt
worden. Aktuelle Common-Rail-Systeme arbeiten bei einem Maximaldruck von 1600 bar.
Für zukünftige Anwendungen werden noch weit höhere Drücke angestrebt.
[0003] Die in der Lochdüse angeordnete Düsennadel wirkt beim Öffnen und Schließen, d.h.
beim Abheben aus einem zugeordneten Düsennadelsitz und beim Schließen desselben, als
Ventil. Bedingt durch die genannten hohen Drücke können ausgehend von der als Ventilkörper
wirkenden Düsennadel Druckwellen erzeugt werden, die die oben genannten Maximaldrücke
überschreiten können. Hierdurch sind die kraftstoffführenden Bauteile des Common-Rail-Systems
hohen Belastungsspitzen ausgesetzt.
[0004] Es ist deshalb vorgeschlagen worden, die durch das Öffnen und Schließen der Düsennadel
verursachten Druckwellen zu kompensieren, indem in dem Speicher des Kraftstoff-Einspritzsystems,
also beispielsweise dem "Rail" Kraftstoff so mit Druck beaufschlagt wird, dass eine
Druckwellenkompensation erreicht werden kann.
[0005] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, ein Kraftstoff-Einspritzsystem zu
schaffen, das gegenüber Druckwellen möglichst unempfindlich ist.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Lochdüse mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Vorteile der Erfindung
[0007] Durch den zusätzlichen, in dem Düsenkörper ausgebildeten Speicherraum, der hydraulisch
über mindestens ein Drosselelement mit dem Düsennadelraum verbunden ist, können Druckwellen
im Kraftstoff gedämpft werden. Da die Druckwellen durch das Öffnen und Schließen der
Düsennadel erzeugt und sich somit vom Düsennadelraum ausgehend ausbreiten, ist es
besonders vorteilhaft, dass die Dämpfung der Druckwellen räumlich nahe zu diesem Bereich
stattfinden kann.
[0008] Durch die hydraulische Verbindung des Speicherraums mit dem Düsennadelraum mit Hilfe
mindestens eines Drosselelements ist gewährleistet, dass die in dem Düsennadelraum
und dem Speicherraum anliegenden Drücke zueinander unterschiedlich sein können. Somit
bilden der Düsennadelraum und der Speicherraum eigenständige hydraulische Elemente.
[0009] Die erfindungsgemäße Lochdüse basiert auf der Idee, dass es möglich ist, in einem
Bereich eines Kraftstoff-Einspritzsystems einen auch bei Anliegen eines Maximaldrucks
überdimensionierten Materialabschnitt nutzen zu können, um andere, räumlich von diesem
Materialabschnitt entfernte Bereiche des Kraftstoff-Einspritzsystems zu entlasten.
Somit kann insgesamt ein Kraftstoff-Einspritzsystem geschaffen werden, das besonders
robust ist gegenüber hohen Maximalbelastungen, die insbesondere durch Druckwellen
hervorgerufen sind.
[0010] Die erfindungsgemäßen Weiterbildungen gemäß Anspruch 2 und 3 haben den Vorteil, dass
das den Speicherraum begrenzende Material gleichmäßig belastet werden kann, wobei
gleichzeitig ein vergleichsweise großer Speicherraum geschaffen wird.
[0011] In den Unteransprüchen 4 bis 7 sind Ausführungsformen der Erfindung vorgeschlagen,
mit denen eine besonders einfache Fertigung einer erfindungsgemäßen Lochdüse mit Speicherraum
ermöglicht wird.
[0012] Die Erfindung betrifft ferner eine Kraftstoff-Einspritzvorrichtung eines Kraftstoff-Einspritzsystems
mit einer Lochdüse.
Zeichnungen
[0013] Nachfolgend werden besonders bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung
unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Kraftstoff-Einspritzsystems einer Brennkraftmaschine
mit einer Kraftstoff-Einspritzvorrichtung, die eine Lochdüse aufweist;
- Figur 2
- eine Seitenansicht der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung und der Lochdüse gemäß Figur
1;
- Figur 3
- eine geschnittene Seitenansicht eines Ausschnitts III gemäß Figur 2 mit einer aus
dem Stand der Technik bekannten Lochdüse;
- Figur 4a
- eine perspektivische Ansicht eines Düsenkörpers einer erfindungsgemäßen Lochdüse;
- Figur 4b
- eine perspektivische Ansicht eines in den Düsenkörper gemäß Figur 4a einsetzbaren
Hülsenelements;
- Figur 5a
- eine der Figur 4a entsprechende, geschnittene Ansicht;
- Figur 5b
- eine der Figur 4b entsprechende, geschnittene Ansicht;
- Figur 6a
- den Düsenkörper gemäß Figur 4a bzw. Figur 5a und das Hülsenelement gemäß Figur 4b
bzw. Figur 5b in einem montierten Zustand;
- Figur 6b
- eine perspektivische Ansicht eines Ausschnitts aus Figur 6a;
- Figur 7
- eine der Figur 6b entsprechende Ansicht gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung;
und
- Figur 8
- eine einem Ausschnitt der Figur 6a entsprechende Ansicht einer dritten Ausführungsform
der Erfindung.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0014] In Figur 1 trägt ein Kraftstoff-Einspritzsystem einer Brennkraftmaschine insgesamt
das Bezugszeichen 10. Es umfasst einen Kraftstoffbehälter 12, aus dem ein Fördersystem
14 den Kraftstoff zu einer Kraftstoff-Sammelleitung ("Rail") 16 fördert. Das Fördersystem
14 kann eine Vorförderpumpe und eine Hochdruckpumpe umfassen.
[0015] An die Kraftstoff-Sammelleitung 16 sind mehrere Kraftstoff-Einspritzvorrichtungen
18 angeschlossen, von denen in Figur 1 nur eine dargestellt ist. Hierzu verfügt die
Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 18 über einen Hochdruckanschluss 20. die Kraftstoff-Einspritzvorrichtung
18 ist einem Brennraum 22 einer nicht weiter dargestellten Brennkraftmaschine zugeordnet,
in den sie den Kraftstoff mit Hilfe einer weiter unten noch detaillierter beschriebenen
Lochdüse 24 direkt einspritzt. Von der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 18 führt eine
Rücklaufleitung 26 zum Kraftstoffbehälter 12 zurück. Die Rücklaufleitung 26 ist über
einen Niederdruckanschluss 28 an die Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 18 angeschlossen.
[0016] Die Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 18 und die daran montierte Lochdüse 24 sind in
Figur 2 detaillierter dargestellt. Der in Figur 2 markierte Ausschnitt III ist in
Figur 3 vergrößert dargestellt. Die Lochdüse 24 weist einen länglichen Düsenkörper
30 auf, der an seinem der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 18 zugewandten Ende einen
radial nach außen erweiterten Bereich 32 aufweist. In dem Düsenkörper ist ein zentrisch
angeordneter Düsennadelraum 34 vorgesehen, in dem eine Düsennadel 36 angeordnet ist.
Die Düsennadel 36 öffnet und schließt einen am Ende des Düsennadelraums 34 vorgesehenen
Düsennadelsitz 38.
[0017] Der radial erweiterte Bereich 32 weist auf seiner der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung
18 abgewandten Seite eine ringförmige Düsenkörperschulter 40 auf, die mit einem entsprechenden
ringförmigen Absatz 42 einer Düsenspannmutter 44 zusammenwirkt. Die Düsenspannmutter
44 ist über ein in Figur 3 nicht weiter dargestelltes Gewinde an der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung
18 gesichert. Mit Hilfe des Absatzes 42 wird die Düsenkörperschulter 40 und somit
der radial erweiterte Bereich 32 gegen ein in Figur 3 oberhalb der Lochdüse 24 dargestelltes
Zwischenelement 46 gedrückt.
[0018] An das Zwischenelement 46 (Drosselplatte) schließt sich eine Ventilplatte 48 an,
die ein insgesamt mit 50 bezeichnetes Ventil aufweist. Das Ventil 50 kann mit Hilfe
eines bekannten und daher nicht weiter dargestellten Aktors in mit 52 bezeichneten
Betätigungsrichtungen bewegt werden, um das Ventil 50 zu öffnen oder zu schließen.
[0019] Das Ventil 50 steht über eine in der Figur 3 nicht dargestellte Ablaufdrossel mit
einem Steuerraum 54 hydraulisch in Verbindung. Der Steuerraum 54 ist im Wesentlichen
begrenzt durch das in Figur 3 obere Ende der Düsennadel 36 und das Zwischenelement
46. In den Steuerraum 54 mündet eine Zulaufdrossel 56, die mit Hilfe eines Kraftstoffzulaufs
58 mit Kraftstoff gespeist wird. Der Kraftstoffzulauf 58 ist auch hydraulisch mit
dem Düsennadelraum 34 verbunden. Zwischen dem Ventil 50 und dem Düsennadelraum 34
ist eine weitere Leitung 60 vorgesehen.
[0020] Um die Düsennadel 36 aus ihrem Düsennadelsitz 38 zu heben, so dass eine Einspritzung
in den in Figur 1 dargestellten Brennraum 22 stattfinden kann, wird das Ventil 50
geöffnet, so dass Kraftstoff aus dem Steuerraum 54 über die nicht dargestellte Ablaufdrossel
abfließen kann. Gleichzeitig fließt durch die Zulaufdrossel 56 Kraftstoff in den Steuerraum
54. Wenn die Drosselwirkung der nicht dargestellten Ablaufdrossel kleiner ist als
die Drosselwirkung der Zulaufdrossel 56, kann der Druck im Steuerraum 54 abgebaut
werden. Ab einem bestimmten Druckabfall kann mit Hilfe des im Düsennadelraum 34 anliegenden
höheren Drucks die Düsennadel 36 entgegen der Wirkung eines Federelements 62 aus dem
Düsennadelsitz 38 gehoben werden, so dass eine Einspritzung in den Brennraum 22 erfolgt.
[0021] Der Steuerraum 54 ist gegenüber dem Düsennadelraum 34 nach radial außen mit Hilfe
eines Hülsenelements 64 (Steuerraumhülse) abgedichtet, das dichtend an dem Zwischenelement
46 anliegt. An diesem Hülsenelement 64 stützt sich das in Figur 3 als Schraubenfeder
ausgebildete Federelement 62 ab. Alternativ könnte das Federelement 62 auch als zylindrische
Hülse ausgebildet sein, wie sie in der
DE 102 13 382 A1 beschrieben ist. Diese Möglichkeit besteht auch für die nachfolgend beschriebene,
erfindungsgemäße Lochdüse.
[0022] In Figuren 4a und 5a ist der Düsenkörper 30 einer erfindungsgemäßen Lochdüse 24 dargestellt.
Dieser Düsenkörper 30 weist einen vergleichsweise schlanken Düsenkörperschaft 66 auf,
an den sich ein nach radial außen gestufter Abschnitt 68 anschließt, an den sich wiederum
der nach radial außen erweiterte Bereich 32 anschließt. Die Wandung des radial nach
außen erweiterten Bereichs 32 begrenzt einen im Wesentlichen zylindrischen Raum 70.
Dieser Raum 70 ist zum Düsenkörperschaft 66 hin durch einen ringförmigen Boden 72
begrenzt.
[0023] Der radial erweiterte Bereich 32 weist zwei sich im Wesentlichen in Längsrichtung
des Düsenkörpers 30 erstreckende, teilzylindrische Vertiefungen 74 auf. Die Vertiefungen
74 sind zueinander um ein von 180° abweichendes Maß versetzt, um entsprechend angeordnete
Stifte, die in dem Zwischenelement 46 gemäß Figur 3 angeordnet sind, aufzunehmen.
Auf diese Weise kann die Lochdüse 24 in einer bestimmten Drehlage an der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung
18 montiert werden.
[0024] Am in Figur 4a und 5a oberen Rand des radial erweiterten Bereichs 32 ist eine ringförmige,
äußere Kontaktfläche 76 ausgebildet. Diese dichtet den Raum 70 gegen das Zwischenelement
46 ab.
[0025] In den Figuren 4b und 5b ist ein Hülsenelement 78 dargestellt, das im Wesentlichen
einen hohlzylindrischen Abschnitt 80 aufweist, an den sich ein nach radial außen erweiternder
Kragen 82 anschießt. Der Kragen bildet eine ringförmige, innere Kontaktfläche 84 aus,
die das Hülsenelement 78 gegen das Zwischenelement 46 abdichten kann.
[0026] In dem Kragen 82 sind Aussparungen 86 vorgesehen, die zu den die Vertiefungen 74
bildenden Materialabschnitten des radial erweiterten Bereichs 32 des Düsenkörpers
30 komplimentär ausgebildet sind.
[0027] In Figur 6a ist eine teilmontierte Lochdüse 24 dargestellt, wobei das Hülsenelement
78 gemäß Figuren 4b und 5b in dem Düsenkörper 30 gemäß Figuren 4b und 5b montiert
ist. Der radial nach außen erweiterte Bereich 32 des Düsenkörpers 30 weist eine nach
radial innen weisende, zylindrische Wandung 88 auf. In entsprechender Weise weist
der zylindrische Abschnitt 80 des Hülsenelements 78 eine radial nach außen weisende
Wandung 90 auf. Ferner weist der Kragen 82 des Hülsenelements 78 eine zum ringförmigen
Boden 72 des Düsenkörpers 30 gewandte Wandung 92 auf. Die Wandungen 88, 90, 92 und
der ringförmige Boden 72 begrenzen einen insgesamt ringförmig ausgebildeten Speicherraum
94, der konzentrisch zu dem Düsennadelraum 34 angeordnet ist. Der Düsennadelraum 34
wird entlang seines Verlaufs von dem Düsenkörperschaft 66 und dem gestuften Abschnitt
68 des Düsenkörpers 30 und durch den zylindrischen Abschnitt 80 des Hülsenelements
78 begrenzt.
[0028] Gemäß Figur 6b ist zwischen dem Kragen 22 und dem radial erweiterten Bereich 32 ein
erster, im wesentlichen zylindrischer Dichtbereich 96 ausgebildet. Ferner ist zwischen
dem zylindrischen Abschnitt 80 und dem Düsenkörper 30 ein weiterer, mit 98 bezeichneter
Dichtbereich ausgebildet. Der Dichtbereich 98 entsteht durch Anlage eines ringförmigen
Rands 100 (vergleiche Figur 5b) des Hülsenelement 78 mit einem inneren Abschnitt 102
des ringförmigen Bodens 72 (vergleiche Figur 5a).
[0029] Über den Dichtbereich 96 ist der Speicherraum 94 in Richtung auf das Zwischenelement
46 gemäß Figur 3 abgedichtet.
[0030] In dem Dichtbereich 98 sind Drosselelemente 104 dadurch ausgebildet, dass in dem
zylindrischen Abschnitt 80 des Hülsenelements 78 kleine Materialaussparungen vorgesehen
sind. Diese Materialaussparungen verbinden den Düsennadelraum 34 hydraulisch mit dem
Speicherraum 94. Durch die Kombination mindestens eines Drosselelements 104 mit dem
Dichtbereich 98 kann eine definierte Drosselwirkung beim Strömen von Kraftstoff zwischen
dem Düsennadelraum 34 und dem Speicherraum 94 erzielt werden.
[0031] Der Speicherraum 94 hat folgende Funktion: Wenn in dem Düsennadelraum 34 einer erfindungsgemäßen
Lochdüse 24 die Düsennadel 36 aus ihrem Düsennadelsitz 38 herausbewegt wird, kann
unter Hochdruck stehender Kraftstoff aus dem Düsennadelraum 34 in den Brennraum 22
(vergleiche Figur 1) eingespritzt werden. Wenn die Düsennadel 36 sich nun wieder in
Schließstellung bewegt, so dass der Düsennadelsitz 38 geschlossen wird, entsteht eine
Druckwelle, die durch den im Düsennadelraum 34 anliegenden Kraftstoff übertragen wird.
Diese Druckwelle kann um ein erhebliches Maß dadurch gedämpft werden, dass Kraftstoff
aus dem Düsennadelraum 34 über die Drosselelemente 104 in den Speicherraum 94 strömt.
Dabei kann aufgrund der Drosselwirkung der Drosselelemente 104 Druck abgebaut werden,
so dass die maximalen Drücke der Druckwellen verkleinert werden können und Bereiche
des Kraftstoff-Einspritzsystems 10, die über den Kraftstoff mit den Hochdruck beaufschlagt
sind, weniger stark belastet sind.
[0032] Wenn der Speicherraum 94, so wie in den Figuren 6a und 6b dargestellt, in dem radial
erweiterten Bereich 32 des Düsenkörpers 30 ausgebildet ist, wird die Wandstärke des
erweiterten Bereichs 32 verkleinert. Somit ist die Wandstärke des erweiterten Bereichs
32 und die Wandstärke des Düsenkörperschafts 66 in etwa gleich. Somit kann der Bauraum,
der insgesamt von dem Düsenkörper 30 eingenommen wird, so genutzt werden, dass die
Lochdüse 24 insgesamt hohen Drücken standhalten kann, jedoch die maximalen Druckbelastungen,
die durch Druckwellen erzeugt werden, abgebaut werden, so dass auch andere Bauteile,
beispielsweise die Kraftstoff-Einspritzvorrichtung 18 niedrigeren Spitzenbelastungen
ausgesetzt sind. Das Volumen des Speicherraums 94 kann bei einer Anordnung gemäß Figuren
6a und 6b mehrere 100 Kubikmillimeter betragen.
[0033] Figur 7 zeigt einen zu der Lochdüse 24 gemäß Figuren 6a und 6b ähnliche Lochdüse
24, die sich durch die Ausbildung des Dichtbereichs 96 von der in Figur 6b dargestellten
Ausführung unterscheidet. Der Kragen 22 des Hülsenelements 78 gemäß Figur 7 weist
eine in Richtung auf den Boden 72 des Düsenkörpers 30 weisende, äußere Ringschulter
106 auf. Diese Ringschulter 106 umgreift eine an dem erweiterten Bereich 32 des Düsenkörpers
30 ausgebildete, innenliegende Ringschulter 108. Wenn der in dem Speicherraum 94 enthaltene
Kraftstoff mit hohem Druck beaufschlagt ist, wird die Ringschulter 108 nach außen
gegen die Ringschulter 106 gedrückt, so dass sich die Dichtwirkung des Dichtbereichs
96 bei zunehmenden Drücken im Speicherraum 94 erhöht.
[0034] Bei den bisher beschriebenen Ausführungsformen wurden das Hülsenelement 78 und der
Düsenkörper 30 über einen Presssitz miteinander verbunden, der in dem jeweiligen Dichtbereich
96 ausgebildet ist. Es ist jedoch auch möglich, das Hülsenelement 78 rastend mit dem
Düsenkörper 30 zu verbinden, wie in Figur 8 dargestellt. Bei dieser Ausführungsform
weist der radial erweiterte Bereich 32 an seinem der Kraftstoff-Einspritzvorrichtung
18 zugewandten Ende einen nach radial innen weisenden, ringförmigen Kragen 110 auf.
An dem zylindrischen Abschnitt 80 des Hülsenelements 78 ist ein nach außen weisendes,
zumindest abschnittsweise ringförmiges Rastelement 112 angeordnet.
[0035] Wenn das Hülsenelement 78 in mit 114 bezeichneter Montagerichtung in den Düsenkörper
30 eingesetzt wird, gelangen Führungsschrägen 116 der Rastelemente 112 in Anlage mit
dem Kragen 110 des radial erweiterten Bereichs 32. Hierdurch kann das Hülsenelement
nach radial innen zusammengedrückt werden, bis die Rastelemente 112 den Kragen 110
hintergreifen. In dieser Stellung ist zwischen einem Endbereich 118 des zylindrischen
Abschnitts 80 des Hülsenelements 78 und dem Kragen 110 des radial erweiterten Bereichs
32 ein Dichtbereich 96 ausgebildet. Die Abdichtung des zylindrischen Abschnitts 80
gegenüber dem Boden 72 des Düsenkörpers 30 erfolgt in der mit Bezug auf Figuren 5a
bis 6b beschriebenen Weise. Anstelle oder zusätzlich zu den bereits beschriebenen
Drosselelementen 104 können zur hydraulischen Verbindung zwischen dem Düsennadelraum
34 und dem Speicherraum 94 auch Lochdrosseln 120 vorgesehen sein, die vorzugsweise
in dem zylindrischen Abschnitt 80 des Hülsenelements 78 angeordnet sind. Eine solche
alternative Drosselanordnung kann selbstverständlich auch bei den Ausführungsformen
gemäß Figuren 4a bis 7 zum Einsatz kommen.
[0036] Die Verwendung von Lochdrosseln 120 hat den Vorteil, dass sich die Drosselwirkung
besonders gut einstellen lässt.
1. Lochdüse (24) für eine Kraftstoff-Einspritzvorrichtung (18) eines Kraftstoff-Einspritzsystems
(10), insbesondere zur Verwendung in einem Common-Rail-System, mit einem Düsenkörper
(30), der einen Düsennadelraum (34) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass zum Speichern von Kraftstoff in dem Düsenkörper (30) ein Speicherraum (94) vorgesehen
ist, der hydraulisch über mindestens ein Drosselelement (104, 120) mit dem Düsennadelraum
(34) verbunden ist.
2. Lochdüse (24) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicherraum (94) in einem Bereich (32) des Düsenkörpers (30) angeordnet ist,
der zur Ausbildung einer Düsenkörperschulter (40) nach radial außen erweitert ist.
3. Lochdüse (24) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicherraum (94) ringförmig ausgebildet ist und insbesondere konzentrisch zum
Düsennadelraum (34) angeordnet ist.
4. Lochdüse (24) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Speicherraum (94) in radialer Richtung durch eine Wandung (88) des Düsenkörpers
(30) und durch eine Wandung (90) eines mit dem Düsenkörper (30) verbundenen Hülsenelements
(78) begrenzt ist.
5. Lochdüse (24) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung (68) des Düsenkörpers (30) radial außen und die Wandung (90) des Hülsenelements
(78) radial innen angeordnet ist.
6. Lochdüse (24) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Hülsenelement (78) und der Düsenkörper (30) über einen Presssitz miteinander
verbunden sind.
7. Lochdüse (24) nach mindestens einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Hülsenelement (78) und der Düsenkörper (30) über eine Rastverbindung miteinander
verbunden sind.
8. Lochdüse (24) nach mindestens einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein zwischen dem Hülsenelement (78) und dem Düsenkörper (30) ausgebildeter Dichtbereich
(96) derart ausgebildet sind, dass sich dessen Dichtwirkung bei einer Erhöhung des
Drucks des in dem Speicherraum (94) vorhandenen Kraftstoffs erhöht.
9. Lochdüse (24) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Drosselelement (104) durch zwei in einem drosselnd wirkenden Bereich zueinander
beabstandete, unterschiedliche Bauteile, insbesondere durch Düsenkörper (30) und Hülsenelement
(78), gebildet ist.
10. Kraftstoff-Einspritzvorrichtung (18) eines Kraftstoff-Einspritzsystems (10) mit einer
Lochdüse (24) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche.