[0001] Die Erfindung betrifft technische Anlagen wie Winderhitzer mit der dazugehörigen
Heißwindleitung und dem Heißwindschieber, bei denen Kondensate von gasförmigen, korrosiven
Medien hoher Temperatur entstehen, welche Schäden an Metallwänden der technischen
Anlagen verursachen. Die Erfindung betrifft insbesondere eine Absperrvorrichtung für
gasförmige Medien hoher Temperatur zur Absperrung der Heißgasleitungen, die von einem
Winderhitzer zu einem Hochofen führen, bestehend aus einem Gehäuse mit durch ein Kühlmedium
gekühlten Dichtsitzen und einem in dem Gehäuse beweglich angeordneten, durch ein Kühlmedium
gekühltes Absperrorgan, wobei mit Ausnahme der Gehäusedichtsitze und der Dichtflächen
am Absperrorgan alle mit dem Heißgas in Berührung kommenden Flächen mit einer feuerfesten
Beschichtung versehen sind.
[0002] Aus der
DE 41 38 283 C1 ist es bekannt, alle mit dem Heißgas in Berührung kommenden ungekühlten Flächen des
Absperrorganes mit einer hoch wärmedämmenden Zusatzisolierung zu versehen, die zwischen
der feuerfesten Beschichtung und der Metallkonstruktion angeordnet ist, um den Verschleiß
durch Säurekorrosion weitestgehend zu unterbinden.
[0003] Zur Säurekorrosion an den Innenseiten der Stahlblechmanteloberflächen kommt es durch
korrosiv wirkende Flüssigkeiten. Diese entstehen durch Kondensation feuchter Luft
und sind angereichert mit gasförmigen Schadstoffen aus den durchströmten Bereichen
des Winderhitzers, der Heißwindleitungen und des Heißwindschiebers. Neben diesen chemischen
Ursachen sind auch der thermische Einfluss durch die hohen Temperaturen sowie die
Temperaturschwankungen korrosionsauslösend oder korrosionsbeschleunigend. Die Ursachen
dafür sind beispielsweise
- Oxidation des molekularen Stickstoffs aus der Luft in Stickstoffoxide NOx.
- erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit beim chemischen Korrosionsprozess,
- erhöhter molekularer Stofftransport der Reaktanden sowie der Reaktionsprodukte infolge
Diffusion,
- Zerstörung von Passivschichten und Herabsetzung der mechanischen Festigkeit,
- Entstehung von Kondensaten korrosiver Flüssigkeiten unterhalb und oberhalb der Taupunkttemperatur.
[0004] Wasserdampf ist im Inneren von Winderhitzern, Heißwindleitungen und Heißwindschiebern
stets vorhanden. Während der Heizperiode kommt er überwiegend aus den Verbrennungsprodukten,
in der Windperiode stammt er aus der feuchten Luft. Der Wasserdampf gelangt durch
Fugen und makroskopische Risse der Feuerfestauskleidung, wie beispielsweise Feuerfestbeton,
aber auch durch mikroskopische Kanäle der porösen Feuerfeststeine sowie durch die
aus Mineralfasermatten bestehenden Zusatzinnenisolierungen oder Stampfmassen an die
Innenseite der Stahlblechmäntel. Ist die Stahlblechmanteltemperatur niedriger als
die Taupunkttemperatur, so kommt es zur Kondensation flüssigen Wassers, das mit Schadstoffen
belastet ist. Das mit Schadstoffen belastete Kondensat führt zur Korrosion und damit
zu entsprechenden Schäden an den Stahlblechmänteln. Beim Stand der Technik wird versucht,
die Korrosion durch Außen- und Innenisolierungen, Doppelmantelsanierung, Einsatz hochlegierter
Stähle sowie Absenkung der Kuppeltemperatur zu verhindern. Ferner wird auch der Einsatz
des niedrig legierten Stahls 16Mo3 für die Stahlblechmäntel der Winderhitzer empfohlen.
Die bisherigen Erfahrungen weisen aber klar darauf hin, dass Schäden durch eine Außenisolierung
sowie durch den Einsatz hochlegierter Stähle zuverlässig verhütet werden. Auch mit
der Innenisolierung wurden bislang gute Erfahrungen gemacht.
[0005] Die Außen- bzw. die Innenisolierung verfolgt das Ziel, die Stahlblechmanteltemperatur
über der Taupunkttemperatur zu halten, um damit die Kondensatbildung und somit das
Entstehen korrosiver Flüssigkeiten zu vermeiden. Die Taupunkttemperatur ist aber abhängig
von der Gasatmosphäre im Inneren des Winderhitzers, die thermodynamisch als Zweistoffgasgemisch
bezeichnet wird, nämlich als ein Gas-Dampf-Gemisch, dies sowohl in der Heiz- als auch
in der Windperiode. In dem hier entscheidenden Temperaturbereich ist der Zustand eines
Gases stets so weit von seinem Nassdampfgebiet entfernt, dass es thermodynamisch immer
als Gas behandelt wird. Der andere Teil des Gases befindet sich jedoch in der Nähe
seines Zweiphasengebietes, so dass es kondensieren kann. Bei diesem Gas handelt es
sich um "Dampf".
[0006] Ein alltägliches Beispiel für Gas-Dampf-Gemische ist die feuchte Luft, ein Gemisch
aus trokkener Luft und Wasserdampf. Bei einer isobaren Abkühlung der noch ungesättigten
feuchten Luft bleibt der Dampfgehalt zunächst konstant, während die relative Feuchtigkeit
zunimmt. Dieser Prozess geht bis zur Sättigung. Die dazu gehörende Temperatur wird
als Taupunkttemperatur bezeichnet. Bei einem weiteren Sinken unterhalb der Taupunkttemperatur
tritt Kondensation ein, flüssiges Wasser wird als Kondensat abgeschieden und der Dampfgehalt
verringert sich. Bei einem weiteren Absenken der Temperatur verläuft dieser Prozess
entlang einer Kurve, die als Sättigungskurve bekannt ist, bis zu einer geringeren
Temperatur, bei der die Kondensation wieder aufhört. Erhöht sich während dieses Prozesses
der Luftdruck, so verschiebt sich die Sättigungskurve nach oben. Daraus folgt, dass
die Taupunkttemperatur nicht nur vom Wasserdampfgehalt, sondern auch vom Druck abhängig
ist. In diesem Beispiel würde sie steigen.
[0007] Als Beispiel für die Verdeutlichung der Größenordnungen folgendes: Bei einem Volumengehalt
der Wasserdampfkonzentration von 20 % liegt die Taupunkttemperatur bei einem Druck
von 1 bar bei circa 60 °C, bei einem Druck von 5 bar steigt die Taupunkttemperatur
auf circa 100°C. Beim Winderhitzerbetrieb eines Hochofens kommt es in den einzelnen
Phasen auch zu unterschiedlichen Drücken, die auch den Heißwindschieber und die Heißwindleitungen
betreffen. Es stellen sich somit immer wieder andere Taupunkttemperaturen ein. Auch
die Wasserdampfkonzentration unterliegt Schwankungen, weil die eingeblasene Luft aus
der normalen (Umgebungs-)Atmosphäre kommt und täglichen und auch jahreszeitlichen
Schwankungen im Feuchtigkeitsgehalt unterliegt. Ein weiterer Parameter, der die Taupunkttemperatur
beeinflusst, ist die chemische Zusammensetzung der Gasatmosphäre im Winderhitzer.
Wenn sich zusätzlich zu dem Wasserdampf der Dampf verschiedener Säuren, wie beispielsweise
Salpetersäure HNO
3, Schwefelsäure H
2SO
4 oder Salzsäure HCl in der Gasatmosphäre befinden, ändert sich die Taupunkttemperatur.
Bei gleichem Druck und einem Wasserdampfgehalt von 10 % sowie einem zusätzlichen Salpetersäuredampfgehalt
von 10
3 ppm ändert sich die Taupunkttemperatur von 45 °C auf 55 °C. Wenn es sich anstelle
des Salpetersäuredampfgehaltes um einen gleich großen Schwefelsäureanteil handelt,
steigt die Taupunkttemperatur von 45 °C auf 185°C. Die Kondensation korrosiver Flüssigkeiten
lässt sich durch eine konstruktive Auslegung von Winderhitzern, Heißwindleitungen
und Heißwindschiebern vermeiden, wenn die Innenflächen der Stahlmäntel immer so warm
bleiben, dass die Taupunkttemperatur nicht unterschritten wird. Bei einer Innenisolierung
spielt die Umgebungstemperatur eine entscheidende Rolle. Sie kann, je nachdem, wo
auf der Welt sich der Winderhitzer befindet, erheblich schwanken. In Kanada können
sich im Sommer Temperaturen von über 30 °C einstellen, in strengen Wintern können
aber auch erhebliche negative Temperaturen von -20 °C bis - 40 °C auftreten.
[0008] Vorausgesetzt, die Außentemperatur beträgt 45 °C und die Heißwindtemperatur circa
1150 °C an der ersten Isolierschicht, dem bei Heißwindschiebern üblichen Feuerfestbeton,
sowie einer hoch wärmedämmenden Zusatzisolierung zwischen dem Feuerfestbeton und dem
Stahlblechmantel, so stellt sich eine Temperatur an der Innenseite des Stahlmantels
von circa 185 °C ein. Dies entspricht in etwa der Taupunkttemperatur von Schwefelsäuredampf,
wie oben beschrieben. Ändert sich die Temperatur des Stahlblechmantels, aufgrund einer
geringeren Außentemperatur von circa -20 °C, wird die Taupunkttemperatur unterschritten
und es entstehen an der Innenseite des Stahlblechmantels durch die Kondensation die
nicht gewollten korrosiven Flüssigkeiten.
[0009] Die Höhe der Temperatur einer Taupunktunterschreitung hat einen wesentlichen Einfluss
auf die Zusammensetzung des Kondensats und des Korrosionsverhaltens. Bei kleinen Temperaturunterschreitungen
der Taupunkttemperatur stellen sich kleine pH-Werte ein. Bei pH-Werten unter 3 ist
allgemein bekannt, dass es nicht zur interkristallinen Spannungsrisskorrosion an niedrig
legierten Stählen kommt, sondern zu einer Flächenkorrosion, auch als Muldenkorrosion
bekannt.
[0010] Bei der Konstruktion von Winderhitzern, Heißwindleitungen und Heißwindschiebern spielt
die Auslegung des Stahlblechmantels eine wichtige Rolle wegen des Einflusses der Außentemperatur
auf die Taupunkttemperatur, insbesondere bei einer Innenisolierung. Wird die Temperatur
an der Innenfläche des Stahlblechmantels konstruktiv deutlich über der Taupunkttemperatur
gehalten, treten temperaturabhängige Festigkeits- und Zugspannungsprobleme ein. Das
An- und Abschwellen der Zugspannungen, die durch das periodische Wechselspiel der
Heiz- und Windperiode beim Winderhitzerbetrieb prozessbedingt gegeben sind, verursacht
Wechseldehnung, die in einer Frequenz von jährlich 5000 bis 8000 Lastwechseln erfolgt
und zu Beschädigungen der meist spröden Schutzschichten der Mantelbleche sowohl des
Winderhitzers, der Heißwindleitung als auch des Heißwindschiebers führt.
[0011] Bei Winderhitzern wird eine Reihe von Maßnahmen angewandt, um die Bildung von Kondensaten
weitestgehend zu vermeiden. Während der Windperiode werden dann aber die schädlichen
Gase in die Heißwindleitung, den Heißwindschieber und in die Hochofenringleitung geblasen,
wo sie kondensieren können. Das Korrosionsproblem ist also verlagert. Neben der Korrosionsentstehung
unterhalb der Taupunkttemperaturgrenze kommt es auch oberhalb der Taupunkttemperaturgrenze
zu chemischen Reaktionen, die korrosionsauslösend sind. Eine schädigende Wirkung auf
das Stahlmantelblech geht vom Ammoniumnitrat NH
4NO
3, einer gesättigten, wässerigen Korrosionsflüssigkeit, aus. Sie bildet sich in einem
begrenzten Bereich oberhalb der Taupunkttemperatur.
[0012] Für die Bildung des korrosionsauslösenden Ammoniumnitrats ist die Entstehung von
Stickoxiden NO
x während der verschiedenen Betriebsphasen des Winderhitzers verantwortlich. Es ist
bekannt, dass beispielsweise die NO
x-Konzentration mit zunehmender Temperatur steigt. Des weiteren spielen temperaturunabhängige
Ursachen eine Rolle für die Entstehung von Stickoxid: Beispielsweise entsteht NO während
der Heizperiode durch den Brennstoff. Das Hochofengas enthält HCN und NH
3, bei der Verbrennung wird daraus NO gebildet. Hingegen erfolgt die NO-Bildung in
den Umstellperioden, in der Warte- sowie Windperiode aus N
2 und O
2 thermisch. Der konvektive Stofftransport in den Umstellperioden hat darüber hinaus
einen erheblichen Einfluss auf die NO-Konzentration. Auffällig ist die besonders hohe
NO-Konzentration beim Füllen. Der damit verbundene konvektive Stofftransport bewirkt,
dass das Gas mit der hohen NO-Konzentration aus dem Innenraum auch tatsächlich zum
Stahlmantel gelangt. Aufgabe der Erfindung ist es daher, die auf Basis von Stickoxiden
entstehende Korrosion zu vermindern.
[0013] Der Versuch des Absenkens des Stickoxidgehaltes beispielsweise durch
- Absenken der O2-Konzentration beim Abstellen des Brenners,
- Winderhitzerbetrieb ohne Warteperiode,
- Verringerung der Stellzeiten der Steuerarmaturen beim Umstellen,
- Verringern der Füllzeit,
- Verringern des freien Brennervolumens,
führt nicht zum gewünschten Erfolg, da die Stickoxidumwandlung hauptsächlich beim
Füllen des Winderhitzers erfolgt. Bei der hierbei herrschenden niedrigen Temperatur
gelangt das im Innenraum gebildete Stickoxid an die Stahlblechmäntel des Winderhitzers
sowie des Heißwindschiebers. Hier erfolgt dann die Umwandlung zu NO
2. Im Ergebnis ändern die oben erwähnten Maßnahmen lediglich die Menge des gebildeten
NO
2, verhindern jedoch nicht dessen Bildung.
[0014] In den Kondensaten von Winderhitzern befinden sich neben den Nitrationen auch Ammoniumionen.
Die Gasatmosphäre des Winderhitzers enthält aber kein Ammoniak, weshalb Fachleute
davon ausgehen, dass die Ammoniumionen im Kondensat nur aus den Nitrationen entstehen
können. Hiefür ist der Korrosionsangriff des salpetersauren Kondensats aus dem Stahl
verantwortlich. Es wird ein Belag mit dem Korrosionsprodukt des Eisens auf dem Stahlblechmantel
gebildet. Durch eine chemische Redoxreaktion wird ein Teil des Nitrats durch das korrodierende
Eisen bis zum Ammoniak reduziert. Mit überschüssiger Salpetersäure entsteht daraus
das Salz Ammoniumnitrat. Dieses ist insbesondere aus der Düngemittelindustrie schon
lange als spannungsrisskorrosionsauslösend bekannt. Es ist deshalb davon auszugehen,
dass auch bei den Winderhitzern, den Heißwindleitungen und bei den Heißwindschiebern
die Bildung des Ammoniumnitrat enthaltenden Korrosionsbelages mit verantwortlich für
die Auslösung der Spannungsrisskorrosion ist.
[0015] Bei der Betrachtung der Taupunkttemperatur an den Stahlblechmänteln der Winderhitzer,
der Heißwindleitungen und der Heißwindschieber konnte festgestellt werden, dass unterhalb,
aber auch oberhalb der Taupunkttemperatur korrosionsauslösende chemische Verbindungen
entstehen. Bei der Verhinderung von Korrosion kommt erschwerend hinzu, dass die in
der Gasatmosphäre befindlichen chemischen Schadstoffe und ihre Konzentrationen auch
untereinander reagieren und damit verschiedene Arten von Korrosion auslösen.
[0016] Wenn die feuchte Gasatmosphäre neben Stickoxiden NO
2 auch Schwefeloxide SO
2 enthält, wird bei der Abkühlung ein Kondensat mit Schwefelsäure H
2SO
4 und Salpetersäure HNO
3 gebildet. Bei ausreichender H
2SO
4-Konzentration wird HNO
3 nahezu vollständig zu NH
3 reduziert. Durch die Neutralisation mit H
2SO
4 werden dann Ammoniumsulfate (NH
4)
2SO
4 bzw. NH
4HSO
4 gebildet. Fehlt jedoch das SO
2 in der Gasatmosphäre, so enthält das gebildete Kondensat lediglich HNO
3. Unter diesen Bedingungen wird Ammoniumnitrat NH
4NO
3 gebildet. Dies entspricht einem 50%igen Umsatz zu NH
3, aber einer 100%igen Neutralisation der HNO
3. Dem SO
2 in der Gasatmosphäre muss deshalb eine Schutzwirkung gegenüber dem spannungsrisskorrosionsauslösenden
Ammoniumnitrat zugestanden werden, weil es dessen Entstehen durch Reduktion der Nitrationen
verhindert. Allerdings führt die Anwesenheit von SO
2 zu der bereits oben erwähnten abtragenden Korrosion.
[0017] Es sind betriebliche Maßnahmen bekannt, welche die Spannungsrisskorrosion herabsetzen
durch Verringerung der NO-Bildung, insbesondere beim Füllen. Die oben beschriebenen
Änderungen bei der Betriebsweise eines Winderhitzers wirken sich direkt auf die Neubildung
von NH
4NO
3 aus. Ist infolge der Betriebsweise jedoch bereits NH
4NO
3 auf der Stahlmanteloberfläche gebildet worden, so kann deshalb - selbst durch einen
Winderhitzerbetrieb ohne NO-Bildung - die Spannungsrisskorrosion nicht sicher unterbunden
werden. In diesem Fall bieten nur Sekundärmaßnahmen, wie beispielsweise die Außenisolierung,
einen wirkungsvollen Schutz. Die Innenisolierung ist aufgrund ihrer Gasdurchlässigkeit
kein wirkungsvoller Schutz: Auch wenn das Stahlmantelblech kurz oberhalb der Taupunkttemperatur
gehalten wird, sind doch die schwankenden Außentemperaturen eine der Ursachen dafür,
dass es zur Unterschreitung der Taupunkttemperatur kommen kann. Wie bereits erläutert
muss bei SO
2-haltigem Gasgemisch die Stahlblechmanteltemperatur auf circa 195 °C gehalten werden.
Dies hat dann nicht nur hohe Energieverluste zur Folge, sondern auch erhebliche thermische
Zugspannungen in der Stahlinantelkonstruktion. Bei Temperaturen über 120 °C sinkt
die Zugfestigkeit des Stahls, ferner wird die Passivschicht, die gegen Korrosion schützen
soll, zerstört. Auch aus Gründen der Unfallverhütung können Stahlblechmanteltemperaturen
von circa 195 °C nicht akzeptiert werden, weil sie eine Gefahr für die in der Anlage
tätigen Mitarbeiter darstellen. Aus Kostengründen kommen aber korrosionsbeständige,
hochlegierte Stähle für die Stahlkonstruktion nicht zum Einsatz.
[0018] Bereits im Einsatz befindliche, hoch wärmedämmende Innenisolierungen aus Mineralfasermatten
schützen nicht ausreichend gegen die Taupunktkorrosion, weil die Stahlblechmanteltemperaturen
bei circa 195°C gehalten werden müssen, was aber durch die äußeren Temperaturschwankungen
wie erwähnt nicht permanent möglich ist.
[0019] Die bei der aus
DE 41 38 283 C1 bekannten Absperrvorrichtung zwischen der feuerfesten Beschichtung und der Metallkonstruktion
angeordneten hoch wärmedämmenden Zusatzisolierung ist nicht gasdruckdicht, so dass
schädliche Gase an die Stahlblechmantelkonstruktion gelangen können. Bei den hier
beschriebenen heutigen Lösungen geht es primär darum, dass durch Außen- oder Innenisolierung
die Stahlblechmantelkonstruktion ausreichend warm gehalten wird, so dass es weder
zu einer Taupunktunterschreitung und infolge dessen zur Korrosion, noch zu großen
Energieverlusten kommt.
[0020] Die Befestigung des Wärmedämmmaterials erfolgt bei herkömmlichen Heißwindschiebern
beispielsweise durch Spreizanker aus Metall, welche mit Bolzenschweißgeräten an der
Stahlblechmantelkonstruktion befestigt sind. Mit den metallenen Spreizankern wird
das Wärmedämmmaterial gehalten und das Gesamtsystem durch das Einbetonieren der Feuerfestauskleidung
zusammengehalten. Nachteil dieser metallischen Lösung ist, dass die Spreizanker die
Wärme an die Stahlblechmantelkonstruktion weiterleiten. Stand der Technik sind Verankerungen,
die aus einem Gewindestift bestehen, auf welchen eine keramische Kappe befestigt wird,
um eine gewisse Wärmedämmung zu erzielen. An diesen keramischen Kappen lässt sich
allerdings eine Feuerfestbetonschicht nicht befestigen.
[0021] Die Wasserrohrleitungen für den Zu- und den Ablauf des Kühlmittels werden beim Stand
der Technik nicht isoliert, obwohl sie beim geschlossenen Schieber mit den heißen
Gas-Dampf-Gemischen in Berührung kommen. Die der geöffneten Position des Heißwindschiebers
mit dem heißen Gas-Dampf-Gemischen in Berührung kommenden Dicht- und Umgangsflächen
der Heißwindschieberplatte sowie die gehäuseseitigen Dichtflächen sind beim Stand
der Technik ebenfalls nicht isoliert. In geschlossener Position kommt die Umgangsfläche
der Heißwindschieberplatte sowie ein Gehäusedichtsitz und der auf der Absperrseite
gegenüberliegend angeordnete Dichtsitz der Heißwindschieberplatte mit dem Heißgas
in Berührung. Korrosionsprobleme an diesen nicht isolierten Dichtsitzen des Gehäuses
und der Heißwindschieberplatte sowie am Außenumfang der Heißwindschieberplatte und
an den Wasserrohrleitungen werden heute durch die Materialauswahl gelöst, indem höher
legierte Stähle mit einer entsprechend besseren Korrosionsbeständigkeit verwendet
werden. Maßnahmen gegen Energieverlust existieren jedoch nicht.
[0022] Die
DE 1 955 063 B1 offenbart eine Absperrvorrichtung für gasförmige Medien hoher Temperatur mit den
Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1. Insbesondere ist dort vorgesehen; daß die
innere Struktur aus einer Feuerfestauskleidung besteht, hinter der sich dann die Isolierung
befindet.
[0023] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Absperrvorrichtung für eine
technische Anlage dahingehend weiterzuentwickeln, dass Säure- und Spannungsrisskorrosion
am Stahlblechmantel weitestgehend vermieden wird, obwohl auf den Einsatz teure Materialien
verzichtet werden soll.
[0024] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Absperrvorrichtung entsprechend dem Patentanspruch
1 gelöst. Die an der Innenseite der Trägerkonstruktion, also der Innenwandunp- der
Stahlblechmanteloberfläche, angeordnete Gas-Dampf-Gemisch-Sperre verhindert dabei
dass schädliche Gas-Dampf-Gemische überhaupt mit der Stahlblechmantelkonstruktion
in Berührung kommen.
[0025] Die Erfindung kann eingesetzt werden bei technischen Anlagen aus der Gruppe der Heißwindschieber,
Winderhitzer, Winderhitzerleitungen oder Abgasleitungen in Kraftwerken, bei denen
wie oben beschrieben Umgebungsluft erhitzt wird und diese durch Änderung in der chemischen
Zusammensetzung ein korrosives Kondensat bildet.
[0026] Die Erfindung beschreibt insbesondere eine Absperrvorrichtung für gasförmige Medien
hoher Temperatur, insbesondere zur Absperrung der Heißgasleitungen, die von Winderhitzern
zu einem Hochofen führen, wobei die Absperrvorrichtung aus einer Trägerkonstruktion
besteht, mit in einem Gehäuse beweglich angeordnetem, durch ein Kühlmedium gekühltes
Absperrorgan, wobei mit dem Heißgas in Berührung kommende Flächen teilweise mit einer
feuerfesten Beschichtung versehen sind und eine Gas-Dampf-Gemisch-Sperre an der Innenseite
der Trägerkonstruktion angeordnet ist.
[0027] Neuere Untersuchungen der Wärmeverteilung innerhalb solcher Vorrichtungen vom Durchgang
über den Schachtbereich bis in die Haube haben gezeigt, dass in Teilbereichen der
Vorrichtung temperaturabhängig auf eine Feuerfestbeschichtung mit Feuerfest- oder
Feuerleichtbeton verzichtet werden kann. Hier ist es völlig ausreichend feuerbeständige
Materialien zu verwenden. In weiteren Teilbereichen kann man Materialien verwenden,
deren Beständigkeit unterhalb einer Temperaturgrenze von 600 °C liegt.
[0028] An diesen Stellen verwendet man in der hier vorgestellten neuen Technologie Materalien
mit einer feinporösen Xonolit-Struktur, deren Kristalle als feinporöser Dämmstoff
und als Matrixstabilisator pyrogene Kieselsäuren haben. Solche Materialien zeichnen
sich durch ihre Homogenität, Festigkeit und gute Verarbeitbarkeit aus; ferner sind
ihre Wärmeleitfähigkeitswerte um ein Vielfaches niedriger als z.b. Feuerfest- oder
Feuerleichtbeton. Wenn bisher Wärmedämmstoffe üblicherweise als Hinterdämmung eingesetzt
wurden, lassen sich diese neuen Werkstoffe auch direkt im Feuerraum einsetzen. Es
handelt sich dabei beispielweise um Wärmedämmplatten mit einer Vermiculit-Beschichtung.
[0029] Für den Spezialisten gilt die DIN 51060 Juni 2000: Diese Norm beinhaltet die DIN-EN
993 März 1997, in der für "feuerfest" ein Temperaturbereich von 1500-1800 °C angegeben
ist.
[0030] Im allgemeinen Sprachgebrauch werden solche Erzeugnisse als "feuerfest" bezeichnet,
die bei hohen Temperaturen (etwa 600 bis 2000 °C) beständig sind. Wenn wir von Teilbereichen
innerhalb der Vorrichtung sprechen, für die keine Feuerfestbeschichtung mit Feuerfest-
oder Feuerleichtbeton notwendig ist, sprechen wir von Temperaturbereichen kleiner
600°C, um uns dem allgemeinen Sprachgebrauch anzupassen.
[0031] Die Wärmedämmplatten mit einer Vermiculit-Beschichtung haben aber Klassifizierungstemperaturen
von um die 1000°C und sind somit zwar im Sprachgebrauch "feuerfest", aber nicht mehr
entsprechend der vom Fachmann zu berücksichtigenden Normtemperatur von 1500°C.
[0032] Vorteil der Erfindung ist, dass bei Verwendung einer Gas-Dampf-Gemisch-Sperre die
Wärmedämmung gesteigert und somit Energieverlust vermindert werden kann, da die Stahlblechmanteltemperatur
bis auf die Umgebungstemperatur oder darunter abgesenkt werden kann, weil die Taupunkttemperaturunterschreitung
im Innenraum keine Rolle mehr spielt.
[0033] Nach einer weiteren Ausführungsform ist die Gas-Dampf-Gemisch-Sperre alternativ ausgeführt
durch
- (a) Anordnen zwischen der feuerfesten Auskleidung, beispielsweise einem Feuerfestbeton,
einem Feuerleichtbeton oder Feuerleichtsteinen, oder feuerraurnbeständigen Wärmedämmplatten
mit Vermiculit-Oberfläche und der Wärmedämmung,
- (b) Integrieren in der feuerfesten Auskleidung bei einem mehrschichtigen Aufbau derselben.
[0034] Vorteil der Variante (a) ist, dass die Gas-Dampf-Gemisch-Sperre bei Anordnung zwischen
der Feuerfestauskleidung und der Wärmedämmung so ausgeführt sein kann, dass kein Wasser
an die Wärmedämmung gelangt, diese also nicht zwangsläufig aus wasserabweisendem Material
hergestellt werden muss. Die Ursache für die Verwendung wasserabweisenden Materials
bei der Herstellung der Wärmedämmung liegt in der Verarbeitung der feuerfesten Auskleidung.
Bei der Verarbeitung von Feuerfestbeton oder Feuerleichtbeton wird Wasser verwendet,
welches an das für die Wärmedämmung verwendete Material gelangt.
[0035] Je höher die Temperaturbeständigkeit der Gas-Dampf-Gemisch-Sperre ist, desto dichter
kann sie an die gasförmigen korrosiven Medien hoher Temperatur geführt werden, also
in die feuerfeste Auskleidung integriert werden (Variante (b)). Je nachdem, aus welchem
Werkstoff, metallisch oder nicht metallisch, die Gas-Dampf-Gemisch-Sperre ausgeführt
ist, sind weitere Parameter zu berücksichtigen, wie beispielsweise das Wärmeausdehnungsverhalten
und auch das Korrosionsverhalten der Gas-Dampf-Gemisch-Sperre selbst.
[0036] Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird als Wärmedämmstoff ein Stoff mit einer
deutlich gegenüber den im Patent
DE 41 38 283 C1 vorgeschlagenen Mineralfasermatten reduzierten Wärmeleitfähigkeit verwendet, und
zwar Pulver-Filamentmischungen in festen Platten, in Blöcken oder in Glasgewebe gepresst.
Deren Wärmeleitfähigkeit ist um das Vierfache bis Fünffache geringer als die von Mineralfasermatten.
Durch Reduzierung der Dicke des Wärmedämmstoffes ist es konstruktiv möglich, eine
Gas-Dampf-Gemisch-Sperre hinzuzufügen und trotzdem das Gehäuse der Absperrvorrichtung
mit bekannten Dimensionen zu konstruieren.
[0037] Nach einer bevorzugten Ausführungsform lässt sich durch den Einsatz von in Vakuum
evakuiertem, gepresstem Pulver-Filament die Wärmeleitfähigkeit in einem Temperaturbereich
von 100 °C bis 500 °C auf die Größenordnung von λ < 0,01 W/mK bis λ < 0,016 W/mK verringern.
So können die Dicken der Wärmedämmschichten erheblich reduziert und die Trägerkonstruktionen
mit weniger Innenraum ausgeführt werden. Dadurch werden die Trägerkonstruktionen preisgünstiger.
Das Wärmedämmmaterial wird durch die Vakuumverkleidung zusätzlich vor Feuchtigkeit
und Wasser geschützt. Wasserabweisende, nicht durch eine Vakuumverkleidung geschützte
Pulver-Filamente müssen vom Hersteller extra behandelt werden, um eine wasserabweisende
Eigenschaft zu erreichen. Diese gepressten Pulver-Filamente sind teurer, haben eine
höhere Wärmeleitfähigkeit und somit eine geringere Wärmedämmung. Wird kein vakuumverkleidetes
Pulver-Filament verwendet, übernimmt die Gas-Dampf-Gemisch-Sperre auch den Schutz
vor Feuchtigkeit und Wasser, allerdings verdoppelt sich dabei in etwa die Wärmeleitfähigkeit.
Der Umfang der Wärmedämmung lässt sich der Temperaturverteilung im Innenraum der Trägerkonstruktion
entsprechend anpassen.
[0038] Nach einer anderen Ausführungsform der Erfindung besteht die Gas-Dampf-Gemisch-Sperre
der Absperrvorrichtung alternativ aus
(d) einem Metall
(e) einem Nichtmetall oder
(f) einer Vakuumhülle.
[0039] Nach Variante (d) ist die Gas-Dampf-Gemisch-Sperre metallisch. Dann muss auch das
Hochtemperaturkorrosionsverhalten berücksichtigt werden, da bei einer metallischen
Ausführung eine Mindesttemperatur eingehalten werden muss, die über dem Taupunkt des
verwendeten Gas-Dampf-Gemisches liegt, im Beispiels eines Heißwindschiebers bei circa
200°C. Bei dieser Ausführungsform lässt sich die Gas-Dampf-Gemisch-Sperre auch in
der Wärmedämmung integrieren oder zwischen der feuerfesten Auskleidung und der Wärmedämmung.
[0040] Nach Variante (e) ist die Gas-Dampf-Gemisch-Sperre nicht metallisch ausgeführt, so
dass sie nicht durch Korrosion angegriffen werden kann. Eventuell jedoch entstehende
Kondensate müssten abgeführt werden, so dass bevorzugt die Mindesttemperatur von 200°C
bei einem Heißwindschieber ebenfalls eingehalten wird.
[0041] Nach Variante (f) ist die Gas-Dampf-Gemisch-Sperre als Vakuumhülle einer vakuumevakuierten
Wärmedämmung mit einem Pulver-Filament-Material ausgeführt. Variante (f) reduziert
die Kosten, da das Material für die Wärmedämmung nicht wasserabweisend sein braucht.
[0042] Die einzelnen Komponenten Material zum Wärmedämmen, Gas-Dampf-Gemisch-Sperre und
Feuerfestbeschichtung beeinflussen sich gegenseitig und müssen in ihrer Wärmeausdehnung
so zueinander abgestimmt werden, dass sie sich zueinander bewegen können, ohne sich
dabei zu beschädigen.
[0043] An technischen Anlagen, wie beispielsweise einem Heißwindschieber, befinden sich
unter anderem innenbewegliche Teile wie die wassergekühlte Schieberplatte mit den
umlaufend stirnseitigen Dichtflächen. Auch solche gekühlten Bauteile lassen sich mit
der oben beschriebenen Technik zum einen feuerfest schützen, zum anderen mit einer
Gas-Dampf-Gemisch-Sperre versehen und des weiteren wärmedämmend isolieren. Dies nicht
nur an den Absperrflächen, sondern auch am gesamten Umfang, bis auf die eigentlichen
metallischen Dichtflächen.
[0044] Die Erfindung wird im folgenden lediglich beispielhaft erläutert, wobei
- Figur 1
- eine Absperrvorrichtung in einem Schnitt quer zur Strömungsrichtung zeigt,
- Figur 2
- die in Figur 1 dargestellte Absperrvorrichtung in einem Schnitt parallel zur Strömungsrichtung
zeigt,
- Figur 3
- in einem Schnitt einen Ausschnitt der Innenverkleidung mit zwischen einer feuerfesten
und einer wärmedämmenden Schicht angeordneter Gas-Dampf- Gemisch-Sperre zeigt,
- Figur 4
- in einem Schnitt ein Ausführungsbeispiel mit innerhalb der feuerfesten Aus- kleidung
integrierter Gas-Dampf-Gemischsperre zeigt,
- Figur 5
- in einem Schnitt ein Ausführungsbeispiel mit einer Gas-Dampf-Gemisch- Sperre zeigt,
welche innerhalb einer mehrschichtig aufgebauten Wärmedäm- mung integriert ist, und
- Figur 6
- in einem Schnitt ein Ausführungsbeispiel mit einer Gas-Dampf-Gemisch- Sperre zeigt,
welche als Vakuumhülle ausgebildet ist.
[0045] Figur 1 zeigt eine Absperrvorrichtung in einem Schnitt quer zur Strömungsrichtung,
die als Heißwindschieber ausgebildet ist. Das Schiebergehäuse 1 weist eine angeflanschte
Haube 2 auf, in die eine als Absperrorgan ausgebildete Schieberplatte 3 einschiebbar
ist. Diese Schieberplatte 3 ist als Hohlkörper ausgebildet und innen mit spiralförmig
verlaufenden Kühlmittelkanälen versehen, die von einem Kühlmittel durchströmt werden.
Die Schieberplatte 3 ist an zwei Schubstangen 4a, 4b aufgehängt, welche hohl ausgebildet
sind und zugleich der Zufuhr 4b und Abfuhr 4a von Kühlmittel dienen. Die Schubstangen
4a und 4b verlaufen durch eine an der Oberseite des Gehäuses 1 angeflanschte Haube
2, die so geformt und bemessen ist, dass sie bei Öffnungsstellung der Absperrvorrichtung
die Schieberplatte 3 aufnehmen kann. An der Oberseite der Haube 2 befmden sich Durchtrittsöffnungen
für die Schubstangen 4a und 4b. Stopfbuchsdichtungen an den Durchtrittsöffnungen dienen
der Trennung der Innenraumumgebung des Heißwindschiebers von der Umgebung. Nicht dargestellt
ist der Verstellmechanismus für die beiden Schubstangen 4a und 4b. Die Haube 2 ist
an ihrer Außenseite mit Verstärkungsrippen 5 versehen, welche auf eine für die mechanische
Festigkeit erforderliche Anzahl reduziert sind. Die mit dem Heißgas in Berührung kommenden
Innenflächen der Vorrichtung sind mit feuerfesten Beschichtungen 6 versehen. Die direkt
im Heißgasstrom liegenden Flächen, d. h. also die Schieberplatte 3 und die Innenwandung
des Gehäuses 1 sind mit einer hinreichend dicken Schicht aus einem dichten und mechanisch
besonders beständigen Feuerfestbeton 6 beschichtet. Diese Schicht 6 ist mittels Spreizankem
9 an der Trägerkonstruktion befestigt. Bei der dargestellten Variante ist zwischen
der Schicht aus Feuerfestbeton 6 und der tragenden Metallkonstruktion eine hoch wärmedämmende
Schicht 7 angeordnet. Die Innenflächen der Haube 2 und andere nicht unmittelbar mit
dem Heißgas in Berührung kommende Innenflächen sind demgegenüber mit einem Feuerleichtbeton
8 verkleidet. Die Gas-Dampf-Gemisch-Sperre ist alternativ in der feuerfesten Schicht
6 oder in der wärmedämmenden Schicht 7 integriert oder zwischen den beiden angeordnet.
[0046] Figur 2 zeigt die in Figur 1 dargestellte Absperrvorrichtung in einem Schnitt parallel
zur Strömungsrichtung. Die Gas-Dampf-Gemisch-Sperre 10 ist als im Vergleich zur feuerfesten
Schicht 6 relativ dünne Schicht zwischen der Metallkonstruktion des Gehäuses 1 und
der feuerfesten Beschichtung 6 angeordnet.
[0047] Figur 3 zeigt in einem Schnitt durch das Schiebergehäuse 1 und durch die innenliegend
angeordneten Schichten wärmedämmende Schicht 7 und feuerhemmende Schicht 6 einen Ausschnitt
der Innenverkleidung. In diesem Ausführungsbeispiel besteht die Gas-Dampf-Gemisch-Sperre
10 aus einem Blech oder einer metallischen Folie und ist zwischen der wärmedämmenden
Schicht 7 und der feuerhemmenden Schicht 6 angeordnet.
[0048] Figur 4 zeigt in einem Schnitt entsprechend dem der Figur 3 ein Ausführungsbeispiel
mit innerhalb der feuerfesten Auskleidung 6 integrierter Gas-Dampf-Gemisch-Sperre
10 bei mehrschichtigem Aufbau der feuerfesten Auskleidung 6.
[0049] Figur 5 zeigt in einem Schnitt entsprechend dem der Figur 3 ein Ausführungsbeispiel
mit einer Gas-Dampf-Gemisch-Sperre 10, die innerhalb einer mehrschichtig aufgebauten
Wärmedämmung 7 integriert ist. Die Gas-Dampf-Gemisch-Sperre 10 kann dabei beispielsweise
aus Kunststoff bestehen, welcher mit Glasfasern oder mit Kohlefasern verstärkt sein
kann.
[0050] Figur 6 zeigt in einem Schnitt entsprechend dem der Figur 3 ein Ausführungsbeispiel
mit einer Gas-Dampf-Gemisch-Sperre 10, die als Vakuumhülle ausgebildet ist, welche
aus einem metallischen Material oder einem nichtmetallischen Material bestehen kann
oder aus einer Kombination dieser beiden Materialien. Die Vakuumhülle schließt dabei
wärmedämmendes Material 7 ein.
[0051] Das Material für die Wärmedämmung ist bevorzugt eine in Platten verpresste Pulver-Filament-Mischung,
beispielsweise Al
2O
3 + SiO
2.
[0052] Zusammengefasst betrifft die Erfindung eine Trägerkonstruktion einer technischen
Anlage aus nicht korrosionsbeständigem Material, deren Innenwandung zumindest vorübergehend
ein korrosives und abrasives Gas-Dampf-Gemisch beinhaltet und vor Säurekorrosion durch
eine Gas-Dampf-Gemisch-Sperre geschützt wird, welche einen mechanischen Schutz vor
Durchdringen des Gas-Dampf-Gemisches durch die wärmedämmende Isolierung bis an die
Innenwandung der Trägerkonstruktion bildet.