[0001] Die Erfindung betrifft ein Sensor-Netzwerk sowie ein Verfahren zur Überwachung eines
Geländes. Die Erfindung bezieht sich auf die Problematik, ein Gelände gegen das Eindringen
unerwünschter Personen abzusichern oder Aktivitäten jedweder Art innerhalb des Geländes
zu überwachen.
[0002] Für eine zivile Überwachung eines Geländes ist es bekannt, optische Sensoren, wie
beispielsweise Kameras oder Bewegungsmelder anzuordnen, die Aktivitäten bzw. Bewegungen
auf dem oder innerhalb des Geländes aufzeichnen oder Folgeaktionen wie das Einschalten
einer Beleuchtung auslösen. Im militärischen Bereich muss beispielsweise ein Lager
abgesichert und überwacht werden oder aber es muss ein ganzer Geländeabschnitt überquerungssicher
gemacht werden. Für den ersten Fall werden wiederum optische Sensoren oder Detektoren
jedweder Art verwendet. Für den zweiten Fall werden noch immer verbotenerweise Landminen
eingesetzt, die für eine Nutzbarmachung des Geländes später in gefährlicher und aufwändiger
Weise wieder entfernt werden müssen.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Sensor-Netzwerk anzugeben, welches die Überwachung
und Absicherung eines Geländes mit möglichst geringem Aufwand und kostengünstig ermöglicht.
Weiter ist es Aufgabe der Erfindung, ein entsprechendes Verfahren zur Überwachung
und Absicherung eines Geländes mit den entsprechenden Vorteilen anzugeben.
[0004] Die erstgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Sensor-Netzwerk mit
einer Anzahl von in einem Gelände ausbringbaren ortsfesten Sensoren für überwachungsrelevante
Parameter und mindestens einem Programmiermodul, wobei die ortsfesten Sensoren jeweils
mit einem Kommunikationsmittel zur Kommunikation untereinander und mit dem Programmiermodul
ausgestattet sind, wobei das Programmiermodul ein Positionserfassungsmittel und ein
Programmiermittel aufweist, wobei mittels des Positionserfassungsmittels die Position
der Sensoren ermittelbar und den Sensoren jeweils mittels des Programmiermittels über
das Kommunikationsmittel einprägbar ist, und wobei die Sensoren sich selbst vernetzend
ausgebildet sind.
[0005] Die Erfindung geht dabei in einem ersten Schritt von der Erkenntnis aus, dass zur
Überwachung eines insbesondere großräumigen Geländes der genaue Ort bzw. die genaue
Position einer Aktivität, wie beispielsweise die Bewegungen einer eindringenden Person,
identifiziert werden muss, damit Folgeschritte zur weiteren Aufklärung oder zum Ergreifen
einer entsprechenden Gegenmaßnahme, wie dem Ergreifen der detektierten Person, erfolgen
können.
[0006] In einem weiteren Schritt erkennt die Erfindung, dass es insbesondere bei der Überwachung
eines großen Geländes einen immensen Aufwand bedeutet, einzelne Sensoren ortsgenau
zu installieren. Die ortsfest installierten Sensoren müssen aufwändig zusammengeschaltet
und mit einer Zentraleinheit verbunden werden. Über die Art der Verschaltung oder
über eine sonstige Kodierung kann dann die Zentraleinheit erkennen, von welchem Ort
des Geländes welche Signale erhalten werden. Ein solches System ist beispielsweise
die Installation von mehreren Kameras an verschiedenen Orten eines Gebäudes. Eine
solch aufwändige mit einem hohen Zeitaufwand verbundene Installation lässt sich jedoch
vermeiden, wenn zu den ortsfesten Sensoren mindestens ein Programmiermodul vorgesehen
ist, mit dessen Positionserfassungsmittel die Position der Sensoren ermittelbar ist.
Ist die Position ermittelt, so wird diese dem jeweiligen Sensor durch Programmierung
eingeprägt. Der Sensor weiß dann, an welcher Position er sich befindet. Dies erlaubt,
die Sensoren frei auszubringen; die Position wird nach der Ausbringung zugeordnet.
[0007] Das Vorsehen eines derartigen Programmiermoduls bietet zudem die Möglichkeit, relativ
teuere Komponenten wie die Komponenten zur Bestimmung der Position in geringer Stückzahl
einzusetzen, während andere günstigere Komponenten in den Sensoren mit hoher Stückzahl
angeordnet werden können. Durch eine günstige Serienproduktion der Sensoren verbunden
mit einer Reduktion der teuren Komponenten auf eine geringe Stückzahl wird ein kostengünstiges
Gesamtsystem geschaffen.
[0008] Ferner erkennt die Erfindung schließlich, dass sich die aufwändige Abfrage jedes
einzelnen Sensors nach den aufgenommenen Parametern wesentlich vereinfachen lässt,
wenn die Sensoren mit Kommunikationsmitteln zur Kommunikation untereinander ausgestattet
sind. In diesem Fall können nämlich in einfacher Art und Weise die aufgenommenen Informationen
als Signale beispielsweise den benachbart angeordneten Sensoren mitgeteilt werden,
die die Informationen ihrerseits weiterleiten. Durch ein solches Sensor-Netzwerk werden
insbesondere parallele Kommunikationswege vermieden. Auch ist es nicht notwendig,
von jedem einzelnen Sensor zu einer Zentraleinheit eine jeweilige Kabelverbindung
zu setzen. Die Vernetzung der Sensoren untereinander geschieht dabei selbsttätig,
indem beispielsweise das stärkste Kommunikationssignal oder das Kommunikationssignal
mit dem besten Signal-Rauschverhältnis der von den umliegenden Sensoren empfangenen
Signale ermittelt und dann eine entsprechende Kommunikationsverbindung eingerichtet
wird. Je nach Art der gewählten Kommunikations-Kopplungsparameter entsteht dann ein
Sensor-Netzwerk mit effizienten Kommunikationspfaden untereinander und hin zu der
Zentraleinheit.
[0009] Das beschriebene Sensor-Netzwerk eignet sich sowohl für zivile als auch für militärische
Anwendungen. Den beliebig auszubringenden Sensoren wird ihre Position erst nach Ausbringung
aufgeprägt. Über die sich selbst ausbildenden Kommunikationspfade wird eine günstige,
insbesondere rasche Weiterleitung der detektierten Signale zu einer Zentraleinheit
eingerichtet. Die Sensoren sind nicht eingeschränkt zur Detektion eindringender Personen.
Ebenso gut können als überwachungsrelevante Parameter Schadstoffkonzentrationen, Rauch,
Nebel, Erschütterungen oder biologische/chemische Kampfstoffe detektiert werden. Es
ist dabei insbesondere auch nicht erforderlich, dass alle Sensoren mit gleichen Detektoren
ausgestattet sind. Es ist durchaus vorstellbar, dass mittels verschiedener Sensoren
unterschiedliche überwachungsrelevante Parameter innerhalb des Geländes überwacht
werden.
[0010] Den aussetz- oder ausbringbaren Sensoren kann dadurch ihre Position eingeprägt werden,
indem eine vor Ort befindliche Einsatzkraft jeden Sensor manuell programmiert. Auch
ist die Einprägung mittels Funkkommunikation oder optischer Kommunikation von einem
zentralen Programmiermodul aus, welches die Position der einzelnen Sensoren kennt,
vorstellbar. Sind jedoch die Ortskoordinaten der Sensoren nach deren Ausbringung zunächst
unbekannt (z.B. nach einem Abwurf der Sensoren aus einem Flugzeug), so ist es von
Vorteil, wenn das Programmiermodul mobil ist. In diesem Fall kann sich das Programmiermodul
den Sensoren annähern, die eigene Position ermitteln und diese mittels des Programmiermittels
dem angefahrenen Sensor übermitteln. Die verbleibende "Ortunschärfe", die dem Abstand
zwischen dem angenäherten Programmiermodul und dem jeweiligen Sensor entspricht, ist
vernachlässigbar, kann jedoch bei Bedarf auch berücksichtigt werden.
[0011] Zweckmäßigerweise ist zur Erfassung der eigenen Position des Programmiermoduls das
Positionserfassungsmittel ein Navigationselement, insbesondere ein GPS- oder ein Galileo-Detektor.
Auf diese Art und Weise ist die globale Position des Programmiermoduls und damit die
Position der "angefahrenen" Sensoren sicher ermittelbar. Auch sind andere Navigationselemente
für das Positionserfassungsmittel vorstellbar, wie insbesondere Funkpeilung oder die
Lokalisierung eines Mobiltelefons durch Feststellung des Einwahlknotens.
[0012] In einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung umfasst das Positionserfassungsmittel
ein Triangulationsgerät, welches mittels Referenzsensoren die Position der Sensoren
ermittelt. Dabei sind beispielsweise die Referenzsensoren selbst mit einem Navigationselement
der beschriebenen Art ausgestattet, wodurch sich deren globale Position wiederum exakt
bestimmen lässt. Durch die Vorgabe fester Bezugspunkte (Positionen der Referenzsensoren)
wird es dann möglich, die "feingranulare" Position der einzelnen Sensoren in der Fläche
mit Hilfe von geometrischen Triangulationsmethoden zu bestimmen. Beispielsweise sendet
hierzu ein Sensor mit unbekannter Position im Netzwerk ein Erkennungssignal, das von
drei Referenzmodulen mit bekannter Position empfangen wird. Bei einer Funkkommunikation
lässt sich dann anhand der Feldstärkeinformation auf die Entfernung des Sensorelements
schließen. Besonders im freien Gelände ermöglicht dies eine zuverlässige Positionsbestimmung.
Der Schnittpunkt der Entfernungskreise um die Referenzmodule entspricht dann der gesuchten
Position des entsprechenden Sensors.
[0013] Alternativ kann auch bei der Ausbringung der Sensoren bereits die von jedem Sensor
belegte Fläche berücksichtigt werden. Werden die Sensoren gleich verteilt am Boden
ausgebracht, was bei einer großen Sensoranzahl durchaus realistisch ist, so kann bereits
hieraus eine mittlere Distanz zwischen den einzelnen Sensoren angegeben werden. Durch
die Vernetzung der Sensoren untereinander zu dem Sensor-Netzwerk, bei der beispielsweise
die jeweils stärksten Nachbarn miteinander in Kontakt stehen, ergibt sich ein relativ
feines geometrisches Netz. Die an den Eckpunkten des Geländes ausgebrachten Sensoren
können dadurch identifiziert werden, dass sie deutlich weniger Kommunikationsverbindungen
zu den Nachbar-Sensoren aufbauen können als die im Inneren des Geländes angeordneten
Sensoren. Werden einige der Eck-Sensoren mit Hilfe der Referenz-Sensoren exakt in
ihrer Position erfasst, so kann von dort aus wiederum die Position der einzelnen Sensoren
mit Hilfe eines Triangulationsverfahrens und der bekannten mittleren Entfernung ins
Innere des Sensor-Netzwerks vordringend ermittelt werden.
[0014] Bei einem mobilen Programmiermodul ist die Art und Weise, wie es sich den einzelnen
Sensoren nähert, für die Erfindung an sich nicht relevant. Insbesondere für einen
militärischen Einsatz des Sensor-Netzwerks ist es jedoch vorteilhaft, wenn das mobile
Programmiermodul ein Bauteil einer selbst navigierenden Drohne ist. Die beispielsweise
als ein Landroboter oder als unbemanntes Flugobjekt ausgestaltete Drohne navigiert
dann selbsttätig durch bzw. über das Gelände mit den darauf ausgebrachten Sensoren.
Durch Kommunikation mit den einzelnen Sensoren können diese im Gelände aufgespürt,
dabei ihre Position ermittelt und diesen aufgeprägt werden. Der Einsatz einer unbemannten
Drohne entbindet beispielsweise Bodentruppen vor einem gefährlichen Einsatz in unerforschtem
Gelände.
[0015] Zweckmäßigerweise ist im Sensor-Netzwerk mindestens ein mit einer Kommunikationseinheit
ausgestattetes Mastermodul vorgesehen, welches als ein Interface zwischen den Sensoren
und einer externen Zentraleinheit ausgebildet ist. Derartige Mastermodule werden mit
deutlich geringerer Stückzahl als die Sensoren als solche ausgebracht. Ein Mastermodul
ist für seine Funktion als Interface mit einer Einrichtung versehen, die insbesondere
eine langreichweitige Kommunikationsverbindung mit einem entfernt liegenden Basislager
oder einer entfernten Zentraleinheit herzustellen in der Lage ist.
[0016] Vorteilhafterweise weisen die Sensoren einen Kommunikationsdetektor zur Ermittlung
eines die Kommunikationsstärke repräsentierenden Parameters auf. Dies kann beispielsweise
der Pegel des erhaltenen Signals oder das Signal/Rauschverhältnis sein. Die Vorgabe
dieser Parameter, die zur Herstellung der Kommunikationsverbindung zu den benachbarten
Sensoren verwendet werden, definiert gewissermaßen die "Vernetzung" des Sensor-Netzwerks.
Der Kommunikationsdetektor kann beispielsweise durch eine elektronische Auswerteschaltung
realisiert sein.
[0017] Ob schon das Sensor-Netzwerk insbesondere im Falle einer zivilen Anwendung mittels
elektrischer Kabelverbindungen realisiert werden kann, ist es zweckmäßig, die Kommunikation
der Sensoren drahtlos vorzunehmen. Hierfür sind die Kommunikationsmittel insbesondere
durch optische oder funkkommunizierende Sende- und Empfangseinheiten gebildet. Die
Vernetzung der Sensoren zu dem Sensor-Netzwerk erfolgt dann insbesondere durch Auswahl
derjenigen benachbarten Sensoren, zu denen aufgrund der lokalen Gegebenheiten die
besten Empfangs- und Sendebedingungen herrschen.
[0018] Für die Überwachung und Sicherung eines großräumigen Geländes ist es zweckmäßig,
wenn die Sensoren abwerfbar ausgebildet sind. Die Sensoren werden dann rasch und einfach
durch Abwurf aus einem das Gelände überfliegenden Luftfahrzeug ausgebracht. Die Sensoren
fallen dabei beispielsweise durch einen Fallschirm abgebremst auf das Gelände und
bleiben dort ortsfest liegen.
[0019] Um eine Lageveränderung der ausgebrachten Sensoren beispielsweise auf glattem, felsigem
oder losem Untergrund zu verhindern, sind die Sensoren zweckmäßigerweise als sich
selbst ortsfest verankernd ausgebildet. Dies kann beispielsweise durch Einschrauben
eines Erdankers oder durch Verklebung mit insbesondere felsigem Untergrund realisiert
sein. Ebenso kann die Form der Sensoren so ausgestaltet sein, dass sich diese durch
die Akkumulation der kinetischen Energie beim Aufprall selbständig in den Boden eingraben.
[0020] Die Erfindung bietet den Vorteil, dass mit einfach aufgebauten Sensoren ein Sensor-Netzwerk
aufgebaut werden kann, welches insbesondere bei einem großflächigen Einsatz einen
signifikanten Kostenvorteil gegenüber direkt gekoppelten Sensor/Aktor-Wirksystemen
aufweist.
[0021] Weiter ist ein direktes Verfolgen von Objekten, wie insbesondere einer eingedrungenen
Person, innerhalb des Sensor-Netzwerks möglich. Man erhält zu jeder Zeit eine genaue
Positionsinformation über das Objekt. Das sich bewegende Objekt hinterlässt eine Spur
entlang der Sensoren, die es passiert.
[0022] Weiter ist insbesondere bei der Detektion von Schadstoffen oder biologischen wie
chemischen Kampfstoffen neben einer Aussage über das lokale Auftreten einer Bedrohung
durch die Verarbeitung mehrere Sensordaten die Gewinnung von weiteren Informationen,
beispielsweise über das Ausbreitungsverhalten der Bedrohung durch Luftströmungen,
ermöglicht.
[0023] Die auf ein Verfahren gerichtete Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren
zur Überwachung eines Geländes gelöst, wobei eine Anzahl von Sensoren ortsfest in
dem Gelände ausgebracht werden und wenigstens ein Programmiermodul eingesetzt wird,
wobei sich die Sensoren durch Kommunikation selbst zu einem Sensor-Netzwerk vernetzen,
wobei das Programmiermodul die Position der Sensoren ermittelt und diesen aufprägt,
und wobei das Sensor-Netzwerk mittels der Sensoren ortspositionszugeordnet überwachungsrelevante
Parameter überwacht.
[0024] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind den auf ein Verfahren gerichteten Unteransprüchen
zu entnehmen. Diesbezügliche Vorteile können dem zum Sensor-Netzwerk Vorgesagten entnommen
werden.
[0025] Die Erfindung eignet sich beispielhaft dazu, großräumige Gelände abzusperren, zu
überwachen oder zu sichern. Ein solches typisches Gelände hat etwa eine Größe von
1 km
2, auf welchem etwa 10.000 Sensoren ausgebracht werden. Der mittlere Abstand zwischen
benachbarten Sensoren beträgt dabei etwa 10 m. Zusätzlich zu den 10.000 Sensoren werden
etwa 10 Mastermodule ausgebracht, die in der Lage sind, Funkkontakt zu einer mehr
als 10 km entfernten Zentraleinheit herzustellen.
[0026] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird in einer Zeichnung näher erläutert. Dabei
zeigt in einer schematischen Übersichtsdarstellung die einzige Figur
ein in einem Gelände ausgebrachtes Sensor-Netzwerk aus abwerfbaren Sensoren.
[0027] In der Figur ist schematisch ein sich selbst vernetzendes Sensor-Netzwerk 1 aus einzelnen
Sensoren 3,3',3" sowie einem dazugehörigen Mastermodul 5 dargestellt. Die einzelnen
Sensoren 3, 3',3" sowie das Mastermodul 5 sind auf einem Gelände 6 durch Abwurf aus
einem das Gelände 6 überfliegenden Hubschrauber 8 ausgebracht. Dabei entfaltet sich
während der Flugphase, wie an dem soeben abgeworfenen Sensor 10 erkennbar ist, zum
sicheren Ausbringen ein Fallschirm. Nach dem Auftreffen der Sensoren 3 auf den Boden
verankern sich diese mittels einer hier nicht näher dargestellten Verankerung 13 ortsfest.
[0028] Das dargestellte zu überwachende und abzusichernde Gelände 6 ist relativ einsehbar
und weist einen durchlaufenden Weg 15, eine Baumgruppe 16, einen Grasbewuchs 17, einen
einzeln stehenden Baum 18 sowie einen Geröllhügel 19 auf. Insgesamt sind bereits sechs
Sensoren 3,3',3" sowie ein Mastermodul 5 ausgebracht, wobei der Sensor 10 sich gerade
noch in der Flugphase befindet.
[0029] Die am Boden angelangten Sensoren 3,3',3" haben sich bereits mit ihren Nachbarn vernetzt,
wobei zur Ausbildung der jeweiligen Kommunikationsverbindung 20 jeweils derjenige
Nachbar ausgewählt wurde, mit welchem die stärkste Komunkiationsverbindung erreicht
werden konnte. Alle Sensoren 3, 3',3",10 und das Mastermodul 5 weisen jeweils als
Kommunikationsmittel eine Sende- und eine Empfangseinheit für eine Funkverbindung
mit einer vorgegebenen Radiofrequenz auf. Die Kommunikationsverbindungen 20 wurden
durch Auswahl desjenigen Nachbarn eingerichtet, dessen Sendesignal mit der höchsten
Feldstärke empfangen werden konnte. So ist beispielsweise der am vorderen Rand des
Geländes 6 mittig angeordnete Sensor 3 gegenüber dem in der linken hinteren Ecke angeordneten
Sensor 3 durch die dazwischenliegende Baumgruppe 16 abgeschattet. Ebenso ist der mittig
angeordnete Sensor 3" gegenüber dem Mastermodul 5 durch die dazwischenliegende Geröllhalde
19 abgedeckt. Diese Sensoren 3',3" weisen aus diesem Grund keine Kommunikationsverbindung
20 auf.
[0030] Zur Einprägung der jeweiligen Position der ausgebrachten Sensoren 3 überfliegt eine
unbemannte Flugdrohne 23 in niedriger Höhe das Gelände 6. Die Drohne 23 weist ein
funkfähiges Programmiermittel 25 sowie als Positionserfassungsmittel einen GPS-Detektor
26 auf. Programmiermittel 25 und Positionserfassungsmittel bilden zusammen das Programmiermodul.
Beim Überfliegen des Geländes 6 erkennt die Drohne 23 mittels des funkfähigen Programmiermittels
25 anhand des jeweiligen Kommunikationsmittels den einzelnen ausgebrachten Sensor
3'. Hat die Drohne 23 einen Sensor 3' im Gelände 6 erkannt, so ermittelt sie mittels
des GPS-Detektors 26 die eigene globale Position und überträgt diese auf den erkannten
Sensor 3', wo er eingeprägt wird. Für die Ermittlung der globalen Position kommuniziert
der GPS-Detektor 26 in bekannter Art und Weise mit einem Satelliten 27.
[0031] Das nach Einrichtung der einzelnen Kommunikationsverbindungen 20 gebildete Sensor-Netzwerk
1 kommuniziert mit einer Zentraleinheit 29, die sich im dargestellten Beispiel an
Bord des Hubschraubers 8 befindet, mittels des Mastermoduls 5. Hierzu weist das Mastermodul
5 nicht dargestellt ein Funk-Kommunikationsmittel zur Herstellung einer langreichweitigen
Funkverbindung auf. Auf diese Weise können die Informationen des Sensor-Netzwerks
1 nicht nur mittels eines darüberfliegenden Hubschraubers 8 sondern auch durch eine
weit entfernte Basisstation empfangen werden. Die Kommunikation des Mastermoduls 5,
welches als Interface zwischen dem Sensor-Netzwerk 1 und der Zentraleinheit 29 wirkt,
ist schematisch durch Wellen 28 angedeutet.
[0032] Fällt die Drohne 23 beispielsweise durch einen Abschuss aus, so sind in dem Gelände
6 einige Referenzsensoren 3" ausgebracht, die über einen eigenen GPS-Detektor 32 verfügen.
Weiter umfasst das Mastermodul 5 zusätzlich eine Triangulationsgerät 30. Mittels der
ausgesetzten Referenzsensoren 3',3", die eine Referenzposition bilden, kann durch
Feldstärkemessungen auf die Lage der weiteren umgebenden Sensoren 3,3' geschlossen
werden. Durch diese Ausgestaltung ist es möglich, das Sensor-Netzwerk 1 zur Absicherung
der Überwachung des Geländes 6 auch dann in Betrieb zu setzen, wenn das eigentliche,
im vorliegenden Fall in der Drohne 23 vorgesehene Programmiermodul 25 ausfällt. Nachdem
durch Triangulation mittels der Referenzsensoren 3" das Mastermodul 5 die Position
der einzelnen Sensoren 3, 3' ermittelt hat, können die jeweiligen Positionen den Sensoren
3',3" entweder mittels des Mastermoduls 5 oder mittels der überfliegenden Zentraleinheit
29 eingeprägt werden.
[0033] Ist das Sensor-Netzwerk 1 etabliert, so kann mit Bewegungsdetektoren, die auf den
einzelnen Sensoren 3,3',3" angeordnet sind, mittels Infrarotstrahlung 34 die Bewegung
einer eingedrungenen Person 36 nachverfolgt werden. Da die genaue Position jedes Sensors
3,3',3" bekannt ist, kann auf diese Art und Weise die Spur der eingedrungenen Person
36 innerhalb des Geländes 6 nachvollzogen werden. Entsprechend können Gegenmaßnahmen,
wie beispielsweise das Aufgreifen der Person 36 vorgenommen werden.
[0034] Im Übrigen enthalten die ausgebrachten Sensoren 3,3',3" neben Bewegungsdetektoren
weitere Detektoren zum Aufspüren von Erschütterungen, mit deren Hilfe eindringende
Fahrzeuge identifiziert werden können und Detektoren zum Aufspüren von biologischen
Kampfstoffen. Hierbei können insbesondere Bio-Chips zum Einsatz kommen.
Bezugszeichen
[0035]
- 1
- Sensor-Netzwerk
- 3,3'
- Sensoren
- 3"
- Referenzsensor
- 5
- Mastermodul
- 6
- Gelände
- 8
- Hubschrauber
- 10
- Sensor (abgeworfen)
- 13
- Verankerung
- 15
- Weg
- 16
- Baumgruppe
- 17
- Grasbewuchs
- 18
- Baum
- 19
- Geröllhügel
- 20
- Kommunikationsverbindung
- 23
- Drohne
- 25
- Programmiermittel
- 26
- GPS-Detektor
- 27
- Satellit
- 28
- Wellen
- 29
- Zentraleinheit
- 30
- Triangulationsgerät
- 32
- GPS-Detektor
- 34
- Infrarot-Strahlung
- 36
- Person
1. Sensor-Netzwerk (1) mit einer Anzahl von in einem Gelände (6) ausbringbaren ortsfesten
Sensoren (3,3',3'') für überwachungsrelevante Parameter und mindestens einem vorzugsweise
mobilen Programmiermodul, wobei die ortsfesten Sensoren (3,3',3") jeweils mit einem
Kommunikationsmittel zur Kommunikation untereinander und mit dem Programmiermodul
ausgestattet sind, wobei das Programmiermodul ein Positionserfassungsmittel und ein
Programmiermittel (25) aufweist, wobei mittels des Positionserfassungsmittels die
Position der Sensoren (3,3',3") ermittelbar und den Sensoren (3,3,3"') jeweils mittels
des Programmiermittels (25) über das Kommunikationsmittel einprägbar ist, und wobei
die Sensoren (3,3',3") sich selbst vernetzend ausgebildet sind.
2. Sensor-Netzwerk (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Positionserfassungsmittel ein Navigationselement, insbesondere ein GPS- oder
ein Galileo-Detektor (26,32), ist, und/oder dass das Positionserfassungsmittel ein
Triangulationsgerät (30) umfasst und einige Sensoren (3,3',3") als Referenzsensoren
(3") zur Festlegung einer Position ausgebildet sind, wobei die Referenzsensoren (3")
vorzugsweise ein Navigationselement, insbesondere einen GPS- oder einen Galileo-Detektor
(26,32), aufweisen.
3. Sensor-Netzwerk (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mobile Programmiermodul (25) ein Bauteil einer selbstnavigierenden Drohne (23)
ist.
4. Sensor-Netzwerk (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein mit einer Kommunikationseinheit ausgestattetes Mastermodul (5) vorgesehen
ist, welches als ein Interface zwischen den Sensoren (3,3',3") und einer externen
Zentraleinheit (29) ausgebildet ist.
5. Sensor-Netzwerk (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensoren (3,3',3") einen Kommunikationsdetektor zur Ermittlung eines die Kommunikationsstärke
repräsentierenden Parameters aufweisen.
6. Sensor-Netzwerk (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kommunikationsmittel durch optisch- oder funkkommunizierende Sende- und Empfangseinheiten
gebildet sind.
7. Sensor-Netzwerk (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensoren (3,3',3") abwerfbar ausgebildet sind und/oder dass die Sensoren (3,3',3")
sich selbst ortsfest verankernd ausgebildet sind.
8. Verfahren zur Überwachung eines Geländes (6), wobei eine Anzahl von Sensoren (3,3',3")
ortsfest in dem Gelände (6) ausgebracht und wenigstens ein Programmiermodul eingesetzt
wird, wobei sich die Sensoren (3,3',3") durch Kommunikation selbst zu einem Sensor-Netzwerk
(1) vernetzen, wobei das Programmiermodul die Position der Sensoren (3,3') ermittelt
und diesen aufprägt, und wobei das Sensor-Netzwerk (1) mittels der Sensoren (3,3',3")
ortspositionszugeordnet überwachungsrelevante Parameter überwacht.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Programmiermodul zu den Sensoren (3,3',3"), insbesondere selbsttätig, navigiert
und dabei deren Position ermittelt und aufprägt.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Positionserfassungsmittel seine jeweilige Position und/oder die Position der
Sensoren (3,3',3") mittels eines Navigationselements, insbesondere mittels eines GPS-
oder Galileo-Detektors (26,32), bestimmt und/oder dass das Positionserfassungsmittel
die Position der Sensoren (3,3',3") mittels Triangulation anhand von Referenzsensoren
(3") ermittelt, wobei die Referenzsensoren (3'') ihre Position vorzugsweise mittels
eines Navigationselements, insbesondere mittels eines GPS- oder Galileo-Detektors
(26,32), bestimmen.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass zusätzlich zu den Sensoren (3,3',3") wenigstens ein Mastermodul (5) ausgebracht wird,
über welches die Sensoren (3,3',3") mit einer externen Zentraleinheit (29) kommunizieren.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensoren (3,3',3") eine Kommunikationsstärke repräsentierende Parameter detektieren
und sich anhand der detektierten Parameter vernetzen.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kommunikation mittels Funk oder mittels optischer Signale erfolgt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensoren (3,3',3'') abgeworfen werden und/oder dass sich die Sensoren (3,3',3'')
nach dem Ausbringen selbst im Gelände (6) verankern.