[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Montieren eines Tragmittels gemäss dem Oberbegriff
des unabhängigen Patentanspruchs1.
[0002] Aus der
Europäischen Patentanmeldung EP 0506323.8 sind eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Montage einer Aufzugsanlage bekannt,
bei welchem - anders als bei bisherigen Montageverfahren - keine speziellen Gerüste
oder Hilfsbühnen mehr erforderlich sind. Gemäss dieser Europäischen Patentanmeldung
werden die Tragmittel von oben her im Aufzugsschacht montiert, wobei zuvor die Aufzugskabine
im oberen Bereich des Aufzugsschachts (vor-) montiert wird. Dieses Verfahren ist aber
nur anwendbar, wenn Tragrollen oberhalb der Aufzugskabine angeordnet sind.
[0003] Heutzutage werden jedoch vermehrt auch Aufzugsanlagen mit vom Tragmittel unterschlungenen
Aufzugskabinen eingesetzt. Bei einer solchen Konfiguration sitzen Kabinen-Umlenkrollen
typischerweise an einer Unterseite der Aufzugskabine, dass heisst unterhalb der Aufzugskabine
im Bereich des Kabinenbodens. Bei der Montage der Tragmittel müssen die letzteren
unterhalb der Aufzugskabine um die Kabinen-Umlenkrollen geführt bzw. in diese "eingefädelt"
werden. Daher kommt die Anwendung der Mittel und des Verfahrens gemäss der genannten
Europäischen Patentanmeldung nicht in Frage. Hierzu ist in
EP0904247 ein Verfahren dargestellt bei welchem Tragmittel an der Kabinenseite vormontiert
werden, wenn sich die Kabine in einer unteren Montageposition befindet. Nachteilig
bei dieser Methode ist, dass die Tragmittel während des Hochziehens der Kabine zur
oberen Montageposition unter Spannung gehalten werden müssen, damit das Tragmittel
in einer durch die Umlenkung unterhalb der Kabine gegebenen Rille verbleibt. Dies
ist schwierig und fehleranfällig.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, das eingangs genannte Verfahren zur Montage eines
Tragmittels zu verbessern, derart, dass Tragmittel von Aufzugsanlagen mit unterschlungenen
Aufzugskabinen bei der ersten Montage oder im Zusammenhang mit Unterhaltsarbeiten
in einfacher, fehlertoleranter und effizienter Weise montiert werden können.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäss gemäss den Merkmalen des kennzeichnenden
Teils des unabhängigen Patentanspruch 1.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemässen Verfahrens sind durch die vom
Patentanspruch 1 abhängigen Patentansprüche definiert.
[0007] Während herkömmlicherweise für die Montage eines Tragmittels im Aufzugsschacht einer
Aufzugsanlage ein Hilfsgerüst mit Arbeitsplattformen in den verschiedenen erforderlichen
Höhen errichtet und anschliessend wieder entfernt werden muss, wird beim erfindungsgemässen
Verfahren eine einzige höhenverstellbare Arbeitsplattform benutzt, die an der Aufzugskabine
selbst gebildet ist, oder die Teil der Aufzugskabine ist. Hierbei ist es nicht notwendig,
dass die Aufzugskabine schon vollständig montiert ist. Es genügt, wenn die Aufzugskabine
in Strukturform vorhanden ist und mindestens eine Unterfläche oder einen unteren Strukturteil
mit den Kabinen-Umlenkrollen sowie eine Art Arbeitsplattform aufweist. Die Höhenverstellung
der so gebildeten Arbeitsplattform erfolgt vorzugsweise mit Hilfe eines Hilfshebezeuges,
das im Aufzugsschacht wirksam ist. Ein solches Hilfshebezeug kann bereits im Schacht
vorhanden sein, falls in einem vorhergehenden Schritt die Führungsschienen nach einem
Verfahren montiert wurden, wie es beispielsweise in der Parallelanmeldung
EP05106323.8 beschrieben ist.
[0008] Die Aufzugskabine wird temporär für die erforderlichen Montageschritte am Hilfshebezeug
angekoppelt und nach Beendigung der Montage, das heisst, wenn sie vom Tragmittel getragen
werden kann, vom Hilfshebezeug abgekoppelt. Als Tragmittel werden vorteilhafterweise
Tragriemen eingesetzt, die wesentlich leichter sind als Stahlseile, so dass das Hilfshebezeug
und dessen Montagestelle nicht zu stark beansprucht werden. Ausserdem sind die leichten
Tragriemen einfacher zu handhaben, so dass das Montagepersonal dank dem erfindungsgemässen
Verfahren im Idealfall auf nur eine Person reduziert werden kann. Dies ist dadurch
ermöglicht, dass der Entgleisungsschutz ein Entgleisen des Riemens während dem Hochziehen
der Aufzugskabine wirksam verhindert.
Eine mittels dieses Verfahrens montierte Aufzugsanlage und Tragmittel sind in kurzer
Zeit montiert und eine Montage kann einfach kontrolliert werden.
[0009] Die Erfindung wird im Folgenden an Hand von Beispielen und mit Bezug auf die schematischen
Zeichnungen ausführlich beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 die Aufzugsanlage im fertig montierten Zustand, in vereinfachter Darstellung,
von der Seite;
Fig. 2 die Aufzugsanlage in einem ersten Montage-Zwischenstand, in gleicher Darstellung
wie Fig. 1;
Fig. 3 die Aufzugsanlage in einem zweiten Montage-Zwischenstand, in gleicher Darstellung
wie die Fig. 1 und 2;
Fig. 4 die Aufzugsanlage in einem dritten Montage-Zwischenstand, in gleicher Darstellung
wie die Fig. 1 bis 3;
Fig. 5 die Aufzugsanlage in einem vierten Montage-Zwischenstand, in gleicher Darstellung
wie die Fig. 1 bis 4;
Fig. 6 eine Führung des Tragmittels im Bereich einer Kabinen-Umlenkrolle mit angebrachtem
Entgleisungsschutz;
Fig. 7 das als Tragriemen ausgebildete Tragmittel, im montierten Zustand, in einem
vereinfachten Schaubild;
Fig. 8 eine Anbindungsstelle für das aus zwei Tragriemen bestehende Tragmittel, mit
einer Spannvorrichtung, in einem Schaubild;
Fig. 9 einen Teil einer Treibscheibe mit zwei montierten, parallel verlaufenden Tragriemen
gemäss Erfindung, in einem Schaubild;
Fig. 10 einen Teil der Befestigungs-/Aufhängungsmittel, um gemäss Erfindung ein Gegengewicht
mit zwei parallel verlaufenden Tragriemen zu verbinden.
[0010] Gleiche und ähnliche bzw. gleich wirkende Bauteile sind in allen Figuren mit den
gleichen Bezugszeichen versehen.
[0011] Fig. 1 zeigt eine Aufzugsanlage 1. Die Aufzugsanlage 1 weist einen Aufzugsschacht
10 auf, der in dem gezeigten Beispiel von einem Boden 10.1 Seitenwänden 10.2, 10.3
und einer Decke 10.4 begrenzt ist. Im Aufzugsschacht 10 sind eine Traktionsscheibe
12, ein schematisch dargestelltes Hilfshebezeug 14 sowie eine erste Anbindungsstelle
16 und eine zweite Anbindungsstelle 18 für ein riemenförmiges Tragmittel 30 vorgesehen.
[0012] Die Traktionsscheibe 12 ist ortsfest und drehbar montiert und ist in herkömmlicher
Weise antreibbar. Sie ist vorzugsweise, als Treibzone, direkt in eine Welle einer
Antriebseinheit integriert.
[0013] Das Hilfshebezeug 14 ist im vorliegenden Beispiel an der Decke 10.4 des Aufzugsschachtes
10 befestigt. Das Hilfshebezeug 14 wird zum Tragen einer Aufzugskabine 20 dann benutzt,
wenn Montage- und ggfs. Unterhaltsarbeiten an der Aufzugsanlage 1 durchgeführt werden
und hierbei die Aufzugskabine 20 (noch) nicht vom Tragmittel 30 getragen wird. Das
Hilfshebezeug 14 kann ggfs. in rationeller Weise vorgängig zur Erleichterung der Montage
anderer Bestandteile (zum Beispiel von Führungsschienen) der Aufzugsanlage 1 eingesetzt
werden. Nach Beendigung der Montage kann das Hilfshebezeug 14 entfernt werden, es
kann aber auch, gewissermassen als redundantes Trag- und Antriebsmittel für Notfälle,
im Aufzugsschacht 10 belassen werden. Als Hilfshebezeug 14 wird vorzugsweise eine
im obersten Schachtbereich angebrachte flaschenzugartige Einrichtung verwendet. Es
wäre auch möglich, eine im untersten Schachtbereich angeordnete Fluid-Hebevorrichtung
(z.B. ein Hydrauliksystem) oder auch einen Baukran einzusetzen.
[0014] Die Aufzugsanlage 1 weist im Weiteren die schon erwähnte Aufzugskabine 20 auf. Die
Aufzugskabine 20 ist mindestens in Strukturform vorhanden. Die endgültige Fertigstellung
der Aufzugskabine 20 kann später erfolgen. Die Aufzugskabine 20 besitzt eine Bodenplatte
oder einen unteren Strukturteil mit einer Unterfläche 22, an der erste Kabinen-Umlenkrollen
24.1 und zweite Kabinen-Umlenkrollen 24.2 angeordnet sind, sowie eine Deckplatte (oder
einen oberen Strukturteil), die im vorliegenden Beispiel eine Art Arbeitsplattform
26 bildet. Die Arbeitsplattform 26 könnte auch durch die Bodenplatte der Aufzugskabine
20 gebildet sein, im Falle, dass die vorhandene Strukturform der Aufzugskabine 20
noch keine Seitenwände umfasst.
[0015] Die Aufzugskabine 20 ist an das Hilfshebezeug 14 ankoppelbar und durch dieses im
Aufzugsschacht 10 auf- und abwärts verschiebbar. In Fig. 1 ist die Aufzugskabine 20
in einem oberen Schachtbereich dargestellt.
[0016] Zur Aufzugsanlage 1 gehören ferner das weiter oben erwähnte Tragmittel 30, ein Gegengewicht
32 und Gegengewichts-Umlenkmittel 34. Das Tragmittel 30 wird durch einen oder mehrere
Tragriemen, die ebenfalls mit 30 bezeichnet sind, gebildet. Das Tragmittel bzw. jeder
Tragriemen 30 ist länglich und flexibel und besitzt ein erstes Ende 30.1, das im montierten
Zustand an der ersten Anbindungsstelle 16 angebracht ist, sowie ein zweites Ende 30.2,
das im montierten Zustand an der zweiten Anbindungsstelle 18 angebracht ist.
[0017] Das Tragmittel 30 läuft im montierten Zustand von der ersten Anbindungsstelle 16
entlang der Seitenwand 10.2 des Aufzugsschachtes 10 hinunter, wird durch die Kabinen-Umlenkrollen
24.1 umgelenkt und unter der Aufzugskabine 20 hindurchgeführt, nachher durch die Kabinen-Umlenkrollen
24.2 wieder umgelenkt und entlang der Seitenwand 10.3 des Aufzugsschachtes 20 nach
oben zur Traktionsscheibe 12 geführt. Von der Traktionsscheibe 12 läuft das Tragmittel
in einer Schlaufe 30.4 zur zweiten Anbindungsstelle 18. In der Schlaufe 30.4 befindet
sich das Gegengewichts-Umlenkmittel 34, an welchem das Gegengewicht 32 angebracht
ist.
[0018] Das Tragmittel 30 besteht im Wesentlichen aus einem oder mehreren Tragriemen, die
ebenfalls mit 30 bezeichnet sind. Jeder Tragriemen 30 besitzt zwei Riemenflächen.
Die Ausbildung der Anbindungsstellen 16, 18, der Kabinen-Umlenkrollen 24.1, 24.2,
der Traktionsscheibe 12 und der Gegengewicht-Umlenkmittel 34 entsprechen der Anzahl
der Tragriemen und ihrer Ausbildung.
[0019] Die eine Riemenfläche der Tragriemen 30 ist gemäss Fig. 8 vorzugsweise eine strukturierte
Riemenfläche 30.1, üblicherweise mit Rillen, die quer oder längs zur Bewegungsrichtung
des Tragriemens 30 verlaufen. Der Tragriemen 30 ist so angeordnet, dass seine strukturierte
Riemenfläche 30.1 bei den Umlenk-Rotationsvorrichtungen, das heisst bei den Kabinen-Umlenkrollen
24.1, 24.2 und bei der Treibaktionsscheibe 12 (und ggfs. beim Gegengewichts-Umlenkmittel
34) stets der jeweiligen Umlenk-Rotationsvorrichtung zugewandt ist und an ihr anliegt
bzw. mit ihr im Eingriff ist. Dies bedingt, dass der Tragriemen 30 zwischen zwei Umlenk-Rotationsvorrichtungen,
die bei einer Bewegung des Tragriemens 30 in entgegengesetztem Drehsinn rotieren,
um 180° um seine Längsmittelachse verdrillt wird, wie dies in Fig. 7 dargestellt ist.
Ein derartiger Riemen ist einfach montierbar da er leicht ist und die strukturierte
Riemenfläche 30.1 eine einfache Kontrolle einer Riemenausrichtung ermöglicht.
[0020] Die Aufzugsanlage 1 umfasst im Weiteren eine Spannvorrichtung 40 zum Spannen des
Tragmittels 30. Die Spannvorrichtung 40 ist im Bereich der ersten Anbindungsstelle
und/oder der zweiten Anbindungsstelle 18 vorgesehen. Fig. 8 zeigt ein Beispiel einer
Anbindungsstelle 16, 18 mit Spannvorrichtung 40 für und mit zwei Tragriemen 30. Das
Spannen erfolgt mit Hilfe einer Schraubenvorrichtung (z.B. mittels einer Gewindestange
und Gegenmutter) .
[0021] Fig. 9 zeigt einen Teil der Treibscheibe 12, die zum Antreiben von zwei Tragriemen
30 ausgebildet ist. Von diesen Tragmitteln 30 ist in Fig. 9 nur einer dargestellt.
Das Trum 30.5 des Tragriemens 30 verläuft von der Kabinen-Umlenkrolle 24.2 nach oben
zu der Treibscheibe 12 und dann von der Treibscheibe 12 als Trum 30.6 zu den Gegengewichts-Umlenkmitteln
34. Aus Fig. 9 ist ersichtlich, dass die strukturierte Riemenfläche 30.1 in Eingriff
mit der Treibscheibe 12 ist.
[0022] Im Folgenden werden die einzelnen Schritte des Montageverfahrens ausführlich beschrieben.
Die Reihenfolge einiger der Schritte ist nicht zwingend wie beschrieben, je nach Konstellation
können gewisse Montageschritte in anderer Abfolge oder gleichzeitig durchgeführt werden.
[0023] Zuerst wird die Aufzugskabine 20 in den Aufzugsschacht 10 gebracht oder dort montiert
und temporär am Hilfshebezeug 14 aufgehängt. Die Aufzugskabine 20 befindet sich für
die nachfolgenden Verfahrensschritte in einem unteren Schachtbereich, jedoch nicht
ganz unten, sondern in einer Höhenlage (Abstand A in Fig. 2), in welcher man den erforderlichen
Zugang zu den Kabinen-Umlenkrollen 24.1, 24.2 hat. Die Achsen der Kabinen-Umlenkrollen
24.1, 24.2 können hierbei beispielsweise etwa A=1700 mm über dem Boden 10.1 des Aufzugsschachtes
10 sein.
[0024] Als nächstes wird das Tragmittel 30 in den Aufzugsschacht 10 gebracht und auf der
Arbeitsplattform 26 der Aufzugskabine 20 oder in deren Bereich deponiert. Sodann wird
das Tragmittel 30 um die Kabinen-Umlenkrollen 24.1, 24.2 geführt. Man kann auch zuerst
die Tragmittel 30 um die Kabinen-Umlenkrollen 24.1, 24.2 führen und dann das Tragmittel
30 auf oder an der Aufzugskabine 20 deponieren. Provisorisch bleibt dann der restliche
Teil des Tragmittels 30, insbesondere mit dem ersten Ende 30.1 und dem zweiten Ende
30.2 an oder auf der Arbeitsplattform 26 oder von dieser aus erreichbar an der Aufzugskabine
20 deponiert. Der Montage-Zwischenstand nach Durchführung der bisher beschriebenen
Verfahrensschritte ist aus Fig. 2 ersichtlich.
[0025] Die bisher beschriebenen Verfahrensschritte werden für das ganze Tragmittel 30, das
heisst für jeden der Tragriemen, durchgeführt.
[0026] Ein Entgleisungsschutz 25, welcher ein Entgleisen des Tragmittels 30 bei Tragmittellose
verhindert, wird bei der Kabinen-Umlenkrolle 24.1, 24.2 wie in Fig. 6 am Beispiel
der Kabinen-Umlenkrolle 24.1 dargestellt angebracht. Der Entgleisungsschutz 25 ist
vorteilhafterweise stationär, das heisst an einem Gehäuse der Umlenkrolle angebracht.
Er weist eine seitliche Führung 25.1 auf, welche ein seitliches Verrutschen des Tragmittels
30 verhindert und er weist eine radiale Führung 25.2 auf, welche eine Tragmittellose
in radialer Richtung verhindert. Tragmittellose ergibt sich während der Installation
des Tragmittels 30 zwangsläufig, da das Tragmittel (noch) nicht gespannt ist. Tragmittellose
kann sich jedoch auch im Betrieb ergeben, wenn beispielsweise bei einem Auffahren
der Aufzugskabine 20 auf üblicherweise vorhandene Endauffahrpuffer eine kurzzeitige
Entlastung von Tragmitteln 30 erfolgt. In der Fig. 6 ist der Entgleisungsschutz 25
auf der rechten Seite in einer Montagestellung gezeigt und auf der linken Seite ist
die Endstellung 25a bei abgeschlossener Montage ersichtlich. Der Entgleisungsschutz
ist besonders einfach realisierbar, wenn Tragmittel mit längsgerillter Oberfläche
verwendet werden, welche mit der Umlenkrolle 24.1, 24.2 im Eingriff stehen. Der Entgleisungsschutz
verhindert hierbei lediglich eine Tragmittellose in radialer Richtung. Dadurch wird
ein seitliches Verschieben verhindert, da die Längsrillen des Riemens, welche mit
entsprechenden Gegenrillen der Umlenkrolle im Eingriff stehen dies verhindern.
[0027] Anschliessend wird die Aufzugskabine 20 gemäss Fig. 3 mittels des Hilfshebezeuges
14 in einen oberen Schachtbereich gebracht, jedoch nicht ganz nach oben, sondern in
eine Höhenlage, die es dem Montagepersonal erlaubt, auf der Arbeitsplattform 26 der
Aufzugskabine 20 tätig zu sein. Die Aufzugskabine 20 wird hierbei zum Beispiel in
eine Höhenlage gebracht, in der sich ihr Boden etwa 1050 mm unterhalb einer obersten
anfahrbaren Station befindet (Abstand B in Fig. 3). Dann wird das erste Ende 30.1
des Tragmittels 30 an der ersten Anbindungsstelle 16 angebracht. Eine Festlegung der
erwähnten Abstände A, bzw. B erfolgt unter Berücksichtigung der tatsächlichen Ausführung
und Abmessungen einer Aufzugsanlage 1. Die im Zusammenhang mit der vorliegenden Patentanmendlung
gemachten Angaben sind Beispiele einer konkreten Ausführungsform.
[0028] Hierauf wird gemäss Fig. 4 das zweite Ende 30.2 festgehalten, ein Teil des Tragmittels
30, der zwischen der Kabinen-Umlenkrolle 24.2 und dem zweiten Ende 30.2 des Tragmittels
30 liegt, wird vorteilhafterweise in einer Schlaufe 30.3 in den Aufzugsschacht 10
herabgelassen - da sich bei diesem Vorgehen eine ungewollte Verdrillung des Tragmittels
leichter feststellen lässt - und anschliessend wird das zweite Ende 30.2 um die Traktionsscheibe
12 geführt. Das Tragmittel 30 bzw. die Tragriemen 30 werden hierbei zwischen den Kabinen-Umlenkrollen
24.2 und der Traktionsscheibe 12 vorzugsweise gezielt um 180° verdrillt. Das zweite
Ende 30.2 des Tragmittels 30 kann behelfsmässig an der zweiten Anschlussstelle 18
oder an der Kabine 20 fixiert werden.
[0029] Das derart montierte Tragmittel kann einfach von einer Person montiert werden.
[0030] Nun wird, von der Aufzugskabine 20 aus gesehen, jenseits der Traktionsscheibe 12,
eine zweite Schlaufe 30.4 in den unteren Schachtbereich des Aufzugsschachtes 10 heruntergelassen,
und zwar so, dass ihr der Seitenwand 10.3 des Aufzugsschachtes 10 näheres Trum 30.6
und 30.7 (siehe auch Fig. 9 und Fig. 10) innerhalb von allfälligen Montagestrukturen
dieser Seitenwand 10 geführt ist. Diese Schlaufe 30.4 ist zwischen der Treibscheibe
12 und dem zweiten Ende 30.2 des Tragmittels 30 gebildet, wie in Fig. 5 gezeigt. Montagestrukturen
der Seitenwand 10 sind beispielsweise Bügel, welche um das Gegengewicht 32 geführt
sind um eine Befestigung einer Kabinenführung zu ermöglichen.
[0031] Mit dem Herunterlassen der zweiten Schlaufe 30.4 wird naturgemäss die erste Schlaufe
30.3 hochgezogen.
[0032] Vorteilhafterweise wird - wie vorgängig bei der Montage des Tragmittels 30 bei der
Kabinen-Umlenkrolle 24.1, 24.2 erläutert - im Bereich der Tragmittelumlenkung bei
der Treibscheibe 12, ein Entgleisungsschutz angebracht. Dieser Entgleisungsschutz
(nicht dargestellt) verhindert im Falle einer Tragmittellose ein Entgleisen des Tragmittels
30. Eine Führungsfunktion des Tragmittels 30 wird im normalen Betrieb der Aufzugsanlage
1 von der strukturierten Riemenfläche 30.1, welche im Eingriff mit der Treibscheibe
12 oder einer Treibzone steht, übernommen. Tritt, beispielsweise wegen einem Springen
des Gegengewichtes 32 oder der Aufzugskabine 20, Tragmittellose auf, so steht die
strukturierte Riemenfläche 30.1 kurzzeitig nicht mehr im Eingriff mit der Treibscheibe
12. In diesem Zeitpunkt verhindert der Entgleisungsschutz ein Verschieben des Tragmittels
30. Besonders vorteilhaft ist, wenn dieser Entgleisungsschutz, wie am Beispiel der
Kabinen-Umlenkrollen 24.1 in der Fig. 6 dargestellt, stationär angebracht ist. Die
Treibscheibe 12, oder eine Umlenkrolle, kann mit geringen Abmessungen ausgeführt sein
falls ein solcher Entgleisschutz zum Einsatz kommt. Eine Treibscheibe kann dann zum
Beispiel ohne vorstehende Schultern direkt in eine Welle oder Walze integriert sein.
[0033] Die Aufzugskabine 20 wird nun vorzugsweise im oberen Schachtbereich belassen, während
im unteren Schachtbereich das Gegengewichts-Umlenkmittel 34 in die zweite Schlaufe
30.4 installiert und das Gegengewicht 32 angehängt wird. Da die Aufzugskabine 20 sich
im oberen Schachtbereich befindet, hängt die Schlaufe 30.4 mit dem Gegengewicht 32
und dem Gegengewichts-Umlenkmittel 34 in den unteren Schachtbereich. Dieser Montage-Zwischenstand
ist aus Fig. 5 ersichtlich. Vorzugsweise im selben Arbeitsschritt wird ein allfälliger
Entgleisungsschutz am Gegengewicht-Umlenkmittel 34 angebracht.
[0034] Beim Herablassen der Schlaufe 30.4 in den Aufzugsschacht 10 kann man temporär am
Tragmittel 30 ein kleines Gewicht befestigen, um sicher zu stellen, dass das Tragmittel
30 weit genug in den Aufzugsschacht 10 herab hängt. Dieser Schritt ist optional.
[0035] Als nächstes erfolgt das Anbringen des zweiten Endes 30.2 des Tragmittels 30 an der
zweiten, im oberen Schachtbereich befindlichen Anbindungsstelle 18 und das Spannen
des Tragmittels 30.
Die Anbindungsstellen 16, 18 leiten eine Tragkraft der Tragmittel (30) in ein umgebendes
Gebäude ein. Die Anbindungsstelle 16, 18 ist beispielsweise an einer Wand des Aufzugsschachtes
befestigt oder sie sind an Führungsschienen angeordnet oder sie sind mit Strukturen
eines Antriebes verbunden.
[0036] Nach diesem Schritt wird die Aufzugskabine 20 vom Tragmittel 30 getragen und kann
daher vom Hilfshebezeug 14 abgekoppelt werden. Der jetzt erreichte finale MontageZustand
entspricht dem in Fig. 1 dargestellten Zustand.
[0037] Fig. 10 zeigt das durch zwei Tragriemen 30 gebildete Tragmittel im Bereich der Schlaufen
30.4, die zur Aufnahme des Gegengewichts-Umlenkmittels 34 bestimmt sind. In Fig. 10
befindet sich dieses Gegengewichts-Umlenkmittel 34 noch nicht innerhalb der Schlaufen
30.4. Es wird vor der Anbringung am Gegengewicht 32, siehe Fig. 10, in die Schlaufen
30.4 eingeführt.
[0038] Das neue Verfahren vereinfacht die Montage wesentlich, weil die Aufzugskabine 20
selbst als Arbeitsplattform benutzt wird, so dass temporär einzubauende Arbeitsplattformen
oder Gerüste nicht notwendig sind. Hierbei sind allerdings die notwendigen Sicherheitsmassnahmen
zu treffen, dass heisst es ist im Bereich der höhenverstellbaren Arbeitsplattform
26 Geländer bzw. eine Absturzsicherungen vorzusehen. Das neue Verfahren wird insbesondere
dadurch ermöglicht, dass als Tragmittel 30 Tragriemen benutzt werden, die wesentlich
leichter und dadurch auch einfacher zu handhaben sind als Stahlseile, wobei zur Montage
der Tragriemen nur eine Person benötigt wird.
Eine derart montierte Aufzugsanlage kann im Weiteren einfach kontrolliert werden.
Ein Tragmittel in der Form eines Tragriemens ist leicht, eine Anordnung im Schacht
kann einfach kontrolliert werden, so dass beispielsweise ein Überschlagen von Tragriemen
leicht festgestellt und somit vermieden werden kann. Dies ermöglicht im Gesamten eine
Montage der Aufzugsanlage in kurzer Zeit und ohne aufwändige Hilfsbauten im Aufzugsschacht
oder im Gebäude.
1. Verfahren zum Montieren eines Tragriemens (30) in einer Aufzugsanlage (1), wobei Montageschritte
in mehreren Schachtbereichen von einer Arbeitsplattform (26) aus durchgeführt werden,
wobei
- Kabinen-Umlenkrollen (24.1, 24.2) mit der Arbeitsplattform (26) in einem unteren
Schachtbereich bereitgestellt, und der Tragriemen (30) um die Kabinen-Umlenkrollen
(24.1, 24.2) geführt und im Bereich der Arbeitsplattform (26) deponiert wird,
- der Tragriemen (30) mit einem ersten Ende (30.1) an einer ersten Anbindungsstelle
(16) befestigt, mit einem zweiten Ende (30.2) um eine Traktionsscheibe (12) geführt,
als eine Schlaufe (30.4) in den unteren Schachtbereich gelassen und dort mit einem
Gegengewichts-Umlenkmittel (34) mit einem Gegengewicht (32) verbunden, mit dem zweiten
Ende (30.2) an einer zweiten Anbindungsstelle (18) angebracht wird,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Entgleisschutz (25) im Bereich der Kabinen-Umlenkrolle (24) montiert wird, dieser
Entgleisungsschutzes (25) den Tragriemen (30) sowohl in radialer Richtung wie auch
in seitlicher Richtung vor einem Entgleisen bewahrt und der Entgleisschutz (25) angebracht
wird wenn sich die Arbeitsplattform (26) zum Zwecke der Tragriemen-Installation im
unteren Schachtbereich befindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsplattform (26) mindestens eine Struktur einer Aufzugskabine (20) umfasst
und die Kabinen-Umlenkrolle(24) im unteren Bereich der Aufzugskabine (20) angeordnet
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Fläche des Tragriemens (30) als Rillenfläche (30.1) mit quer oder längs zur
Bewegungsrichtung verlaufenden Rillen ausgebildet ist, und der Tragriemen (30) zwischen
der Traktionsscheibe (12) und der benachbarten Kabinen-Umlenkrolle (24) um seine Längsmittelachse
so verdrillt wird, dass die Rillenfläche (30.1) sowohl mit der Traktionsscheibe (12)
als auch mit der Kabinen-Umlenkrolle (24) in Eingriff kommt.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein weiterer Entgleisschutz (25) im Bereich des Gegengewichts-Umlenkmittels (34)
und / oder der Treibscheibe (12) montiert wird und dass mittels des Entgleisungsschutzes
(25) der Tragriemen (30) sowohl in radialer Richtung wie auch in seitlicher Richtung
vor einem Entgleisen bewahrt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Entgleisungsschutz (25) stationär an der Aufzugskabine (20) und / oder dem Gegengewichts-Umlenkmittels
(34) und / oder der Treibscheibe (12) angeordnet wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsplattform (26) zum Verfahren im Schacht an einem Hilfshebezeug (14) angekoppelt
wird, die Arbeitsplattform (26), nach Deponierung der Tragriemen (30) im Bereich der
Arbeitsplattform (26), mittels des Hilfshebezeuges (14) in einen oberen Schachtbereich
gebracht wird und nach dem Montieren des Tragmittels (30) die Arbeitsplattform (26)
vom Hilfshebezeug (14) abgekoppelt und somit vom Tragriemen (30) getragen wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Traktionsscheibe (12), und die Anbindungsstellen (16, 18) und vorzugsweise das
Hilfshebezeug (14) im oberen Schachtbereich angeordnet sind und der Tragriemen (30)
mittels der ersten Anbindungsstelle (16) und / oder mittels der zweiten Anbindungsstelle
(18) gespannt wird.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass weitere Tragriemen (30), die im montierten Zustand im Wesentlichen parallel verlaufen
miteinander montiert werden.