Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft einen Common-Rail-Injektor zur Einspritzung von Kraftstoff
in einem Common-Rail-Einspritzsystem einer Brennkraftmaschine, der ein Injektorgehäuse
mit einem Kraftstoffzulauf aufweist, der mit einem zentralen Kraftstoffhochdruckspeicher
außerhalb des Injektorgehäuses und mit einem Druckraum innerhalb des Injektorgehäuses
in Verbindung steht, aus dem mit Hochdruck beaufschlagter Kraftstoff in Abhängigkeit
von der Stellung eines Steuerventils eingespritzt wird, das dafür sorgt, dass eine
in einer Längsbohrung des Injektors axial gegen die Vorspannkraft einer Düsenfeder,
die in einem Düsenfederraum aufgenommen ist, hin und her bewegbare Düsennadel von
einem Sitz abhebt, wenn der Druck in dem Druckraum größer als der Druck in einem Steuerraum
ist, der über eine Zulaufdrossel mit dem Kraftstoffzulauf verbunden ist.
[0002] In Common-Rail-Einspritzsystemen fördert eine Hochdruckpumpe den Kraftstoff in den
zentralen Hochdruckspeicher, der als Common-Rail bezeichnet wird. Von dem Hochdruckspeicher
führen Hochdruckleitungen zu den einzelnen Injektoren, die den Motorzylindern zugeordnet
sind. Die Injektoren werden einzeln von der Motorelektronik angesteuert. Der Raildruck
steht in dem Druckraum und an dem Steuerventil an. Wenn das Steuerventil öffnet, gelangt
mit Hochdruck beaufschlagter Kraftstoff an der gegen die Vorspannkraft der Düsenfeder
abgehobenen Düsennadel vorbei in den Verbrennungsraum.
[0003] Bei herkömmlichen Injektoren, wie sie beispielsweise aus der
DE 197 24 637 A1 oder der
DE 197 32 802 A1 bekannt sind, kommen relativ lange Düsennadeln zum Einsatz. Im Betrieb wirken auf
die Düsennadel infolge der hohen Drücke und der schnellen Lastwechsel sehr große Kräfte.
Diese Kräfte führen dazu, dass die Düsennadel in Längsrichtung gedehnt und gestaucht
wird. Das wiederum hat zur Folge, dass der Düsennadelhub in Abhängigkeit von der auf
die Düsennadel wirkenden Kräfte variiert.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Common-Rail-Injektor mit einem kleinen Bauvolumen
bereitzustellen, der einfach aufgebaut und kostengünstig herstellbar ist. Insbesondere
soll auch bei einer hohen Düsennadelgeschwindigkeit ein gutes Schließverhalten gewährleistet
sein.
Offenbarung der Erfindung
[0005] Die Aufgabe ist bei einem Common-Rail-Injektor zur Einspritzung von Kraftstoff in
einem Common-Rail-Einspritzsystem einer Brennkraftmaschine, der ein Injektorgehäuse
mit einem Kraftstoffzulauf aufweist, der mit einem zentralen Kraftstoffhochdruckspeicher
außerhalb des Injektorgehäuses und mit einem Druckraum innerhalb des Injektorgehäuses
in Verbindung steht, aus dem mit Hochdruck beaufschlagter Kraftstoff in Abhängigkeit
von der Stellung eines Steuerventils eingespritzt wird, das dafür sorgt, dass eine
in einer Längsbohrung des Injektors axial gegen die Vorspannkraft einer Düsenfeder,
die in einem Düsenfederraum aufgenommen ist, hin und her bewegbare Düsennadel von
einem Sitz abhebt, wenn der Druck in dem Druckraum größer als der Druck in einem Steuerraum
ist, der über eine Zulaufdrossel mit dem Kraftstoffzulauf verbunden ist, dadurch gelöst,
dass der Steuerraum von einer Hülse begrenzt ist, die unter Dichtwirkung an dem brennraumfernen
Ende der Düsennadel verschiebbar ist und mit Hilfe der Düsenfeder in Anlage an das
Injektorgehäuse gehalten wird. Die Hülse liefert den Vorteil, dass der Steuerraum
und der Düsenfederraum am brennraumfernen Ende der Düsennadel kombiniert werden können,
ohne dass das Volumen des Steuerraums von dem Bauraum der Düsenfeder abhängt. Deshalb
ist es möglich, eine Düsenfeder mit einer hohen Federsteifigkeit einzubauen, die ein
gutes Schließen der Düsennadel gewährleistet. Dadurch können die Einspritzzeit und
der Einspritzzeitpunkt exakt festgelegt werden. Außerdem kann der Steuerraum sehr
klein ausgeführt werden, was zu einem schnellen Ansprechverhalten des erfindungsgemäßen
Injektors führt. Weiterhin besteht ein Zusammenhang zwischen der maximal erreichbaren
Düsennadelgeschwindigkeit und dem Düsennadeldurchmesser. Um zu höheren Düsennadelgeschwindigkeiten
zu kommen, was besonders beim Nadelschließen wichtig ist, muss der Düsennadeldurchmesser
reduziert werden. Für eine Schließgeschwindigkeit von 1 m/sec ist bei einer akzeptablen
Steuermenge ein Nadeldurchmesser von unter 3,5 mm nötig. Das ist technisch sehr aufwendig
und daher teuer. Gemäß der vorliegenden Erfindung kann der Düsennadeldurchmesser frei
gewählt werden und ist nicht abhängig von den Abmessungen der Düsenfeder. Im Vergleich
zu herkömmlichen Düsennadeln kann die Länge erheblich reduziert werden, was zu einem
exakten Hubanschlag beiträgt.
[0006] Eine besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass an der
Fläche der Hülse, die sich in Anlage an dem Injektorgehäuse befindet, eine Beißkante
ausgebildet ist. Dadurch wird erreicht, dass der im Inneren der Hülse ausgebildete
Steuerraum von dem die Hülse umgebenden Düsenfederraum getrennt bleibt.
[0007] Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
der Innendurchmesser der Hülse kleiner als oder gleich einem Führungsdurchmesser an
der Düsennadel ist. Je kleiner das Steuerraumvolumen gewählt werden kann, desto reaktionsfreudiger
ist der Injektor. Gemäß der vorliegenden Erfindung können der Innendurchmesser der
Hülse und der entsprechende Außendurchmesser an der Düsennadel viel kleiner ausgeführt
werden als bei herkömmlichen Injektoren.
[0008] Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
die Düsennadel zwischen dem Düsenfederraum und dem Druckraum geführt ist. Das liefert
den Vorteil, dass der Düsennadelführung keine Dichtfunktion mehr zukommt. Damit werden
die Anforderungen an die Qualität der Führung geringer, was zu Einsparungen in der
Fertigung führt. Weil auf beiden Seiten der Führung der gleiche Druck herrscht, tritt
keine Führungsleckage mehr auf.
[0009] Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
der Düsenfederraum über eine Bohrung mit dem Druckraum in Verbindung steht. Dadurch
kann der komplette Umfang der Düsennadel zu Führungszwecken benutzt werden.
[0010] Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
an der Düsennadel zwischen dem Düsenfederraum und dem Druckraum mindestens eine ebene
Fläche ausgebildet ist, an der vorbei Kraftstoff von dem Düsenfederraum in den Druckraum
gelangen kann. Diese Ausführungsart bietet insbesondere in Bezug auf die Hochdruckfestigkeit
Vorteile.
[0011] Weitere besondere Ausführungsarten der Erfindung sind dadurch gekennzeichnet, dass
die Zulaufdrossel in die Düsennadel, die Hülse oder das Injektorgehäuse integriert
ist. Die Zulaufdrossel dient dazu, Druckstöße im Betrieb zu verhindern.
[0012] Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
die Hülse an ihrem brennraumfernen Ende einen Bund aufweist. Der Bund bildet ein erstes
Widerlager für die Düsenfeder.
[0013] Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
an der Düsennadel eine Stufe ausgebildet ist, die einen Anschlag für einen Federteller
bildet. Der Federteller bildet ein zweites Widerlager für die Düsenfeder.
[0014] Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
in der Düsennadel eine Umfangsnut ausgespart ist, in der sich ein Haltering abstützt,
der einen Anschlag für einen Federteller bildet. Bei dieser Ausführungsart können
der Außendurchmesser der Düsennadel im Steuerraum und der Führungsdurchmesser der
Düsennadel zwischen dem Düsenfederraum und dem Druckraum gleich groß sein. Das ist
bei der Fertigung, z.B. durch Läppen, von Vorteil.
[0015] Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
der Haltering zweiteilig ist und in zusammengebautem Zustand durch den Federteller
fixiert wird. Dadurch wird in einfacher Art und Weise ein Lösen des Federtellers im
Betrieb verhindert.
[0016] Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
der Düsennadelhub durch den Abstand zwischen der Hülse und dem Federteller definiert
ist. Dieser rein mechanische Düsennadelhubendanschlag liefert den Vorteil, dass der
Düsennadelhub exakt reproduzierbar ist. Dadurch kann der Einspritzverlauf zuverlässig
geformt werden. Ein sogenanntes hydraulisches Kleben wird vermieden.
[0017] Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
der Düsennadelhub und die Düsenfedervorspannung mit Hilfe von Distanzelementen einstellbar
sind, die zwischen dem Federteller und dem Anschlag für den Federteller bzw. zwischen
der Düsenfeder und den Widerlagern für die Düsenfeder angeordnet sind. Dadurch kann
das Schließverhalten des Injektors verbessert werden.
[0018] Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
der Düsennadelhub durch den Abstand zwischen der brennraumfernen Stirnfläche der Düsennadel
und dem Injektorgehäuse definiert ist. Diese Ausführungsart hat den Vorteil, dass
sie fertigungstechnisch besonders einfach zu realisieren ist.
[0019] Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
in der brennraumfernen Stirnfläche der Düsennadel und/oder in der gegenüberliegenden
Fläche des Injektorgehäuses Ausnehmungen vorgesehen sind, deren Abmessungen an das
Volumen des Steuerraums angepasst sind. Um im Betrieb des Injektors ein möglichst
lineares Mengenkennfeld zu erzielen, ist es sinnvoll, den Düsennadelhubanschlag nicht
rein hydraulisch auszuführen. Bei einem rein hydraulischen Düsennadelhubanschlag kann
es vorkommen, dass die Düsennadel in der geöffneten Stellung auf einem Druckpolster
"schwebt". Das kann zu Schwingungen der Düsennadel führen. Die Schwingungen wiederum
ergeben nichtlineare Mengenkennfelder. Da es sich hierbei um eine dynamische Bewegung
handelt, ergibt sich eine größere Toleranzabhängigkeit. Die Schwingungen der Düsennadel
können abhängen von der Zulauf- und der Ablaufdrossel, der Reibung der Düsennadelführung,
dem Steuerraumvolumen usw.. Bei einem rein mechanischen Anschlag wird eine Schwingung
der Düsennadel zwar vermieden, allerdings ist dafür eine etwas größere Steuermenge
erforderlich. Das wirkt sich ungünstig auf den Wirkungsgrad des Injektors aus. Durch
die Ausnehmungen, die z.B. die Form von Kreuzschlitzen haben können, wird ein " "halbhydraulischer"
Anschlag geschaffen. Der beim Anschlag verbleibende Durchflussquerschnitt wird gerade
so groß gewählt, dass eine Schwingung der Düsennadel zwar vermieden, die Steuermenge
beim Endanschlag jedoch so weit wie möglich abgesenkt wird. Hierbei ist von Vorteil,
dass der erfindungsgemäße Injektor keine Leckage hat, d.h. ohne Ansteuerung des Injektors
wird keine Rücklaufmenge erzeugt.
[0020] Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
in der brennraumfernen Stirnfläche der Düsennadel mindestens eine axiale Bohrung vorgesehen
ist, die mit mindestens einer radialen Bohrung in der Düsennadel in Verbindung steht.
Diese Ausführungsart hat den Vorteil, dass sie unempfindlich gegen mechanisches Einlaufen
ist, d.h. der Durchflussquerschnitt verändert sich über die Lebensdauer nicht.
[0021] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung verschiedene Ausführungsbeispiele
der Erfindung im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können die in den Ansprüchen und
in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger
Kombination erfindungswesentlich sein.
Zeichnung
[0022] In der Zeichnung zeigen:
Figur 1 ein erstes Ausführungsbeispiel im Längsschnitt durch den Injektor mit einer
Bohrung zwischen dem Düsenfederraum und dem Druckraum;
Figur 2 ein zweites Ausführungsbeispiel im Längsschnitt durch den Injektor mit einer
Abflachung an der Düsennadel zwischen dem Düsenfederraum und dem Druckraum;
Figur 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel im Längsschnitt durch den Injektor, wobei
die Zulaufdrossel in die Düsennadel oder in das Injektorgehäuse integriert ist;
Figur 4 ein weiteres Ausführungsbeispiel im Längsschnitt durch den Injektor, wobei
der Führungsdurchmesser gleich dem Steuerdurchmesser ist;
Figur 5 eine Variante des in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiels mit einem zweiteiligen
Haltering;
Figur 6 die Ansicht eines Schnitts entlang der Linie VI-VI in Fig. 5;
Figur 7 ein weiteres Ausführungsbeispiel im Längsschnitt durch den Injektor mit Distanzelementen
zur Einstellung des Düsennadelhubs und der Düsenfedervorspannkraft;
Figur 8 ein weiteres Ausführungsbeispiel im Längsschnitt durch den Injektor mit Kreuznuten
in der brennraumfernen Stirnfläche der Düsennadel;
Figur 9 die brennraumferne Stirnfläche der Düsennadel aus Fig. 8 in der Draufsicht;
Fig. 10 ein weiteres Ausführungsbeispiel im Längsschnitt durch den Injektor mit Bohrungen
in der brennraumfernen Stirnfläche; und
Fig. 11 ein weiteres Ausführungsbeispiel im Längsschnitt durch den Injektor mit einer
Nut in dem Injektorgehäuse.
[0024] Das in Fig. 1 im Längsschnitt dargestellte erste Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Injektors weist ein insgesamt mit 1 bezeichnetes Injektorgehäuse auf. Das Injektorgehäuse
1 umfasst einen Düsenkörper 2, der mit seinem unteren freien Ende in den Brennraum
der zu versorgenden Brennkraftmaschine ragt. Mit seiner oberen, brennraumfernen Stirnfläche
ist der Düsenkörper 2 mittels einer Spannmutter 5 axial gegen einen Ventilkörper 3
und einen Injektorkörper 4 verspannt.
[0025] In dem Düsenkörper 2 ist eine axiale Führungsbohrung 6 ausgespart. In der Führungsbohrung
6 ist eine Düsennadel 8 axial verschiebbar geführt. An der Spitze 9 der Düsennadel
8 ist eine Dichtfläche ausgebildet, die mit einem Dichtsitz zusammenwirkt, der an
dem Düsenkörper 2 ausgebildet ist. Wenn sich die Spitze 9 der Düsennadel 8 mit ihrer
Dichtfläche in Anlage an dem Dichtsitz befindet, sind zwei Spritzlöcher 10 und 11
in dem Düsenkörper 2 verschlossen. Wenn die Düsennadelspitze 9 von ihrem Sitz abhebt,
wird mit Hochdruck beaufschlagter Kraftstoff durch die Spritzlöcher 10 und 11 in den
Brennraum der Brennkraftmaschine eingespritzt.
[0026] Ausgehend von der Spitze 9 weist die Düsennadel 8 drei Bereiche mit unterschiedlichen
Durchmessern d1, d2 und d3 auf. Der Durchmesser d2 ist am größten und dient zur Führung
der Düsennadel 8 in dem Düsenkörper 2. Der Durchmesser d1 ist am kleinsten. In dem
Abschnitt mit dem
[0027] Durchmesser d1 ist ein Bund 16 mit einer Abflachung 17 an seiner äußeren Umfangsfläche
ausgebildet. Der Bund 16 bildet eine zweite Führung für die Düsennadel 1. Durch die
Abflachung 17 in dem Bund 16 wird eine Strömungsverbindung in Längsrichtung der Düsennadel
1 von der einen Seite des Bundes 16 zur anderen Seite ermöglicht. Der Durchmesser
d3 ist größer als der Durchmesser dl, aber kleiner als der Durchmesser d2. Der Durchmesser
d3 wird auch als Steuerdurchmesser bezeichnet.
[0028] Die Düsennadel 8 ist mit Hilfe einer Düsenfeder 19 gegen den Düsennadelsitz im Bereich
der Spritzlöcher 10 und 11 vorgespannt. Die Düsenfeder 19 ist in einem Düsenfederraum
20 angeordnet, in den ein Kraftstoffzulauf 21 mündet. Durch einen Pfeil 22 ist angedeutet,
dass der Kraftstoffzulauf 21 aus einem (nicht dargestellten) Rail mit Kraftstoff versorgt
wird, der mit Hochdruck beaufschlagt ist. Über eine Bohrung 23 gelangt der mit Hochdruck
beaufschlagte Kraftstoff aus dem Düsenfederraum 20 in einen Druckraum 24. Der Druckraum
24 steht über einen Ringraum 25 mit den Spritzlöchern 10 und 11 in Verbindung, wenn
die Düsennadel 1 entgegen der Vorspannkraft der Düsenfeder 19 von ihrem Sitz abgehoben
ist.
[0029] Infolge des Größenunterschiedes zwischen dem Durchmesser d2 und dem Durchmesser d3
ergibt sich an der Düsennadel 8 eine Stufe, die einen Anschlag für einen Federteller
26 bildet. Über den Federteller 26 wird die Vorspannkraft der Düsenfeder 19 auf die
Düsennadel 8 übertragen. Das andere Ende der Düsenfeder 19 stützt sich an einem Bund
27 ab, der an einer Hülse 28 ausgebildet ist. Der Innendurchmesser der Hülse 28 ist
geringfügig größer als der Steuerdurchmesser d3 der Düsennadel B. Die Abmessungen
der Durchmesser sind so gewählt, dass die Hülse 28 relativ zu der Düsennadel 8 unter
Dichtwirkung verschiebbar ist. Infolge der Vorspannkraft der Düsenfeder 19 wird die
Hülse 28 mit einer Beißkante 29 gegen den Ventilkörper 3 gedrückt. Dadurch wird ein
im Inneren der Hülse 28 vorgesehener Steuerraum 30, der durch die brennraumferne Stirnfläche
der Düsennadel 8 begrenzt ist, gegenüber dem Düsenfederraum 20 abgedichtet.
[0030] Der Steuerraum 30 ist über eine Zulaufdrossel 31 mit dem Düsenfederraum 20 verbunden.
Außerdem steht der Steuerraum 30 über eine Ablaufdrossel 32 mit einem (nicht dargestellten)
Entlastungsraum in Verbindung. Die Verbindung des Steuerraums 30 mit dem Entlastungsraum
hängt von der Stellung eines Steuerventilgliedes 33 ab.
[0031] Der in Fig. 1 dargestellte Injektor funktioniert wie folgt:
[0032] Über den Kraftstoffzulauf 21 gelangt mit Hochdruck beaufschlagter Kraftstoff in den
Düsenfederraum 20. Von dort gelangt der mit Hochdruck beaufschlagte Kraftstoff einerseits
über die Zulaufdrossel 31 in den Steuerraum 30 und andererseits über die Bohrung 23
in den Druckraum 24. Die Durchmesserverhältnisse sind in bekannter Weise so gewählt,
dass sich die Düsennadel 8 infolge des Hochdruckes in dem Steuerraum 30 mit ihrer
Spitze 9 in Anlage an dem Düsennadelsitz befindet. Wenn das Steuerventilglied 33 öffnet,
wird der Steuerraum 30 druckentlastet, und die Düsennadelspitze 9 hebt von ihrem Sitz
ab. Dann wird so lange mit Hochdruck beaufschlagter Kraftstoff durch die Spritzlöcher
10 und 11 in den Brennraum der Brennkraftmaschine eingespritzt, bis das Steuerventilglied
33 wieder schließt. Das hat dann zur Folge, dass der Druck in dem Steuerraum 30 wieder
ansteigt und die Düsennadel 8 mit ihrer Spitze 9 wieder gegen den zugehörigen Düsennadelsitz
gedrückt wird.
[0033] Das in Fig. 2 dargestellte zweite Ausführungsbeispiel entspricht weitestgehend dem
in Fig. 1 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung. Der Einfachheit
halber werden zur Bezeichnung gleicher Teile dieselben Bezugszeichen verwendet. Außerdem
wird, um Wiederholungen zu vermeiden, auf die vorstehende Beschreibung des ersten
Ausführungsbeispiels verwiesen. Im Folgenden wird nur auf die Unterschiede zwischen
den beiden Ausführungsbeispielen eingegangen. Bei der ausführlichen Beschreibung der
in den Fig. 3 - 11 dargestellten Ausführungsbeispiele wird analog vorgegangen.
[0034] Bei dem in Fig. 2 dargestellten zweiten Ausführungsbeispiel fehlt eine Verbindungsbohrung
zwischen dem Düsenfederraum 20 und dem Druckraum 24. Stattdessen ist in dem Abschnitt
der Düsennadel 8 mit dem Durchmesser d2 eine Abflachung 36 ausgebildet. Die Abflachung
36 sorgt für eine Verbindung zwischen dem Düsenfederraum 20 und dem Druckraum 24.
Ansonsten gibt es keine Unterschiede zwischen den beiden Ausführungsbeispielen.
[0035] Das in Fig. 3 dargestellte dritte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem
zweiten Ausführungsbeispiel dadurch, dass die Zulaufdrossel nicht in der Hülse 28
angeordnet ist. Bei 38 ist in Fig. 3 angedeutet, dass die Zulaufdrossel in Form von
Bohrungen unterschiedlicher Ausrichtungen und unterschiedlicher Abmessungen in die
Düsennadel 8 integriert sein kann. Bei 39 ist angedeutet, dass die Zulaufdrossel auch
in dem Ventilkörper 3 integriert sein kann.
[0036] Bei dem in Fig. 4 dargestellten vierten Ausführungsbeispiel stützt sich der Federteller
26 nicht direkt auf der Düsennadel 8 ab, sondern nur indirekt über einen federnden
Haltering 42 mit einem rechteckförmigen Querschnitt. Um ein Einsetzen des Halterings
42 in eine in der Düsennadel 8 ausgebildete Umfangsnut zu ermöglichen, ist der Haltering
42 geschlitzt ausgebildet.
[0037] In den Fig. 5 und 6 ist dargestellt, dass statt eines einteiligen, aufklipsbaren
Halterings auch ein zweiteiliger Haltering 46 verwendet werden kann. Der Haltering
46 besteht aus zwei Ringhälften, die in die zugehörige Nut in der Düsennadel 8 gelegt
und mit Hilfe des Federtellers 26 fixiert werden.
[0038] Bei dem in Fig. 7 dargestellten Ausführungsbeispiel wird der Hub nicht, wie bei dem
in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel, durch den Abstand H1 der brennraumfernen
Stirnfläche der Düsennadel 8 und der gegenüberliegenden Fläche des Ventilkörpers 3
begrenzt, sondern durch den Abstand H2 zwischen der Hülse 28 und dem Federteller 26.
In Fig. 7 ist außerdem zu sehen, dass der Hub H2 durch eine Distanzscheibe 51 eingestellt
werden kann. Die Distanzscheibe 51 ist zu diesem Zweck zwischen dem Absatz, der sich
durch die Durchmesserdifferenz zwischen d2 und d3 ergibt, und dem Federteller 26 angeordnet.
Darüber hinaus kann die Federvorspannkraft der Düsenfeder 19 mit Hilfe einer Distanzscheibe
50 eingestellt werden. Zu diesem Zweck ist die Distanzscheibe 50 zwischen der Düsenfeder
19 und dem Bund 27 der Hülse 28 angeordnet. Durch diese Einstellmöglichkeiten kann
ein hydraulisches Kleben bzw. eine vollständige Druckbeaufschlagung der Düsennadel
8 in dem Steuerraum 30 unterbunden werden. Daraus resultiert ein besseres Schließverhalten
des Injektors.
[0039] Bei den in den Fig. 8 - 11 dargestellten Ausführungsbeispielen ergibt sich der Düsennadelhub,
wie bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel, aus dem Abstand H1 zwischen
der Düsennadel 8 und dem Ventilkörper 3. Um zu verhindern, dass die Düsennadel 8 in
der geöffneten Stellung auf einem Druckpolster schwebt, werden die folgenden Lösungsvorschläge
bereitgestellt:
[0040] Bei dem in den Fig. 8 und 9 dargestellten Ausführungsbeispiel sind in der Stirnfläche
54 der Düsennadel 8 zwei Nuten 55 und 56 kreuzweise angeordnet. Dadurch wird ein rein
mechanischer Anschlag der Nadeldüse realisiert. Wenn die Abmessungen der Nuten 54
und 55 an den Injektor angepasst werden, kann daraus ein "halbhydraulischer Anschlag"
werden. Der beim Anschlag verbleibende Durchbruchsquerschnitt wird gerade so groß
gewählt, dass eine Schwingung der Düsennadel 8 zwar vermieden, die Steuermenge beim
Endanschlag jedoch so weit wie möglich abgesenkt wird.
[0041] Bei dem in Fig. 10 dargestellten Ausführungsbeispiel ist in der Stirnfläche 54 der
Düsennadel 8 eine Drosselbohrung 58 parallel zur Längsachse der Düsennadel 8 angeordnet.
Die Drosselbohrung 58 mündet in eine Bohrung 59, die sich quer zur Längsachse der
Düsennadel 8 erstreckt. Bei der Bohrung 59 handelt es sich um eine Sackbohrung, die
zu dem brennraumfernen, kegelstumpfartigen Ende der Düsennadel 8 hin geöffnet ist.
Dieses Ausführungsbeispiel hat den Vorteil, dass es unempfindlich gegen mechanisches
Einlaufen ist.
[0042] Bei dem in Fig. 11 dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine Nut 61 anstatt in der
brennraumfernen Stirnfläche 54 der Düsennadel 8 in der gegenüberliegenden Fläche 62
des Ventilkörpers 3 ausgespart. Die Nut 61 hat die gleiche Funktion wie die Nuten
54 und 55 bei dem in den Fig. 8 und 9 dargestellten Ausführungsbeispiel.
1. Common-Rail-Injektor zur Einspritzung von Kraftstoff in einem Common-Rail-Einspritzsystem
einer Brennkraftmaschine, der ein Injektorgehäuse (1) mit einem Kraftstoffzulauf (21)
aufweist, der mit einem zentralen Kraftstoffhochdruckspeicher außerhalb des Injektorgehäuses
(1) und mit einem Druckraum (24) innerhalb des Injektorgehäuses (1) in Verbindung
steht, aus dem mit Hochdruck beaufschlagter Kraftstoff in Abhängigkeit von der Stellung
eines Steuerventils (33) eingespritzt wird, das dafür sorgt, dass eine in einer Längsbohrung
(6) des Injektors axial gegen die Vorspannkraft einer Düsenfeder (19), die in einem
Düsenfederraum (20) aufgenommen ist, hin und her bewegbare Düsennadel (8) von einem
Sitz abhebt, wenn der Druck in dem Druckraum (24) größer als der Druck in einem Steuerraum
(30) ist, der über eine Zulaufdrossel (31, 38, 39) mit dem Kraftstoffzulauf verbunden
ist, wobei der Steuerraum (30) von einer Hülse (28) begrenzt ist, die unter Dichtwirkung
an dem brennraumfernen Ende der Düsennadel (8) verschiebbar ist und mit Hilfe einer
Feder (19) in Anlage an das Injektorgehäuse (1) gehalten wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (28) durch die Düsenfeder (19) in Anlage an das Injektorgehäuse (1) gehalten
wird, dass die Hülse (28) im Düsenfederraum (20) angeordnet ist und dass der Kraftstoffzulauf
(21) in den Druckraum (24) durch den Düsenfederraum (20) erfolgt.
2. Common-Rail-Injektor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an der Fläche der Hülse (28), die sich in Anlage an dem Injektorgehäuse (1) befindet,
eine Beißkante (29) ausgebildet ist.
3. Common-Rail-Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Innendurchmesser (d3) der Hülse (28) kleiner als oder gleich einem Führungsdurchmesser
(d2) an der Düsennadel (8) ist.
4. Common-Rail-Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Düsennadel (8) zwischen dem Düsenfederraum (20) und dem Druckraum (24) geführt
ist.
5. Common-Rail-Injektor nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsenfederraum (20) über eine Bohrung (23) im Injektorgehäuse (1) mit dem Druckraum
(24) in Verbindung steht.
6. Common-Rail-Injektor nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass an der Düsennadel (8) zwischen dem Düsenfederraum (20) und dem Druckraum (24) mindestens
eine ebene Fläche (36) ausgebildet ist, an der vorbei Kraftstoff von dem Düsenfederraum
(20) in den Druckraum (24) gelangen kann.
7. Common-Rail-Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zulaufdrossel (31, 38, 39) in die Hülse (28), die Düsennadel (8) oder das Injektorgehäuse
(1) integriert ist.
8. Common-Rail-Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (28) an ihrem brennraumfernen Ende einen Bund (29) aufweist.
9. Common-Rail-Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Düsennadel (8) eine Stufe ausgebildet ist, die einen Anschlag für einen Federteller
(26) bildet.
10. Common-Rail-Injektor nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass in der Düsennadel (8) eine Umfangsnut ausgespart ist, in der sich ein Haltering (42,
46) abstützt, der einen Anschlag für einen Federteller (26) bildet.
11. Common-Rail-Injektor nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltering (46) zweiteilig ist und in zusammengebautem Zustand durch den Federteller
(26) fixiert wird.
12. Common-Rail-Injektor nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsennadelhub (H2) durch den Abstand zwischen der Hülse (28) und dem Federteller
(26) definiert ist.
13. Common-Rail-Injektor nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsennadelhub (H2) und die Düsenfedervorspannung mit Hilfe von Distanzelementen
(50, 51) einstellbar sind, die zwischen dem Federteller (26) und dem Anschlag für
den Federteller bzw. zwischen der Düsenfeder (19) und den Widerlagern für die Düsenfeder
(19) angeordnet sind.
14. Common-Rail-Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsennadelhub (H1) durch den Abstand zwischen der brennraumfernen Stirnfläche
(54) der Düsennadel (8) und dem Injektorgehäuse (1) definiert ist.
15. Common-Rail-Injektor nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass in der brennraumfernen Stirnfläche (54) der Düsennadel (8) und/oder in der gegenüberliegenden
Fläche (62) des Injektorgehäuses (1) Ausnehmungen (55, 56; 61) vorgesehen sind, deren
Abmessungen an das Volumen des Steuerraums (30) angepasst sind.
16. Common-Rail-Injektor nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass in der brennraumfernen Stirnfläche (54) der Düsennadel (8) mindestens eine axiale
Bohrung (58) vorgesehen ist, die mit mindestens einer radialen Bohrung (59) in der
Düsennadel (8) in Verbindung steht.