| (19) |
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(11) |
EP 1 782 437 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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17.02.2010 Patentblatt 2010/07 |
| (22) |
Anmeldetag: 25.08.2005 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2005/009193 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2006/024455 (09.03.2006 Gazette 2006/10) |
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| (54) |
MAGNETORHEOLOGISCHE MATERIALIEN MIT HOHEM SCHALTFAKTOR UND DEREN VERWENDUNG
MAGNETO-RHEOLOGICAL MATERIALS HAVING A HIGH SWITCH FACTOR AND USE THEREOF
MATERIAUX MAGNETORHEOLOGIQUES A FACTEUR DE COMMUTATION ELEVE ET LEUR UTILISATION
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
27.08.2004 DE 102004041650
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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09.05.2007 Patentblatt 2007/19 |
| (73) |
Patentinhaber: Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der
angewandten Forschung e.V. |
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80686 München (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- BÖSE, Holger
97080 Würzburg (DE)
- TRENDLER, Alexandra-Maria
97082 Würzburg (DE)
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| (74) |
Vertreter: Pfenning, Meinig & Partner GbR |
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Patent- und Rechtsanwälte
Theresienhöhe 13 80339 München 80339 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A-93/21644 US-A- 5 971 835 US-B1- 6 395 193
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US-A- 5 900 184 US-A1- 2004 105 980
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf magnetorheologische Materialien mit hohem
Schaltfaktor, insbesondere auf magnetorheologische Flüssigkeiten (MRF) mit hohem Schaltfaktor,
sowie deren Verwendung.
[0002] MRF sind Materialien, die unter Einwirkung eines äußeren Magnetfeldes ihr Fließverhalten
ändern. Wie bei ihren elektrorheologischen Analoga, den sogenannten elektrorheologischen
Flüssigkeiten (ERF) handelt es sich in der Regel um nicht-kolloidale Suspensionen
aus in einem magnetischen bzw. elektrischen Feld polarisierbaren Teilchen in einer
Trägerflüssigkeit, die gegebenenfalls weitere Additive enthält.
[0003] Die Grundlagen der MRF und erste Vorrichtungen zur Ausnutzung des magnetorheologischen
Effekts gehen auf Jacob Rabinow im Jahr 1948 zurück (
Rabinow, J., Magnetic Fluid Clutch, National Bureau of Standards Technical News Bulletin
33(4) 54-60, 1948;
U.S. Patent 2,575,360). Nach anfänglich großem Aufsehen ebbte das Interesse an MRF zunächst ab, um ab Mitte
der neunziger Jahre eine Renaissance zu erleben (
Bullough, W.A. (Editor), Proceedings of the 5th International Conference on Electro-Rheological
Fluids, Magneto-Rheological Suspensions and Associated Technology (1.), Singapore,
New Jersey, London, Hong Kong: World Scientific Publishing, 1996). Inzwischen sind zahlreiche magnetorheologische Flüssigkeiten und Systeme kommerziell
erhältlich wie z. B. MRF-Bremsen sowie unterschiedliche Vibrations- und Stossdämpfer
(
Mark R. Jolly, Jonathan W. Bender, and J. David Carlson, Properties and Applications
of Commercial Magnetorheological Fluids, SPIE 5th Annual Int Symposium on Smart Structures
and Materials, San Diego, CA, March 15, 1998). Nachfolgend werden einige spezielle Eigenschaften von MRF und deren Beeinflussbarkeit
beschrieben.
[0004] MRF sind meist nicht-kolloidale Suspensionen magnetisierbarer Teilchen, von ca. einem
Mikrometer bis zu einem Millimeter Größe in einer Trägerflüssigkeit. Zur Stabilisierung
der Partikel gegenüber Sedimentation und zur Verbesserung der Anwendungseigenschaften
kann die MRF außerdem Additive wie z. B. Dispergierhilfsmittel und verdickend wirkende
Zusatzstoffe enthalten. Ohne äußeres Magnetfeld sind die Partikel idealerweise homogen
und isotrop verteilt, so dass die MRF im magnetfreien Raum eine geringe dynamische
Basisviskosität η
o [gemessen in Pa·s] aufweist. Bei Anlegen eines äußeren Magnetfeldes H ordnen sich
die magnetisierbaren Teilchen in kettenartigen Strukturen parallel zu den magnetischen
Feldlinien an. Dadurch wird das Fließvermögen der Suspension eingeschränkt, was sich
makroskopisch als Viskositätsanstieg bemerkbar macht. Die feldabhängige dynamische
Viskosität η
H nimmt dabei in der Regel monoton mit der applizierten Magnetfeldstärke H zu.
[0005] In der Praxis wird die dynamische Viskosität einer MRF mit einem Rotationsviskosimeter
bestimmt. Hierzu wird die Schubspannung τ [gemessen in Pa] bei verschiedenen Magnetfeldstärken
und vorgegebener Scherrate D [in s
-1] gemessen. Dabei wird die dynamische Viskosität η [in Pa·s] durch

definiert.
[0006] Die Änderungen im Fließverhalten der MRF hängen von der Konzentration und Art der
magnetisierbaren Teilchen ab, von ihrer Form, Größe und Größenverteilung; aber auch
von den Eigenschaften der Trägerflüssigkeit, den zusätzlichen Additiven, dem angelegten
Feld, der Temperatur und anderen Faktoren. Die gegenseitigen Wechselbeziehungen all
dieser Parameter sind äußerst komplex, so dass einzelne Verbesserungen einer MRF im
Hinblick auf eine spezielle Zielgröße immer wieder Gegenstand von Untersuchungen und
Optimierungsbemühungen gewesen sind.
[0007] Ein Forschungsschwerpunkt war dabei die Entwicklung von MRF mit hohem Schaltfaktor.
In Gleichung (2) wird der Schaltfaktor w
D bei einer festen Scherrate D definiert als Verhältnis der Schubspannung τ
H der MRF im externen Magnetfeld H zur Schubspannung τ
O ohne Magnetfeld:

[0008] Die externe Magnetfeldstärke H [gemessen in A/m] ist nach Gleichung (3) mit der magnetischen
Flussdichte B [gemessen in N/A·m = T] korreliert

Mit
µ
r: relative Permeabilität des Mediums, dessen magnetische Flussdichte bestimmt werden
soll,
µ
o = 4 · π · 10
-7 V·s/A·m : absolute Permeabilität.
[0009] Da es sich in der Praxis als nützlich erwiesen hat, magnetische Kennzahlen als Funktion
der magnetischen Flussdichte B anzugeben, wird nachfolgend auch der Schaltfaktor auf
dieses Bezugssystem transformiert.

Mit
τ
B: Schubspannung der MRF im externen Magnetfeld
H mit der magnetischen Flussdichte B.
[0010] Der Schaltfaktor w
D kann somit als Maß für die Umsetzbarkeit einer magnetischen Anregung in eine rheologische
Zustandsänderung der MRF angesehen werden. Ein "hoher" Schaltfaktor bedeutet, dass
mit einer geringen magnetischen Flussdichteänderung B eine große Änderung der Schubspannung
τ
B/τ
O bzw. der dynamischen Viskosität η
B/η
O in der MRF erzielt wird. In der Vergangenheit hat es zahlreiche Ansätze gegeben,
den Schaltfaktor durch geeignete Wahl der magnetisierbaren Teilchen im Hinblick auf
eine höhere Effektivität der MRF zu optimieren.
[0011] In der Regel werden für MRF kugelförmige Partikel aus Carbonyleisen eingesetzt. Es
sind aber auch MRF mit anderen magnetisierbaren Stoffen sowie Stoffgemischen bekannt.
So beschreibt die
WO 02/45102 A1 eine MRF mit einer Mischung aus hochreinen Eisenpartikeln und Ferritpartikeln, um
die Eigenschaften der MRF mit und ohne Magnetfeld gleichzeitig zu optimieren. Über
die Partikelform und -größe werden keine Angaben gemacht. Desweiteren gibt es zahlreiche
Patente zu speziellen Teilchengeometrien und -verteilungen.
[0012] Aus
US 5,667,715 sind MRF bekannt, die kugelförmige Teilchen mit einer bimodalen Partikelgrößenverteilung
enthalten, wobei das Verhältnis der mittleren Partikelgrößen der beiden Fraktionen
zwischen 5 und 10 liegt. Außerdem darf die Breite der Partikelgrößenverteilungen der
beiden Einzelfraktionen den Wert von zwei Drittel der jeweiligen mittleren Partikelgrößen
nicht überschreiten. In
US 5,900,184 und
US 6,027,664 werden ebenfalls MRF mit bimodalen Partikelgrößenverteilungen beschrieben, wobei
das Verhältnis der mittleren Partikelgrößen der beiden Fraktionen zwischen 3 und 15
liegt. In
EP 1 283 530 A2 wird die Konzentration der magnetisierbaren Partikel, die wiederum in bimodaler Größenverteilung
vorliegen, mit 86 - 90 Massen-% angegeben.
[0013] US 6,610,404 B2 beschreibt ein magnetorheologisches Material aus magnetischen Partikeln mit definierten
geometrischen Merkmalen wie z.B. Zylinder- oder Prismenformen u. a.. Die Herstellung
derartiger Partikel ist sehr aufwendig. Bei stark asymmetrischen Teilchen ist außerdem
mit einer hohen Basisviskosität der MRF zu rechnen. In
US 6,395,193 B1 und
WO 01/84568 A2 werden magnetorheologische Zusammensetzungen mit nichtsphärischen magnetischen Teilchen
beschrieben, doch werden diese nicht mit kugelförmigen magnetischen Teilchen kombiniert.
[0014] Aus
WO 93/21644 ist eine magnetorheologische Zusammensetzung bekannt, die weichmagnetische sphärische
Karbonyleisenpartikel (1 - 10μm) und hartmagnetische Eisenoxid- oder Chromdioxidpartikel
(0.1 - 1μm) enthält.
[0015] Allen genannten MRF ist gemeinsam, dass sie zur Erzielung eines hohen Schaltfaktors
auf spezielle Partikelgrößen bzw. Partikelgrößenverteilungen und/oder definierte Teilchengeometrien
angewiesen sind. Dadurch wird ihre Präparation aufwendig und entsprechend kostspielig.
[0016] Hiervon ausgehend ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung magnetorheologische
Materialien mit hohem Schaltfaktor, insbesondere MRF mit hohem Schaltfaktor, vorzuschlagen,
deren Präparation weniger aufwendig und damit kostengünstig ist.
[0017] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen derartig hergestellter magnetorheologischer Materialien,
insbesondere MRF, werden in den abhängigen Ansprüchen beschrieben. Desweiteren geben
die Patentansprüche 17 bis 19 Verwendungsmöglichkeiten derartig hergestellter magnetorheologischer
Materialien an.
[0018] Erfindungsgemäß werden somit magnetorheologische Materialien, insbesondere MRF, mit
zwei Arten von magnetisierbaren Partikeln vorgeschlagen, wobei die erste Partikelfraktion
p aus unregelmäßig geformten nichtsphärischen Teilchen besteht und die zweite Fraktion
q aus sphärischen Teilchen. Durch die Kombination von unregelmäßig geformten nichtsphärischen
Partikeln und sphärischen Partikeln in dem Trägermedium werden überraschenderweise
sowohl eine niedrige Basisviskosität ohne Feld als auch eine hohe Schubspannung im
externen Magnetfeld erreicht. Das heißt, die erfindungsgemäßen magnetorheologischen
Materialien weisen einen außergewöhnlich hohen Schaltfaktor auf. Außerdem ist die
Herstellung der unregelmäßig geformten Partikelfraktion p wenig aufwendig und somit
äußerst preisgünstig. Bevorzugt ist die mittlere Partikelgröße der Fraktion p gleich
oder größer als diejenige der Fraktion q. Durch den Einsatz von unregelmäßig geformten,
nichtsphärischen Teilchen entsteht also ein signifikanter Kostenvorteil im Vergleich
zur Herstellung bekannter Materialien.
[0019] Es hat sich herausgestellt, dass z.B. bei einer MRF, die zum Vergleich nur kleine
kugelförmige Partikel enthält, die Basisviskosität deutlich erhöht ist. Dagegen werden
bei einer anderen MRF, die nur die großen unregelmäßig geformten Partikel enthält,
deutlich geringere Schubspannungen im Magnetfeld festgestellt. Die MRF mit einer Kombination
aus großen unregelmäßig geformten, nichtsphärischen Teilchen und kleinen sphärischen
Teilchen weist damit ein deutlich verbessertes Eigenschaftsprofil auf.
[0020] Eine vorteilhafte Ausgestaltungsform der erfindungsgemäßen magnetorheologischen Materialien
sieht vor, dass die mittlere Partikelgröße der Fraktion p bevorzugt mindestens den
doppelten Wert der mittleren Partikelgröße der Fraktion q aufweist. Weiterhin ist
es günstig, wenn die mittleren Partikelgrößen der Fraktionen p und q zwischen 0,01
µm und 1000 µm, bevorzugt zwischen 0,1 µm und 100 µm, liegen.
[0021] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltungsform der erfindungsgemäßen magnetorheologischen
Materialien sieht vor, dass das Volumenverhältnis der Fraktionen p und q zwischen
1 : 99 und 99 : 1, bevorzugt zwischen 10 : 90 und 90 : 10, liegt.
[0022] Erfindungsgemäß werden die magnetisierbaren Partikel aus weichmagnetischen Partikeln
nach dem Stand der Technik gebildet. Dies bedeutet, dass die magnetisierbaren Partikel
sowohl aus der Menge der weichmagnetischen metallischen Werkstoffe wie Eisen, Cobalt,
Nickel (auch in nichtreiner Form) und Legierungen daraus wie Eisen-Cobalt, Eisen-Nickel;
magnetischer Stahl; Eisen-Silizium ausgewählt werden können als auch aus der Menge
der weichmagnetischen oxidkeramischen Werkstoffe wie den kubischen Ferriten, den Perowskiten
und den Granaten der allgemeinen Formel
MO·Fe
2O
3
mit einem oder mehreren Metallen aus der Gruppe M = Mn, Fe, Co, Ni, Cu, Zn, Ti, Cd
oder Mg.
[0023] Daneben können aber auch Mischferrite wie MnZn-, NiZn-, NiCo-, NiCuCo-, NiMg- oder
CuMg-Ferrite eingesetzt werden.
[0024] Die magnetisierbaren Partikel können aber auch aus Eisencarbid- oder Eisennitridpartikeln
bestehen sowie aus Legierungen von Vanadium, Wolfram, Kupfer und Mangan sowie aus
Mischungen aus den genannten Partikelmaterialien oder aus Mischungen unterschiedlicher
magnetisierbarer Feststoffarten. Dabei können die weichmagnetischen Werkstoffe auch
alle oder teilweise in verunreinigter Form vorliegen.
[0025] Als Trägermedium im Sinne der Erfindung werden Trägerflüssigkeiten sowie Fette, Gele
oder Elastomere angesehen. Als Trägerflüssigkeiten können die aus dem Stand der Technik
bekannten Flüssigkeiten, wie Wasser, Mineralöle, synthetische Öle wie Polyalphaolefine,
Kohlenwasserstoffe, Siliconöle, Ester, Polyether, fluorierte Polyether, Polyglykole,
fluorierte Kohlenwasserstoffe, halogenierte Kohlenwasserstoffe, fluorierte Silicone,
organisch modifizierte Silicone sowie Copolymere daraus oder Mischungen aus diesen
Flüssigkeiten eingesetzt werden.
[0026] In einer vorteilhaften Ausgestaltungsform der erfindungsgemäßen magnetorheologischen
Materialien können der Suspension zur Herabsetzung der Sedimentation anorganische
Partikel wie SiO
2, TiO
2, Eisenoxide, Schichtsilicate oder organische Additive sowie Kombinationen daraus
zugegeben werden.
[0027] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltungsform der erfindungsgemäßen magnetorheologischen
Materialien sieht vor, dass die anorganischen Partikel mindestens zum Teil organisch
modifiziert sind.
[0028] Weitere besondere Ausführungsformen der magnetorheologischen Materialien sehen vor,
dass die Suspension zur Herabsetzung von Abrasionserscheinungen partikelförmige Additive
wie Graphit, Perfluorethylen oder Molybdänverbindungen wie Molybdändisulfit sowie
Kombinationen daraus enthält. Es ist auch möglich, dass die Suspension zum Einsatz
für die Oberflächenbehandlung von Werkstücken spezielle abrasiv wirkende und/oder
chemisch ätzende Zusatzstoffe wie z.B. Korund, Ceroxide, Siliziumcarbid oder Diamant
enthält.
[0029] Insgesamt hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der Anteil der magnetisierbaren
Partikel zwischen 10 und 70 Vol.-%, bevorzugt zwischen 20 und 60 Vol.-%, liegt; der
Anteil des Trägermediums zwischen 20 und 90 Vol.-%, bevorzugt zwischen 30 und 80 Vol.-%,
liegt und der Anteil der nichtmagnetisierbaren Additive zwischen 0,001 und 20 Massen-%,
bevorzugt zwischen 0,01 und 15 Massen-% (bezogen auf die magnetisierbaren Feststoffe),
liegt.
[0030] Die Erfindung betrifft weiterhin die Verwendung der vorstehend näher beschriebenen
Materialien.
[0031] Eine vorteilhafte Ausgestaltungsform der erfindungsgemäßen magnetorheologischen Materialien
sieht deren Verwendung in adaptiven Stoß- und Schwingungsdämpfern, steuerbaren Bremsen,
Kupplungen sowie in Sport- oder Trainingsgeräten vor. Spezielle Materialien können
auch zur Oberflächenbearbeitung von Werkstücken eingesetzt werden.
[0032] Letztlich können die magnetorheologischen Materialien auch zur Erzeugung und/oder
Darstellung haptischer Informationen wie Schriftzeichen, computersimulierter Objekte,
Sensorsignale oder Bilder, in haptischer Form, zur Simulation von viskosen, elastischen
und/oder viskoelastischen Eigenschaften bzw. der Konsistenzverteilung eines Objekts,
insbesondere zu Trainings- und/oder Forschungszwecken und/oder für medizinische Anwendungen,
eingesetzt werden.
[0033] Im Folgenden wird ein Beispiel für die Herstellung der erfindungsgemäßen magnetorheologischen
Materialien, insbesondere die Herstellung einer magnetorheologischen Flüssigkeit (MRF),
beschrieben.
Beispiel 1
[0034] Eingesetzte Edukte:
- Polyalphaolefin mit einer Dichte von 0,83 g/cm3 bei 15° C und einer kinematischen Viskosität von 48,5 mm/s2 bei 40° C,
- unregelmäßig geformte Eisenpartikel (p) mit einer mittleren Teilchengröße von 41 µm,
gemessen in Isopropanol mittels Laserbeugung mit Hilfe eines Mastersizers S der Firma
Malvern Instruments,
- kugelförmige Eisenpartikel (q) mit einer mittleren Teilchengröße von 4,7 µm, gemessen
in Isopropanol mittels Laserbeugung mit Hilfe eines Mastersizers S der Firma Malvern
Instruments.
[0035] 80 ml einer Suspension mit 35,00 Vol.-% Eisenpulver, davon 23,33 Vol-% unregelmäßig
geformte Partikel (p) und 11,66 Vol.-% kugelförmige Partikel (q), in Polyalphaolefin
werden wie folgt hergestellt:
43,16 g Polyalphaolefin werden in einem Stahlbehälter von 250 ml Inhalt auf 0,001
g Einwaagegenauigkeit eingewogen. Unter ständigem Rühren werden dann zuerst 146,96
g des unregelmäßig geformten Eisenpulvers (p) langsam eingestreut, anschließend erfolgt
in gleicher Weise die Zugabe von 73,45 g der kugelförmigen Eisenpartikel (q). Die
Dispergierung des Eisenpulvers im Öl erfolgt mit Hilfe eines Dispermat der Firma VMA-Getzmann
GmbH mittels einer Dissolverscheibe mit einem Durchmesser von 30 mm, wobei ein Abstand
zwischen der Dissolverscheibe und dem Behälterboden von 1 mm besteht. Die Behandlungsdauer
beträgt 3 min bei ca. 6500 Umdrehungen pro Minute. Die Rührgeschwindigkeit ist der
Viskosität des Ansatzes dann optimal angepasst, wenn die Drehscheibe unter Bildung
einer Trombe von oben deutlich sichtbar ist.
[0036] Die derart hergestellte magnetorheologische Flüssigkeit
MRF 3 mit der Eisenpartikelmischung (p) + (q) wurde anschließend hinsichtlich ihrer Eigenschaften
charakterisiert und mit zwei weiteren entsprechend hergestellten magnetorheologischen
Flüssigkeiten verglichen. Dabei enthielt
- MRF 1 anstelle der Partikelmischung (p) + (q), 35 Vol.-% der reinen kugelförmigen Eisenpartikel
(q) in Polyalphaolefin und
- MRF 2 anstelle der Partikelmischung (p) + (q), 35 Vol.-% der reinen unregelmäßig geformten
Eisenpartikel (p) in Polyalphaolefin.
[0037] Die rheologischen und magnetorheologischen Messungen erfolgten in einem Rotationsrheometer
(Searle Systems) MCR 300 der Firma Paar Physica. Dabei wurden die rheologischen Eigenschaften
ohne angelegtes Magnetfeld in einem Messsystem mit koaxialer Zylindergeometrie durchgeführt,
während die Messungen im Magnetfeld in einer Platte-Platte Anordnung senkrecht zu
den Feldlinien erfolgten.
[0038] Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind in den Abbildungen 1 bis 3 zusammengefasst.
[0039] Abbildung 1 zeigt die Schubspannung τ
O als Funktion der Scherrate D für die erfindungsgemäße
MRF 3 sowie die beiden Vergleichsansätze MRF 1 und MRF 2 ohne angelegtes Magnetfeld. Man
erkennt, dass die Fließkurve der erfindungsgemäßen
MRF 3 bei allen Scherraten außerhalb des quasistatischen Bereichs (D > 1 s
-1) unterhalb derer von MRF 1 und MRF 2 liegt. Dies bedeutet, dass die erfindungsgemäße
MRF 3 im magnetfeldfreien Raum bei einer festen Scherrate D im Vergleich zu den übrigen
Ansätzen die geringste dynamische Basisviskosität η
O aufweist (vgl. Gleichung (1) der Beschreibung).
[0040] Abbildung 2 zeigt die Schubspannung τ
B als Funktion der magnetischen Flussdichte B für die erfindungsgemäße
MRF 3 sowie die beiden Vergleichsansätze MRF 1 und MRF 2 im quasistatischen Bereich (D
= 1 s
-1). Man erkennt, dass die erfindungsgemäße
MRF 3 im gesamten Messbereich höhere Schubspannungen τ
B aufweist als der Vergleichsansatz MRF 2, der lediglich unregelmäßig geformte Eisenpartikel
(p) enthält. Weiterhin erkennt man, dass die Schubspannung τ
B der erfindungsgemäßen
MRF 3 bis zu einer Scherrate von D = 400 s
-1 deckungsgleich mit derjenigen von MRF 1 verläuft, dann aber noch deren Werte übertrifft.
Dies bedeutet, dass die erfindungsgemäße
MRF 3 im Magnetfeld gleiche oder höhere Schubspannungen τ
B aufweist wie MRF 1, die lediglich kleine kugelförmige Eisenpartikel (q) enthält.
[0041] Zusammenfassend kann somit gesagt werden, dass die erfindungsgemäße
MRF 3 im Magnetfeld im Vergleich zu den Ansätzen MRF1 und MRF2 ohne Partikelmischungen
insgesamt die höchsten Schubspannungen τ
B aufweist.
[0042] Abbildung 3 zeigt den Schaltfaktor w
D als Funktion der magnetischen Flussdichte B für die erfindungsgemäße
MRF 3 sowie die beiden Vergleichsansätze MRF 1 und MRF 2 bei einer konstanten Scherrate
von D = 100 s
-1. Man erkennt, dass der Schaltfaktor W
D der erfindungsgemäßen
MRF 3 im gesamten Messbereich diejenigen der Ansätze MRF 1 und MRF 2 übertrifft. So lässt
sich beispielsweise bei einer Flussdichte von B = 500 mT eine Erhöhung des Schaltfaktors
W
D um den Faktor 3 im Verhältnis zu MRF 1 bzw. um den Faktor 5 im Verhältnis zu MRF
2 feststellen.
[0043] Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die erfindungsgemäße
MRF 3 mit der Partikelmischung aus großen unregelmäßig geformten Eisenteilchen und kleihen
kugelförmigen Eisenteilchen sowohl die geringste dynamische Basisviskosität η
o im feldfreien Raum als auch den größten Schaltfaktor w
D im Magnetfeld im Verhältnis zu den Vergleichsansätzen MRF 1 und MRF 2 aufweist.
1. Magnetorheologische Materialien aus mindestens einem nicht-magnetisierbaren Trägermedium
und darin enthaltenen weichmagnetschen magnetisierbaren Partikeln, dadurch gekennzeichnet, dass als Partikel mindestens zwei magnetisierbare Partikelfraktionen p und q enthalten
sind, wobei p aus nicht-sphärischen Partikeln und q aus sphärischen Partikeln gebildet
ist, wobei die mittlere Partikelgröße von p größer q ist.
2. Magnetorheologische Materialien nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mittlere Partikelgröße der Fraktion p bevorzugt mindestens den doppelten Wert
der mittleren Partikelgröße der Fraktion q aufweist.
3. Magnetorheologische Materialien nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mittleren Partikelgrößen der Fraktionen p und q zwischen 0,0 1 µm und 1000 µm
liegen, bevorzugt zwischen 0, 1 µm und 100 µm.
4. Magnetorheologische Materialien nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Volumenverhältnis der Fraktionen p und q zwischen 1 : 99 und 99 : 1, bevorzugt
zwischen 10 : 90 und 90 : 10, liegt.
5. Magnetorheologische Materialien nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass die magnetisierbaren Partikel aus weichmagnetischen metallischen Werkstoffen ausgewählt
sind, insbesondere aus Eisen, Cobalt, Nickel (auch in nichtreiner Form) und Legierungen
daraus wie Eisen-Cobalt, Eisen-Nickel; magnetischer Stahl; Eisen-Silizium und/oder
deren Mischungen.
6. Magnetorheologische Materialien nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass die magnetisierbaren Partikel aus weichmagnetischen oxidkeramischen Werkstoffen ausgewählt
sind, insbesondere aus kubischen Ferriten, Perowskiten und Granaten der allgemeinen
Formel
MO · Fe2O3
mit einem oder mehreren Metallen aus der Gruppe M = Mn, Fe, Co, Ni, Cu, Zn, Ti, Cd
oder Mg und/oder deren Mischungen.
7. Magnetorheologische Materialien nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass die magnetisierbaren Partikel aus Mischferriten wie MnZn-, NiZn-, NiCo-, NiCuCo-,
NiMg-, CuMg-Ferriten und/oder deren Mischungen ausgewählt sind.
8. Magnetorheologische Materialien nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass die magnetisierbaren Partikel ausgewählt sind aus Eisencarbid oder Eisennitrid sowie
aus Legierungen von Vanadium, Wolfram, Kupfer und Mangan und/oder deren Mischungen.
9. Magnetorheologische Materialien nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass die magnetisierbaren Partikel in reiner und/oder verunreinigter Form vorliegen.
10. Magnetorheologische Materialien nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermedium ausgewählt ist aus
- Trägerflüssigkeiten wie Wasser, Mineralöle, synthetische Öle wie Polyalphaolefine,
Kohlenwasserstoffe, Siliconöle, Ester, Polyether, fluorierte Polyether, Polyglykole,
fluorierte Kohlenwasserstoffe, halogenierte Kohlenwasserstoffe, fluorierte Silicone,
organisch modifizierte Silicone sowie Copolymere daraus oder aus Flüssigkeitsmischungen
hiervon,
- Fetten oder Gelen oder
- aus Elastomeren.
11. Magnetorheologische Materialien nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass sie als Additive Dispergiermittel, Antioxidantien, Entschäumer und/oder Antiverschleißmittel
enthalten.
12. Magnetorheologische Materialien nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass sie als weitere Additive, zur Herabsetzung der Sedimentation, anorganische Partikel
wie SiO2, TiO2, Eisenoxide, Schichtsilicate oder organische Zusatzstoffe sowie Kombinationen daraus,
enthalten.
13. Magnetorheologische Materialien nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die anorganischen Partikel zumindest zum Teil organisch modifiziert sind.
14. Magnetorheologische Materialien nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass sie als weitere Additive, zur Herabsetzung von Abrasionserscheinungen, partikelförmige
Zusätze wie Graphit, Perfluorethylen oder Molybdänverbindungen wie Molybdändisulfit
sowie Kombinationen daraus enthalten.
15. Magnetorheologische Materialien nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass sie als weitere Additive, zum Einsatz für die Oberflächenbehandlung von Werkstücken,
abrasiv wirkende und/oder chemisch ätzende Zusatzstoffe wie z.B. Korund, Ceroxide,
Siliziumcarbid und/oder Diamant enthalten.
16. Magnetorheologische Materialien nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Anteil der magnetisierbaren Partikel zwischen 10 und 70 Vol.-%, bevorzugt zwischen
20 und 60 Vol.-%, liegt,
- der Anteil des Trägermediums zwischen 20 und 90 Vol.-%, bevorzugt zwischen 30 und
80 Vol.-%, liegt,
- der Anteil der Additive zwischen 0,001 und 20 Massen-%, bevorzugt zwischen 0,01
und 15 Massen-% (bezogen auf die magnetisierbaren Feststoffe), liegt.
17. Verwendung der magnetorheologische Materialien nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 16 in adaptiven Stoß- und Schwingungsdämpfern, steuerbaren Bremsen, Kupplungen
sowie in Sport- oder Trainingsgeräten.
18. Verwendung der magnetorheologische Materialien nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 16 zur Oberflächenbearbeitung von Werkstücken.
19. Verwendung der magnetorheologische Materialien nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 16 zur Erzeugung und/oder Darstellung haptischer Informationen wie Schriftzeichen,
computersimulierte Objekte, Sensorsignale oder Bilder; zur Simulation von viskosen,
elastischen und/oder visko-elastischen Eigenschaften bzw. der Konsistenzverteilung
eines Objekts, insbesondere zu Trainings- und/oder Forschungszwecken und/oder für
medizinische Anwendungen.
1. Magnetorheological materials comprising at least one non-magnetisable carrier medium
and soft magnetic magnetisable particles contained therein,
characterised in that
at least two magnetisable particle fractions p and q are contained as particles,
p being formed from non-spherical particles and q from spherical particles, the average
particle size of p being greater than q.
2. Magnetorheological materials according to claim 1, characterised in that the average particle size of the fraction p has preferably at least twice the value
of the average particle size of the fraction q.
3. Magnetorheological materials according to one of the preceding claims, characterised in that the average particle sizes of the fractions p and q are between 0.01 µm and 1000
µm, preferably between 0.1 µm and 100 µm.
4. Magnetorheological materials according to one or more of the preceding claims, characterised in that the volume ratio of the fractions p and q is between 1 : 99 and 99 : 1, preferably
between 10 : 90 and 90 : 10.
5. Magnetorheological materials according to one of the claims 1 - 4, characterised in that the magnetisable particles are selected from soft magnetic metallic materials, in
particular from iron, cobalt, nickel (also in non-pure form) and alloys thereof, such
as iron-cobalt, iron-nickel; magnetic steel; iron-silicon and/or mixtures thereof.
6. Magnetorheological materials according to one of the claims 1 - 4, characterised in that the magnetisable particles are selected from soft magnetic oxide-ceramic materials,
in particular from cubic ferrites, perovskites and garnets of the general formula
MO · Fe2O3
with one or more metals from the group M = Mn, Fe, Co, Ni, Cu, Zn, Ti, Cd or Mg and/or
mixtures thereof.
7. Magnetorheological materials according to one of the claims 1 - 4, characterised in that the magnetisable particles are selected from mixed ferrites, such as MnZn-, NiZn-,
NiCo-, NiCuCo-, NiMg-, CuMg-ferrites and/or mixtures thereof.
8. Magnetorheological materials according to one of the claims 1 - 4, characterised in that the magnetisable particles are selected from iron carbide or iron nitride and also
alloys of vanadium, tungsten, copper and manganese and/or mixtures thereof.
9. Magnetorheological materials according to one of the claims 1 - 4, characterised in that the magnetisable particles are present in pure and/or impure form.
10. Magnetorheological materials according to one or more of the preceding claims,
characterised in that the carrier medium is selected from
- carrier fluids such as water, mineral oils, synthetic oils, such as polyalphaolefins,
hydrocarbons, silicone oils, esters, polyethers, fluorinated polyethers, polyglycols,
fluorinated hydrocarbons, halogenated hydrocarbons, fluorinated silicones, organically
modified silicones and also copolymers thereof or fluid mixtures thereof,
- fats or gels or
- from elastomers.
11. Magnetorheological materials according to one or more of the preceding claims, characterised in that they contain dispersion agents, antioxidants, defoamers and/or anti-abrasion agents
as additives.
12. Magnetorheological materials according to one or more of the preceding claims, characterised in that they contain inorganic particles such as SiO2, TiO2, iron oxides, phyllosilicates or organic supplements and also combinations thereof
as further additives in order to reduce sedimentation.
13. Magnetorheological materials according to claim 12, characterised in that the inorganic particles are at least in part organically modified.
14. Magnetorheological materials according to one or more of the preceding claims, characterised in that they contain particulate supplements, such as graphite, perfluoroethylene or molybdenum
compounds such as molybdenum disulphite and combinations thereof as further additives
in order to reduce abrasion phenomena.
15. Magnetorheological materials according to one or more of the preceding claims, characterised in that they contain abrasively acting and/or chemically etching supplements, such as e.g.
corundum, cerium oxides, silicon carbide and/or diamond as further additives for use
in the surface treatment of workpieces.
16. Magnetorheological materials according to one or more of the preceding claims,
characterised in that
- the proportion of magnetisable particles is between 10 and 70% by volume, preferably
between 20 and 60% by volume,
- the proportion of the carrier medium is between 20 and 90% by volume, preferably
between 30 and 80% by volume,
- the proportion of additives is between 0.001 and 20% by mass, preferably between
0.01 and 15% by mass (relative to the magnetisable solids).
17. Use of the magnetorheological materials according to one or more of the claims 1 to
16 in adaptive shock and vibration dampers, controllable brakes, clutches and also
in sports or training appliances.
18. Use of the magnetorheological materials according to one or more of the claims 1 to
16 for surface machining of workpieces.
19. Use of the magnetorheological materials according to one or more of the claims 1 to
16 in order to generate and/or display haptic information, such as characters, computer-simulated
objects, sensor signals or images; for simulation of viscous, elastic and/or visco-elastic
properties or the consistency distribution of an object, in particular for training
and/or research purposes and/or for medical applications.
1. Matériaux magnétorhéologiques constitués d'au moins un support véhiculaire non magnétisable
et de particules magnétiques douces magnétisables qui y sont contenues,
caractérisés en ce qu' ils contiennent comme particules au moins deux fractions de particules magnétisables
p et q, la fraction p étant formée de particules non sphériques et la fraction q de
particules sphériques, dans lesquels :
la taille particulaire moyenne de p est supérieure à celle de q.
2. Matériaux magnétorhéologiques selon la revendication 1, caractérisés en ce que la taille particulaire moyenne de la fraction p présente de préférence au moins le
double de la valeur de la taille particulaire moyenne de la fraction q.
3. Matériaux magnétorhéologiques selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisés en ce que les tailles particulaires moyennes des fractions p et q se situent entre 0,01 µm
et 1000 µm, de préférence entre 0,1 µm et 100 µm.
4. Matériaux magnétorhéologiques selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisés en ce que le rapport volumique des fractions p et q se situe entre 1:99 et 99:1, de préférence
entre 10:90 et 90:10.
5. Matériaux magnétorhéologiques selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisés en ce que les particules magnétisables sont choisies parmi des matériaux métalliques magnétiques
doux, en particulier parmi le fer, le cobalt, le nickel (également sous la forme impure)
et des alliages de ceux-ci, tels que des alliages de fer-cobalt, de fer-nickel ; d'acier
magnétique ; de fer-silicium et/ou de leurs mélanges.
6. Matériaux magnétorhéologiques selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisés en ce que les particules magnétisables sont choisies parmi des matériaux céramiques de type
oxyde magnétiques doux, en particulier parmi des ferrites cubiques, des perowskites
et des grenats de formule générale :
MO · Fe2O3
avec un ou plusieurs métaux du groupe M, soit Mn, Fe, Co, Ni, Cu, Zn, Ti, Cd ou Mg
et/ou leurs mélanges.
7. Matériaux magnétorhéologiques selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisés en ce que les particules magnétisables sont choisies parmi les ferrites mixtes, telles que
des ferrites de MnZn, NiZn, NiCo, NiCuCo, NiMg, CuMg et/ou leurs mélanges.
8. Matériaux magnétorhéologiques selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisés en ce que les particules magnétisables sont choisies parmi le carbure de fer ou le nitrure
de fer, ainsi que parmi les alliages de vanadium, de tungstène, de cuivre et de manganèse
et/ou leurs mélanges.
9. Matériaux magnétorhéologiques selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisés en ce que les particules magnétisables se présentent sous une forme pure et/ou contaminée.
10. Matériaux magnétorhéologiques selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisés en ce que le support véhiculaire est choisi parmi
- des liquides véhiculaires comme l'eau, les huiles minérales, les huiles synthétiques,
telles que les polyalphaoléfines, les hydrocarbures, les huiles de silicone, les esters,
les polyéthers, les polyéthers fluorés, les polyglycols, les hydroacarbures fluorés,
les hydrocarbures halogénés, les silicones fluorées, les silicones modifiées organiquement,
ainsi que leurs copolymères ou leurs mélanges liquides,
- des graisses ou des gels, ou
- des élastomères.
11. Matériaux magnétorhéologiques selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisés en ce qu'ils contiennent, comme additifs, des agents dispersants, des anti-oxydants, des agents
antimoussants et/ou des agents anti-usure.
12. Matériaux magnétorhéologiques selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisés en ce qu'ils contiennent comme autres additifs, pour réduire la sédimentation, des particules
inorganiques, telles que SiO2, TiO2, des oxydes de fer, des silicates stratifiés ou des adjuvants organiques, ainsi que
leurs combinaisons.
13. Matériaux magnétorhéologiques selon la revendication 12, caractérisés en ce que les particules inorganiques sont au moins en partie modifiées organiquement.
14. Matériaux magnétorhéologiques selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisés en ce qu'ils contiennent comme autres additifs, pour réduire les phénomènes d'abrasion, des
additifs particulaires comme le graphite, le perfluoréthylène ou des composés de molybdène,
tels que le disulfure de molybdène, ainsi que leurs combinaisons.
15. Matériaux magnétorhéologiques selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisés en ce qu'ils contiennent comme autres additifs, pour usage pour le traitement de surface de
pièces, des adjuvants à effet abrasif et/ou à attaque chimique, par exemple le corindon,
les oxydes de cérium, le carbure de silicium et/ou le diamant.
16. Matériaux magnétorhéologiques selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisés en ce que
- la fraction des particules magnétisables se situe entre 10 et 70 % en volume, de
préférence entre 20 et 60 % en volume,
- la fraction du support véhiculaire se situe entre 20 et 90 % en volume, de préférence
entre 30 et 80 % en volume,
- la fraction des additifs se situe entre 0,001 et 20 % en masse, de préférence entre
0,01 et 15 % en masse (par rapport aux solides magnétisables).
17. Utilisation des matériaux magnétorhéologiques selon une ou plusieurs des revendications
1 à 16, dans des amortisseurs de chocs et d'oscillations adaptatifs, des freins pouvant
être commandés, des couplages, ainsi que des appareils de sport ou d'entraînement.
18. Utilisation des matériaux magnétorhéologiques selon une ou plusieurs des revendications
1 à 16, pour le traitement de surface de pièces.
19. Utilisation des matériaux magnétorhéologiques selon une ou plusieurs des revendications
1 à 16, pour la génération et/ou la représentation d'informations haptiques, telles
que des caractères, des objets simulés par ordinateur, des signaux de capteurs ou
des images ; pour la simulation de propriétés visqueuses, élastiques et/ou visco-élastiques
ou de la distribution de consistance d'un objet, en particulier à des fins d'entraînement
et/ou de recherche et/ou pour des applications médicales.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente
In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur
- Rabinow, J.Magnetic Fluid Clutch, National Bureau of Standards Technical News Bulletin, 1948,
vol. 33, 454-60 [0003]
- Proceedings of the 5th International Conference on Electro-Rheological Fluids, Magneto-Rheological
Suspensions and Associated Technology (1.)World Scientific Publishing19960000 [0003]
- Mark R. JollyJonathan W. BenderJ. David CarlsonProperties and Applications of Commercial Magnetorheological FluidsSPIE 5th Annual
Int Symposium on Smart Structures and Materials, 1998, [0003]